Von Elfen, Liedern und der Liebe

Hallo Welt, hier schreibt Yuki!

Seit mehr als einem Jahr gibt es den Blog meiner Frau. Seit mehr als einem Jahr schreibt sie dort auch über mich. Und nicht nur seit diesem Jahr zieht sie mich in ihren Bann. Sie sagt immer, dass ich sie verzaubert habe. Aber wenn Liebe Zauberei ist, so haben wir uns gegenseitig verzaubert. Und das täglich und immer wieder. Dafür mag ich ihr an dieser Stelle öffentlich danken.

Ich schreibe diese Zeilen spontan, während Elton Johns Lied „Your Song“ in der Interpretation der fantastischen Ellie Goulding läuft. Ich habe den Text des Liedes leicht verändert, Elton möge mir verzeihen. Aber ich bin mir sicher er wird. Und Ellie sowieso. Ich singe leise mit und Mayumi lacht.

„It’s a little bit funny, this feeling inside
I’m not one of those who can easily hide“

Gefühle zu zeigen schickt sich nicht für eine Japanerin. Darin bin ich recht gut. Ein Lächeln, eine Maske der Vernunft. Aber im Gegensatz zu Mayumi bin ich ein offenes Buch. Im Gegensatz zu ihr kann ich Gefühle schlecht kontrollieren. Aber durch sie habe ich viel gelernt. Auch über mich.

„I don’t have much money, but girl if I did
I’d buy a big house where we both could live“

Es ist unser Traum ein eigenes Haus zu haben. Ein Haus mit Garten, vielleicht einem kleinen Teich. Mit Bäumen und Büschen und allerlei Getier. Die Frage ist nur wo. Japan lockt. Trotz aller Nachteile für ein lesbisches Paar, ist Japan noch immer unsere Heimat. Wir sind dort geboren und wenn wir es wirklich wollen, so werden wir dort auch leben können. Aber wollen wir das?

„I know it’s not much, but it’s the best I can do
My gift is my song, and this one’s for you“

Scherzhaft hält sich Mayumi die Ohren zu. Und ich blamiere sie nun dafür. Dabei kann ich wirklich gut singen! Na ja fast. Aber zur Liebe gehört auch Unvernunft. Und manchmal mag auch ich einfach nur unvernünftig und verrückt sein. Das habe ich von ihr gelernt. Nicht immer nur Kontrolle. Einfach den Tag genießen. Spontan zu sein. Vor allem aber niemals aufzugeben und für meine Träume einzustehen. Durch Mayumi haben meine Träume Gestalt bekommen. Ihre Gestalt! Und sie malt täglich mit ihrer Liebe, ihren Worten neue Bilder für mich, für uns!

„I hope you don’t mind, I hope you don’t mind that I put down in words
How wonderful life is while you’re in the world“

Durch sie und mit ihr ist mein Leben noch lebenswerter geworden. Und ich bin mehr als stolz darauf ihre Frau zu sein. Oder ihre Elfe, wie sie mich gern nennt. Für all die Jahre, all diese wunderbare Zeit mag ich diese Zeilen schreiben. Auch für unsere Zukunft. Vielleicht auch für unsere Kinder. Denn einen besseren Menschen als sie, den finde ich nicht. Aber eigentlich ist sie kein Mensch, eigentlich ist sie meine Feenkönigin. Und zusammen leben und lieben wir im Elfenhain. Für immer.

Vielen Dank fürs lesen!

Yuki

Ich will so bleiben, wie ich bin

Ein Wort, ein Satz löst bei mir Denkprozesse aus. Jede Art von Musik kann mich inspirieren. Ein gewisser Don Camillo, im Bloggerleben theomix genannt, hat mich auf den Weg zu diesen Zeilen gebracht. Und dafür möchte ich ihm gern danken. Seine Gedanken sind immer einen Besuch wert.

„Ich glaube, du bist völlig anders als der Mensch, den ich vor Augen habe“, hat er gesagt. Was mich zu der Frage bringt, wie andere Menschen mich sehen. „Überheblich, zickig, männerfeindlich“, sind nur einige Dinge, die Mann mir im Lauf der Jahre an den Kopf geworfen hat. „Unsensibel, kalt, egoistisch“, kam es von Frau.

Aber bin ich das wirklich, muss ich jedem Klischee entsprechen? Von Mann bin ich Angriffe seit Kindertagen gewohnt. Die gingen nie gut für ihn aus. Vor allem dann nicht, wenn er „Dreckslesbe“ sagte. Aber das kam erst nach den Kindertagen. Beleidigungen gab es auch per Mail und Kommentarfunktion im Blog. Da fühlen die Herrlichkeiten sich wohl. Entertaste drücken und ab dafür.

Frau hat mir die Freundin geneidet, oder mich mit Eifersucht bedacht. Liebesdramen aus den alten Tagen, darüber habe ich meist nur gelacht. Ich habe begonnen und beendet. So, wie es mir gefiel und  nicht den anderen. Ich war immer so, wie ich nun mal bin. Anders und so will ich bleiben.

Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich zum Biest werde, wenn die Situation es erfordert. Und ich schlage (mit Worten) schneller, als so mancher sprechen kann. Aber ich bin auch eine Clownin, die gern lacht. Nie bösartig, aber immer mit schrägem Humor. Ironisch, sarakstisch, auch gern als Satire pur. Nur verstanden werde ich oft nicht. Ob das an meinem Japanisch liegt?

Und dann gibt es noch jenes zarte Feenwesen, das sein Reich mit allen Mitteln schützt. Aber Feen sterben oft einsam hoch droben im Elfenbeinturm. Ich aber stieg herab und habe die Fenster einen Spalt weit geöffnet. Nun könnt ihr die Welt des Regenbogens schauen und euch an den leuchtenden Farben erfreuen.

All das und noch viel mehr bin ich. All das, was keinem Bild jemals entspricht. Eine dichtende Kriegerin. Nur echt mit Elfe. Auch das hat der theo gesagt. Und wieder denke ich schmunzelnd an „Don Camillo und Peppone“, den Film den ich letzte Woche lachend sah.

Aber wenn der theo der Don ist, so muss ich wohl die Peppina sein. Nur spielen meine Geschichten nicht am Po und auch in keiner Ebene. Und von Niederungen sind sie so weit entfernt, wie so mancher Geist von der Erde. Und das habe ich nun bewusst abgehoben gesagt.

Es gab Menschen, die mich ändern wollten. Menschen, deren Weltbild ich kaum entspreche. Eingepfercht in den Käfig der Konventionen, haben sie ihr Urteil über mich gefällt. Schräge Blicke, Hetze. Die da, die andere, wispert es durchs Netz. Denen schenke ich ein Lächeln, notorischen Dummköpfen den Mittelfinger. Ob sie jemals verstehen?

Wie ich wirklich bin, das wird kein Blogger je erfahren. Dieses Bild teile ich nicht mit euch. Aber ihr könntet zwischen den Zeilen lesen, oder meine Elfe fragen. Die kennt mich sehr genau. Bei ihr muss ich mich nicht ändern. Bei ihr darf ich so bleiben, wie ich bin.