Die Macht der Worte – Manipulation im Alltag

Die Macht der Worte – Manipulation im Alltag

Jeder Mensch manipuliert andere, wird aber auch von anderen manipuliert. Aussagen wie „Niemand kann mich manipulieren“ oder „Das funktioniert bei mir nicht“, sind reine Selbstüberschätzung. Schon das Baby schreit so lange, bis die Mutter ihm die Brust oder Flasche gibt. Der geliebte Hund schaut uns beim Mittagessen so lange mit seinen braunen Kulleraugen an, bis er ein Stück vom Braten erhält. Das alles ist Manipulation und unsere Reaktion darauf.

Ich bin (nicht) immun!

Es kann durchaus sein, dass die von mir in einem vorherigen Beitrag angesprochenen Psychopathen zum Teil „immun“ gegen manche Beeinflussungen sind. Das ist ihrer flachen Gefühlswelt und fehlenden Empathie geschuldet. Trotzdem kann man auch diese Typus manipulieren, was aber kein Thema sein soll. Niemand ist immun gegen Manipulationen, das halte ich im Voraus fest. Durch die sogenannte „Kognitive Verzerrung“, quasi Softwarefehler im Gehirn, ist jeder manipulierbar.

Im Gegensatz zu meinen Eltern kann ich (Hoch)Deutsch ohne (japanischen) Akzent sprechen. Allerdings kann ich ihn ebenso imitieren, wie den Düsseldorfer Dialekt. Mir klar gesprochenen und kurzen Sätzen kann ich daher mehr erreichen und glaubhafter wirken, als mit fehlerhaftem Deutsch. Wenn ich meinen Schülern sage „Ich bringe euch das beste Karate der Welt bei“, werden sie mir das vermutlich glauben. Immerhin glaube ich auch selbst daran. Radebreche ich den Satz „Bringe ich euch bestes Karate von Welt bei“, wirkt das eher belustigend.

Die Macht der Worte

Worte richtig oder falsch eingesetzt sind unglaublich mächtig. Mit Worten kann man Menschen manipulieren. Neurolinguistisches Programmieren, kurz NLP genannt, ist ein Motivations- und Kommunikationsmodell, das in den 1970er Jahren entwickelt worden ist und unser gesamtes Denken, Fühlen und Verhalten durch die Sprache systematisch verändern (umprogrammieren) kann.

NLP wird zum Beispiel in der Paartherapie eingesetzt, ist aber vor allem für Außendienstmitarbeiter, Manager und Politiker, aber auch Erzieher und Lehrer interessant. NLP ist also ein durchaus nützliches Modell, das gezielt zur Manipulation anderer missbraucht werden kann. Der Satz „Was wäre, wenn …“ ist nur ein harmloses Beispiel dafür.

Dunkle Rhetorik

Bewusst und von den falschen Menschen eingesetzt, ist NLP quasi eine „tödliche“ Kunst. Mit NLP kann man zum Beispiel Kollegen dazu bringen, die ungeliebte Statistik zu erstellen. Wobei Frauen neben dem koketten Augenaufschlag oft Schmeichelei anwenden, Männer versuchen es vielleicht mit Lob. Dunkle Rhetorik zielt auf die Emotionen des Gegenübers ab. Die kindlich-naive Kanzlerkandidatin der GRÜNEN nutzt genau diese Emotionen, wenn sie ihre albernen Reden hält.

Viele, wenn nicht alle Politiker nutzen Dunkle Rhetorik. In der herbeigetesteten Corona-Pandemie geht es stets um unsere Gesundheit und angedachte Steuererhöhungen sind natürlich für das Klima gut. Ebenso der geplante Umstieg auf Elektroautos. „Schaut nur hin, wie gut für die Umwelt die sind!“ Wirklich gibt es durch den Verzicht auf den Verbrennungsmotor so gut wie keinen CO2-Ausstoß. Verschwiegen wird jedoch, dass die Herstellung eines E-Autos mehr CO2 produzieren kann, als Otto Normalverbrauchers Diesel in einem Jahr.

Beispielhaft

Die Mutter eines japanischen Mädchens, dessen Appetit auf Fisch eines Tages kaum vorhanden war, hat dieses mit den Worten manipuliert „Dieser Fisch ist extra für dich durchs weite Meer geschwommen und mag nur von dir gegessen werden. Er ist also für dich gestorben.“ Was bei jedem anderen funktioniert hätte, ging bei diesem Mädchen schief. Sie nahm den Fisch, packte ihn in eine Zeitung und sagte „Dann sollten wir Herrn Fisch jetzt beerdigen.“ Sicherlich kann sich jeder denken, wer dieses Mädchen war.

Scherz beiseite, Dunkle Rhetorik funktioniert so gut wie immer. Bewusst oder als NLP eingesetzt, erreichen damit vor allem Politiker und Manager ihr Ziel. Auf emotionaler Ebene sind Frauen leichter angreifbar. Oft zielt daher die Werbung auf Frauen ab. Ein weiteres und meiner Meinung von jedem durchschaubares Beispiel sind Hinweise auf den Klimaschutz, die im Badezimmer eines Hotels angebracht sind. „Bitte Handtuch mehrfach benutzen, Sie schützen damit das Klima“ stand dort sinngemäß. Auch wenn dadurch wirklich Energie und Waschpulver eingespart wird, das ist dunkelste Rhetorik.

Überzeug mich!

Andere zu überzeugen funktioniert durch Wiederholungen eines (Schein)Arguments. Kurze, klare Sätze sind dafür wichtig. Ellenlange Satzkonstrukte erreichen das Gegenteil. Anders ausgedrückt suggeriert uns Einfachheit die Wahrheit. Mein exotisches Aussehen hat mir dabei geholfen anderen „besseres Karate“ beizubringen. Eine Japanerin muss das nach Meinung anderer besser können, als eine deutsche Trainerin. Natürlich habe ich meine Schüler(innen) in diesem Glauben noch bestärkt.

Eine Kanzlerin Merkel, die weder exotisch aussieht noch besonders überzeugend reden kann, muss stets andere Mittel anwenden, die der sprachlichen Manipulation. Ihr berühmter Satz „Wir schaffen das!“, hat die Deutschen mit emotionaler Wucht getroffen. Auf mich wirkte es mehr wie die Durchhalteparole eines Generals, der seine Niederlage nicht eingestehen will.

Sprachliche Tricks

Die richtigen Worte können Wunder bewirken. Das ist kein inhaltsleerer Satz, keine Phrase. Worte gezielt eingesetzt, machen mein Gegenüber zum willigen Opfer jeder Manipulation. Das folgende Beispiel stammt aus einem Rhetorikseminar, ist zwar politisch, soll aber nur als Beispiel dienen. Es geht um das Wort „Flüchtlingskrise.“ Schon das Wort Flüchtling ist falsch. Wenn ich aus Japan nach Taiwan fliehe, ist Flüchtling die richtige Wahl. Passiere ich aber 27 Staaten auf meinem Weg nach Österreich, werde ich zur Migrantin.

Krise impliziert eine Bedrohung. Ebenso wie Flüchtlingswelle oder Flüchtlingsstrom. Wenn man nun noch das Wort Flüchtlingstsunami benutzt, ist die sprachliche Manipulation vollkommen. Die Angst vor den Fremden wächst und das Ziel der Manipulation ist erreicht. Deutsche Medien sollten das eigentlich wissen, sie haben aber bereits in der „Flüchtlingskrise“ wie auch in der „Corona-Pandemie“ kläglich versagt. Allerdings war es zum Teil Absicht, genau diese Worte zu verwenden.

Scheinargumente

Dunkle Rhetorik zeichnet sich auch durch Scheinargumente aus. „So haben wir das schon immer gemacht!“ ist ein klassisches Beispiel dafür. Auch Zitate von Autoritätspersonen, dem angesehenen „Professor Dr. Humoris Causa“, können Scheinargumente sein. Der Zitierende weiß genau, dass sich dieser Professor auch irren kann. Nun scheint es vielleicht so, dass Dunkle Rhetorik böse ist und von anderen in finsterer Absicht verwendet wird. Mit Sicherheit gibt es solche Menschen, Dunkle Rhetorik wird aber auch durchaus positiv eingesetzt.

Wichtig ist es, die Manipulation, das Scheinargument anderer zu erkennen. In Krisenzeiten ist das besonders wichtig. Leider sind viele Menschen bereits derart umprogrammiert, dass sie jedes Wort von Politikern und Medien für bare Münze nehmen. Aber schon die einfache Frage „Wem nützt es?“ durchbricht die Phalanx aus sprachlichen Tricks und gezielt eingesetzten Emotionen und zeigt uns eine andere Wahrheit auf.

Disclaimer

Dieser Beitrag ist selbstverständlich (k)eine Manipulation. Risiken und Nebenwirkungen sind (nicht) beabsichtigt. (Fast) Jeder ist herzlich eingeladen, die Kommentarspalte zu verwenden, die mir (k)einen Vorteil bringt. Den Smiley an dieser Stelle darf sich jeder denken.

Die Bankrotterklärung der deutschen Diskussionskultur

„Den deutschen Debatten fehlt es generell an Toleranz“, hat der der Historiker Heinrich August Winkler gesagt. Statt sich auf intellektueller Ebene sachlich auszutauschen, wird der Deutsche oft persönlich, wie das folgende Beispiel zeigen soll.

Im Plenarsaal eines fiktiven Landtages, hält ein stark übergewichtiger Mann eine Rede. Er ist von der Opposition, die natürlich an die Regierung will. Die unvorteilhafte Kleidung des Mannes sticht sofort ins Auge. Er hat schüttere Haare, schwitzt sehr stark und die Hornbrille lässt ihn unsympathisch wirken.

Niemand mag ihn, aber gut reden kann er. Seine Thesen passen und er punktet bei den WählerInnen. Medien und Regierung stehen dem zunächst hilflos gegenüber, bis einer eine brillante Idee zu haben scheint. „Wir machen die fette Sau lächerlich!“

Und schon beginnt eine Hetzkampagne, die in offenen und verstecken Angriffen gipfelt. Journalisten machen sich lustig, zerpflücken Versprecher und werten diesen Politiker menschlich ganz bewusst ab. Wo immer er auftaucht gibt es Pfiffe und selbst ein faules Ei findet seinen Weg.

Soweit die Geschichte, die zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht und kein gutes Licht auf das angeblich so debattierfreundliche Deutschland wirft. Dabei darf jeder in diesem Land (s)eine Meinung haben und diese auch frei äußern. Sachlich und ohne Polemik versteht sich, was auch für Kritiker gilt.

Und die finden sich immer, wenn zu einem Thema Stellung bezogen wird. So sind Feministinnen meist total entrüstet, wenn Mann ihrer Meinung nach sexistische Sprüche über Frauen macht. Leider reagieren sie oft emotional bei ihrer durchaus berechtigten Kritik, was diese abschwächt oder unglaubwürdig macht.

Die Meinung anderer und damit vielleicht eine Diskussion, ein Thema unglaubwürdig zu machen, ist ein beliebtes Stilmittel von Kritikern selbst. Durch absichtliche Provokationen, wird der Fokus auf Nebensächlichkeiten gesetzt oder (gezielt) am eigentlichen Thema vorbei diskutiert.

Welchen (schlechten) Einfluss Kritiken und Kommentare auf die Qualität eines durchaus sachlich verfassten, aber in der breiten Öffentlichkeit als kritisch angesehen Themas – in diesem Fall Marihuana – nehmen können, haben Kommunikationsforscher der Universität Hohenheim untersucht. [KLICK]

Das zweite Beispiel zeigt den Kommentar zu einem Autotest. Ein Leser argumentierte, dass Sportwagen völlig dekadent und wegen des hohen Benzinverbrauchs nicht mehr zeitgemäß seien. Schon gab es heiße Debatten über Ressourcen und Klimaschutz. Über das neue Auto sprach keiner mehr.

Gern wird auf ein Thema auch mit „Ja, aber …“, geantwortet. Scheinbare Zustimmung, um dann so richtig loszulegen. Worte prasseln wie Geschosse, es regnet buchstäbliche Kanonenkugeln, aber kein sachliches Argument.

Voltaires Aussage „Ich hasse, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst“, ist in Deutschland schon lange in Vergessenheit geraten. Hier gilt: „Ich hasse, was du sagst, und ich werde Mittel und Wege finden, dich von künftigen Diskussionen auszuschließen!“

Dieser Satz zeigt dabei klar, die Bankrotterklärung der deutschen Diskussionskultur. Nüchtern betrachtet regiert bei diesem Satz kein Verstand. Oft hat blinde Wut die Kontrolle übernommen, was im Extremfall zu handfesten Auseinandersetzungen führen kann.

Nun sollte man annehmen, dass eine gute Diskussionskultur auch mit der Bildung steigt. Aber leider wird gutes diskutieren an keiner Universität gelehrt. Zwar darf und soll man dort miteinander reden, für Studenten ist es wichtig, (fast) alles zu hinterfragen, nur das „wie“ haben sie nie erlernt.

Wer Argumente benutzt, der sollte auch die Unterschiede kennen. Es gibt zwei Arten davon, die sich unterscheiden. Grundsätzlich können Argumente unterschiedliche Komponenten besitzen, die informationelle oder wertende Komponente.

Eine Information ist entweder richtig oder falsch und sollte stets klar bewiesen werden können. Fakten sprechen immer für sich. In beiden Fällen gilt es auf persönliche Angriffe zu verzichten. Kein Mensch ist weniger wert, wenn er eine andere Meinung vertritt.

Dem gegenüber stehen die wertenden Argumentaspekte, die moralischer, ethischer oder weltanschaulicher Art sein können. Diese Art von Argumenten stellen moralische Positionen oder persönliche Werte dar, die lediglich offen gelegt werden können. Zu beweisen oder widerlegen sind sie nicht.

Gute Diskussionen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Sachlichkeit ab. Die Redner vermeiden übertriebene Emotionen. „Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, die Ringelsockenpartei hält die Besteuerung von Karosocken für falsch, da … an dieser Stelle sollten echte Argumente stehen“, kommt besser an, als der Satz „Das ist ja mal wieder typisch für diese abgehalfterte Regierung! Einmal mehr zeigen Sie fachliche Inkompetenz … etc.“

Wesentlich krasser und persönlicher, wird im Internet gestritten. Tiernamen haben dort Hochkonjunktur. Zum Teil hagelt es aber auch subtile Beleidigungen, die auf den ersten Blick kaum zu erkennen sind. Die Intention dahinter ist stets fraglich. Sie reicht von Persönlichkeitsstörungen bis hin zu nie gelernter Diskussionskultur. Dazwischen liegen noch (bezahlte) Kritiker, die kontroverse Themen im Auftrag zerschreiben.

Schaut man zurück in der Geschichte, war das Selbstzerfleischen schon ein germanisches Problem. Statt miteinander gegen gemeinsame Feinde Front zu machen, haben die alten Recken sich gegenseitig umgebracht. Die Römer fanden das gut, das Ergebnis ist bekannt.

Bei Diskussionen ist es wichtig niemals auf Provokationen einzugehen. Wer nur attackieren will, egal ob offen oder versteckt, stellt sich selbst ins Abseits. Und das gibt im Fußball einen Pfiff. Freistoß für die Gegenseite. Und dann fällt vielleicht ein (Eigen)Tor.

Dagegen gibt es im Kampfsport immer mehrere Möglichkeiten einer Reaktion. Den Gegner immer wieder sanft ins Leere laufen zu lassen, ist nur eine davon. Sehr schnell gibt der dann auf. Punkt, Satz und Sieg, wer braucht schon einen Krieg.

„Das ist doch völlig absurd und lächerlich!“, ist der vermutlich meist benutzte, erste Satz bei emotional geführten Debatten, gefolgt von  „Sie haben doch überhaupt keine Ahnung wovon Sie reden!“ Beide Sätze sind stark wertend und lassen die nötige Sachlichkeit vermissen.

Ein Kernphysiker, der bei einer Debatte einen Laien mit den brüsken Worten abstrafte „Halten Sie doch Ihren Mund! Sie haben keine Ahnung davon!“, sollte sein Verhalten zwingend überdenken. Auch ein Laie ist vielleicht Vater von Kindern und macht sich Sorgen um mögliche Strahlenbelastung.

Vielleicht hatte der Mann eine gute Note in Physik oder einfach nur eine blendende Idee, die dem Fachmann entgangen ist. Merke: Persönlich werden, andere mundtot machen ist daneben. Reden wir fair miteinander, das ist wahres Leben.