Kein schöner Land in dieser Zeit

Deutschland im September 2017. Kein schöner Land in dieser Zeit. Wir sind zurück aus Frankfurt, die IAA (Internationale Automobilausstellung) ist für uns Geschichte. Kurz habe ich darüber nachgedacht einen Bericht über diese bunte Glitzerwelt zu schreiben, aber der Besuch ist nur in Teilbereichen interessant.

Wolf, der Chefingenieur von Yukis Vater, hat uns begleitet. Durch seine Kontakte haben wir eine ganz andere IAA gesehen. Außerdem hat er uns einen Audi TT mitgebracht, der 370 Z ist schon in den USA. Wie immer mahnt er „Mach ihn nicht kaputt!“, was prompt meinen Mittelfinger zur Folge hat. Wann habe ich jemals einen Motor zerstört!

Während Audi gern mit dem Slogan „Vorsprung durch Technik wirbt“, versucht sich auch die Politik mit tollen Sprüchen. Alle wollen es besser machen, jede Partei hat ein eigenes Konzept. Davon zu halten ist wenig. Die meisten sind am Folgetag der Wahl vergessen.

Hand aufs Herz liebe LeserInnen, wer kennt alle Wahlprogramme? Wer hat sich die Mühe gemacht und sie miteinander verglichen? Wie wählen Deutsche überhaupt? Spielt Sympathie die entscheidende Rolle oder nur der reine Protest?

Auch ich habe mir meine Gedanken gemacht. Wen soll ich wählen und warum? Zum Glück kann Frau die Wahlprogramme lesen, aber um jeden Satz zu verstehen müsste man Juristin sein. Ich habe es trotzdem getan und werde zu SPD und CDU eigene Beiträge bringen. Mehr geht nicht, mir fehlt die Zeit.

Glücklicherweise gibt es Kurzversionen, die ich auch benutzen kann. Ähnlichkeiten in der Wortwahl und bei gewissen Themen lassen sich bei der SPD und den GRÜNEN finden. SPD und CDU haben die Polizei im Visier, bei der sie 15.000 neue Stellen schaffen wollen.

Das verwundert wenig, die CDU gibt sich unter Merkel linker als die SPD. Die Ein-Mann-Partei FDP scheint noch im Selbstfindungsprozess zu stecken. Wirkliche Akzente setzt sie kaum. Einiges wirkt wie „schon mal gesehen“ und findet sich in ähnlicher Form auch beim Rest der Blockparteien wieder.

Die AfD hat ihre Hausaufgaben gemacht und auf 74 Seiten 16.000 Worte untergebracht. Damit bleibt die junge Partei deutlich hinter den Etablierten zurück, die ihre Absichtserklärungen wesentlich ausführlicher präsentieren. Was davon zu halten ist wird man bald sehen.

Die LINKEN als Gesamtpaket bleiben mir suspekt, auch wenn ich Sahra Wagenknecht für kompetent und sympathisch halte. Ihr Wahlprogramm ist in Teilen absurd. Wer die Geheimdienste abschaffen will, öffnet Spionen Tür und Tor. Auch aus Russland, das müssen die WählerInnen wissen.

Was ich (noch) von den GRÜNEN halte, habe ich bereits mehrfach geschrieben. Ich hoffe wirklich, dass sie eine herbe Schlappe erleiden, die dann endlich personelle Konsequenzen hat. Was auch für die SPD gilt. Gabriel, Schulz & Co. haben fertig. Neue Sozis braucht das Land.

Dass die CDU/CSU die Wahl gewinnt, sollte niemand wirklich wundern. Gäbe es keine Angela Merkel, ich hätte weniger Probleme damit. Aber diese Frau ist die eigentliche Gefahr für Deutschland. Daher braucht es eine starke Opposition, die „Mutti“ auf die Finger schaut.

Auch wenn ich keine Hellseherin bin, die Fortsetzung der GroKo scheint unausweichlich zu sein. Aber Rot-Rot-GRÜN wäre die noch schlimmere Alternative. Was bleibt ist Schwarz-GRÜN oder Schwarz-Gelb. Vielleicht auch ein neues Dreigestirn.

Ein Trio in meinem Bett sorgt für Heiterkeit, Yuki hat meine Nichten als Verstärkung geholt. Die Mädchen jauchzen, wenn „Tante Yumi“ wach gekitzelt wird. Nur halb bei Verstand ist meine Cousine. Eine schwere Depression hat sie im Griff. Ob das auch für Deutschland gilt?

Der Zusammenbruch kam durch den Seitensprung ihres Mannes, schon in Japan haben wir uns um die Mädchen gekümmert. Was keine wusste, die Ehe kriselte vorher schon. Nun hat sich der Betrug offenbart. Ihr Mann hat ein Verhältnis mit seiner Sekretärin, die (s)ein Kind erwartet.

Auch in Deutschland kriselt es seit Jahren. Hier geht man mit unheilvollen Ideen schwanger. Kommt der Austausch der Bevölkerung? So zumindest tönt es von den Dächern. Die Menschen haben Angst, die Politik hat einmal mehr versagt.

Niemand stoppt mich, wenn meiner Familie Unrecht geschieht. In Japan fange ich den Seitenspringer nach der Arbeit ab und nur seine schwangere Freundin verhindert einen Eklat. Wie ein begossener Pudel steht er da, als ich ihm lautstark einige weniger nette Worte sage.

Lautstark sollten alle mündigen BürgerInnen gegen die Halbwahrheiten der Blockparteien protestieren. Gegen gesteuerte Berichterstattung der durch die Zwangsabgabe finanzierten Medien. Oder hat Deutschland wirklich schon den Herbst der Existenz erreicht und bereitet sich nun auf sein Ende vor?

Die Geliebte des Seitenspringers schämt sich, Arbeitskollegen schauen konsterniert. Der Auftritt ist Absicht. Ich weiß genau, wie Mann sein Gesicht verliert. Meiner Cousine hilft das wenig, aber ihr Mann muss sie finanziell unterstützen. Außerdem ist sein Ruf nun ruiniert.

Meiner ist natürlich ungebrochen, alle Kinder lieben mich. Aber kann man zwei kleine Mädchen so einfach von ihrem Vater trennen? Die Antwort ist einfach. Ich habe „Du willst keinen Ärger mit mir!“ zu ihm gesagt. Das hat er verstanden.

Advertisements

Eine Liebe in Fukuoka

Was macht(e) Frau in Japan, werden sich einige LeserInnen fragen. Fröne ich dem Nichtstun oder ist Arbeit angesagt? Wie schon erwähnt, habe ich meinem Vater assistiert und einige vielversprechende Karate-Talente gesehen.

Auch mein eigenes Training habe ich forciert und hilfreiche Kommentare meines Vaters bekommen. Cousin Ken, der mittlerweile den 2. Dan im Kyokushin Kaikan hält, will es (spaßeshalber) wissen und fordert mich zum Kumite auf. Mit Zustimmung seines Sensei, der darüber auf seine Art lacht.

Ken hat wirklich geübt und ist viel schneller als noch vor einem Jahr. Genau so schnell liegt er wieder auf den Hosenboden. Alle lachen und er gleich mit. „Du bist so gemein, Cousinchen!“, lässt er mich wissen und verbeugt sich vor mir. Wer mir zu nahe kommt, der (f)liegt.

Noch während des Trainings ist mir ein Europäer aufgefallen, den ich sofort als Deutschen erkenne. Ich spreche ihn an und wirklich kommt Peter aus Magdeburg. Vor einem Jahr ist er nach Japan ausgewandert.

„Es war im Urlaub vor zwei Jahren“, verrät er schmunzelnd, „als ich die Frau meines Lebens traf.“ Er stellt sie uns vor, sie holt ihn nach dem Training ab. Momoka ist 45 und Peter 53 Jahre alt. Aber beide sehen viel jünger aus.

Spontan laden sie uns zu sich nach Hause ein. Dass Yuki und ich ein Paar sind, wird von beiden lächelnd zur Kenntnis genommen. Ken muss leider gehen, sein Freund wartet zu Hause. „Morgen gibt’s Revanche, Cousinchen!“, ruft er mir zum Abschied zu und reibt sich demonstrativ den Hintern.

Momoka arbeitet als Tourguide und hat auf diese Weise Peter getroffen. Sie lächelt sehr japanisch, als ich sie frage „War es Liebe auf den ersten Blick?“ Für Peter war das so, Momoka brauchte deutlich länger, um diesen durchaus interessanten Gaijin in ihr Leben zu lassen.

Wer der Chef im Hause ist weiß ich sofort. Peter ist lammfromm neben seiner Ehefrau. Und das sehr gern, obwohl der Mann sich durchsetzen kann. „Ich war mehr als 30 Jahre Polizist“, erzählt er uns. „Aber in Deutschland ist das ein Kampf gegen die Politik.

Ich habe gekündigt und unterrichte in Japan Deutsch und Englisch. Mein Haus in Deutschland habe ich gut vermietet, das Geld reicht also locker. Und Momoka verdient auch sehr gut.“

Wie gut zeigen die beiden uns, als wir ihr Haus betreten. Peter hat es gekauft und ist mittlerweile auch Familienvater. „Bin ich schon länger“, sagt er und grinst, als er uns Bilder seiner beiden erwachsenen Kinder zeigt. „Meine Frau hat sich scheiden lassen, da ich nie zu Hause war. Aber so ist das nun mal so als Polizist.“

Auch Momoka, die mit ihren 1 Meter 59 noch kleiner ist als ich, war schon verheiratet. „Ich habe mich mit 18 Jahren verliebt und ein Jahr später waren wir verheiratet“, erzählt sie uns. „Als ich keine Kinder bekam, hat er mich wieder verlassen.“ Ein Schatten legt sich über ihr Gesicht.

Momoka war tief verletzt und hat lange Jahre keinen Mann mehr angeschaut. Bis Peter kam. „Er ist ein Barbar“, sagt sie und lacht, als es an der Tür klingelt und er kurz den Raum verlässt, „aber ich habe ihn mir gut erzogen!“

Diese für Japanerinnen eher ungewöhnliche Offenheit, ist auf ihren langjährigen Kontakt mit Ausländern zurückzuführen. „Ich war in Frankreich, Italien und den USA“, sagt sie. „Dort habe ich viel über andere Kulturen gelernt.“

Momoka spricht ein fast perfektes Englisch, wenn auch mit typisch japanischem Akzent. „Ich war überrascht, dass dieser Deutsche sich für mich interessierte“, gibt sie freimütig zu. „Wo bin ich denn interessant? Aber ich mag große Männer.“ Peter ist locker über 1 Meter 80.

Auch mit ihren 45 Jahren ist Momoka noch attraktiv. „Wunderbar kochen kann sie!“, schwärmt Peter, der mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm den Raum betritt. Hinter ihm geht eine Japanerin, die Momoka sehr ähnlich sieht. „Meine Schwester Riko“, erklärt uns Momoka. „Sie passt auf Hina auf, wenn wir beide arbeiten.“

Hina ist vier Jahre alt und adoptiert. Die Kleine ist zuckersüß und verbeugt sich artig vor uns Gästen. „Ich habe Peter vor die Wahl gestellt entweder ein Kind mit mir zu haben, oder wieder abzureisen“, sagt Momoka. Aber das ist japanischer Humor, den Europäer nur schwer verstehen.

In Wirklichkeit wollten sie beide einem kleinen Mädchen die Familie geben, die sie sonst vielleicht nie gefunden hätte. Hinas leibliche Mutter leidet unter schweren Panikattacken und kann sich nicht mehr um die Kleine kümmern. Ihren Vater kennt sie nicht.

Peter war Schieß- und Einsatztrainer bei der Polizei. „Karate und Jujutsu mache ich seit fast 40 Jahren. Nur ein Meister werde ich nie“, fügt er nach einer kurzen Pause hinzu. „Im Schießen bin ich viel besser.“ Liebevoll schaut er Momoka und Hina an. „Diese beiden sind meine Meisterinnen.“

Wie für viele Menschen, ist Karate für Peter nur Ausgleichssport. „Es hält mich fit“, sagt er. Uns wird die Ehre zuteil, die Kleine ins Bett zu bringen, das von allerlei Kuscheltieren bevölkert wird. Sie hat allen Namen gegeben, wie sie uns munter erzählt. Dann gähnt sie herzhaft und ist einfach eingeschlafen. Kleine Kinder können so einfach sein.

Momoka hat unsere Blicke gesehen. „Möchten Sie Kinder?“, fragt sie leise. Wir nicken beide und sie schmunzelt. „Einen Moment bitte“, sagt sie und schwebt aus dem Raum, um kurz darauf mit einem Zettel wiederzukommen. „Schauen Sie doch einmal in dieses Waisenhaus. Vielleicht werden Sie dort von einem Kind gefunden.“

Gefunden haben wir dann etwas anderes, worüber ich vielleicht im nächsten Beitrag schreibe. Wir sind wieder in Los Angeles, die USA haben uns wieder. Vorübergehend zumindest, der Flug nach Deutschland steht bereits fest. 

Wenn Engel reisen

Statt 80 brauchen wir nur knappe 2 Tage, um die (halbe) Welt zu umfliegen. Das ist (m)eine persönliche olympische Disziplin. Die wir natürlich mit der Goldmedaille beschließen. Los Angeles – Hongkong – Fukuoka. Japan ist immer das Ziel. Aber 15 Stunden Flugzeit nach Hongkong werden lang.

Immerhin habe ich gleich mehrere Artikel für den Blog geschrieben. Ob ihr sie lesen dürft? Das werden wir noch sehen. Die Reise hat mehrere Gründe, olympisches Karate ist nur einer davon. Auch ich muss Geld verdienen, auf zum „New Japan Deal.“

In Hongkong waren wir auch des lieben Geldes wegen. Asien hat davon viel zu bieten, das ist nun mal so. Ich bin gespannt und habe einige (wenige) Bilder gemacht. Die Einreise ist als Japanerin problemlos möglich. Offiziell sind wir Touristinnen. Der Beamte lächelt und alles ist gut.

Hongkong ist ein Meer aus Farben und schwüler Hitze, mit viel zu vielen Menschen, die alle „komisch reden.“ Meine paar Worte Mandarin helfen kaum weiter, hier ist Kantonesisch angesagt. Wer sich nun fragt wie Chinesen sich verständigen, den verweise ich auf die Schriftzeichen. Genau so. Die haben in ganz China die gleiche Bedeutung.

„JapanerInnen können doch auch Kanji lesen“, werden sich nun einige LeserInnen denken. Klar können wir, wenn es die japanischen sind. Dass es zum Teil erhebliche Unterschiede gibt, habe ich bereits mehrfach erklärt. Aber ich bin ehrlich, wir kamen gut klar. Nur bei langen Texten wären wir überfordert.

In Hongkong spricht man ein sehr gutes Englisch, die Verständigung ist also kein Problem. Natürlich habe ich alle Kung Fu Meister der Stadt herausgefordert und locker besiegt. Ihr wisst doch nur zu gut, dass ich unschlagbar … lustig bin. Um in Form zu bleiben, habe ich die arme Yuki (mit einem Lächeln) umgehauen. Oder sie mich?

Auf den Besuch eines Dojos mussten wir leider verzichten. Der Zeitplan war eng, schon am Dienstag ging es weiter. Aber vorher war ein Treffen mit mehreren Geschäftsleuten angesagt, die alle Meister des Buisiness sind.

Wobei man das durchaus als Kampf der Nationen bezeichnen kann. Chinesen sind schon zähe Verhandlungspartner und können mindestens so gut lächeln wie wir. Der Erfolg gab uns allen recht. Mehr muss niemand wissen.

Von Hong Kong nach Fukuoka sind es noch einmal knapp dreieinhalb Stunden Flugzeit. Heimat Japan, ich grüße dich! Aber die Reise hat Spuren hinterlassen, unsere Energie schwindet schnell. Eine Gruppe Europäer fällt mir auf. Ich höre spanische und französische Worte.

Cousin Ken holt uns vom Flughafen ab und freut sich uns zu sehen. Er hat tausend Neuigkeiten zu erzählen. Das Highlight kommt mit „Ich besuche euch in den USA!“

„Und wer sagt dir, dass wir dort noch länger leben?“, will ich von ihm wissen. „Eigentlich hatten wir einen Umzug nach Japan geplant.“ Warum Yuki und Ken dann im Chor „Du bist so doof!“, zu mir sagen hätte ich wirklich gern gewusst.

Die Zeitumstellung besiegen wir mit Grünem Tee. Gefühlt trinken wir den nun literweise. Mein Vater hat sein Elternhaus als neue Residenz gewählt. Bisher stand es meist leer. Einige Jahre haben Verwandte dort gewohnt. Aber er hat sich den Luxus gegönnt es zu behalten und ein Hausmeister Service hat sich monatlich darum gekümmert.

Meine Mutter schließt uns in die Arme. Ihre Augenwinkel zucken verräterisch. Nur ich bin natürlich vollkommen cool. „Das Biest“ hat noch niemand zum weinen gebracht. Aber warum klopft mein Herz nun schneller? Das muss am Tee liegen, ist doch klar.

Mein Vater ist in Sachen Karate unterwegs. Also besichtigen wir das Haus. Es ist groß genug für uns alle und Ken will aus Spaß gleich mit einziehen. „Als Dummy für meine Kicks?“, will ich wissen und er schnauft empört. „Ich bin viel besser geworden!“, behauptet er. „Ja klar“, erwidere ich trocken, „vor allem im Fußboden küssen.“ Sogar meine Mutter hat darüber gelacht.

Leider können wir nur einige Tage in Japan bleiben. Immerhin Zeit genug, um mir ein Bild von der Arbeit meines Vaters zu machen. Er bleibt skeptisch und das bin ich auch. Aber es ist eine Ehre für Japan tätig zu sein.

Für einen Abend, habe ich die Assistentin gegeben und durfte Teenager trainieren. Der Unterschied zu Deutschland ist gewaltig. In japanischen Dojos herrscht eiserne Disziplin. Das muss auch ich mir für diesen Tag auf die Fahne schreiben und nur Yuki hat darüber zu Hause gelacht.

Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Leserin, habe ich einige (schlechte) Bilder in den Beitrag eingefügt. Ich habe nun wirklich einige Talente, Bilder mit einem Smartphone zu machen gehört nicht dazu. Dabei gäbe es eine Menge über meine Heimatstadt zu berichten. Dort leben schließlich nette Menschen, aber das habt ihr bestimmt gewusst.

In der Reihenfolge zeigen sie den Flughafen und die Innenstadt von Hongkong. Die Bilder von Fukuoka sind selbsterklärend. Wobei es eine Menge über meine Heimatstadt zu erzählen gäbe. Aber vielleicht mache ich das ein andermal.

Wie es weitergehen wird? Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich gezögert und noch keine Entscheidung getroffen. Deutschland, die USA oder Japan, haben alle ihre speziellen Reize. Leben kann ich überall. Aber nur mit meiner Elfe, was habt ihr denn nun gedacht.

Nach Deutschland müssen wir auf jeden Fall im Sommer, wir haben uns um einige Dinge zu kümmern. Und auch nach Los Angeles führt unser Weg zurück. Dort haben wir noch eine Menge persönlicher Sachen. Ohnehin sind wir nur mit leichtem Gepäck unterwegs. Kleidung und Unterwäsche lagern immer bei meiner Tante.

Eigentlich wäre am Wochenende schon der Rückflug in die USA gewesen, aber ich kann und will zur Zeit nicht aus Japan weg. Das hat auch mit Müdigkeit zu tun. Fliegt ihr mal einen solchen Marathon. Immerhin leiht Ken uns seinen Wagen. Bekanntlich hat er zwei davon und ist gern mit dem alten Turbo unterwegs.

Ich werde (vermutlich) für eine weitere Woche in Japan bleiben, aber in dieser Zeit keinen weiteren Beitrag schreiben. Das ist auch dem Fakt geschuldet, dass wir kaum zu Hause sind und ich eine kleine Auszeit brauche. Wir lesen uns dann Mitte Juni wieder. Bleibt gesund und auf Wiedersehen.

 

Die Neidgesellschaft

Neid, so heißt es, sei eine Mischung aus Minderwertigkeitsgefühlen, Feindseligkeit und Ärger. In einem Interview bin ich über das Wort gestolpert. Und das im buchstäblichen Sinn. Neid, so sagt der Prominente, habe Deutschland vergiftet. Aber ist Neid nur regional begrenzt?

Wer sich mit anderen vergleicht, wird stets das eigene Manko finden. Man ist zu dick, zu dünn, zu wenig tolerant und diese Schnepfe von nebenan, hat schon wieder einen anderen Freund! Aber wo ist das Problem? Den Satz „Ich bin was ich bin und das ist alles was ich bin“, sollte sich jeder verinnerlichen. Ich habe, ihr auch?

Neider finden sich oft bei unzufriedenen Menschen, die vielleicht in einer (Lebens)Krise stecken. „Neidisch“ richtet sich der Blick der dreifachen Mutter auf die kinderlose Managerin, die noch immer eine schlanke Taille hat und einen Sportwagen fährt. Sie weiß nicht, dass diese keine Kinder bekommen kann.

„Neidisch“ blickt der Buchhalter auf seinen beruflich erfolgreicheren Kollegen. Er, der mit Frau und Tochter in einem Reihenhaus lebt, will auch in die Chefetage. Aber sein Reihenhaus ist bezahlt, der Kollege bezahlt den besseren Job mit nun schon zwei Herzinfarkten.

Weder besagte Mutter noch der angesprochene Buchhalter erkennen, wie erfolgreich sie in ihrem Leben sind. Vielleicht wäre die Managerin mit drei Kindern überfordert und die Frau des Buchhalters würde die Scheidung verlangen, wenn er zwölf Stunden und länger bei Besprechungen sitzt.

Neid kann durchaus negative Auswirkungen auf das Gefühlsleben und die Beziehungen zu Mitmenschen haben. Das kann von verbalen Attacken bis zur Gewaltanwendung gehen. Man hat vielleicht selbst nur ein altes Auto, also schlägt man den Wagen des Nachbarn heimlich kaputt.

Oft baden neidische Menschen in Selbstmitleid. „Wie ungerecht, dass der / die alles hat!“, heißt es schnell. „Ich habe nichts!“ Dass der Neider zu faul war, um die Universität zu besuchen, hat er bereits vergessen. Wer andere beneidet macht deren Glück zum eigenen Unglück. Jeder Mensch ist einzigartig, er muss es nur erkennen.

Die Mutter könnte nun also die Managerin für ihren Erfolg bewundern. So wie diese es heimlich macht, wenn sie deren Kinder sieht. Und der Buchhalter könnte einfach aufrichtig sein und den Führungsstil des erfolgreicheren Kollegen bewundern, der ihm ein guter Vorgesetzter ist.

Ich schaue zurück auf meine Jugend und wie ich aufgewachsen bin. Mir fehlte es an nichts, aber hohe Ansprüche hatten immer nur die anderen. Klein-Mayumi waren Bücher, Karate, saubere Jeans und Sweatshirts lange genug. Und mein erstes Auto war gebraucht.

Ich habe nie neidische Gefühle entwickelt. Einerseits bin ich so (auf sanfte Art) erzogen worden, andererseits ist das meine Natur. Trotzdem habe ich Erfahrung mit Neid und Missgunst gemacht. Was einerseits an meinem sozialen Status und andererseits an meinem Aussehen lag.

Meine Eltern haben bereits kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland ein Haus gekauft, was damals ein hohes finanzielles Risiko war. Finanziert haben sie es mit harter Arbeit. Mehr muss niemand wissen. Aber es hat Neid ausgelöst, das haben sie mir später erzählt.

Ich bin etwa 10 Jahre alt, als „Arroganza Neureich“ mich verbal attackiert. Eigentlich heißt sie Saskia und ich habe HIER schon über sie geschrieben. Saskia mustert mich herablassend und plustert sich vor mir auf.

„Deine Eltern können dir wohl kein anständiges Kleid kaufen“, sagt sie, „oder warum trägst du sonst immer diese alten Hosen?“ Ihr Gefolge lacht und verstummt prompt, als mein Konter kommt. „Bis du neidisch?“, frage ich und schaue sie mitleidig an. „Bei dem Hintern würden dir Hosen auch kaum passen.“

Wortlos rauscht sie davon. Dabei habe ich bewusst übertrieben, bei Saskia stimmte alles. Von einer Freundin weiß ich, dass sie neidisch auf meine dunklen Haare ist. Sie hat „nur“ blonde Locken. Frauen waren oft neidisch auf mein Aussehen. Ich bin nun mal das komplette Gegenteil einer blonden Deutschen.

Dafür kann ich nichts, das sind die Gene meiner Eltern. Oder besser meiner Mutter, deren Kopie ich sozusagen bin. Weniger vom Charakter, der ist deutlich feuriger bei mir. Aber war ich wirklich niemals neidisch?

Ansatzweise unzufrieden, wobei ich das immer mit Humor gesehen habe, war ich auf meine geringe Körpergröße, die sich in einen gewissen Neid, aber stets spaßig formuliert, auf größere Mädchen bei Ballsportspielen definierte.

Im Basketball und Volleyball war ich niemals gut, dafür habe ich umso besser Handball gespielt. Ich sah meine Körpergröße nie als Manko und habe sie durch Schnelligkeit kompensiert. Den Ball konnte ich gut durch die Beine der Torfrau werfen. Meist war die zu langsam für mich.

Neid kann sich im positiven Sinn, als Ehrgeiz definieren. „Die“ hat eine gute Note? Das kann „ich“ besser! Im Sportkarate lediglich neidisch auf die „Meisterin“ zu sein bringt wenig. Ich habe sie mir angeschaut, den Stil analysiert und sie beim nächsten Turnier geschlagen.

Das brachte nun mir das typische Verhalten von „Neidern“ ein, besonders von anderen Frauen. Auf meinen beruflichen Erfolg sind die weniger gut zu sprechen. Deren kleines Ego bekam scheinbar Oberwasser, wenn ich eine Weile „arbeitslos“ war.

„Hättest du mal den Job bei (…) angenommen“, hieß es dann süffisant, um später über den 370 Z, meinen Urlaub und was auch immer zu lästern. Ich habe immer nur gelacht und gesagt: „Mitleid bekommt man gratis, aber Neid muss man sich verdienen.“

„Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.“ – Wilhelm Busch

Eine Japanerin in Schweden

Winter in Schweden sind ein Erlebnis der besonderen Art. Ohne Sonnenbrille und warme Kleidung, ist ein Aufenthalt im Freien kaum empfehlenswert. Die hat uns Wolf mitgebracht. Yuki Mutter hat dafür unseren Kleiderschrank in Deutschland geplündert.

Der lange Flug von Los Angeles und der Zwischenstopp in Holland sind vergessen, als uns Schwedens Natur willkommen heißt. Unberührt, aber gefährlich für normale TouristInnen. Eisdriften, das mag im ersten Moment spaßig klingen und eigentlich ist es das auch.

Wikinger suchen wir in Schweden vergeblich. Die laufen nur noch in Filmen umher oder in den Sagen der Menschen. Die Kälte springt mich wie ein Tiger an und raubt mir kurz den Atem. Minus 24 Grad sind kein Pappenstiel. Mit Wind sind es noch 10 Grad mehr.

Wolf ist happy uns zu sehen und hätte uns am liebsten umarmt. Aber er kennt mich und weiß, dass Abstand besser für ihn ist. „Ihr seid  meine Lebensretter“, lässt er uns wissen und strahlt über das ganze Gesicht. Nur zwei Ingenieure haben es halb gesund nach Schweden geschafft. Der Rest ist noch immer außer Gefecht.

Das Monster

Entsprechend kurz wird unser Aufenthalt sein. Und bei den Autos sind wir auch limitiert. Ein eisblauer Golf lächelt mich an. Geduckt auf vier Winterreifen steht er da. Wolf grinst, als er meinen Blick bemerkt. „Ja“, sagt er, „das ist unser Schätzchen.“

Der Golf R hat eine abenteuerliche Reise hinter sich. Per Zug und Fähre nach Norden und dann sind die Jungs in den Winter gefahren. „Drei Männer, drei Autos“, erklärt uns Wolf und verpflichtet mich zum Stillschweigen über die beiden anderen Modelle. Ich darf nur schreiben, dass es zwei Audi mit mächtig dicken Motoren sind.

Wolf hat in einer Nachtschicht Hand angelegt und letzte Feinheiten am Golf eingestellt. Vor mir steht ein knapp 500 PS starkes Monster, das vor Kraft nur so strotzt. Beeindruckend ist anders, ich bin mehr gewohnt. Kann nun der Spaß beginnen?

Der Elchtest

Aber zum Spaß sind wir eigentlich nicht nach Schweden geflogen. Dieser Golf hat einen Elchtest zu bestehen. Die Tuningschmiede hat die Leistung des Wagens derart massiv erhöht, dass keine Schraube original geblieben ist. Sensoren melden die Daten des Wagens, die Wolf mit Argusaugen überwacht. Hält der Motor die Belastung aus?

Warum Schweden, warum diese Tests in beißender Kälte, die Mensch und Material an die Grenze der Belastbarkeit bringen? Die Antwort steht schon in der Frage, es geht um die Haltbarkeit der Komponenten. Was unter extremen Bedingungen funktioniert, wird auch im normalen Alltag gut aussehen.

Aber warum Yuki und ich als Fahrerinnen, wären andere nicht billiger gewesen? Die Antwort darauf gibt es später. Und sie wirft erneut Pläne um. Wir steigen ein und nach dem Funkcheck erwacht der Motor zum Leben. Er faucht und röchelt heiser, Allradantrieb schiebt den Golf nach vorn. Nur andere drehen durch.

Ich gewöhne mich schnell an den eisigen Untergrund. Vor und hinter mir stehen Wagen quer, TouristInnen, die keine Ahnung von Driftmanövern haben. Auch ich bin weit davon entfernt, die Ideallinie zu finden, das ist unmöglich auf diesem Terrain.

Aber ich schlage mich gut und werde schneller, was Elfchen sehr leise werden lässt. Angst haben nur die anderen, wir sind mit Buddhas Segen unterwegs. Und wenn der nicht helfen will, wird es andere Götter geben. JapanerInnen sind in der Auswahl nie verlegen.

In der Summe quer

Wie fahren sich 500 Allrad PS auf eisigem Untergrund? Anders, als im normalen Straßenverkehr. Man (Frau) muss selbst erleben, wovon ich hier spreche. Geradeaus war gestern. Ich fahre in der Summe quer.

Der Golf tänzelt, schiebt wahlweise über die Vorderräder und bricht überraschend nach hinten aus. „Lastverteilung mangelhaft“, gebe ich an Wolf weiter, der hörbar schnauft und vermutlich nickt.

Ich denke an Deutschland. Düsseldorf ist plötzlich nicht mehr fern. Aber nach dem Karneval fliegen wir zuerst wieder in die USA. Dieses Jahr passt es, dieses Jahr geht’s zum Dinah Shore.  Falls keine weitere Kurskorrekturen kommen, wird es im Mai zurück nach Europa gehen. Die Reisetanten grüßen den Rest der Welt.

Frau(en) am Steuer

Vorsichtiger, aber mit genug Selbstbewusstsein ausgestattet, übernimmt Yuki schließlich das Steuer. Lästerzungen behaupten ohnehin, dass sie die Chefin im Elfenheim sei. Aber das wüsste ich, wir sind ein (gutes) Team. Grüße an eine gewisse Kampfsportlerin an dieser Stelle, die hat das richtig erkannt.

Der Benzinverbrauch des Wagens kann nur als abenteuerlich bezeichnet werden. Fast 20 Liter rauschen durch den Turbomotor. Das liegt mit an der Temperatur, dem höheren Rollwiderstand der Winterreifen und Sitz- und Lenkradheizung. Natürlich auch am Motor selbst, der viel mehr Leistung als in der Serie hat.

Nach einer Stunde  machen wir Pause und wärmen uns bei Tee und guter Laune auf. Wolf wiegt den Kopf, der Motor läuft nicht wirklich rund. Er bespricht sich mit seinen Ingenieuren und ich notiere erste Punkte des Artikels. Die erneute Zeitumstellung macht uns zu schaffen, wirklich fit zu sein ist anders.

Technik, die begeistert

Schon jetzt ist klar, dass wir kein normales Wochenende haben können. Zwar fahren wir nur halbe Tage, aber auch danach ist noch Arbeit angesagt. Und beim reinen fahren wird es dieses Jahr kaum bleiben, das stand schon vor der Reise fest.

Zwar sind wir keine MechanikerInnen, aber ich passe nur, wenn ein Motor lediglich aus Einzelteilen besteht. Das dürfen dann die richtigen Schrauber machen. Wir werden beim Abgleich der Daten assistieren. Verbunden mit Wolfs Bitte „Macht bloß nichts kaputt!“ Was der nur immer hat, mein Gasfuß ist bekanntlich sanft. Und am Laptop bin ich Spitze.

Yuki dreht Runde um Runde auf dem Eis. Eine Japanerin in Schweden, Elfenpower pur! Ein alter BMW dreht sich vor uns übers Eis. Plötzlich bleibt der Wagen stehen. Zwei blonde Frauen steigen aus, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen.

Die Elfen

Wir stoppen und schon kommen Helfer gelaufen. „Der Wagen ist kaputt“, höre ich auf Englisch. Alva und Ylva sind Zwillingsschwestern und wollten schon immer driften lernen.

Alva, die Elfe und Ylva, die Wölfin, treffen wir später im Hotel. Die Mädels sind 21 und super lieb. „Wir kennen Deutschland“, erzählt uns Ylva, die eindeutig die Chefin ist.

Wir erfahren, dass ihr Vater das Abenteuer bezahlt. Interessiert hören sie zu, als ich von Los Angeles erzählen. Dass wir ein Paar sind stört die beiden nicht. Alva gesteht uns, dass auch sie schon etwas mit Frauen hatte. Und ihre Schwester lacht.

„Wir nehmen das nicht so genau“, sagt sie. Schnell wird klar, dass die beiden mehr als nur flirten wollen. Aber unser Abenteuer heißt Treue, das mache ich den beiden lächelnd klar. Trotzdem bleibt die Stimmung gut und wir sprechen über Schweden.

Natürlich kommen auch Asylanten als Thema vor und Ylvas Gesicht verfinstert sich. „Wir haben zu viele davon“, sagt sie. „Ich habe keine Vorurteile, aber ich will nichts mit Afrikanern anfangen!“ Klare Worte, die auf taube Ohren stoßen. Die Zahl der Vergewaltigungen wächst dramatisch.

Was in Deutschland Köln war, gab es auch in Schweden. Polizei und Regierung versuchten das damals zu vertuschen. Entsprechend heftig hat die Öffentlichkeit reagiert. Als ich davon erzähle Kurse für Frauen zu geben, werden die beiden Mädels richtig wach.

Wir sprechen eine gute halbe Stunde über Selbstverteidigung. Als die beiden auf ihr Zimmer gehen ist klar, dass auch sie die Abwehr von Attacken lernen wollen. Ich habe zu Wendo oder Krav Maga geraten. Das ist einfach und sehr effektiv. Und gute TrainerInnen werden auch den mentalen Aspekt lehren.

The „New Deal“

Am nächsten Morgen geht die Fahrt im Golf weiter. Wolf hat geschraubt, jetzt ist der Wagen fit. Weniger fit sind die Ingenieure. Einer liegt wieder mit Fieber im Bett. Wolfs sorgenvolle Miene, hat noch einen anderen Grund. Die Absatzzahlen sind stark eingebrochen, Deutschland spart beim Turbobums.

Zum Glück für die Firma gibt es den Japan Deal. Trotzdem sieht die Zukunft alles andere als rosig aus. „Wir brauchen neue Märkte“, lässt Wolf mich wissen. „Und ein anderes Konzept.“

Trotz Müdigkeit bin ich sofort hellwach. Als wir vor Jahren mit den Autotests begannen, habe ich mich bewusst gegen eine Mitarbeit beim Management ausgesprochen. Aber soll ich die Familie wirklich hängen lassen?

„Papa hat nie etwas erwähnt“, sagt Yuki, „wie schlimm ist es?“ Wolf schweigt sich aus, was selbst mir Sorgen macht, aber seinen Anruf erklärt. Kurzfristig Fahrer zu finden war auch finanziell unmöglich.

„Hilfst du?“, will Yuki zurück im Auto wissen. „Das wird dann auch ein Elchtest“, erwidere ich und denke schon weiter. Strategien zu entwickeln war schon immer mein Ding. Geld spielte dabei stets die Nebenrolle.

„Wie bringen wir das deinem Papa schonend bei?“, denke ich laut nach. „Lass mich machen“, sagt Elfchen und gibt mir einen Kuss. „Mit Männern kann ich besser als du.“ Ich muss lachen. Das ist Humor, den ich mag. Wie gut, wenn Frau eine Elfe hat.

 

Islam, Scharia, Kopftuch – Teil 3: Im Zeichen der Burka

Vor einigen Monaten, hatte ich zwei zum Teil kontrovers diskutierte Artikel über den Islam, die Scharia und das Kopftuch geschrieben, die sich einerseits auf Studien stützen und zum Teil meine eigene Meinung sind.

Wie immer haben Gutmenschen das weitgehend ignoriert. Das macht man so, als Linke(r). Diskussionskultur Fehlanzeige. Aber das hatten wir alles schon. Wer sie noch nicht kennt und / oder erneut lesen mag:

TEIL 1

TEIL 2

An meiner damaligen Meinung hat sich nichts geändert. Sie hat sich im Gegenteil noch verschärft. Vor allem nach diversen Versuchen junger Muslimas, nun auch die Burka als offizielles Kleidungsstück im Schulunterricht durchzusetzen.

Einen kleinen Lichtblick im Meer der Absurditäten, hat es an der Stuttgarter Universität gegeben. Nachdem studierende Muslime die Bibliothek als Betraum benutzten und anderen Studenten den Zugang verweigerten, hat der Rektor klargemacht, dass die Uni kein Ort zum Beten sei.

Ein Sprecher der Universität wörtlich: „Die Universität ist ein säkularer Lernort. Möglichkeiten zum Beten bestehen in Räumen der Stille am ökumenischen Zentrum und in den campusnahen Kirchen und Moscheen.“

Die Lüge von der Selbstbestimmung

Ich stehe seit Jahren für sie Selbstbestimmung von Frauen. Und ich erwarte einfach, dass Mann das akzeptiert. Aber was hat eine Frau hinter einem Schleier mit Selbstbestimmung zu tun? Dieser Schleier wird von alten Männern gefordert, die eine überholte Ideologie verehren und ihre Frauen und Töchter unter die Knute der Burka zwingen.

Nun sehe ich schon die (G)Eiferer in die Hände spucken und heftige Worte gegen mich finden oder mich als böse Ketzerin mit dem Tod bedrohen. Wende ich mich doch gegen die Worte ihres allmächtigen Gottes. Dumm nur, dass der nicht existiert.

Dumm auch, dass der Koran niemals eine Verschleierung forderte. Die entsprechende Sure ist Auslegungssache und nach Ansicht moderner Muslime schon lange nicht mehr zeitgemäß.

„Wenn Gott gewollte hätte, dass wir (Frauen) uns völlig verschleiern, hätte er das dann nicht explizit im Koran geschrieben?“, hat eine junge Türkin gefragt und für Entsetzen bei ihrer Familie gesorgt.

„Kopftuch, Burka, Niqab sind Symbole, die aus einer altvorderen Zeit und Denkweise stammen“, hat sie weiter gesagt und dafür sowohl Applaus wie Drohungen bekommen. Sie geht in die Moschee, aber frömmelt nicht. Und sie zwingt keinem ihren Glauben auf.

Ins gleiche Horn stieß vor einigen Jahren die mittlerweile umstrittene Lamya Kaddor. In einem Artikel für das Goethe Institut stellte sie die Frage, ob die im Koran geforderte Verschleierung des Kopfes noch ihren ursprünglichen Zweck erfülle.

Der Zweck sei (damals) gewesen, die Frauen vor den Begehrlichkeiten der Männer zu schützen. Im Deutschland der Gegenwart erfülle die Verschleierung den ursprünglichen Zweck des Schutzes nicht mehr. Sie sorge sogar eher für das Gegenteil dessen, was Gott beabsichtigt habe, indem sie ihre Trägerin Nachteilen, etwa durch Diskriminierungen, aussetze.

Der Koran und die Verschleierung

Wie sehr muss es radikale Muslime und deutsche Gutmenschen getroffen haben, als Scheikh Khaled Omran von der Universität Kairo in einem Interview der ARD sagte:

„Ein Kleidungsstück darf nicht körperbetont, nicht enthüllend und nicht eng anliegend sein. Das sind die drei Kriterien. Dazu kommt jedoch, dass die Kleidung die Hände und das Gesicht nicht bedecken darf.

Zwar seien die Frauen des Propheten Mohammed laut Omran dazu verpflichtet gewesen, einen Gesichtsschleier zu tragen. Doch diese Ausnahmen würden keine Rechtfertigung für Nachahmung bieten. Vollverschleierung sei lediglich eine Tradition.“

Lamya Kaddor schreibt zur Verschleierung: „Aus Sicht einer gläubigen Frau bedeutet das, jene Bereiche des weiblichen Körpers, die hinsichtlich möglicher Sexualkontakte heutzutage elektrisierend wirken, nach wie vor ordentlich unter der heute üblichen Kleidung zu bedecken.

Was wiederum ordentlich, angemessen oder anständig ist, ist der Vernunft jeder einzelnen mündigen Bürgerin unterworfen, da es für die Gegenwart keine konkreten Vorgaben seitens der islamischen Quellen gibt.“

Und damit ist die Lüge der Vollverschleierung bereits entlarvt, die lediglich der Macht von Männern über Frauen dient. Aber jeder darf eine andere Meinung haben. Aufzwingen sollte er sie anderen aber nicht.

Leider tun das viel zu viele Muslime, bei jungen Frauen gibt es einen deutlichen Gruppenzwang. Sie werden von Freundinnen zum Kopftuch gedrängt. Weigern wird mit Ächtung bestraft, der absolute Horror für eine Frau.

Besonders hervor tun sich einmal mehr deutsche Konvertiten, die alles besser wissen und am frömmsten sind. Diese Menschen verraten ihr eigenes Land und wenden sich einer Götzenverehrung zu, die noch immer am Rand der Steinzeit lebt.

Tradition und Moderne

Niemand hat etwas gegen Traditionen. Ich weiß von türkischen Freundinnen, dass sie in der Moschee Kopftuch tragen. Sie besuchen sie aber oft nicht aus religiöser Überzeugung, sondern „weil man das eben so macht.“ Wie die Christen, die auch oft nur widerwillig in die Kirche gehen.

Ich will noch einmal Onkel Ahmed zitieren, den alten, türkischstämmigen Ladenbesitzer aus Düsseldorf, den ich schon fast mein ganzes Leben kenne. Er, der schon lange nicht mehr wirklich gläubig ist, geht trotzdem ab und zu in die Moschee.

„Ich treffe dort alte Freunde“, sagt er und lacht verschmitzt. „Und hinterher trinken wir ein Bier.“ Auf meine Bemerkung hin, dass Alkohol doch verboten sei, hat er die Augen verdreht.

„Die meisten von uns sehen das nicht so eng“, sagt er. „Bier ist gesund und die Moschee für uns nur eine Ort der Begegnung. Wir reden über alte Zeiten, Fußball und haben Spaß, weil der Iman für eine andere Mannschaft schwärmt.“

Was so einfach klingt, ist auch für Onkel Ahmed ein Reifeprozess gewesen. Ich habe ihn dazu befragt und einen Artikel darüber verfasst, den ich in den kommenden Wochen veröffentlichen werde.

Schleier über Deutschland

Über Deutschland liegt ein Schleier, der schon in den Köpfen mancher Menschen beginnt. So hat der Kulturausschuss des niedersächsischen Landtags einer 16jähringen Schülerin erlaubt, mit Niqab, der Vollverschleierung, am Unterricht teilzunehmen.

Damit hebelt der Ausschuss das Landesschulgesetz aus. Zwar betonte man, dass es sich dabei lediglich um eine einmalige Ausnahme handele, aber der Schaden für ganze Deutschland ist bereits angerichtet.

Alexander Marguier, Chefredakteur beim Magazin CICERO, hat es klar formuliert. „Natürlich sei es bereits eine Groteske, die Vollverschleierung im Unterricht mit dem Hinweis auf den Integrationsprozess zu rechtfertigen. Denn sowohl Niqab wie auch Burka seien augenfällige Symbole einer totalen Integrationsverweigerung – deren staatliche Duldung der Desintegration gewaltigen Vorschub leiste.

Sie müsse nämlich als eine Ermunterung an sämtliche in Deutschland lebenden islamischen Fundamentalisten verstanden werden, ihre Töchter ebenfalls in einem Gewand zur Schule zu schicken, das sie zu Außenseiterinnen stigmatisiere und ihnen darüber hinaus eine aktive Teilnahme am Unterricht praktisch unmöglich mache“

Dieses Mädchen hat damit einen Sieg für eine Ideologie errungen, die dem mittelalterlichen Denken alter Männer entspricht. Zwar hat sie sich scheinbar selbst verwirklicht, aber ist das wirklich so? Hat sie nicht vielmehr als williges Instrument gehandelt, das sich langsam radikalisiert?

Aber Deutschland schaut gern weg, wenn es um die Befindlichkeiten von Islamisten geht. Aydan Özoguz, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, hat sogar „Augenmaß beim Umgang mit Islamisten“ gefordert. Ist die Frau noch normal? Sieht niemand, wie sehr die deutsche Politik bereits von Muslimen unterwandert ist, die ihre kruden Thesen gezielt vertreten?

Die Herrschaft der Alten

Als Kinder lernen wir, die Eltern zu ehren. Die Eltern hießen früher „die Ältern / Aeltern.“ Das Wort stammt aus dem 8. Jahrhundert und lautete dort Eltiron / Altiron. Und vor diesen Älter(e)n haben Menschen stets Respekt. Gelten sie doch als gütig und weise.

In meinen Augen sind das viele Ältere nicht. Das mag Teil meines rebellischen Geistes sein oder ist meinem Alter geschuldet. Wie kann es weise sein Frauen in schwarze Säcke zu stecken?

In kriegerischen Zeiten, vor tausend und noch mehr Jahren, als der Trieb die Moral bestimmte und der Mann seine „Blume“ (Frau / Tochter) vor den Augen Fremder schützte, mag ein Kopftuch oder ein verhüllendes Gewand angebracht gewesen sein. Ein Sack war das nie.

Aber kein Gott hat das gefordert, das waren klar Menschen ihrer Zeit. Menschen haben Talmud, Bibel und den Koran geschrieben und dann Religion damit „gemacht.“ Das wäre alles gut, wenn diese Religion immer friedlich wäre.

Aber so wenig wie Menschen miteinander in Frieden leben können, wird es „ein rachsüchtiger Übervater“ tun. Menschen haben ihn und seine Worte erfunden und benutzt, um die Massen zu beherrschen. Der Buddha hat das nicht gemacht.

Es sind diese Alten, die eine Jugend verhetzen, die ohne Identität aufwächst. Es sind diese Alten, die junge Mädchen Zeit ihres Lebens mit einem Ziel erziehen, gläubige, gottesfürchtige (Ehe)Frauen zu sein. Natürlich dem Willen des Mannes untertan, der sie nach Lust und Laune benutzen kann.

Der Staat und die Religion

Der deutsche Staat, die Behörden, die PolitikerInnen, alles duckt sich vor dem politischen Islam. Die Entscheidung aus Niedersachsen ist Munition für die rechte Szene und weckt bei vielen Deutschen Unverständnis.

Diese Schülerin wird vielleicht ihren Abschluss machen. Was danach mit ihr passiert? Nicht mehr viel. Sie wird keine Stelle finden, niemand wird sie als Studentin akzeptieren. Es sei denn, dass ganz Deutschland langsam verblödet und zum Islam konvertiert.

Erste Schritte scheint es bereits zu geben. Das Schweinefleisch in Schulen und Kindergärten ist verpönt, christliche Lieder werden zum Teil nicht mehr gesungen, wenn Muslime in der Gruppe sind. Christliche Würdenträger nehmen die Kreuze ab, wenn sie eine Moschee betreten. Und die Polizei zieht dort bei einer Razzia die Stiefel aus.

Weigert sich aber ein deutscher Schüler eine Moschee zu betreten, wird ihm von der Schule ein Bußgeld auferlegt. Irgendetwas stimmt nicht mehr in diesem Land. Der Rechtsstaat führt sich weiter ad absurdum, wie er das bereits seit Jahren macht. Quo vadis Deutschland, wohin führt dich dein Weg?

 

 

 

 

 

 

30 Days of Summer

Ich bin zurück in Deutschland, aber nicht mehr wirklich angekommen. Dieses Jahr hat Japan mehr als nur Spuren bei mir hinterlassen. Der Kulturschock trifft uns mit brutaler Härte. Elfchen hält die Luft an, als ein unfreundlicher Beamter bei der Wiedereinreise das Wort „Passport!“ knurrt.

„Gibt es ein Problem?“, frage ich freundlich, was den Mann sichtlich verwirrt. Vermutlich sucht er deutsche Laute vergebens, wenn er in fremde Gesichter sieht. Was ich durchaus verstehen kann. Auch in Japan erwarten die Menschen kaum, dass Gajin ihre Sprache sprechen.

Ich finde es gut, wenn Europäer japanisch können. Die wenigsten lernen es perfekt. Aber mir zeigt es die Achtung vor Japan, den Willen sich anzupassen. Auch, wenn die meisten nur Besucher sind.

Kurz ein verwirrter Blick, aber der Mann ist Profi. „Ihre Pässe bitte“, sagt er nun wesentlich freundlicher. Für einen Moment bin ich versucht ihm dem japanischen Pass zu zeigen. Aber schlafende Hunde weckt Frau besser nicht. „Ach Sie sind Deutsche“, murmelt der Beamte. „Na dann noch einen schönen Tag.“

Auf „Sieht man das nicht?“, habe ich verzichtet. Ich bin noch zu friedlich gestimmt. Fragt sich nur, wie lange noch. Mit dem Taxi geht es zu meinem Elternhaus. Wir werden dort nach dem Rechten sehen. Bisher haben sich Nachbarn gekümmert. Ich bedanke mich. Meine Eltern kommen erst nächste Woche.

Der Qashqai bringt uns nach Stuttgart zurück. Vorher haben wir Freundinnen besucht. Erinnerungen an Japan lassen die deutsche Wirklichkeit verschwimmen. In Deutschland fährt man auf der rechten Seite. Und dorthin driften scheinbar Teile des Landes, wenn ich mir das Wahlergebnis von Mecklenburg Vorpommern ansehe.

Aber das wäre nun linke Hetze, die in jedem öffentlichen Raum dieses Landes steht. Und davon habe ich genug. Silke Gajek, ihres Zeichens grüne Spitzenfrau, glaubt gar im Wahlergebnis eine „Demokratiekrise“ zu erkennen. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Ich liefere bei Bedarf gern Fakten, die für viele schwer verdaulich sind.

Die ach so geschmähte AfD ist lediglich das Instrument in einer Zeit, in der sich die Menschen an eine Demokratie erinnern, die dem Land, von einem linken Meinungskartell, quasi gestohlen worden ist. Eingelullt in scheinbare Sicherheit, sitzt Otto Normalbürger auf dem Sofa und trinkt sein grünes Bio-Bier.

Aber das Bier ist schal geworden, die süßen Medienhäppchen wollen nicht mehr so recht schmecken, wenn die Realität ganz anders ist. Aber unser Otto schaut lieber weg. Und zwar so lange, bis er „auf die Fresse“ kriegt. Von Politikern natürlich, was habt ihr denn nun gedacht.

Ich bin zurück in Deutschland und mit dem Ende des Sommers wächst auch die Sehnsucht in mir, die Farbe Rot wieder zu genießen. Die mag ich immer noch. Nur die abgedrehte Frau fast gleichen Namens, ist für mich erledigt.

Erledigt war bekanntlich auch der 370 Z und der ist noch nicht völlig repariert. Wolf erläutert mir die Fakten. Wie gut, dass Frau Fachchinesisch kann. In Kurzform, Motor und Getriebe sind völlig hin.

Nun bin ich gespannt, wann der deutsche Wirtschaftsmotor zu stottern beginnt. Sand im Getriebe gibt es schon. Aber vielleicht wissen es die Tuner in Berlin besser und tauschen nur einige überholte Teile aus. Ich wäre für den Austausch des Steuergeräts.

Aber was genau ist mit dem Z passiert? Autos, werden zwar haltbar, aber nicht für die Ewigkeit gebaut. Und ein Motor hat nur eine begrenzte Lebensdauer. Im Normalfall erreicht der Besitzer diese nie. Nur wenige Autos bleiben Jahrzehnte beim gleichen Eigentümer.

Meine Gedanken schweifen ab und zurück zur Massenmigration von (Wirtschafts)Flüchtlingen. Wird Deutschland bald nicht mehr den eigenen Bürgern gehören? Am Motor des Nissan, war nur noch der Motorblock original. Ist es in Deutschland bald nur noch der Name?

Aber vielleicht ist das der Geist der neuen Zeit, der neuen Ordnung in der selbst die Autohersteller miteinander kooperieren. Die Karosse wird immer ähnlicher und auch der Motor wird gemeinsam entwickelt.

Am Motor des Nissan ist der Kreuzschliff der Zylinderwände nur noch Geschichte und Haarrisse bahnen sich ebenfalls ihren Weg. „Wir waren mit den 600 PS über der Obergrenze“, sagt Wolf. „Diesmal setzen wir auf bewährte Methoden.“

Apropos Obergrenze. Mir will nicht in den Kopf, warum sich Frau Merkel gegen eine Obergrenze von Migranten stellt. Geht ihr Gutmenschentum so weit, dass sie die eigenen BürgerInnen opfert? Hilfe und das beweisen Japan und andere Staaten, kann auch vor Ort geleistet werden.

Was vor Ort am Motor Deutschland passiert, zeigen die Attentate der letzen Monate und die Ausschreitungen in Bautzen. Das erzwungene Tuning hat klar versagt. Hier läuft nichts mehr rund.

Aufwärts geht es beim Nissaen. Bewährt heißt, dass wieder ein Stillen Kompressor zum Einsatz kommt und die Leistung zwischen 460 und 500 PS liegen wird. Was die Haltbarkeit betrifft gibt es keine Illusionen. Auch dieser Motor wird niemals richtig alt. Aber darum ging es nie. Tuning lebt für den Augenblick. Spaß pur. Nur Normalos fahren Serie.

Unsere Berliner Tuner sind keine Normalos mehr. Frau Merkel und ihre Truppe haben deutlich versagt. Noch hält aufgetragener (Zensur)Kit die Risse zusammen und die eine oder andere Werbekonferenz. Aber schöne Reden täuschen nur so lange, bis der Motorblock uns um die Ohren fliegt.

Über die Kosten der Reparatur des Nissan verliere ich keine Worte. Die sind mit allen Umbaumaßnahmen hoch. Getriebe, geschmiedete Rennkolben und -kupplung, tragen ihren Teil dazu bei. Es wird noch einige Wochen dauern, bis der Z zu neuem Leben erwacht.

Die Kosten für Deutschland werden explodieren und liegen in einem riesigen Milliardenbereich. Es ist nur fraglich, woher das Geld kommen wird. Ich hätte die eine oder andere (Steuer)Idee.

Nur fürchte ich, dass Deutschland nicht aufwachen wird. Otto Normalbürger trinkt weiter Bio-Bier und siecht im Schlaf dahin. Das ist halt so, wenn Rot-Rot-Grüne SockenträgerInnen (in Berlin) die Mehrheit bekommen. Vielleicht wäre eine Allianz von liberal-konservativen, bewährten Tunern besser. Aber dann bitte ohne Frau Merkel.

Die Autohersteller haben diese Allianz bereits. Die Plattform vieler Modelle ist gleich. Und das nicht nur in einem heißen Sommer, der länger als 30 Tage geht. „Bis der Z fertig ist dürft ihr ein Audi A5 Cabriolet fahren“, sagt Wolf und reicht mir den Schlüssel. „Aber den machst du bitte nicht kaputt!“

Was soll Frau dazu noch sagen? Außer dem Sprecher ein japanisches Lächeln und den gezückten Mittelfinger zu präsentieren. Wolf hat nur gelacht. Nur Otto wankelt noch.

Damals in Japan – Teil 4: Olympia

Karate wird olympisch! Zumindest einmalig bei den Spielen 2020. Das klingt nun wie ein großer Sieg und jeder wird glauben, dass maßgeblich Japaner dafür verantwortlich sind. Aber in Japan gab es niemals das große Interesse an olympischem Karate.

Wer meine Artikel über Karate gelesen hat, wird die Gründe vielleicht ahnen. Tradition und Moderne kommen sich ins Gehege. Auch ich bin zwiegespalten, als ich mit meinem Vater nach Tokio fliege. Wir haben das Angebot Jugendliche für Olympia zu trainieren zwar überraschend erhalten, aber mein Vater ist kein Unbekannter und sein Wort hat deutliches Gewicht.

Er hat meine Artikel gelesen und sich lobend geäußert. Aber er glaubt nicht daran, dass alle LeserInnen sie verstanden haben. „Es ist sehr schwer einem Europäer das Wort Kampfkunst richtig zu vermitteln“, sagt er. „Sie glauben Karate sei nur ein Spiel, eine Show.“ Und da hat mein Vater recht.

Worte wie „nutzloser Kram“ und „überholte Techniken“, begleiten dieses pure Unverständnis gern. Bis die Maulhelden am Boden liegen. Dann haben sie die Lektion gelernt.

Zurück auf dem Boden der Tatsachen erwartet uns ein Gremium älterer Herren. Höflichkeiten werden ausgetauscht, es folgen die üblichen Floskeln bevor es zur Sache geht.

Vielleicht noch ein Wort zu Karate, das in meinen anderen Artikeln fehlte. In Japan betreiben hauptsächlich Kinder und Jugendliche Karate. Natürlich auch Studenten, die nach dem Studium oft damit für viele Jahre aufhören müssen. Der Grund sind die Arbeitszeiten Japans. Die Firma geht über alles.

Natürlich gibt es auch normale Bürger, die ihren Sport betreiben und das oft schon sehr früh vor der Arbeit machen. Aber der Prozentsatz ist deutlich geringer, als in Deutschland. Dafür gibt es in Japan viele SeniorInnen, die wieder damit beginnen.

Ich für meinen Teil würde mir wünschen, dass Karate Nationalsport wird und jeder Japaner darin unterrichtet wird. Nicht um zu kämpfen, es geht dabei vielmehr um Tradition, um die Rückbesinnung auf alte Werte und um Gesundheit. Vielleicht primär um genau die.

Kumite, der Zweikampf, steht auch auf dem olympischen Programm, das die Offiziellen zeigen. Sie erwarten Unterricht in Sportkarate und den lehnt mein Vater schon immer ab. Zwar hat er mich vor Jahren für Wettkämpfe trainiert, aber das war die Ausnahme pur.

Aber er ist klug genug nicht sofort abzulehnen. Schon vor der Reise, haben wir über eine mögliche Rückkehr nach Japan gesprochen. Und der Trainerposten wäre die ideale Grundlage dafür. Primär für mich. Mein Vater hat keine Probleme sofort wieder heimisch zu werden. Aber will ich nur die Assistentin meines Vaters sein?

So sehr ich ihn auch liebe, ich habe meinen eigenen Kopf. Mein Karate ist an die Neuzeit angepasst, ohne dabei den Blick auf die alten Formen zu verlieren. Was bedeutet, dass ich meinen Weg bei den Frauen sehe und sie Selbstverteidigung lehren möchte. Für mehr Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen im Leben. Auch gegen Mann.

Das Angebot ehrt uns. Mein Vater ist stolz mich an seiner Seite zu wissen. Aber das können nur ich und meine Mama sehen. Die einer Rückkehr nicht im Wege stehen wird. Aber wir haben uns noch nicht entschieden. Was auch mit einem Besuch im Waisenhaus zu tun hat, der noch keine Früchte trug.

Wir wollen nicht irgendein Kind aussuchen, das Kind muss uns finden. Wie, darüber werde ich dann vielleicht berichten. Aber nicht mehr heute oder morgen. Und eigentlich ist das absolut privat.

Ich bedanke mich an dieser Stelle für das Interesse an meinen Artikeln, die diesmal anders als sonst ausfallen. Distanzierter vielleicht. Es fällt mir schwer jene Distanz zu überwinden, die sich zu Deutschland aufgebaut hat. Mehr darüber beim nächsten Mal.

Damals in Japan – Teil 3: Inari

Wie bei den meisten JapanerInnen, wird bei mir fröhlich Shintoismus und Buddhismus vermischt. Diese japanische Eigenart, habe ich bereits in diesem Artikel vorgestellt, den einige LeserInnen vielleicht noch nicht kennen: Japan, deine Religionen!

Wir sind in Kyoto. 650 Kilometer im SUV und eine Menge Eindrücke liegen hinter uns. Die eigene Heimat als Touristin zu erleben, ist einzigartig für mich. Ich tauche in mein Japan ein. Ein fremdes Land und doch wunderbar vertraut.

Wir machen uns auf den Weg zum Fushimi-Inari-Schrein und wandern durch unzählige Tempeltore, die von Privatpersonen oder Unternehmen gespendet worden sind. Man stelle sich diesen Brauch in anderen Religionen vor. Undenkbar vermutlich.

Yuki lacht, als ich ihr vorschlage auch ein Tor zu spenden. „Und demnächst wirst du noch Kaiserin von Japan werden“, sagt sie frech. „Ministerpräsidentin reicht“, kontere ich gelassen. „Dann erlaube ich die Ehe für alle.“

Ich mag Tempel sehr. Die einzigartige Atmosphäre zieht mich immer wieder in ihren Bann. Hier werde ich wieder völlig zur Japanerin und Deutschland zur fernen Erinnerung.

Yuki kauft zwei Amulette. Auch sie wirkt verändert, ihr Lächeln ist tiefer als sonst. Spürt auch sie die Verbundenheit mit Japan, die ich fühle? Sie nickt, als ich sie frage. Ein Schwobamädle auf den Spuren der Samurai.

Fuchsstatuen am Wegrand wechseln sich mit Teichen ab. Der Aufstieg zum Tempel dauert mehr als eine Stunde. Ich sehe es als Training, das natürlich ebenfalls auf dem Programm steht. Ein Dojo zu finden ist nicht schwer. Wir haben auch in Japan trainiert.

Im Tempel angekommen, werden wir mit einem Ausblick auf Kyoto belohnt, der einzigartig ist. Eine Familie mit zwei kleinen Mädchen kommt vorbei. Die beiden winken uns zu und Yuki knufft mich leicht.

Wir mögen Kinder, das ist keine Frage. Aber wir werden unser Leben nicht nach ihnen richten. Eigene zu bekommen, ist für uns ausgeschlossen. Ich habe schon berichtet warum.

Eine Adoption steht noch im Raum, aber vorher müssen wir noch viele Dinge klären. Weder Yuki noch ich werden jemals die klassische Frauenrolle übernehmen. Aber ein „Karate Kid“ wäre durchaus cool.

Auf dem Rückweg besuchen wir ein Restaurant und stärken uns mit Nudeln und Tee. Wieder sehen wir die Familie, die beiden Mädchen sehen nun müde aus. Aber es gibt kein Geschrei, keine Tränen. Tapfer essen sie und machen sich wieder auf den Weg.

Kinder in Japan wachsen anders auf. Disziplinierter und zum Teil unter hartem Leistungsdruck. Meine Eltern haben mich niemals bevormundet und mir scheinbar immer meinen Willen gelassen. In Wirklichkeit haben sie mich nur geschickt gelenkt, was ich ihnen gern verzeihe.

Es ist bereits Abend, als wir wieder im Hotel ankommen. Yuki ist müde, aber duschen muss noch sein. Die Klimaanlage sorgt für eine angenehme Temperatur und prompt schläft meine Elfe ein.

Als der Schlaf mich kitzelt ergebe ich mich auch. Schon ziehen erste Traumbilder in mir auf. Ich lenke sie und bin wieder im Tempel. Neben mir, als Füchsin, die Inari.

„Du warst lange weg“, sagt sie leise. „Hast du mich vermisst?“, will ich wissen und die kleine Füchsin lacht. „Ich bin immer bei dir“, erwidert sie rätselhaft. „Aber das hast du doch bestimmt gewusst.“

Damals in Japan – Teil 1: Heimat

Japan, das ist für viele ein unbekanntes Land. Legenden ranken sich um die sprichwörtliche Freundlichkeit der Menschen, die Natur, die Tempel, um Samurai und brutale Kriege. All das ist Japan und noch so viel mehr. Japan, das ist Heimat für mich.

Ich habe darüber nachgedacht, was ich dieses Jahr berichten soll. Sogar eine Menge Bilder habe ich gemacht, auf denen nicht nur Yuki zu sehen ist. Aber die Motivation detailliert diese spezielle Reise zu beschreiben, ist nie aufgekommen. Daher wird das kein klassischer Reisebericht.

Und doch war ich auf einer Reise, die mich zurück zu meinen Wurzeln führte. Die japanischen Pässe erleichtern die Einreise sehr. Die Müdigkeit verfliegt, als Cousin Ken mich vor Freude fast erdrückt. Aber er darf das und bekommt als Belohnung einen Rippenstoß.

Ich bin in Japan angekommen, meiner Heimat, meinem Land. Eine von 126 Millionen, die, nach Meinung von Europäern, alle gleich aussehen. Fremde gibt es hier kaum. In Japan lebende Chinesen und Koreaner sind Teil der asiatischen Familie und äußerliche Unterschiede kaum vorhanden.

Wir fahren zur Tante. Yuki hat sich in meinen Arm gekuschelt. Meine Mutter sitzt neben mir. Vorn unterhalten sich Ken und mein Vater. Ich höre ihnen nur mit halbem Ohr zu. Ein Gedanke geht mir durch den Kopf, als ich die vielen JapanerInnen sehe. Wenn ich hier auf Dauer lebte, wäre ich dann integriert?

Hintergrund der Frage, ist das FAZ-Interview mit Sawsan Chebli, der stellvertretenden Sprecherin des Bundesaußenministers. Ihre Worte gehen mir selbst in Japan nicht aus dem Kopf. Und das hat einen Grund.

Sawsan Chebli ist die Vorzeige-Muslimin der SPD und sogar in Deutschland geboren. Sie hat die Chancen dieses Landes genutzt, um sich Bildung anzueignen und Karriere zu machen. Mit Hilfe der SPD natürlich, für die alles Fremde bekanntlich zu hofieren ist. Dass sie dabei die eigenen Bürger gern vergisst, wird sich noch bitter rächen.

Als meine Eltern nach Deutschland kamen, haben sie bereits recht gut Deutsch gesprochen. Sie haben es in der Schule und über Brieffreundschaften gelernt. Und in den letzten dreißig Jahren, haben sie die Sprache perfektioniert. Auch sie werden immer Japaner bleiben und sind doch integriert.

Sawsan Cheblis Vater spricht kaum ein Wort Deutsch. Und der Mann lebt seit 46 Jahren hier. Sie findet das nicht weiter schlimm, ist ihr Vater doch nach ihrem Verständnis viel integrierter, als „ein AfD-Funktionär.“ Viele Deutsche werden nun begeistert nicken, geht es doch wieder gegen die „bösen Rechten“. Jenem angeblich so braunen Sumpf, in dem das Land zu versinken droht.

Dumm nur, dass dieses Land fest in der Hand rot-grüner Ideologen ist, die alles dafür tun, um Deutschland langfristig abzuschaffen. Mir will es nicht in meinen Kopf, was Frau Sawsan Chebli verzapft. Und warum deutsche Politiker sie nicht daran hindern. Oder hat niemand den entscheidenden Fehler in ihrer Argumentation gesehen?

Sawsan Cheblis Vater ist nie in Deutschland angekommen! Er hat das nicht gewollt. So wenig, wie eine Masse von Fremden, die Deutschland nur als Zahlmeister sehen. Wer das immer noch nicht glaubt, ist wirklich blind. Den wenigen Syrern, die wirklich nach Deutschland kamen, stehen 70 Prozent allein reisende junge Araber und Afrikaner gegenüber, die aus allen möglichen Ländern stammen.

Darunter gibt es Schmarotzer, die nur auf ein gutes Leben in Deutschland hoffen. Natürlich auch normale Männer, die falschen Versprechungen folgten. Aber die meisten werden weder Arbeit noch Frauen bekommen. Und das ist aufgestauter Sprengstoff pur.

In Japan gibt es kaum Muslime. Wir nehmen keine Flüchtlinge auf. Dafür zahlen wir 1,6 Milliarden Dollar, die sich in 810 Millionen Dollar für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak und 750 Millionen Dollar für Infrastrukturprojekte im Nahen Osten aufschlüsseln. Hilfe die ankommt und besser für alle ist.

„Mama“, sage ich, „glaubst du ich könnte in Japan leben?“ Meine Mutter schaut mich seltsam an. „Du kannst überall leben“, sagt sie rätselhaft und schenkt mir ein Lächeln. „Überall, wo deine Yuki ist.“

Ich bin in Japan angekommen, meiner Heimat, meinem Land. Ich spreche die Sprache, kenne die Sitten und Bräuche. Aber ich bin auch in Deutschland angekommen. Dort sind mir nur die Lederhosen fremd. Und Sauerkraut. Aber das habt ihr bestimmt gewusst.

Japan, das ist für viele ein unbekanntes Land. Legenden ranken sich um die sprichwörtliche Freundlichkeit der Menschen, die Natur, die Tempel, um Samurai und brutale Kriege. All das ist Japan und noch so viel mehr. Japan, bin auch ich.