Islam, Scharia, Kopftuch – Teil 2: Die Scharia gehört zu Deutschland

Zumindest in Deutschland und Europa, hat das Kopftuch noch eine andere Bedeutung. Es wird immer mehr zum Symbol für eine politische Überzeugung. Und die steht im scharfen Gegensatz zum deutschen Grundgesetz und zur Demokratie. Wer also das Kopftuch toleriert, hofiert auch die Scharia.

Und genau diese Scharia, hat sich der streitlustige Publizist Henryk M. Broder auf die Fahne geschrieben und ein Essay in der WELT verfasst.

„Wer also der Meinung ist, der Islam gehöre zu Deutschland, sollte nicht zögern, einen Schritt weitergehen und erklären: Auch die Scharia gehört zu Deutschland. Denn ohne die Scharia gibt es keinen authentischen Islam.“

Sarkastisch schreibt Broder über die Einführung der Scharia: „Es wäre auch das Ende aller Debatten – über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Ehe für alle, Kopftücher im öffentlichen Dienst, Gewaltenteilung in der Politik, Trennung von Staat und Kirche, Karikaturen und Satiren.“

Von Deutschen hört man oft, dass auch sie ab und zu Kopftuch tragen. Ja, zum Schutz vor Sonne oder Regen oder bei der Arbeit. Aber eben nicht als Ausdruck gelebter Religion, die übrigens Privatsache ist.

Kein normaler Buddhist käme auf die Idee nun eine Statue vor sich her zu tragen. Die Kleidung buddhistischer Mönche spielt dabei keine Rolle. Auch Pfarrer kleiden sich anders. Im Gegensatz dazu sind es normale Muslime die vehement fordern, dass sie ihre Religion zum Ausdruck bringen können.

Oft verweisen sie dabei auf christliche Nonnen, die ebenfalls „Kopftuch“ trügen. Was sie dabei vergessen, dass es im Islam keine Nonnen gibt. Das hat diese von Männern geschaffene Ideologie nie vorgesehen. Es ist nur der Mann der zählt.

Politische Befürworter des Islam verweisen gern auf die Religionsfreiheit. Aber Religionsfreiheit bedeutet nicht, dass jeder Angehörige einer Religionsgemeinschaft in Deutschland nun tun und lassen darf was er möchte. Religion ist und bleibt eine Privatsache.

Wenn sie dagegen, wie in den arabischen Ländern üblich, zur Staatsreligion erklärt, wird sie zur einer rein politischen Ideologie, mit allen damit verbundenen negativen Eigenschaften. Der Staat wird dann diese Ideologie für seine Ziele benutzen. Im Nahen Osten ist das die klare Kontrolle der Massen und Festigung der Diktaturen.

Wer den Islam kritisiert, egal ob es sich dabei um Deutsche oder Araber handelt, wird gern als Rassist gesehen. Diese schon fast reflexartige Anschuldigung ist völlig absurd und zeigt, wie wenig Menschen von Religion(en) verstehen.

Den viel zitierten „Antimuslimischen Rassismus“, gibt es nicht. Weder beim Islam noch beim Christen- oder Judentum handelt es sich um eine Rasse. Kritik am Islam kann also niemals rassistisch sein.

„Du bist ein Nazi / Rassist!“, ist ein Totschlagargument von Leuten, die keine Diskussionen führen wollen. Gleiches gilt für das Wort „Rechtspopulist“, das immer wieder abwertend gebraucht wird, um unliebsame Mahner mundtot zu machen. Ein billiger Trick, aber mittlerweile abgenutzt.

Nachfolgend ein Beispiel aus dem Koran zur Stellung der Frau in der arabischen Welt, was so viele Deutsche gern übersehen. Hinzugefügt werden muss aber der Fairness halber, dass der Koran auch Frauen lobt. Nur um sich dann selbst zu widersprechen und das Gegenteil zu fordern.

„Die Männer haben Vollmacht gegenüber den Frauen, weil Allah die einen vor den anderen bevorzugt hat. Und weil die Männer von ihrem Vermögen für die Frauen ausgeben. Die rechtschaffenen Frauen sind demütig ergeben und bewahren die Geheimnisse ihrer Gatten, da Allah sie geheim hält. Ermahnt diejenigen, von denen ihr Widerspruch befürchtet, sperrt sie in die Schlafgemächer und schlagt sie. Wenn sie euch gehorchen, dann wendet nichts Weiteres gegen sie an. Allah ist erhaben und groß (Sure 4,38)“

Demütig und dem Mann untertan müssen Frauen also sein. Und damit sie das auch bleiben, werden sie verhüllt. Sex vor der Ehe ist nicht erlaubt, die Frau hat als Jungfrau zur Hochzeit zu gehen.

Weigert sie sich oder wird wie bereits geschehen Opfer einer Vergewaltigung, wird, wie schon mehrfach geschehen, zuerst an ihr der „Ehrenmord“ begangen und später vielleicht der Geliebte oder Täter hingerichtet. Wer diese Art zu denken toleriert, wird der Unterdrückung und Pervertierung aller Vorschub leisten.

Auf der Webseite des „Arbeitskreis der Evangelischen Allianz“ findet sich ein bemerkenswerter Beitrag zum Islam, aus dem ein Teil zitiert werden soll. Unter anderem heißt es dort:

Die Verschleierung ist weit mehr als nur ein Kleidungsstück zum Schutz der Frau.

Nach traditionell-islamischer Vorstellung ist die weibliche Sexualität destruktiv. Sie kann Chaos und Unordnung schaffen. Die Sexualität an sich wird nicht verurteilt, denn sie zählt zu den paradiesischen Vorfreuden der Muslime, aber die Weiblichkeit muss kontrolliert werden, sonst ist sie zerstörerisch.

Vor dieser Gefahr müssen die Männer sich schützen. (Kopftuch, Burka) Damit wird der Ausschluss dieses mächtigen Störpotentials aus der Öffentlichkeit gerechtfertigt. Schon Blickkontakte werden erotisch gedeutet. Millionen islamischer Frauen leben in einer Rolle, die ihnen schon seit Jahrhunderten zugeschrieben wurde. Ohne Schulbildung und ohne Möglichkeit, Geld zu verdienen, sind sie zeitlebens ökonomisch abhängig und an ihre Mutterrolle gebunden.

Naiv und geradezu Frauenfeindlich ist dann aber der Satz, dass Frauen in ihrer Mutterrolle „ihre Identität und Sicherheit gefunden hätten. Er toleriert ein System, das absolute Unterdrückung gegenüber Frauen propagiert. Wie die aussieht soll ein Beispiel zeigen.

„Nach einer Untersuchung des marokkanischen Menschenrechtsrates vom Oktober 2015 werden sechs Millionen Frauen im Land – mehr als ein Drittel – regelmäßig Opfer von Gewalt. Die meisten Übergriffe werden von Ehemännern verübt. Vergewaltigung in der Ehe stellt im marokkanischen Gesetz bislang kein Verbrechen dar.“

Nun gibt es in Deutschland Stimmen, die auch Christen des Terrors und der Gewalt bezichtigten. Ja, auch deutsche Männer schlagen Frauen oder vergewaltigen sie, das ist unbestritten. Aber im großen Stil organisierte Massenvergewaltigungen gab in unserem Land bisher nicht. Apropos „Christlicher Terror.“ Die Irisch Republikanische Armee (IRA), hat schon eine Weile nicht mehr gebombt. Sie hat sich vor mehr als 10 Jahren aufgelöst.

Zurück zu Broder und seinen provokanten Thesen. „In Deutschland“, schreibt er, „fände längst ein schädlicher Kulturkampf statt. Die weltliche Kultur müsse sich gegen zahllose Verbote mühsam durchsetzen. Dabei gehe es stets um kulturelle und religiöse Empfindlichkeiten von Muslimen. Andere Gruppen wie etwa die Sikh oder Armenier zeigten, dass es auch möglich sei, eigene Bräuche zu pflegen, ohne sie anderen aufzwingen zu wollen.“

Genau diesen Satz sollten sich Muslime auf ihre Fahnen schreiben und ihn immer wieder lesen. Oder doch von Buddhisten lernen. Die kennen weder Terror noch Scharia.

Auslaufmodell Ehe

Dieser Artikel ist nach dem Kommentar einer Leserin entstanden, die sich über die konservative Haltung gleichgeschlechtlicher Paare wunderte, wenn es um die Ehe geht. Und wirklich, hat die Ehe an Bedeutung verloren. Aber was ist die Ehe überhaupt, wer hat sie erfunden?

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Ehe zunächst eine Art Friedens- und Bündnisvertrag zwischen Sippen war. Sie verband unterschiedliche Clans oder Familien und sicherte so beiderseitiges Überleben. Promimente Beispiele sind die miteinander verwandten Königshäuser auf der Welt. So hat man (noch mehr) Kriege verhindert.

Mit dem aufkommenden Christentum und dem immer stärkeren Einfluss der katholischen Kirche, hat die Ehe eine andere Bedeutung bekommen. Plötzlich standen Monogamie, Unauflöslichkeit und der eigentliche Zweck der Ehe, die Zeugung von Kindern im Vordergrund.

„Bis dass der Tod euch scheidet“, ist keine romantische Liebeserklärung. Auch dieser Spruch stammt von der Kirche, die ihn mal eben so erfunden hat. Die Ehe war nun der kirchlichen Gerichtsbarkeit unterstellt. Frauen blieben Mittel zum Zweck, um die Erbfolge zu sichern.

Seit dem 12. Jahrhundert gibt es das kirchliche Eherechtsmonopol. Damit setzte sich die christliche Heirat gegen lokale Traditionen durch. Eine schöne Umschreibung für Heiden, die es immer weniger gab. Gleichzeitig wandelte sich das Gesicht der Ehe. Ihr Fokus lag auf der Zweierbeziehung zwischen den Eheleuten und nicht mehr auf der Beziehung zum Clan.

Mit Liebe hatte diese Ehe wenig zu tun. Liebe und Sexualität, waren außereheliche Angelegenheiten. Erst die Romantik und das aufkommende Bürgertum des 18. Jahrhunderts, haben die Liebesehe erschaffen. Womit ich einen Bogen zu meinem Artikel der Gleichberechtigung von Frauen schlage. Die Zwangsheirat wich langsam der Liebesehe. Auch das ist Fakt.

Als Niedergang der Ehe kann die sexuelle Revolution im späten 20. Jahrhundert angesehen werden. Außereheliche Lebensgemeinschaften standen nun im Vordergrund. In Deutschland nimmt die Zahl der Scheidungen zu, bei gleichzeitig immer weniger Eheschließungen. Hat die Ehe ausgedient?

Vielleicht hat sie das. Wenn es da nicht ein kleines Häuflein regenbogenbunter Menschen gäbe, das gegen diesen Trend marschiert. Vehement kämpft die LGBT-Gemeinde für die Gleichstellung der Ehe und erringt Sieg um Sieg. Gleichzeitig sind viele lesbische Frauen überzeugte Feministinnen, die für Frauenrechte kämpfen. Ein widerspruch?

Immerhin hat die Gesellschaft lange von einer Frau erwartet, dass sie verheiratet war, Kinder hatte und dem Ehegatten treu. Kuckuckskinder haben doch immer nur die anderen. Warum also nun machen Homosexuelle diesen Schritt zurück? Die Antwort ist einfach und auch wieder nicht.

Die Gleichstellung der Ehe gilt uns als Signal für Anerkennung. Endlich werden wir nicht mehr ausgegrenzt. Kein Gott hat jemals verlangt, dass Frauen nur Männer heiraten. Die Ehe ist aber auch eine Art von offenem Protest gegen eine noch immer homophobe Gesellschaft. Wir zeigen Flagge! Wir sind wie ihr! Wir können auch heiraten!

Auch, wenn es nach dem Gesetz nur eine eingetragene Lebensgemeinschaft ist, so bleibt Yuki doch was sie schon immer ist: meine Frau! Und sie ist kein Auslaufmodell. Liebe und Yuki, ist das gleiche Wort. Und wenn in einigen Jahren die Gleichstellung der Ehe kommt, werde ich meine Elfe noch einmal heiraten. Und so ist es gut.

Frauen damals und heute – Der lange Weg zur Gleichberechtigung

Feministinnen sind den meisten Männern ein Dorn im Auge. Mann denkt sofort an Suffragetten, ein abwertender Begriff für engagierte Frauenrechtlerinnen. Dabei geht es Frauen weniger darum, den Männern etwas wegzunehmen. Es geht um mehr Rechte für Frauen, um Gleichberechtigung.

Die (westliche) Frau von heute sieht ihre Freiheit als selbstverständlich an. Immer wieder wird erzählt, dass schon deren Vorfahrinnen freie Frauen waren. Frauen, die ihren Männern im Leben zur Seite standen und die Existenz gesichert haben. Aber das ist nur schöngeredet. Die Wahrheit sieht völlig anders aus.

Wenn Feministinnen von (fehlender) Gleichberechtigung sprechen, haben sie tausend Jahre und mehr im Visier. Und plötzlich sieht auch für die moderne Frau alles anders aus. Keine heute lebende Frau wäre entzückt, wenn sie als Magd für eine Weile im finsteren Mittelalter lebte und mal „eben so“ vom Bauern, oder Knecht … Legende, Lüge? Das ist Fakt!

Sex im Mittelalter war etwas, das der Mann mit der Frau tat. Er war aktiv, dominant und nahm sich, was sein Recht war. Die Frau war nur Mittel zum Zweck. Eine Gebärmaschine für Kinder, ein Jungbrunnen für Mannes Fleischeslust. Von Liebe reden wir später. Aber Sexualität im Mittelalter hatte ein ganz anderes Bild, das nicht Thema dieses Artikels ist.

Der „Herr Vater“, war wie der Name schon sagt, uneingeschränkter Herrscher im Haus. Er bestimmte was Frau und Töchter taten. Morgens ging Frau zur Maloche, am Abend machte sie die Beine breit. Die Töchter möglichst reich vermählt an den Nachbarsbauern. Um den Wohlstand zu mehren und zu wahren. Tod im Kindbett inklusive.

Apropos Kinder. Die hatten es nicht einfach in jener Zeit. Dafür waren sie aufgeklärter und weniger naiv. Keine Playstation, aber mit 12 bereits schwanger. Vom erst 14 Jahre alten Fürstensohn. Auch ein Spiel für den edlen Herrn.

Was hat nun die Legende von gleichberechtigten Frauen geschaffen? Verklärte Romantik, Hollywood-Filme zum großen Teil. Auch die Selbstverständlichkeiten des Lebens im 21. Jahrhundert, die viele Frauen träge machen. Es geht den meisten gut, die wenigsten hinterfragen ihre Rolle. Im Bestreben um Harmonie und Glück, haben sie sich angepasst. Nur Alice kämpft immer noch.

Witzigerweise stehen viele Lesben mehr für Frauenrechte ein, als ihre heterosexuellen Schwestern. Wir, die wir zwar Väter und Brüder haben, stehen Männern oft kritischer gegenüber. Das ist kein Hass. Aber wir sprechen Dinge an, die Heten gern übersehen. Und werden dafür noch angefeindet. „Du blöde Lesbe, du!“

Natürlich sagt Frau solche Worte kaum. Frauen beleidigen meist subtil. Krasse Sprüche kommen gern von Mann, wenn wir mit dem Finger auf ihn zeigen. Sein Recht auf Sex, sein Recht auf Dominanz, das ihm vom lieben „Herrgott“ in die Wiege gelegt worden ist. (R)Eine Erfindung alter Patriarchen. Die „große Mutter Erde“ gibt es viel länger, als jede andere Religion.

Die Diskussion um das Verbot der Prostitution, ist ein weiteres Reizthema für Mann. Er vergisst, dass die meisten Frauen dazu gezwungen werden. Absurde und haarsträubende Beispiele werden angeführt, um die „naturgeilen Nymphen“ zu zeigen, die sich willig stöhnend im Lotterbettchen wälzen. Mal ehrlich, glaubt das wirklich wer?

„Liebe ist ein Geschäft“, ist ein anderes Argument. „Warum also Sex nicht kaufen?“ Liebe mag für manche Frauen eine Ware sein. Blickt man genauer hin, werden die Hintergründe schnell klar. Freiwillig, aus „Geilheit“, verkauft sich keine Frau für Geld. Es sei denn, dass auch die Ehe als Geschäft gesehen wird.

Feministinnen von heute geht es vor allem um Gleichberechtigung in allen Lebenslagen. Um gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Auch um mehr Rechte in der Ehe. Das Recht auf Beischlaf ist zum Glück gestrichen und Vergewaltigung in der Ehe endlich strafbar.

Frauen im 21. Jahrhundert sind auf dem Weg etwas zu erreichen, wovon die Frau im Mittelalter träumte. Aber Mannes Traum scheint nun geplatzt. Diese Denkweise ist so absurd, wie falsch. Und leider wird sie von vielen Frauen noch gefördert.

Ja, Mütter sind komisch, wenn es um ihre Söhne geht. Die dürfen auch die arme Nachbarstochter schwängern. Aus Spaß versteht sich. Geheiratet wird „die Schlampe“ aber nicht! Standesgemäß muss der Sohnemann sich vermählen. Am liebsten mit Frau Dr. Mehrwert. Sonst wird das (Lotter)Leben ach so teuer.

Deutschland und die Homo-Ehe – Des Trauerspiels nächster Akt

Immer mehr Staaten in Europa rücken zusammen. Endlich möchte man fast sagen. Nur Deutschland geht einen eigenen Weg. Wir sprechen aber nicht von einfacher Politik, gemeint ist hier die Homo-Ehe. Nach Irlands Abstimmung die Ehe für alle Menschen zu öffnen, ist Deutschland ziemlich isoliert. Selbst Spanien ist schon lange dafür.

Mutti Merkel schweigt noch eisern und selbst schwule Bundestagsabgeordnete gehen auf Tauchstation. Vermutlich hat ein Kardinal das so verlangt. Rom hat in Deutschland immer noch die Macht. Oder sieht das jemand anders? Wobei diese Macht durch immer mehr Skandale bröckelt. Doof auch, wenn der Priester in die Szene-Bar stöckelt.

Die Argumente der katholischen Priesterschaft gegen eine Ehe-Öffnung stoßen vor allem bei der AfD auf Resonanz. Klar, bei deren rechten Tendenzen. Aber nun ist ein neuer Spieler aufgetaucht, der in Stuttgart die Karten mischt. Norbert Wallet heißt der Knaibe und hat einen pseudo-logischen Kommentar in der Zeitung verfasst.

Nach seiner Meinung sind Homo-Paare nicht gleich, da sie keine eigenen Kinder zeugen können. Diesen Schwachsinn verbreiten Homo-Gegner gern, um die eigene kleine Welt zu schützen. Sie verweisen auch aufs Grundgesetz, das die (klassische) Ehe schützt. Hetero- und Homo-Ehe können also nach Meinung Wallets nicht gleich sein. Und von Diskriminierung keine Rede.

Die queren Gedankengänge der Gegner gehen noch weiter. Schutzwürdig sei nur die Ehe von Frau und Mann, da nur sie Kinder hervorbringe. Kinder, die sich um eventuell pflegebedürftige Eltern im Alter kümmern und dergleichen mehr. Dumm nur, dass Homosexuelle oft bereits Kinder aus anderen Beziehungen haben. Hat er übersehen, der gute Mann.

Norbert Wallet verschweigt auch Adoption und künstliche Befruchtung. Auf diese Weise kann man auch zu Kindern kommen. Wären da nicht merkwürdige Gesetze, die Lesben und Schwulen genau an dieser Stelle Steine in den Weg legen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Fazit: Nach der kruden Logik der Homo-Ehe Gegner dürfen Paare ohne Kinderwunsch nicht mehr heiraten. Oder müssen sich scheiden lassen. Und Vermutlich auch Paare, die keine Kinder bekommen können, oder diese „Pflicht“ berets erfüllt haben. Auch Sie, Herr Wallet.

Freundinnen

Wenn Elke an Daniela dachte kribbelte es bei ihr. Selbst heute noch nach mehr als zehn Jahren. Sie hatten sich im Studium kennengelernt. Es war Leidenschaft gewesen und fast die große Liebe. Aber leider nur fast.

Elke biss sich auf die Lippen. Gedankenverloren strich ihre Hand über Danielas Bild.
Das strahlende Lächeln, der intensive Blick ging unter die Haut.
Was mochte aus ihr geworden sein?
Aus dem Kinderzimmer drang der übliche Lärm. Max und Sofie stritten sich wieder.
Elke hatte Frank geheiratet und nicht Daniela. Frank war die sichere Lösung. Kein Gerede, kein Fingerzeigen. Aber auch keine Liebe. Zumindest nicht von ihrer Seite.
Dabei war Frank ein durchaus netter Kerl, sah gut aus und hatte beruflichen Erfolg. Als Liebehaber taugte er nicht viel, aber Elke stöhnte falsch und schwieg. Hauptsache es war schnell vorbei.
Aber etwas war nicht vorbei. Nie. Die Sehnsucht nach Daniela.

Elke hatte heimliche Affairen mit anderen Frauen. Dort holte sie sich das, was sie zu Hause nicht hatte. Aber die Einsamkeit blieb.
Max und Sofie waren schwierige Kinder.
Elkes Leben geriet aus den Fugen. Zuerst war es nur eine Tablette, dann zwei. Beruhigungsmittel, um den Kinderlärm zu ertragen. Und Frank.
Elke wurde süchtig, die Tabletten mehr.
Nach einer Entziehungskur nahm sie Schlaftabletten. Aber auch den Selbstmordversuch überlebte sie.

Danach war alles anders.
Frank kümmerte sich mehr und wollte noch ein Kind. Er hatte nichts verstanden und Elke schwieg.
Die Pille schützte. Nicht immer ist Chemie böse.
Aber Elke ertrug Frank nicht mehr. Seine Stöße trafen sie wie Schläge. Sie starb jeden Tag ein bisschen mehr. Kleine Tode, am Rande ewiger Pein.
Sie verweigerte sich und Frank nahm sie härter.
„Wo bist du?“, flüsterte sie mit tränenerstickter Stimme.
Danielas Bild verschwamm vor ihren Augen.
Dann kam Frank.

Als Oberkommissarin Daniela Berger am Tatort eintraf bot sich ihr das übliche Bild.
Verstörte Kinder, ein blutender Ehemann und eine völlig verängstige Frau.
Im ersten Augenblick erkannte Daniela sie nicht, dann traf sie die Erinnerung wie eine Ohrfeige.
„Elke? Elke … bist du das?“
Die Angesprochene blickte auf, der Wahnsinn glomm in ihren Augen.
Daniela war mit wenigen Schritten bei ihr.
„Was ist hier passiert?“, wollte sie von den Streifenbeamten wissen, die zuerst eingetroffen waren.

„Der Ehemann hat den Notruf gewählt“, sagte einer der Beamten. „Seine Frau habe ihn angegriffen und …“
„Womit?“
Daniela sah sich um und sah die Nachttischlampe am Boden.
„Raus hier!“, herrschte sie ihre Kollegen an. „Ich will mit der Frau allein sprechen.“
Ohne sich weiter um die Beamten zu kümmern ging setzte sich Daniela neben Elke und nahm ihre Hand.
„Was machst du denn für Sachen, Süße“, flüsterte sie. „Sprich mit mir, sag mir, was hier passiert ist. Bitte!“

Elke erwachte wie aus einem Traum, als Daniela sie berührte. Ein lange vermisstes Glücksgefühl breitete sich in ihrem ganzen Körper aus. Ihr Blick klärte sich und sie sah in Danielas strahlende Augen.
„Du … bist hier!“, stammelte sie fassungslos. „Aber wie …, warum …?“
Daniela strich ihr übers Gesicht und trocknete den Tränenstrom.
„Ich bin erst seit 2 Monaten wieder in der Stadt“, sagte sie. „Davor habe ich in Frankfurt gearbeitet. Weißt du, Jura ist toll. Aber Polizistin zu sein noch besser. Magst du mit mir reden? Ich bin auf deiner Seite.“

Und Elke erzählte. Wie feige sie gewesen war. Von ihrer Ehe, von dem ungeliebten Mann, von den Kindern. Und von den Tabletten.
„Ich ertrage ihn nicht mehr“, flüsterte sie. „Er will immer nur Sex. Jede Nacht! Und noch ein Kind! Ich … ich kann das alles nicht mehr. Hilf mir!“
Daniela holte tief Luft. In ihrer Kehle hatte sich ein Kloß gebildet.
„Warum hast du ihn geschlagen?“, wollte sie wissen. „Hat er Gewalt angewendet?“
Elkes Blick trübte sich, sie sackte in sich zusammmen.
„Er soll aufhören“, murmelte sie. „Nicht …“

Daniela sprang auf.
„Doc!“, rief sie, „Notfall, schaffen Sie ihren Hintern zu mir her!“
Der Gerichtsmediziner stürmte in den Raum und erfasste mit einem Blick die Lage.
„Schock“, stellte er fest. „Die Frau muss ins Krankenhaus, sofort.
Er stutzte kurz und deutete auf einige Verfärbungen an Elkes Armen.
„Es ist noch zu früh, aber gehen Sie mal von Gewalt in der Ehe aus, Frau Berger.“
„Schon gesehen“, sagte Daniela eisig. „Das wird der Kerl bereuen!“

Im Krankenhaus stellten die Ärzte deutliche Spuren von Gewaltanwendung fest. Frank hatte Elke vergewaltigt.
Seine Rechtfertigung war billig, sie habe nicht mehr mit ihm schlafen wollen und er doch das Recht dazu.
Der Rest war Formsache. Es gab keine Strafe für Elke, die bekam Frank.
Elke wurde Notwehr zugesprochen. Aber auch die Kinder. Und davor hatte sie Angst.
Die neue Wohnung war groß, aber ohne Wärme. Dafür ohne Mann. Und das war gut so.
Elke bemühte sich machte eine Therapie und kleine Fortschritte.

Daniela besuchte sie täglich. Sie kam prima mit den Kindern zurecht. Und mit Elke.
Was vor zehn Jahren so unschön endete fing wieder an schön zu werden.
Elke fand zu sich zurück, zu ihrem wahren Selbst. Und zu Daniela.
„Ich war so dumm“, flüsterte Elke in Danielas Armen. „Und feige.“
„Und ich eine Närrin“, erwiderte Daniela. „Ich hätte um dich kämpfen müssen.“
Plötzlich war das Leben einfach, die Kinder nur etwas wilder.
Daniela hatte das im Griff. Locker. Und Max und Sofie waren stolz auf nun zwei Mütter.
Elke und Daniela heiraten ein Jahr später. Freundinnen, Geliebte, Partnerinnen für die Ewigkeit. Und so war es gut.

Meine Frau, das (un)bekannte Wesen

Ingar Bergmans Film „Szenen einer Ehe“ ist ein Klassiker. Für mich sind solche Filme stets interessant, gewähren sie mir doch zumindest filmisch Einblick in eine Welt, die ich nicht kenne und nur schwer verstehe. Auf der Fahrt zur Uni fiel mir der Titel ein, als wir ein heftig streitendes Paar am Straßenrand bemerkten. Spontan habe ich mit meiner Frau ein Interview geführt. Da sie heute den Toyota fährt, hatte sie keine Chance und ich konnte in Ruhe tippen.

„Sag, bist du eigentlich glücklich?“
Yukis sanfter Blick ließ mein Herz schneller schlagen.
„Du bist doof,“ sagte sie und schaltete in den nächsten Gang.
„Ich weiß,“ erwiderte ich mit breitem Grinsen. „Jetzt sag halt, bist du glücklich? Und warum? Ich will meinen Lesern doch …“
„Morgen erstelle ich meinen eigenen Blog,“ kündigte Yuki an, ohne auf meine Frage einzugehen.
„Wieso das denn jetzt?“
„Na da blamiere ich dich dann und verrate allen, dass du nicht kochen kannst.“
„Hey, wohl kann ich kochen!“
„Ach ja? Und warum muss ich dir dann immer helfen?“
„Weil du das gern machst?“
Yuki schwieg, konnte aber ihr elfenhaftes Lachen nicht verbergen.
„Ich wollte dich doch interviewen,“ begann ich erneut.
Yuki verdrehte die Augen.
„Schreib doch einfach die Wahrheit,“ sagte sie. „Du weißt doch wie ich denke und fühle.“
„Ja, aber das macht keinen Spaß! Ich mag deine Worte hören. Bitte!“
„Ich liebe dich,“ sagte Yuki. „Schreib das doch.“
„Du bist doof,“ sagt ich und klappte den Laptop zu. „Ich rede jetzt nicht mehr mit dir.“
„Wie lange willst du das aushalten?“
„Mindestens … ach menno!“
Yuki warf mir einen Kuss zu. „Was kochen wir heute?“
„Du meinst was ich koche!“
„Seit wann kannst du kochen?“
„Ich koche gleich vor Wut!“

In diesem Stil ging es die ganze Fahrt weiter. Außenstehende wittern nun vielleicht die erste Ehekrise. Für uns ist das lediglich ein Spiel. Es gibt kein Thema über das wir nicht reden können. Und manchmal schweigen wir auch und schauen uns nur an. Diese kleinen Wortgefechte mögen für Viele nun befremdlich wirken. Aber sie sind ein wichtiger Teil unseres Lebens. Ebenso wie das gemeinsame Kochen, Sport, oder ein Spaziergang in der Natur. Aber bei aller Nähe haben wir doch jede ihren eigenen Kopf. Und gegen Yukis sanfte Argumente gewinne ich längst nicht immer. Und das ist auch gut so.

An der Uni angekommen standen uns die Tränen in den Augen vor Lachen. Ich schnappte nach Luft und griff nach Yukis Hand.
„Ich bin glücklich,“ sagte ich bevor wir zur Vorlesung gingen. „Was würde ich nur ohne dich machen?“
„Verhungern!“

Ist dieses (un)bekannte Wesen nicht allerliebst? 😀