Der Links-Staat

Der Staat darf Steuergelder nicht einsetzen, um gezielt die Willensbildung des Volkes für oder gegen eine bestimmte politische Partei zu beeinflussen. Das darf der Staat auch nicht dadurch, dass er das nicht unmittelbar selbst tut, durch die eigenen Ministerien, sondern dass er Steuergelder an private Organisationen gibt, die dann diese Aufgabe übernehmen. (Professor Dietrich Murswiek, Rechtswissenschaftler)

Vorwort

Mit diesem Beitrag prangere ich die Verstrickungen von deutschen Behörden mit den Antifaschisten (Antifa) an, die ich in ihrer aktuellen Form für ein Krebsgeschwür im Herzen Deutschlands halte. Intellektuelle wären mit Sicherheit gesprächsbereit, die Antifa verbreitet lediglich dumpfen Hass und Gewalt. „Linke“ soll dabei lediglich zum besseren Verständnis dienen. Dass diese bewusste Spaltung der Gesellschaft von der herrschenden Klasse, die mit dem Prinzip „Teile und herrsche“ arbeitet, schon vor langer Zeit bewusst herbeigeführt worden ist, haben leider nur wenige begriffen. Aber darum geht es.

Der „Links-Staat“ ist sperrig und droht jeden Rahmen zu sprengen. Dabei kratze ich lediglich an der Oberfläche. Wer wirklich Interesse an den Fakten hat, der schaut sich auch die Video-Dokumentationen an. Das wird einige Stunden dauern, aber ist die Sache wert. Wichtig ist es, niemals nur eine Seite zu sehen.

Die in diesem Text genannten Personen und Organisationen sind keine Fiktion. Deutschland hat ein Problem. Die Partei „Alternative für Deutschland (AfD)“ wird in diesem Beitrag mehrfach erwähnt, aber nicht von mir beworben. Es geht darum aufzuzeigen, dass Steuergelder missbraucht werden, wie dieser Unrechtsstaat wirklich funktioniert. Demokratie geht anders.

Die echte Linke fehlt

Die heutige Linke besteht aus mehr oder weniger selbstgefälligen PolitikerInnen, die fett und satt geworden sind. Ihre Bürgerferne macht sich besonders in Gestalt von einigen Namen deutlich, die man täglich in den Medien sieht. Fehlender Intellekt ist offenbar die Grundvoraussetzung, um Mitglied beim linken Block zu sein.

Dass sich unter ihnen, durch politische Immunität geschützt, auch Feinde Deutschlands befinden, zeigt deutlich wohin die Reise dieses Landes gehen soll. Der Weg zu einer Diktatur war vorbereitet, aber die linke Hegemonie bröckelt. Wer an eine Besserung unter einer konservativen Regierung glaubt, den muss ich enttäuschen. Die Umverteilung der Finanzen fände trotzdem statt. Es gilt das kapitalistische System abzuschaffen, das soll aber heute kein Thema sein.

Bevor ich zu meinem Beitrag komme will ich den Link zu einem Artikel verbreiten, der schonungslos die Probleme der (Pseudo)Linken zeigt. Erschienen ist er bei achgut.com, der Web-Seite des Journalisten Henryk M. Broder: Der Text, der nicht erscheinen sollte

Wenn einer eine Meinung hat

Wer in Deutschland eine Meinung vertritt, die außerhalb des linken Spektrums liegt, wer dies sogar in der Öffentlichkeit macht, wird von Staat und Medien gnadenlos gehetzt. Dazu bedient man sich, neben Polizei und Verfassungsschutz, auch der Antifa, den Antifaschisten, die Behörden und Parteien zum Teil direkt oder über Umwege finanzieren.

Der den Deutschen eingetrichterte Schuldkomplex macht es noch immer unmöglich, eine Partei wie die AfD als legitim anzusehen. Schnell werden deren sechs Millionen WählerInnen als „Nazis“ abgestempelt und eine linke Drohkulisse aufgebaut. Die führt soweit, dass mit Gewalt gegen Andersdenkende vorgegangen wird. Die Medien schweigen darüber meist dezent. Warum wird schnell klar, denn mehr als 70 Prozent der deutschen JournalistInnen sehen sich als Linke oder GRÜNE oder haben zumindest Sympathien für diese Parteien.

Ihr Verständnis von Journalismus heißt politischer Aktivismus. Im heiligen Zorn schreiben sie gegen alles „Rechte“ an. Dass dabei auch Grenzen überschritten werden, wie etwa versteckte oder offene Aufrufe zur Gewalt, ist dabei offenbar nebensächlich. „Ich bin links, ich darf das!“, lautet die Devise. Konsequenzen hat das meist keine. Der Links-Staat schaut tatenlos zu.

(Links)Extremisten

Beginnen möchte ich mit dem rechtskräftig verurteilten (Links)Extremisten Mischa Aschmoneit , der für das „Zentrum für Aktion, Kommunikation und Kultur“ (ZAKK) in Düsseldorf tätig ist. Aschmonait gehört auch der Interventionistischen Linken an, die seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird und an den Krawallen beim G-20-Gipfel in Hamburg beteiligt war. Meine ehemalige Heimatstadt finanziert ZAKK mit stolzen Beträgen aus dem Steuertopf. 2015 waren es 954.368,00 Euro, 2016 noch 935.281,00 Euro und 2017 schlug mit 903.240,00 Euro zu Buche.

Im Jahr 2015 deckte eine kleine Anfrage des Abgeordneten Tischner (CDU) auf, dass der Thüringer Landtag öffentliche Zuschüsse für Fahrten zu Gegendemonstrationen bei rechten Aufmärschen zahlt. Allein die Wortwahl ist entlarvend und stigmatisiert zugleich. Während „Aufmarsch“ deutlich negativ besetzt ist, soll „Gegendemonstration“ das Gegenteil implizieren. Gute Gegendemonstranten stellen sich gegen böse Aufmarschierer.

In Stuttgart beschäftigt die Evangelische Kirche mit Jens Heidrich einen mehrfach vorbestraften (Links)Extremisten als Erzieher. Nun verdient jeder eine zweite Chance. Aber wer daran glaubt, dass Heidrich nun zum Lämmchen wird, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Vielleicht sollten sich Stuttgarter Eltern fragen welches Gedankengut er bei ihren Kindern verbreitet.

Ein Bericht von Report München zeigt die Verstrickungen der Partei „Die Linke“ mit der Antifa. Vor 2015 hat die Presse noch darüber berichtet. Auch in diesem Video, welches das wahre Gesicht der Linken zeigt. Ulla Jelpke (Die Linke) sitzt dort mit VertreterInnen der DKP vereint. Eine davon ist eine RAF-Terroristin.

Rotfront gegen den Rest

Katherina (Kathi) Schulze, die Fraktionsvorsitzende Der GRÜNEN in Bayern, hat mit der vom Verfassungsschutz beobachteten Partei MLPD und Antifa-AnhängerInnen demonstriert. Dafür hat sie im Landtag verbale Prügel bekommen.

Auf dieser Demonstration wurde offen zur Gewalt aufgerufen, Schulze hat applaudiert. Konsequenzen: Keine. Naive und ideologisch verblendete Bayern haben sie trotzdem gewählt. An der Kräfteverteilung in Bayern hat das nichts geändert. Es gab lediglich eine Wählerwanderung und die CSU kann weiter ungeniert regieren.

In Berlin gibt es die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR). Diese erhielt nach Angaben der Leiterin vom Land Berlin im Jahr 2016 stolze 675.000 Euro. Vom Bundesfamilienministerium gab es noch einmal 213.564,70 Euro hinzu. Die Politiker übersahen dabei, dass der MBR mit diesen Steuergeldern auch illegal massive Kampagnen gegen die AfD betreibt. Konsequenzen: Keine.

Staatlich finanzierte Extremisten

Gleiches gilt für die Berliner Opferberatung Reach Out, die 518.000 Euro vom Berliner Senat einstreicht. Unter der gleichen Adresse firmiert auch die Psychologische Beratung Opra, die vom Senat 111.000 Euro erhält. Beide Organisationen gehören zusammen dem Verein ARIBA e.V. Reach Out arbeitet beim Bündnis „Berlin gegen Rechts“ ganz offen mit der „Autonomen Antifa, Interventionistische Linke und Top Berlin“ zusammen, die alle vom Verfassungsschutz überwacht werden. Konsequenzen: Keine.

Last but not least sollten sich Interessierte auf der Seite „Aufstehen gegen Rassismus!“ umsehen und auf die Liste der Unterstützer schauen. Dort tummeln sich, neben der vom Verfassungsschutz beobachteten Interventionistischen Linken, auch SpitzenpolitikerInnen aller linken Parteien. Von Cem Özdemir (GRÜNE), über Katarina Barley (SPD), bis zu Petra Pau (Linke).

Nun muss jeder wissen, dass die CDU/CSU darüber vollständig unterrichtet ist. Zum Teil ist sie, wie die bayerische CSU, selbst an der Finanzierung der Antifa beteiligt. Wie etwa in München, wo eine Rot-Schwarze Koalition regiert. Im sogenannten „Kafe Marat,“ das Teil eines selbstverwalteten Kulturzentrums ist und von der Stadt München Zuschüsse erhält, trifft sich die vom Verfassungsschutz beobachtete „Antifa-NT.“  Gibt es noch Fragen?

Die linke Krake

Über vielen dieser Vereine und Organisationen gegen Rechts thront die Amadeu-Antonio-Stiftung (AAS). Deren Chefin, Anetta Kahane, ist eine ehemalige Stasi-Mitarbeiterin. Auch die AAS erhält Geld aus dem Steuertopf und verwendet dieses illegal direkt und indirekt zum Kampf gegen die AfD.

Die in diesem Beitrag von Science Files verwendete Grafik zeigt, wie die Verflechtungen der AAS aussehen. Vermutlich ist das nur die Spitze des Eisbergs, der von Heiko Maas (SPD) ins Leben gerufenen Task Force gegen Hetze und Gewalt.

Wer mehr über Deutschlands linkes Problem wissen möchte, der darf gern auch diesen Beitrag von mir lesen, den ich bereits vor zwei Jahren schrieb. Wer dann immer noch an die Wiederkehr der „Nazis“ glaubt, der hat die Realität wirklich nicht gesehen.

Das grüne Monster

Kommen wir nun zu einem GRÜNEN, dessen bloße Erwähnung Zorn bei mir auslöst. Die Rede ist von Daniel Cohn-Bendit und seinen pädophilen Äußerungen. Wie so viele andere GRÜNE wusste ich lange nichts davon. Als Cohn-Bendit 1975 sein Buch „Der große Basar“ schrieb, war ich noch nicht geboren.

Ich werde die in dem Buch und alle später gemachten Äußerungen an dieser Stelle nicht wiederholen. Aber ich bitte wirklich darum der Quellenangabe am Ende des Beitrags zu folgen und sich den Artikel auf Telepolis anzusehen. Wer danach noch immer an die harmlosen GRÜNEN glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Die GRÜNEN decken diesen Mann ebenso, wie ihren Halbgott Joschka Fischer, der 1968 ebenfalls kein Kind von Traurigkeit war. Das scheint Tradition zu haben bei dieser Partei, auch Cem Özdemir und Volker Beck sind keine gesetzestreuen Bürger. Konsequenzen hat das keine, sie werden von deutschen Schlafschafen weiter gewählt.

Fazit: Wir leben in einem Unrechtsstaat, der nur scheinbar „Rechts“ oder „Links“ gewesen ist. BürgerInnen werden in Angst versetzt, unliebsame Stimmen mundtot gemacht. Stichwort: Die Morde der RAF. Aber das ist wieder ein anderes Kapitel. Man könnte diese Liste der Enthüllungen noch endlos weiterführen, aber ich belasse es dabei.

Vermutlich werden einige LeserInnen diese Infos mit einem „Na und, ist ja nur gegen Rechts“ zur Kenntnis nehmen. Was es bedeutet, wenn sich angebliche DemokratInnen mit bekennenden Feinden Deutschlands verbünden, dies bei Konfrontation noch leugnen, scheinen viele nicht zu verstehen. Also geht alles weiter wie bisher und niemand steht dagegen auf. Das ist der eigentliche Skandal.

 

Quellen:

1. Das Buch „Der Links-Staat“, von Christian Jung und Torsten Groß

2. Das Video: „Der Links-Staat“

3. Das Video: „Der Links-Staat, Teil 2“

4. Das Video: „Der Links-Staat, Teil 3“

5. Verharmloste linke Gewalt

6. Linke Gewalt

7. Linksextreme Medien

8. Daniel Cohn-Bendit

10. Eigene Recherchen

11. Mehrere Videos, die  im Text verlinkt sind

Die in den Quellen (Videos) vorkommenden politischen Aussagen stellen allein die Meinung der entsprechenden Personen dar. Sofern es sich um reine Aussagen über Links- bzw. Rechtsextremismus handelt gehe ich damit konform.

 

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Erinnerungen an Deutschland

„Wie ist das eigentlich in die eigene Heimat auszuwandern?“, hat mich meine Freundin Karin mit Tränen in den Augen gefragt, als sie uns verabschiedet hat. Mit dieser Frage hat sie bereits verraten, was ich euch ab heute erzähle. Ich spreche von meiner (vorläufigen) Rückkehr nach Japan, dem Land in dem ich geboren worden bin. Aber geht das so einfach, finde ich mich dort zurecht? Immerhin sind die Kulturunterschiede riesig.

Viele Deutsche sind von Japan fasziniert. Auf mich wirkt das wie eine Art von mystischer Verklärung, die keine Grundlage hat. Abgesehen von der Schönheit japanischer Frauen. Ich muss das wissen, eine sitzt bekanntlich immer neben mir. Leider konnte ich sie seit einigen Jahren nicht mehr dazu überreden, auch eigene Beiträge zu verfassen. „Mach du“, hat sie gesagt. „Ich schimpfe dann, wenn du über mich schreibst.“

Natürlich ist das nur Spaß. Streit, den haben nur die anderen. „Wie ist das eigentlich in die eigene Heimat auszuwandern?“, habe ich auch Yuki gefragt und ein gespielt empörtes „Das habe ich nur wegen dir gemacht!“ als Antwort bekommen. Aus diesem Wortgeplänkel habe ich ein Interview gemacht. Viel Spaß beim lesen.

„Für ein Schwabenmädel kann Japan ein Kulturschock sein“, sagt Yuki. „Zum Glück spreche ich japanisch!“ „Ist das so?“, necke ich sie im Fukuoka Dialekt und bekomme ihre Zunge zu sehen. „Ist ja gut meine Süße“, sage ich ungerührt, „du lässt dich bestimmt gleich wieder scheiden.“

„Das hättest du wohl gern!“, höre ich und empört stemmt sie die Hände in die Hüften. „Wehe du schaust nach einer anderen Frau! Mich wirst du nämlich nicht mehr los, damit das klar ist!“ Yuki (gespielt) wütend ist eine Sensation, sie wird dann gleich noch eine ganze Spur hübscher.

Wie immer wechseln wir zwischen unseren beiden Sprachen hin und her, aber unser Verhalten wird zunehmend japanischer. „Vermisst du etwas in Japan?“, will ich wissen. „Klar doch“, erwidert Yuki, „den Ritt auf einem wilden Mann.“ Ich schenke ihr einen (gespielt) finsteren Blick, prompt folgt ihr silberhelles Lachen. „Wie du meinst“, sage ich, „morgen kaufe ich dir einen GT-R.“

Wir albern herum und packen weiter unzählige Kartons aus, die in einem Seecontainer nach Japan gekommen sind. Die Stuttgarter Wohnung haben wir verkauft und das Geld anderweitig investiert. Die Nachbarin hat uns alles Gute gewünscht. „Sind Sie und Ihre Schwester jetzt mit dem Studium fertig?“, will sie wissen. Die alte Frau hat nie verstanden wer wir wirklich sind. Kein Ding für uns, wir haben sie trotzdem gemocht.

„Was vermisst du?“, will nun Yuki wissen. „Alles und nichts“, erwidere ich. „Das Leben ist nun mal Veränderung. Und was weiß ich heute schon, ob wir für immer bleiben …“ Yuki scharf ausgestoßener Atem lässt mich schmunzeln. „Wehe du hast schon wieder etwas vor!“, höre ich.

Ich kann sie beruhigen, alle Reisen sind vorerst abgesagt. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viele Aufträge bekommen“, sagt Yuki. Sie spricht von unserer kleinen Zweifrau-Firma, die wir in Fukuoka gegründet haben.

Ein erstes Seminar haben wie bereits gegeben und JapanerInnen den Umgang mit Deutschen erklärt. Inklusive dem Satz „Ein Bier bitte!“ Wir haben alle herzlich über die Fehler bei der Aussprache gelacht. Humor der anderen Art, der neue Freunde schafft.

Das Interesse an Deutschland ist in Japan groß. Wie lebt man dort, was kann man unternehmen? Ist es vielleicht sogar gefährlich als Ausländer? Diese und andere Fragen beantworte ich gern. Ein Mann in meinem Alter, der kurz vor der Abreise nach Düsseldorf steht, spricht mich auf die Morde an jungen Mädchen in Deutschland an. „Ich habe eine kleine Tochter“, sagt er. „Muss ich mir Sorgen machen?“ Ich rate ihm gewisse Gegenden zu meiden. Er verbeugt sich und versteht.

„Vermisst du die USA?“, frage ich Yuki weiter, „immerhin war es recht lustig dort.“ „Japaner sind schon manchmal komisch“, erwidert Yuki, „daran muss ich mich noch gewöhnen.“ Sie spricht von der generellen Nichtbeachtung unserer Ehe, die in Japan nicht anerkannt wird.

Uns interessiert das herzlich wenig, wir gehen trotzdem Hand in Hand. Die Akzeptanz von LGBT ist in Japan noch weit von der Realität der USA und Europa entfernt, aber es wird langsam besser. Vielleicht sollte ich mich engagieren.

„Was hältst du von der politischen Lage in Deutschland?“, frage ich weiter und kenne Yukis Antwort schon. „Ich fühle mich viel sicherer hier.“ Was ich unterschreiben kann. In Fukuoka kann Frau allein durch Parks und Straßen gehen. Die Yakuza sind normalerweise wenig an Ärger interessiert, zur Not gibt es einen Mittelfinger.

Die japanische Polizei hat wenig Probleme und ist zum Teil sogar überpräsent. Tiefere Einblicke in die japanische Polizeiarbeit habe ich durch meinen Onkel bekommen. Das war sein Dank für meine Hilfe, die Yakuza hinter Gitter zu bringen.

Mit den Worten „Wir brauchen immer gute Polizisten“, beweist er Humor, „du würdest bestimmt eine gute Ermittlerin sein.“ „Klar“, fügt Ken hinzu. „Die würde sie doch alle verhauen!“ Prompt boxe ich ihm liebevoll in den Magen, er hat den Schlag nicht kommen sehen.

„Macht dir das Wetter zu schaffen?“, frage ich Yuki. „Die Sommer in Deutschland waren lange nicht so warm.“ Die Frage ist rein rhetorisch bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und 34 Grad. Durchgehend versteht sich, auch in der Nacht kühlt es kaum ab. „Ach was“, erwidert Elfchen und schaut mich frech an. „Wo du bist, muss es einfach hitzig sein.“

Leipziger Allerlei

Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen. (Heinrich Heine)

Warum dieses Zitat, warum die kulinarische Überschrift? Beides hat den einfachen Grund, dass wir am letzten Wochenende auf der Leipziger Buchmesse waren und fröhlich durch schier endlose Hallen gewandert sind.

Yukis üblichen Rucksack hat man(n) freundlich kontrolliert. Klar, wir sahen wenig gefährlich aus. Der Aufkleber der GRÜNEN prangt dort noch immer, die verblassende Erinnerung an eine andere Zeit. „Wehe du kaufst wieder 100 Bücher“, hat sie im Scherz gesagt. Ich gestehe, es waren (keine!) nur 99.

Verlage gegen … wen oder was?

Über die Buchmesse ist im Vorfeld viel geschrieben worden. 200 Verlage und Buchhändler haben eine Petition gegen „Rechte Verlage“ unterzeichnet. Liest man das, schaut man sich die Hype der Medien an, tauchen hunderte von Braunhemden vor dem geistigen Auge auf. Die Wahrheit sieht anders aus.

Es ist genau dieser Rauch um Nichts, den ich massiv kritisiere. Zwei Verlage, zwei Stände, die wenige Quadratmeter hatten, standen einfach da und haben mehr Aufmerksamkeit bekommen, als ein renommierter Verlag. Das war kostenlose Werbung, was also sollte das?

Die Leipziger Buchmesse ist ca. 100.000 qm groß. Die Zeitschrift COMPACT und der Antaios-Verlag, genau die bösen Verlage um die es ging, belegten einige wenige qm. Wo war nun die verbreitete Gefahr? Ach so, deren Bücher! Klar, verbrennen wir die doch!

So etwas wie moralische oder unmoralische Bücher gibt es nicht. Bücher sind gut oder schlecht geschrieben. Weiter nichts. (Oscar Wilde)

Verharmlose ich? Muss man nicht „den Anfängen wehren?“ Ja, den Anfängen einer unterdrückten Meinungsfreiheit. Jeder hat das Recht seine Meinung zu vertreten, ob das nun jemand passt oder nicht. Der Öffentlichkeit das Märchen vorzugaukeln, dass massenhaft „Rechte Verlage“ auf der Messe gäbe, wirft einmal mehr ein schlechtes Licht auf die Presse. Willkommen in der deutschen Realität.

Der Samurai und die Elfen

Auf dem Parkplatz angekommen hält neben uns ein älterer Golf, den drei Elfen und ein Samurai entsteigen. Cosplayer, auch sie sind auf der Messe vertreten. „Seid ihr vielleicht Japanerinnen?“, fragt ein Mädel mit rosa Perücke hoffnungsvoll, was mir den Satz „Nix för onjot, ech bin e rechteg Düsseldorwer Mädche“, entlockt. Ob die das verstehen?

Gelächter folgt und der Satz „Mir sin us Kölle!“ „Hört nicht auf die“, meldet sich nun Yuki. „I schwätz schwäbisch, I bin a Schwobamädle.“ Die Cosplayer sind hellauf begeistert und überhäufen uns mit Fragen. Wir beschließen gemeinsam zur Messe zu gehen.

Ich war schon immer neugierig auf Menschen und bekomme problemlos Kontakt. Yuki tut sich deutlich schwerer, das ist ihre japanisch-schwäbische Art. Auch in Japan haben wir unseren Bekanntenkreis aufgestockt und haben versucht den Leuten schwäbisch beizubringen. Ich glaube die üben immer noch.

Wir verbringen etwas Zeit mit der kleinen Truppe. Sie alle lieben Japan und versuchen sich auch mit der Sprache. Wir geben Tipps und alle freuen sich. Sven, der ein selbst zusammengeschustertes Samurai-Outfit trägt, will unbedingt etwas über Schwerkampf wissen. Beiläufig hatte ich meinen Hintergrund erwähnt.

Ich demonstriere ihm, wie das Schwert richtig zu halten ist und gebe ihm noch die Adresse eines wirklich guten Dojos. Aus Dankbarkeit schenkt er mir einen Manga. Wir verabschieden uns schließlich und gehen unseren Weg, als plötzlich mein Handy klingelt.

And Simone said …

Die Anruferin ist Simone, die Enkelin von Graf Werner. Einige LeserInnen werden sich vielleicht an ihn erinnern. Simone hat ein großes Problem und keine Lösung. „Mein bester Mitarbeiter hat vor einigen Wochen auf ziemlich schäbige Art gekündigt“, lässt sie mich wissen. „Er ist mit äußerst sensiblen Daten weg.“

„Was sagt die Polizei?“, will ich wissen. „Du hast ihn doch hoffentlich angezeigt?“ „Natürlich, er hat ein Ticket nach Shanghai gebucht. Die Ermittlungen laufen noch. Aber das zu wissen hilft mir wenig, ich brauche dringend Ersatz und eine Idee, wie ich eine Katastrophe verhindern kann. Wenn die Daten in die falschen Hände gelangen …! Opa Werner sagte mir, dass du wieder in Deutschland bist und nächste Woche nach Hamburg kommst. Ob du mir vielleicht helfen könntest?“

Ich überlege kurz. Mein Termin bei Graf Werner wird am Montag sein. Es geht um die Rückübertragung der Tuning-Schmiede an Yukis Vater. Es war Graf Werner, der die Firma vor dem Konkurs gerettet hat. „Ich behalte 25 Prozent“, schlägt er vor, wir werden uns schon einig.“ „Ab Dienstag hätten wir Zeit“, sage ich.

„Das ist perfekt“, sagt Simone. Ihre Stimme klingt erleichtert. „Ich habe einige Bewerber für die Stelle und auch schon einen Profiler engagiert. Aber ich hätte dich trotzdem gern mit dabei. Du kennst dich doch mit Menschen aus.“

Profiler haben oft Psychologie studiert und setzen ihre Kenntnisse nun in der Wirtschaft ein, um geeignete BewerberInnen für hochsensible Stellen zu finden. Menschen zu analysieren hat auf den ersten Blick wenig mit BWL zu tun. Aber ich mir sicher, dass ich helfen kann. Immerhin habe ich schon mehrfach MitarbeiterInnen bewertet.

Ich informiere Yuki und sie nickt. In ihrem hübschen Köpfchen wird sie nun alles für den Trip vorbereiten. „Ich weiß genau was du wieder denkst“, sagt sie schmollend und lacht dabei, „aber eine muss ja den Überblick behalten. Sag, hast du Hunger?“

Der Freitag

Fürsorglich wie immer, hat Yuki Onigiri – japanische Reisbällchen und Mineralwasser eingepackt. „Schau mal“, sagt sie, „ist das nicht dieses Augstein-Blatt?“ „Der Freitag“, lese ich und nicke. „Magst du schauen?“ Sie schüttelt den Kopf, als wir auf drei AktivistInnen der Antifa treffen. Zumindest ihre T-Shirts weisen sie als solche aus.

„Ihr seid doch bestimmt auch gegen Nazis?“, fragt mich einer. „Oder sprecht ihr kein Deutsch? English maybe?“ Ich widerstehe der Versuchung die japanische Touristin zu geben. „Such dir eine Sprache aus“, erwidere ich nur. „Aber magst du mir bitte sagen, ob die Nazis als Zombies auferstanden sind? Ich habe noch keine gesehen.“

„Nee“, sagt mein Gegenüber, „wir meinen diesen rechten Antaios-Verlag.“ „Und was habt ihr da vor?“, will ich wissen. „Wollt ihr die mit brauner Farbe besprühen?“ Er will etwas sagen, aber verkneift es sich doch.

„Eigentlich wollen wir nur mal schauen“, sagt seine Begleiterin, „wir sind keine Aktivisten, wir sind von der SPD.“ „Das klingt schon viel besser“, erwidere ich. „Wollt ihr vielleicht mit dem Verleger diskutieren?“ Empörung pur steht nun auf ihren Gesichtern. „Wie bist du denn drauf, mit Nazis reden wir nicht!“

Alles Nazi(s)

„Die ganze Messe ist doch gegen diese Rechten“, fährt der Sprecher fort. „Jeder darf in Deutschland seine Meinung sagen“, unterbreche ich ihn. „Oder rufen die zum Massenmord an Gummibärchen auf? Die finde ich übrigens auch sehr lecker.“

„Verteidigst du die etwa?“, fragt er lauernd. „Brauchen die einen Verteidiger?“, will ich wissen. „Wer ist der Ankläger? Du?“ Er schnauft, ich habe einen ersten Sieg errungen. „Du bist doch bestimmt auch gegen Faschisten?“, versucht er eine andere Taktik. Aber die Frage hatte ich erwartet.

„Gibt es hier denn welche?“, kontere ich und deute auf seine T-Shirt. „Oder meinst du die Sturmtruppen der Antifa-SA?“ Er wird kreidebleich und schaut mich wütend an. „Wie … wie hast du uns genannt?“

„Wer vermummt sich denn feige und wirft Steine auf die Polizei“, will ich wissen. „Wer fackelt die Autos von normalen BürgerInnen ab und stellt halb Deutschland unter Generalverdacht? Wer skandiert ständig, dass es sich bei Deutschland um ein mieses Stück Scheiße handelt?“

„Das muss man aber differenziert sehen“, mischt sich nun das Mädel ein, der die Sache sichtlich unangenehm ist. „Wir haben mit dem Schwarzen Block nichts zu tun und lehnen Gewalt ab! Aber du musst doch zugeben, dass man etwas gegen diese Verlage unternehmen muss!“

„Was denn, willst du ihre Bücher verbrennen? Damit stellt ihr euch auf die gleiche Stufe, wie die Braunhemden damals. Warum versucht ihr nicht wenigstens eine Diskussion? Fällt es so schwer über den eigenen Schatten zu springen?“

Redeverbot

Meine Worte schneiden sich tief in die Seelen meiner Gegenüber. Gehe ich zu hart mit ihnen ins Gericht? „Die reden doch auch nicht mit uns“, höre ich, aber es klingt kleinlaut und wenig überzeugend. „Außerdem sind die gegen Ausländer!“

„Echt jetzt?“, frage ich amüsiert. „Wisst ihr was, wir gehen das jetzt testen. Ich wette um ein Abendessen, dass ihr auf dem Holzweg seid.“ Einhellige Ablehnung schlägt mir entgegen. „Wir … wollen das nicht.“ Das kurze Zögern erhärtet meinen Verdacht. Gibt es ein Redeverbot?

Ich erzähle von meinen Gesprächen mit AnhängerInnen der verschiedenen Parteien und das Yuki und ich vor einigen Jahren in Stuttgart mit den GRÜNEN auf der Straße gewesen sind, um für die Ehe für alle zu demonstrieren. „Ohne Diskurs hätte ich die Gegenargumente nie erfahren.“

Das Trio ist überrascht, aber wir steigen wieder merklich in ihrer Achtung. Sie wollen vorher noch zum Hanser-Verlag in Halle 4. Ein junger Mann rümpft die Nase, als wir in dem Sachbuch von Heinz Bude „Adorno für Ruinenkinder – Eine Geschichte von 1968“ blättern.

„Einfach mal reinlesen“, sage ich zu dem Naserümpfer. „Das ist mindestens so cool, wie deine COMPACT.“ Prompt wird er rot und versucht das Magazin zu verstecken. „Alles gut“, beruhige ich ihn, „wir sind keine radikalen Linken.“

Angst ist nur ein Gefühl

Er bleibt stehen, auf seinem T-Shirt prangt der preußische Adler. „Was steht denn da so drin?“, fragt er. Wir kommen ins Gespräch, er ist ein Aktivist. Seine Sprache ist gewählt, gutes Hochdeutsch mit leicht sächsischem Akzent. „Was habt ihr gegen uns?“, will er wissen.

Unsere Begleiter geben sich einen Ruck und zögernd werden Worte gewechselt. Schnell wird klar, man kennt die Ansichten des anderen nicht. Vieles bleibt vage, vieles hat man nur gehört. „Wir haben einfach Angst“, gesteht uns der junge Mann,„wir möchten unsere Heimat nicht verlieren.“

„Das ist doch schon wieder diese völkische Parole!“, giftet der Sprecher des Trios los. „Die gemeinsame Liebe zur Heimat kann genau das fehlende Bindeglied sein, um einer multikulturellen Gesellschaft den Weg in die Zukunft zu weisen“, sage ich. „Als geborene Japanerin mit deutscher Staatsangehörigkeit bin ich stolz darauf Deutsche zu sein. Ich liebe Deutschland! Das ist gesunder Patriotismus und den wird mir keiner nehmen.“

Leider bleibt es bei den wenigen Worten, das Misstrauen ist zu groß. Die Diskussion dreht sich im Kreis. Ich habe wenig Lust ständig die Vermittlerin zu spielen, gebe dem verfeindeten Quartett aber die Worte „Angst ist nur ein Gefühl“, mit. „Aber dieses Gefühl kann trügen. Trotz Angst den Diskurs zu suchen, das erfordert Mut.“

Bücherwürmer

In der Folgezeit betätigen wir uns als Bücherwürmer und laufen kreuz und quer durch die Messe. Plötzlich gibt es Gedränge vor Halle 5, die Worte fliegen. „Hier kommt keiner mehr rein!“, höre ich. Vor uns steht ein Antifa-Aktivist, der die Arme vor der Brust verschränkt. Zwar überragt er mich deutlich, aber vor Männern hatte ich noch niemals Angst.

„Dürfen wir bitte durch“, frage ich freundlich. Er fixiert mich und will mich niederstarren. Zehn Sekunden später gibt er auf. „Na geht halt“, sagt er und fügt leise hinzu „Kannst du böse schauen!“ Ja, das kann ich. Und?

„Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!“, „Nie wieder Deutschland!“, „Nazis raus!“, skandiert eine Antifa-Gruppe. „Sind die doof?“, fragt Yuki und erntet Lacher umstehender Menschen. „Aber sowas von!“, höre ich. „Denen sollte man mal den Hintern versohlen,“ sächselt ein älterer Mann. „Nein“, sage ich, „eher das Taschengeld streichen“, was mir Zustimmung einbringt.

Giftige Blicke streifen mich, aber keiner sagt ein Wort. Gegendemonstranten halten schweigend Schilder hoch, auf denen „Versager gegen Rechts“ zu lesen ist. „Was für ein Kindergarten“, meint Yuki. „Wollen wir weitergehen?“ 

Ich befürchte, dass es genau so weitergehen wird in Deutschland. Die Bestätigung kam bereits am Montag, als in Hamburg ein Teilnehmer der Anti-Merkel Demonstration krankenhausreif geprügelt worden ist. Die Polizei fahndet mit Fotos.

Bestätigt hat uns die Buchmesse einmal mehr, dass Bücher immer Spaß machen, Menschen aber noch mehr. Sie sind es, die Geschichte(n) schreiben. Vor allem wenn sie miteinander reden statt gegeneinander Parolen zu brüllen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. (Heinrich Heine)

 

Familie ist wichtig, Freundschaft auch

Teile dieses Beitrags bilden einen Zeitraum vor unserem Abflug nach Deutschland ab.

„Familie ist wichtig“, diese Aussage bestimmt mein Leben und das vieler JapanerInnen. Auf das Land bezogen bedeutet dieser Satz, dass der Tenno der Vater ist und die BürgerInnen seine Familie. Und wieder lüfte ich ein Geheimnis wenn ich sage, dass ich die Institution des Kaisers mag. De facto hat er keine Macht. Aber äußert er sich, was selten geschieht, wird seinem Wunsch entsprochen.

China ging seine schon 1992 gemachte Entschuldigung zu den japanischen Kriegsverbrechen nicht weit genug. Die Kommunisten wollten das von der japanischen Regierung hören und haben offenbar nie verstanden, wie Japan funktioniert. Hätten die Chinesen mal besser ihren Kaiser behalten.

Mütter und Töchter

Bekanntlich kümmern wir uns seit Monaten um meine Cousine und ihre beiden Töchter. Yuki und ich haben oft die Ersatzmütter gespielt. Das hat uns einen Vorgeschmack darauf gegeben, wie sich ein Eheleben ändern kann. Ist das Kritik an der Mutterrolle, ist das Experiment gescheitert?

Nach der Trennung von ihrem Mann war meine Cousine am Boden. Wir haben sie nach Deutschland geholt und später in die USA mitgenommen. Auch in Japan waren wir oft für sie da, die Mädchen lieben uns sowieso innig. Nun die für uns schlechte Nachricht, Cousinchen geht es besser. Aber eigentlich ist das gut.

Therapie und Sport (Karate), haben, zusammen mit den neu erwachten Willen meiner Cousine, ein kleines Wunder bewirkt. Die Mädchen sind total begeistert, wenn nun auch ihre geliebte Mama mit ihnen kicken geht. Sie hat mittlerweile den ersten Gürtel bekommen und freut sich auf ihre ganz besondere Art.

Völlig untypisch für sie, unser Verhältnis war nie sehr innig, hat sich mich voller Dankbarkeit umarmt, ist fürchterlich verlegen geworden und wir alle haben dann sehr japanisch gelacht. Arzt und Psychologe sprechen vorsichtig von Heilung. Yuki und ich sind also wieder kinderlos.

„Schade“, sagt Elfchen mit lachendem Unterton, „ich hatte mich so an die Kleinen gewöhnt.“ „Vielweiberei liegt dir also“, kommentiere ich trocken und ernte Yukis berüchtigtes „Du bist doof!“ Ich weiß wie sie es meint. Aber um etwas zu trauern war nie mein Ding, ich blicke stets nach vorn.

Yuki sieht das ähnlich, ich habe sie mehrfach gefragt. Sie mag Kinder sehr, aber sie erkennt auch die Probleme. Sobald wir ein eigenes Zuhause haben, das  Land wird noch nicht verraten, werden wir das Projekt „Kinder“ in Angriff nehmen.

Ausgeflogen

„Wir könnten am Mittwoch nach Deutschland fliegen“, sage ich wie nebenbei und blättere scheinbar gelangweilt in einem Buch. Elfchen schnellt wie von der Tarantel gestochen hoch. „Bist du verrückt? Wir müssen doch erst packen! Wann hast du dir das nun wieder ausgedacht?“

Meine Spontanität mache sie regelmäßig wahnsinnig, wie sie gern erklärt. Und doch will sie keine Minute missen. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. (Das hat sie gelesen und mir die Zunge rausgestreckt.)

Auch Ken geht es längst schon wieder besser. Die Rippen sind ebenso verheilt, wie seine verletzte Seele. Ganz der Alte flirtet er aus Spaß mit Yuki und bietet an, der Vater ihrer Kinder zu werden. Wir haben ihn so lange gekitzelt, bis er um Gnade gebettelt hat.

Deutschland wir kommen! Tante Helga freut sich schon. Die beste Freundin meiner Mutter, hat auf unser Haus aufgepasst. Wir haben einiges in Deutschland zu regeln, privat und geschäftlich, das wird gut. Auch die Leipziger Buchmesse steht auf dem Programm. Ob wir es wirklich zeitlich dahin schaffen, werden wir noch sehen.

Automäßig sind wir mit dem Wagen meines Vaters versorgt, der zum Glück noch angesprungen ist. Aber heute wird es keine Reise geben, meine beste Freundin Karin ist zu Besuch. Später werden noch ihre Frau und Kinder kommen. Und während ich den letzten Satz eintippe, steht schon die nächste Freundin vor dem Haus.

Fremde Heimat

Es fühlt sich komisch an wieder in Deutschland zu sein. Und doch ist es richtig. Zwar ist unsere innere Uhr total durcheinander, aber Grüner Tee weckt die Lebensgeister.

Morgen wird es in Richtung Stuttgart gehen, Wolf und die Tuningschmiede warten schon. Und auch Linda und der Rest der Truppe, die uns unbedingt wiedersehen möchten. Ja, auch Freundschaft ist wichtig. Ich habe diese Mädels wirklich vermisst.

Meine LeserInnen müssen nun einige Stunden (Tage) ohne mich auskommen. Ich melde mich am oder nach dem Wochenende wieder.

Klein Tokio liegt in Düsseldorf

Rund 6.000 JapanerInnen leben in Düsseldorf und bekanntlich bin auch ich dort aufgewachsen. Das japanische Viertel wird liebevoll „Klein Tokio“ genannt und natürlich sofort mit mir assoziiert. Aber leider muss ich all jene enttäuschen, die mich dort heimisch sehen. Wir haben niemals dort gewohnt, Düsseldorf bietet schönere Flecken.

Meinen Eltern war stets wichtig, dass wir ungestört leben konnten. Der Kauf unseres Hauses war die logische Konsequenz. Dazu gehörte neben Mut auch jenes Selbstvertrauen, das als Markenzeichen meiner Familie gilt.

Galileo hat vor einer Weile eine Sendung über das japanische Viertel gemacht, über die ich schon mehrfach berichten wollte. Aus Sicht eines jungen Japaners, der schon lange in Deutschland lebt, werden dort (seine) Eindrücke von „Klein Tokio“ präsentiert.

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Mögliche Fragen beantworte ich vorab: Nein, ich kenne diesen Japaner nicht. Ja, ich kenne die Japanische Schule. Ja, ich verstehe und spreche die rheinische Mundart, vermeide das aber meist. Ebenso wie Yuki schwäbisch schwätzen kann, es aber tunlichst unterlässt.

Ja, wir haben mit Stäbchen gegessen und meist japanisch. Wir vertragen keine „Haxe mit Sauerkraut.“ Nein, ich werde keine Ratschläge zu Restaurants oder Sehenswürdigkeiten geben. Wer „Klein Tokio“ besuchten möchte, der sollte das ganz einfach tun.

Wie muss man sich ein Haus von Japanern in Deutschland vorstellen, werden sich  einige LeserInnen fragen. Haben wir es etwa umgebaut? Den Keller zumindest als Dojo und den Garten im japanischen Stil. Der Rest des Hauses blieb unangetastet deutsch.

Bei aller Tradition sind meine Eltern fortschrittlich eingestellt und haben einen Esstisch und dazu passende Stühle gekauft. Ebenso Sofa und Sessel fürs Wohnzimmer. Das hat uns viel(e) Freu(n)de gebracht. Wer will schon immer auf dem Boden sitzen.

Auch in Los Angeles gibt es ein „Japantown“, wie in vielen anderen Städten auf der Welt. Aber wer braucht schon Kopien, wenn (m)ein Blick auf ein japanisches Original genügt, das stets in meiner Nähe ist.

Gedanken einer Ausländerin: Die Angstmacher

Als Ausländerin in Deutschland und Kind zweier Welten, habe ich stets eine andere Sicht der Dinge gehabt. Mir fehlt jene kleinbürgerliche Beschränktheit, die in vielen Wohnzimmern zu Hause ist. BILD war nie meine Quelle, wenn ich wirkliche Nachrichten suchte. Und Hass auf (Wort der eigenen Wahl einsetzen), hat keinen Platz in meinem Sprachgebrauch.

Wenn die Angst regiert

Folgt man der uns von Staat und Medien oktroyierten Meinung, so geht die nackte Angst in Deutschland um. An jeder Ecke lauern böse Nazis, die hilfsbedürftige Flüchtlinge oder Ausländer abgrundtief hassen. Und im Bundestag sitzen die nun auch! Sagen die Medien und PolitikerInnen und nicken dazu im Takt.

Wie durchsetzt die Altparteien nach 1945 mit (ehemaligen) Nazis waren, haben sie offenbar vergessen. Aber es ist bekanntlich einfacher den Nachbarn zu kritisieren, als den Dreck vor der eigenen Haustür zu sehen. Wer das nicht glauben will, ein Klick hilft beim Geschichtsunterricht:

Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren

Ich habe 30 Jahre in Deutschland gelebt und bin diesem angeblichen Hass auf Ausländer nie begegnet. Spinnern ja, aber die hatten weniger eine politische, als vielmehr eine sexuelle Orientierung. Und manche waren einfach nur dumm.

Mein asiatisches Aussehen hat mich mehrfach in den Fokus männlicher Lust gerückt und als lesbische Frau bin ich in dieser Hinsicht besonders empfindlich. Kein Mann fasst mich an oder macht mir Avancen, ohne die Konsequenzen zu ziehen.

Die Frankfurter Schule

Adorno und Horckheimer gelten als Vorreiter der Studentenbewegung, die sich gegen den „Muff von 1000 Jahren“ wandte. Immer wieder gibt es Gerüchte, „man“ habe diese Herren nur eingesetzt, um die Deutschen umzuerziehen.

Fakt ist, der erfolgreiche Marsch der 68iger durch die Institutionen hat stattgefunden. Adorno hatte damit nichts zu tun. Linke haben seine Worte lediglich umgedeutet. Wer dahinter steckt, ist für diesen Beitrag unerheblich.

Diese Abrechnung der Kinder mit ihren Eltern hat Züge angenommen, unter denen Deutschland seit Jahrzehnten ächzt. Und schon der nächsten Generation wird wieder eingebläut, dass alle Deutschen in kollektiver Erbschuld leben. Das ist so dumm wie falsch. Sich zu erinnern, aber den Blick nach vorn zu richten. ist die bessere Methode. Andere Nationen machen uns das vor.

Der Wind dreht sich

Offenem Rassismus bin ich nie begegnet. Was kaum verwundert, JapanerInnen sind in Deutschland schon immer willkommen. Aber wie sieht das bei den sogenannten Rechten aus?

Angeblich wird Düsseldorf-Garath von Neo-Nazis beherrscht und ist zur „No-Go-Area mutiert.“ Aber im Gegensatz zum Maghreb-Viertel, hat mich dort keiner offen angemacht. Sind Rechte also besser als die Kollegen von der Antifa? Kaum.

Aber um diese Frage wirklich zu beantworten müsste man erst klären, was ein „Rechter“ ist. Konservative, wie CDU/CSU, die sich als Parteien der Mitte sehen, gehören per Definition auch dazu. Eigentlich alle bürgerlichen Parteien. Nur für Deutschland gilt das scheinbar nicht.

Natürlich gibt es diese ewig Gestrigen, die von germanischen Reichen träumen und dabei meist (Frei)Bier konsumieren. Sie hören Rockmusik und verhalten sich ansonsten recht prollig. Die gewaltbereiten Extremisten sind Polizei und Verfassungsschutz bekannt und beim NPD-Verbot winken selbst Verfassungsrichter ab.

Nichtsdestotrotz gibt es steigende Übergriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte, die das BKA kritisch bewertet und trotzdem von „persönlichen Motiven“ der Täter spricht. Gleichzeitig warnt die Behörde davor, dass diese Gewalt zunehmen kann und vermutlich auch wird. Merkel & Co. haben auch dieses Problem geschaffen.

Der undifferenzierte Umgang mit den Migranten ist das Kernproblem in Deutschland, dessen linker Geist sich über alles Konservative entsetzt und sofort in Nazinähe rückt. Aber die Mehrheit der nach Deutschland eingereisten Menschen sind keine Flüchtlinge sondern Migranten, die in den meisten Fällen keine Perspektive in Deutschland haben.

Dagegen wehren sich neben besorgten BürgerInnen auch besagte Rechte, die allerdings zu anderen Mitteln greifen. Und so werden aus friedlichen Demonstrationen plötzlich Steine geworfen. Die Polizei sieht nur „PEGIDA“, die wahren Täter bleiben unbekannt.

Die (Anti)Faschisten

Die (gewaltbereite) linke Szene, ist ebenso groß wie ihr rechtes Pendant, aber wesentlich aktiver. Zählt man die meist linksgrünen Medien und jenen Teil der Bevölkerung hinzu, der GRÜNE, Linke und Sozis wählt, gibt es ein riesiges Ungleichgewicht. Siehe den Hamburger G20-Gipfel. Da hat die Antifa randaliert. Gegen alles und jeden und gegen sich selbst. Wer Deutschland abschaffen will, der sollte es in ein Land seiner Wahl verlassen.

In genau diesem Deutschland haben besorgte Gutmenschen eine wortgewaltige Streitmacht erstellt und säubern mit fanatischem Eifer das Netz und ihre private Umgebung vom braunen Schmutz, der meist nur in ihrer Einbildung existiert. Aber auf dem linken Auge sind sie blind.

Mit wahrem Fanatismus und einem schon fast krankhaft zu nennenden Sendungsbewusstsein werden selbst Freunde und Familienmitglieder bis aufs Blut bekämpft, wenn die politische Richtung anders ist. Dabei wenden sie genau die Mittel an, die ab 1933 in Deutschland zum Einsatz kamen.

Im Gegensatz zu den pseudolinken Brüllkindern der Antifa, habe ich immer und gern auf hohem Niveau diskutiert. Die prügelnde Sprachlosigkeit der Linken ist mir mittlerweile ebenso zuwider, wie es Stammtischparolen schwingende Rechte schon immer waren.

Diskurs statt Gewalt

Proteste, Widerstand, Aktionen, die aus der Mitte der Gesellschaft stammen, unterscheiden sich eklatant vom Populismus ideologisch motivierter Gruppen, in denen die wahren Angstmacher zu finden sind. Ihr blinder Eifer, ihre Belehrungswut spaltet die Gesellschaft, die langsam genug davon hat.

So war das auch 1933, als Rotfront gegen die Braunhemden marschierte. Schon damals hat man beide Seiten aufgehetzt und Brüder haben sich die Zähne eingeschlagen. Am Ende stand eine Diktatur, die Millionen ins Chaos stürzte. Aber wir leben in anderen Zeiten, die Menschen sollten klüger sein.

„Man muss den Anfängen wehren!“, ist ein Argument, das ich zwar unterstütze, aber dazu andere Mittel wähle. Eine Demokratie lebt vom Diskurs, von sachlich vorgetragenen Thesen. Geifernder Hass trägt wenig zum gegenseitigen Verständnis bei.

„Man kann mit Rechten / Linken nicht reden, die haben nur ihre dumpfen Parolen!“, wird oft behauptet und prompt betätigen sich beide Seiten als infantile Plärrer. Meine abschließende Frage an diese Lager lautet: „Was wäre, wenn ihr wieder miteinander sprecht, statt Fäuste und Trillerpfeifen einzusetzen?“ 

Living in America

„Living in America“, hat der Sänger James Brown einst gesungen. Living in America, das gilt auch für mich. Wir haben uns am Wochenende auf die lange Reise gemacht und sind ohne Komplikationen angekommen. Andere hatten weniger Glück.

Im Gefolge haben wir meine Cousine samt Töchtern und auch Ken ist mit dabei. Geld ist unwichtig, wenn es um Hilfe geht. Und die braucht meine Cousine dringend. Tante Makiko hat bereits alles arrangiert und einem guten Psychologen konsultiert. Er ist Japaner und lebt schon sein halbes Leben in den USA. Beste Voraussetzungen also. Das wäre geschafft.

„Und was ist mit den Kindern?“, werden sich einige LeserInnen fragen, „was ist mit ihrem Vater?“ Trennungen laufen in Japan anders ab. Dort gilt die Schuldfrage immer noch. Der Vater hat so gut wie keine Chance, das Sorgerecht für Kinder zu erhalten und meist auch keinerlei Interesse daran. Aber er zahlt sehr oft auch keinen Unterhalt. Stattdessen wird bei der Scheidung eine Einmalzahlung geleistet.

Mit einem Typen wie Ken, ist jede Reise lustig. Abwechselnd bespaßen wir die Mädchen. Die sind total aufgeregt. „Was ist Amerika, wie lange dauert es noch?“ Selbst meine Cousine freut sich. Schon die Reise nach Deutschland tat ihr gut.

Tante Makiko holt uns vom Flughafen ab, wir haben uns viel zu erzählen. In Los Angeles ist noch Sommer, die Sonne lächelt auf uns herab. Der Nissan wartet ungeduldig, endlich kann ich wieder „oben ohne fahren“. Wir werden Ken den BMW überlassen, ab sofort darf er seine große Schwester kutschieren. Das macht er gern, auch für ihn ist die Familie wichtig.

Er freut sich auf Los Angeles und hat viele Ideen, was er dort fotografieren will. Nur von Tai Chi hält er wenig. „Ich werde mir ein richtiges Dojo suchen!“, hat er im Scherz gesagt,„ihr könnt dann weiter euer komisches Ballett tanzen.“ Prompt geht er in Deckung, als ich „Willst du sterben?“, frage. „Gewalt gegen Männer sollte strafbar sein“, sagt er und lacht. Wie auf Kommando kitzeln wir ihn alle.

Wir sind müde, aber glücklich. Deutschland wird zur Erinnerung, Wahlkampf und Dieselgipfel zu Fremdworten reduziert. Die USA kennen andere Probleme. Ally und Heather freuen sich und haben eine kleine Party organisiert. Auch Fan Fan und Feng sind eingeladen.

Neun Stunden Zeitunterschied werfen erneut die Frage auf, wie es mit meinem Blog weitergehen wird. Was werde ich beruflich machen, wie sieht meine Zukunft aus? Auf all das und noch mehr, wird es Antworten geben. Aber das habt ihr bestimmt gewusst.

„Living in America“, hat der Sänger James Brown einst gesungen. Living in America, das gilt auch wieder für mich. Wir haben uns am Wochenende auf die lange Reise gemacht und sind ohne Komplikationen angekommen. Deutschland, es war schön mit dir.

 

Wen wählst du, Mayumi?

Ein Samstag in Düsseldorf, Familie „Mayumi“ ist unterwegs. Meiner Cousine geht es heute besser, sie lächelt viel und redet auch mit uns. Ihre beiden Töchter schauen sich mit großen Augen um und weichen keinen Schritt von unserer Seite. Auch Ken ist eingetroffen. Er ist müde, aber freut sich uns zu sehen.

„Hallo, Mayumi!“, höre ich eine Frauenstimme, „wir haben uns aber lange nicht gesehen!“ Ich schaue sie an. „Genau 7 Jahre“, gebe ich zurück. „Wie geht es dir, Beate?“ Sie strahlt und Yuki lächelt. „Meine Frau“, stelle ich sie vor, das sind meine Cousine, ihre beiden Töchter und ihr Bruder.“

Beate weiß, dass ich lesbisch bin. Sie hat nie zu meinen engsten Freundinnen gehört, aber wir kennen uns schon lange. Nach einigen harmlosen Worten, der Bemerkung, dass sie wieder Single ist „Ich habe mich von meinem Mann getrennt!“, drückt sie mir einen Flyer der GRÜNEN in die Hand. „Du gehst doch wählen!?“

„Natürlich wählen wir“, erwidere ich. „Schon um Herrn Altmaier zu brüskieren.“ Sie schaut mich verständnislos an. „Wovon redest du?“ Als ich sie aufkläre, sie hat die Neuigkeiten wirklich verpasst, schüttelt sie entsetzt den Kopf. „Ein Aufruf nicht zu wählen? Das geht entschieden zu weit!“

„Sein Auftritt zeichnet das wahre Bild deutscher Demokratie“, sage ich. „Aber machen wir uns nichts vor, Merkel wird auf jeden Fall gewählt. Und die GRÜNEN, egal ob sie sich noch zieren, werden auch mit der CDU koalieren, wenn die Prozentpunkte stimmen.“

„Findest du das schlecht?“, fragt Beate und schaut mich seltsam an. „Auf jeden Fall“, sage ich. „Die Partei, alles wofür sie jemals stand, ist nur noch ein korrumpiertes Zerrbild alter Größe. Einer Frau Roth, die an der Spitze der Antifa marschiert und Parolen wie <<Deutschland verrecke!>> toleriert, kann ich zumindest keine Stimme geben.“

Beate beißt sich auf die Unterlippe. Die Bemerkung ist ihr peinlich. Aber ganz Wahlkämpferin will sie mich doch noch überzeugen. Es folgt ein kleines Rededuell, bei dem ich all ihre Argumente entkräfte.

Aber wir sind doch die Einzigen, die genau deine Interessen vertreten!“, versucht sie ihren letzten Trumpf, „wer setzt sich denn sonst noch so vehement für lesbische Frauen ein?“

Ich schaue sie ungerührt an und schnell senkt sie den Blick. „Meine Interessen vertrete ich“, erkläre ich ihr, „die GRÜNEN habe ich auch aus genau diesem Grund gewählt. Aber diese antideutsche Haltung hat mich abgestoßen.“

„Aber du bist doch keine richtige Deutsche!“, versucht Beate die Flucht nach vorn und wird kreidebleich, als sie ihren Fauxpas bemerkt. „Das … das habe ich aber jetzt nicht so gemeint!“, stammelt sie.

„Doch, hast du“, erwidere ich und schaue sie gespielt böse an. „Und du hast durchaus Recht damit. Für viele Deutsche war ich immer nur <<die Japanerin>>. Im Gegensatz zu anderen Migranten, hat mich das aber nie gestört. Ich bin stolz auf meine Herkunft. Deutsche auf ihre leider nicht.“

„Das war jetzt aber gemein“, murmelt sie und tritt von einem Fuß auf den anderen. „Wieso denn?“, will ich wissen, zeig mir hier auf der Stelle Deutsche, die das anders sehen. Die meisten haben Minderwertigkeitskomplexe und schämen sich für was auch immer.

Und falls es dir entgangen ist, Frau Merkel hat die Ehe für alle möglich gemacht. Ihr dagegen verhindert die Abschiebung Krimineller in ihre Heimatländer. Schau dich doch in Düsseldorf um! Oder findest du die Zustände im Maghreb-Viertel noch normal?“

„Nee“, sagt sie leise, „das stimmt schon. Aber man darf das jetzt nicht verallgemeinern! Es ist ja so …!“ Was folgt ist die vermutlich auswendig gelernte Litanei, die vielen linken PolitikerInnen in Fleisch und Blut übergegangen ist. Als ich mit den Zahlen zur Ausländerkriminalität kontere, wird Beate plötzlich still.

Ein junger Mann hat uns zugehört, er trägt Anzug und wirbt für die AfD. „Vielleicht möchten Sie unser Programm lesen“, sagt er und lächelt. „Wir werden das Problem Ausländer ganz schnell ändern.“ „Ach wirklich?“, frage ich, „wollen Sie mich dann auch außer Landes schaffen?“

„Aber wieso denn?“, erwidert er erschrocken, „wir haben doch nichts gegen Chinesen!“ „1. bin ich Japanerin“, sage ich eisig und 2. hat auch die AfD keinen Plan. Ihre Partei ist viel zu jung, Ihre Mitglieder sind völlig unerfahren. Ich habe das AfD-Programm gelesen. Sie dümpeln in vielen Punkten irgendwo in der Adenauer Ära.

Politisch überleben werden Sie damit nicht besonders lange. Die CDU/CSU hat Sie doch jetzt schon rechts überholt und kassiert ihre Vorschläge klammheimlich ein. Warten Sie die Wahl ab, die CDU rückt Ihnen in den nächsten Jahren immer näher. Wie grenzen sie sich dann wieder ab, werden sie zu Extremisten?“

„Wieso redest du mit dem?“, mischt sich Beate ein. Ihre Augen funkeln, mit in die Hüften gestemmten Armen steht sie da. „Ich rede doch auch mit dir“, erwidere ich sanft. „Demokratie zu leben heißt den Diskurs zu suchen. Beleidigungen, Ausgrenzungen anderer, sind ein Zeichen der Intoleranz.

Es ist leider ein Problem der meisten Linken, dass sie nur die eigene Meinung gelten lassen und andere gezielt unterdrücken und dadurch den vergebungslosen Staatstotalitarismus fördern. Ihre Denker sind lange tot, heute hat politisch motivierte Gewalt den Diskurs ersetzt.“

Während Beates Mund nach unten klappt, Yuki die Augen verdreht und sich um den Rest der Familie kümmert, entschuldigt sich der junge Mann bei mir. „Verzeihen Sie bitte meinen Fehler“, sagt er verlegen, „ich kann Asiaten ganz schlecht unterscheiden.“ „Kein Ding“, sage ich, „für uns sehen Weiße auch alle gleich aus.“

Sein Lächeln wirkt gequält, als er weiterspricht. „Wir wollen wirklich nichts Böses, aber ich zumindest habe Angst.“ „Wovor?“, will ich wissen. „Wer oder was bedroht Sie in Deutschland?“ „Ich bin Russlanddeutscher“, klärt er uns auf. „Ich bin in Russland geboren, aber schon als kleiner Junge nach Deutschland gekommen.

Er erzählt uns von Russland, von seinen Eltern, von seinen Problemen mit türkischen Migranten. Letzteres kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch ich hatte mehrfach weniger schöne Begegnungen mit aggressiven Männern dieses Kulturkreises. Patriot sei er und liebe Deutschland. Das verstehe ich gut.

Ich wiederhole meine Fragen, aber wieder bleibt er die Antwort schuldig. „Sehen Sie“, sage ich, „genau das ist das Problem Ihrer Partei. Sie haben keine Antworten und außer einigen guten Leuten lediglich Populisten in Ihren Reihen. Sie befeuern die Angst der Menschen, aber das wird nicht lange funktionieren.“

Unsere Gruppe erntet seltsame Blicke, einige Passanten schauen konsterniert. Da stehen JapanerInnen mit einer Vertreterin der GRÜNEN und der AfD? Das geht ja mal gar nicht! So zumindest interpretiere ich das.

Die Meinung anderer zu tolerieren, egal ob sie nun für Bayern München schwärmen, um ein Beispiel aus dem Sport zu wählen, oder einer anderen politischen Richtung angehörig sind, ist in Deutschland nicht mehr selbstverständlich. Aber die oft begrenzte Weitsicht mancher macht sie zum willigen Instrument der Politik (Eliten).

Außer für dumpfe Parolen, wie „Deutschland verrecke! oder „Ausländer raus!“, bin ich für jede Meinung offen und fordere, ja fördere den Dialog. Aber ich verzichte an diesem Nachmittag darauf, den jungen Mann weiter in die Enge zu treiben. Ich kenne seine Argumente schon. Sie sind nicht meine.

„Die magst du?“, höre ich nun schon den Tenor und sehe meine LeserInnen das Näschen rümpfen, als wir kurz über Alice Weidel sprechen, die ebenfalls lesbisch ist. Ja, als Mensch. Wo ist das Problem? Ich habe auch Frau Merkel einst gemocht und mich gefreut, als sie die erste (weibliche) Bundeskanzlerin geworden ist.

Dabei war es mir egal, dass sie der CDU angehörte. Aber meine Sympathie war irgendwann vorbei. Jeder verdient (s)eine Chance. Dafür und für Meinungsfreiheit stehe ich. Aber viele können nur mit einer Hirnhälfte denken.

„Nehmen Sie mal Stellung zu Gauland und diesem Höcke!“, giftet Beate los und unterbricht meine Gedanken. „Das sind doch ganz klar rechtsradikale Nazis!“ „Kennst du die Bedeutung der Worte überhaupt?“, will ich wissen, „oder hast du damals in der Schule gefehlt?“ Beate schnappt nach Luft. „Du hast dich kein Stück verändert!“, lässt sie mich wissen.

Ein blondes Mädchen hält mir einen Flyer entgegen. „Mögen Sie vielleicht Informationen zu den LINKEN?“, fragt sie hoffnungsvoll. „Gern“, erwidere ich und verschweige, dass ich auch deren Programm bereits kenne. Der AfD-Wahlkämpfer hat begriffen, dass er keine Chance bei uns hat und verabschiedet sich.

Beate versteht die Welt nicht mehr. „Wie bist du denn drauf?“, will sie wissen. „Du redest mit der AfD, bist gegen die GRÜNEN und liest diesen dummen Quatsch der LINKEN?“ Das blonde Mädchen will etwas sagen aber ich schüttele den Kopf. „Dumm ist, der dummes tut“, zitiere ich. „Darin warst du schon immer gut.“

Beate reicht es, sie wirft den Kopf zurück und zieht wortlos ab. Ich werde sie nicht wiedersehen. „Ich wünsche Ihnen für die Wahl alles Gute und dass Sahra Wagenknecht niemals ihren Biss verliert“, sage ich zu dem Mädchen, das sich sichtlich über meine Worte freut. Manchmal entscheide auch ich per Bauchgefühl.

„Du warst mal wieder unmöglich“, sagt Yuki, als wir weitergehen und schmiegt sich in meinen Arm. „Aber genau deshalb habe ich dich gewählt. Und jetzt nimm mal den Flyer da weg und lass uns endlich einkaufen gehen!“ Genau das haben wir gemacht.

 

 

Kein schöner Land in dieser Zeit

Deutschland im September 2017. Kein schöner Land in dieser Zeit. Wir sind zurück aus Frankfurt, die IAA (Internationale Automobilausstellung) ist für uns Geschichte. Kurz habe ich darüber nachgedacht einen Bericht über diese bunte Glitzerwelt zu schreiben, aber der Besuch ist nur in Teilbereichen interessant.

Wolf, der Chefingenieur von Yukis Vater, hat uns begleitet. Durch seine Kontakte haben wir eine ganz andere IAA gesehen. Außerdem hat er uns einen Audi TT mitgebracht, der 370 Z ist schon in den USA. Wie immer mahnt er „Mach ihn nicht kaputt!“, was prompt meinen Mittelfinger zur Folge hat. Wann habe ich jemals einen Motor zerstört!

Während Audi gern mit dem Slogan „Vorsprung durch Technik wirbt“, versucht sich auch die Politik mit tollen Sprüchen. Alle wollen es besser machen, jede Partei hat ein eigenes Konzept. Davon zu halten ist wenig. Die meisten sind am Folgetag der Wahl vergessen.

Hand aufs Herz liebe LeserInnen, wer kennt alle Wahlprogramme? Wer hat sich die Mühe gemacht und sie miteinander verglichen? Wie wählen Deutsche überhaupt? Spielt Sympathie die entscheidende Rolle oder nur der reine Protest?

Auch ich habe mir meine Gedanken gemacht. Wen soll ich wählen und warum? Zum Glück kann Frau die Wahlprogramme lesen, aber um jeden Satz zu verstehen müsste man Juristin sein. Ich habe es trotzdem getan und werde zu SPD und CDU eigene Beiträge bringen. Mehr geht nicht, mir fehlt die Zeit.

Glücklicherweise gibt es Kurzversionen, die ich auch benutzen kann. Ähnlichkeiten in der Wortwahl und bei gewissen Themen lassen sich bei der SPD und den GRÜNEN finden. SPD und CDU haben die Polizei im Visier, bei der sie 15.000 neue Stellen schaffen wollen.

Das verwundert wenig, die CDU gibt sich unter Merkel linker als die SPD. Die Ein-Mann-Partei FDP scheint noch im Selbstfindungsprozess zu stecken. Wirkliche Akzente setzt sie kaum. Einiges wirkt wie „schon mal gesehen“ und findet sich in ähnlicher Form auch beim Rest der Blockparteien wieder.

Die AfD hat ihre Hausaufgaben gemacht und auf 74 Seiten 16.000 Worte untergebracht. Damit bleibt die junge Partei deutlich hinter den Etablierten zurück, die ihre Absichtserklärungen wesentlich ausführlicher präsentieren. Was davon zu halten ist wird man bald sehen.

Die LINKEN als Gesamtpaket bleiben mir suspekt, auch wenn ich Sahra Wagenknecht für kompetent und sympathisch halte. Ihr Wahlprogramm ist in Teilen absurd. Wer die Geheimdienste abschaffen will, öffnet Spionen Tür und Tor. Auch aus Russland, das müssen die WählerInnen wissen.

Was ich (noch) von den GRÜNEN halte, habe ich bereits mehrfach geschrieben. Ich hoffe wirklich, dass sie eine herbe Schlappe erleiden, die dann endlich personelle Konsequenzen hat. Was auch für die SPD gilt. Gabriel, Schulz & Co. haben fertig. Neue Sozis braucht das Land.

Dass die CDU/CSU die Wahl gewinnt, sollte niemand wirklich wundern. Gäbe es keine Angela Merkel, ich hätte weniger Probleme damit. Aber diese Frau ist die eigentliche Gefahr für Deutschland. Daher braucht es eine starke Opposition, die „Mutti“ auf die Finger schaut.

Auch wenn ich keine Hellseherin bin, die Fortsetzung der GroKo scheint unausweichlich zu sein. Aber Rot-Rot-GRÜN wäre die noch schlimmere Alternative. Was bleibt ist Schwarz-GRÜN oder Schwarz-Gelb. Vielleicht auch ein neues Dreigestirn.

Ein Trio in meinem Bett sorgt für Heiterkeit, Yuki hat meine Nichten als Verstärkung geholt. Die Mädchen jauchzen, wenn „Tante Yumi“ wach gekitzelt wird. Nur halb bei Verstand ist meine Cousine. Eine schwere Depression hat sie im Griff. Ob das auch für Deutschland gilt?

Der Zusammenbruch kam durch den Seitensprung ihres Mannes, schon in Japan haben wir uns um die Mädchen gekümmert. Was keine wusste, die Ehe kriselte vorher schon. Nun hat sich der Betrug offenbart. Ihr Mann hat ein Verhältnis mit seiner Sekretärin, die (s)ein Kind erwartet.

Auch in Deutschland kriselt es seit Jahren. Hier geht man mit unheilvollen Ideen schwanger. Kommt der Austausch der Bevölkerung? So zumindest tönt es von den Dächern. Die Menschen haben Angst, die Politik hat einmal mehr versagt.

Niemand stoppt mich, wenn meiner Familie Unrecht geschieht. In Japan fange ich den Seitenspringer nach der Arbeit ab und nur seine schwangere Freundin verhindert einen Eklat. Wie ein begossener Pudel steht er da, als ich ihm lautstark einige weniger nette Worte sage.

Lautstark sollten alle mündigen BürgerInnen gegen die Halbwahrheiten der Blockparteien protestieren. Gegen gesteuerte Berichterstattung der durch die Zwangsabgabe finanzierten Medien. Oder hat Deutschland wirklich schon den Herbst der Existenz erreicht und bereitet sich nun auf sein Ende vor?

Die Geliebte des Seitenspringers schämt sich, Arbeitskollegen schauen konsterniert. Der Auftritt ist Absicht. Ich weiß genau, wie Mann sein Gesicht verliert. Meiner Cousine hilft das wenig, aber ihr Mann muss sie finanziell unterstützen. Außerdem ist sein Ruf nun ruiniert.

Meiner ist natürlich ungebrochen, alle Kinder lieben mich. Aber kann man zwei kleine Mädchen so einfach von ihrem Vater trennen? Die Antwort ist einfach. Ich habe „Du willst keinen Ärger mit mir!“ zu ihm gesagt. Das hat er verstanden.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Jeder Reise hat ein Ende, jeder Urlaub geht vorbei. Die Koffer sind schon gepackt, als die Alarmglocken schrillen. Heather ruft an, was habt ihr denn nun gedacht? Los Angeles brennt, die Hitze ist unerträglich. Wir buchen um, das geben wir uns nicht.

Was so dramatisch klingt, ist auch in deutschen Nachrichten zu lesen. Hitzerekord in Kalifornien, bekanntlich regnet es dort selten. Wohin die Reise geht? Dreimal dürft ihr raten! Grüße aus dem wesentlich kühleren Düsseldorf.

Wir sind müde, die deutsche Sprache klingt ungewohnt. Aber wir haben ein Haus für uns allein. Und das haben wir auch nötig. Aufklärung und Neuigkeiten gibt es, wenn ich wieder ich selbst geworden bin. Zur Zeit fühle ich mich wie ein Zombie. Fliegt ihr mal um die halbe Welt.

Bleiben wir in Deutschland? Das war eigentlich nicht geplant. Der Nissan ist schon in Amerika, aber der Wagen meines Vaters ist noch da. Wenn ich die Augen aufhalten kann und mein Schreibfinger zuckt, werde ich das TV-Duell „Maddin gegen Mutti“ schauen. Den Kommentar dazu gibt es dann später. Guten Abend, gute Nacht, ich hab‘ euch etwas mitgebracht.