Wenn der Linke kommt – Gedanken zum G20-Gipfel

Hamburg, die Randale beim G20-Gipfel, ist an mir vorbei gegangen. Wir waren in Prag und haben unsere eigene Randale gemacht. In Form eines Kampfkunst-Seminars, das Stilübergreifend gewesen ist. Krav Maga, Musado, (Aiki)Jujutsu, von allem war etwas mit dabei.

Dabei waren in Hamburg auch Chaoten, denen es um Gewalt und Zerstörung gegangen ist. Ob es wirklich Linke waren, wird die Polizei besser wissen. Aber die war, von der Politik einmal mehr im Stich gelassen, überfordert. Aber ist das wirklich so?

Was genau ist in Hamburg passiert, was wird der aufgebrachten Öffentlichkeit vermittelt? Wem nutzt die Randale, wem schadet sie? Schaut man sich die folgenden Sätze an wird klar, dass in Hamburg Wahlkampf gemacht worden ist.

„Seien Sie unbesorgt: Wir können die Sicherheit garantieren. Wir werden Gewalttaten und unfriedliche Kundgebungsverläufe unterbinden“, hat Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz im Vorfeld angekündigt. „Wir richten ja auch jährlich den Hafengeburtstag aus.“

Das klingt im ersten Moment gut, weiß der Mann etwa was er tut? Der Antifa ist „Onkel Olaf“ gut bekannt. Immerhin duldet er sie in seiner Stadt. Oder glaubt wirklich irgendwer, dass solche Krawalle ohne das Wissen der Mächtigen möglich wären?

Ist Onkel Olaf der Bundesmutti auf den Leim gegangen und Opfer seiner eigenen Geister geworden? Blanker Hohn dabei, auf beiden Seiten standen vom Staat bezahlte „Aktivisten.“ Wie ich das meine? Nachdenken hilft.

100 Millionen Euro für den „Kampf gegen Rechts“, hat sich Deutschland genehmigt. Auch damit wird indirekt die Antifa finanziert, die einmal mehr Wahlkampfhilfe für Mutti betrieb. Und Onkel Olafs Entschuldigung klingt lahm. Von Rücktritt reden wir später.

Ja. Angela I., hat sich Wahlkampfhilfe nach Deutschland geholt und zwar in Form von weiteren 19 Regierungschefs. Das soll den interessierten BürgerInnen zeigen, „Seht nur her, was ich die Mutti alles kann!“

Aber warum Hamburg und nicht die Lüneburger Heide? Damit der Bürger was zu schauen hat, wenn sein Kleinwagen lichterloh brennt und auch Oma Lieschens Bäckerei in Flammen aufgeht. Dann und nur dann kann man schärfere Gesetze machen. Dämmert etwas, meine Damen und Herren?

Dämmern wird es vielen nach den nächsten Wahlen, dass sie ihr eigenes (Todes)Urteil unterschrieben haben. Vielleicht nicht sofort. Die Veränderungen werden langsam kommen. Aber sie kommen. Mit Sicherheit. Hat jeder das Wortspiel erkannt?

Natürlich meldet sich auch der gute Heiko zu Wort. Immer mit Maß und klarem Ziel. „Das sind asoziale Schwerstkriminelle“, hat er BILD gesagt und auf den bösen Vermummten gezeigt. Und heimlich übt die Bundeswehr den Häuserkampf. Fragt sich gegen wen. Das sehen wir spätestens dann, wenn die KSK auch gegen (Thema der eigenen Wahl) Demonstranten eingesetzt wird.

Was die Öffentlichkeit nicht begreift und was sofort die „Verschwörungstheorie!“ Rufer aus den Hinterzimmern lockt, wir werden von den Eliten vorgeführt. In der Politik gibt es keine Zufälle. Dort wird eiskalt taktiert. Kollateralschäden inklusive. Kaputte Scheiben? Nicht so schlimm! Das Ziel ist alles.

Deutschland entwickelt sich seit Jahren weg von der (Schein)Demokratie. Die Eliten haben erkannt, dass damit kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Und der Nationalstaat ist sowieso ein Produkt aus der Vergangenheit. Es leben die „Vereinigten Staaten“ Die von Europa, was habt ihr denn nun gedacht?

Ja, die BürgerInnen werden wieder Mutti wählen und eine Schwarz-Gelbe Koalition. SPD, GRÜNE, LINKE und vermutlich die AfD, werden nach der Wahl traurig in der Ecke sitzen und sich gegenseitig auf die Finger schauen. Die Politik machen andere.

Die Weichen sind gestellt, Mutti wird uns weiter regieren. Dafür gibt es keine Alternative. Bis dahin werden sich friedliche Demonstranten und Polizisten die Wunden lecken und auf Rache sinnen. Das ist zwar menschlich, aber ziemlich dumm.

Dumm, da es den Eliten in die Hände spielt, die beide Seiten nur benutzen. Der Gag, beide sind BürgerInnen Deutschlands, das abgeschafft wird. Aber ich habe bekanntlich „keine Ahnung.“ Oder doch?

Das letzte Wort

In Japan ist es Sitte, dem Gast das letzte Wort zu überlassen. Gastfreundschaft schreibt man in Japan groß. Aber jede Freundschaft unterliegt gewissen Regeln, die ein Miteinander erst möglich machen.

Wer ein japanisches Gasthaus, ein Ryokan betritt, wird sofort verzaubert sein. Er lässt seine Welt hinter sich und taucht in das echte Japan ein. Jedes Detail ist pure Ästhetik. Angefangen von den Ikebana-Blumen bis zur Tatami-Matte.

Auch mein Blog ist in gewisser Weise ein Haus für Gäste. Menschen gehen ein und aus. Viele nehmen meine Artikel als Geschenke an oder bringen eigene in Form von Kommentaren mit. Ein Austausch von Höflichkeiten, Freunde unter sich.

Im Gegensatz zum japanischen Kaiserhof gibt es in meinem Haus kein allzu strenges Protokoll. Kein Oberzeremonienmeister wird dafür sorgen, dass alles förmlich bleibt. Humor ist mein Ding. Zwar ist der recht schräg, aber bei einigen Themen verstehe ich keinen Spaß.

Leider gibt es speziell in Deutschland die Unsitte der sogenannten Bekehrungswut. Man(n) zwingt anderen gern die eigene Meinung auf. Scheitert das, wird verbal attackiert. In Japan führen grobe Unhöflichkeiten zum Ende des Kontakts. Wer gegen die Regeln verstößt, wird geächtet.

In Japan ist es Sitte, dem Gast das letzte Wort zu überlassen. In diesem Blog gehört es mir. Wer die Regeln der Gastfreundschaft missachtet, wer grob unhöflich wird oder lediglich seinen Frust ablassen möchte, dem bleibt die Tür verschlossen. Das ist mein letztes Wort.

 

 

Ein Leben lang auf Reise

Unser Leben ist zur Zeit eine große Reise. Waren wir letzte Woche noch in Fukuoka, ist nun Deutschland angesagt. Aber vorher haben wir Zeit in Los Angeles verbracht und einige wichtige Dinge geregelt.

Wie zum Beispiel die Zukunft unseres Apartments, das wir vorübergehend an ein Frauenpaar vermietet haben. Nicht ganz überraschend, haben sich Riko und Madison bei uns gemeldet, die beiden Mädels vom Dina Shore. Sie sind seid Juni in Los Angeles und haben Probleme mit ihrer Wohnung bekommen.

„Wir haben keine Nacht geschlafen, so laut war es dort“, erzählt Madison, als wir uns treffen. Der Vermieter macht Ärger und besteht auf dem Vertrag. Aber Riko ist Anwältin und weiß was sie machen muss. Sie sind schon auf der Suche nach einer neuen Bleibe und wohnen in einem günstigen Motel.

Mir kommt eine Idee, die ich mit Yuki per Augenkontakt abstimme. „Wir können euch unser Apartment überlassen“, biete ich den beiden an, wir werden einige Monate nicht in Los Angeles sein.“ „Vermutlich kommen wir erst im September wieder“, fügt Yuki hinzu, „aber das wissen wir noch nicht.“

Unsere beiden neuen Freundinnen sind total aus dem Häuschen vor Glück. Vor allem, als ich ihnen den Preis nenne und die Lage. Klar ist es teurer als ihr jetziges Motel, aber ich verlange keinen Wucherpreis. Und Sicherheiten haben beide.

Sicher im Flieger, hat uns unser Weg über Düsseldorf nach Stuttgart geführt. Wir waren auch in Hamburg, haben kurz Berlin unsicher gemacht und sind dann nach Frankfurt geeilt. Zur Zeit besuchen wir in Holland Freunde und fahren in Kürze wieder nach Düsseldorf. Und im August ruft wieder Japan.

Yuki nehmen die Reisen mehr mit, als sie eingestehen will. Ich bemerke es und spreche es an. „Alles gut“, sagt sie und strahlt mich an, „wenigstens ist mit dir das Leben nie öde. Die Mama deiner Kinder kann ich später noch spielen.“ Seht ihr nun das wahre Biest?

Eher milde gestimmt, rauscht das politische Leben scheinbar unbeachtet an mir vorbei. Ich verfolge die Neuigkeiten mit Interesse, aber nehme absichtlich Abstand davon. Habe ich aufgegeben?

Fast könnte man das glauben, haben wir doch immerhin unseren bisher größten Sieg errungen. „Wir“, das ist die deutsche LGBT-Community. Wahltaktisch klug von der SPD eingefädelt, wird sie kein Kapital aus der Eheöffnung für alle schlagen. Ohne Merkels Zustimmung, wäre die Sache geplatzt.

„Aber sie hat doch dagegen gestimmt!“, höre ich meine LeserInnen sagen. Ja, das hat sie. Aber sie hat die Abstimmung möglich gemacht. Und da sie das positive Endergebnis vorher kannte, hat sie dagegen gestimmt.

Dieser so einfach, wie geniale Schachzug, hätte auch von einer Japanerin kommen können. Auch wenn ich Merkel nicht mag, das hat sie klug gemacht. Reicht das schon zur erneuten Kanzlerschaft?

Ist das nun der endgültige Durchbruch für Homosexuelle oder doch nur ein weiterer Meilenstein? Ich rechne mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht und einer Grundgesetzänderung. Mich stört das wenig, Yuki war schon immer meine Frau.

Die Politik muss vorerst ohne meine Kommentare leben. Und auch  dieser Blog wird vorerst stiller werden. Momentan fehlen mir Zeit und Lust dafür.

Dabei gäbe es eine Menge zu erzählen. Etwa wie ich kurz im MMA unterwegs gewesen bin oder der unschöne Zwischenfall mit einer Koreanerin in Fukuoka.

Ich könnte auch von dem Waisenhaus berichten und wie uns dort die Kinderherzen zugeflogen sind. Aber wir haben entschieden in Zukunft weniger Privates zu zeigen. Auch davon wird der nächste Beitrag handeln. Bis dahin dürft ihr den Sommer genießen. Wir lesen uns. Bis bald!

 

 

 

 

Lesbisch, jung, sucht – 30 Fragen braucht das Land

Rein und unverfälscht gibt es heute eine neue Kostprobe menschlicher Such(t)begriffe. Das Beste aus 30 Tagen. Zum Wohl, meine Damen und Herren.

1. – agresiver budismus – Die Rechtschreibung gehört offenbar nicht zur starken Seite des Besuchers. Aber auch von aggressivem Buddhismus habe ich noch nie etwas gehört. Wenn Buddhisten aggressiv sind, hat das nie etwas mit ihrem Glauben zu tun. In buddhistischen Schriften findet sich keine Stelle, die zur Gewalt aufruft.

2. – mike sehr bodybuilding – Ist das einer dieser „natural“ Bodybuilder, die mehr Testosteron intus haben, als gut für sie ist? Vor zwei Jahren habe ich einen Bodybuilder auch zu diesem Thema interviewed, der mir tieferen Einblick in die Eisenszene gab. Wer das nachlesen möchte klickt HIER.

3. – lesbisch chefin verliebt signale – Die Signale von Verliebten sind immer gleich. Problematisch wird es sie zu entschlüsseln. Vor allem für Frauen. Die stehen oft auf der längsten Leitung der Welt. Ob ich „Schubser Seminare“ anbieten soll?

4. – frauen gehören vor den herd – Unbedingt, der Meinung bin ich auch! Mann steht nämlich schon dahinter und bettelt verzweifelt um Liebe und Essen.

5. – sextreffen in japan – Nee, ist klar.

6. – wie nennt man eine lesbische frau die noch nie etwas mit einem mann hatte – Und hier haben wir das absolute Highlight, den Brüller in Breitwand, die Mutter aller Such(t)begriffe! Als klügste Lesbe der Welt kann und werde ich diese Frage natürlich gern und zur vollen Zufriedenheit beantworten. Ein solche Frau nennt man … klug! Wisst ihr jetzt warum ich so schlau bin?

7. – wie fühlt sich scissoring an – Ich habe immer noch keine Ahnung. Mag mir wer helfen?

8. – japanerin flirten – Machen sie. Und zwar richtig gut! Aber nicht mit dir, lieber unbekannter Besucher.

9. – neid gene – Sind mir unbekannt. Womit ich vermutlich zu einer Minderheit gehöre.

10. – wie sind japanische frauen – Bildhübsch, klug und liebenswert.

11. – lesbensex realität – Das würde Mann vermutlich gern wissen. Wird er aber nie erfahren und muss daher weiter gefakte Lesbenpornos schauen.

12. – lippman walter neoliberalismus – Herr Lippman hat den Neobliberalismus quasi mit erfunden. Und was war jetzt die Frage?

13. – unkorrekte lesbe – Gibt es bestimmt. Ich kenne keine.

14. – hetero frauen werden lesbisch – Endlich! Willkommen liebe „Schwestern!“

15. – lesbischsein erkennen – Das ist für Außenstehende manchmal leichter, als für die Betroffene(n) selbst. Aber wenn sich die Gedanken einer Frau stets um andere Frauen drehen, sollte das ein guter Hinweis sein.

16. – hetero frau verliebt sich in lesbe – Das halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Oder soll ich nun die Legende erzählen, wie man eine Hete umdreht?

17. – 10 satz geschichte – Findet sich auf meinem Blog nicht (mehr).

18. – frauen siex lesbian – Ja, ja …

19. – liebe, sex tokyo – Gibt es dort bestimmt.

20. – japanisch-porn-mutter-toschter – Muss ich das kommentieren?

21. – nandalya – Hier, hier, ich! Wobei ich mittlerweile festgestellt habe, dass mein Netzname Nachahmerinnen fand. Macht mich das nun berühmt?

22. – cindy allemann freund – Die Cindy hat eine eigene Webseite. Vielleicht einfach mal nachschauen? Das hilft! KLICK MICH

23. – sex mit japanerin – Den haben überwiegend Japaner. Noch Fragen?

24. – liebesbrief an eine frau lesbisch – Warum sollten sich Liebesbriefe an Lesben und Heten unterscheiden?

25. – frauen in tokyo finden – Augen aufmachen hilft. Dort gibt es jede Menge.

26. – warum fährt paul walker immer autos mit lenkrad auf der rechten seite? – Immer stimmt so nicht. Paul Walker hat einige Autos gefahren, die in und für Japan produziert worden sind. Und bekanntlich gibt es in meiner Heimat Linksverkehr.

27. – amazonen und männer – Hier müssen wir zwischen dem Matriarchat, dem friedlichen Zusammenleben von Frau und Mann und den (vermutlich) durch das aufkommende Patriarchat entstandenen Amazonen unterscheiden. Über letztere habe ich bereits HIER geschrieben.

28. – wie dominiere ich als lesbe – Warum sollte eine Frau eine andere dominieren wollen? Dieses klassische Missverständnis sieht man in schlechten Lesbenfilmen und wird von einigen wenigen Frauen als Klischee gepflegt, die in ihrem Verhalten sehr männlich sind. Partnerschaften zwischen Frauen sind in der Regel sehr harmonisch und von gegenseitigem Respekt und Achtung geprägt. Zumindest in meiner Welt.

29. – lesben sind keine freundlichen menschen – Dieser Suchbegriff könnte fast traurig machen. Die meisten lesbischen Frauen sind freundlich und hilfsbereit. Dass wir Mann in die Schranken weisen, wenn er uns an die Wäsche will, sollte selbstverständlich sein. Und selbst dabei bleiben wir meist freundlich.

30. – deutschland und die anderen – Welche anderen? Länder, Menschen, Marsianer? Deutschland tut sich als Vasallenstaat der USA schwer Profil zu zeigen und leidet noch immer unter (s)einer verlorenen Identität.

Eine Liebe in Fukuoka

Was macht(e) Frau in Japan, werden sich einige LeserInnen fragen. Fröne ich dem Nichtstun oder ist Arbeit angesagt? Wie schon erwähnt, habe ich meinem Vater assistiert und einige vielversprechende Karate-Talente gesehen.

Auch mein eigenes Training habe ich forciert und hilfreiche Kommentare meines Vaters bekommen. Cousin Ken, der mittlerweile den 2. Dan im Kyokushin Kaikan hält, will es (spaßeshalber) wissen und fordert mich zum Kumite auf. Mit Zustimmung seines Sensei, der darüber auf seine Art lacht.

Ken hat wirklich geübt und ist viel schneller als noch vor einem Jahr. Genau so schnell liegt er wieder auf den Hosenboden. Alle lachen und er gleich mit. „Du bist so gemein, Cousinchen!“, lässt er mich wissen und verbeugt sich vor mir. Wer mir zu nahe kommt, der (f)liegt.

Noch während des Trainings ist mir ein Europäer aufgefallen, den ich sofort als Deutschen erkenne. Ich spreche ihn an und wirklich kommt Peter aus Magdeburg. Vor einem Jahr ist er nach Japan ausgewandert.

„Es war im Urlaub vor zwei Jahren“, verrät er schmunzelnd, „als ich die Frau meines Lebens traf.“ Er stellt sie uns vor, sie holt ihn nach dem Training ab. Momoka ist 45 und Peter 53 Jahre alt. Aber beide sehen viel jünger aus.

Spontan laden sie uns zu sich nach Hause ein. Dass Yuki und ich ein Paar sind, wird von beiden lächelnd zur Kenntnis genommen. Ken muss leider gehen, sein Freund wartet zu Hause. „Morgen gibt’s Revanche, Cousinchen!“, ruft er mir zum Abschied zu und reibt sich demonstrativ den Hintern.

Momoka arbeitet als Tourguide und hat auf diese Weise Peter getroffen. Sie lächelt sehr japanisch, als ich sie frage „War es Liebe auf den ersten Blick?“ Für Peter war das so, Momoka brauchte deutlich länger, um diesen durchaus interessanten Gaijin in ihr Leben zu lassen.

Wer der Chef im Hause ist weiß ich sofort. Peter ist lammfromm neben seiner Ehefrau. Und das sehr gern, obwohl der Mann sich durchsetzen kann. „Ich war mehr als 30 Jahre Polizist“, erzählt er uns. „Aber in Deutschland ist das ein Kampf gegen die Politik.

Ich habe gekündigt und unterrichte in Japan Deutsch und Englisch. Mein Haus in Deutschland habe ich gut vermietet, das Geld reicht also locker. Und Momoka verdient auch sehr gut.“

Wie gut zeigen die beiden uns, als wir ihr Haus betreten. Peter hat es gekauft und ist mittlerweile auch Familienvater. „Bin ich schon länger“, sagt er und grinst, als er uns Bilder seiner beiden erwachsenen Kinder zeigt. „Meine Frau hat sich scheiden lassen, da ich nie zu Hause war. Aber so ist das nun mal so als Polizist.“

Auch Momoka, die mit ihren 1 Meter 59 noch kleiner ist als ich, war schon verheiratet. „Ich habe mich mit 18 Jahren verliebt und ein Jahr später waren wir verheiratet“, erzählt sie uns. „Als ich keine Kinder bekam, hat er mich wieder verlassen.“ Ein Schatten legt sich über ihr Gesicht.

Momoka war tief verletzt und hat lange Jahre keinen Mann mehr angeschaut. Bis Peter kam. „Er ist ein Barbar“, sagt sie und lacht, als es an der Tür klingelt und er kurz den Raum verlässt, „aber ich habe ihn mir gut erzogen!“

Diese für Japanerinnen eher ungewöhnliche Offenheit, ist auf ihren langjährigen Kontakt mit Ausländern zurückzuführen. „Ich war in Frankreich, Italien und den USA“, sagt sie. „Dort habe ich viel über andere Kulturen gelernt.“

Momoka spricht ein fast perfektes Englisch, wenn auch mit typisch japanischem Akzent. „Ich war überrascht, dass dieser Deutsche sich für mich interessierte“, gibt sie freimütig zu. „Wo bin ich denn interessant? Aber ich mag große Männer.“ Peter ist locker über 1 Meter 80.

Auch mit ihren 45 Jahren ist Momoka noch attraktiv. „Wunderbar kochen kann sie!“, schwärmt Peter, der mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm den Raum betritt. Hinter ihm geht eine Japanerin, die Momoka sehr ähnlich sieht. „Meine Schwester Riko“, erklärt uns Momoka. „Sie passt auf Hina auf, wenn wir beide arbeiten.“

Hina ist vier Jahre alt und adoptiert. Die Kleine ist zuckersüß und verbeugt sich artig vor uns Gästen. „Ich habe Peter vor die Wahl gestellt entweder ein Kind mit mir zu haben, oder wieder abzureisen“, sagt Momoka. Aber das ist japanischer Humor, den Europäer nur schwer verstehen.

In Wirklichkeit wollten sie beide einem kleinen Mädchen die Familie geben, die sie sonst vielleicht nie gefunden hätte. Hinas leibliche Mutter leidet unter schweren Panikattacken und kann sich nicht mehr um die Kleine kümmern. Ihren Vater kennt sie nicht.

Peter war Schieß- und Einsatztrainer bei der Polizei. „Karate und Jujutsu mache ich seit fast 40 Jahren. Nur ein Meister werde ich nie“, fügt er nach einer kurzen Pause hinzu. „Im Schießen bin ich viel besser.“ Liebevoll schaut er Momoka und Hina an. „Diese beiden sind meine Meisterinnen.“

Wie für viele Menschen, ist Karate für Peter nur Ausgleichssport. „Es hält mich fit“, sagt er. Uns wird die Ehre zuteil, die Kleine ins Bett zu bringen, das von allerlei Kuscheltieren bevölkert wird. Sie hat allen Namen gegeben, wie sie uns munter erzählt. Dann gähnt sie herzhaft und ist einfach eingeschlafen. Kleine Kinder können so einfach sein.

Momoka hat unsere Blicke gesehen. „Möchten Sie Kinder?“, fragt sie leise. Wir nicken beide und sie schmunzelt. „Einen Moment bitte“, sagt sie und schwebt aus dem Raum, um kurz darauf mit einem Zettel wiederzukommen. „Schauen Sie doch einmal in dieses Waisenhaus. Vielleicht werden Sie dort von einem Kind gefunden.“

Gefunden haben wir dann etwas anderes, worüber ich vielleicht im nächsten Beitrag schreibe. Wir sind wieder in Los Angeles, die USA haben uns wieder. Vorübergehend zumindest, der Flug nach Deutschland steht bereits fest. 

Wenn Engel reisen

Statt 80 brauchen wir nur knappe 2 Tage, um die (halbe) Welt zu umfliegen. Das ist (m)eine persönliche olympische Disziplin. Die wir natürlich mit der Goldmedaille beschließen. Los Angeles – Hongkong – Fukuoka. Japan ist immer das Ziel. Aber 15 Stunden Flugzeit nach Hongkong werden lang.

Immerhin habe ich gleich mehrere Artikel für den Blog geschrieben. Ob ihr sie lesen dürft? Das werden wir noch sehen. Die Reise hat mehrere Gründe, olympisches Karate ist nur einer davon. Auch ich muss Geld verdienen, auf zum „New Japan Deal.“

In Hongkong waren wir auch des lieben Geldes wegen. Asien hat davon viel zu bieten, das ist nun mal so. Ich bin gespannt und habe einige (wenige) Bilder gemacht. Die Einreise ist als Japanerin problemlos möglich. Offiziell sind wir Touristinnen. Der Beamte lächelt und alles ist gut.

Hongkong ist ein Meer aus Farben und schwüler Hitze, mit viel zu vielen Menschen, die alle „komisch reden.“ Meine paar Worte Mandarin helfen kaum weiter, hier ist Kantonesisch angesagt. Wer sich nun fragt wie Chinesen sich verständigen, den verweise ich auf die Schriftzeichen. Genau so. Die haben in ganz China die gleiche Bedeutung.

„JapanerInnen können doch auch Kanji lesen“, werden sich nun einige LeserInnen denken. Klar können wir, wenn es die japanischen sind. Dass es zum Teil erhebliche Unterschiede gibt, habe ich bereits mehrfach erklärt. Aber ich bin ehrlich, wir kamen gut klar. Nur bei langen Texten wären wir überfordert.

In Hongkong spricht man ein sehr gutes Englisch, die Verständigung ist also kein Problem. Natürlich habe ich alle Kung Fu Meister der Stadt herausgefordert und locker besiegt. Ihr wisst doch nur zu gut, dass ich unschlagbar … lustig bin. Um in Form zu bleiben, habe ich die arme Yuki (mit einem Lächeln) umgehauen. Oder sie mich?

Auf den Besuch eines Dojos mussten wir leider verzichten. Der Zeitplan war eng, schon am Dienstag ging es weiter. Aber vorher war ein Treffen mit mehreren Geschäftsleuten angesagt, die alle Meister des Buisiness sind.

Wobei man das durchaus als Kampf der Nationen bezeichnen kann. Chinesen sind schon zähe Verhandlungspartner und können mindestens so gut lächeln wie wir. Der Erfolg gab uns allen recht. Mehr muss niemand wissen.

Von Hong Kong nach Fukuoka sind es noch einmal knapp dreieinhalb Stunden Flugzeit. Heimat Japan, ich grüße dich! Aber die Reise hat Spuren hinterlassen, unsere Energie schwindet schnell. Eine Gruppe Europäer fällt mir auf. Ich höre spanische und französische Worte.

Cousin Ken holt uns vom Flughafen ab und freut sich uns zu sehen. Er hat tausend Neuigkeiten zu erzählen. Das Highlight kommt mit „Ich besuche euch in den USA!“

„Und wer sagt dir, dass wir dort noch länger leben?“, will ich von ihm wissen. „Eigentlich hatten wir einen Umzug nach Japan geplant.“ Warum Yuki und Ken dann im Chor „Du bist so doof!“, zu mir sagen hätte ich wirklich gern gewusst.

Die Zeitumstellung besiegen wir mit Grünem Tee. Gefühlt trinken wir den nun literweise. Mein Vater hat sein Elternhaus als neue Residenz gewählt. Bisher stand es meist leer. Einige Jahre haben Verwandte dort gewohnt. Aber er hat sich den Luxus gegönnt es zu behalten und ein Hausmeister Service hat sich monatlich darum gekümmert.

Meine Mutter schließt uns in die Arme. Ihre Augenwinkel zucken verräterisch. Nur ich bin natürlich vollkommen cool. „Das Biest“ hat noch niemand zum weinen gebracht. Aber warum klopft mein Herz nun schneller? Das muss am Tee liegen, ist doch klar.

Mein Vater ist in Sachen Karate unterwegs. Also besichtigen wir das Haus. Es ist groß genug für uns alle und Ken will aus Spaß gleich mit einziehen. „Als Dummy für meine Kicks?“, will ich wissen und er schnauft empört. „Ich bin viel besser geworden!“, behauptet er. „Ja klar“, erwidere ich trocken, „vor allem im Fußboden küssen.“ Sogar meine Mutter hat darüber gelacht.

Leider können wir nur einige Tage in Japan bleiben. Immerhin Zeit genug, um mir ein Bild von der Arbeit meines Vaters zu machen. Er bleibt skeptisch und das bin ich auch. Aber es ist eine Ehre für Japan tätig zu sein.

Für einen Abend, habe ich die Assistentin gegeben und durfte Teenager trainieren. Der Unterschied zu Deutschland ist gewaltig. In japanischen Dojos herrscht eiserne Disziplin. Das muss auch ich mir für diesen Tag auf die Fahne schreiben und nur Yuki hat darüber zu Hause gelacht.

Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Leserin, habe ich einige (schlechte) Bilder in den Beitrag eingefügt. Ich habe nun wirklich einige Talente, Bilder mit einem Smartphone zu machen gehört nicht dazu. Dabei gäbe es eine Menge über meine Heimatstadt zu berichten. Dort leben schließlich nette Menschen, aber das habt ihr bestimmt gewusst.

In der Reihenfolge zeigen sie den Flughafen und die Innenstadt von Hongkong. Die Bilder von Fukuoka sind selbsterklärend. Wobei es eine Menge über meine Heimatstadt zu erzählen gäbe. Aber vielleicht mache ich das ein andermal.

Wie es weitergehen wird? Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich gezögert und noch keine Entscheidung getroffen. Deutschland, die USA oder Japan, haben alle ihre speziellen Reize. Leben kann ich überall. Aber nur mit meiner Elfe, was habt ihr denn nun gedacht.

Nach Deutschland müssen wir auf jeden Fall im Sommer, wir haben uns um einige Dinge zu kümmern. Und auch nach Los Angeles führt unser Weg zurück. Dort haben wir noch eine Menge persönlicher Sachen. Ohnehin sind wir nur mit leichtem Gepäck unterwegs. Kleidung und Unterwäsche lagern immer bei meiner Tante.

Eigentlich wäre am Wochenende schon der Rückflug in die USA gewesen, aber ich kann und will zur Zeit nicht aus Japan weg. Das hat auch mit Müdigkeit zu tun. Fliegt ihr mal einen solchen Marathon. Immerhin leiht Ken uns seinen Wagen. Bekanntlich hat er zwei davon und ist gern mit dem alten Turbo unterwegs.

Ich werde (vermutlich) für eine weitere Woche in Japan bleiben, aber in dieser Zeit keinen weiteren Beitrag schreiben. Das ist auch dem Fakt geschuldet, dass wir kaum zu Hause sind und ich eine kleine Auszeit brauche. Wir lesen uns dann Mitte Juni wieder. Bleibt gesund und auf Wiedersehen.

 

Und sie bewegt sich doch!

Die Welt steht still! Unglaubliches ist geschehen! Atemlos und wie gebannt schaut man auf die USA. Kein anderes Thema, kein anderes Land scheint die Menschheit so zu bewegen, wie ein älterer Herr mit blondierten Haaren. Sein Name: Donald Trump.

Ja, es ist unglaublich, die Amerikaner haben ihn zum Präsidenten gewählt. Alle Amerikaner? Nein. Wer das amerikanische Wahlsystem kennt weiß, dass Mehrheiten dort anders funktionieren. Wer das dortige Establishment kennt weiß auch, wie man seit Monaten fieberhaft nach einer Möglichkeit sucht, um den ungeliebten „Onkel Donald“ wieder abzusetzen.

Bisher vergeblich, dieser Onkel macht munter weiter und vertritt plötzlich einen für Partner und Feinde völlig unberechenbaren Kurs. „Wird Trump gefeuert?“, steht im CICERO und ein deutscher Wissenschaftler hofft in einer Talkshow nun ganz stark, dass der amerikanische Präsident „seines Amtes enthoben wird.“

Diese Hexenjagd kann bei niemand ohne Folgen bleiben. Sie erinnert stark an die Inquisition und wie man dort mit angeblichen Hexen umgegangen ist. Ein Dampflauderer aus Deutschland hält Trump sogar für brandgefährlich. Selbsternannte Feuerwehrleute plappern das gedankenlos nach.

Auch Vladimir Putin ist Im Visier der Jäger. Der „böse Russe“ will sich doch wirklich 2018 wieder zum Präsidenten wählen lassen. Vermutlich dann mit Hilfe von „Onkel Donald“, dem er angeblich ins Amt geholfen hat.

In Deutschland sind ganz (un)demokratisch bei der Auszählung der Landtagswahl einige tausend Stimmen für die AfD unterschlagen worden. Aber das macht ja nichts, das kann in den besten (Wahl)Kreisen schon mal passieren.

Immerhin besinnt sich Deutschland wieder auf seine christlichen Wurzeln, wie der evangelische Kirchentag zeigt. Zwar hatte man den Drohnenkönig Obama eingeladen, aber was macht das schon. Frieden schaffen, mit immer mehr Waffen, ist offenbar die neue Devise der EKD.

Vermutlich denken auch (Staats)Terroristen ähnlich, die mal so eben einige Dutzend Menschen in Stücke bomben. Ist klar, das macht man(n) so als infantiler Fanatiker. Unterdessen dreht die Welt sich weiter. So, als wäre nie etwas geschehen.

Lichter der Großstadt – Teil 9: Sehnsucht

Der penetrante Summton des Handys beendet die Nacht. Während sich Yuki demonstrativ die Decke über das hübsche Köpfchen zieht, schaue ich wer der Anrufer ist. Meine Mutter, das muss wichtig sein!

Die Neuigkeiten sind wenig überraschend. Meine Eltern werden Deutschland auf unbestimmte Zeit verlassen. Der Grund heißt olympisches Karate, mein Vater hat auf Probe als Trainer zugesagt. Wer mehr darüber wissen möchte, der klickt bitte HIER. 

Meine Mutter hat Bedenken. 30 Jahre Deutschland wiegen schwer. Können meine Eltern wieder in Japan heimisch werden? Für Yuki und mich bedeutet das ein Haus (auf Zeit) zu haben, wenn wir wieder in Deutschland sind.

Elfchen wirkt nachdenklich, als ich ihr davon erzähle. Wollen wir wirklich wieder zurück? Mein Vater hätte mich gern an seiner Seite gewusst, um die Jugendlichen zu unterrichten. Das hatte ich bisher, bei aller Liebe für ihn, Japan und Karate, abgelehnt. Aber seit einiger Zeit, ist die Sehnsucht nach Japan in mir erwacht.

Wir frühstücken, der CD-Spieler verbreitet japanische Klänge. „An was denkst du?“, fragt Yuki und stupst mich an. Dann lacht sie, als ich ihre Zehen kitzele. „Ich habe einen Blick ins Morgen gewagt“, antworte ich wahrheitsgemäß. „Was machen wir, wo werden wir sein?“

„Wo willst du sein?“, hakt Yuki nach und übernimmt spontan die Führungsrolle. Wir tauschen gern die Charaktere. Aus Spaß haben wir das schon mit den Namen gemacht. Wer uns nur flüchtig kennt, wird uns sowieso für Schwestern halten.

Für Yuki ist es schwieriger zu dominieren, während ich problemlos die scheue Japanerin spielen kann. Zumindest so lange bis ich vor Lachen platze. Aber heute will ich Mäuschen sein.

Wir albern herum und mixen die Sprachen. Aber wie redet man bei uns? Immer so, wie wir denken. In Deutschland überwiegend deutsch und in Japan japanisch, mit eingeschobenen deutschen Worten. Nur auf Englisch verzichten wir.

„Die Frage sollte lauten, wo wir sein wollen“, greife ich das Thema wieder auf. „Was hältst du davon für immer in den USA zu bleiben?“ Yuki versucht die Stirn in Falten zu legen, was natürlich kläglich scheitert. Elfen haben eine glatte Haut.

Los Angeles, die große LGBT-Community, hat Vorteile zu bieten. Zwar zittert die Erde, aber wir sind vor Homophobie und Terror sicher. Dafür gibt es hier mehr Gewalt, die durchaus erschreckend ist.

Weniger für mich, ich kann mich wehren. Aber werden (adoptierte) Kinder hier sicher sein? Warum die USA, werden sich nun einige fragen, ist Deutschland nicht der bessere Platz?

Diese Frage hätte ich noch vor einigen Jahren mit einem dicken JA beantwortet. Zur Zeit ist Deutschland kein sicherer Ort. Multikulti ist ebenso gescheitert, wie Frau Merkels Flüchtlingspolitik. Ich habe keine Lust mehr auf ständige Kämpfe, die ich mit wem auch immer führen soll.

Kinder sollten in einem Umfeld aufwachsen, das nicht von Hass und Gewalt zerfressen ist. Lieber lebe ich im noch immer weitgehend homophoben Japan, als „Angst“ vor offenen Grenzen, Terror und schleichender Islamisierung zu haben.

Es war Yukis Idee längere Zeit in Los Angeles zu verbringen. Sie hat den Virus der Sonne geleckt. Und mir geht es kaum anders, das Leben hat viele Vorteile hier. Aber in Japan könnte ich (Jugendliche) unterrichten.

Elfchen schaut mich an und ist plötzlich ganz still. Wir brauchen keine Worte, um die andere zu verstehen. „Ich gehe packen“, sagt sie leise. Und in Gedanken flüstert die Inari mir „Gute Reise“ zu.

 

 

Grün war die Hoffnung – Teil 2: Die Antideutschen

Als ich im Januar meinen Beitrag „Grün war die Hoffnung“ schrieb, hatte ich wenig Hoffnung auf Verständnis zu stoßen. Immerhin hat es die Partei der GRÜNEN nicht ins saarländische Parlament geschafft, ein kleiner Denkzettel, der die Bundesspitze nicht umdenken ließ. Das Ergebnis in NRW war daher so desaströs, wie grüne Schul- und Bildungspolitik.

Keine Hoffnung

Warum wenig Hoffnung, wo ist meine sonst so positive Grundeinstellung? Wer meine Beiträge über die fehlende deutsche (europäische) Identität und die Manipulation der Massen gelesen und auch verstanden hat, der wird sich ein ungefähres Bild darüber machen können, wie sehr die kognitive Mentalvergiftung in Deutschland bereits Früchte getragen hat.

Einen knappen Monat nach meinem damaligen Beitrag, hat auch der in Syrien geborene Professor Bassam Tibi einen Artikel in der Basler Zeitung verfasst, den er „Die Feinde Europas nennt.“ Auch der Untertitel ist bemerkenswert und sollte jedem Interessierten zu denken geben. „Linksgrüne arbeiten mit den Islamisten zusammen – über den Anschlag auf die europäische Identität.

Dazu sollte jeder wissen, dass Professor Tibi früher selbst ein Linker war und sich heute einen „liberalen muslimischen Migranten“ nennt, „der ein Wahleuropäer geworden ist.“ Professor Tibi und andere warnen seit Jahren vor der schleichenden Islamisierung Europas und dass wir auf dem Weg zu „Eurabien“ sind.

Auf die Bilder, was das für Europas aufgeklärte, aber mittlerweile dekadent gewordene Gesellschaft bedeutet, werde ich an dieser Stelle verzichten. Es geht auch weniger darum (neue und alte) Feindbilder zu schaffen, dieses Thema habe ich bereits behandelt. Vielmehr geht es darum, wie und vor allem warum sich die EuropäerInnen einer (pseudo)linken Ideologie entgegen stellen müssen, wenn sie nicht ihr Opfer werden sollen.

Dazu gehört auch die (linke) Schleppermafia zu stoppen, die immer noch Wirtschaftsflüchtlinge übers Mittelmeer bringt. Diese NGO-Schiffe kreuzen vor der libyschen Küste und bringen Migranten übers Mittelmeer. Angeblich aus humanitären Gründen. Ob das die ganze Wahrheit ist? Immerhin ist die italienische Regierung nun scheinbar aufmerksam geworden und will Polizisten an Bord dieser Schiffe schicken. KLICK MICH

Feindbilder

„Feind ist derjenige und jeder, von dem eine wesentliche Bedrohung des Daseins des Volkes und seiner Einzelnen ausgeht. Der Feind  kann in der innersten Wurzel des Daseins eines Volkes sich festgesetzt haben und dessen eigenem Wesen sich entgegenstellen und zuwider handeln.“

Dieses Zitat aus Martin Heideggers „Sein und Wahrheit“ macht noch immer Sinn. Zwar ist es aus dem Zusammenhang gerissen und soll lediglich zu einem gewaltigen Diskurs über Europas Kultur und Werte aufrufen, die so lange von den GRÜNEN verachtet und abgelehnt worden sind, aber es erschien mir durchaus passend.

GRÜNE PolitikerInnen missbrauchen muslimische „Flüchtlinge“ als Ersatzproletariat und hofieren sie in einer Art und Weise, die man nur als selbstzerstörerisch bezeichnen kann. Professor Tibi glaubt die Ursache zu kennen, die er Kapitalismus (eigentlich Neoliberalismus) nennt.

Antikapitalismus muss also unbedingt auch antieuropäisch sein und schon darf der Schwarze Block (Antifa) „Deutschland verrecke!“ skandieren? Ich habe eine andere Meinung, die ich bereits erörtert habe und wie man Staat, Parteien und PolitikerInnen sehen kann.

Dass die GRÜNEN selbst ein Teil der Eliten geworden sind, die sich mit aller Gewalt an Macht und Ämter klammern, haben sie mittlerweile zur Genüge bewiesen. Aber bekanntlich lebten schon die Sozialisten in der DDR in Saus und Braus und haben das gemeine Volk „geknechtet.“

Der Bürger auf der Metaebene

Nun sind Philosophie und Politikwissenschaft eine durchaus spannende Sache, mit ihrem Verständnis ist es aber bei der Masse oft nicht besonders weit her. Daher beschränke ich mich auf das Wesentliche und kritisiere eben jene, die für alle greifbar und daher auch kritisierbar sind, die Mitglieder politischer Parteien.

War es nicht Max Horkheimer der sagte, dass wir die westlich-europäische Welt als Insel der Freiheit in einem Ozean der Gewaltherrschaft verteidigen sollen? Und zwar nicht nur gegen den Faschismus Hitler’scher Prägung, sondern auch gegen den linken Totalitarismus Stalin’scher und Lenin’scher Provenienz.

Die Linken / GRÜNEN machen das genaue Gegenteil. Sie, die auch den Islamismus hofieren, verurteilen und verfolgen jeden als „Rassisten“ und „Islamophoben“, der sich ihrer Meinung widersetzt. Dass sie sich dabei faschistischer Mittel bedienen, bleibt für sie selbst unsichtbar.

Das ist ein Grund, warum ich so vehement gegen diese Partei schreibe, deren überzeugte Wählerin ich viele Jahre war. Was viele nicht auf der Rechnung haben und was der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad in aller Deutlichkeit anspricht, ist die erschreckende Ähnlichkeit von Faschismus und Islamismus, die ich an dieser Stelle nicht vertiefen will.

Selbstaufgabe

Die Europäer haben sich offenbar bereits aufgegeben. Das Meinungsmanagement der Eliten trägt Früchte. Oder hat es doch einen anderen Grund? Theodor W. Adorno bringt es mit folgenden Worten auf den Punkt, die zwar im ersten Moment sperrig wirken, aber eine tiefe Wahrheit in sich tragen:

„Jedenfalls will es mir dünken, als ob der Menschentypus, der heute auf die Welt kommt, vorweg schon zu einem außerordentlich weitem Maß in die verwaltete Welt hinein passt. Dass er gleichsam in sie hinein geboren wird. Starr sind diese Menschen, weil sie eigentlich keine Spontanität mehr haben. Weil sie eigentlich gar nicht mehr ganz leben, sondern weil sie selber sich bereits als die Dinge, als die Automaten erfahren, als die sie in der Welt verwendet werden.“  

Verwendet als Zahlmeister, Schlachtvieh, das Professor Mausfeld auch „Lämmer“ nannte. Statt den Diskurs zu suchen, wird lieber nach dem dritten Bier gegen alles und jeden gehetzt. Egal, ob es „der Flüchtling“ oder „der Fußballverein“ ist. Hauptsache man(n) bringt seinen Ärger auf den Punkt.

Dass der Bürger damit den Eliten in die Hände spielt, die ihn munter ausbeuten und für dumm verkaufen, übersieht er geflissentlich. Solange „mein Haus, mein Boot, mein was auch immer“ zugegen ist, wird auch bei offenen Grenzen gern weg geschaut. Welchen Preis wir alle dafür zahlen, werden wir in einigen Jahren sehen.

Über die Freiheit

„Teile und herrsche“, das alte Prinzip trägt noch immer Früchte, wenn der Klassenfeind ein böser „Marsmensch“ ist, den man im blinden Hass mundtot machen will. Der GRÜNE ist nicht die eigentliche Gefahr, die besteht in Passivität und Schweigen der Masse. Das hat schon 1933 die NSDAP an die Macht gebracht.

Aus einem Artikel aus dem Jahr 1946, den ich im Archiv der ZEIT gefunden habe, möchte ich folgende Sätze übernehmen, die mir passend für den momentanen Zustand Deutschlands erscheinen:

„Ein Volk, das seine Freiheit verspielt hat und so entsetzlich dafür hat büßen müssen wie das deutsche, ist gerade dadurch besonders berufen, in Zukunft die Freiheit höher zu achten als alle andern irdischen Güter. Dieses Feuer in den Herzen unserer Jugend zu wecken ist die einzige Möglichkeit, die wir haben, um unsere Schuld an ihnen ein weniges wieder gutzumachen. Es wird die Freiheit heute in manchen Teilen der Welt bedrängt, um so getreuer wollen wir ihr dienen, ihr Panier sichtbar vor aller Welt aufpflanzen und verteidigen für unsere Jugend und mit unserer Jugend, die die Zukunft Deutschlands ist.“

Professor Tibi war ein Schüler Adornos und Horkheimers. Er, der im Geist der Freiheit ausgebildet worden ist, wirkt im Schlusssatz seines Beitrages resigniert. Wörtlich schreibt er: „Kann Europa die Linksgrüne Selbstverleugnung als herrschendes Narrativ überleben? Ich habe keine Antwort auf diese Frage, aber die Hoffnung, dass ich die Islamisierung Europas nicht mehr erlebe.“

Im Gegensatz zu dem aktuell 72 Jahre alten Professor, bin ich deutlich hoffnungsvoller als er. Wir brauchen keine pseudolinke Ideologie oder einen dumpfen Konservativismus, keine begrenzte Sicht der Dinge. Weltoffenheit, liebe GRÜNEN, hat wenig mit offenen Grenzen zu tun. Ich habe die Hoffnung, dass mehr Menschen das so sehen.

 

 

Die Qual der Wahl

Deutschland hat gewählt. Ganz Deutschland? Nein! Nur ein Bundesland, das lange meine Heimat war. Hier bin ich bunt und Multikulti aufgewachsen, hier hat das Konzept einst funktioniert. Aber PolitikerInnen, die sich im Glanz des Mammons sonnen, haben die Idee davon verkauft.

Sieger und die VerliererInnen hecheln ihre Phrasen in die Mikrofone und Frau Kraft tritt beleidigt zurück. Sind wir ehrlich, welcher Firmenchef, der schlechte Zahlen einfährt, wird nun so einfach das Handtuch werfen? In der Politik ist das Brauch. Vielleicht machen die Unternehmensberaterin Kraft und die Lehrerin Löhrmann nun eine Wohngemeinschaft für Gescheiterte auf. Aber bitte ehrlich bleiben, meine Damen!

Kommen wir zu den Siegern der Wahl, zu denen neben FDP und AfD, auch die LINKEN gehören. Christian Lindners One-Man-Show, die übernommenen Inhalte der AfD, der Nimbus der „Etablierten“, all das hat Früchte in NRW getragen. Nun will der Mann noch Vizekanzler werden. Man darf gespannt sein, wohin er sein gelbes Fähnchen dreht.

Die LINKEN tun mir fast schon leid. Zwar haben sie sich deutlich verbessert, für den Landtag hat es wieder nicht gereicht. Vielleicht sollte man sich gemeinsam mit der SPD auf Gemeinsamkeiten besinnen. Eine nach links rückende SPD, die gegen NATO und Kriegseinsätze ist, die sich gegen den Neoliberalismus und Sozialabbau stellt, diese Partei könnte in der Wählergunst steigen. Aber dann ohne Engel Gabriel oder heiligen Martin und mit Frau Wagenknecht als Chefin.

Auch die Antifa hat nicht verhindert, dass die AfD im nächsten Landtag sitzt. Aber die „Pfui!“ Rufer und Antidemokraten, werden mangels sprudelnder Geldquellen bald verstummen. Oder glaubt wirklich jemand, dass diese Chaoten den Protest aus freien Stücken initiieren?

Ich hatte das Ergebnis in ähnlicher Höhe erwartet. Wobei ich finde, dass GRÜNE und SPD noch zu milde abgestraft worden sind. Abgestraft für eine desaströse Schul- und Bildungspolitik und den Verlust der Inneren Sicherheit. Hätte sich Frau Kraft von Innenminister Jäger distanziert und ihn nach Köln I gefeuert, die Wahl wäre vielleicht anders ausgegangen.

Das Scheitern der SPD geführten Politik hat auch bundespolitische Gründe. Und die liegen noch immer bei der CDU, die liegen noch immer bei Angela Merkel. Sie, die „Getriebene“, hat durch ihre Grenzöffnung und die Flüchtlingskrise, das ganze Ausmaß des Politikversagens möglich gemacht.

Auch Krafts Leugnung von „No-Go-Areas“, der falsche Kanzlerkandidat der SPD, haben mit zum schlechten Ergebnis beigetragen. Wer das noch immer verneint ist blind. Aber welcher Politdarsteller hat schon jemals die ganze Wahrheit gesagt.

Wie geht es nun weiter in NRW? Wird die CDU nun mit eisernem Besen die Kriminellen im Land auskehren? Kann sie das ohne massiven Protest der Linken und Grünen Fraktion? Oder wird auch die nächsten vier Jahre wieder nichts passieren und das Land langsam aber sicher vor die Hunde gehen.

„Nach der Wahl ist vor der Wahl“, heißt es. Nun konzentriert sich alles auf die Bundespolitik. Ob wir dort Frau Kraft oder Frau Löhrmann wiedersehen oder sogar Herrn Jäger als Retter der Nation, werden die nächsten Wochen zeigen. Ich finde, dass diese Truppe niemand braucht. Aber NRW braucht eine andere, eine bessere Politik.

Ob die von der (Landes)CDU kommen kann, wird Armin Laschet nun zeigen müssen. Aber sollte FDP-Chef Lindner eine „Ampel“ anstreben, wird das sein Ende für den Einzug in den Bundestag sein. Die WählerInnen sind klar gegen eine weitere SPD-Regierung.

Vielleicht trägt der CDU-Erfolg auch die Handschrift eines Mannes, den man als einen der wenigen ehrlichen Menschen in der CDU ansehen kann. Die Rede ist von Wolfgang Bosbach, dessen letzten Auftritt wir in diesem Jahr sehen. Ausgerechnet er, der Merkel-Kritiker, hat der CDU in NRW mit zum Sieg verholfen.

Deutschland hat gewählt. Ganz Deutschland? Nein! Nur ein Bundesland, das lange meine Heimat war. Hier bin ich bunt und Multikulti aufgewachsen, hier hat das Konzept einst funktioniert. Ich bin gespannt auf die nächsten vier Jahre, die ich vermutlich nicht mehr in Deutschland erleben werde. Meine Wahl steht ohnehin schon lange fest. Sie heißt Yuki und ist die beste Frau der Welt. Meine! Was habt ihr denn nun gedacht?