Die Dummheit kennt keine Obergrenze

Diesen und alle meine politischen Beiträge schreibe ich unter der für die meisten Menschen geltenden Prämisse, dass wir in einer Demokratie leben, die von freien Wahlen getragen wird. 

„And the winner is …, Christian Lindner!“, schallt es zumindest durch einige Medien, die den Ausstieg der FDP aus den Koalitionsgesprächen durchaus positiv kommentieren. Nun mag ich weder die FDP noch Herrn Lindner, aber seine Strategie (Taktik) verdient Respekt. Ein Anfang. Aber das macht aus ihm noch keinen Sebastian Kurz.

Wie einig sich die vier Parteien wirklich waren, nämlich überhaupt nicht, hat Frank Plasberg in seiner Sendung „Hart aber fair“ aufgedeckt. Eine Jamaika-Koalition hatte keinen Auftrag vom Wähler, egal was linksgrüne Medien dazu geifern. Diese Konstellation ist auf Merkels Mist gewachsen, die unbedingt Kanzlerin bleiben will. Die Medienschelte, die nun auf Lindner einprasselt, wird ihn in seiner Haltung noch bestärken. „And the winner is …!“

Peterchens Mondfahrt

Und damit komme ich zu einer weitere Person, der ich eine Mondfahrt ohne Rückfahrticket spendieren würde, Simone Peter. Schon Roth und Göring-Echardt haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, aber Peter toppt das noch. Was die Frau von sich gibt ist ein derart substanzloses Geschwafel, dass man es kaum noch ertragen kann.

Ginge es nach den Grünen, Deutschland wäre nicht nur seiner Industrie beraubt, es kämen vermutlich auch pro Monat 10 Millionen neue Migranten. Grüne wollen dieses Land in einer Art und Weise umbauen, dass man nur noch den Kopf schütteln kann. Deutsche Werte, gar Kultur? Alles Nazi, alles schlecht!

In Plasbergs Sendung hat sich Peter zum Glück um Kopf und Kragen geredet. Das habe nicht nur ich erkannt. Obergrenze? Ja, also nein, mit dem Grünen nicht. Damit gibt sie preis, was die Medien verschweigen. Und Altkommunist Trittin ist kein Stück besser. Auch auf diesen linken Hetzer sollten sich die Blicke richten, wenn es um Schuldzuweisungen geht.

Die dummen WählerInnen

Die Frage ist nur, ob das eine Mehrheit der Grünen-WählerInnen ebenfalls so sieht. Dann nämlich und das hoffe ich wirklich, wäre diese Truppe Schnee von gestern und würde sich vielleicht außerhalb des Bundestages auf ihre eigentlichen Aufgaben besinnen, realpolitische Umweltpolitik.

Wobei „Atomkraft nein Danke!“, keine Lösung ist und Elektroautos nur ein Übergang. Japan wird Wasserstoffautos favorisieren. Ja, wir können das! Die Lösung für die Grünen kann man in Österreich sehen, die „Liste Pilz“ hat uns das vorgemacht. Kretschmann und Palmer sollten vielleicht handeln und eine eigene „grüne Liste“ gründen.

Aber Deutschlands WählerInnen sind brave Lämmer, denen meist politischer Sachverstand fehlt. Ein treffendes Beispiel habe ich in Los Angeles erlebt, als sich zwei deutsche Touristen lautstark über Politik ausgelassen haben. Oder das, was sie dafür hielten.

Belämmert

Beide Männer plapperten nach, was die Medien schon verbreitet hatten. Das meiste war falsch und hatte BILD-Niveau. Ich habe mich geflissentlich ruhig verhalten. Was hätte es genutzt zwei älteren Herren das Grundgesetz zu erklären, wenn es um die Frage der Neuwahlen geht. Einstimmiger Tenor der beiden: „Die Merkel wird jetzt Neuwahlen ansetzen.“ Das ist so dumm wie falsch.

Merkel, wie die gesamte momentane Regierung, ist nur noch geschäftsführend im Amt. Das kann sie eine ganze Weile bleiben, ein Limit gibt es nicht. Das wollen nur wieder linksgrüne Medien gesehen haben, die sich gern als politische Aktivisten sehen. So, wie Marionetta Slomka, die eine politische Barbie gibt.

Leider sieht es bei vielen WählerInnen in Deutschland kaum anders aus mit der politischen Bildung. Sie haben keine Ahnung von Grundgesetz und Machtverteilung. Ich frage mich, wie man auf diese Weise (über)leben kann. Aber wer immer nur Staatsfunk konsumiert, wird dort eiskalt abserviert und bleibt ein dummes Wählerlamm. Mäh!

Die roten Socken

Ich bin keine Politberaterin, aber verstehe etwas von Strategie. Die SPD, respektive Schulz, hat ihre Karten überreizt. Bei möglichen Neuwahlen sehe ich sie unter 20 Prozent fallen und auch die CDU wird leiden. Nur FDP und AfD könnten davon profitieren. Ist das der Plan? Aber wer hat sich den ausgedacht?

Natürlich hat Schulz recht, wenn er „keinen Wählerauftrag“ für die SPD sieht. Aber auch wieder nicht. Was der gekränkte SPD-Chef übersieht, die SPD hat von den WählerInnen durchaus ein Mandat zur Mitgestaltung erhalten. Wie sie das nutzt bleibt abzuwarten. Aber ein striktes „Nein!“, wird abgestraft.

„Aber das könnte doch alles nur Taktik sein!“, höre ich den Einwand hallen. „Ist es auch“, erwidere ich, „aber mit den falschen Protagonisten.“ Schulz hat noch nicht verstanden, woher der Wind in dieser SPD weht. Die GenossInnen werden ihn opfern, bevor alles den Bach heruntergeht.

Aber während die Nation noch diskutiert, wird weiter munter Politik gemacht. Und die geht, wie immer, an der Bevölkerung vorbei. Aber das haben die meisten wieder nicht bemerkt. Vielleicht sollten die Deutschen endlich ihre Hintern bewegen und diesen Zustand beenden. Mit Protesten pro Deutschland, gegen Hass und Zensur.

Vielleicht steht dann aus der zweiten oder dritten Reihe der Parteien jemand auf, der endlich den Mut für Veränderungen hat, der Merkels Herrschaft beendet und auch Herrn Schulz wieder zurück nach Brüssel jagt.

 

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Das Kabinett der Eitelkeiten

Diesen und alle meine politischen Beiträge schreibe ich unter der für die meisten Menschen geltenden Prämisse, dass wir in einer Demokratie leben, die von freien Wahlen getragen wird. 

Während sich in Österreich eine neue liberal-konservative Regierung bildet, die das Land aus Jahren politischer Agonie befreit, wird in Deutschland ein neues Spiel gespielt. „Wir wählen uns eine neue Regierung“ soll es heißen und hat das Potenzial zur „Number One.“

Schon sehe ich Unverständnis in den Augen meiner LeserInnen. Ist die Japanerin nun völlig irre? Zum besseren Verständnis bitte ich den Blick auf FDP-Chef Lindner zu richten, der nach Aussagen seiner VerhandlungspartnerInnen, die Koalitionsgespräche platzen ließ. Kurze Pause, harter Schnitt. Hat er das wirklich?

Schaut man sich an, wer wochenlang die Sondierungen und Verhandlungen führte, so wird schnell klar, dass es niemals einen Konsens geben konnte. Zu unterschiedlich sind die Positionen der Parteien. Was wir in den letzten Wochen erlebt haben war eine Show, die einmal mehr der Steuerzahler finanzierte.

Diese Kolation war nie geplant. Nur einige Grünen haben das noch immer nicht kapiert. FDP und Grüne standen mit dem Rücken zur Wand. Beide hatten ihren WählerInnen Dinge versprochen, die sie einhalten mussten. Zumindest als Kompromiss.

Aber während sich die grüne Doppelspitze der Kanzlerin in einer Weise andiente, die einfach nur erbärmlich ist, immerhin ging es um Ministerposten und fette Diäten, blieb Lindner auf Distanz.

Sein Plan war stets, die FDP wieder in den Bundestag zu führen und dort in vier Jahren Oppostion Akzente zu setzen. Den Plan hat ihm die SPD vergeigt. Nein, nicht die gesamte SPD, es war deren beleidigter Chef, Martin Schulz.

Munition gegen eine neu aufgelegte GroKo zu finden wäre nicht sonderlich schwer. Problematischer dagegen ist die AfD, deren Positionen auch Lindner immer mehr vertritt. Ich habe schon vor Wochen angedeutet, dass man sowohl Frau Petry, die AfD und die FDP im Auge behalten soll. Auch in Österreich musste sich die FPÖ schon neu erfinden.

Natürlich geifern nun CDU/CSU und Grüne im Chor und schieben die alleinige Schuld des Scheiterns auf Lindner. Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Natürlich hat Lindner taktiert, aber Merkel und die Grünen auch. Und die haben sich klar verzockt. Die „fast erreichte Einigkeit“ ist vorgeschoben.

Man könnte das Theater, das eigentlich eine Schmierenkomödie ist, auch mit anderen Augen sehen. Nämlich so, dass wir eine geplante Aktion erleben durften, an der (fast) alle Parteien beteiligt sind. Ich erkläre später noch warum.

Prompt kommen aus der Wirtschaft deutliche Signale, die natürlich von Enttäuschung sprechen. An dieser Stelle müssten Interessierte hellhörig werden, hat sich doch die wahre Macht im Staat zu Wort gemeldet.

Wem nutzt nun der Abbruch der Gespräche, wie kann es weitergehen? Christoph Seils, Ressortleiter „Berliner Republik“ beim CICERO, sieht die Autorität der Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden so nachhaltig beschädigt, dass ihre Tage an der Macht gezählt sein dürften. Das letzte Aufgebot des bestehenden etablierten Parteiensystems habe kapituliert.

Ich bin da skeptischer und warne davor Frau Merkel zu unterschätzen. Zwar hat sie nach dem Wahldebakel nun eine zweite Niederlage erlitten, aber auch ein Boxkampf geht über mehrere Runden und noch ist die Frau nicht besiegt. Ich warne ebenfalls davor, nur das Offensichtliche zu sehen. Es gibt keine Zufälle in der Politik.

Merkels Plan ist insofern aufgegangen, dass sie eine Rot-Rot-Grüne Mehrheit verhindert hat. Dafür hat sie die AfD benutzt, die bei der Wahl zu viele Stimmen bekam. Merkel wollte mit starken Grünen regieren und die wollten das auch.

Deren Linke und Altkommunisten hätte Merkel bei einer Regierungsbeteiligung ebenfalls noch links überholt und die Partei so zur Bedeutungslosigkeit degradiert, um sich in einigen Jahren, als große Retterin zu präsentieren. Bis dahin, so die Hoffnung könnte sich die AfD entweder selbst aufgerieben haben oder ist einen Schmusekurs mit konservativen Kräften in der CDU gefahren. Das Ergebnis ist vermutlich jedem klar.

Amüsiert habe ich den Auftritt der LINKEN-Chefin verfolgt, die sich „auf alle Eventualitäten“ vorbereitet. Träumt die Frau von Rot-Rot-Gelb-Grün? Ließe Lindner sich darauf ein, wäre das sein politisches Ende. Und in Deutschland blieben weiter Grenzen offen.

Nicht nur die Presse, auch das Grundgesetz sieht nun den Bundespräsidenten in der Pflicht. Aber der kommt bekanntlich aus der SPD und hat sich bisher wenig mit Ruhm bekleckert. Allerdings könnte vermutlich er, natürlich inoffiziell, die SPD erneut in die GroKo bringen. Bei einem Rücktritt von Frau Merkel?

Ideal wäre anders, aber Merkel immerhin weg. Und damit hätte man ein Ziel erreicht, das die SPD insgeheim verfolgt und Millionen von BundesbürgerInnen würden jubeln. Als Nachfolgerin wäre eine Kanzlerin von der Leyen keine gute Alternative. Oder käme dann Jens Spahn?

„Kriegen Steinmeier und Merkel die SPD noch rum?“, schreibt BILD und präsentiert sich einmal mehr als Meinungsmacher. Ich warte schon eine Weile auf den Moment, wenn dort Merkels Rücktritt gefordert wird. Dann ist „Mutti“ weg.

Steinmeiers Auftritt wirkte wenig souverän. Er war offensichtlich der einzige Nichteingeweihte dieses Spiels, in dem man nun offenbar auf Neuwahlen setzt. Aber die für seine Verhältnisse deutlichen Worte an die Adresse der SPD, sollten dort die Alarmglocken schrillen lassen.

Natürlich hat er keine Namen genannt. Aber jeder politisch Interessierte konnte klar erkennen, wen er in die Pflicht genommen hat. Aber kommen wir zurück zur „Aktion Jamaika.“ Nicht Merkel, die AfD soll nun wieder weg. Mit Neuwahlen hofft man in Berlin, dass die bösen Geister ausgetrieben werden und man zur Tages- oder besser Merkelordnung übergehen kann.

Unabhängig davon, dass eine abgewählte Regierung, die nur noch geschäftsführend ihr Amt bekleidet, nicht einfach Neuwahlen ausrufen kann, um dann vielleicht ein besseres Ergebnis zu erzielen, sehe ich in Neuwahlen ein Risiko für die SPD. Viele WählerInnen werden sich enttäuscht von „ihren Sozis“ abwenden und andere Parteien hofieren. Salopp gesagt redet Schulz sich zur Zeit um Kopf und Kragen. Ob er das nächste Bauernopfer wird? Von Schulz zu Scholz ist nur ein kleiner Schritt.

Aber auch die anderen Parteien könnten verlieren. Möglicherweise werden noch mehr CDU-WählerInnen ihre Stimme der AfD geben, um wirklich einen Wechsel zu realisieren. Tritt Merkel erneut an und verliert sie dann wieder, wird sie in die Rente geschickt.

Der FDP-Vize Kubicki hat in seiner Rede auch der SPD den Ball zugespielt, die ihn aber noch nicht fangen will. Stattdessen feiert Schulz seine SPD-MinisterInnen, die geschäftsführend auf ihren Posten sitzen. Wie widersinnig das ist, kann er offenbar nicht erkennen. Vielleicht wird der Bundespräsident ihn mahnend erinnern.

Die SPD gestaltet zur Zeit noch mit an deutscher Politik, will diese Möglichkeit aber aus den Händen geben, um schmollend in der Ecke sitzend, „der CDU in die Fresse zu hauen.“ Die WählerInnen werden sie dafür bestrafen, da bin ich mir sehr sicher.

Gestärkt werden könnten allerdings die Grünen, deren Auftritt etwas theatralisches hat. Der (fast) Staatsman Özdemir und seine Mitstreiterin Göring-Eckardt, haben „alles richtig gemacht“. Ich sehe das völlig anders. Leider ist die grüne Klientel so weit von der Realität entfernt, wie der Mond von der Erde. Ich muss mich fast schämen wenn ich heute sage „Ich habe früher die Grünen gewählt.“

Kommen Neuwahlen und Merkels Plan scheitert, gewinnt die AfD weitere Prozente, rückt sie plötzlich in den Fokus der Begehrlichkeiten. Und zur Regierung(sbeteiligung) will man dort bekanntlich hin. Wenn auch erst in vier Jahren.

Ob man in Teilen der CDU schon darüber nachgedacht hat, der AfD die Duldung einer Minderheitsregierung anzutragen, ist die spannende Frage dieser Zeit. Ich könnte darauf wetten, wir werden es aber nie erfahren.

Merkel könnte auf diese Weise auch diese Partei zersetzen, die dann halb in der Regierung wäre. In Kombination mit der FDP versteht sich. Diese Konstellation brächte hitzige Debatten ins deutsche Parlament, aber ein vorläufiges Ende von Merkels Allmachtpolitik.

Vermutlich sind meine Zeilen bereits überholt, wenn ich auf „Enter“ drücke. Aber ich musste diese Gedanken noch mit euch teilen, bevor es nächste Woche ins heimische Japan geht. Im Gegensatz zu früheren Jahren, werde ich auch aus Fukuoka bloggen. Wie oft wird man noch sehen.

Klein Tokio liegt in Düsseldorf

Rund 6.000 JapanerInnen leben in Düsseldorf und bekanntlich bin auch ich dort aufgewachsen. Das japanische Viertel wird liebevoll „Klein Tokio“ genannt und natürlich sofort mit mir assoziiert. Aber leider muss ich all jene enttäuschen, die mich dort heimisch sehen. Wir haben niemals dort gewohnt, Düsseldorf bietet schönere Flecken.

Meinen Eltern war stets wichtig, dass wir ungestört leben konnten. Der Kauf unseres Hauses war die logische Konsequenz. Dazu gehörte neben Mut auch jenes Selbstvertrauen, das als Markenzeichen meiner Familie gilt.

Galileo hat vor einer Weile eine Sendung über das japanische Viertel gemacht, über die ich schon mehrfach berichten wollte. Aus Sicht eines jungen Japaners, der schon lange in Deutschland lebt, werden dort (seine) Eindrücke von „Klein Tokio“ präsentiert.

KLICK MICH, UM GALILEO ZU BESUCHEN

Mögliche Fragen beantworte ich vorab: Nein, ich kenne diesen Japaner nicht. Ja, ich kenne die Japanische Schule. Ja, ich verstehe und spreche die rheinische Mundart, vermeide das aber meist. Ebenso wie Yuki schwäbisch schwätzen kann, es aber tunlichst unterlässt.

Ja, wir haben mit Stäbchen gegessen und meist japanisch. Wir vertragen keine „Haxe mit Sauerkraut.“ Nein, ich werde keine Ratschläge zu Restaurants oder Sehenswürdigkeiten geben. Wer „Klein Tokio“ besuchten möchte, der sollte das ganz einfach tun.

Wie muss man sich ein Haus von Japanern in Deutschland vorstellen, werden sich  einige LeserInnen fragen. Haben wir es etwa umgebaut? Den Keller zumindest als Dojo und den Garten im japanischen Stil. Der Rest des Hauses blieb unangetastet deutsch.

Bei aller Tradition sind meine Eltern fortschrittlich eingestellt und haben einen Esstisch und dazu passende Stühle gekauft. Ebenso Sofa und Sessel fürs Wohnzimmer. Das hat uns viel(e) Freu(n)de gebracht. Wer will schon immer auf dem Boden sitzen.

Auch in Los Angeles gibt es ein „Japantown“, wie in vielen anderen Städten auf der Welt. Aber wer braucht schon Kopien, wenn (m)ein Blick auf ein japanisches Original genügt, das stets in meiner Nähe ist.

Gedanken einer Ausländerin: Die Angstmacher

Als Ausländerin in Deutschland und Kind zweier Welten, habe ich stets eine andere Sicht der Dinge gehabt. Mir fehlt jene kleinbürgerliche Beschränktheit, die in vielen Wohnzimmern zu Hause ist. BILD war nie meine Quelle, wenn ich wirkliche Nachrichten suchte. Und Hass auf (Wort der eigenen Wahl einsetzen), hat keinen Platz in meinem Sprachgebrauch.

Wenn die Angst regiert

Folgt man der uns von Staat und Medien oktroyierten Meinung, so geht die nackte Angst in Deutschland um. An jeder Ecke lauern böse Nazis, die hilfsbedürftige Flüchtlinge oder Ausländer abgrundtief hassen. Und im Bundestag sitzen die nun auch! Sagen die Medien und PolitikerInnen und nicken dazu im Takt.

Wie durchsetzt die Altparteien nach 1945 mit (ehemaligen) Nazis waren, haben sie offenbar vergessen. Aber es ist bekanntlich einfacher den Nachbarn zu kritisieren, als den Dreck vor der eigenen Haustür zu sehen. Wer das nicht glauben will, ein Klick hilft beim Geschichtsunterricht:

Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren

Ich habe 30 Jahre in Deutschland gelebt und bin diesem angeblichen Hass auf Ausländer nie begegnet. Spinnern ja, aber die hatten weniger eine politische, als vielmehr eine sexuelle Orientierung. Und manche waren einfach nur dumm.

Mein asiatisches Aussehen hat mich mehrfach in den Fokus männlicher Lust gerückt und als lesbische Frau bin ich in dieser Hinsicht besonders empfindlich. Kein Mann fasst mich an oder macht mir Avancen, ohne die Konsequenzen zu ziehen.

Die Frankfurter Schule

Adorno und Horckheimer gelten als Vorreiter der Studentenbewegung, die sich gegen den „Muff von 1000 Jahren“ wandte. Immer wieder gibt es Gerüchte, „man“ habe diese Herren nur eingesetzt, um die Deutschen umzuerziehen.

Fakt ist, der erfolgreiche Marsch der 68iger durch die Institutionen hat stattgefunden. Adorno hatte damit nichts zu tun. Linke haben seine Worte lediglich umgedeutet. Wer dahinter steckt, ist für diesen Beitrag unerheblich.

Diese Abrechnung der Kinder mit ihren Eltern hat Züge angenommen, unter denen Deutschland seit Jahrzehnten ächzt. Und schon der nächsten Generation wird wieder eingebläut, dass alle Deutschen in kollektiver Erbschuld leben. Das ist so dumm wie falsch. Sich zu erinnern, aber den Blick nach vorn zu richten. ist die bessere Methode. Andere Nationen machen uns das vor.

Der Wind dreht sich

Offenem Rassismus bin ich nie begegnet. Was kaum verwundert, JapanerInnen sind in Deutschland schon immer willkommen. Aber wie sieht das bei den sogenannten Rechten aus?

Angeblich wird Düsseldorf-Garath von Neo-Nazis beherrscht und ist zur „No-Go-Area mutiert.“ Aber im Gegensatz zum Maghreb-Viertel, hat mich dort keiner offen angemacht. Sind Rechte also besser als die Kollegen von der Antifa? Kaum.

Aber um diese Frage wirklich zu beantworten müsste man erst klären, was ein „Rechter“ ist. Konservative, wie CDU/CSU, die sich als Parteien der Mitte sehen, gehören per Definition auch dazu. Eigentlich alle bürgerlichen Parteien. Nur für Deutschland gilt das scheinbar nicht.

Natürlich gibt es diese ewig Gestrigen, die von germanischen Reichen träumen und dabei meist (Frei)Bier konsumieren. Sie hören Rockmusik und verhalten sich ansonsten recht prollig. Die gewaltbereiten Extremisten sind Polizei und Verfassungsschutz bekannt und beim NPD-Verbot winken selbst Verfassungsrichter ab.

Nichtsdestotrotz gibt es steigende Übergriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte, die das BKA kritisch bewertet und trotzdem von „persönlichen Motiven“ der Täter spricht. Gleichzeitig warnt die Behörde davor, dass diese Gewalt zunehmen kann und vermutlich auch wird. Merkel & Co. haben auch dieses Problem geschaffen.

Der undifferenzierte Umgang mit den Migranten ist das Kernproblem in Deutschland, dessen linker Geist sich über alles Konservative entsetzt und sofort in Nazinähe rückt. Aber die Mehrheit der nach Deutschland eingereisten Menschen sind keine Flüchtlinge sondern Migranten, die in den meisten Fällen keine Perspektive in Deutschland haben.

Dagegen wehren sich neben besorgten BürgerInnen auch besagte Rechte, die allerdings zu anderen Mitteln greifen. Und so werden aus friedlichen Demonstrationen plötzlich Steine geworfen. Die Polizei sieht nur „PEGIDA“, die wahren Täter bleiben unbekannt.

Die (Anti)Faschisten

Die (gewaltbereite) linke Szene, ist ebenso groß wie ihr rechtes Pendant, aber wesentlich aktiver. Zählt man die meist linksgrünen Medien und jenen Teil der Bevölkerung hinzu, der GRÜNE, Linke und Sozis wählt, gibt es ein riesiges Ungleichgewicht. Siehe den Hamburger G20-Gipfel. Da hat die Antifa randaliert. Gegen alles und jeden und gegen sich selbst. Wer Deutschland abschaffen will, der sollte es in ein Land seiner Wahl verlassen.

In genau diesem Deutschland haben besorgte Gutmenschen eine wortgewaltige Streitmacht erstellt und säubern mit fanatischem Eifer das Netz und ihre private Umgebung vom braunen Schmutz, der meist nur in ihrer Einbildung existiert. Aber auf dem linken Auge sind sie blind.

Mit wahrem Fanatismus und einem schon fast krankhaft zu nennenden Sendungsbewusstsein werden selbst Freunde und Familienmitglieder bis aufs Blut bekämpft, wenn die politische Richtung anders ist. Dabei wenden sie genau die Mittel an, die ab 1933 in Deutschland zum Einsatz kamen.

Im Gegensatz zu den pseudolinken Brüllkindern der Antifa, habe ich immer und gern auf hohem Niveau diskutiert. Die prügelnde Sprachlosigkeit der Linken ist mir mittlerweile ebenso zuwider, wie es Stammtischparolen schwingende Rechte schon immer waren.

Diskurs statt Gewalt

Proteste, Widerstand, Aktionen, die aus der Mitte der Gesellschaft stammen, unterscheiden sich eklatant vom Populismus ideologisch motivierter Gruppen, in denen die wahren Angstmacher zu finden sind. Ihr blinder Eifer, ihre Belehrungswut spaltet die Gesellschaft, die langsam genug davon hat.

So war das auch 1933, als Rotfront gegen die Braunhemden marschierte. Schon damals hat man beide Seiten aufgehetzt und Brüder haben sich die Zähne eingeschlagen. Am Ende stand eine Diktatur, die Millionen ins Chaos stürzte. Aber wir leben in anderen Zeiten, die Menschen sollten klüger sein.

„Man muss den Anfängen wehren!“, ist ein Argument, das ich zwar unterstütze, aber dazu andere Mittel wähle. Eine Demokratie lebt vom Diskurs, von sachlich vorgetragenen Thesen. Geifernder Hass trägt wenig zum gegenseitigen Verständnis bei.

„Man kann mit Rechten / Linken nicht reden, die haben nur ihre dumpfen Parolen!“, wird oft behauptet und prompt betätigen sich beide Seiten als infantile Plärrer. Meine abschließende Frage an diese Lager lautet: „Was wäre, wenn ihr wieder miteinander sprecht, statt Fäuste und Trillerpfeifen einzusetzen?“ 

Manchmal kommen sie wieder

„Manchmal kommen sie wieder“, ist ein Horrorfilm, der auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Stephen King basiert. Aber heute es geht weniger um einen Film, es geht um scheinbare Wiederholungen. Scheinbar deshalb, da weltweit viele glauben, der Frieden sei in Gefahr.

Schon bei diesem Satz müsste jeder die Luft anhalten, den Kopf schütteln und die Frage stellen: „Frieden, was ist das?“ Zwar ist es richtig, dass es seit 1945 keinen Weltkrieg mehr gegeben hat, aber das ist nur die politisch korrekte Sicht. In Wirklichkeit sterben täglich Menschen bei Konflikten, die man „Humanitärer Einsatz“ oder „Kampf gegen Terrorismus“ nennt.

Von Korea über Vietnam, zu Jugoslawien, der Ukraine und Syrien, zieht sich die Blutspur der Gewalt. Dazwischen lagen noch die beiden Irak-Kriege und natürlich Afghanistan. Und um die eigenen Interessen durchzusetzen, werden gern alte Feinde reaktiviert.

Die USA sind wahre Meister ihrer Zunft. Kein anderes Land hat seit 1945 so viele Kriege geführt. Und wie sieht es in Japan aus? Die deutsche Presse spuckt und geifert, da hat doch dieser Shinzo Abe die vorgezogenen Parlamentswahlen gewonnen. Ein Unding, das man bekämpfen muss! Wirklich?

Vielleicht sollten deutsche JournalistInnen vor der eigenen Haustür kehren und die Probleme im eigenen Land ansprechen. Von Japan haben die meisten keine Ahnung, das sage ich ganz selbstbewusst.

Folgt man den Pressemeldungen in Deutschland, so ist Shinzo Abe ein „böser Rechter“, der Japan auf einen nationalen Kurs einschwört. Aber was spricht dagegen, wenn Japan nicht dem europäischen Wahn offener Grenzen folgt und den eigenen Weg zu Ende geht.

Und dieser Weg heißt massive finanzielle Unterstützung. Schon 2015 hatte Shinzo Abe angekündigt, 810 Millionen Dollar für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak zur Verfügung zu stellen, die Summe sei drei Mal so hoch wie 2014. Zudem wolle Tokio noch einmal 750 Millionen Dollar überweisen, um Infrastrukturprojekte im Nahen Osten zu unterstützen. Japan wolle helfen, „Frieden zu schaffen und zu sichern“.

Spricht so ein „Rechter“, der keine Ausländer mag, oder doch nur ein Realist, der anderen zwar helfen, aber die eigene Identität bewahren will. Schaut man sich den weltweit erstarkenden Islamismus an wird klar, warum Abe so und nicht anders handelt.

„Wir haben lieber ein demografisches Problem, als Japan in etwas zu verwandeln, was nie wieder Japan sein wird“, hat ein japanischer Politiker gesagt. Diesen Satz sollten sich auch Deutsche für Deutschland auf ihre Fahne schreiben. Aber, das wissen wir, Deutsche haben mit ihrer Fahne ein Problem.

Sie keifen lieber über Japans erstarkende Armee und befürchten einen Rückfall in die Vorkriegsepoche. Sie lassen sich lieber der Erbschuld bezichtigen, als ihre einzigartige Kultur zu sehen.

Ja, Premierminister Shinzo Abe hat die Parlamentswahl haushoch gewonnen. Damit setzt sich in Japan fort, was auch in Europa zu beobachten ist, der Vormarsch konservativer Kräfte. Nur Deutschland geht unter Merkel (noch!) einen Sonderweg.

FreundInnen in Deutschland und den USA haben mich gefragt, wie Japan zu Korea und der deutschen Sonderrolle bei der Flüchtlingskrise steht. Nur eine hatte den Mut mich direkt zu fragen, wie meine Meinung ist.

Dazu muss man vorab sagen, dass es beim Thema Einwanderung für Japan keine Rolle spielt, wer die Regierung stellt. Keine Partei würde sich gegen japanische Eigeninteressen stellen. Die Mehrheit der Bevölkerung ist strikt gegen massive Einwanderung.

Japaner sind zu höflich, um andere zu brüskieren. Aber japanische Fernsehteams waren schon vor Ort in Deutschland und haben sich die Flüchtlingskrise und PEGIDA angesehen. Bei aller Höflichkeit wird klar, dass großes Unverständnis in Japan über Merkels Entscheidung herrscht.

Zurück zu Shinzo Abe, der den „alten Feind“ aus Nordkorea zum eigenen Wahlsieg ausgenutzt hat. Sein Ziel ist die Neugestaltung der überwiegend von Amerikanern diktierten japanischen Verfassung.

Aber für genau diese Änderung braucht Abe die Zustimmung der Bevölkerung. Und die steht diesem Wunsch skeptisch gegenüber, wirklich beliebt ist Shinzo Abe nicht.

Nachdem sich mit Yuriko Kioke, die aussichtsreichste Kandidatin für das Amt der Regierungschefin, mit einem Verzicht selbst ins Parlament einzuziehen, selbst ins Abseits manövrierte, haben die JapanerInnen Abe gewählt. Der gibt sich plötzlich bescheiden und ist von seinem Ziel, der Verfassungsänderung bis 2020, abgerückt.

Ich glaube nicht daran, dass es unter Abe diese Änderung noch geben wird. Aber vielleicht bei seinem möglichen Nachfolger, Shinjiro Koizumi, Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi, der mit seinen erst 36 Jahren für eine Erneuerung von Abes LDP steht. Auch für eine Erneuerung des Landes und der Armee?

Japan nennt seine Armee Selbstverteidigungsstreitkräfte. Über deren wahre Schlagkraft sollte sich jeder Interessierte klar sein. Diese Armee ist hochmodern und wartet nur auf einen Fehler Nordkoreas. Gleiches gilt für Südkorea, das wenig Sympathie für den Bruder im Norden zeigt. Aber im Fall von Nordkorea wir sehen wieder nur, was wir sehen sollen, was uns die Presse diktiert.

Gleiches gilt für Deutschland und Europa. Auch hier wird kein „Viertes Reich“ entstehen und weder Neo-Faschisten noch Kommunisten werden die Welt mit Krieg und Terror überziehen. Die sind Schnee von gestern. Den Krieg erschafft der Westen, als Vasall der USA. Und Japan, das ist sicher, würde im Fall von Korea folgen.

Finde ich das gut? Nein! Krieg ist keine Lösung. Aber bei aller Kritik werde ich stets für Japan sein und seine Existenz gegen jede Bedrohung verteidigen. Das nennt man Patriotismus. Aber das habt ihr bestimmt gewusst.

„Manchmal kommen sie wieder“, ist ein Horrorfilm, der auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Stephen King basiert. Japan ist schon lange auf dem Weg zu alter Größe. Und das ganz ohne Krieg.

 

Wenn der Buddha nach Deutschland kommt

Es ist kurz nach Mitternacht in Santa Barbara, als ein Erdbeben das ganze Haus erschüttert. Während Yuki noch erschrocken schaut und Schutz in meiner Nähe sucht, öffnet sich die Zimmertür mit lautem Getöse. „Du schon wieder!“, sage ich erbost, als der dicke Buddha vor mir steht.

„Mach mal halblang, Kindchen“, nuschelt er, und stampft in den Raum, „ich bin unterwegs in göttlicher Mission.“ „Wie jetzt“, will ich sofort wissen, „was hast du mit der Eva am Hut?“ Während der Schalk in seinen Augen blitzt und er sich die Glatze reibt, nimmt er ungefragt auf dem Sofa Platz.

„Die Eva habe ich schon mehr als ein Jahrhunderttausend nicht mehr gesehen“, lässt er mich wissen. „Sie war ja meine Jugendliebe, aber dann hat sie mir dieser Adam ausgespannt. Immerhin hat sie mir ihren Jüngsten in die Lehre geschickt, aber das weißt du bestimmt.“

Mir kommt ein Verdacht, den ich mit dem Satz „Was hast du nun bitte mit Jesus zu tun?“ in Worte fasse. „Ich war sein Lehrer“, erwidert Buddha, „woher glaubst du hat der seine Ideen. Aber er ist schon ein schlaues Kerlchen, nur diese Reality Show mit der Kreuzigung war irgendwie daneben.“

„Also lebt er doch noch?“, stelle ich die alles entscheidende Frage und der Dicke nickt vergnügt. „Logisch“, erwidert er, „wir haben damals diesen Pilatus bestochen und die ganze Welt hereingelegt. Warte nur, du wirst schon sehen.“

„Hallo, Frau Landar“, höre ich plötzlich eine Stimme und aus dem Nichts materialisiert sich Teufelchen. Aber er ist nicht allein, ein bärtiger Mann mit langen Haaren ist sein Begleiter. „Jesses nee!“, entfährt es mir, was mir einen tadelnden Blick von Buddha einbringt.

„Was wollt ihr hier?“, frage ich das Trio, „diese Bleibe ist männerfreie Zone.“ Also 1. bin ich kein normaler Mann“, empört sich Teufelchen sofort und 2. tut auch dir göttlicher Beistand gut.“ „Du bist kein Gott“, erwidere ich, du bist bekanntlich der Antichrist.“

„Das wüsste ich aber, Frau Landar“, mischt sich nun Jesus ein. „Mein Bruder ist vielleicht Legion, aber er war noch nie mein Feind.“ Während Teufelchen um zwei Zentimeter wächst, serviert Yuki leckeren Tee. Aber ihre Blicke verraten, dieser Besuch ist ihr suspekt.

„Schuhe aus!“, sagt sie und sofort zieht Jesus seine Latschen aus. Buddha hat noch nie welche getragen und Teufelchen bekanntlich einen Pferdefuß.

„Wir sind wegen dem Thomas hier“, beginnt Buddha und seine Begleiter nicken im Duett. „Der hat doch diesen tollen Vorschlag mit den Feiertagen gemacht.“ „Moment mal“, unterbreche ich die Rede des Dicken, „du findest de Maizières Idee wirklich gut?“

„Wer spricht denn noch von dem?“, entgegnet Teufelchen, „er hat den anderen Thomas von den Bayern gemeint, der hat doch den Herz-Jesu-Freitag in Bagdad verlangt.“ Selbst Buddha grinst, als ich schallend zu lachen beginne und mir ein „Das ist ja mal ’n Ding!“ aus der Kehle ringe.

„Du hast auch was gegen mich“, gibt Jesus den Beleidigten, „alle Welt hackt immer auf mir rum!“ „Nee, nee“, erwidere ich sofort, „mich hat der Satz nur arg verwundert. Die Supernase als Komiker, das hat irgendwie was.“

„Wie auch immer“, ergreift Buddha wieder das Wort, „ich möchte dass du mir einen großen Gefallen tust. Bei deinen Kontakten zur großen Politik sollte es dir problemlos gelingen, einen buddhistischen Feiertag für Deutschland durchzusetzen.“

Nun gibt es wenig was mich aus der Fassung bringt, aber nach einem Blick ins Buddhas Gesicht wird klar, der Dicke meint was er sagt! „Ich habe schon alles vorbereitet“, fährt er fort und reicht mir eine Prinzenrolle. Mir fallen sofort die Kanji-Zeichen auf, seit wann kann der Kerl japanisch?

„Alles glasklar und politisch korrekt verklausuliert“, verspricht er mir, „für Angiebaby wird das wie Zuckerwatte schmecken. „Und wie bitte soll ich ihr das übergeben?“, frage ich. „Soll ich wieder die Kunoichi wie damals in Sibirien geben?“

„Ach was“, meldet sich Teufelchen grinsend zu Wort, „aber toll wäre es! Nee, Brüderchen wird dich ins Zentrum der Macht begleiten. Ihm stehen bekanntlich nicht nur die Türen sondern auch die Herzen der Menschen offen. Du weißt ja, wenn ich eingreife macht Mama wieder Stress.“

Ich bleibe misstrauisch, dem Satansbraten traue ich einfach nicht. „Und was ist für dich drin?“, will ich von Jesus wissen, „oder bringst du nur einfach das Jüngste Gericht nach Berlin?“ Jesus murmelt etwas, das wie „Ihr solltet endlich aufhören diesen alten Schinken zu essen“, klingt, vielleicht hat er aber auch lesen gesagt.

„Ich, Frau Landar, um das klarzustellen, war immer nur an der Verbreitung meiner Lehre interessiert. Aber das meiste darin stammt nun mal von Onkel Buddha, der hat also noch etwas bei mir gut. Und ohne deine Hilfe sind wir aufgeschmissen.“

„Wirke doch ein Wunder“, sage ich mit boshaftem Unterton und ahne sofort, was ich angerichtet habe. „Mama hat das verboten“, murmelt Jesus, „sie hat gesagt, dass wir das klassisch regeln müssen. Aber du kannst doch Karate, ich habe das im Höllen-TV gesehen.“

Ich verzichte an dieser Stelle auf den Bericht, wie ich mich durch ganze Heerscharen von medial verstrahlten Wachen schlich und unerkannt ins Kanzleramt kam. Leider fand ich dort kein lebendes Wesen vor. Aber an einem runden Tisch saßen ein gutes Dutzend Marionetten, deren Holzköpfe von links nach rechts zur Mitte wackelten.

Leider blieben die Puppenspieler verborgen. Die im Dunkeln, die sieht man bekanntlich nicht. Aber offenbar haben sie wenigstens einen guten Geschmack und haben schon am nächsten Morgen den Hashtag #Buddhaforever online gestellt.

Karate als Therapie

Dieser Beitrag ist noch vor unserer Abreise nach Los Angeles entstanden und hat es erst jetzt auf meinen Blog geschafft. 

Bekanntlich hatte ich meine Cousine nach Deutschland geholt, um sie auf andere Gedanken zu bringen. Ihre Töchter waren begeistert und haben unsere Herzen im Sturm erobert. „Tante Yumi mach mal Spaß!“, war noch die harmlose Variante ihrer Begeisterung.

Karate ist ein Fremdwort in der Familie meiner Mutter. Diese Tradition hat sich über meinen Vater an mich vererbt. Nur mein Onkel ist als Polizist damit vertraut. Die Mädchen trainieren tapfer mit, als wir sie mit ins Training nehmen. Sie haben das schon öfter gemacht und ihre Mutter schaut immer dabei zu. Meine Cousine ist etwas älter als ich, wir hatten nie sehr innigen Kontakt. Vermutlich war ich ihr zu wild, ich habe immer nur mit Cousin Ken gespielt.

Trotzdem ist unser Verhältnis gut, in unserer Familie gibt es keinen Streit. Unsportlich war meine Cousine nie, sie hat in der Schule Leichtathletik gemacht. Aber das ist nun schon eine Weile her. Seit der Geburt der Kinder ist sie Hausfrau gewesen.

Die Mädchen zeigen uns stolz ihr Können, meine Cousine lächelt und freut sich für sie. „Was wäre, wenn du es auch versuchst?“, stelle ich die entscheidende Frage. Yuki schaut mich an, sie weiß was jetzt passiert.

Cousinchen reagiert auf typisch japanische Art, sie lächelt verlegen und hält sich die Hand schnell vor den Mund. „Ja, ja, ja, Mama!“, rufen die Mädchen im Chor und auch die anderen Frauen nicken. Die Trainerin macht sowieso was ich sage, sie war früher meine Schülerin.

Es macht nun keinen Sinn im Einzelnen auf das Training einzugehen. Geholfen hat es, was nicht immer selbstverständlich ist. Die Depression meiner Cousine ist durch den Schock des Betruges ausgelöst worden, auch wenn es schon vorher in der Ehe kriselte.

In langen Gesprächen haben wir die Wahrheit erfahren. Schon als sie 2015 zu Besuch in Deutschland war gab es kleinere Probleme. Die Details bleiben privat. Wer länger verheiratet ist, wer vielleicht selbst schon eine Scheidung hinter sich hat, wird wissend nicken. Ehekrisen sind weltweit immer gleich.

Während meine Cousine auf ihre Art um die Beziehung kämpfte, hat ihr Mann schon damals andere Frauen gehabt. Er hat es ihr gestanden, was mich in Rage brachte. Prompt habe ich gehandelt. Wie, das wisst ihr bereits.

Seit unserer Rückkehr nach Deutschland trainiert meine Cousine bei uns mit und beweist einiges Talent. Zumindest was die weiche Abwehr von Angriffen betrifft. Nur selbst zuzuschlagen fällt ihr schwer. Dabei ist die Idee fernöstliche Kampfkünste als Therapie einzusetzen nicht neu. In einer Studie hat man bereits an Parkinson Erkrankte ins Karate geholt.

Als ich meine Tante und Ken informiere, zeigen sie sich begeistert. „Barbie-Cousinchen, du bist die absolute Wucht!“, ruft er ins Telefon. „Ja klar“, erwidere ich trocken, „jetzt kann dich auch deine Schwester endlich verhauen.“

Der Psychologe in Los Angeles hat mittlerweile bestätigt, dass die Idee Früchte trägt. Meine Cousine ist auf dem Weg der Besserung. Karate als Therapie! Ich liebe es, wenn (m)ein Plan funktioniert. 

Der Merkel-Plan

Diesen und alle meine politischen Beiträge schreibe ich unter der für die meisten Menschen geltenden Prämisse, dass wir in einer Demokratie leben, die von freien Wahlen getragen wird. 

„Konservativ ist das neue cool“, heißt es in den USA. Die CSU hat daraus „sexy“ gemacht. Zwar hat die Union viele Stimmen an AfD und FDP verloren, aber Merkels Plan hat trotzdem funktioniert. Rot-Rot-Grün zu verhindern war immer das klare Ziel. Und angeblich hat das wieder keiner gewusst.

Zwar hat die Union einige Fehler gemacht und die AfD nicht wirklich ernst genommen, aber dumm sein ist anders. Als klar erkennbar war, dass eine neue konservative Kraft entsteht, hat man das als Strategie genutzt und vielleicht eigene Leute eingeschleust.

Der Journalist Robin Alexander, der schon mit seinem Buch „Die Getriebenen“ für einen Paukenschlag sorgte, hat von einer Strategiekonferenz der CDU im April 2016 berichtet. Damals habe man die AfD nicht als Gefahr, sondern als Chance erkannt, um Rot-Rot-Grün zu verhindern, und dafür zu sorgen, dass ohne die Union keine Regierung gebildet werden kann.

Merkels Wunschkandidat hieß natürlich Christian Lindner. Auf den kann sie bauen, die FDP dreht gern ihr Fähnlein nach dem Wind. Zu den GRÜNEN steht sie skeptisch, so lange die Realos nicht in der Mehrzahl sind.

Merkel hat nun Seehofer wieder auf Kurs gebracht. Er, der Angst vor dem Abgang hat, will auch weiter an den Fleischtöpfen sitzen. Die Einigung um die Obergrenze mutiert zur Farce. In Wahrheit ist sie bereits im Oktober für 2017 weit überschritten.

Unterdessen schachern die GRÜNEN, die Jakob Augstein zu den liberalen Eliten zählt, bereits um mögliche Ministerposten. Augstein wörtlich: „Die Grünen, die man getrost zu den liberalen Eliten zählen darf, sind auf der falschen Seite der Geschichte gelandet: Sie sind mit ihrem Verständnis von Freiheit inzwischen Verbündete des Konzernkapitals.“

„Konservativ ist das neue cool“, heißt es in den USA. Die CSU hat daraus „sexy“ gemacht. Frau Merkels Plan ist aufgegangen. Rot-Rot-Grün zu verhindern war immer das klare Ziel. Und angeblich hat das wieder keiner gewusst.

Gedanken einer Ausländerin: Das Fremde

Mit diesem Beitrag werde ich eine unregelmäßige Reihe beginnen, die mein Leben als Ausländerin in den USA und Deutschland zeigt. „Moment mal“, werden einige meiner LeserInnen sagen, „du hast doch einen deutschen Pass!“ Aber macht mich ein Stück Papier zu einer richtigen Deutschen oder werde ich für in Deutschland geborene immer nur die Fremde, die Ausländerin sein?

Regelmäßige BesucherInnen meines Blogs kennen vielleicht meinen türkischen Onkel Ahmed, den (Geschäfts)Freund meines Vaters. Mit seiner Existenz habe ich ein weiteres Geheimnis zu „meinen Männern“ gelüftet. Auch wenn ich den Namen verändert habe, Onkel Ahmeds Philosophiestudium ist echt.

Ich kenne ihn seit mehr als 25 Jahren, mit seinen EnkelInnen bin ich aufgewachsen. Uns verbindet echte Freundschaft über alle Grenzen von Religion und Politik, die bis heute hält.

Vor fast genau einem Jahr, im Oktober 2016, habe ich ein langes Gespräch mit ihm geführt, das, wegen aktueller Ereignisse, nie den Weg auf meinen Blog gefunden hat. Unter anderem hatten wir über die Flüchtlingskrise und Fremdenfeindlichkeit gesprochen, die heiklen Themen unserer Zeit. Diesen Teil gibt es nun zu lesen.

Türkischer Honig

„Rassismus ist noch immer ein Thema auf der Welt“, hat Onkel Ahmed augenzwinkernd gesagt, als ich ihn zum Spaß mit japanischen Schimpfwörtern eindecke. Wie so häufig wenn wir uns sehen, hat er mich scherzhaft „Kobold(in)“ genannt, dabei ist auch er nur knappe 1,70 Meter groß.

Ich greife das Stichwort auf und während er mich mit türkischem Honig besänftigt will ich von ihm wissen, ob er jemals wirklichem Rassismus in Deutschland begegnet ist. Er überlegt kurz und wiegt dann den Kopf. „Na ja“, sagt er, „die üblichen Sprüche, aber mehr war da nie. Wie sind deine Erfahrungen?“

„Durchwachsen“, erwidere ich wahrheitsgemäß, „ich hatte eher Probleme mit Homophobie. Das weißt du bestimmt. Aber die Zeiten haben sich geändert. Viele Deutsche haben Angst vor Überfremdung und bringen das mit offener Ablehnung zum Ausdruck.“ „Was verständlich ist“, stimmt mir Onkel Ahmed zu, „Frau Merkel hat die Bevölkerung überfordert und für Rassismus die Tür weit aufgemacht. Auch viele Neuankömmlinge haben den im Gepäck.“

„Du klingst wie ein AfD-Politiker“, necke ich ihn und weiß, dass er schon immer treuer SPD Wähler gewesen ist. „Jeder der gegen die herrschende Meinung ist, wird sofort diskreditiert“, erwidert er. „Diese Haltung finde ich erschreckend. Wir, die wir vor den Folgen warnen, werden nicht gehört. Dabei müsste man es besonders in Düsseldorf viel besser wissen.

Ich glaube Frau Merkels Satz <<Wir schaffen das!>> war Ausdruck ehrlichen Willens. Aber sie hat einen entscheidenden Fehler gemacht. Ich spreche nicht von politischen Strömungen, ich spreche von der dadurch geschaffenen Angst. Erinnerst du dich an die Bankenkrise vor einigen Jahren und welche Sicherheit Frau Merkel den Bürgern gab?“

„Du meinst, dass das Geld der Sparer sicher sei?“, frage ich und Onkel Ahmed nickt. „Ja“, sagt er, „diese Garantie hat gefehlt. Das Volk schaut doch auf die Regierung und will von ihr vertreten werden. Aber plötzlich sieht es ein Staatsversagen. Ein Satz wie <<Niemand muss Angst vor den Flüchtlingen haben, wir schaffen das, liebe Bürgerinnen und Bürger!>>, wäre vielleicht besser angekommen.“

„Zusammen mit dem Hinweis, dass niemand Angst um seinen Arbeitsplatz oder seine Sozialleistungen haben muss“, füge ich noch hinzu. „Genau das hat sie versäumt und sich wie eine Despotin benommen. Und damit nicht nur meinen Widerstand geweckt.“

Philosophisch nachgedacht

Onkel Ahmed schaut mich nachdenklich an, ich ahne bereits was folgen wird. Der Philosoph ist erwacht und wird einen Vortrag halten. „Weißt du warum Menschen Angst vor Fremden haben?“, will er wissen. „Und zwar unabhängig von der sozialen oder materiellen Komponente?“ „Sag du es mir“, ermuntere ich ihn und höre seinen Ausführungen tapfer zu.

„Das Menschen Angst vor dem Fremden haben ist normal“, beginnt er. „Aber vor welchem Fremden fürchten wir uns, dem Fremden außer uns oder in uns, wie es der deutsche Philosoph Bernhard Waldenfels formulierte. Fremdheit beginnt doch schon im eigenen Haus, in uns selbst und auch der eigenen Sprache.

Unterscheiden müssen wir sie in eine radikale und relative Form. Schon der eigene Partner kann fremd erscheinen, eine quietschende Tür Ängste in uns wecken. Aber relative Fremdheit ist vorübergehend und wird unter günstigen Umständen zur neuen Erfahrung. Das radikale Fremde ist das eigentliche Problem und schafft im Übermaß eben jene Angst, die nun durch dieses Land schleicht.“

Die Hofierung des Fremden

„Ich habe keine Angst“, werfe ich ein. „Aber vermutlich ist Angst das falsche Wort dafür. Ich muss immer alles ergründen.“ Onkel Ahmed schmunzelt. „Ja“, sagt er, „ich erinnere mich. Wie war das damals, als du Shisha rauchen wolltest?“ Wir müssen beide lachen und Yuki schaut verwundert. Prompt hat ihr Onkel Ahmed die Geschichte erzählt.

„In Deutschland sehe ich zwei Lager“, sage ich als er fertig ist. „Eine Seite hofiert alles Fremde, die andere Seite hat die von dir angesprochene Angst. Hast du eine philosophische Erklärung oder ist das einfach nur politisch?“

„Mit der Hofierung des Fremden meinst du bestimmt die Linken“, erwidert er. „Aus reiner Selbstverleugnung überhöhen sie nun das Fremde. Darüber sprechen wir später noch. Lass mich dir ein Beispiel auf deine Frage geben. Im Urlaub bist du eine Fremde in der Fremde. Du magst das Fremde vielleicht gern, die Sprache, die Kultur.

Alles, was uns aus sicherer Distanz begegnet, hat den Reiz des Exotischen, das unsere Neugier anregt. Aber nun dringt das Fremde in das eigene Heim ein. Dieser plötzliche Überfluss macht vielen Angst und verführt zu Abwehrmaßnahmen, die sich gegen das Fremde richten, als müsse man es überwinden. Abwehr bedeutet nicht zwingend Gewalt, Abwehr kann sich auch in Demonstrationen manifestieren.

Das Fremde, bleiben wir beim Beispiel Flüchtlinge, wird für alle eigenen Probleme verantwortlich gemacht. Dieser Projektionsmechanismus funktioniere besonders gut, wenn der Einzelne wenig oder keinen Kontakt zu Flüchtlingen habe, hat ein Psychologe gesagt. Aber das halte ich für zu pauschal.“

„Ist vielleicht auch eine gewisse Eifersucht dabei?“, will ich wissen. „Wenn wir Frau Merkel als Mutter und Deutsche als ihre Kinder sehen, haben diese Kinder jetzt vielleicht einfach Angst davor, dass Mutti die fremden Kinder mehr als die eigenen liebt.“

Onkel Ahmed nickt. „Auch das spielt eine Rolle“, stimmt er mir zu. „Aber kommen wir zu denen, die alles Fremde lieben und sich selbst und Deutschland hassen. Sie sind das Opfer einer ideologischen Strömung, die sich tief in ihr Bewusstsein eingegraben hat. Man könnte sie auch konditioniert nennen. Tragisch daran, Betroffene können das nicht selbst erkennen.“

Auf der Flucht vor dem eigenen Ich

„Sind diese Menschen also quasi auf der Flucht vor dem eigenen Ich?“, frage ich. „Das könnte man sagen“, erwidert Onkel Ahmed. „Sie verleugnen sich und ihre Herkunft, überhöhen das Fremde und üben zum Teil sogar Gewalt gegen Andersdenkende aus.

„Bist du dir treu geblieben?“, will ich wissen, „kennst du dich?“ Onkel Ahmed nickt. „Wie du habe ich den deutschen Pass, aber ich bleibe doch Türke. Und ich liebe meine alte Heimat ebenso, wie dieses neue Land. Daran ist nichts falsch.

Als falsch sehe ich Merkels Entscheidung an und die dadurch entstandene Überforderung der Gesellschaft. Die Menschen sind zum Teil erschrocken, was passiert. Bernhard Waldenfels hat einmal gesagt <<Das Erschrecken ist ein Pathos, das uns widerfährt, gleich dem Erstaunen, mit dem laut Platon die Philosophie beginnt.>>

Wir schauen nun also erschrocken auf ein Heer von Leibern, dich sich mit Macht in unser Heim drängen. Die Fahnenschwenker nenne ich grenzenlos naiv, die Populisten ewig Gestrige. Die einen haben zu viel, die anderen zu wenig Fremdvertrauen.

Wie wir mit in diesem Fall relativer Fremdheit umgehen lässt sich wunderbar an dir festmachen. Hast du nicht sozusagen gefremdelt, als du die deutschen und so fremdartigen Laute erstmals hörtest? Heute sprichst du sie besser als ich. Du hast die Fremdheit angenommen.“

„Den Fremden als das zu begreifen was er ist“, denke ich laut nach, „ist das der Schlüssel?“ „Der Schlüssel liegt im Begreifen des eigenen Ichs“, erwidert er. „Nur wer sich selbst nicht fremd ist, wird auch den Fremden akzeptieren können. Aber viele Deutsche verleugnen sich.“

Einfach und radikal

Er schmunzelt, als ich die Augen verdrehe. „Das ist sehr philosophisch gedacht, schon klar“, fährt er fort. Ich will auch nicht weiter darauf eingehen. Vermutlich werden die meisten solche Überlegungen nicht verstehen. Aber ich möchte doch noch zumindest einen Satz zu der radikalen Fremdheit sagen.

Radikale Fremdheit erleben wir, wenn wir vor etwas stehen, das sich außerhalb jeder und besonders unserer kulturellen Ordnung befindet. Deutsche und Europäer haben Angst vor der Überfremdung. Stell dir vor was passiert, wenn plötzlich 30 Millionen Fremde in Deutschland leben. Das wäre eine radikale Erfahrung!“

„Du glaubst an soziale Unruhen?“, hake ich nach, „Aufstände?“ „Ich glaube an eine zunehmende Aggressivität und Gewaltbereitschaft,“ erwidert er. „Die Abgehängten, wie sie schon der Spiegel nannte, werden sich erbittert wehren. Noch ist es lediglich Pegida oder die AfD, aber was passiert, wenn sich Millionen vereinen, wenn diese Menschen begreifen, wer die wirkliche Macht im Staate ist?“

„Aber dazu bedarf es einer charismatischen Gallionsfigur“, werfe ich ein. „Ich sehe zur Zeit keine.“ „Wir stehen erst ganz am Anfang einer sich verändernden Gesellschaft“, fährt Onkel Ahmed fort. „Die Parteispitzen der Volksparteien haben es bisher verstanden, sich selbst als alternativlos darzustellen. Jeden möglichen Konkurrenten hat man mundtot gemacht. Das wird sich noch bitter rächen.“

„Wird sich Deutschland verändern?“, frage ich, „siehst du eine Islamisierung?“ „Wen fragst du?“, will er wissen, „den Muslim oder den Philosophen?“ „Ich dachte du bist Gemüsehändler“, erwidere ich und bekomme ein lachendes „Frechdachs!“ zu hören.

Zur Aufklärung: Onkel Ahmed hat Philosophie studiert und danach den Laden seiner Eltern übernommen, der aber mittlerweile geschlossen ist. Im Hinterzimmer hat er vielen StudentInnen Nachhilfe gegeben und sie auf ihrem Weg inspiriert. Als Kind habe ich ihn respektlos Teephilosoph genannt, als er mit meinem Vater über Theologie und Religionen debattierte.

Fromm

„Ich sehe durchaus eine sich ausbreitende Frömmigkeit auch unter Türken“, fährt Onkel Ahmed fort. „Das hat verschiedene Gründe und mit wirklichem Glauben oft wenig zu tun. Im Islam finden viele scheinbar ihre verloren geglaubte Identität wieder. Plötzlich ist da ein WIR-Gefühl, ein falscher Stolz, mit dem sie sich über andere erheben. So war, wie ich vermute, die nicht reformierte und von Geistlichen mit politischen Ämtern beherrschte christliche Kirche.

Im Christentum gab es die Reformation, die Aufklärung, die dem Islam völlig fehlt. Der Islam ist wörtlich genommen eine Gefahr für jede Gesellschaft, wenn seine Anhänger die Scharia über menschliche Gesetze stellen. Der Islam ist dann harmlos, wenn Gläubige über die alten Suren schmunzeln und mit ihren deutschen Freunden ein Bier trinken gehen. So wie ich.

Viele Türken sind solidarisch mit Deutschland. Wir leben gern hier, wir mögen Deutschland genau so, wie es nun mal ist. Erdogans Phantasien, die politischen Ziele von Terrorgruppen, all das lehnen viele vehement ab. Wir gehen vielleicht in eine Moschee, die aber nicht zwingend wie im Orient aussehen muss. Aber in Wirklichkeit glauben die wenigsten an einen Gott. Das ist wie bei den Christen. Die gehen in die Kirche, weil es alle tun.“

Die Invasion

„Was kann oder sollte die Politik machen, um das Flüchtlingsproblem zu lösen?“, will ich von ihm wissen. „Hast du dir darüber schon Gedanken gemacht?“ „Ehrlich zu sich und den Bürgern sein“, erwidert er. Aber Ehrlichkeit und Politik schließen sich aus. Das afrikanische Problem war viele Jahrzehnte nur aufgeschoben. Jetzt bricht es los.“

„Viele Konservative empfinden die Flüchtlinge bereits als Invasion“, stelle ich fest. „Ich zum Teil auch, aber das liegt auch in meiner Abneigung gegen aggressiv auftretende Männer begründet. Nur dich liebe ich natürlich heiß und innig, Onkelchen.“

Onkel Ahmeds Lachen ist ansteckend. Ich mag diesen alten Mann, der einerseits die Sanftmut in Person ist und andererseits richtig gut boxen kann und das schon gegen weniger nette Mitmenschen praktizierte. Auch mir hat er früher viel über diesen Sport beigebracht.

„Schon vor einigen Jahren gab es Hinweise auf immer mehr Menschen, die sich auf die gefährliche Reise nach Europa machen“, sagt er und bestätigt damit die Aussagen von Experten, deren Warnungen meist ungehört verhallen.

„Du hast das Stichwort Invasion benutzt. Was Deutschland braucht ist ein Auswahlverfahren für qualifizierte Kräfte. SPD und Grüne haben das ignoriert und Frau Merkel ist früher einen anderen Kurs gefahren. Wo sie heute steht siehst du selbst.“

Ich stehe mit diesem Beitrag nun am Ende. Ein anderer Teil des Interviews, die Warnung und Sorge vor Terroranschlägen, ist einige Wochen später von der Realität überholt worden und bleibt daher unveröffentlicht. Abschließen möchte ich meinen Beitrag mit einem Zitat von Professor Norbert Bolz, der den bemerkenswerten Artikel „Linke Lebenslügen“ schon 2010 in der taz geschrieben hat:

„Die Akzeptanz der Einwanderer hängt daran, dass die Immigration nicht als Invasion erscheint. Der Eindruck der Invasion entsteht am leichtesten bei Wirtschaftsflüchtlingen und beim Nachzug von Großfamilien. Natürlich muss Deutschland stets politisch Verfolgten Asyl gewähren; aber die Kriterien dafür sollten dem gesunden Menschenverstand nachvollziehbar sein.“

Wenn die Japanerin ihr Höschen zeigt – Suchbegriffe im Oktober 2017

Oktober 2017, die Tage werden kühler. Nur das Feuer der Lust brennt munter weiter. Daher drehen sich die meisten Suchanfragen um „Lesben“, „Sex“ und „Japanerin.“ Zusammengefasst scheint also das Interesse des meist deutschen Voyeurs auf Sex mit lesbischen Japanerinnen zu liegen.

1. – hausfrauen versuchen mit mann lesbisch – Erst nach einem Blick in meine Glaskugel, habe ich dieses Gestammel verstanden. Mein erstes Bild war ein Mann im kurzen Rock.

2. – zeigen japanerinnen gern ihr höschen – Auf jeden Fall! Wir laufen bekanntlich selbst im dicksten Winter im Schulmädchenlook und knappen String Tangas umher. Auf Wunsch verkaufen wir die Höschen auch an diverse Schnüffler. Dufte, oder?

3. – lesben männer – Der dümmste Spruch von Männern, wenn sie auf eine Lesbe treffen: „Ich bin auch lesbisch!“

4. – was mögen japanerinnen – Siehe Punkt 2. Und dann wären da noch all die netten Klischees, die in den Medien stehen. Noch Fragen?

5. – wen wählst du ? – Meine Elfe natürlich! Das ist alternativlos für mich.

6. – japanisches haiku liebe – Klickst du HIER

7. – japanerin kontakte – Wegen der getragenen Höschen, ja? Also: 0800-Sex-Sex-Sex

8. – lesbischer sex mit langen fingernägeln – Endet vermutlich in der Notaufnahme.

9. – wie fühlt sich scissoring an – „Du“ nimmst eine Schere und schneidest dir in den Finger. Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?

10. – buddhismus und gewalt – Es gibt keine Gewalt im Buddhismus. Aber es gibt Buddhisten, die Gewalt ausüben, was aber nichts mit ihrem Glauben zu tun hat. Und wer nun mit dem Thema Birma / Myanmar kontert, der sollte sich besser informieren.

11. – sexdienstleistungen in japan für frauen – Gibt es bestimmt. Soll ich mich für „dich“ erkundigen?

12. – grün war meine hoffnung – Ja, das war meine auch. Bis sie in den Gräbern von Soldaten verloren ging, die Deutschlands Grenzen am Hindukusch verteidigt haben.

13. – beziehung mit japanerin – Habe ich. Wer noch?

14. – maria ladenburger – Maria ist von dem Migranten Hussein Khavari, der sich als 17jähriger Flüchtling ausgab, ermordet worden. Linksgrüne Medien versuchen bereits Einfluss auf den Prozess zu nehmen, um ein möglichst mildes Urteil zu erwirken. Vermutlich wird auch ein Psychiater zu dem Schluss kommen, dass der „arme Junge“ so traumatisiert beim Anblick von Maria war, dass er sie sofort töten musste. Er darf dann vermutlich eine Lehre als Metzger machen.

15. – lesben komplimente – Die gibt es? Wo? Was kosten die? Ich nehme dann 1 Kilo, nee 2 …

17. – verstehen japaner chinesisch – Nein. Aber wir können zum Teil die Kanji-Zeichen lesen, was eine Verständigung ansatzweise möglich macht.

18. – unterschied gesichter japaner und chinesen – Viel Glück beim raten. Europäer werden nur selten Unterschiede auf den ersten Blick erkennen und selbst ich liege ab und zu falsch. Das liegt auch am Schönheitswahn vieler Südkoreanerinnen und Chinesinnen, die sich das Gesicht verändern lassen.

19. – alle religionen haben immer terror und gewalt produziert – Von jeher haben Menschen Religionen dazu benutzt, um andere Menschen zu beherrschen. Das funktioniert besonders gut, wenn ein Gott, ein höheres Wesen vorgeschoben wird. Das Wort eines unbeweisbaren Gottes wird also benutzt und zum Teil bewusst falsch ausgelegt. Was vergessen wird: Kein Gott hat Religionen erschaffen, das waren stets Menschen ihrer Zeit.

20. – europäische frauen in tokio treffen – Gibt es in Europa keine mehr, ist Tokio das neue Berlin? Dort, so habe ich mir sagen lassen, gibt es immer weniger Deutsche.