Wenn der Linke kommt – Gedanken zum G20-Gipfel

Hamburg, die Randale beim G20-Gipfel, ist an mir vorbei gegangen. Wir waren in Prag und haben unsere eigene Randale gemacht. In Form eines Kampfkunst-Seminars, das Stilübergreifend gewesen ist. Krav Maga, Musado, (Aiki)Jujutsu, von allem war etwas mit dabei.

Dabei waren in Hamburg auch Chaoten, denen es um Gewalt und Zerstörung gegangen ist. Ob es wirklich Linke waren, wird die Polizei besser wissen. Aber die war, von der Politik einmal mehr im Stich gelassen, überfordert. Aber ist das wirklich so?

Was genau ist in Hamburg passiert, was wird der aufgebrachten Öffentlichkeit vermittelt? Wem nutzt die Randale, wem schadet sie? Schaut man sich die folgenden Sätze an wird klar, dass in Hamburg Wahlkampf gemacht worden ist.

„Seien Sie unbesorgt: Wir können die Sicherheit garantieren. Wir werden Gewalttaten und unfriedliche Kundgebungsverläufe unterbinden“, hat Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz im Vorfeld angekündigt. „Wir richten ja auch jährlich den Hafengeburtstag aus.“

Das klingt im ersten Moment gut, weiß der Mann etwa was er tut? Der Antifa ist „Onkel Olaf“ gut bekannt. Immerhin duldet er sie in seiner Stadt. Oder glaubt wirklich irgendwer, dass solche Krawalle ohne das Wissen der Mächtigen möglich wären?

Ist Onkel Olaf der Bundesmutti auf den Leim gegangen und Opfer seiner eigenen Geister geworden? Blanker Hohn dabei, auf beiden Seiten standen vom Staat bezahlte „Aktivisten.“ Wie ich das meine? Nachdenken hilft.

100 Millionen Euro für den „Kampf gegen Rechts“, hat sich Deutschland genehmigt. Auch damit wird indirekt die Antifa finanziert, die einmal mehr Wahlkampfhilfe für Mutti betrieb. Und Onkel Olafs Entschuldigung klingt lahm. Von Rücktritt reden wir später.

Ja. Angela I., hat sich Wahlkampfhilfe nach Deutschland geholt und zwar in Form von weiteren 19 Regierungschefs. Das soll den interessierten BürgerInnen zeigen, „Seht nur her, was ich die Mutti alles kann!“

Aber warum Hamburg und nicht die Lüneburger Heide? Damit der Bürger was zu schauen hat, wenn sein Kleinwagen lichterloh brennt und auch Oma Lieschens Bäckerei in Flammen aufgeht. Dann und nur dann kann man schärfere Gesetze machen. Dämmert etwas, meine Damen und Herren?

Dämmern wird es vielen nach den nächsten Wahlen, dass sie ihr eigenes (Todes)Urteil unterschrieben haben. Vielleicht nicht sofort. Die Veränderungen werden langsam kommen. Aber sie kommen. Mit Sicherheit. Hat jeder das Wortspiel erkannt?

Natürlich meldet sich auch der gute Heiko zu Wort. Immer mit Maß und klarem Ziel. „Das sind asoziale Schwerstkriminelle“, hat er BILD gesagt und auf den bösen Vermummten gezeigt. Und heimlich übt die Bundeswehr den Häuserkampf. Fragt sich gegen wen. Das sehen wir spätestens dann, wenn die KSK auch gegen (Thema der eigenen Wahl) Demonstranten eingesetzt wird.

Was die Öffentlichkeit nicht begreift und was sofort die „Verschwörungstheorie!“ Rufer aus den Hinterzimmern lockt, wir werden von den Eliten vorgeführt. In der Politik gibt es keine Zufälle. Dort wird eiskalt taktiert. Kollateralschäden inklusive. Kaputte Scheiben? Nicht so schlimm! Das Ziel ist alles.

Deutschland entwickelt sich seit Jahren weg von der (Schein)Demokratie. Die Eliten haben erkannt, dass damit kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Und der Nationalstaat ist sowieso ein Produkt aus der Vergangenheit. Es leben die „Vereinigten Staaten“ Die von Europa, was habt ihr denn nun gedacht?

Ja, die BürgerInnen werden wieder Mutti wählen und eine Schwarz-Gelbe Koalition. SPD, GRÜNE, LINKE und vermutlich die AfD, werden nach der Wahl traurig in der Ecke sitzen und sich gegenseitig auf die Finger schauen. Die Politik machen andere.

Die Weichen sind gestellt, Mutti wird uns weiter regieren. Dafür gibt es keine Alternative. Bis dahin werden sich friedliche Demonstranten und Polizisten die Wunden lecken und auf Rache sinnen. Das ist zwar menschlich, aber ziemlich dumm.

Dumm, da es den Eliten in die Hände spielt, die beide Seiten nur benutzen. Der Gag, beide sind BürgerInnen Deutschlands, das abgeschafft wird. Aber ich habe bekanntlich „keine Ahnung.“ Oder doch?

Friede sei mit euch – Von Toleranz und Akzeptanz

Die Demonstration ist vorbei, die Reihen lichten sich. Gegner und Befürworter des umstrittenen Bildungsplans gehen nach Hause.
Dazwischen liegen Stunden geprägt von wenig Toleranz. Meine Mädels beruhigen sich nur mit Mühe, die Provokationen waren fast zuviel. Wir durften Zeuge eines massiven Polizeiaufgebots werden, das am Stuttgarter Schlossplatz eine größere Anzahl von Gegendemonstranten einkesselte und abführte.

Dabei hatte der Morgen so schön und friedlich begonnen. Frühstück der Frauen, mit Spaß und und frohen Gesichtern. Ilka und Amelie waren ebenso da, wie meine Freundin Linda mit ihrer Frau. Und noch ein halbes Dutzend mehr. Friedlich gestimmt machen wir uns auf den Weg und werden schon am Bahnhof Zeuge von Kontrollen. Da wir keine Schilder tragen ernten wir lediglich schräge Blicke, aber die Beamten lassen uns in Ruhe. Wir machen uns auf den Weg zum Marktplatz, noch immer gut gelaunt.

Auffällig viele Menschen sind heute unterwegs, Anhänger beider Lager. Bunte Schals und Plakate weisen die Befürworter des Bildungsplans aus. Alles ist friedlich, so muss das sein.
„Dreckslebsen!“, ertönt plötzlich eine Stimme, der männliches Gelächter folgt.
Eine Gruppe junger Männer macht obszöne Gesten.
Randalierer, das ist sofort klar. Das sind keine Aktivisten.
Ich tausche einen Blick mit Linda. Sie nickt, sie weiß Bescheid.

Die Männer bleiben stehen und versperren uns den Weg. Kapuzenpullis, kurze Haare, Springerstiefel. Alle wirken durchtrainiert und schauen uns herausfordernd an.
„Für Lesben ist der Durchgang gesperrt“, höre ich den Anführer sagen.
Er mag Mitte Zwanzig sein. Boxernase. Ich bin gewarnt.
„Lassen Sie uns bitte durch“, sagt Linda höflich und geht auf ihn zu.
„Sonst was?“, höhnt der Boxer und lässt die Finger knacken. „Aber ich sag dir was Lesbe, du gibst mir ’nen Kuss und ihr dürft vorbei.“
Wieder lachen seine Kumpels und machen Front gegen uns.
Als Polizei auftaucht entspannt sich die Lage. Die Männer spritzen auseinander.
„Das war knapp“, sagt Linda. „Wir müssen aufpassen, die suchen Streit.“

Wir gehen weiter, ernster als zuvor. Immer wieder sehen wir Bekannte.
Die Unterstützung für den Bildungsplan ist hoch. Auch heterosexuelle Familien sind auf unserer Seite. Und es sind überraschend viele.
Unsere Stimmung wird wieder besser, als die Reder kommen.
Vertreter von Landeselternbeirat, Landesschülersprecherbeirat und der Bildungsgewerkschaft GEW sprechen sich für den Bildungsplan aus. Jubel brandet für den schwulen CDU-Bundestagsabgeordneten Stefan Kaufmann und die grüne Landtagsvizepräsidentin Brigitte Lösch auf. Seltene Einigkeit. Aber so ist es gut.

Alles bleibt friedlich.
Wir diskutieren mit den Menschen. Einige Gegner haben zögernd das Gespräch gesucht.
Eine Mutter mit zwei kleinen Kindern legt ihre Ängste dar.
Yuki geht in die Hocke und lächelt.
„Darf ich den Kindern ein Stück Schokolade geben?“, fragt sie leise.
Die Mutter ist verblüfft und nickt. Ihr Mann will etwas sagen, aber sie schüttelt nur den Kopf.
„Wo kommst du her Tante?“, will das Mädchen wissen. „Du siehst so anders aus.“
„Wir sind in Japan geboren“, erwidert Yuki. Sie deutet auf mich. „Und schau, das da ist meine Ehefrau.“
Ich winke dem blonden Mädchen zu und sie winkt freundlich zurück.
Verständnis kann so einfach sein.

„Sie sind … veheiratet?“, dehnt der Mann und schluckt. Er bemüht sich, das erkenne ich an.
„Mehr oder weniger“, erwidere ich. „Eingetragene Lebenspartnerschaft wird das genannt, mehr lässt das Gesetz nicht zu.“
„Werden Sie auch Kinder haben?“, will er wissen. „Und wie soll das gehen?“
„Sie haben Angst davor, dass wir Kinder für uns gewinnen wollen?“, will ich wissen. „Davor brauchen Sie keine Angst zu haben, die wenigsten Kinder aus gleichgeschlechtlichen Ehen werden jemals homosexuell.“
„Wir wollen uns eigentlich nur informieren“, lässt die Frau uns wissen. „Wir haben keine Probleme mit …“
Sie beißt sich auf die Unterlippe und wird rot.
„Wir sind so normal, wie sie auch“, erkläre ich ihr. „Auch wir wollen nur das Recht auf Liebe. Und wir werben für Toleranz. Umd mehr geht es nicht.“
Der Tag scheint friedlich zu enden, wir haben neue Freunde gewonnen. Und das finde ich gut.

Auf dem Weg zum Bahnhof kommt es zum Eklat.
Scheinbar aus dem Nichts ist der Boxer mit seiner Gruppe wieder da.
„Die Lesben“, sagt er und mustert uns von Kopf bis Fuß. „Na wie wärs, wollt ihr nicht mal richtige Männer sehen?“
„Wenn wir das wollen besuchen wir unsere Eltern“, sage ich.
„Was hast du gesagt Schlitzauge?“, zischt der Boxer.
Drohend macht er einen Schritt auf mich zu.
Aber ich muss nichts tun, Linda ist schneller.

Der Boxer wird abwechselnd rot und blass, als sie zwischen seine Beine greift.
Linda hat Kraft und sie weiß, was sie macht.
„Wenn ich jetzt zudrücke wars das“, sagt sie leise. „Dann bist du nur noch ein Eunuch.“
„Ihr lasst uns besser in Ruhe“, ergreife ich das Wort. „Wir suchen keinen Streit und ihr wollt uns nicht testen.“
Leider bleiben meine Worte ungehört, einer der Männer geht auf mich los.
Ich bin milde gestimmt und stelle ihm lediglich ein Bein.
Er kracht zu Boden und bleibt ächzend liegen.
„Lass es“, warne ich und fühle Yuki hinter mir. Sie passt auf.
Die Männer zögern. Ohne Anführer wissen sie nicht weiter.

„Aufhören“, stöhnt der Boxer in Richtung seiner Leute. Und zu Linda gewandt: „Lass mich los, wir gehen ja schon.“
Sie öffnet die Hand und der Mann atmet tief durch.
Er hilft seinem Kumpel auf die Beine und zögert kurz.
Ich schüttele den Kopf.
„Versuchs nicht“, formen meine Lippen und er versteht.
Wenn es nur immer so einfach wäre.

Linda lädt uns alle ein und es wird noch ein toller Frauenabend.
Aber der Boxer mit seinen Leuten geht uns nicht aus dem Sinn. Der Dialekt war nicht schwäbisch sondern aus dem Osten.
„Rechte Provokateure“, vermutet Linda.
Ich schüttele den Kopf.
„Bezahlte Schläger“, sage ich. „Die machen für einige Euro alles.“
„Und von wem kommt das Geld?“, will Ilka wissen. „Etwa von der NSA?“
Wir müssen trotz des ernsten Themas lachen. Aber wir wissen es nicht.

Was ich weiß und wofür ich stehe: Für mehr Toleranz. Für Aufklärung und gegen Hass. Für ein friedliches Miteinander aller Menschen.

Ein kurzes Video des SWR zeigt die Demonstration. Wer es sehen mag: KLICK