Spam ist nicht nur Dosenfleisch

Wir alle kennen SPAM, denn SPAM ist für uns alle da. Täglich kommen wir in seinen unverlangten Genuss. Und auch ich bin nicht verschont. Die Herkunft des Wortes liegt in grauer Vergangeheit und ist bereits im Jahr 1936 entstanden. SPAM war ein Markenname für Dosenfleisch, das sogenannte Spiced Ham.

WordPress beschützt mich eigenmächtig vor allzu scharf gewürzten Kommentaren. Leider erwischt es auch oft mir bekannte Blogger. Und nicht immer bemerke ich das sofort. In meinem yahoo-Postfach tummeln sich ganz andere Fleischprodukte. Und um die soll es heute gehen.

Die „scharfe Mandy“ beispielweise, lädt zum versauten Parkplatz-Date. Lasziv räkelt sich die gefärbte Blonde. Und der falsche Busen steht. Isabel dagegen wirbt seriöser. Mit ihrer „Omma“, wie man im Ruhrpott sagt. Die soll laut Isabel € 3.000 pro Woche machen. Mit wenig Arbeit und am PC.

Lena outet sich als Flirtchance um 18:00 Uhr. Noch heute will sie sich zum Kaffee treffen. Dumm nur, dass mir Tee lieber ist. Dringender wird es bei Ulrich. Er braucht mich unbedingt in seinem Bett. Schreibt er zumindest. Ob ich mir einen Strapon hole? Offenbar steht Mann auf diese Spiele. Oder liege ich da verkehrt?

Dr. Walter bietet mir Sofortkredite. Bis zu € 20.000 jetzt und gleich. Ich muss ihm dafür nur meine Bankdaten geben. Die Buchung erfolge dann sofort. Auch im Lotto habe ich gewonnen! Komisch nur, dass die Adresse in Griechenland ist. Ich dachte die wären pleite? Das kann ich jetzt besser verstehen!

Ein Herr Ushindi aus Nairobi hat sich auch gemeldet. Eindringlich bittet er um Hilfe. Auch er will meine Kontonummer, um € 7.000.000 „kurz zu überweisen.“ Er verspricht mir eine stattliche Summe für den Gefallen. Das ist doch mal was, ich lasse die Sektkorken knallen!

Samira hat mir eine Rechnung geschickt. Für eine Bestellung, die ich niemals machte. Für nur € 200 will sie mich zur Millionärin machen. Aber reich bin ich schon. Was kann wertvoller, als (m)eine Elfe sein, von der ich niemals genug (Spam) bekomme.

Dinner für Zwei

Ich habe schon eine Weile kein Date mehr gehabt. Aber manchmal muss das einfach sein. Daher habe ich mich ganz spontan mit der schönsten Frau der Welt getroffen. Natürlich war ich dementsprechend angezogen! Keine Sportschuhe, sondern Heels. Keine Hosen, aber ein Abendkleid. Selbst geschminkt habe ich mich, was ich normal selten mache. Und Schmuck angelegt. Das Biest ganz stilvoll, ich war stolz auf mich.

Ich hatte alles genau geplant. Es sollte meine ureigenste Nikolausüberraschung sein. Der Tisch war lange vorbestellt und ich traf dann auch frühzeitig ein. Während ich an einem Glas Perrier nippte, hatte ich Gelegenheit, die anderen Gäste zu betrachten. Viele jüngere, aber auch ältere Paare waren an diesem Abend hier versammelt. Die Herren in meist viel zu enge Anzüge gezwängt und deutlich schlechter in Schuss, als ihre weiblichen Begleiter. Reine Frauenpaare sah ich nicht.

Das Restaurant hatte sich etwas Besonderes für diesen Abend ausgedacht. Ein Nikolaus ging von Tisch zu Tisch und verteilte kleine Geschenke.
Ich muss zugeben, dass der Mann seine Rolle perfekt spielte! Da war ein richtiger Profi am Werk. Ich hörte den kurzen Gesprächen, die er an den Nachbartischen führte, amüsiert zu. Dann kam er zu mir.
„Guten Abend“, sagte er freundlich. „Und Ho ho ho.“
Mein Gaydar sprach sofort an, dieser Nikolaus war schwul. Ich wusste es einfach und entspannte mich deutlich. Meine diesbezüglichen Probleme mit Mann sind ja hinreichend bekannt.
„Guten Abend, Nikolausi“, erwiderte ich, was dem Rotberockten ein weiteres Lachen entlockte.
„Gehard Polt“, sinnierte er. „Ja, der wird immer wieder gern genommen. Ihre Begleiterin ist offensichtlich noch nicht da“, fuhr er fort und zwinkerte mir zu.
Ich war leicht überrascht, sagte aber nichts dazu.
„Sie sollte jeden Moment eintreffen“, erwiderte ich mit einem Blick auf meine kurzen, schwarzlackierten Fingernägel. Der Mann war wirklich gut!
„Darf ich Ihnen eine kleine, himmlische Aufmerksamkeit des Hauses überreichen?“, fragte er. „Wir freuen uns immer über solch hübsche Gäste. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit.“
Als ich nickte, reichte er mir eine in kitschig-buntes Weihnachtspapier verpackte Schachtel, die nicht größer als ein Handy war.
„Bittesehr“, sagte er und zwinkerte mir wieder zu. „Ich freue mich wirklich, Ihnen genau dieses Geschenk zu geben.“
Ich zögerte kurz.
Sollte ich das Geschenk wirklich annehmen?
Aber das warme Lächeln dieses Nikolauses überzeugte mich dann. Was immer er mir gegeben hatte, musste etwas Besonderes sein. Ich ahnte es mehr, als ich es wusste.
Mit flinken Fingern öffnete ich das kleine Paket.
„Dankeschön“, sagte ich, als ich den Gutschein sah. Ein Dinner für Zwei, stand darauf geschrieben. Und das bekam bestimmt nicht jeder Gast, soviel hatte ich gesehen.
„Es war mir ein wirkliches Vergnügen“, sagte der Mann, den ich auf bestimmt 60 Jahre schätzte. Plötzlich drehte er sich zur Tür um und deutete auf eine ins Restaurant eilende Frau.
„Ich glaube ihre Begleitern ist eben angekommen. Haben Sie einen wunderschönen Abend und natürlich Ho ho ho!“
Ich musste lachen. Dann nahm Yuki Platz …

Frau sucht Frau: L-Dating im Internet

Weltweit gibt es unzählige Kontaktportale, Webseiten die von der Liebe der Menschen leben. Auch für Lesben gibt es diese Seiten und sie werden regelmäßig genutzt. Vielleicht erinnern sich manche Leser noch an Ilka, die Juristin? HIER hatte ich über sie geschrieben. Wir haben uns in den letzten Wochen intensiv um sie gekümmert und eine Möglichkeit gefunden, wie ein schüchterner Mensch wie Ilka sich wieder verlieben kann.

Als Juristin hat Ilka keine Probleme mit dem geschriebenen Wort. Sie verfasst im Handumdrehen auch komplizierteste Texte. Also haben wir sie zuerst ohne ihr Wissen auf einem Kontaktportal für Frauen angemeldet. Ihr eher schwacher Protest wich ehrlicher Begeisterung, als sie in dem eMail-Postfach eine ganze Reihe von Zuschriften fand. Wir sind sie mit ihr durchgegangen, davon handelt dieser Text.

Eine stammte vermutlich von Mann. Wir haben das Bild der „Frau“ durch eine Suchmachine laufen lassen und sind auf zig anderen Seiten fündig geworden. Das Profil ist nun gesperrt. Zwei weitere waren von „Bi neugierigen“ Heten. Nicht aufdringlich, ein wenig unsicher, freundlich suchten sie Kontakt mit Frau. Das kam für Ilka nicht in Frage. Eine BDSM-Liebhaberin ließ Ilka entsetzt den Kopf schütteln. Zwar sah die Frau sehr ansprechend aus, aber Fesselspiele und Klammern waren doch eine Nummer zu heftig.

Eine Jura-Studentin mit Brille und zauberhaftem Lachen ließ Ilka die Luft anhalten. Mit zitternden Fingern und unter unserer schwesterlichen Anleitung nahm sie Kontakt mir ihr auf. Einige Tage mailten die Beiden und das gegenseitige Interesse wuchs. Für gestern Abend war dann ein erstes Treffen geplant. In einem Restaurant. Yuki, ich und ein weiteres Paar kamen mit. Natürlich waren wir nicht in Ilkas unmittelbarer Nähe, sondern an einem Nachbartisch. Während wir uns angeregt unterhielten betrat Amelie die Bühne und die Show begann …

Amelie – den Namen habe ich geändert – war nicht allein. Nicht ganz unauffällig schob sich eine kräftige Schwester ins Lokal, Amelies Begleitschutz. Wir kannten sie und sie erkannte uns. Während wir quer durchs Lokal Handzeichen austauschten und ein Grinsen zu vermeiden suchten, setzte sich Amelie zu Ilka an den Tisch. Selma, Amelies Begleitung war sofort beruhigt. Ich ging kurz zu ihr und wechselte einige Worte. Bei unseren Schützlingen verlief scheinbar alles nach Plan. Keine machte den Fehler über vorherige Beziehungen zu sprechen. Die Beiden tauschten sich über Jura aus!

Selma hatte mir erzählt, dass Amelie immer auf die falsche Frau getroffen sei. Gleiches galt ja auch für unsere Ilka. Und die blühte an diesem Abend richtig auf. Ich war erstaunt und freute mich. Auch darüber, dass sich Beide wiedersehen werden. Es scheint gefunkt zu haben. Auf dem Nachhauseweg war Ilka noch total begeistert und auf meinem Handy sind diverse SMS, die sie mir heute Morgen schickte. Alle handeln von Amelie, deren Zauber auf Ilka liegt.

Ich wünsche den Beiden alles Gute. Vielleicht finden sie zusammen den Weg in „Die zauberhafte Welt der Ilka und Amelie.“ Aber jetzt muss ich heiraten gehen. Sonst meldet sich Yuki noch bei L-Dating an und sucht sich eine lesbische Bäuerin als Frau. Tschüss ihr da draußen, wir lesen uns!