Schneller, höher, weiter!

Immer wieder schockieren Nachrichten von Doping-Fällen im Spitzensport die (naive) Öffentlichkeit. Aber wer sich nur ein wenig für die Fakten interessiert, austrainierte Athleten und ihre fabelhaften Höchstleistungen anschaut, wird schnell die bittere Wahrheit erkennen. Alle Sportler sind gedopt!

Alle, wirklich alle? Gibt es da nicht ein kleines Land in Europa, das vehement gegen Doping ist? Ist Deutschland nicht Vorreiter bei Anti-Doping-Kampagnen und „läuft“ daher dem Sieg stets hinterher? Einspruch, euer Ehren und ein wirklich harter Schnitt des (Lügen)Films. Die Wahrheit sieht anders aus.

Leistungssteigernde Mittelchen, haben schon in der Antike eine Rolle (im Sport) gespielt. Quacksalber erfanden z. B. Wundermittel, die auch die Libido anregen sollten. Schon Ägypter, Chinesen, Griechen und Römer wussten um den Effekt von Mohn auf Menschen und haben Opium hergestellt. Und machen es zum Teil immer noch.

Die Inkas nutzten Koka-Blätter, Mate-Tee und Kaffeebohnen. Ihre Nachkommen das Kokain. Und so geht es weiter bis zur Neuzeit hin. Und zu den Doping-Toten. Das erste nachgewiesene deutsche Doping-Opfer, war 1968 der Boxer Jupp Elze. Elze starb im Koma liegend an einer Hirnblutung. Die Obduktion war erschreckend, der Boxer hatte unter anderem das Aufputschmittel Pervitin genommen, das ihn nicht müde werde ließ.

Deutsche Wissenschaftler zeigen gern mit dem Finger auf den Osten. Die DDR, die UDSSR, waren klare Vorreiter in Sachen Doping. Und auch die angeblich so saubere USA. Der renommierte Wissenschaftler und Doping-Experte Professor Dr. Franke weiß mehr. Vom systematischen Doping in Deutschland (vor der Wende) und Aussagen noch heute lebender PolitikerInnen im Ministeramt.

Ein weiterer, tragischer Fall ist Birgit Dressel. Die Weltklasse-Leichtathletin stirbt am 10. April 1987, kurz vor ihrem 27. Geburtstag, in der Mainzer Uniklinik an einem „toxisch-allergischen“ Schock. Gedopt unter anderem mit Stanozolol. Ihr Körper hat den Missbrauch nicht vertragen. Dr. Franke liegen die Rezepte vor, auf denen auch Stromba (Stanozolol) steht. Und das ist kein Hustensaft!

Doping, der Gebrauch leistungssteigernder Mittel, ist nicht nur unter Sportlern weit verbreitet. Studenten nehmen gern Ritalin, ein Arzneistoff mit stimulierender Wirkung. Er gehört zu den Derivaten des Amphetamins. Methylphenidat findet bei der medikamentösen Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sowie der Narkolepsie Anwendung. (Quelle Wikipedia)

Ja, Ritalin wirkt auch bei normalen Menschen. Und es macht abhängig, der Mensch braucht immer mehr. Bis der Kollaps kommt. Und der kommt, wenn man eine hohe Dosis nimmt. Noch eine Prüfung, noch ein Schein! Und dann noch auf die Party, das Sportfest und und und …

Nein, Deutschland war nie unschuldig, was Doping betrifft. Und wer sich Gewichtheber, Diskuswerfer und andere Schwerathleten betrachtet, wird das sofort sehen. Gleiches gilt für Radrennfahrer. Nicht nur bei der Tour de France. Und die Bundesliga ist genauso schmutzig. Nur werden die Jungs selten erwischt.

Warum? Das ist so einfach wie genial: Mann (Frau leider auch) setzt zum richtigen Zeitpunkt ab und ist dann außen vor. Damit die Öffentlichkeit auch morgen noch über Tore jubeln kann. Von sauberen Sportlern in einem sauberen Land. Lügen, Verleumdung, höre ich die Ungläubigen rufen. Da muss ich leise lachen.

Klassische Testosteron-Produkte sind mehrere Wochen im Körper nachweisbar. Aber die Wissenschaft ist längst weiter und hat Testo-Gel, -Spray und -Pflaster erfunden. Radrennfahrer, wie Lance Armstrong, haben damit erfolgreich gedopt. 2 Stunden „bangen“ und sie werden nicht erwischt. Klar, wenn eine Tour-Etappe deutlich länger dauert. Dann gibt es noch EPO und HGH. Glaubt noch immer wer an Sauberkeit im Sport?

Im Bodybuilding ist es ganz extrem. Dort wird bereits von Normalos nachgeholfen. Mädels und Jungs mit „breitem Kreuz“, sind keine Seltenheit mehr. Und über angebliche „Natural-Bodybuilder“ kann ich nur herzlich lachen. Der einzige Unterschied zu den richtigen Muskelmonstern, sie nehmen weniger Testosteron pro Woche. Damit bauen sie „trocken“ auf, wirken weniger aufgeschwemmt und bleiben definiert.

Schneller, höher, weiter, ist in aller Munde. Im Alltag, wie im (Breiten)Sport. Aber langsamer kommt man auch ans Ziel. Dann dauern 100 Meter wieder 11 Sekunden, wo ist das Problem? Ich will sowieso keine Muskelmonster auf der Bühne sehen. Weder bei Frau noch bei Mann. Lieber ehrliche Athleten.

Doping allein macht noch keinen Sieger. Dazu bedarf es mehr. Ich habe das schon lange erkannt. Obwohl ich durchaus süchtig bein. Ich brauche meine „Droge“ täglich und gestehe hier und jetzt. Mein Dopingmittel ist … meine Elfe! Was habt ihr denn nun gedacht?