Gedanken einer Ausländerin: Eine Chance für Europa

„Das alte Europa liegt auf dem Sterbebett“, haben pseudolinke Journalisten schon vor Jahren geschrieben. Auch angeblich Konservative stießen ins gleiche Horn. Das sollte die Auflage ihrer Schmierblätter steigern und Klicks bei den Online-Medien generieren. Zum Glück ging der Schuss daneben. Europa gibt es immer noch. Dass dagegen die EU eine Totgeburt ist, die nur noch zwangsweise am Leben gehalten wird, wollen viele nicht verstehen.

Brennen sollst du!

Dass Notre-Dame brennt erfahre ich auf der Autobahn. Meine Freundin Karin hat mich per SMS informiert. Ohne den Hintergrund zu kennen, wird mir sofort die Symbolkraft des Brandes bewusst. Aber verstehen das auch alle Europäer? „Die brennende Kathedrale (von Notre-Dame) ist mehr als nur ein kultureller Verlust. Es ist ein Fanal für den Zustand Europas“, hat ein Gastautor auf Tichys Einblick am nächsten Tag geschrieben. Das trifft den Nagel auf den Kopf.

Ein Blick auf Notre-Dame zeigt das ganze Außmaß der Katrastrophe. Die Kathedrale steht jedoch nur für einen anderen Verlust. Europa verliert bereits seit Jahren seine Identität. Man könnte auch sagen, dass Europa schon seit vielen Jahren brennt. Aber nie waren die Flammen derart hoch. Bisher gab es nur ein wenig Glut, die an den Wurzeln nagte. Nun hat man Europas Herz verbrannt.

Welche Art Mensch

„Welche Art Mensch bist du eigentlich, Mayumi?“, hat mich eine Bekannte aus Stuttgart gefragt. „Du bist doch Buddhistin und setzt dich für ein uraltes christliches Bauwerk ein, das man wieder aufbauen kann.“ „Wäre es für dich in Ordnung, wenn Borobudur, einer der größten buddhistischen Tempel Südostasiens zerstört würde?“, will ich wissen und ernte einen entsetzen Blick.

„Natürlich nicht, sagt sie schnell, das ist doch Weltkulturerbe und …“ Sie beißt sich auf die Unterlippe, als sie ihren Fehler erkennt. „Eben“, sage ich. „Aber Notre-Dame ist Nazi, da es von alten weißen Männern gebaut worden ist. Und das ist bekanntlich uncool in der heutigen Zeit. Wie sehr musst du dich und deine Kultur hassen, wenn du alles Fremde in den Himmel hebst.“ Die Antwort blieb sie mir schuldig.

Brandstifter

Es spielt keine Rolle ob Notre-Dame ein Unfall oder Brandstiftung war. Gezündelt wird seit Jahren. Populisten auf beiden Seiten des politischen Spektrums schlagen sich verbal die Köpfe ein und schrecken auch vor Gewalt nicht zurück. Aus geopolitischen Gründen werden Völker und Religionen aufeinander gehetzt, um einen Grund für den Einsatz von Bomben zu bekommen. Aus humanitären Gründen versteht sich! Aber Bomben haben keine Moral. So wenig wie jene Politdarsteller, die als angebliche Volksvertreter in den Parlamenten sitzen.

Diese Menschen sind in Wahrheit nur Marionetten jener (Finanz)Eliten, die auch hinter „Fridays for Future“ stehen. Aber indoktrinierte Journalisten und Kinder jubeln lieber einem autistischen Mädchen zu, statt sich Gedanken um den CO2-Ausstoß bei der Produktion von Smartphones und Elektro-Autos zu machen. Der ist wesentlich höher als der von Diesel-Fahrzeugen. Aber das hat nur Hans-Werner Sinn gewusst. Mit Klimaschutz ist sehr viel Geld zu machen, das habe ich schon vor einer Weile erkannt.

Eine Chance für Europa

Das Fanal von Paris, die brennende Kathedrale von Notre-Dame, hat ein Zeichen gesetzt. Dieses Feuer hat Europas Seele einmal mehr verletzt. In den Gesichtern vieler Franzosen ist tiefe Betroffenheit zu sehen, auch Tränen fließen. In Sichtweite der Kathedrale singen Menschen. Der Geist Europas hat sich über die tobenden Flammen gesetzt.

Ja, Europa lebt und jede Nacht endet, wenn das helle Licht der Sonne die Dunkelheit ersetzt. Das wird dauern, aber letztlich erfolgreich sein. Jene Wirrköpfe, die nun die Sozialen Netzwerke mit Häme fluten und sich über den Brand lustig machen, sind eine Randerscheinung. Vollidioten gibt es in jedem Land der Welt.

Die kleine Welt der Homo-Hasser

Die Homo-Hasser sind los!
Wie eine Horde Zombies laufen sie geifernd durch Stuttgarts Straßen und predigen das Wort des Herrn.

Als Buddhistin habe ich kein Problem mit Christen, oder einer anderen Religion. Aber Fundamentalisten mag ich nicht. Egal wessen Fahne sie tragen.
Wir sind allen Menschen gegenüber tolerant. Verfolgungen Andersgläubiger, Hexenjagden, Religionskriege, hat es im Buddhismus nie gegeben.
Die Zeit des Hexenhammers ist vorbei, möchte ich den Zombies sagen, die ferngesteuert ihre Parolen rufen.
Toleranz ist anders, ihr habt sie nicht.

Gegen die Homo-Ehe wird ebenso gewettert, wie gegen den Bildungsplan an Schulen.
Dabei hat Aufklärung noch niemals geschadet. Aber vermutlich haben die Fundamentalisten genau an diesem Tag gefehlt.
Überhaupt frage ich mich, wer eigentlich diese Homo-Gegner sind.
Die Medien sprechen auch von Rechtspopulisten, ich habe einen anderen Verdacht. Schon die NSU war ein riesiges Fake, aber das möchte ich nicht weiter vertiefen.
Vielleicht sollten wir den Blick mehr nach Links und zur Mitte hin lenken.
Brandstifter sind schnell geschaffen. Und das ganz (in)offiziell.

Für mich leben Homo-Gegner im Gestern, in ihrer eigenen, beschränkten Welt.
Das ist ihre Wahl, die sie gern für sich treffen können. Ich hindere sie nicht daran in einer mittelalterlichen Weltanschauung zu versinken, sofern sie mich in Ruhe lassen.
Aber diese selbsternannten Retter des Abendlandes tragen Feuer und Schwert in ihren Händen, wie einst die Christen im Heiligen Land.
Die Brandstifter sind unter uns, leben unter unserem Dach. Und sie werden zündeln und verhetzen, bis das Haus abbrennt.
Und die Feuerwehr schaut tatenlos zu.

Aber an genau dieser Stelle stehe ich und noch Tausend andere mehr. Im Unterschied zu den Zombies kann ich nämlich kämpfenn, das habe ich gelernt.
Nicht, wie Alice gegen ganze Hundertschaften in „Resident Evil“, und auch nicht unbedingt mit einem Schwert. Es können und dürfen auch gern Worte sein, die ich in die Waagschale werfe. Und das kann ich gut.
Streitgespräch gefällig?

Im Stuttgarter Entwurf zum Bildungsplan 2015 ist vorgesehen, dass in Schulen künftig für die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ geworben wird. Themen wie Homo-, Bi- und Transsexualität sollen im Unterricht intensiver behandelt werden. Mehr steht da nicht drin.
Und genau dagegen laufen angeblich besorgte Eltern Sturm.
Sie hätten nichts gegen homosexuelle Menschen, tönen sie. Nur um gleichzeitig zu betonen, diese sollten aber auch nicht versuchen, ihre Lebensweise als Normalität darzustellen. Sie fordern stattdessen von Schwulen und Lesben, dass diese nicht mehr als Propagandisten über ihre sexuelle Orientierung sprechen.
Und das liebe Homo-Gegner ist ein schlechter Witz.
„Wir erwarten dass Homosexuelle und andere sexuell abweichend Veranlagte als Bürger in der Republik ebenso in erster Linie bürgerlich handeln wie wir es tun“, fordern die Fundamentalisten. „Wir wenden uns lediglich als besorgte Eltern gegen die Beeinflussung unserer Kinder!“

Mit genau diesen Forderungen werden Homosexuelle wieder in den Untergrund gedrängt, in dem sie viele Jahre leben mussten. Und das kanns einfach nicht sein und wird auch nicht passieren. Mit Sicherheit werde ich meine Lebensweise nicht aufgeben, oder meine Ehefrau verstecken. Im Gegenteil werde ich weiter dafür kämpfen, dass die Regenbogenflagge ein akzeptierter Teil unserer Gesellschaft wird. Und nicht nur ein lustig-bunter Farbtupfer an eurem graugeistigen Horizont.