Mach dein Ding!

Es gibt Frauen die neigen dazu anderen Menschen gegenüber stets gefällig zu sein. Peinlichst achten sie darauf immer zu gefallen. Alles was sie tun, ihr ganzes Leben, steht unter diesem Stern. In frühester Jugend sind es Eltern, Verwandte und Geschwister, später kommen Freunde hinzu. Mit einem Lächeln auf dem Barbie-Gesicht wird alles schön und süß geredet. Und damit kann ich nicht.Süß sehe ich nur aus, mein Lächeln ist oft Maske. Weniger zum Selbstschutz, damit habe ich kein Problem. Ich schütze damit andere Menschen vor meinem radikalen Selbst, vor meinem „Ding.“

„Ich kümmere mich um meine eigenen Angelegenheiten, aber vergiss nicht: Wenn es etwas gibt, was die Welt hasst so ist es eine Frau, die sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmert“, hat Calamitiy Jane (1852-1903), Wild West-Heldin, Wirtin, Reiterin und Kunstschützin einst gesagt.

Der Name dieser Frau ist Legende. Und die hat sie geschickt aufgebaut. Meist in Männerkleidung, trinkend, rauchend, fluchend. Und schießen konnte sie besser, als jeder Mann. Heute würde man sie einen „Tomboy“ nennen. Aber eine Lesbe war sie vermutlich nicht. Gerüchte darüber gibt es. Aber es ist wenig bekannt über diese außergewöhnliche Frau, die sich meisterhaft in Szene setzte. Als moralisch verkommen sehe ich sie nicht. Immerhin beschützte sie schon als junges Mädchen ihre Geschwister vor dem Hungertod.

Leider ist aus dieser Phase wenig bekannt und ihr Buch fehlt in meiner Sammlung. Historiker gehen ohnehin davon aus, dass sie viele Erlebnisse erfunden hat. Ihre Beziehung zu Wild Bill Hickock etwa. Und auch die gemeinsame Tochter. Was aber ihr Lebenswerk nicht schmälert. Geflunkert haben viele dieser alten „Helden.“ Am eigenen Mythos zu arbeiten macht vermutlich Spaß.

Frauen von heute stellen ihren Mythos meist in den Dienst von Familie, Kindern und Mann. Die eigenen Wünsche werden schöngeredet und irgendwann vergessen. Dann sind Frühstück, Stinkesocken und Abendessen wichtiger, als ein Leben wie das der „Calamity Jane.“ Zugegeben muss es für Jane ein hartes Leben gewesen sein, an dem sie letztlich starb. Und ob sie immer glücklich war, das mag ich bezweifeln.

Jane war ein Kind ihrer Zeit, eine Frau im rauen Westen. Vielleicht wäre sie einige Jahre später Feministin geworden. Und zwar richtig radikal. Aber fängt das „Ding“ von Frau Wirklich auf dem Sofa des Psychiaters an, der Frau nach Kindern, Trennung, oder Depressionen, zu ihrem Seelenheil behandeln darf? Welche Frau mag ihren Finger heben, um ihr so anderes Leben zu erklären?

Und hat die Welt wirklich Angst vor starken Frauen? Vor Frauen wie Jane und mir? Vor einer Alice Schwarzer, Boudicca, Queen Victoria und Frau Merkel? Sie alle machten, oder machen ihr „Ding.“ Nicht immer zum Wohle aller, nicht immer mit viel Sinn. Und doch sind diese Frauen anders und zum Teil wenig angepasst.

Auch mit meinem Leben versuche ich ein Beispiel für andere Frauen zu sein. Ich möchte zeigen, dass Ausbildung, Karriere und „Kind“ keine Widersprüche sind. Dumm nur, dass keine Bio-Uhr in mir tickt. Mein „Ding“ ist Vorbild und Lehrerin zu sein. Für Mädchen und für Frauen. Ich bin und bleibe anders. Was ist dein „Ding“?

Testosteron und die Macht der Revolution

Laut einem Bericht der Welt online ist das männliche Sexualhormon Testosteron dafür verantwortlich, dass Männer unter anderem in Kriege ziehen, oder eine Revolution starten. Die Autorin Karin Kneissl will das herausgefunden haben. Sie vertritt die Meinung, dass der Arabische Frühling ein gutes Beispiel für sexuell frustrierte junge Männer sei.

Wer den Artikel nachlesen möchte:

http://www.welt.de/kultur/history/article108273897/Erst-Testosteron-macht-Maenner-zu-Revolutionaeren.html

Ich hatte den Artikel wieder entdeckt, als ich etwas recherchieren wollte.

Karin Kneissl wirft auch die These auf, dass Testosteron bei Männern für den Beschützerinstinkt verantwortlich sei. Ebenso für Führungsanspruch und Wettbewerb innerhalb einer Männergruppe. Ich fragte mich an dieser Stelle, ob die gute Karin jemals mit Frauen gearbeitet hat. Vielleicht sind wir weniger offen aggressiv als Mann, sehen viele Dinge anders. Aber ein Alphaweibchen wird es in jeder Gruppe geben. Und die durch Testosteron gesteigerte Kampfeslust von Mann mag durchaus zutreffen. Nur warum gibt es dann immer mehr Frauen, die sich in Kampfsportarten üben? Weil Mann das so möchte? Nein. Ich habe Karate und Aikido zwar bei meinem Vater gelernt, aber gezwungen hat er mich nicht. Das wäre ihm nicht gelungen, ich hatte schon mit fünf Jahren meinen eigenen Kopf.

Nun bin ich keine Ärztin und Psychologie zu studieren überlasse ich anderen Menschen. Aber ich weiß schon, dass Hormone großen Einfluss auf unser Seelenleben, unser Wohlbefinden haben. Damit aber nun gleich Kriege und Revolutionen zu erklären halte ich doch für sehr weit hergeholt. Es mag vielleicht einfach sein, die aufgestaute (sexuelle) Energie von Mann zu nutzen um sie in einen Krieg zu lenken. Den Arabischen Frühling damit zu erklären ist lächerlich. Da hat die liebe Karin Kneissl gewaltig an der politischen Realiät vorbei geschossen. Und die wird nun mal von den USA bestimmt. Und von Russland, China und Europa. Das sind die wahren Drahtzieher. Es geht ums Öl, um Kontrolle.

Klar, aus Sicht von Frau ist Testosteron ein böses Hormon. Es steht für Gewalt, Krieg und Tod. Frauen mögen nichts davon. Mit Ausnahmen. Wie etwa die britannische Königin Boudicca, die im Jahr 60-61 n. Chr. einen Keltenaufstand gegen die Römer führte. Und „just for the records“ liebe Karin Kneissl: Es war – für die Öffentlichkeit so dargestellt -, dass Video der Bloggerin Asma Mahfouz auf Facebook gepostet, das die Ereignisse 2011 in Gang setzte. Ja, eine Frau.

Ob Boudicca und Asma Mahfouz wohl zuviel Testosteron hatten? Wohl kaum. Aber vielleicht ist es für so manche Frau schwer sich einzugestehen, dass ein Matriarchat keine böse Sache wäre.  Und auch wenn ich Frau Merkels politische Ansichten nicht mag, als „Große Mutter“ kann ich sie dann doch ein bisschen mögen.