Das letzte Wort

In Japan ist es Sitte, dem Gast das letzte Wort zu überlassen. Gastfreundschaft schreibt man in Japan groß. Aber jede Freundschaft unterliegt gewissen Regeln, die ein Miteinander erst möglich machen.

Wer ein japanisches Gasthaus, ein Ryokan betritt, wird sofort verzaubert sein. Er lässt seine Welt hinter sich und taucht in das echte Japan ein. Jedes Detail ist pure Ästhetik. Angefangen von den Ikebana-Blumen bis zur Tatami-Matte.

Auch mein Blog ist in gewisser Weise ein Haus für Gäste. Menschen gehen ein und aus. Viele nehmen meine Artikel als Geschenke an oder bringen eigene in Form von Kommentaren mit. Ein Austausch von Höflichkeiten, Freunde unter sich.

Im Gegensatz zum japanischen Kaiserhof gibt es in meinem Haus kein allzu strenges Protokoll. Kein Oberzeremonienmeister wird dafür sorgen, dass alles förmlich bleibt. Humor ist mein Ding. Zwar ist der recht schräg, aber bei einigen Themen verstehe ich keinen Spaß.

Leider gibt es speziell in Deutschland die Unsitte der sogenannten Bekehrungswut. Man(n) zwingt anderen gern die eigene Meinung auf. Scheitert das, wird verbal attackiert. In Japan führen grobe Unhöflichkeiten zum Ende des Kontakts. Wer gegen die Regeln verstößt, wird geächtet.

In Japan ist es Sitte, dem Gast das letzte Wort zu überlassen. In diesem Blog gehört es mir. Wer die Regeln der Gastfreundschaft missachtet, wer grob unhöflich wird oder lediglich seinen Frust ablassen möchte, dem bleibt die Tür verschlossen. Das ist mein letztes Wort.

 

 

Ein Leben lang auf Reise

Unser Leben ist zur Zeit eine große Reise. Waren wir letzte Woche noch in Fukuoka, ist nun Deutschland angesagt. Aber vorher haben wir Zeit in Los Angeles verbracht und einige wichtige Dinge geregelt.

Wie zum Beispiel die Zukunft unseres Apartments, das wir vorübergehend an ein Frauenpaar vermietet haben. Nicht ganz überraschend, haben sich Riko und Madison bei uns gemeldet, die beiden Mädels vom Dina Shore. Sie sind seid Juni in Los Angeles und haben Probleme mit ihrer Wohnung bekommen.

„Wir haben keine Nacht geschlafen, so laut war es dort“, erzählt Madison, als wir uns treffen. Der Vermieter macht Ärger und besteht auf dem Vertrag. Aber Riko ist Anwältin und weiß was sie machen muss. Sie sind schon auf der Suche nach einer neuen Bleibe und wohnen in einem günstigen Motel.

Mir kommt eine Idee, die ich mit Yuki per Augenkontakt abstimme. „Wir können euch unser Apartment überlassen“, biete ich den beiden an, wir werden einige Monate nicht in Los Angeles sein.“ „Vermutlich kommen wir erst im September wieder“, fügt Yuki hinzu, „aber das wissen wir noch nicht.“

Unsere beiden neuen Freundinnen sind total aus dem Häuschen vor Glück. Vor allem, als ich ihnen den Preis nenne und die Lage. Klar ist es teurer als ihr jetziges Motel, aber ich verlange keinen Wucherpreis. Und Sicherheiten haben beide.

Sicher im Flieger, hat uns unser Weg über Düsseldorf nach Stuttgart geführt. Wir waren auch in Hamburg, haben kurz Berlin unsicher gemacht und sind dann nach Frankfurt geeilt. Zur Zeit besuchen wir in Holland Freunde und fahren in Kürze wieder nach Düsseldorf. Und im August ruft wieder Japan.

Yuki nehmen die Reisen mehr mit, als sie eingestehen will. Ich bemerke es und spreche es an. „Alles gut“, sagt sie und strahlt mich an, „wenigstens ist mit dir das Leben nie öde. Die Mama deiner Kinder kann ich später noch spielen.“ Seht ihr nun das wahre Biest?

Eher milde gestimmt, rauscht das politische Leben scheinbar unbeachtet an mir vorbei. Ich verfolge die Neuigkeiten mit Interesse, aber nehme absichtlich Abstand davon. Habe ich aufgegeben?

Fast könnte man das glauben, haben wir doch immerhin unseren bisher größten Sieg errungen. „Wir“, das ist die deutsche LGBT-Community. Wahltaktisch klug von der SPD eingefädelt, wird sie kein Kapital aus der Eheöffnung für alle schlagen. Ohne Merkels Zustimmung, wäre die Sache geplatzt.

„Aber sie hat doch dagegen gestimmt!“, höre ich meine LeserInnen sagen. Ja, das hat sie. Aber sie hat die Abstimmung möglich gemacht. Und da sie das positive Endergebnis vorher kannte, hat sie dagegen gestimmt.

Dieser so einfach, wie geniale Schachzug, hätte auch von einer Japanerin kommen können. Auch wenn ich Merkel nicht mag, das hat sie klug gemacht. Reicht das schon zur erneuten Kanzlerschaft?

Ist das nun der endgültige Durchbruch für Homosexuelle oder doch nur ein weiterer Meilenstein? Ich rechne mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht und einer Grundgesetzänderung. Mich stört das wenig, Yuki war schon immer meine Frau.

Die Politik muss vorerst ohne meine Kommentare leben. Und auch  dieser Blog wird vorerst stiller werden. Momentan fehlen mir Zeit und Lust dafür.

Dabei gäbe es eine Menge zu erzählen. Etwa wie ich kurz im MMA unterwegs gewesen bin oder der unschöne Zwischenfall mit einer Koreanerin in Fukuoka.

Ich könnte auch von dem Waisenhaus berichten und wie uns dort die Kinderherzen zugeflogen sind. Aber wir haben entschieden in Zukunft weniger Privates zu zeigen. Auch davon wird der nächste Beitrag handeln. Bis dahin dürft ihr den Sommer genießen. Wir lesen uns. Bis bald!

 

 

 

 

Lesbisch, jung, sucht – 30 Fragen braucht das Land

Rein und unverfälscht gibt es heute eine neue Kostprobe menschlicher Such(t)begriffe. Das Beste aus 30 Tagen. Zum Wohl, meine Damen und Herren.

1. – agresiver budismus – Die Rechtschreibung gehört offenbar nicht zur starken Seite des Besuchers. Aber auch von aggressivem Buddhismus habe ich noch nie etwas gehört. Wenn Buddhisten aggressiv sind, hat das nie etwas mit ihrem Glauben zu tun. In buddhistischen Schriften findet sich keine Stelle, die zur Gewalt aufruft.

2. – mike sehr bodybuilding – Ist das einer dieser „natural“ Bodybuilder, die mehr Testosteron intus haben, als gut für sie ist? Vor zwei Jahren habe ich einen Bodybuilder auch zu diesem Thema interviewed, der mir tieferen Einblick in die Eisenszene gab. Wer das nachlesen möchte klickt HIER.

3. – lesbisch chefin verliebt signale – Die Signale von Verliebten sind immer gleich. Problematisch wird es sie zu entschlüsseln. Vor allem für Frauen. Die stehen oft auf der längsten Leitung der Welt. Ob ich „Schubser Seminare“ anbieten soll?

4. – frauen gehören vor den herd – Unbedingt, der Meinung bin ich auch! Mann steht nämlich schon dahinter und bettelt verzweifelt um Liebe und Essen.

5. – sextreffen in japan – Nee, ist klar.

6. – wie nennt man eine lesbische frau die noch nie etwas mit einem mann hatte – Und hier haben wir das absolute Highlight, den Brüller in Breitwand, die Mutter aller Such(t)begriffe! Als klügste Lesbe der Welt kann und werde ich diese Frage natürlich gern und zur vollen Zufriedenheit beantworten. Ein solche Frau nennt man … klug! Wisst ihr jetzt warum ich so schlau bin?

7. – wie fühlt sich scissoring an – Ich habe immer noch keine Ahnung. Mag mir wer helfen?

8. – japanerin flirten – Machen sie. Und zwar richtig gut! Aber nicht mit dir, lieber unbekannter Besucher.

9. – neid gene – Sind mir unbekannt. Womit ich vermutlich zu einer Minderheit gehöre.

10. – wie sind japanische frauen – Bildhübsch, klug und liebenswert.

11. – lesbensex realität – Das würde Mann vermutlich gern wissen. Wird er aber nie erfahren und muss daher weiter gefakte Lesbenpornos schauen.

12. – lippman walter neoliberalismus – Herr Lippman hat den Neobliberalismus quasi mit erfunden. Und was war jetzt die Frage?

13. – unkorrekte lesbe – Gibt es bestimmt. Ich kenne keine.

14. – hetero frauen werden lesbisch – Endlich! Willkommen liebe „Schwestern!“

15. – lesbischsein erkennen – Das ist für Außenstehende manchmal leichter, als für die Betroffene(n) selbst. Aber wenn sich die Gedanken einer Frau stets um andere Frauen drehen, sollte das ein guter Hinweis sein.

16. – hetero frau verliebt sich in lesbe – Das halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Oder soll ich nun die Legende erzählen, wie man eine Hete umdreht?

17. – 10 satz geschichte – Findet sich auf meinem Blog nicht (mehr).

18. – frauen siex lesbian – Ja, ja …

19. – liebe, sex tokyo – Gibt es dort bestimmt.

20. – japanisch-porn-mutter-toschter – Muss ich das kommentieren?

21. – nandalya – Hier, hier, ich! Wobei ich mittlerweile festgestellt habe, dass mein Netzname Nachahmerinnen fand. Macht mich das nun berühmt?

22. – cindy allemann freund – Die Cindy hat eine eigene Webseite. Vielleicht einfach mal nachschauen? Das hilft! KLICK MICH

23. – sex mit japanerin – Den haben überwiegend Japaner. Noch Fragen?

24. – liebesbrief an eine frau lesbisch – Warum sollten sich Liebesbriefe an Lesben und Heten unterscheiden?

25. – frauen in tokyo finden – Augen aufmachen hilft. Dort gibt es jede Menge.

26. – warum fährt paul walker immer autos mit lenkrad auf der rechten seite? – Immer stimmt so nicht. Paul Walker hat einige Autos gefahren, die in und für Japan produziert worden sind. Und bekanntlich gibt es in meiner Heimat Linksverkehr.

27. – amazonen und männer – Hier müssen wir zwischen dem Matriarchat, dem friedlichen Zusammenleben von Frau und Mann und den (vermutlich) durch das aufkommende Patriarchat entstandenen Amazonen unterscheiden. Über letztere habe ich bereits HIER geschrieben.

28. – wie dominiere ich als lesbe – Warum sollte eine Frau eine andere dominieren wollen? Dieses klassische Missverständnis sieht man in schlechten Lesbenfilmen und wird von einigen wenigen Frauen als Klischee gepflegt, die in ihrem Verhalten sehr männlich sind. Partnerschaften zwischen Frauen sind in der Regel sehr harmonisch und von gegenseitigem Respekt und Achtung geprägt. Zumindest in meiner Welt.

29. – lesben sind keine freundlichen menschen – Dieser Suchbegriff könnte fast traurig machen. Die meisten lesbischen Frauen sind freundlich und hilfsbereit. Dass wir Mann in die Schranken weisen, wenn er uns an die Wäsche will, sollte selbstverständlich sein. Und selbst dabei bleiben wir meist freundlich.

30. – deutschland und die anderen – Welche anderen? Länder, Menschen, Marsianer? Deutschland tut sich als Vasallenstaat der USA schwer Profil zu zeigen und leidet noch immer unter (s)einer verlorenen Identität.

Wenn Engel reisen

Statt 80 brauchen wir nur knappe 2 Tage, um die (halbe) Welt zu umfliegen. Das ist (m)eine persönliche olympische Disziplin. Die wir natürlich mit der Goldmedaille beschließen. Los Angeles – Hongkong – Fukuoka. Japan ist immer das Ziel. Aber 15 Stunden Flugzeit nach Hongkong werden lang.

Immerhin habe ich gleich mehrere Artikel für den Blog geschrieben. Ob ihr sie lesen dürft? Das werden wir noch sehen. Die Reise hat mehrere Gründe, olympisches Karate ist nur einer davon. Auch ich muss Geld verdienen, auf zum „New Japan Deal.“

In Hongkong waren wir auch des lieben Geldes wegen. Asien hat davon viel zu bieten, das ist nun mal so. Ich bin gespannt und habe einige (wenige) Bilder gemacht. Die Einreise ist als Japanerin problemlos möglich. Offiziell sind wir Touristinnen. Der Beamte lächelt und alles ist gut.

Hongkong ist ein Meer aus Farben und schwüler Hitze, mit viel zu vielen Menschen, die alle „komisch reden.“ Meine paar Worte Mandarin helfen kaum weiter, hier ist Kantonesisch angesagt. Wer sich nun fragt wie Chinesen sich verständigen, den verweise ich auf die Schriftzeichen. Genau so. Die haben in ganz China die gleiche Bedeutung.

„JapanerInnen können doch auch Kanji lesen“, werden sich nun einige LeserInnen denken. Klar können wir, wenn es die japanischen sind. Dass es zum Teil erhebliche Unterschiede gibt, habe ich bereits mehrfach erklärt. Aber ich bin ehrlich, wir kamen gut klar. Nur bei langen Texten wären wir überfordert.

In Hongkong spricht man ein sehr gutes Englisch, die Verständigung ist also kein Problem. Natürlich habe ich alle Kung Fu Meister der Stadt herausgefordert und locker besiegt. Ihr wisst doch nur zu gut, dass ich unschlagbar … lustig bin. Um in Form zu bleiben, habe ich die arme Yuki (mit einem Lächeln) umgehauen. Oder sie mich?

Auf den Besuch eines Dojos mussten wir leider verzichten. Der Zeitplan war eng, schon am Dienstag ging es weiter. Aber vorher war ein Treffen mit mehreren Geschäftsleuten angesagt, die alle Meister des Buisiness sind.

Wobei man das durchaus als Kampf der Nationen bezeichnen kann. Chinesen sind schon zähe Verhandlungspartner und können mindestens so gut lächeln wie wir. Der Erfolg gab uns allen recht. Mehr muss niemand wissen.

Von Hong Kong nach Fukuoka sind es noch einmal knapp dreieinhalb Stunden Flugzeit. Heimat Japan, ich grüße dich! Aber die Reise hat Spuren hinterlassen, unsere Energie schwindet schnell. Eine Gruppe Europäer fällt mir auf. Ich höre spanische und französische Worte.

Cousin Ken holt uns vom Flughafen ab und freut sich uns zu sehen. Er hat tausend Neuigkeiten zu erzählen. Das Highlight kommt mit „Ich besuche euch in den USA!“

„Und wer sagt dir, dass wir dort noch länger leben?“, will ich von ihm wissen. „Eigentlich hatten wir einen Umzug nach Japan geplant.“ Warum Yuki und Ken dann im Chor „Du bist so doof!“, zu mir sagen hätte ich wirklich gern gewusst.

Die Zeitumstellung besiegen wir mit Grünem Tee. Gefühlt trinken wir den nun literweise. Mein Vater hat sein Elternhaus als neue Residenz gewählt. Bisher stand es meist leer. Einige Jahre haben Verwandte dort gewohnt. Aber er hat sich den Luxus gegönnt es zu behalten und ein Hausmeister Service hat sich monatlich darum gekümmert.

Meine Mutter schließt uns in die Arme. Ihre Augenwinkel zucken verräterisch. Nur ich bin natürlich vollkommen cool. „Das Biest“ hat noch niemand zum weinen gebracht. Aber warum klopft mein Herz nun schneller? Das muss am Tee liegen, ist doch klar.

Mein Vater ist in Sachen Karate unterwegs. Also besichtigen wir das Haus. Es ist groß genug für uns alle und Ken will aus Spaß gleich mit einziehen. „Als Dummy für meine Kicks?“, will ich wissen und er schnauft empört. „Ich bin viel besser geworden!“, behauptet er. „Ja klar“, erwidere ich trocken, „vor allem im Fußboden küssen.“ Sogar meine Mutter hat darüber gelacht.

Leider können wir nur einige Tage in Japan bleiben. Immerhin Zeit genug, um mir ein Bild von der Arbeit meines Vaters zu machen. Er bleibt skeptisch und das bin ich auch. Aber es ist eine Ehre für Japan tätig zu sein.

Für einen Abend, habe ich die Assistentin gegeben und durfte Teenager trainieren. Der Unterschied zu Deutschland ist gewaltig. In japanischen Dojos herrscht eiserne Disziplin. Das muss auch ich mir für diesen Tag auf die Fahne schreiben und nur Yuki hat darüber zu Hause gelacht.

Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Leserin, habe ich einige (schlechte) Bilder in den Beitrag eingefügt. Ich habe nun wirklich einige Talente, Bilder mit einem Smartphone zu machen gehört nicht dazu. Dabei gäbe es eine Menge über meine Heimatstadt zu berichten. Dort leben schließlich nette Menschen, aber das habt ihr bestimmt gewusst.

In der Reihenfolge zeigen sie den Flughafen und die Innenstadt von Hongkong. Die Bilder von Fukuoka sind selbsterklärend. Wobei es eine Menge über meine Heimatstadt zu erzählen gäbe. Aber vielleicht mache ich das ein andermal.

Wie es weitergehen wird? Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich gezögert und noch keine Entscheidung getroffen. Deutschland, die USA oder Japan, haben alle ihre speziellen Reize. Leben kann ich überall. Aber nur mit meiner Elfe, was habt ihr denn nun gedacht.

Nach Deutschland müssen wir auf jeden Fall im Sommer, wir haben uns um einige Dinge zu kümmern. Und auch nach Los Angeles führt unser Weg zurück. Dort haben wir noch eine Menge persönlicher Sachen. Ohnehin sind wir nur mit leichtem Gepäck unterwegs. Kleidung und Unterwäsche lagern immer bei meiner Tante.

Eigentlich wäre am Wochenende schon der Rückflug in die USA gewesen, aber ich kann und will zur Zeit nicht aus Japan weg. Das hat auch mit Müdigkeit zu tun. Fliegt ihr mal einen solchen Marathon. Immerhin leiht Ken uns seinen Wagen. Bekanntlich hat er zwei davon und ist gern mit dem alten Turbo unterwegs.

Ich werde (vermutlich) für eine weitere Woche in Japan bleiben, aber in dieser Zeit keinen weiteren Beitrag schreiben. Das ist auch dem Fakt geschuldet, dass wir kaum zu Hause sind und ich eine kleine Auszeit brauche. Wir lesen uns dann Mitte Juni wieder. Bleibt gesund und auf Wiedersehen.

 

Takeda no Komoriuta – 竹田の子守唄

Es gibt Melodien, die mein Herz berühren. Das Lied „Takeda no Komoriuta“ gehört dazu. Vor allem, wenn es (m)eine Elfe singt. Und das hat sie gemacht. Für mich, für uns, für alle Frauen dieser Welt.

Ja, es ist ein trauriges Lied. Der Legende nach stammt der Text von einem kleinen Mädchen, das aus einer armen Familie stammte und hart für deren Unterhalt arbeiten musste.

Es heißt, dass sie stets ein Baby auf dem Rücken getragen habe, während sie die Hausarbeit für reiche Leute verrichten musste. Krank vor Trauer und Einsamkeit soll sie „Takeda no Komoriuta“ gesungen haben. Das ist 500 Jahre her.

Durch Zeit und Raum hat das Lied seinen Weg ins moderne Japan gefunden und gilt dort als eines der schönsten Volkslieder überhaupt. Der Film „Seven Nights in Japan“, hat das Lied auch im Westen berühmt gemacht. In Japan ist und bleibt es ein Hit.

Verschiedene KünstlerInnen haben das Lied schon gesungen. Ich habe die folgende Version ausgesucht. So klingt Japan. Viel Spaß beim hören.

And Emily plays

Based on a True Story. Der Titel ist dem Lied „And Emily plays“ von Pink Floyd geschuldet. 

Es waren nur vier kurze Worte, die Emilys Welt auf den Kopf stellten. „Vero ist tot!“, stand auf dem Display des Handys. Eine zweite SMS, abgehackte Worte, die von purer Verzweiflung zeugten. Emily las. Plötzlich war dort wo ihr Herz sein sollte nur noch ein Schwarzes Loch. Ein Laut entwich Emilys Kehle, wie ihn sonst nur waidwunde Tiere ausstoßen. „Vero ist tot!“, hämmerte es in ihrem Kopf.

„Was ist passiert?“, wollte ihre Freundin wissen, die sofort Unheil ahnte. Wortlos reichte ihr Emily das Handy und ging ins Schlafzimmer. Ohne nachzudenken, aber doch mit einem klaren Ziel, wühlte sie im Kleiderschrank. Als sie den Teleskopschlagstock fand lächelte sie. „Time to play“, murmelte sie und ihre Augen blickten kalt.

Ihre Freundin weinte. Auch sie hatte Vero gut gekannt. „Was … was ist denn passiert? Warum nur …? Emilys Lächeln war eisig, als sie den Schlagstock durch die Finger wirbeln ließ. „Lass uns fahren“, sagte sie. „Ich muss etwas tun.“

Etwas zu tun war normal für Emily. Sie mischte sich stets ein, wenn es Probleme gab. Meist für Frauen, vor denen sie schützend stand. Der Schwarze Gürtel in Karate war durchaus hilfreich dabei. Mit Emily war nicht zu spaßen, wenn sie der Zorn überkam. Und zornig war sie oft, wenn auch stets eiskalt kontrolliert.

Einige Menschen hatten das nicht ernst genommen und ihren Fehler bitter bereut. Einem Mann hatte sie die Finger gebrochen, als er ihr an den Hintern fasste. Und eine stadtbekannte Lesbe ging ihr auch nach Jahren noch aus dem Weg. Die Ohrfeigen hatte sie nie vergessen.

Emilys Clique wartete schon. Ein halbes Dutzend Frauen und alle hatten Vero gut gekannt. Trauer lag in der Luft. Eine Stadt weint, wenn ein Engel geht. Emily schaute in die Runde. Ihr kaltes Lächeln verwirrte alle. „Klärt mich vielleicht mal jemand auf?“, fragte sie.

„Sie hatte wieder Streit mit ihrem Lover“, meldete sich Kim. „Und ich hatte ihr noch gestern gesagt, dass sie Abstand braucht. Einfach eine Auszeit, um den Kopf klar zu bekommen.“ Zustimmendes Gemurmel folgte ihren Worten. Auch Emily nickte. Sie wusste, Kim hatte recht.

„Ich hätte ihr die Beziehung ausreden müssen“, sagte Emily leise. „Oder vielleicht besser ihm!“ Kim schüttelte die rote Wuschelmähne. „Du hast es doch versucht, wir alle haben das! Du weißt doch selbst, was für ein Dickkopf Vero sein konnte. Vero …“

Kims Tränen flossen und alle Frauen weinten mit. Nur Emily nicht. Sie saß einfach nur da und lächelte. Ihre Freundin nahm vorsichtig ihre Hand. Sie kannte dieses Lächeln gut. „Mach keine Dummheiten!“, bettelte sie. „Das bringt Vero nicht zurück.“

Veronika, von allen Vero genannt, war Emilys älteste und beste Freundin. Die beiden waren zusammen aufgewachsen und hatten alles geteilt. Nur nicht die Liebe, Emily liebte Frauen. Vero hatte immer nur gelacht, wenn Emily sie aus Spaß mit anderen Mädels verkuppeln wollte.

Vero mochte nur Männer und war unsterblich in Kevin verliebt. Gemeinsam bezogen sie schon früh eine Wohnung. Aber Kevins Eifersucht, sein krankhafter Zwang Menschen zu kontrollieren, hatte viel Unglück über die Beziehung gebracht. Und doch blieb Vero ihm treu, er war die Liebe ihres Lebens.

Emily hatte sie fast angefleht Kevin zu verlassen. Aber Worte sind machtlos, wenn Liebe den Verstand übernimmt. Es gab oft Streit. In letzter Zeit noch mehr. Und gestern war Vero in die Nacht geflohen. Durch den Schleier der Tränen sah sie den Wagen nicht. Ein Schlag, ein stummer Schrei und wieder hatte das Schicksal einen Engel umgebracht.

„Wo ist er?“, fragte Emily mit kalter Stimme. „Er wird bereuen, dass er geboren worden ist!“ Wahnsinn tobte durch die Nacht, der brennende Wunsch nach Rache. „Kommt ihr?“, fragte sie zu Kim und ihrer Freundin gewandt. „Lasst uns spielen gehen.“ Ohne sich umzudrehen marschierte sie zu ihrem Wagen.

Kim, Vero und Emily waren als Trio legendär. Beste Freundinnen seit Kindertagen. Und bei diesen Drei war keine zu viel. Auf dem Weg zu Veros Wohnung sprach niemand. Die Frauen wussten, dass niemand Emily stoppen konnte.

Emily klingelte. Ein Unbekannter öffnete, Emily hatte ihn noch nie gesehen. „Geh mir aus dem Weg“, sagte sie und trat dem Mann brutal zwischen die Beine, als der einen Moment zu lange zögerte. Noch während er ächzend zu Boden ging, war Emily mit einem schnellen Schritt in der Wohnung.

„Kevin!“, rief sie. „Zeig dich du Held!“ Zwei Männer versperrten ihr den Weg und die Mädels machten Front. „Verschwindet ihr Affen“, sage Emily. „Oder ihr könnt im Krankenhaus Runden drehen.“ Der Schlagstock pfiff durch die Luft. Die Männer wichen zurück, die Drohung wirkte.

Emilys Zorn kannte keine Grenzen, die Schleusen des Hasses öffneten sich. Emily war dazu in der Lage, die Flut aus Emotionen in die richtige Bahn zu lenken. Aber sie würden Kevin überrollen, das stand fest.

Ein Gespenst schwebte auf Emily zu. Sie erkannte Kevin, um dessen Augen dunkle Ränder lagen. Er wankte, die beiden Männer mussten ihn stützen. Als er Emilys Gesichtsausdruck sah, begann er zu zittern. „Ich …, es tut mir so leid!“, stammelte er. „Vero …, ich habe sie doch geliebt!“

Emily musterte die traurige Gestalt, dieses armselige Zerrbild eines Menschen. „Liebe? Du?“ Sie spuckte ihm ins Gesicht. „Du hast sie auf dem Gewissen! Deine Eifersucht, dein krankes Ego! Dafür zahlst du hier und jetzt!“ Einer der Männer griff nach ihr und wollte sie zur Seite drängen. Der Schlagstock traf und knackend brach sein Unterarm.

Emily kickte den Schreienden zu Boden. „Ruf wer die Polizei, die ist ja nicht normal!“, hörte sie und war mit einem Schritt bei dem Sprecher. „Normal?“, fauchte sie und riss das Knie nach oben. „Nein, normal ist wirklich anders. „Der da, hat meine beste Freundin umgebracht!“

Kevin nutzte den Moment und lief los. Hinter ihm schrien Menschen. Und ein Rachedämon folgte ihm. Auf der Straße holte Emily Kevin ein. „Time to play“, sagte sie. Kevin sah die Tritte nicht kommen, sie explodierten an Unterleib und Kinn. Wie vom Blitz gefällt ging er zu Boden und krümmte sich vor Schmerz.

Emily lächelte, ein gezielter Schlag zur Kehle und alles wäre aus. Ein plötzlicher Windstoß trieb ihr Sand in die Augen. Sie blinzelte und glaubte für einen Moment ihre tote Freundin zu sehen. Die Erscheinung weinte und Emily ließ Kevin los. Sie wischte sich übers Gesicht. „Vero?“, murmelte sie. Aber niemand antwortete, das Bild war fort.

„Bi … bitte“, schluchzte Kevin, „lass mich doch. Ich habe …“ „Halt den Mund!“, fauchte Emily und brach ihm mit einem gezielten Schlag die Nase. Mitleidlos sah sie zu, wie das Blut zu Boden floss. „Geh mir aus dem Augen du Stück Dreck“, sagte sie. „Aber wage es zur Beerdigung zu kommen und du bist tot!“

Emilys Freundin zitterte am ganzen Leib und war doch mächtig stolz auf sie. Emily war es nicht. Aber Rache ist manchmal der einzige Weg. Kevin blieb der Beerdigung fern. Er lag mit einem Nervenzusammenbruch im Krankenhaus. Sagte er. Die Wahrheit hat viele Gesichter.

Grün war die Hoffnung – Teil 2: Die Antideutschen

Als ich im Januar meinen Beitrag „Grün war die Hoffnung“ schrieb, hatte ich wenig Hoffnung auf Verständnis zu stoßen. Immerhin hat es die Partei der GRÜNEN nicht ins saarländische Parlament geschafft, ein kleiner Denkzettel, der die Bundesspitze nicht umdenken ließ. Das Ergebnis in NRW war daher so desaströs, wie grüne Schul- und Bildungspolitik.

Keine Hoffnung

Warum wenig Hoffnung, wo ist meine sonst so positive Grundeinstellung? Wer meine Beiträge über die fehlende deutsche (europäische) Identität und die Manipulation der Massen gelesen und auch verstanden hat, der wird sich ein ungefähres Bild darüber machen können, wie sehr die kognitive Mentalvergiftung in Deutschland bereits Früchte getragen hat.

Einen knappen Monat nach meinem damaligen Beitrag, hat auch der in Syrien geborene Professor Bassam Tibi einen Artikel in der Basler Zeitung verfasst, den er „Die Feinde Europas nennt.“ Auch der Untertitel ist bemerkenswert und sollte jedem Interessierten zu denken geben. „Linksgrüne arbeiten mit den Islamisten zusammen – über den Anschlag auf die europäische Identität.

Dazu sollte jeder wissen, dass Professor Tibi früher selbst ein Linker war und sich heute einen „liberalen muslimischen Migranten“ nennt, „der ein Wahleuropäer geworden ist.“ Professor Tibi und andere warnen seit Jahren vor der schleichenden Islamisierung Europas und dass wir auf dem Weg zu „Eurabien“ sind.

Auf die Bilder, was das für Europas aufgeklärte, aber mittlerweile dekadent gewordene Gesellschaft bedeutet, werde ich an dieser Stelle verzichten. Es geht auch weniger darum (neue und alte) Feindbilder zu schaffen, dieses Thema habe ich bereits behandelt. Vielmehr geht es darum, wie und vor allem warum sich die EuropäerInnen einer (pseudo)linken Ideologie entgegen stellen müssen, wenn sie nicht ihr Opfer werden sollen.

Dazu gehört auch die (linke) Schleppermafia zu stoppen, die immer noch Wirtschaftsflüchtlinge übers Mittelmeer bringt. Diese NGO-Schiffe kreuzen vor der libyschen Küste und bringen Migranten übers Mittelmeer. Angeblich aus humanitären Gründen. Ob das die ganze Wahrheit ist? Immerhin ist die italienische Regierung nun scheinbar aufmerksam geworden und will Polizisten an Bord dieser Schiffe schicken. KLICK MICH

Feindbilder

„Feind ist derjenige und jeder, von dem eine wesentliche Bedrohung des Daseins des Volkes und seiner Einzelnen ausgeht. Der Feind  kann in der innersten Wurzel des Daseins eines Volkes sich festgesetzt haben und dessen eigenem Wesen sich entgegenstellen und zuwider handeln.“

Dieses Zitat aus Martin Heideggers „Sein und Wahrheit“ macht noch immer Sinn. Zwar ist es aus dem Zusammenhang gerissen und soll lediglich zu einem gewaltigen Diskurs über Europas Kultur und Werte aufrufen, die so lange von den GRÜNEN verachtet und abgelehnt worden sind, aber es erschien mir durchaus passend.

GRÜNE PolitikerInnen missbrauchen muslimische „Flüchtlinge“ als Ersatzproletariat und hofieren sie in einer Art und Weise, die man nur als selbstzerstörerisch bezeichnen kann. Professor Tibi glaubt die Ursache zu kennen, die er Kapitalismus (eigentlich Neoliberalismus) nennt.

Antikapitalismus muss also unbedingt auch antieuropäisch sein und schon darf der Schwarze Block (Antifa) „Deutschland verrecke!“ skandieren? Ich habe eine andere Meinung, die ich bereits erörtert habe und wie man Staat, Parteien und PolitikerInnen sehen kann.

Dass die GRÜNEN selbst ein Teil der Eliten geworden sind, die sich mit aller Gewalt an Macht und Ämter klammern, haben sie mittlerweile zur Genüge bewiesen. Aber bekanntlich lebten schon die Sozialisten in der DDR in Saus und Braus und haben das gemeine Volk „geknechtet.“

Der Bürger auf der Metaebene

Nun sind Philosophie und Politikwissenschaft eine durchaus spannende Sache, mit ihrem Verständnis ist es aber bei der Masse oft nicht besonders weit her. Daher beschränke ich mich auf das Wesentliche und kritisiere eben jene, die für alle greifbar und daher auch kritisierbar sind, die Mitglieder politischer Parteien.

War es nicht Max Horkheimer der sagte, dass wir die westlich-europäische Welt als Insel der Freiheit in einem Ozean der Gewaltherrschaft verteidigen sollen? Und zwar nicht nur gegen den Faschismus Hitler’scher Prägung, sondern auch gegen den linken Totalitarismus Stalin’scher und Lenin’scher Provenienz.

Die Linken / GRÜNEN machen das genaue Gegenteil. Sie, die auch den Islamismus hofieren, verurteilen und verfolgen jeden als „Rassisten“ und „Islamophoben“, der sich ihrer Meinung widersetzt. Dass sie sich dabei faschistischer Mittel bedienen, bleibt für sie selbst unsichtbar.

Das ist ein Grund, warum ich so vehement gegen diese Partei schreibe, deren überzeugte Wählerin ich viele Jahre war. Was viele nicht auf der Rechnung haben und was der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad in aller Deutlichkeit anspricht, ist die erschreckende Ähnlichkeit von Faschismus und Islamismus, die ich an dieser Stelle nicht vertiefen will.

Selbstaufgabe

Die Europäer haben sich offenbar bereits aufgegeben. Das Meinungsmanagement der Eliten trägt Früchte. Oder hat es doch einen anderen Grund? Theodor W. Adorno bringt es mit folgenden Worten auf den Punkt, die zwar im ersten Moment sperrig wirken, aber eine tiefe Wahrheit in sich tragen:

„Jedenfalls will es mir dünken, als ob der Menschentypus, der heute auf die Welt kommt, vorweg schon zu einem außerordentlich weitem Maß in die verwaltete Welt hinein passt. Dass er gleichsam in sie hinein geboren wird. Starr sind diese Menschen, weil sie eigentlich keine Spontanität mehr haben. Weil sie eigentlich gar nicht mehr ganz leben, sondern weil sie selber sich bereits als die Dinge, als die Automaten erfahren, als die sie in der Welt verwendet werden.“  

Verwendet als Zahlmeister, Schlachtvieh, das Professor Mausfeld auch „Lämmer“ nannte. Statt den Diskurs zu suchen, wird lieber nach dem dritten Bier gegen alles und jeden gehetzt. Egal, ob es „der Flüchtling“ oder „der Fußballverein“ ist. Hauptsache man(n) bringt seinen Ärger auf den Punkt.

Dass der Bürger damit den Eliten in die Hände spielt, die ihn munter ausbeuten und für dumm verkaufen, übersieht er geflissentlich. Solange „mein Haus, mein Boot, mein was auch immer“ zugegen ist, wird auch bei offenen Grenzen gern weg geschaut. Welchen Preis wir alle dafür zahlen, werden wir in einigen Jahren sehen.

Über die Freiheit

„Teile und herrsche“, das alte Prinzip trägt noch immer Früchte, wenn der Klassenfeind ein böser „Marsmensch“ ist, den man im blinden Hass mundtot machen will. Der GRÜNE ist nicht die eigentliche Gefahr, die besteht in Passivität und Schweigen der Masse. Das hat schon 1933 die NSDAP an die Macht gebracht.

Aus einem Artikel aus dem Jahr 1946, den ich im Archiv der ZEIT gefunden habe, möchte ich folgende Sätze übernehmen, die mir passend für den momentanen Zustand Deutschlands erscheinen:

„Ein Volk, das seine Freiheit verspielt hat und so entsetzlich dafür hat büßen müssen wie das deutsche, ist gerade dadurch besonders berufen, in Zukunft die Freiheit höher zu achten als alle andern irdischen Güter. Dieses Feuer in den Herzen unserer Jugend zu wecken ist die einzige Möglichkeit, die wir haben, um unsere Schuld an ihnen ein weniges wieder gutzumachen. Es wird die Freiheit heute in manchen Teilen der Welt bedrängt, um so getreuer wollen wir ihr dienen, ihr Panier sichtbar vor aller Welt aufpflanzen und verteidigen für unsere Jugend und mit unserer Jugend, die die Zukunft Deutschlands ist.“

Professor Tibi war ein Schüler Adornos und Horkheimers. Er, der im Geist der Freiheit ausgebildet worden ist, wirkt im Schlusssatz seines Beitrages resigniert. Wörtlich schreibt er: „Kann Europa die Linksgrüne Selbstverleugnung als herrschendes Narrativ überleben? Ich habe keine Antwort auf diese Frage, aber die Hoffnung, dass ich die Islamisierung Europas nicht mehr erlebe.“

Im Gegensatz zu dem aktuell 72 Jahre alten Professor, bin ich deutlich hoffnungsvoller als er. Wir brauchen keine pseudolinke Ideologie oder einen dumpfen Konservativismus, keine begrenzte Sicht der Dinge. Weltoffenheit, liebe GRÜNEN, hat wenig mit offenen Grenzen zu tun. Ich habe die Hoffnung, dass mehr Menschen das so sehen.

 

 

Lichter der Großstadt – Teil 8: Life in the USA

Schon mehrfach hat man (Frau) mir die Frage gestellt, wie es sich in den USA so lebe, ob sich „die Amis“ wirklich nur für Sport und Lokalklatsch interessieren. Außerdem gab es die Frage, was ich denn bitteschön so den ganzen Tag über mache.

Natürlich kann und will ich diese Fragen gern beantworten und habe aktuell (10. Mai 2017) in die Zeitung geschaut. Die Los Angeles Times hat die Schlagzeile „Trump urged Comey to go after Clinton — and then fired him for it.“ Gemeint ist damit die Entlassung des FBI-Direktors James B. Comey, die völlig überraschend kam.

„Why we took a stand on Trump“, lautet die nächste Schlagzeile, die unter der Rubrik „Editorial Series“ zu finden ist. Erst 14 mehr oder weniger lokale Meldungen später, eine lautet immerhin „Turkey: U.S. decision to provide arms to Syrian Kurds is ‚unacceptable‚“, und steht unter der Überschrift „World“, gibt es eine Eishockey News.

Scrollt Frau weiter nach unten, stehen dort Entertainment und Klatsch, sowie weitere „Local California“ Meldungen. Wer gut aufgepasst hat und den deutschen Medienwald kennt, wird sofort Unterschiede entdecken, die ich mit der FAZ abbilden will.

10. Mai 2017, Meldung 1: „Entlassung des FBI-Chefs Warum Trumps Manöver an Watergate erinnert.“ Daneben Meldung 2: „Entlassung von FBI-Chef Comey Kam er Trump zu nahe?“ Nun frage ich mich (nicht!) ernsthaft, warum eine deutsche Zeitung als Schlagzeile über die USA berichtet, wenn es genug Probleme im eigenen Land gibt.

Immerhin ist der FAZ das Geständnis des „Bochumer Vergewaltigers“ einen kleinen Artikel wert. Der FOCUS hatte darüber schon längst als „Eilmeldung“ berichtet. Deutsche Politik sucht man bei der FAZ vergebens, sieht man von Videos mit Ursula von der Leyen und Patrick Lindner ab.

Während sich also die Los Angeles Times auffällig mit Innenpolitik beschäftigt, die Welt quasi ausblendet, stellt sich mir die Frage, ob die FAZ deshalb nichts schreibt, da es keine Meldungen aus Deutschland gibt, oder ob deutsche JournalistInnen wirklich nur, wie ich schon berichtet habe, am Tropf der großen Nachrichtenagenturen hängen und Meldungen über Herrn Trump wichtiger sind, als deutsche Innenpolitik.

Was mich zu meinem Innenleben bringt, das natürlich aus geldprotziger Dekadenz und Dauerparty besteht. Wirklich? Aktuell schaffe ich den Balanceakt, deutsch-japanische Firmeninteressen aus Los Angeles zu betreuen, mich um die Geschäfte meines Vaters zu kümmern, eine mögliche Kooperation mit einer kleinen Tuning Werkstatt im Großraum Los Angeles anzuleiern und Karate zu trainieren.

Lustig ist anders, die Zeitverschiebung kann ziemlich nervig sein. Der Verkehr in Los Angeles ebenfalls und auch die Gespräche mit dem Inhaber der Werkstatt, auf dessen Diskretion ich bauen muss. Offiziell darf ich in den USA nicht arbeiten. Daher werden wir uns die Greencard besorgen. Hilfe wird es dabei von Onkel Jiro geben. Und vermutlich (bestimmt), werden wir sie noch im Sommer bekommen. Dann aber in Deutschland, bevor es nach Japan geht.

Hilfreich zur Genehmigung der Greencard wird sein, dass die Stuttgarter Tuningschmiede quasi nach Kalifornien expandiert. Wolf wird in den nächsten Tagen hier erwartet. Wenn alles klappt, wovon ich ausgehen kann, habe ich bald wieder einen offiziellen (Neben)Job und darf getunte Autos testen. Ich hätte da schon die eine oder andere Idee.

Privat, das möchte ich noch kurz erwähnen, ist alles in Ordnung bei uns. Yuki war die eigentliche Auslöserin unseres Greencard Experiments. Ihr gefällt es gut in Los Angeles, auch wenn das Leben etwas teurer ist.

Nun habe ich natürlich meinen eigenen Kopf, der aber zunehmend weltbürgerlicher wird. Eigentlich, da bin ich ehrlich, war ich das immer schon und habe mich nie exklusiv als „nur“ Deutsche oder „nur“ Japanerin gesehen. Und doch liebe ich beide Länder.

Hinzu kommt die Offenheit der Menschen in Los Angeles, die zwar oft nur gespielt und oberflächlich ist, aber auch positive Seiten hat. Wo sonst trifft man mal eben so nebenbei Filmstars und Sternchen, die auch noch einige Worte im Golds Gym mit dir wechseln.

Ja, wir haben den legendären Fitness Tempel besucht und versuchen uns in etwas mehr Gewichtstraining. Aber Arnold (Schwarzenegger) haben wir noch nicht gesehen. Wenn der trainiert schlafen wir vermutlich noch. (Super)Ellen wäre mir ohnehin lieber.