Fitness mit Nandalya – Workout für mehr Lust

Wir haben es doch schon immer gewusst: trainierte Frauen haben mehr Lust. Lust Kinder zu kriegen, Lust zu kochen, Lust dem Ehemann Lust zu bereiten … STOP! Das ist irgendwie so gar nicht lustig. Ich fange noch mal an.

Frauen in diesen Tagen haben keine Lust. Das mag am Wetter und am Hüftgold liegen. Vielleicht auch an der Psyche. Dagegen hilft Sonne, oder blaues Licht. Oder ein Workout für mehr Lust. Natürlich geleitet von der Diplom Lustologin Frau Dr. libido Landar. Das Lustradio (LR) hat ein Interview mit der Sexpertin geführt.

LR: „Guten Tag Frau Dr. Landar. Wie kommt eine junge Frau wie Sie eigentlich zum Sex?“
Ich werfe dem Fragesteller einen bösen Blick zu und er schrumpft um einige Zentimeter.
LR: „Also … äh … ich meine wie sind sie zur Sexologin geworden? Und bitte erzählen Sie doch etwas über die von ihnen entwickelte Sex-Technik.“
Das klingt schon viel besser und schmeichelt meinem Ego.
Ich spreize die Finger und mache eine wichtige Mi(e)ne, die leider sofort explodiert.
„Ich bin durch andauernde Lustlosigkeit vor einigen Jahren auf die Sextinische Kapelle gestoßen. Dort gibt es die sogenannten Sextantinnen. Das sind keine Nonnen, aber durchaus geheiligte Frauen, die sich über alles lustig machen.“
„Aber Frau Dr. Landar“, wirft der Interviewer ein. „Verwechseln sie da nicht Lust mit lustig?“
Ich schaue den Fragesteller belustigt an. Der Kerl hat von nix eine Ahnung, aber davon viel.
„Wichtig für mehr weibliche Lust ist ein gesunder Beckenboden“, fahre ich ungerührt fort. „Der sollte täglich gewienert werden. Sozusagen immer gut bescheuert sein. Ein Besuch in der von mir gegründeten Lustbude hilft da sehr! Frau wird dort von meinen Sexpertinnen auf ihre täglich zu erbringende Lustigkeit vorbereitet. Natürlich bevorzugt auf den Knien.“

Der Reporter wird rot und dann leichenblass.
Habe ich etwas falsches gesagt?
„Und … und es dürfen nur Frauen in dieser … Lustbude sein?“, stammelt er und greift sich an den vermutlich zu eng gewordenen Kragen.
„Na meinen Sie Männer seien dort willkommen?“, fauche ich ihn an. „Es geht hier um lustgeplagte Frauen.“
LR: „Ja, Entschuldigung, Frau Dr. Landar. Vielleicht wollen Sie näher auf ihren Kurs eingehen?“
Ich nicke und bin schon wieder halb versöhnt.
„Meist fangen wir mit einer Aufwärmübung an“, sage ich. „Frau wird geneigt. Also vornüber gebeugt. Das fördert ihre Launenhaftigkeit. Nach einer Weile hat sie dann so richtig Bock.“
Ich mache eine kurze Pause.
Warum steht dem Reporter nun der Schweiß auf der Stirn? Ein komischer Kerl ist das.

„Wir belassen Frau etwa eine halbe Stunde in dieser Stellung. Danach wird diese in Wohlgefallen aufgelöst. Dann folgen zwei, oder auch drei Sätze Begierde. Frau steht dabei möglichst nah an einem umgebauten Herd, der ihr das Verlangen auf die roten Wangen treibt. Um ihre Lust weiter zu fördern gibt es anschließend eine kurze Pause, in der sie eiskalt duschen muss. Dabei wird sie allein gelassen. Wie von ihrem Mann. Glauben Sie mir, die Mädels stehen voll darauf!“
Der Reporter schluckt. Es geht ihm sichtlich schlecht.
Ist der Mann etwa krank?

„Es folgt dann wieder eine halbe Stunde aktive Geneigtheit. Frau muss sich launig ihren Gelüsten hingeben. Glückstaler-Schokolade liegt ständig bereit, denn ohne Glück bückt Frau sich nicht.“
Der Typ kapiert aber auch gar nix, wie seine nächste Frage beweist.
LR: „Und das ist dann wirklich schon das ganze … äh … Rezept zur Lust?“
„Nee“, erwidere ich. „Die so belustigte Frau wird nun auf den Partner losgelassen, um ihr ins Unermessliche gestiegenes Verlangen nach Ruhe zu stillen.“
Der Reporter starrt mich entgeistert an. Endlich hat er verstanden.
„Ich glaube sie haben sich lustig gemacht“, murmelt er.“
„Es war mir ein Bedürfnis“, erwidere ich sanft.
Dann gehe ich belustigt nach Hause. Natürlich auf dem Weg zur Lust.

Meine Frau, das (un)bekannte Wesen

Ingar Bergmans Film „Szenen einer Ehe“ ist ein Klassiker. Für mich sind solche Filme stets interessant, gewähren sie mir doch zumindest filmisch Einblick in eine Welt, die ich nicht kenne und nur schwer verstehe. Auf der Fahrt zur Uni fiel mir der Titel ein, als wir ein heftig streitendes Paar am Straßenrand bemerkten. Spontan habe ich mit meiner Frau ein Interview geführt. Da sie heute den Toyota fährt, hatte sie keine Chance und ich konnte in Ruhe tippen.

„Sag, bist du eigentlich glücklich?“
Yukis sanfter Blick ließ mein Herz schneller schlagen.
„Du bist doof,“ sagte sie und schaltete in den nächsten Gang.
„Ich weiß,“ erwiderte ich mit breitem Grinsen. „Jetzt sag halt, bist du glücklich? Und warum? Ich will meinen Lesern doch …“
„Morgen erstelle ich meinen eigenen Blog,“ kündigte Yuki an, ohne auf meine Frage einzugehen.
„Wieso das denn jetzt?“
„Na da blamiere ich dich dann und verrate allen, dass du nicht kochen kannst.“
„Hey, wohl kann ich kochen!“
„Ach ja? Und warum muss ich dir dann immer helfen?“
„Weil du das gern machst?“
Yuki schwieg, konnte aber ihr elfenhaftes Lachen nicht verbergen.
„Ich wollte dich doch interviewen,“ begann ich erneut.
Yuki verdrehte die Augen.
„Schreib doch einfach die Wahrheit,“ sagte sie. „Du weißt doch wie ich denke und fühle.“
„Ja, aber das macht keinen Spaß! Ich mag deine Worte hören. Bitte!“
„Ich liebe dich,“ sagte Yuki. „Schreib das doch.“
„Du bist doof,“ sagt ich und klappte den Laptop zu. „Ich rede jetzt nicht mehr mit dir.“
„Wie lange willst du das aushalten?“
„Mindestens … ach menno!“
Yuki warf mir einen Kuss zu. „Was kochen wir heute?“
„Du meinst was ich koche!“
„Seit wann kannst du kochen?“
„Ich koche gleich vor Wut!“

In diesem Stil ging es die ganze Fahrt weiter. Außenstehende wittern nun vielleicht die erste Ehekrise. Für uns ist das lediglich ein Spiel. Es gibt kein Thema über das wir nicht reden können. Und manchmal schweigen wir auch und schauen uns nur an. Diese kleinen Wortgefechte mögen für Viele nun befremdlich wirken. Aber sie sind ein wichtiger Teil unseres Lebens. Ebenso wie das gemeinsame Kochen, Sport, oder ein Spaziergang in der Natur. Aber bei aller Nähe haben wir doch jede ihren eigenen Kopf. Und gegen Yukis sanfte Argumente gewinne ich längst nicht immer. Und das ist auch gut so.

An der Uni angekommen standen uns die Tränen in den Augen vor Lachen. Ich schnappte nach Luft und griff nach Yukis Hand.
„Ich bin glücklich,“ sagte ich bevor wir zur Vorlesung gingen. „Was würde ich nur ohne dich machen?“
„Verhungern!“

Ist dieses (un)bekannte Wesen nicht allerliebst? 😀