Kein schöner Land in dieser Zeit

Deutschland im September 2017. Kein schöner Land in dieser Zeit. Wir sind zurück aus Frankfurt, die IAA (Internationale Automobilausstellung) ist für uns Geschichte. Kurz habe ich darüber nachgedacht einen Bericht über diese bunte Glitzerwelt zu schreiben, aber der Besuch ist nur in Teilbereichen interessant.

Wolf, der Chefingenieur von Yukis Vater, hat uns begleitet. Durch seine Kontakte haben wir eine ganz andere IAA gesehen. Außerdem hat er uns einen Audi TT mitgebracht, der 370 Z ist schon in den USA. Wie immer mahnt er „Mach ihn nicht kaputt!“, was prompt meinen Mittelfinger zur Folge hat. Wann habe ich jemals einen Motor zerstört!

Während Audi gern mit dem Slogan „Vorsprung durch Technik wirbt“, versucht sich auch die Politik mit tollen Sprüchen. Alle wollen es besser machen, jede Partei hat ein eigenes Konzept. Davon zu halten ist wenig. Die meisten sind am Folgetag der Wahl vergessen.

Hand aufs Herz liebe LeserInnen, wer kennt alle Wahlprogramme? Wer hat sich die Mühe gemacht und sie miteinander verglichen? Wie wählen Deutsche überhaupt? Spielt Sympathie die entscheidende Rolle oder nur der reine Protest?

Auch ich habe mir meine Gedanken gemacht. Wen soll ich wählen und warum? Zum Glück kann Frau die Wahlprogramme lesen, aber um jeden Satz zu verstehen müsste man Juristin sein. Ich habe es trotzdem getan und werde zu SPD und CDU eigene Beiträge bringen. Mehr geht nicht, mir fehlt die Zeit.

Glücklicherweise gibt es Kurzversionen, die ich auch benutzen kann. Ähnlichkeiten in der Wortwahl und bei gewissen Themen lassen sich bei der SPD und den GRÜNEN finden. SPD und CDU haben die Polizei im Visier, bei der sie 15.000 neue Stellen schaffen wollen.

Das verwundert wenig, die CDU gibt sich unter Merkel linker als die SPD. Die Ein-Mann-Partei FDP scheint noch im Selbstfindungsprozess zu stecken. Wirkliche Akzente setzt sie kaum. Einiges wirkt wie „schon mal gesehen“ und findet sich in ähnlicher Form auch beim Rest der Blockparteien wieder.

Die AfD hat ihre Hausaufgaben gemacht und auf 74 Seiten 16.000 Worte untergebracht. Damit bleibt die junge Partei deutlich hinter den Etablierten zurück, die ihre Absichtserklärungen wesentlich ausführlicher präsentieren. Was davon zu halten ist wird man bald sehen.

Die LINKEN als Gesamtpaket bleiben mir suspekt, auch wenn ich Sahra Wagenknecht für kompetent und sympathisch halte. Ihr Wahlprogramm ist in Teilen absurd. Wer die Geheimdienste abschaffen will, öffnet Spionen Tür und Tor. Auch aus Russland, das müssen die WählerInnen wissen.

Was ich (noch) von den GRÜNEN halte, habe ich bereits mehrfach geschrieben. Ich hoffe wirklich, dass sie eine herbe Schlappe erleiden, die dann endlich personelle Konsequenzen hat. Was auch für die SPD gilt. Gabriel, Schulz & Co. haben fertig. Neue Sozis braucht das Land.

Dass die CDU/CSU die Wahl gewinnt, sollte niemand wirklich wundern. Gäbe es keine Angela Merkel, ich hätte weniger Probleme damit. Aber diese Frau ist die eigentliche Gefahr für Deutschland. Daher braucht es eine starke Opposition, die „Mutti“ auf die Finger schaut.

Auch wenn ich keine Hellseherin bin, die Fortsetzung der GroKo scheint unausweichlich zu sein. Aber Rot-Rot-GRÜN wäre die noch schlimmere Alternative. Was bleibt ist Schwarz-GRÜN oder Schwarz-Gelb. Vielleicht auch ein neues Dreigestirn.

Ein Trio in meinem Bett sorgt für Heiterkeit, Yuki hat meine Nichten als Verstärkung geholt. Die Mädchen jauchzen, wenn „Tante Yumi“ wach gekitzelt wird. Nur halb bei Verstand ist meine Cousine. Eine schwere Depression hat sie im Griff. Ob das auch für Deutschland gilt?

Der Zusammenbruch kam durch den Seitensprung ihres Mannes, schon in Japan haben wir uns um die Mädchen gekümmert. Was keine wusste, die Ehe kriselte vorher schon. Nun hat sich der Betrug offenbart. Ihr Mann hat ein Verhältnis mit seiner Sekretärin, die (s)ein Kind erwartet.

Auch in Deutschland kriselt es seit Jahren. Hier geht man mit unheilvollen Ideen schwanger. Kommt der Austausch der Bevölkerung? So zumindest tönt es von den Dächern. Die Menschen haben Angst, die Politik hat einmal mehr versagt.

Niemand stoppt mich, wenn meiner Familie Unrecht geschieht. In Japan fange ich den Seitenspringer nach der Arbeit ab und nur seine schwangere Freundin verhindert einen Eklat. Wie ein begossener Pudel steht er da, als ich ihm lautstark einige weniger nette Worte sage.

Lautstark sollten alle mündigen BürgerInnen gegen die Halbwahrheiten der Blockparteien protestieren. Gegen gesteuerte Berichterstattung der durch die Zwangsabgabe finanzierten Medien. Oder hat Deutschland wirklich schon den Herbst der Existenz erreicht und bereitet sich nun auf sein Ende vor?

Die Geliebte des Seitenspringers schämt sich, Arbeitskollegen schauen konsterniert. Der Auftritt ist Absicht. Ich weiß genau, wie Mann sein Gesicht verliert. Meiner Cousine hilft das wenig, aber ihr Mann muss sie finanziell unterstützen. Außerdem ist sein Ruf nun ruiniert.

Meiner ist natürlich ungebrochen, alle Kinder lieben mich. Aber kann man zwei kleine Mädchen so einfach von ihrem Vater trennen? Die Antwort ist einfach. Ich habe „Du willst keinen Ärger mit mir!“ zu ihm gesagt. Das hat er verstanden.

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Eine Liebe in Fukuoka

Was macht(e) Frau in Japan, werden sich einige LeserInnen fragen. Fröne ich dem Nichtstun oder ist Arbeit angesagt? Wie schon erwähnt, habe ich meinem Vater assistiert und einige vielversprechende Karate-Talente gesehen.

Auch mein eigenes Training habe ich forciert und hilfreiche Kommentare meines Vaters bekommen. Cousin Ken, der mittlerweile den 2. Dan im Kyokushin Kaikan hält, will es (spaßeshalber) wissen und fordert mich zum Kumite auf. Mit Zustimmung seines Sensei, der darüber auf seine Art lacht.

Ken hat wirklich geübt und ist viel schneller als noch vor einem Jahr. Genau so schnell liegt er wieder auf den Hosenboden. Alle lachen und er gleich mit. „Du bist so gemein, Cousinchen!“, lässt er mich wissen und verbeugt sich vor mir. Wer mir zu nahe kommt, der (f)liegt.

Noch während des Trainings ist mir ein Europäer aufgefallen, den ich sofort als Deutschen erkenne. Ich spreche ihn an und wirklich kommt Peter aus Magdeburg. Vor einem Jahr ist er nach Japan ausgewandert.

„Es war im Urlaub vor zwei Jahren“, verrät er schmunzelnd, „als ich die Frau meines Lebens traf.“ Er stellt sie uns vor, sie holt ihn nach dem Training ab. Momoka ist 45 und Peter 53 Jahre alt. Aber beide sehen viel jünger aus.

Spontan laden sie uns zu sich nach Hause ein. Dass Yuki und ich ein Paar sind, wird von beiden lächelnd zur Kenntnis genommen. Ken muss leider gehen, sein Freund wartet zu Hause. „Morgen gibt’s Revanche, Cousinchen!“, ruft er mir zum Abschied zu und reibt sich demonstrativ den Hintern.

Momoka arbeitet als Tourguide und hat auf diese Weise Peter getroffen. Sie lächelt sehr japanisch, als ich sie frage „War es Liebe auf den ersten Blick?“ Für Peter war das so, Momoka brauchte deutlich länger, um diesen durchaus interessanten Gaijin in ihr Leben zu lassen.

Wer der Chef im Hause ist weiß ich sofort. Peter ist lammfromm neben seiner Ehefrau. Und das sehr gern, obwohl der Mann sich durchsetzen kann. „Ich war mehr als 30 Jahre Polizist“, erzählt er uns. „Aber in Deutschland ist das ein Kampf gegen die Politik.

Ich habe gekündigt und unterrichte in Japan Deutsch und Englisch. Mein Haus in Deutschland habe ich gut vermietet, das Geld reicht also locker. Und Momoka verdient auch sehr gut.“

Wie gut zeigen die beiden uns, als wir ihr Haus betreten. Peter hat es gekauft und ist mittlerweile auch Familienvater. „Bin ich schon länger“, sagt er und grinst, als er uns Bilder seiner beiden erwachsenen Kinder zeigt. „Meine Frau hat sich scheiden lassen, da ich nie zu Hause war. Aber so ist das nun mal so als Polizist.“

Auch Momoka, die mit ihren 1 Meter 59 noch kleiner ist als ich, war schon verheiratet. „Ich habe mich mit 18 Jahren verliebt und ein Jahr später waren wir verheiratet“, erzählt sie uns. „Als ich keine Kinder bekam, hat er mich wieder verlassen.“ Ein Schatten legt sich über ihr Gesicht.

Momoka war tief verletzt und hat lange Jahre keinen Mann mehr angeschaut. Bis Peter kam. „Er ist ein Barbar“, sagt sie und lacht, als es an der Tür klingelt und er kurz den Raum verlässt, „aber ich habe ihn mir gut erzogen!“

Diese für Japanerinnen eher ungewöhnliche Offenheit, ist auf ihren langjährigen Kontakt mit Ausländern zurückzuführen. „Ich war in Frankreich, Italien und den USA“, sagt sie. „Dort habe ich viel über andere Kulturen gelernt.“

Momoka spricht ein fast perfektes Englisch, wenn auch mit typisch japanischem Akzent. „Ich war überrascht, dass dieser Deutsche sich für mich interessierte“, gibt sie freimütig zu. „Wo bin ich denn interessant? Aber ich mag große Männer.“ Peter ist locker über 1 Meter 80.

Auch mit ihren 45 Jahren ist Momoka noch attraktiv. „Wunderbar kochen kann sie!“, schwärmt Peter, der mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm den Raum betritt. Hinter ihm geht eine Japanerin, die Momoka sehr ähnlich sieht. „Meine Schwester Riko“, erklärt uns Momoka. „Sie passt auf Hina auf, wenn wir beide arbeiten.“

Hina ist vier Jahre alt und adoptiert. Die Kleine ist zuckersüß und verbeugt sich artig vor uns Gästen. „Ich habe Peter vor die Wahl gestellt entweder ein Kind mit mir zu haben, oder wieder abzureisen“, sagt Momoka. Aber das ist japanischer Humor, den Europäer nur schwer verstehen.

In Wirklichkeit wollten sie beide einem kleinen Mädchen die Familie geben, die sie sonst vielleicht nie gefunden hätte. Hinas leibliche Mutter leidet unter schweren Panikattacken und kann sich nicht mehr um die Kleine kümmern. Ihren Vater kennt sie nicht.

Peter war Schieß- und Einsatztrainer bei der Polizei. „Karate und Jujutsu mache ich seit fast 40 Jahren. Nur ein Meister werde ich nie“, fügt er nach einer kurzen Pause hinzu. „Im Schießen bin ich viel besser.“ Liebevoll schaut er Momoka und Hina an. „Diese beiden sind meine Meisterinnen.“

Wie für viele Menschen, ist Karate für Peter nur Ausgleichssport. „Es hält mich fit“, sagt er. Uns wird die Ehre zuteil, die Kleine ins Bett zu bringen, das von allerlei Kuscheltieren bevölkert wird. Sie hat allen Namen gegeben, wie sie uns munter erzählt. Dann gähnt sie herzhaft und ist einfach eingeschlafen. Kleine Kinder können so einfach sein.

Momoka hat unsere Blicke gesehen. „Möchten Sie Kinder?“, fragt sie leise. Wir nicken beide und sie schmunzelt. „Einen Moment bitte“, sagt sie und schwebt aus dem Raum, um kurz darauf mit einem Zettel wiederzukommen. „Schauen Sie doch einmal in dieses Waisenhaus. Vielleicht werden Sie dort von einem Kind gefunden.“

Gefunden haben wir dann etwas anderes, worüber ich vielleicht im nächsten Beitrag schreibe. Wir sind wieder in Los Angeles, die USA haben uns wieder. Vorübergehend zumindest, der Flug nach Deutschland steht bereits fest. 

Launige Lesben und lustige Besucher

Nach einigen Monaten Pause gibt es heute eine neue Folge der lesbisch-lustigen Suchbegriffe und meiner launigen Antworten. Der Großteil der Suchanfragen betraf erneut „Sex mit Japanerin“, was vom Niveau der Besucher zeugt.

Angeblich ist Deutschland „Weltmeister“ in Sachen Pornos online schauen. Ob ich mich auch „entblößen“ sollte? Pro Klick bekäme ich dann bestimmt 1.000 Euro! Ach, das wäre was! Einige der Suchbegriffe, hatte ich schon mehrfach behandelt. Andere waren so dämlich, dass sie keine Beachtung fanden.

1.-  lesbischsein erkennen / frau in frau verliebt anzeichen = Viele lesbische Frauen hatten vor ihrem Coming Out Beziehungen zu Männern. Wie weiß Frau also, dass sie einen Mann liebt? Ich kann diese Frage nicht beantworten. Aber ich weiß, dass Liebe kein Geschlecht kennt. Wenn es also im Bauch kribbelt, wenn Frau kaum noch an etwas anderes, als die „tolle Frau“ denken kann, so könnte das ein Anzeichen sein. Easy, isn‘t it.

2.-  beziehung mit einer japanerin = Kann DER Volltreffer, aber auch DER Albtraum für jeden Deutschen werden. Die kulturellen Unterschiede sind gewaltig und Japanerinnen auf keinen Fall die schüchternen Mäuschen, die Mann so gern sieht.

3. – wie dominiere ich als lesbe = Warum willst „du“ dominieren? Zwar gibt es auch bei lesbischen Paaren durchaus eine Rollenverteilung, aber nicht im klassischen Sinn. Es sei denn, dass „du“ eine devote, hörige Gespielin suchst. Die gibt es bestimmt. Ich kenne keine. Und wenn „du“ nicht dominant bist, im positiven Sinn, wirst „du“ es auch niemals werden.

4. – schnappatmer psyche = Der vermutlich beste Suchbegriff seit langer Zeit. Der „gemeine Schnappatmer“, ist eine vom Aussterben bedrohte Spezies, die durch eine abgehackte Sprache und ein rotes Köpfchen auffällt. Nicht zu verwechseln mit der ordinären Schnapsdrossel, die ist viel zu vergeistigt dafür.

5. – bi frau liebt hetero frau = Was vermutlich unglücklich endet. Heten können Freundin, aber nie Partnerin für queere Frauen sein. Sie umzudrehen funktioniert meist nur begrenzt und ist dann der Neugier von Frau geschuldet.

6. – scissoring mit hetero freundin – Ich könnte mich immer wieder wegwerfen vor Lachen, wenn ich das Wort „scissoring“ lese. Das sind reine Fantasien von Männern, die mit heterosexuellen Darstellerinnen Pornos für andere Männer drehen. Beide reiben sich dann vermutlich die feuchten Hände.

7. – lesbe sex mit mann = Klassiker Nr. 1! Meine klassische Antwort: Lesben haben keinen Sex mit Mann.

8. – www frauen befriedigen sich mit besenstiel.com = Klassiker 2! Klassisch ist auch die Seite www mann hat den besenstiel im Hintern. Unbedingt anschauen und ausprobieren. Vielleicht gibt es dann weniger dämliche Suchanfragen.

9. – frauen lieben lesben = Logisch. Alle Frauen lieben mich.

10. – wing chun dauer um es zu lernen = Mit einem guten und fairen Sifu (Meister), dem nicht nur am Geld gelegen ist, sehr viel Talent und genug Zeit, ist Wing Chun in 1 – 2 Jahren vollständig erlernbar. Ich spreche dabei von der reinen Technik. Ein wirklicher Sifu ist man dann noch nicht. Mit weniger Zeit, aber doch regelmäßigem Training gehe ich  von etwa 5  Jahren aus. Wer länger braucht ist vermutlich in der EWTO oder EVTF und wird dort finanziell abgezockt.

11. – was heißt auf japanisch wohin gehst du = Doko iku no / Doko ni iku no

12. – was mögen japanerinnen beim sex = Natürlich stehen sie auf Gewalt und Peitschenhiebe, die sie dem Mann ihrer Wahl angedeihen lassen.

13. – lesbische freundin mann = Das funktioniert vermutlich wenn Mann begreift, dass sie nicht in sein Beuteschema passt und Respekt für ihn kein Fremdwort ist. Mir ist bewusst, was die Frage auch bedeuten kann. Aber das wird in einem anderen Punkt behandelt.

14. – stehen lesben auf high heels? = Ja, aber ziemlich wackelig.

15. – erotik unter frauen erfüllender = Über auch. Ja.

16. – opfer spottdrossel = Ach „du“ warst das?

17. – deutsche lesben von mann bekehrt = Träumt weiter.

18. – wer steuert die antifa = Jeder, der diese Linksfaschisten bezahlt. Zur Zeit sind das überwiegend die „linken“ Parteien. Wer die Antifa als harmlos bezeichnet, hat noch immer nicht begriffen, was das Ziel dieser Chaoten ist. Aber Deutschland bleibt auf dem linken Auge blind.

19. – ich hete in lesbe verliebt = Ich höre dieses verschämte „Ich bin zwar heterosexuell, aber habe schon mit einer Frau geschlafen“, immer wieder. Wenn „du“ eine Frau liebst, bist „du“ entweder bisexuell oder selbst lesbisch. Steh dazu und hör damit auf dir etwas vorzumachen.

20. – frauen lieben frauen was passiert = Etwas tolles, sie werden ein Paar!

Lichter der Großstadt – Teil 5: Jane got a Gun

Fun Fan (Fan)

Wang Yifan, die jeder nur Fan Fan nennt, ist ein kleiner Wirbelwind. Feng zuliebe hat sie Tai Chi gelernt und ist darin schon recht gut. Aber was für Feng Leidenschaft ist sieht bei ihr (nach)lässig aus. Wir treffen Fan Fan im zweiten Training und verstehen uns sofort.

Mein Talent mit (neuen) Menschen umzugehen, hat mir auch bei diesem Paar geholfen. Vielleicht lag es auch nur daran, dass wir alle Asiaten sind. Zwischen jungen Japanern und Chinesen gibt es kaum Vorurteile. Zumindest soweit es mich betrifft.

„Weißt du wie verrückt es ist, dass man in China verschiedene Sprachen spricht?“, sagt Fan Fan nach dem Training. Wir müssten uns schriftlich (Kanji) verständigen, wenn ich Feng nicht in Los Angeles sondern in Hongkong getroffen hätte und er kein Englisch könnte!“

Ich nicke. Auf diese Weise haben sich früher auch Japaner und Chinesen unterhalten. Und das machen sie heute noch. Zwar haben sich die Kanji in beiden Ländern verändert, aber dafür gibt es DolmetscherInnen. Und schon ist alles gut.

Heimat

Fan Fan stammt ursprünglich aus Hongkong und zieht Feng als „Beutechinesen“ auf. „Der kann nicht mal kantonesich!“, hat sie sich im Spaß empört. Ihr britischer Akzent ist lustig, den hat sie in Hongkong gelernt.

Wir erklären der staunenden Ally, was einzelne Zeichen im jeweils anderen Land bedeuten, was für Lachanfälle und Heiterkeit sorgt. „Asien“, sagt sie, „fand ich neben Deutschland schon immer interessant.“ „Okay“, sage ich, „wann fliegen wir?“

Spontan lade ich sie und Heather ein, uns im Sommer in Fukuoka zu besuchen, was für strahlende Gesichter sorgt. Nur das leidige Thema Geld verhindert ihren Plan für den Moment.

„Deutschland würde ich auch gern besuchen“, sagt Feng. „Berlin soll toll sein! Und dieses Hofbräuhaus in München!“ „Der mag Bier!“, empört sich Fan Fan, „dabei verträgt er absolut nichts!

Erzähl doch mal, wie ich dich nach Hause bringen musste, als du zu viel davon getrunken hast.“ Fengs ganzes Gesicht verwandelt sich in Lachen. Der Mann hat einen riesigen Humor. Und er liebt Fan Fan, das ist klar zu sehen.

„Vermisst ihr eure Heimat?“, will Fan Fan wissen und hält sich erschrocken die Hand vor den Mund. Ich habe verstanden. Die Frage ist, wo unsere Heimat ist. Ich schaue Yuki an und sie nickt zögernd. „Schon“, sagt sie. „Aber ich finde es auch toll in den USA zu sein.“

„Ich bin dort zu Hause, wo Yuki ist“, ist meine Antwort. „Vielleicht kommen wir permanent nach Amerika, vielleicht gehen wir zurück. Und Japan ist auch eine Option. Aber wirklich nur im Notfall. Ich bin zu sehr im Westen sozialisiert.“

Fan Fan und Feng nicken synchron. „Das geht uns beiden auch so“, sagt sie. „Außerdem leben in unserer Heimat zu viele Chinesen“, ergänzt Feng und grinst dabei. Humor der besonderen Art.

Wir sprechen über seine Sorgen, von seinen SchülerInnen leben kann er leider nicht. Es ist kein jammern, er erzählt es ganz gelassen. „In spätestens sechs Monaten ist der Laden dicht.“

Kanji vs. Hanzi

„Ich habe mal vor einer Weile versucht einen japanischen Text zu lesen“, erzählt uns Fan Fan. „Einige Hanzi konnte ich erkennen, aber diese anderen Symbole nicht. Wie ist das bei euch, könnt ihr chinesische Texte verstehen?“

„Wir nennen die Symbole Kanji“, erwidere ich. Die anderen Schriften sind Hiragana und Katakana. Auch wir verstehen nur einen Teil komplexer Texte. Das hat einen besonderen Grund.

Japan benutzt noch die Langzeichen und hat eine Reform gemacht, mit der die Volksrepublik China nicht einverstanden war. Die hat dann die Kurzzeichen eingeführt und wir dürfen nun raten. Das funktioniert zwar, aber dann gibt es wieder die unterschiedlichen Bedeutungen.“

Fan Fan schmunzelt und nickt, als Elfchen das Wort ergreift. „Wir könnten uns zwar Briefe schreiben und sinngemäß die meisten Formulierungen verstehen. Aber eben wirklich nur fast! Missverständnisse inklusive.“

Ich kenne einige der Unterschiede und male sie auf einen Block. Vor allem Feng lacht schallend, als ich das Kanji für Toilettenpapier schreibe, das in Japan Brief bedeutet. Prompt nenne ich ihn „Baka.“ Er kennt das Wort und lacht noch mehr.

The new Deal

Einige Tage vergehen, das Leben plätschert seicht. Die USA warten auf Trump und ich auf Merkels Fenstersturz. Aber während „El Presidente“ bald auftrumpfen darf, wird der Abgang Merkels noch dauern.

Ein kleines Highlight reißt uns aus der Routine von Firmenberatung und Übersetzungen. Allys Dad, der Oberstleutnant, hat eingeladen, die Base hat einen Tag der offenen Tür. Es ist Samstag, Ally und Heather sind dabei und unsere neuen Freunde Feng und Fan Fan.

Überall wimmelt es von Uniformen und Rangabzeichen, die ich bisher nur aus Filmen kannte. Stolz werden uns Ausrüstung und Fahrzeuge gezeigt. Die Sporthalle weckt mehr mein Interesse.

Eine blonde Frau, die mich locker um zwei Köpfe überragt, wirbelt einen jungen Mann über die Matte. Der arme Kerl versucht alles, aber ich erkenne eine Judoka. Feng darf gegen einen Sergeant antreten, der gut ist, aber keine Chance hat. Allys Dad schaut zu und nickt immer wieder anerkennend.

„Jetzt sehen Sie unser Problem“, sagt er zu Feng. „Es fehlt ein guter Trainer!“ Er überlegt kurz und spricht dann mit der Blonden, die er uns als Major Nancy Obermeier vorstellt. „Ja“, sagt sie und lacht, „ich habe deutsches Blut in mir. Leider kann ich nur wenige Worte sprechen.“

Zwei Soldaten  machen Sparring, was einfach nur fürchterlich schlecht aussieht. Nancy bemerkt meinen Blick und seufzt. „Können Sie Karate?“ „Etwas“, erwidere ich. Darf ich?“ Ich korrigiere den Stand der Männer und zeige, was falsch an ihrer Deckung ist.

Nancy nickt. „Sie sind eine Sensei, stimmts?“ „Ja“, sage ich. „Karate liegt mir im Blut.“ Wir sprechen über ihren und meinen Werdegang. Dann muss ich ihr die Unterschiede zwischen Aikido und der alten Form zeigen. „Wow!“, sagt sie. „Das habe ich nicht gewusst.“ Dafür weiß ich längst mehr. Die Frau ist eine Schwester.

„Grob gesagt wird der „Gegner“ im Aikido weich geführt“, erkläre ich. „Es gibt weit ausholende Bewegungen. Im Aikijujutsu ist die Bewegung kurz und hart, was im Ernstfall einen Gegner (für immer) ausschalten wird.“ Yuki und ich machen es vor und Elfchen darf nun auch mich zu Boden werfen. Sanft natürlich, was habt ihr denn nun gedacht!

Achtung Baby!

Später erfahren wir, dass Allys Dad Feng als Trainer anheuern will. Zwar gibt es noch einiges zu klären, aber der Deal ist per Handschlag schon perfekt. Feng wird die Soldaten einige Stunden pro Woche unterrichten. Das bringt Geld und hilft ihm weiter. „Super!“, freut er sich. „Jetzt kann mein kleiner Club weiter bestehen.“

Oberstleutnant John muss noch zu einem anderen Termin, aber Nancy führt uns weiter. Auf dem Schießstand angekommen leuchten Allys Augen auf. „Dad hat mich schon als Mädchen mitgenommen“, erzählt sie uns. „Ich habe sogar eine eigene Pistole.“

„Ob ich das bitte versuchen darf?“, meldet sich überraschend Fan Fan. „Was ist mit euch? Macht ihr mit?“ „Man soll Gegner genau studieren“, erwidere ich und muss an die Abwehrtechniken gegen Waffen denken. „Erklärt mir wer, was zu beachten ist?“

Sergeant Brenda, eine resolute Frau, der die Butch auf der Stirn geschrieben steht, erklärt uns die Regeln und weist uns ein. Mir verpasst sie eine Glock, die ich anerkennend trage. Nun habe ich eine Menge Talente, Schießen gehört (noch) nicht dazu.

Zwar knallt es toll, aber die Scheibe zeigt keine Löcher. Was habe ich falsch gemacht? Brenda kümmert sich mütterlich um mich und erklärt mir Kimme und Korn. „So halten und dann eine Linie bilden lassen, Druck am Abzug verstärken und PENG!“

Immerhin treffe ich im zweiten Durchgang die Scheibe. Ally macht mir vor, wie es wirklich geht. Und Fan Fan ist auch besser als ich. „And the Winner is China!“, verkündet sie und wir müssen alle lachen. Dann gibt sie zu, dass sie schon früher geschossen hat. Feng und Yuki passen, sie schauen lieber zu.

Trotz Ohrschützern dröhnt mir der Kopf, als Brenda eine .44 Magnum schießt. „Desert Eagle“, sagt sie stolz. „Das ist Baby Jane.“ Mir fallen Nancys Blicke auf, die kaum die Augen von Brenda lassen kann.

Ich weiß, wenn ich zwei Liebende sehe. Und die beiden sind definitiv ein Paar. Nancy hat meinen Blick bemerkt. Als ich auffordernd nicke macht sie einen Schritt auf Brenda zu und umarmt sie kurz. „Sie ist mein Baby“, sagt sie leise. Alles klar?“

Don’t ask, don’t tell

„Bis vor einigen Jahren war Homosexualität bei den amerikanischen Streitkräften geächtet“, erklärt Brenda. „Wer sich öffentlich machte, musste mit Konsequenzen rechnen. Don’t ask, don’t tell, war viele Jahre die Devise.

„Wir kennen uns schon lange“, erzählt Nancy. „Brenda war meine Ausbilderin.“ „Und sie die schlechteste Schülerin“, ergänzt Brenda und lacht verschmitzt. „Nein, natürlich war sie gut! Ich habe mich irgendwie gleich in sie verliebt, aber das durfte niemand wissen.“

Brenda ist mit ihren vierzig Jahren sechs Jahre älter als Nancy. Die beiden sind seit 2010 offiziell ein Paar, getroffen haben sie sich schon früher. Und geheiratet haben sie auch. „Ich bin im dritten Monat“, gesteht uns Nancy.

Ein Freund der beiden ist der Vater, künstliche Befruchtung hat das Wunder möglich gemacht. Nancys Augen leuchten. Wenn es um Kinder geht sind alle Frauen gleich. Die Waffen sind längst vergessen und der arme Feng ist abgemeldet. Bis Fan Fan ein Einsehen hat und ihn liebevoll küsst.

Auch ich habe ein Einsehen und beende für heute diesen Artikel. Im nächsten Teil beleuchte ich die dunkle Seite der USA, die viel zu oft aus Drogen und Gewalt besteht.

Von Mädchen und Pferden – (M)Eine Filmkritik

Es gibt Filme, die schlagen ein wie Bomben. Sie bewegen, sie rütteln auf. Großes Kino, ein Herz für Emotionen. Und es gibt Filme, die tauchen leise am Horizont auf, um schließlich den ganzen Himmel auszufüllen. „Von Mädchen und Pferden“, ist ein solcher Film. Gedreht hat ihn Monika Treut.

Monika Treuts Filme stehen für die Selbstbestimmung der Frau und das ist genau mein Ding. Angepasste Frauchen waren gestern. Wir Mädels sind so viel mehr! So viel mehr ist auch die Protagonistin des Films. Ceci Chuh spielt sie perfekt. Alex(a) ist ein Problemkind, das auf einem Reiterhof eine letzte Chance bekommt. Als Praktikantin stapft sie durch Pferdemist.

Es gibt keine lauten Töne in diesem Film, wer die erwartet sucht vergebens. Monika Treut zeichnet ruhige Bilder, die abseits vom Lärm der Großstadt entstehen. „Von Mädchen und Pferden“ ist kein exklusiver Film für queere Frauen, auch wenn die Protagonistinnen entweder lesbisch sind oder auf dem Weg sich zu entdecken.

Und darum geht es immer. Sich selbst und seine eigene Identität zu leben. Egal, ob die nun hetero und lesbisch ist. Alex findet sich. Dabei helfen ihr die Reitlehrerin Nina und ein zweites Mädchen, das auf dem Reiterhof Urlaub macht. Mit Pferd versteht sich, Kathy stammt aus einem reichen Haus.

Die übliche Romanze bleibt aus. Die Mädchen kommen sich wie selbstverständlich näher und freunden sich an. So, wie es Mädchen tun. Von Lesben reden wir später. Und genau das macht den Reiz des Films aus, dass es sich hier um zwei junge Frauen auf dem Weg zur Selbstfindung handelt.

Unterschwellig ahnt der Zuschauer natürlich, dass die harmlosen Späße der beiden mehr sein könnten. Aber es dauert bis zu einem gemeinsamen Wochenende, das sie allein auf dem Hof verbringen. Die Bauern sind ebenso weg wie Nina, die ihre Freundin im Hamburg besucht.

Der Film verzichtet auf lange Erklärungen und überlässt den Zuschauern die richtige Deutung. Etwa Ninas Beruhigungsmittel oder das viel zu kurze Telefongespräch, als ihre Freundin anruft. Nina braucht Luft zum atmen und das vermittelt sie Alex unbewusst.

Kathys Angebot an Alex, sie könne in Berlin eine Ausbildung auf einem Reiterhof machen, wird von dieser angenommen. Aber erst nach einer kleinen Trinkorgie, einer unverschlossenen Stalltür, einigen Küssen der Mädchen und der Suche nach den entlaufenen Pferden.

Vielleicht hat diese Suche sogar symbolischen Charakter. Alex zumindest hat sich danach gefunden. Ob und wie es mit den beiden weitergeht kann der Zuschauer nur ahnen. In der Endszene reiten die beiden Mädchen gemeinsam auf Kathys Pferd.

Ich mag diesen Film, der so erfrischend anders ist. Leise, ohne Gewalt und die sonst für Monika Treut üblichen schrägen Typen. Er ist ein Blick zurück in ihre eigene Jugend und dieser Blick tut gut. Auch der Blick nach vorn, wenn ich die mögliche Zukunft der beiden Mädchen sehe.

Japanerinnen lieben anders

Sonntagabend. Das Wochenende ist vorbei. Ich bin auf der Suche nach einem neuen Thema für den Blog. Unruhig tigere ich durch die Küche. Worüber soll ich schreiben? Erneut Politik, ein Kochrezept vielleicht? Oder wie wäre es einem Haiku?

Ich flitze ins Wohnzimmer und hole den Laptop. Ein Blick auf die Suchbegriffe in meinem Blog lässt mich aufmerksam werden. „Japanerinnen lieben anders“, lese ich laut und Yuki spitzt die Elfenohren.

Sofort sitzt sie neben mir. „Wie jetzt?“, fragt sie schelmisch, „das will ich jetzt genauer wissen!“ „Na ist doch ganz einfach mein Schatz“, erwidere ich. „Erinnere dich doch bitte an das schleimige Tentakelmonster in unseren Keller, mit dem wir immer einen flotten Dreier haben. “

„Ach das“, sagt Yuki und nickt. „Das fühlt sich wirklich so anders an. All diese saugenden Finger!“ „Das verwechselt du mit dem Alien in der Abstellkammer, das uns immer um Mitternacht beglückt“, korrigiere ich sie und packe sie an den Hüften.

„Du bist doof!“, höre ich prompt.  „Und ich dachte du würdest mich wieder mit dem Besen(stiel) betrügen. Wo ist der eigentlich schon wieder?“ Mit Unschuldsmine deute ich auf die Badezimmertür. „Der duscht“, erwidere ich. „Er fühlte sich so schmutzig.“

„Wie deine Fantasie?“, fragt Yuki und feixt. „Schlimmer“, erwidere ich und greife nach dem Nudelholz, das neben meinem Laptop auf dem Küchentisch liegt. „Heute ist Woody dran“, kontere ich gelassen. „Der ist immer so rollig und total heiß.“

Yukis kühle Hand fasst nach meiner Stirn. „Fieber, eindeutig“, lästert sie. „Ich glaube ich muss dich ins Bettchen packen.“ „Und dann machen wir Monsterliebe?“, frage ich und unterdrücke mein Lachen.

„Klar Süße“, sagt Yuki trocken und gibt mir einen Kuss. „Aber vorher bist du mit dem Abwasch dran. Danach liebst du mich ganz anders.“

 

 

 

 

 

 

Alles was du willst!

Mein Beitrag über Japans Frauen, hat für rege Diskussionen gesorgt. Das freut Frau natürlich und daher gibt es mehr Einblicke ins Privatleben von Elfchen und mir. Nachfolgend ein nicht ganz ernst gemeinter Dialog, der (fast) so stattgefunden haben könnte. Viel Spaß beim lesen.

„Elfchen“, sage ich, „ich habe eine tolle Idee!“ Wer mich näher kennt weiß, dass ich vor Ideen wie eine Wunderkerze sprühe. Ist klar, wenn Frau die klügste Lesbe Deutschlands ist. Yuki schweigt und lächelt nur. Auch klar, dass mich das kaum bremsen kann und ich sofort weiter fabuliere.

„Also das ist so“, beginne ich, „wie wäre es wenn …“ Yukis Lächeln wird noch intensiver und nur ich kann seinen Sinn verstehen. „Also gut“, sage ich und denke in die andere Richtung, „dann könnten wir vielleicht …“ „Meine Nägel sind zu lang“, ist Yukis einzige Reaktion. „Ich glaube ich muss die jetzt schneiden.“

Ich habe den Hinweis verstanden, ich kenne meine Elfe gut. Also denke ich weiter nach und entwickele eine neue Strategie. Freudestrahlend trage ich sie Yuki vor, die fröhlich ihre Nägel feilt. „Wollten wir nicht …?“, fragt Yuki unvermittelt und bremst meinen Redefluss aus.

„Aber ja“, erwidere ich und kriege gerade noch so die Kurve. Schon bin ich wieder auf einem anderen Kurs. „Dann machen wir das so …“ „Magst du heute lieber … oder … essen?“, unterbricht mich Yuki erneut auf sanfte Art.

Sie schaut mich an und schon schmelze ich. „Danach könnten wir das machen, was du gern willst,“ fügt sie hinzu. Und ich habe „Alles was du willst!“, gesagt. Ob (mir) das jemand glaubt?

Wenn Elfen seitwärts springen

Ein Abend bei Freundinnen endet. Gut gelaunt fahren wir nach Hause. Es galt Neuigkeiten auszutauschen und über alles mögliche zu reden. Auch wer mit wer gerade ein Verhältnis hat. Selbst Frauen gehem manchmal fremd.

„Was würdet du machen, wenn ich dich betrüge?“, frage ich Yuki unvermittelt. Sofort kommt die Frage „Hast du?“ von ihr. Als ich frech nicke haut sie mir spielerisch aufs Bein. „Du bist doof!“, sagt sie und lacht. Ja“, erwidere ich. „Aber könntest du trotzdem bitte meine Frage beantworten?“

„Ich kratze dir natürlich die Augen aus“, sagt Yuki. „Dann fliegst du aus der Wohnung und Unterhalt will ich auch. Und den Z! Du kannst den SUV behalten.“ Ich verdrehe die Augen und hauche einen Kuss auf ihren Mund. Was Yuki damit sagen will ist, dass sie einen Seitensprung auf keinen Fall verzeiht.

Schon als wir uns ganz kurz kannten, haben wir die Weichen dafür gestellt. VerehrerInnen gab es auf beiden Seiten genug. Wir haben niemals zugegriffen. Wir haben aber auch entschieden uns im Fall von Liebesmangel zu trennen. Ehrlich und ohne Seitensprung.

Wir sind schon oft gefragt worden, wieso wir so glücklich sind, ob es keine Langeweile gibt und warum wir uns auch nach Jahren noch lieben. Und was passieren würde, wenn eine Traumfrau uns über die Füßchen läuft.

Die Antworten sind einfach. Wir arbeiten an uns. Wir sind aufmerksam und respektieren einander. Keine dominiert. Das mag schwer zu glauben sein, aber Yuki kann durchaus ihre Frau im Leben stehen und ihre Meinung gut vertreten. Auch gegenüber meiner Biestigkeit.

„Habt ihr eigentlich noch oft Sex?“, wollte eine Freundin wissen. „Bei uns ist der irgendwie eingeschlafen“, fährt sie fort. „Aber ich liebe meine Frau immer noch.“ Bevor ich etwas sagen kann, hat Yuki die Antwort übernommen. „Dreimal täglich“, sagt sie und nickt. „Mindestens! Wir sind doch naturgeile Luder.“

Diese Worte von einem Wesen wie Yuki zu hören, löst heftigste Emotionen bei mir aus. Ich beherrsche mich ungefähr fünf Sekunden, dann pruste ich los. Eine beleidigte Miene, dann lacht das andere Mädel mit. Und wer nun auf die intimen Geständnisse aus Elfenhausen hofft, der soll sich besser trollen.

„Und du?“, reißt Yukis Frage mich aus meinen Gedanken. „Was würdest du mit mir machen, wenn ich dich betrüge?“ „Dich im Keller vergraben“, erwidere ich trocken. „Also was noch von dir übrig ist. Und deine Loverin gleich mit. Vorher haue ich euch natürlich mit den Schwert in klitzekleine Stücke.“

Yukis Elfenlachen lässt mich ebenfalls grinsen. „Du bist unmöglich!“, sagt sie. „Aber deshalb liebe ich dich.“ Sie schaut mich an. „Und jetzt gib Gas, ich will mit dir springen gehen.“ Unter die Dusche natürlich, was habt ihr denn nun gedacht?