Ich will!

Vor einigen Jahren, als ich noch sogenannte „Blogstöckchen“ gefangen habe, schrieb ich unter anderem über meinen Musikgeschmack. Was hört(e) eine Mayumi? Einige Bands habe ich gennant. Eine habe ich vergessen. Und die kennt jedes Kind.

Aber es geht weniger um die Band, die damals unser Haus beschallte. Vielmehr geht es um Worte und die kommem seit Tagen auch aus Istanbul. Ein schrecklich netter Mann hat sie gesagt, ein Mann den Ehrgeiz und Hass zerfressen.

Dieser nette Mann will Glaube und Vertrauen. Gleichzeitig sperrt er seine Gläubigen ein oder versteckt sie hinter Schleiern. Was Rammstein damals sangen, wird brutale Wirklichkeit. Nur ein Ende seines Auftritts ist nicht in Sicht. Wie alle Psychopathen geifert der Sultan munter weiter. Die Ärzte haben Wochenende.

Seine Vasallen rollen ihm in Deutschland noch den roten Teppich aus und wollen unsere Ruhe stören. Und die Deutschen zahlen noch dafür. Proteste? Fehlanzeige. Was seltsam anmutet, der Mann ist ein Faschist.

„Vertrauen!“, ruft er seinen Gläubigen zu und schimpft über deutsche Nazi-Methoden. Er will mehr Macht, die totale Kontrolle und vermutlich auch der neue Präsident der Alemanen sein.

„Ich will“, schallt es seit Jahren aus dem Osten. Nun ratet was das ist, es ist nicht besonders schwer. In die EU natürlich, den Vorsitz im dortigen Parlament und fette Tantiemen auch von deutschen Steuerzahlern.

Auch ich „will“ etwas und das sage ich klar in Richtung Berlin und Angela Merkel. Ich will, dass Sie diesen Mann stoppen. Ich will keine türkischen Politiker in Deutschland sehen, die Wahlkampf für einen Despoten machen.

Ich will scharfe Proteste gegen diesen Mann, der auch mich beleidigt und mein Land mit Füßen tritt. Ich will eine geschlossene Haltung aller, die gegen türkische Bevormundung stehen. Ich will diese Stimme aus dem Osten nicht mehr hören.

 

Im Westen nichts Neues

Ich bin in den USA und ich bin müde. Der Anschlag in Berlin ist einige Tage her, aber Deutschland kommt nicht zur Ruhe. Auch ich bin schon wieder wach. In gewohnter Manier werden die BürgerInnen belogen und so nebenbei wird Wahlkampf gemacht. Von Hass zerfressene (G)Eiferer schnappen von links und rechts.

Die Kanzlerin stammelt einige Worte, die so blutleer sind, wie diese Frau. Mitgefühl? Fehlanzeige! Merkel spricht nur einen für sie vorbereiteten Text. Analysiert man ihre Peinlichkeiten, wird einem wahlweise übel oder die Wut kocht hoch. So soll „die Tat mit aller Härte bestraft werden“, von einem Täter spricht sie nicht.

Der durfte nämlich, um ihrer politischen Karriere willen, kein „Flüchtling“ sein. Wo kämen wir auch hin, wenn ein Teil der von ihr ins Land gerufenen Menschen nun Mörder wären. Da hilft auch die gebetsmühlenartig vorgetragene Formel „Nicht alle Flüchtlinge sind kriminell!“ wenig. Denn um wirkliche Flüchtlinge geht es nicht.

Vielmehr geht es darum, dass Frau Merkel ziemlich (un)bedacht auch Menschen ins Land gelassen hat, die weder ein Recht auf Asyl haben noch Engel sind. Und das soll vernebelt werden. Was mich an dieser Stelle freut sind kritische Stimmen aus der Presse, die sich genau das zum Thema machen. Werden die Medien doch noch wach?

Ich empfehle an dieser Stelle den CICERO und Kisslers Konter zu lesen. Auch die anderen Beiträge sind hochinteressant. Vor allem die wirklich gelungene Analyse von Rudolf Adam, der von 2001 bis 2004 Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes war.

Die verleugnete Gewalt

Spätestens seit der Horrornacht von Köln & Co. war jedem vernünftigen Menschen klar, was Deutschland noch zu erwarten hat. Aber statt nun effektiv zu handeln, hat man nichts gemacht. In endlosen Talkshows haben PolitikerInnen die Lage schöngeredet. Das Ergebnis hieß Ansbach, Würzburg, Freiburg und nun Berlin.

Und dann gab es noch all die anderen Fälle, die viel zu oft verschwiegen worden sind. Nur Heuchler können jetzt noch leugnen, was sich auf deutschen Straßen abspielt. Wie viele Opfer muss es noch geben, bevor die Öffentlichkeit die Gefahr durch Islamofaschisten zur Kenntnis nimmt?

Menschen haben ein Recht auf Sicherheit. Aber Deutschland kann die nicht mehr bieten. Der Staat hat die Kontrolle verloren, Kriminelle treten unsere Werte mit Füßen.

Vielleicht machen sich Interessierte die Mühe und lesen die Polizeiberichte. Zwar wird dort die Herkunft von Tätern verschwiegen, aber das Aussehen genannt. Der fast vergewaltigten Frau in Ludwigshafen nutzt das wenig. Sie hat ein Zufall gerettet. Ja, selbst in den USA kann man das lesen. Nur Deutsche können das nicht?

Nebelkerzen

Wirklich Eingeweihte wussten bereits kurz nach der Tat von Berlin mehr, als Staatsfunk und Öffentlichkeit nach zwei Tagen. Für wie blöd hält uns diese Regierung? Aber Moment, wie war das noch mit dem verwischen von Spuren und den berühmten Nebelkerzen aus dem Warenkorb vom Bundesamt für Verschleierung?

Wie ein roter Faden ziehen sich Ausweisfunde durch die Anschläge dieser Welt. Sogenannte Experten – man erinnere sich an die Bewertung von Meinungen zu Themen von denen wir nichts verstehen – erklären uns nun, dass Terroristen meist Narzissten seien, die natürlich ihre Visitenkarte präsentieren wollen.

Da legt also ein Bösewicht auf der Flucht, der ein Dutzend Menschen auf dem Gewissen hat, seine Papiere ins Führerhaus, um den Ungläubigen zu zeigen „Sehr her ihr Deppen, was ich so alles kann!“ Und Spezialisten haben das nicht gesehen. Darauf kann sich jeder (s)eine Meinung bilden, ich lasse das unkommentiert.

Der angebliche Täter ist tot. Erschossen. Mal wieder. So kann ihm niemand mehr Fragen stellen. Vermutlich wird er uns schon bald als psychisch krank und traumatisiert präsentiert. Oder, wie Ranga Yogeshwar es in Bezug auf Diebstähle durch Asylbewerber formulierte „Sie sind arm!“, als jemand, der keine andere Wahl hatte. Arm zu sein entschuldigt nach dieser Definition also auch Morde. Bravo, Herr Yogeshwar!

Digitale Verblödung

Was entschuldigt eigentlich die grenzenlose Verblödung von Menschen, die noch immer gläubig an Angela Merkels Lippen hängen statt sie und ihre gesamte Regierung von Versagern aus dem Amt zu fegen? Es ist Frau Merkel, es ist genau diese Regierung, die mit für die Morde in Berlin und Freiburg verantwortlich ist.

Aber Computerspiele, Apps und heile Welt TV sind den meisten Menschen wichtiger, als der Schutz der eigenen Tochter. Wie viele davon haben das schon mit der bitteren Erkenntnis bezahlt, dass diese, ihre ausgestreckte Hand gebissen worden ist.

Wir müssen endlich damit anfangen die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Flüchtlinge sind eine Sache. Die brauchen Hilfe. Migranten haben eine andere Qualität. Sie kommen wegen „deutschen Huren“ und Geld nach Europa. Aber Angela Merkel sieht das natürlich nicht. Ihr pastorales Gutmenschentum steht über solchen Dingen.

Die Schuldfrage

Die Vorsitzenden der Blockparteien tragen alle die gleiche Schuld. Eine SPD, ein Sigmar Gabriel, die sich gegen Transitzonen stellen, sind mindestens so sehr am Tod der vielen Menschen beteiligt, wie die Kanzlerin.

Weder der Mörder von Freiburg noch der nun erschossene, angebliche Terrorist, wären so jemals nach Deutschland gelangt. Und auch nicht all die anderen Übeltäter, die meist von gewissenlosen Winkeladvokaten vertreten werden, um ihre Abschiebung zu verhindern.

Grenzen nicht zu schützen, jeden Asylantrag in Deutschland zu bearbeiten, statt im Heimatland der Person, ist die größte Dummheit dieses Jahrtausends. Merkels starre Haltung, die Grenzen nicht zu schließen, als offensichtlich wurde wer wirklich kommt, hat die folgenden Katastrophen erst ermöglicht. Kein Pass? Auf Wiedersehen!

Wir haben eine Bundeswehr, die aber meist im Ausland die Grenzen schützt. Und was Deutsche angeblich nicht können, haben wir nach Saudi Arabien verkauft. Die schützen ihre Grenzen auch mit deutscher Technologie. Frau Merkel, hören Sie mit den Lügen endlich auf!

Der Journalist Roland Tichy hat es auf den Punkt gebracht, als er schrieb: “

„Politik macht man nicht mit roten Herzchen.

Politik bedeutet Handeln – und die Folgen tragen.

Frau Bundeskanzlerin, treten Sie zurück.“

Dem schließe ich mich an. Frohe Weihnachten.

 

Deutschland im Herbst – Der etwas andere Jahresrückblick

An dieser Stelle sollte (m)ein Jahresrückblick 2016 stehen. Er war weniger scharf, als die folgenden Zeilen. Für Yuki und mich war 2016 positiv. Unsere Pläne haben alle funktioniert. Nicht funktioniert haben die Nebelkerzen und Durchhalteparolen von Frau Merkel. Der Terror hat 2016 Deutschland erreicht.

Im Gegensatz zu deutschen Medien, denen man nur Totalversagen vorwerfen kann, hat die ausländische Presse stets besser berichtet. Vor allem schneller.

Beim zwangsfinanzierten Staatsfunk hat man meist (bewusst) gepennt. Aber das passt ins fragmentierte Bild der heutigen Zeit, die uns die Eliten als heile Welt verkaufen. Aber heile Welt war gestern. 2016 wird das Jahr der Wahrheit werden. Fraglich nur, wer die hören will.

Ihr Kinderlein kommet

Als dieser Beitrag entsteht, ist (noch) Herbst in Deutschland. Kalendarisch zumindest. Politisch sieht das ganz anders aus. Bei den immer hitzigeren Debatten um echte Flüchtlinge und Scheinasylanten, hat man sich wie im Hochsommer gefühlt. Kühl präsentierte Zahlen vom November 2016 belegen klar, um wen es sich dabei wirklich handelt.

Im Zeitraum Januar – November 2016 waren 73,7 % der Asylerstantragsteller jünger als 30 Jahre. Fast zwei Drittel aller Erstanträge (702.492 ) wurden von Männern gestellt. (Quelle BAMF) Was es bedeutet, wenn man so viele junge Männer aus dem arabischen Kulturkreis nach Deutschland einreisen lässt, war angeblich nicht abzusehen.

Bedenken haben Gutmenschen und die Erste Frau des Staates vom Tisch gefegt. Angela „Die Unfehlbare“ Merkel, hat bekanntlich immer recht! Nach der Silvesternacht war vieles anders. Die Kritik wuchs, die Zensur auch. Heiko hat auch „dich“ im Griff!

Linker Mainstream, grünes Geschwafel und eine manipulierte Öffentlichkeit, haben ehrliche Diskussionen verhindert. Und ehrlich müssen wir sein, wenn wir von Menschen sprechen, die nur das Geld nach Europa lockt.

Der Tod fährt LKW

Noch im Training, habe ich von der blutigen Tat in Berlin erfahren. Das Entsetzen meiner Schülerinnen war groß. Erst flossen Tränen, dann kam die Wut. Keine ist gegangen, was mich stolz auf diese Frauen macht. Ein Gedanke geht mir durch den Kopf, als wir nach Hause fahren. Bezahlt Deutschland Merkels Politik mit Blut?

Emotionale Distanz schützt mich vor unbedachten Reaktionen. Wenn ich handele, ist das überlegt. Über Berlin weiß ich zu wenig. Ich analysiere Fakten und bereite diese schriftlich auf. Übergriffe auf Frauen sind Fakten. Darüber müssen wir sprechen. Auch wer die Täter sind und aus welchen Ländern sie kommen und warum.

Dumm nur, schon vor einem Jahr warnten die Behörden vor Terroristen, die sich unter die massiv nach Europa strömenden Menschen mischten. Seit Paris weiß das auch die Öffentlichkeit. Geändert hat das wenig. Paris ist weit und wo liegt Nizza noch? Und Würzburg ist doch kaum der Rede wert.

Die Welt zeigt Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen. Aber was ist mit all den anderen Toten auf der Welt, die an Krankheit und Hunger sterben? Werden für die auch Lichterketten aufgehängt?

Aber Hauptsache es ist Weihnachten, Hauptsache so ein bisschen heile Welt. Ja, morgen Kinder wird’s was geben! Dann brennen Frankfurt und Schwerin.

Ursache und Wirkung

Bei allem Entsetzen sollte man stets einen kühlen Kopf bewahren und eine Infrarotbrille gegen jene Nebelschwaden tragen, mit denen Hintergründe schon immer verschleiert worden sind. Der Fokus muss auch zwingend auf jenen politischen Hardlinern liegen, die gern die Gunst der Stunde nutzen.

„Ausnahmezustand“ und „Einsatz der Bundeswehr im Inneren“ sind dabei nur zwei der Punkte, die schon lange vorbereitet sind. Die totale Kontrolle des Bürgers rückt näher. Kommt sie, wird die Facebook Zensur nur eine Lachnummer sein. Aber noch ist es Zeit, auch die unangenehmen Fragen zu stellen. Und das habe ich schon immer gemacht.

So berechtigt ein Fingerzeig auf Frau Merkel auch ist, die Kanzlerin trifft keine alleinige Schuld an der Flüchtlingskrise. Die sehe ich ganz klar weit im Westen, die sehe ich bei den USA.

Die aggressive, amerikanische Politik, die kaum jemals zur Kenntnis genommen wird, hat dafür gesorgt, dass sich dieses Land ständig im Krieg befindet. Dabei geht es weniger um die Zeit ab 1945, das Imperium USA strebt schon lange nach der absoluten Macht.

Die direkte oder indirekte Beteiligung der USA an Kriegen, haben viele Menschen zu Opfern gemacht. Die wenigsten davon waren Terroristen. Sie hatten lediglich das Pech in Libyen oder dem Irak zu leben. Bomben kennen keine Unterschiede und haben schon immer Unschuldige umgebracht.

Deutschland im Herbst

Deutschlands Herbst, ist der Herbst der ganzen Welt. Und diese Welt wird sich massiv verändern. Noch steuern die Eliten, noch halten sie die Massen unter Kontrolle. Die Frage ist, wie lange noch. Werden die BürgerInnen weiter schweigen, wenn noch mehr Tote die Grundfesten der Hauptstädte erschüttern?

Und was sind das für Menschen, die, statt die Hintergründe von Morden zu beleuchten, vor dem „politischen Gegner“ warnen und dass man dort nun auch Berlin als Wahlkampfthema nutzen könne. Das mutet nicht nur zynisch an, es ist genau das! An die Opfer wird immer zuletzt gedacht.

Aber vermutlich ist das der Champion Bonus, der angeschlagenen Boxweltmeistern zugestanden wird, damit sie den „allerletzten Kampf“ gewinnen. Aber Frau Merkel hat bereits verloren. Sie weiß es nur noch nicht.

Ja, an dieser Stelle sollte (m)ein anderer Jahresrückblick 2016 stehen. Aber ich schaue lieber nach vorn und werde hoffentlich 2017 den Rücktritt von Frau Merkel sehen. Und hoffentlich auch den all jener MinisterInnen, die ihrer Doktrin so willig folgten. Vielleicht gibt es dann für Deutschland einen neuen Frühling, der zu einem echten Sommermärchen wird.

Ich verabschiede mich an dieser Stelle und melde mich im Januar aus den USA zurück. Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr.

The Sound of Silence

Manchmal muß Frau schweigen, um einen bestimmten Klang zu hören. Und genau das habe ich in den letzten Tagen getan. Berlin, Leipzig, Hamburg und zurück nach Stuttgart. Tausend Kilometer und mehr im neuen Audi R 8 V10 +. 610 nicht aufgeladene PS schieben den Wagen brachial nach vorn. Turbo war gestern, das ist ein reiner Saugmotor.

Und aus den Fingern gesaugt, wird zur Zeit auch die (deutsche) Eurpapolitik. Aber eigentlich ist die ebenso abgeschafft, wie Merkels Durchhalteparolen. Man fragt sich wirklich, wie lange diese Frau noch so weitermachen will. Oder wie lange man(n) sie lässt.

Warum ich das schreibe? Ich habe ihr zugehört. Immer. Und stets auf Besserung gehofft. Aber was Audi so brillant designte, hat Merkel nie geschafft. Ihre Sprachlosigkeit, ihre fehlenden Ideen, gehen einher mit ihrem stark gealterten Gesicht.

Frisch und jung wirkt dagegen der Audi, dessen rassige Formen mich im Himmel schweben lassen. Prompt knufft mich Yuki, die gespielt eifersüchtig ist. Eifersüchtig wacht auch die Kanzlerin über ihre Macht, die sie fast täglich mehr verliert.

Gewonnen habe ich den Audi. Als Testwagen leider nur. Und gelassen bin ich zur Arbeit gefahren, die hat mich nun wieder. Und der Osten auch. Von Regierungsvertretern als „Pack“ beschimpft, habe ich ein anderes Bild der Menschen vor mir.

Der schnelle Audi fällt in Berlin kaum auf, er ist nur ein weiterer Vertreter seiner Art. Auffällig dagegen, wie sehr sich das Bild der Städte verändert hat. Ist das noch mein Deutschland?

Während der Motorsound mir fast die Tränen in die Augen treibt, wird an der Kasse der dm-Drogerie Pfefferspray verkauft. Zur Abwehr von Tieren versteht sich. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. In Köln kämpft ein 12jähriger Junge um sein Leben und auf dem Münchner Oktoberfest grabscht Mann wieder.

Lachend lese ich, dass eine junge Schweizerin Mann einen Tritt verpasste. Gut gemacht sage ich da nur. Gut gemacht hat es auch Audi. Mal wieder. Der R 8 ist ein echter Überflieger. Über 200.000 Euro ist der Wagen wert und liegt damit mehr als fünfmal über meinem Z. Dafür fährt er sich anders.

Besser? Eher ähnlich wie der GT-R, dessen Hauptkonkurrent er werden dürfte. Aber auch dieser Nissan kostet weniger. Zugegeben klingt der V10 Motor wesentlich besser. Ich glaube ich habe mich neu verliebt. Elfchen lacht, als ich das Lenkrand streichele. „Hast du Fieber?“, fragt sie frech und fasst an meine Stirn.

Aber Fieber ist anders, mein Verstand ist gewohnt kühl. Was auch besser ist, dieser Bolide fährt mehr als 300 km/h. Anthrazitschwarze Aluminium-Schmiederäder im 10-Speichen-Y-Design lassen den Wagen wie ein Brett auf der Straße liegen. Und natürlich sein Fahrwerk, das schon fast außerirdisch ist.

Nicht von dieser Welt ist auch Deutschland in diesen Tagen. Und eine Regierung, die sich nur noch selbst gefällt. Merkels Macht schwindet, die AfD marschiert. Nicht durch oder davon, aber sie sorgt für Wind im Blätterwald. Deutschland im Herbst. Wie geht es weiter?

Was so harmlos klingt, ist harte Arbeit für mich.Auf öffentlichen Straßen fahre ich zahm. Auf diversen Rennstrecken sieht das anders aus. Selbst ein Allrad Auto kann driften, wenn dort der Name Audi steht.

Per Radar-App checkt Yuki den Verkehr. Punkte will ich mir nicht leisten, mein Gewissen bleibt rein. Nicht rein ist der CO2-Außstoß des Wagens, der ist unterirdisch schlecht. Ebenso der Benzinverbrauch. Aber darüber reden wir später.

Geredet habe ich mit Yuki. Dies ist der vermutlich letzte Autotest. Unsere Tage sind gezählt, wir wollen sie nicht vergeuden. Es gilt Abschied zu nehmen. Von FreundInnen und einem Land, das lange unsere Heimat war. Während der V10 schreit, knurrt und röchelt, denke ich an Japan zurück. An unsere Reise, die so ganz anders gewesen ist.

Auch in Japan haben wir FreundInnen besucht. Und auch Großvater Satoshi. Dem alten Mann geht es gut. Er wirkte viel frischer, als im letzten Jahr. Frischen Wind bräuchte auch Deutschland, das seit Jahren Sepukku begeht. Schuld daran hat nicht allein Frau Merkel. Aber sie ist nun mal die „Flüchtlingskanzlerin.“

Flüchtig ist auch der Audi, als er den anderen Wagen die Endrohre zeigt. Schon eilt das Wochenende heran und mit ihm unsere neuen Freundinnen aus den USA. Ich mache mir den Spaß und fahre mit dem Audi, um Ally und Heather abzuholen. Und Yuki folgt mir mit dem SUV.

Das Wiedersehen ist herzlich. Und auch die Überraschung, dass beide nun offiziell verheiratet sind. Meinen (Ver)Folgern möchte ich an dieser Stelle sagen, dass in den nächsten 14 Tagen wenig von mir zu erwarten ist. Wir werden Deutschland bereisen oder was davon noch übrig ist. Manchmal muß Frau schweigen. Und so ist es gut.

Die Vorbeterin

Selbst in Schwedens Norden, hat(te) mich die Politik eingeholt. Und eine Kanzlerin, die zur Vorbeterin der Nation geworden ist. Wie sonst soll man ihren Auftritt bei Anne Will erklären, der mehr einer protestantischen Predigt glich.

Christoph Schwennicke, der Chefredakteur des Magazins Cicero, hat interessante Fakten geliefert. Die Kanzlerin habe das Wort ich, inklusive der Spielarten mein, mir, mich, 257 Mal in ihrer Rede genutzt. Also alle 14 Sekunden.

Man muss keine Psychologin sein, um klar narzisstische Grundtendenzen bei Merkel zu bemerken. Diese Frau hat den Blick für die Realität schon längst verloren. Sie hat keinen Plan, den hatte sie nie. Nur einen eisernen Willen und ein Durchhaltevermögen, mit dem sie ihre GegnerInnen stets verblüffte.

Mir stellt sich seit einer Weile die Frage, wer Merkel leitet. Woher bezieht sie ihre wirren Ideen? Vor allem Merkels Kehrtwende in Sachen Migration und Flüchtlingspolitik gibt dabei Rätsel auf. „Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!“, hat Angela Merkel 2010 gesagt. Kann jeder nachlesen, der es nicht glaubt.

Horst Seehofer stieß ins gleiche Horn. „Wir als Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein – Multikulti ist tot.“ Aber Seehofer ist nur ein Schmusetiger. Er springt hoch ab und landet weich als Bettvorleger.

Merkel rein menschliche Motive zu unterstellen, ist so falsch wie dumm. Die Bundesmutti weiß genau was Europa braucht. Etwa den Islam, der bekanntlich zu Deutschland gehört. Oder (billige) Arbeitskräfte, um den ungeliebten Mindestlohn wieder zu kippen.

Mit Entsetzen schauen Millionen schlecht bezahlter Menschen nach Berlin, wenn sie solche Vorschläge hören. Die, die man jahrelang allein gelassen hat, sehen sich nun plötzlich noch der Konkurrenz von Millionen Neuankömmlingen gegenüber. Plötzlich sprudeln Milliarden für Menschen, von denen deutsche Langzeitarbeitslose nur zu träumen wagten.

Die AfD frohlockt und sammelt weiter Punkte. Nun ist die AfD alles andere, als mein Favorit. Aber die Block-Parteien brauchen ihre Lektion. Wer noch immer für die Etablierten ist, wählt Merkels falschen Kurs. Er stimmt ihm zu und signalisiert einer starrsinnigen Frau, dass sie alles richtig macht.

Aber Merkels Experiment, Europa auf Kurs zu bringen, ist klar gescheitert. Im Bundestag träumt sie von 90 Prozent der Deutschen, die ihren Kurs unterstützen. Das ist wie immer schön gerechnet, die Wahrheit sieht anders aus.

Wie man Statistiken schönt, hat jeder BWL Student schon früh gelernt. Und das wird überall und ständig gemacht. Ich kann nur vermuten woher diese 90 Prozent stammen. Vielleicht sind es alle deutschen Dackel, die gern Muttis selbstgemachte Häppchen essen. Wie schwer die auf Jahre hinaus im Magen liegen, wird sich bald zeigen. Ich wünsche einen „Guten Appetit.“

Der neue Ostblock macht unterdessen die Grenzen zu und lässt sich von Deutschland nicht länger erpressen. Griechenland in Gestalt seines Ministerpräsidenten tobt. Wäre er ehrlich, er würde es Merkel-Doktrin nennen. Schon der durchsichtige Versuch beim letzten EU-Gipfel mit Blockade zu drohen, deutete auf Merkels Handschrift hin.

Gut, vielleicht irre ich. Aber die Kader-Prinzessin weiß, wie sie manipulieren kann. Das hat sie in der DDR gelernt. Und so wird sie unbeirrbar weiter ihre Thesen predigen und die Gläubigen an ihren Lippen kleben. Bis der letzte Vorhang fällt.

Köln und die Folgen – Teil 1: Die Nacht in der die Freiheit starb

Aus gegebenem Anlass, werde ich meine Berichte von der USA-Reise kurz unterbrechen. Ich will und werde nicht verschweigen, was ich zu Köln & Co. zu sagen habe. Hetzparolen und persönliche Angriffe, werde ich kommentarlos löschen. Mein Blog, meine Regeln. Wer nur provozieren will, der soll sich schleichen.

Köln hat betroffen gemacht. Und die Betroffenheit der Unbetroffenen ist (scheinbar) groß. Aber statt die Wahrheit zu sagen, wird die Bevölkerung von den Politikern weiter für dumm verkauft. Von „harten Maßnahmen“ wird gesprochen, das Wort Abschiebung plötzlich salonfähig gemacht. Die Willkommenskultur ist (schon lange) gekippt. Was zu erwarten war.

Die Wahrheit: in Deutschland wird so gut wie niemand abgeschoben! Und wenn sind es die Falschen. Mehrfach verurteilte Straftäter, mit Migrationshintergrund, leben nach wir vor in einem Land, dessen Gesetze sie regelmäßig mit Füßen treten. Sie lachen über lasche Gesetze und eine Justiz, die sie mit Samthandschuhen verfolgt.

Köln & Co. hat klar die Schwäche unseres Rechtsstaates gezeigt. Und das setzt sich in allen Bereichen fort. Eine personell unterbesetzte Polizei ohne Rechte, Politiker, die sich gern profilieren wollen, haben das Land in Bürgerkriegsähnliche Zustände gestürzt. Und Teile der Presse, die Multi-Kulti gern hofiert. Einzelne Polizisten, die offen ihre Besorgnis zeigen, dürfen mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen. Offene Worte sind nicht gewollt. Ich sage es ganz offen und ohne den rosaroten Blick: Multi-Kulti hat man in Köln zu Grabe getragen. Ein Hoch auf die Parallelgesellschaften!

Der Journalist Reinhard Müller bringt es in der FAZ auf den Punkt. Der plötzliche Ruf nach Härte sei eine billige Ablenkung“, schreibt er. Um von fehlender Härte an der offenen deutschen Grenze abzulenken. Und ein Ausdruck von peinlicher Hilflosigkeit. An Regeln fehle es nicht. Und da hat der Mann völlig recht. Aber aus Angst vor der „Nazi-Keule“ des Auslands und weil eine Bundeskanzlerin auf dem Egotrip ist, strömen ungehindert meist junge Muslime in dieses Land, die mittelalterliche Vorstellungen von Frauen und Religion in ihren Gedanken tragen. Eine Katastrophe ist vorprogrammiert.

Pauschal zu sagen, dass alle diese Männer Vergewaltiger sind, ist falsch. Aber für einen Teil dieser Männer sind deutsche Frauen nur Huren, die sie unterdrücken und missbrauchen können. Und das haben sie gemacht. Und junge Frauen sind bekanntlich selbst schuld, wenn sie vergewaltigt werden, so die Meinung von Teilen der deutschen Bevölkerung. Was müssen die sich auch so aufreizend kleiden. Geht’s noch, meine Damen und Herren?

Als Japanerin bin ich starrende Männer gewohnt. Auch die Anmache, über die ich schon berichtet habe. Und doch ändert die momentane Lage alles. Ich kann mich wehren, aber plötzlich regt sich auch in mir ein ungutes Gefühl. Will ich mir, übertrieben ausgedrückt, den Weg zum Supermarkt in Zukunft täglich neu erkämpfen, durch pöbelnde Massen, die meine Frau und mich begrapschen wollen?

In Deutschland lebende Extremisten, haben Asylbewerber gezielt angeworben, um für Chaos zu sorgen. Das zu beweisen wird schwer. Die Polizei musste bisher schweigen, wenn es um straffällig gewordene Migranten geht. Solche Fälle hat man kaum verfolgt. Auf Anweisung der Politik, um Extremisten keine Munition zu liefern. Dumm nur, das Schweigen und die Vertuschungen, haben nun das genaue Gegenteil bewirkt.

Kommentare und Antwoten zu diesem Beitrag, werden erst mit der Veröffentlichung von Teil 2 freigeschaltet, der morgen erscheinen wird.

 

All about Anna

„All about Anna“, ist ein Film, den ich vor einigen Jahren sah. All about Anna, ist aber noch viel mehr. Dabei geht es weniger um den Film, als um eine Frau, deren Name Annalena ist. Ich habe Anna vor fast 15 Jahren auf einem Karate-Turnier getroffen, das sie in ihrer Gewichtsklasse locker gewann. Dabei kann sie überhaupt kein Karate. Aber Krav Maga und das richtig gut.

Anna ist lesbisch, das war sie immer schon. Geboren und aufgewachsen in Berlin, hat sie ihr Weg quer durch Deutschland geführt. Ein Weg, den wenige Frauen gehen. Ein Weg, den ich gut nachvollziehen kann. Anna ist Jüdin und kam schon als junges Mädchen zum Krav Maga. Wie ich lebt sie für ihren Sport, mit dem sie tief verwurzelt ist.

Anna hat meine Kämpfe damals ebenfalls gesehen und war tief beeindruckt.
„Du bist echt gut für so ne Kleene“, hat sie mich gelobt. Und ich habe nur gelacht.
Wir haben uns sofort als Schwestern erkannt, aber es gab niemals mehr als reines Interesse am anderen Mensch. Zu verschieden waren unsere Persönlichkeiten. Während Anna eher grüblerisch und in sich gekehrt durchs Leben geht bin ich Miss Extrovertiert.

Aus dieser kurzen Begegnung, ist eine Freundschaft entstanden, die die Jahre überdauert hat. Anna hat sogar eine Weile in Düsseldorf gelebt und dort als Security gearbeitet. Ich musste immer frech grinsen, wenn sie Männern den Einlass in Clubs verwehrte und uns Mädels nicht.

Vor 5 Jahren traf sie die Liebe ihres Lebens. Eine bisexuelle Frau aus Frankfurt, eine sehr hübsche Lehrerin. Corinna hat die rotesten Haare, die ich jemals gesehen habe auf dieser Welt. Eine Haut, so zart und weiß wie Alabaster. Und im Gegensatz zur burschikosen Anna, ist sie fast zu feminin. Eine Göttin unter Butches.

Corinna hat Anna wieder auf die Uni gebracht. Dort hat sie zu Ende studiert, was sie damals in Berlin begann. Aus der Wildkatze Anna, ist über die Jahre eine wundervolle Frau geworden, die ihre Corinna glühend liebt. Aber es gibt Menschen, die haben wenig Glück im Leben. Und irgendwie gehört Anna mit dazu. Corinna will Kinder, Anna ist noch nicht bereit. Die beiden streiten sich, es kommt zum Eklat. Eine Trennung scheint unvermeidlich. Corinna lernt Gerd kennen und verliebt sich Hals über Kopf. Zumindest wird sie das so Anna sagen. Zwei Monate später ist sie schwanger und Anna am Boden zerstört
Und das Schicksal geht eigene Wege.

Der Anruf erreicht mich gegen 23 Uhr. Ich bin schon im Bett und auch Yuki schläft. Eine leise Stimme flüstert mir Worte ins Ohr, die jede Müdigkeit vergessen machen.
„Ich … kann nicht mehr.“
Mein Gedächtnis für Stimmen war schon immer gut. Und auch Anna erkenne ich prompt.
„Anna, was ist los?“, will ich wissen. „Geht’s dir nicht gut?“
„Pillen“, lallt Anna. „30 Stück … schlafen …“ Dann bricht die Verbindung ab.
Ich rufe zurück, aber Anna meldet sich nicht. Sofort informiere ich die Polizei. Man verspricht mir in Frankfurt anzurufen und dort die Kollegen zu informieren.
„Machen Sie sich keine Sorgen, das kriegen wir schon hin“, höre ich nur.
Aber warum warten?

Ich wecke Yuki und erzähle ihr von Anna. Elfchen nickt und wir ziehen uns an.
Der Z erwacht zum Leben, brüllend, laut und ungestüm. Nach Frankfurt sind es 200 Kilometer und zum Glück ist Nachts wenig Verkehr. Aber wir brauchen trotzdem mehr als eine Stunde. Wie schnell ich war bleibt mein Geheimnis. Aber langsam ist anders. Noch auf der Autobahn informiere ich Corinna.
Eine geschockte Corinna mit Babybauch wartet in Anna Wohnung. Notarzt und Polizei sind ebenfalls vor Ort.
Anna kotzt sich die Seele aus dem Leib, aber es geht ihr schon wieder besser. Bleibende Schäden – Fehlanzeige. Glück im Unglück, alles wird gut.

„Das …, das wollte ich doch alles nicht!“, stammelt Corinna und schaut uns flehend an. „Ich habe sie doch immer noch lieb!“
„Vielleicht hättest du ihr das sagen sollen“, sage ich. „Aber es ist ja offensichtlich, auf wen du wirklich stehst.“
Yuki schüttelt fast unmerklich den Kopf, aber noch bin ich mit Corinna nicht fertig. Einmal in Rage stoppt mich niemand mehr.
„Du kennst sie doch besser und weißt, wie sensibel sie in Wirklichkeit ist. Hat sich der Suizid nicht angedeutet?“
„Sie hat immer wieder angerufen“, murmelt Corinna. „Aber ich habe mich so geschämt! Was soll ich denn machen? Ich wollte doch ein Kind! Und Gerd, der perfekte Spender.“ Tränen sagen oft mehr als Worte. Und davon hat Corinna viel.

Ich muss nicht Mayumi Holmes und Yuki nicht Frau Dr. Watson sein, wir haben Corinnas Botschaft klar verstanden. Aber für die Wahrheit ist es noch zu früh.
Eine bleiche, zitternde Anna liegt in unseren Armen. Auch sie fängt an zu weinen, als sie Corinna sieht.
Der Notarzt hat ihr eine Spritze gegeben. Mit ins Krankenhaus will Anna nicht. Aber sie muss. Wir fahren mit, die Nacht weicht bald dem Morgen.
Auch Corinna ist dabei, der es prompt übel wird. Wir kümmern uns um sie, bis eine Schwester kommt.
Aber hier sind wir vorerst fehl am Platz, die Pflicht ruft uns nach Stuttgart zurück. Diesemal fahre ich gemäßigt. Ich muss nicht immer Erste sein.

Das alles ist vor einigen Monaten geschehen und Anna geht es wieder gut. Wir haben sie vor einigen Tagen besucht. Noch immer ist sie bleich und jetzt ohne ihre langen Haare. Die sind einer Kurzhaarfrisur gewichen. Die Augen sind dunkel geschminkt und blicken kalt. Die Liebe scheint erloschen.
„Corinna hat mich gestern angerufen“, sagt sie leise. „Sie hat sich von diesem Gerd getrennt. Und …“, ihre Stimme bricht ab und sie schluckt. „Sie hat gesagt, dass sie Gerd nur benutzt hat. Aus Wut und als Samenspender. Glaubst du das stimmt?“
„Ja“, erwidere ich. „Das habe ich schon seit einer Weile vermutet. Aber okay war das nicht.“
Wer soll Frauen je verstehen. Gerd ist nämlich schwul.

„Und wie geht’s weiter?“, will ich wissen. „Kommt Corinna zu dir zurück? Und willst du sie überhaupt noch?“
Anna steht auf und tigert wie eine Raubkatze im Käfig durch die Wohnung.
„Damit sie mich wieder verlässt? Ich ertrage das kein zweites Mal!“
Anna bricht erneut in Tränen aus, als ich den Arm um sie lege. Mit ihren 1,76 Meter ist sie fast eine Riesin gegen mich.
Harte Schale, weicher Kern.

„Los, wir fahren hin!“, bestimme ich, als ich das ganze Elend sehe. „Du fährst selbst, im Z haben nicht alle Platz.“
Eine überraschte Corinna öffnet uns die Tür. Auf ihrem Arm kräht fröhlich ein Kind.
„Das ist Annalena“, murmelt sie und schaut Anna dabei fast flehend an. „Magst du sie mal halten?“
Und genau das hat die große Anna dann getan.

Ich weiß nicht, ob es ein Happy End geben wird. Anna ist noch immer tief und schwer verletzt. Aber die kleine Anna hat ihr Herz bereits im Sturm gewonnen.
Die Frauen wollen sich wiedersehen, soviel steht fest. Ob sie es schaffen wird die Zukunft zeigen und wie groß ihr beider Herz wirklich ist.
„Verlässt du mich auch wegen einer blonden Mieze wenn ich schwanger bin?“, will Yuki auf dem Weg nach Hause wissen.
„Nein“, erwidere ich. „Die halten wir uns nur zum putzen. Aber das hast du bestimmt gewusst.“
Der Spruch war „All about Mayumi.“ Mag noch wer was ergänzen, hat jemand Lust?

Die zweite Chance

Heike ging es nicht gut an diesem Tag. Sie litt und das lag weniger an der sommerlichen Hitze.
„Ich liebe dich nicht mehr“, hatte ihr Freund zu ihr gesagt. „Es gibt da eine andere Frau.“
Stefan war Pilot und viel im Ausland unterwegs. Und eine Stewardess hatte ihre Chance ergriffen. Heike war verzweifelt. Sie weinte und konnte es kaum fassen. Eine Trennung nach so vielen Jahren?

Natürlich gab sie sich die Schuld. Natürlich wollte sie sich ändern.
Aber daran lag es nicht.
„Unsere Liebe ist auf der Strecke geblieben“, hatte Stefan gesagt. Und das war wörtlich gemeint.
Als er ging brach ihre Welt zusammen und Heike musste nervlich zerrüttet ins Krankenhaus.
Nur mühsam ging ihr Leben danach weiter.
Sie fand einen neuen Freund. Sein Name war Alkohol. Er war ihr treu, ging niemals fremd.
Nach kurzer Zeit war Heike süchtig.

Berlin im Sommer kann mörderisch sein. Hitze pur und überschäumende Gefühle.
Heike suchte Sex. Stets wechselnde Männerbekanntschaften laugten sie zusätzlich aus. Aber an diesem Abend blieb sie nüchtern.
Es blieb bei Eistee. Auch, wenn die Sucht tief in ihr pochte.
Dann betrat eine Frau die Terasse des Cafes.
Eigentlich war sie noch ein Mädchen, stellte Heike fest. Blonde Wuschelfrisur und klare, blaue Augen.
Ihr Rucksack wies sie als Touristin aus. Und fast verlegen zählte sie ihr Geld.

Heike ahnte mehr als sie wusste, dass es nicht reichen würde.
Aber das Mädchen hatte Durst und Heike ein großes Herz.
Ihre Blicke trafen sich und Heike gab sich einen Ruck.
„Magst du dich zu mir setzen?“, fragte sie leise. „Der Eistee hier ist gut. Ich lade dich gern ein.“
Die strahlenden Augen strahlten noch mehr.
„Ich bin die Birte und komme aus Dänemark“, sagte sie mit lustigem Akzent. „Und ich bedanke mich sehr.“

Birte war das genaue Gegenteil von Heike. Weltoffen, heiter und ein wenig ausgeflippt. Stolze 20 Jahre war sie jung.
Und Heike fand sich alt mit ihren 34 Jahren.
Der Eistee erfrischte und Heike bestellte ein neues Glas. Geld war kein Problem für die Werbetexterin. Nur diese elende Einsamkeit. Und der falsche Freund.
„Ich habe mein Geld und alle Papiere verloren“, sagte Birte. „Mit 2 Euro komme ich nicht weit. Und die Botschaft hat schon zu.“
„Du kannst bei mir übernachten wenn du magst“, hörte sich Heike sagen.
Gesellschaft gegen den „Cold Turkey“, Gesellschaft als Chance.

Birte zeigte sich begeistert von Heikes Wohnung. Möbel im Designer-Stil. Alles exklusiv und teuer.
Aber auch Geld hilft nicht gegen Einsamkeit.
Birte duschte und sprang dann ausgelassen umher. Nackt zu sein war für sie normal.
Und ihr junger Körper war perfekt.
Heike hatte nie Interesse an Frauen gehabt. Aber dieses Mädchen fand sie attraktiv.
Plötzlich zeigte Birte auf ein Bild von Stefan.
„Ist das dein Freund?“, wollte sie wissen. „Wohnt der auch hier?“

Heike erzählte. Anfangs zögerlich dann immer schneller sprudelten die Worte aus ihr heraus. Und im Handumdrehen wusste Birte die ganze Geschichte.
Längst saß Heike mit ihr auf dem breiten Doppelbett. Sie noch immer angezogen, das Mädchen noch immer nackt.
„Wie lange ist das her?“, fragte Birte und nahm wie selbstverständlich Heikes Hand.
„Sieben Monate“, murmelte sie. „Aber es kommt mir wie gestern vor.“
„Und liebst du ihn immer noch?“
„Nein“, gestand Heike. „Aber die Erinnerung. Und damit werde ich nicht fertig.“
Gedanken können tödlich sein.

Birtes Kuss war zart und süß. Blonde Unschuld pur. Und Heike fühlte ein nie gekanntes Kribbeln.
Aber dann kam die anerzogene Abwehr, die Keule der Moral.
„Nicht“, flüsterte sie und schob Birte weg. „Ich …, ich bin nicht so.“
„Wie denn?“, fragte Birte und strich ihr eine dunkle Strähne aus dem Gesicht. „Ich bin auch nicht lesbisch und mag Frau und Mann.“
„Ich kann das nicht“, erwiderte Heike. Und tief in ihr erwachte die Sucht. „Lass uns schlafen gehen, du kannst gern hier im Bett … Aber es wird nichts passieren. Okay?“
Birte nickte. Aber sie wirkte traurig.
Und Heike ergab sich ihrem Freund für einen großen Schluck.

Am nächsten Morgen weckte frischer Kaffeeduft eine verschlafene Heike.
Birte hatte sich nützlich gemacht und ein tolles Frühstück gezaubert.
„Es ist dir doch recht?“, fragte sie und nahm spontan Heikes kleine Hand. „Du bist mir doch nicht böse?“
Nein, Heike war nicht böse. Nur angenehm überrascht. Von der Unbekümmertheit des dänischen Mädchens und ihrer herzlichen Art.
„Heute ist Samstag“, sagte sie und biss in einen Toast mit Marmelade. „Ich fürchte deine Botschaft hat noch immer zu.“
„Das weiß ich schon“, erwiderte Birte. „Ich hatte angerufen. Die machen erst am Montag wieder auf. Und ein Notfall ist es ja nicht.“
Und in ihren Augen lag eine stumme Frage.

„Du kannst natürlich bis Montag bleiben“, sagte Heike schnell und fühlte, wie ihr Herz schneller schlug.
Birte sprang auf, umarmte sie und gab ihr einen Kuss.
„Hab vielen Dank“, rief sie ausgelassen. „Du bist meine Lebensretterin.“
„Und du eine verrückte Nudel“, sagte Heike und musste lachen. „Aber ich mag dich gern, du tust mir richtig gut.“
„Ich mag dich auch alte Frau“, neckte Birte und flüchtete auf ihren Platz, als Heike nach ihr greifen wollte.
„Na warte du Frechdachs“, erwiderte Heike. „Zur Strafe musst du mit mir durch Berlin.“
Sightseeing, wie ich es meine.

Ein Wochenende in Berlin kann unvergesslich werden. Selbst auf Einheimische trifft das manchmal zu.
Birte gelang es Heike aus ihrer Trauer zu reißen. Die Frauen hatten eine Menge Spaß.
Heike sah Berlin plötzlich mit anderen Augen. Das dänische Mädchen verhalf ihr dazu.
Und aus grauen Wolken wurde Liebe.
Zum ersten Mal seit langer Zeit nahm Heike sich und ihr Leben an. Sie mochte sich wieder, aber vor ihr lag noch ein langer, harter Weg.
Und ihr falscher Freund lockte und lachte.

Birte versuchte nicht mehr Heike zu küssen. Aber ihre Augen verrieten sie.
In Heike tobten die Gefühle. Ihr kleines Herz war Chaos pur.
Aber sie widerstand und bereute es nachher bitterlich.
Und Birte wusste es und widerstand auch.
Am Montag fuhr Heike eine sehr stille Birte zur Botschaft.
„Hab vielen Dank“, sagte sie und reichte Heike einen Zettel. „Das ist meine Telefonnummer. Und auch meine e-Mail. Vielleich magst du mir ja mal schreiben.“
Heike weinte dicke Tränen, als sie zur Arbeit fuhr.
Das Leben gibt dir keine zweite Chance.

Heike kämpfte den ganzen Sommer mit der Sucht. Dabei half die Erinnerung an Birte. An dieses unbeschwerte Lachen, an diesen ach so süßen Kuss.
Im September war Heike clean. Der Alkohol verbannt. Aber die Einsamkeit blieb. Und Männer halfen dabei nicht.
An einem der letzten Sonnentage saß Heike wieder auf der Terasse des Cafes. Diesmal trank sie Milchkaffee und wieder dachte sie an Birte.
„Was hast du nur mit mir gemacht?“, flüsterte sie.
Dann stand Stefan vor ihr.
„Hallo Heike“, hörte sie ihn sagen. „Kann ich mit dir reden?“
Seine Stewardess hatte ihn verlassen und er suchte Geborgenheit.
Aber Heike gab ihm keine zweite Chance. Auch Frauen können tapfer sein.

Noch völlig aufgewühlt kam sie zu Hause an. Und zum ersten Mal seit langer Zeit ging sie an den Computer.
„Manchmal musst du Dinge wagen“, hatte eine Freundin zu ihr gesagt. „Das Unerwartete zulassen. Was ist denn schon dabei?“
Heike tippte. Langsam aber stetig. Und es wurde eine lange Mail. Sie zögerte kurz dann drückte sie auf „Senden.“
„Ob Birte sich meldet? Was wenn sie mich vergessen hat?“, dachte sie.
Aber feige sein ist anders. Und Heike fühlte sich gut.
Birtes Antwort kam nach einer knappen Stunde.
„Kommst du mich besuchen?“, las Heike. „Ich warte auf dich.“
Manchmal gibt dir das Leben doch eine zweite Chance.

Heike nahm Urlaub und fuhr nach Dänemark. In Birtes Armen fand sie das Glück, das sie lange verloren glaubte.
Der Altersunterschied spielte keine Rolle. Im Gegenteil fand Birte den total gut.
Die beiden Frauen ergänzten sich auf eine Weise, wie es sonst nur in Romanen steht.
Heike zog nach Dänemark und fand dort schnell einen Job in ihrer Branche. Und Dänisch zu lernen war nicht wirklich schwer.
Birte und sie haben heute drei süße Kinder. Jede der Frauen hatte ihr Wunschkind selbst geboren, das dritte Kind ist adoptiert.
Das Leben kann so einfach sein, wenn sich die wahre Liebe findet. Und wenn man seine (zweite) Chance nutzt.

200: Rise of a Blog

Es gibt Dinge, die entwickeln ein Eigenleben. Aus einer Laune wird eine Passion. Und schnoddrig gekritzelte Blog-Einträge werden fast zu Literatur. Aber eben nur fast. Anders wird es niemals sein. Genau das ist mit meinem Blog geschehen, in dem ich nun Eintrag 200 schreibe. In Anlehnung an dem zweiten Film „300“ ist der Titel entstanden.

Und worüber habe ich nicht alles geschrieben. Japan-Reisen, Gedichte, Lesben und auch Mann haben es in meinen Blog geschafft. Wenn auch nicht in dieser Reihenfolge. Ich habe bewusst provoziert und so einige Artikel in echter Rage verfasst. Einen, wenn auch kleinen, Einblick in mein Leben, habe ich ebenfalls gewährt.

Geplant war das ganz anders. Aber meine Seele war im Fluss. Getrieben von Worten, Ideen und Gedichten, ist ein ganz eigenes Kunstwerk entstanden. Yuki schaut oft nur fassungslos zu, wie ich meine Worte zaubere. Wie einfach sie aus meinen Fingern fließen. Meist schnörkellos und ohne den Pathos früherer Tage.

Aber das mag ich zur Zeit einfach nicht. Ebensowenig wie ein japanisches Gedicht. Vielleicht haben mich die Turbo-PS auf diese neue Reise geschickt. Mit 200 durchs Internet macht immer Spaß. Aber im Gegensatz zu den Spartanern werde ich nicht verlieren. Mein Weg ist hier noch nicht zu Ende. Er wird noch eine Weile weitergehen.

Auf meiner Reise habe ich viele Menschen getroffen und auch ihre Ideen. Verzweiflung und Liebe bin ich ebenso begegnet, wie der der grauen Melancholie. Die scheint gern und oft über Blogs zu schweben und hat die Menschen fest im Griff. Worte aus Leid geboren kommen immer sehr gut an. Nur nicht bei mir.

Womit ich zu einem Thema komme, das mir sehr am Herzen liegt. Ich bin erstaunt darüber, wie mich andere Blogger sehen. Worte scheinen also doch nicht immer so einfach zu sein, wie viele Menschen glauben. Sie erzeugen Bilder in den Köpfen, denen ich kaum entspreche. Vielen erscheine ich als prügelnde Lesbe, die Männer in Höhlen und auf Bäume jagt.

Das ist von alters her ein Problem von starken Frauen, die damit am männlichen Ego kratzen. Einigen Mädels bin ich ebenfalls zu tough. Sie fürchten meine Offenheit und dass ich sie in ihrer Traumwelt störe. Aber die Welt ist bunter, als ein rosa Luftballon. Das gilt es immer zu bedenken bevor man über andere schimpft.

Niemand ist mit Schweigen geholfen, oder einem allzu schönen Wort. Fein geredet wird schon viel zu lange. Vor allem am Berliner Ort. Politisch korrekt verpackt man dort Muttis Merk(el)-Wort in Geschenkpapier. Das freut die deutsche Seele sehr. Nur keinen Ärger machen. Was sonst die Nachbarn wieder denken!

Die denken bekanntlich viel und laut. Und Deutschland nickt dazu im Takt. Marschiert wird dann am Hindukusch, um unsere Grenzen zu beschützen. Japan macht es auch nicht wirklich besser. Dort richtet man noch immer Menschen hin. Habt ihr das gewusst? Gehängt wird dort, das versteht sich von selbst. Human ist anders. Vielleicht sollten in der Politik dort endlich Köpfe rollen.

200: Rise of a Blog. Wohin soll die Reise gehen? Vielleicht zurück auf die ultrakrasse Schiene. Alice 2. Ihr wisst schon. Aber nicht schwarz-weiß ins Wunderland. Sondern immer bunt, immer unter dem Regenbogen. Immer mit Yuki Hand in Hand.

Mein Japan – Teil 1

Heute möchte ich über Japan schreiben und habe einige Eigenheiten kurz auf den Punkt gebracht. Denn das Zeitalter der Aufklärung hat begonnen. Meine Damen und Herren, Frau Dr. Landar erklärt Japan und JapanerInnen. Und was man als Gaijin am Besten niemals macht.

Menschen in Amerika und Europa sind laut. Und sie haben kein Benehmen. Das zumindest ist die Meinung von Japanern, wenn sie Gaijin zum ersten Mal ereleben. Japaner sind anders. Japaner sind vor allem leise. In Öffentlichen Verkehrsmitteln wird eisern geschwiegen. Laute Gespräche und klingelnde Mobiltelefone sind verpönt. Man repspektiert die Privatsphäre anderer deutlich mehr, als in Europa und den USA.

Vermutlich wird der eine oder andere meiner Leser schon japanische Filme gesehen haben und das nun vehement verneinen. Aber Filme sind Show und haben mit der realen Welt nicht viel zu tun. Oder es lief eine Reportage über Tokio. Aber Tokio ist Tokio, dort gelten manchmal andere Gesetze. Das ist wie mit Berlin, Moskau, oder auch Paris. Alles ist dort irgendwie ein wenig lockerer und zum Teil auch weniger kompliziert.

Japans Jugend ist rebellisch. Sie ist schrill, bunt und oft laut. Witzig dabei, dass sie dann immer noch leiser, als in Europa ist. Männer in Japan sind auch anders. Und sie begrapschen gerne Frau. Das wird „Chikan“ genannt und ist ein echtes Problem. Vor allem in der oft übervollen U-Bahn geschieht das gern. Dicht an dicht gedrängt darf Frau dann Mannes Hand am Hintern spüren. In diesem Fall hilft oft den Grapscher zu outen und laut zu werden.

Der Betreffende wird meist vor Scham im Boden versinken wollen und sein Tun bereuen. Ganz mutige Frauen werden seine Hand ergreifen und ihn der Polizei, oder dem Zugpersonal übergeben. Zumindest in Tokio gibt es daher Abteile nur für Frauen. Ob das in anderen Städten auch so ist weiß ich leider nicht. Vermutlich aber schon. Um nicht fälschlicherweise beschuldigt zu werden, halten manche Männer sich daher mit beiden Händen und deutlich sichtbar an Haltegriffen in der U-Bahn fest.

Japaner küssen wenig. Zumindest außerhalb des Hauses. Erwachsene werden diese Art der Zuneigung selten in der Öffentlichkeit zeigen. Bei Jugendlichen ist das schon eher der Fall. Wer nach Japan reist und dort Japaner begrüßt, der gibt bitte nie die Hand zum Gruß. Hände schütteln hat in Japan keine Tradition. Nur, wenn der Japaner die Hand anbietet, darf man sie auch ergreifen. Wird er aber meistens nicht. Es wird sich stattdessen verbeugt. Und hier kommt für den Gaijin das nächste Problem.

Verbeugen ist nämlich nicht gleich verbeugen. Eine in der Hierarchie tiefer gestellte Person verbeugt sich tiefer und länger als die höher gestellte. Grundsätzlich stehen Ältere über Jüngeren, Männer über Frauen, Kunden über Verkäufern und Gäste über Gastgebern. Dabei legen Männer die Hände seitlich an die Schenkel, Frauen legen die Hände aufeinander und halten sie vor die Oberschenkel. Japaner sind Ausländern gegenüber aber durchaus nachsichtig, wenn es um die richtige Verbeugung angeht. Und falls der Gastgeber, oder Geschäftspartner dann doch eine Umarmung anbietet, ist man als Gaijin oft überrascht. Auch Japaner gehen mit der Zeit.

In Japan sagt man nicht Nein. Das Wort wird so gut es geht vermieden. Es gilt als unhöflich das Wort „iie“ zu sagen, das einem Nein am nächsten kommt. Iie wird meist im Zusammenhang mit „Nein, danke“, verwendet, um z. B. Komplimente abzuwehren. Nur Klein-Mayumi hat das anders gesehen. Laut meinen Eltern habe ich oft vehement verneint. Und wenn es im japanischen dafür keine Worte gab, soll ich auf Deutsch verneint haben. Als Gaijin mit kaum vorhandenen Sprachkenntnissen, sollte man auch auf Englisch ein schroffes „No“ vermeiden. Wer höflich und blumig etwas umschreiben kann, kommt auch zum Ziel.

Titel und Hirarchien sind in Japan wichtig. Immer noch und immer wieder. Daher sind Visitenkarten äußerst interessant. Und auch der Umgang damit. Wer mit Japanern Geschäfte machen möchte, sollte seine Visitenkarten immer bei sich tragen. Die des Japaners ist mit beiden Händen entgegenzunehmen, aufmerksam und interessiert zu lesen, um sie dann mit größtmöglicher Sorgfalt in der Brieftasche zu verstauen. Das kommt gut an und ist bei Geschäften schon die halbe Miete.

Wer japanische Filme sieht, wird sich über japanische Essgewohnheiten wundern. Der eben noch so vornehme Japaner schlürft und schmatzt, wenn er eine Nudelsuppe vor sich hat. Das ist nun alles, aber kein schlechtes Benehmen. Im Gegenteil ist es ein Teil der japanischen Esskultur. Wer schlürft und schmatzt zeigt deutlich, dass es ihm schmeckt. Rülpsen gehört in Japan nicht zum guten Ton. Wer das macht ist schnell geächtet. Auch öffentlich die Nase putzen kennen Japaner nicht. Das macht man ohne andere Menschen.

Und wenn wir schon beim Essen sind, so gehört das Trinken mit dazu. Auf keinen Fall darf man sich selbst sein Glas nachschenken. Das wird als Zeichen der Gier gewertet. In einer geselligen Runde wird immer der Tischnachbar für ein volles Glas bei dem ihm an mächsten Sitzenden sorgen. Gleiches wird aber auch erwartet. Wer einen Kater vermeiden möchte lässt besser einen Rest im Glas, oder trinkt einfach Flaschenbier. Prost!

Damit all diese Infos nicht zu sehr verwirren, sage ich für heute leise Tschüss. Morgen gibts dann mehr von mir und meinem aufgeklärten Japan.