Die Banalität des Bösen oder warum blinder Gehorsam töten kann

Die Banalität des Bösen oder warum blinder Gehorsam töten kann

Weltweit bezeugen Millionen von toten Soldaten, dass blinder Gehorsam töten kann. Die Jugend der Welt ist auf den Schlachtfeldern verblutet. Das gilt für Japan, Asien, Europa und auch „Germanien“, das heute Deutschland heißt. Ich bin einem langjährigen Leser dankbar, dass er mich an den (Spiel)Film „Abraham – Ein Versuch“ erinnert hat, der auf dem Milgram-Experiment basiert.

Der (Spiel)Film „Abraham – Ein Versuch“ wirkt durch die Art der Kameraführung und die Schwarz-Weiß-Aufnahme deutlich bedrohlicher auf Zuschauer, als moderne Produktionen, was mir Freundinnen bestätigten. Wer weder Experiment noch Film kennt, dem ist bisher etwas entgangen. Ich empfehle dringend sich zu informieren. Vielleicht gehen dann noch mehr Menschen die Augen auf, wenn sie die Hetz-Artikel von Journalisten lesen oder wenn der Nachbar seinen Freund denunziert.

Aber Hand aufs Herz, haben wir das nicht schon alle gemacht? Können wir damit nicht endlich dem ungeliebten Kollegen die Suppe versalzen? Wir werden nun an seiner Stelle befördert, während er die Konsequenzen von was auch immer trägt. Dumm nur, irgendwann werden wir von einem anderen denunziert. Das gilt es zu bedenken, wenn wir bei anderen absurde Vorschriften durchsetzen.

„Wie kannst du das sagen, Mayumi?“, werden nun vielleicht einige Leser fragen. „Du bist doch Japanerin und die Japaner sind bekannt für ihre Folgsamkeit.“ Vor allem anderen bin ich ein Mensch, eine Frau, die selbst denken und entscheiden kann. Dass ich für meine Nation, für Japan einstehe, hat trotzdem Bestand. Aber blinder Gehorsam sieht anders aus. Was mich zur Frage bringt, wem Angela Merkel gehorcht. Wer ist der große Unbekannte, der sie dazu veranlasst hat, den ungeliebten Deutschen Stromstöße zu verpassen?

Zur Zeit überbieten sich die Mitarbeiter diverser Behörden darin, die eigenen Bürger zu gängeln und drohen immer schärfere Maßnahmen an. Das hat durchaus Tradition in Deutschland, die alten Nazis lassen grüßen. Auch ein gewisser Adolf Eichmann hat ja „nur“ auf Anweisung gehandelt. Die Banalität des Bösen steht langsam wieder auf. Dieses Böse sehe ich in den verlogenen Gesichtern deutscher Polit-Darsteller. Aber auch in den Augen deutscher Büttel, die alte Frauen in Gewahrsam nehmen. Auch die Schläger in Uniform kriechen erneut ans Tageslicht zurück.

Viele Deutsche schauen zum Teil staunend und fassungslos zu, wie sich ihr Land einmal mehr verändert. Dagegen protestieren? Auf keinen Fall! Es wird ja „nur“ die anderen treffen, so die absurde Logik vieler. Aber die Banalität des Bösen, der nächste Blockwart lauert schon. Wehrt euch doch endlich sonst drehen die Eliten die Uhr in eine Zeit zurück, die keiner von euch erleben will.

Autoren heute – Zwischen Wortmagie und Banalität

Wir alle, die wir einen Blog betreiben, sind Autoren. Als Autoren werden für gewöhnlich Schriftsteller bezeichnet, die eigenständig und ohne direkten Auftrag kreativ arbeiten. Als Autor gilt der Urheber oder Schöpfer eines Werkes. Aber nicht jeder Autor schreibt perfekt. Zum Schreiben gehört neben Technik auch Talent. Daran mangelt es oft. Oder der Autor besitzt viel Talent, weiß aber nichts von der Technik des geschriebenen Wortes. Und da fangen oft die Missverständnisse an.

Eifersüchtig wird über den eigenen Beitrag gewacht und jede Kritik sofort im Keim erstickt. Thema verfehlt, setzen, durchgefallen. Als Autor muss ich dafür sorgen, dass mein Wort verstanden wird. Und ich muss offen für Kritik sein, wenn ich diese nicht explizit verneine. Nur warum verneine ich Kritik? Bin ich als Autor bereits so gut, dass ich keine Fehler mache? Die wenigsten Autoren sind begnadete Schreiber. Erst ein Lektorat macht aus dem Rohdiamanten einen Edelstein.

Nun ist ein Blog meist nur ein Blog und dort gibt es selten Literatur. Allenfalls gute Unterhaltung zwischen Küche, Kind und Job. Alles legitim, alles gut. Frage ich aber als Autor nach der Meinung meiner Leser, so sollte ich Kritik annehmen. Und genau das gelingt den meisten Menschen nicht. Sie sind begnadete Erzähler, aber sie zeigen mir kein Bild. Und ohne Bilder bleibt auch die Story auf der Strecke.

Ein Beispiel: „Der Himmel war grau. Es schneite.“ Als Leser habe ich nun Informationen erhalten. Da ich weiß, wie Schnee, oder ein grauer Himmel aussieht, kann ich mir ein Bild damit erstellen. Aber große Kunst ist das nicht. Der erste Satz eignet sich für ein Haiku, aber nicht für einen Roman. Und dass es schneit, hat mir der Autor auch nur erzählt. Er Autor sollte sich vorstellen seine Informationen mit einem Sehbehinderten zu teilen. Der kennt die Farbe grau, der kennt auch Schnee. Aber um wie viel bunter wird die Welt dieses Menschen werden, wenn man ihm gemalte Worte präsentiert?

Deutschland gilt als Land der Dichter und Denker. Aber davon kann ich nicht viel spüren. Die Zeit der großen Autoren und Philosophen scheint vorbei zu sein. Es ist allenfalls noch Mittelmaß, was aus deutschen Hirnen quillt. Trash-Kultur und Handy-Manie tragen ihren Teil dazu bei, um die Massen weiter zu verblöden. Und ein TV-Programm auf Kitsch-Niveau macht die Sache ebenfalls nicht besser. Aber ist Deutschland wirklich auf dem absteigenden Ast, wenn es um Dichter und Denker geht? Gibt es wirklich keine großen AutorInnen mehr?

Große Autoren werden gern in den Himmel gehoben und als moralisches Vorbild angesehen. Jeder Leser will so sein wie sie. Und genau das ist der Fehler. Die meisten Künstler sind schräg und etwas anders, als die Masse. Was sie in Büchern schreiben und wirklich meinen, hat oft wenig miteinander zu tun. Politische Schriftsteller sucht man meist vergebens. Der Zeitgeist hat sie heimgesucht und die Bequemlichkeit hat sie müde gemacht. Aus Denkern werden so oft nur gefällige Wortakrobaten, die uns halbgaren Einheitsbrei servieren. Würzig ist anders.

Schuld daran sind aber auch Verlage und das deutsche Schulsystem. Nur mühsam kam in Deutschland die Idee voran, Kurse für kreatives Schreiben einzuführen. Während in den USA ganze Generationen von Nachwuchsautoren bereits in der Schule gefördert werden, paukt man hierzulande BWL. Und das ist knochentrocken, wie die Schreiberin dieser Zeilen weiß. Verlage machen es sich heute einfach. Ihre Pförtner, Lektoren genannt, wachen mit Argusaugen über den Erfolg. Was nicht ins Programm passt wird einfach ignoriert.

Aber zurück zu den Autoren und Blogs, den Foren und der Facebook-Manie. Immer wieder begegnen mir dort Menschen, die sich von der Welt unverstanden fühlen. Wortreich versuchen sie sich zu artikulieren, aber kommen niemals auf den Punkt. Oft gehören sie zur Gruppe der „Anonymen Supermenschen“, die lediglich an ihrem Computer die Helden sind. Dort erstellen sie hochkomplizierte, oder nichtssagende Profile und klagen ihr Leid hinaus in die Welt. Sie hoffen auf rege Diskussionen, aber sie führen sie dann nicht. Das Problem dieser Spezies: Sie wissen selbst nicht, wer sie sind. Noch weniger, was sie wollen.

Ihrer Meinung nach sind sie das Maß aller Dinge und alle anderen müssen nun so sein, wie sie es gern hätten. Da das aber in der Regel nicht so ist, gibt es bald den ersten Streit. Wortreich werden Besucher der Seite belehrt, wie sie einen Beitrag zu sehen haben. Und da fange ich meist an zu lachen. Ein Gedicht steht für sich selbst. Ein Leser kann niemals die Intention des Autors erfassen. Er wird es immer auf seine Weise interpretieren. Was ist daran verkehrt?

„Du MUSST das so und so sehen weil …!“, wird dann geschrieben. Aber muss ich das? Ich lese Worte und fühle mich in einen Text. Aber kryptische Botschaften kann nur die NSA entschlüsseln. Und nur der Autor kennt seine eigene Intention. Gute Autoren vermögen Gefühle und Bilder zu vermitteln. Schlechten Schreibern fällt das schwer. Sie führen wahren Krieg gegen jeden, der sie nicht versteht. Immer sind die anderen schuld. Das Leben dieser Menschen ist eine einzige Schlingerfahrt. Sie drehen sich im Kreis wie ein Hund, der seinen Schwanz verfolgt. Hoffnungslos.

Nun ist es nicht jedem gegeben sich richtig auszudrücken. Manche brauchen einen halben Roman, statt etwas mit wenigen Sätzen präzise auf den Punkt zu bringen. Die Kunst des Haiku, oder Senryū hilft dabei. Ein Haiku schreiben ist nicht schwer. 5 – 7 – 5, ist keine Formel und auch keine magische Zahl. Und dann wieder doch. Mit Wortmagie erreicht man immer Leser. Aber nie mit Banalität.