Gedanken einer Ausländerin: Gesichter der Wahrheit

Gedanken einer Ausländerin: Gesichter der Wahrheit

„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ (Bertolt Brecht)

Es gibt drei Arten der Wahrheit heißt es: Deine, meine und die Wahrheit. Im vorliegenden Fall ist es die Wahrheit der BILD, präsentiert von Chefredakteur Julian Reichelt. Vier Jahre nach Merkels Alleingang bei der sogenannten Grenzöffnung, vier Jahre nach ungebremster und unkontrollierter Einwanderungspolitik, vier Jahre und eine gespaltene Gesellschaft später, steigt nun ausgerechnet der Chef des größten deutschen Schmierblatts in den Ring, um Merkel scheinbar den Todesstoß zu versetzen. Durchsichtiger geht es kaum.

Lügen! Lügen?

Unter dem Motto „Angela Merkel: Lügen, so durchsichtig wie Frischhaltefolie“ fährt der Mann schwere Geschütze auf. Die Zielgruppe ist klar. Sie reicht von der schweigenden Masse, auch Lämmer genannt, bis hin zu jenen Beschränkten, die täglich am geistigen Gartenzaun stehen und das Brett vor dem eigenen Kopf nicht sehen. Noch schlimmer und brandgefährlich sind all jene, die durchaus einen Teil der Wahrheit erkennen, aber nur noch ihre selbst gewählte Ruhe wollen. „Das wird schon alles wieder werden,“ heißt es dort. Ja, das wird es. Aber anders, als sie sich erhoffen.

Dass ich trotz politischer Skepsis eine gewisse Genugtuung empfand, als zum ersten Mal eine Frau das Amt der Kanzlerin übernahm, habe ich bereits mehrfach formuliert. Diesen Fehler habe ich nie wieder begangen und „Politik“ sehr schnell wieder mit nüchternen Augen gesehen. Auf diese Weise lese ich auch die Halbwahrheiten des Julian Reichelt, von denen ich einige analysieren will.

Merkel muss weg!

Dass man Angela Merkel zumindest eine Mitschuld am Aufstieg der AfD unterstellen kann, wird nur noch von wirklichen Dummköpfen geleugnet. Den Rest haben ihre Vasallen besorgt, die auf der Schleimspur der Kanzlerin kriechen. Noch wagen sie keinen Aufstand. Selbst Friedrich Merz spielt nur (s)eine Rolle und wird dafür mit Sicherheit fürstlich entlohnt. Ob nun die Putzfrau aus dem Saarland oder der lasche Laschet die CDU in den Abgrund führen wird spielt keine Rolle. Das Drehbuch ist längst geschrieben, „The Show must go on!“

Die Armeen der Raubtierkapitalisten sind gut aufgestellt. Auch eine AfD wird daran nichts ändern. Mit Herzenslust wird auf diese „Faschisten“ eingeprügelt, die in den Augen der Beschränkten den GröFaZ repräsentieren. Dreht man den Spieß um und deutet auf die „linke Seite“, taucht dort die mörderische Fratze von Stalin auf. Aber die Systeme der beiden Massenmörder sind gescheitert, nun wird der Komödie nächster Akt inszeniert.

BILDer der Wahrheit

Die BILD verkauft „Lügen, Hass und Titten.“ Zwar weniger erfolgreich als noch vor Jahren, ist dieses Blatt noch immer ein Garant für Meinungsmache. Die, das sollte jeder wissen, kommt über die Atlantik-Brücke in deutsche Redaktionen gekrochen. Dort verkauft man die Wahrheit der US-Demokraten, denen der Republikaner Trump ein Dorn im Auge ist. Wobei Demokraten und Republikaner nur Synonyme für jene Finanzeliten sind, die in Wirklichkeit mit dem Trick „Teile und herrsche“ regieren.

Trump spielt allerdings zum Teil sein eigenes Spiel, das behaupte ich an dieser Stelle ganz naiv. Aber auch er wird letztlich die Interessen der US-Eliten vertreten, die in Konkurrenz zu jenen aus Europa und Asien stehen. Und damit habe ich vorweg genommen, um was es in der Politik schon immer geht. Die (Um)Verteilung der Ressourcen, um Macht und sehr viel Geld.

Machtkämpfe der Eliten

Reichelt schreibt: „Lieber Ruhe daheim als Risiko in fernen Ländern – bis das Risiko schließlich nach Deutschland kam!“, sei immer Merkels Motto gewesen. Der erste Teil des Satzes ist richtig, der zweite nur die typisch manipulative Halbwahrheit. Merkel selbst war es, die das Risiko in Form von jungen Männern nach Deutschland geholt hat, bzw. holen musste. Aber diese Wahrheit werden wir nie erfahren. Die bleibt hinter hohen Mauern verborgen. Auch vor den Augen jener am geistigen Gartenzaun.

„In der Energiepolitik habe Merkel Deutschland von Russland abhängig gemacht“, wettert Reichelt und folgt damit den ihm von den Finanzeliten der USA eingeflüsterten Worten, die gern (teures) amerikanisches Gas in deutschen Haushalten sehen. Durchaus berechtigt ist der Vorwurf, dass Merkel Deutschland beim 5G-Netz in die Abhängigkeit des aus China stammenden, totalitären Überwachungsgiganten Huawei führe. Was er vergaß zu erwähnen, wer bisher das Internet und die Mobilfunknetze kontrolliert.

Kritik (un)erwünscht

An Reichelts Artikel gibt es viel zu kritisieren. Hauptsächlich dass US-Präsident Obama ein guter Mann gewesen sei. Gut war er im töten von Menschen. Dafür, unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe, hat man ihn zum Friedensnobelpreisträger auserkoren. Merke: Die Spielregeln werden von den Siegern gemacht.

Meine Wahrheit, die niemand glauben muss, zumindest aber lesen kann, zeigt das Bild einer Politshow auf, die aus stets wechselnden DarstellerInnen besteht. Die, das wissen wir, gern von den kommenden, schlechten Zeiten sprechen und dass „wir“ den Gürtel enger schnallen müssen. Mit „wir“ ist aber lediglich die Bevölkerung gemeint. Darsteller und Regisseure der Show werden weiter kräftig abkassieren. Um das zu verschleiern, hat man Feindbilder erschaffen und prompt schlagen sich „Brüder und Schwestern“ die Schädel ein. Dümmer geht es nimmer.

 

Bild: Pixabay

Hier geht es zum Artikel der BILD: Die bittere Bilanz von Merkels Außenpolitik 

Die Ide(e)n des Friedrich Merz

Nachdem meine letzten Beiträge vom Unrechtsstaat Deutschland handelten und vielleicht einige Aha-Effekte ausgelöst haben, möchte ich heute einige Worte über den (ehemaligen) Politdarsteller Friedrich Merz verlieren, der scheinbar wie ein Phönix aus der Asche erneut ins Rampenlicht getreten ist. Wobei man eigentlich kaum etwas über Merz sagen müsste, der Mann war schon immer ein Diener des Neoliberalismus.

Der König von Deutschland

Merkel muss (bald) gehen, das haben ihre Auftraggeber nun entschieden. Vermutlich wird danach das Buch ihrer Lebensgeschichte folgen und zum Bestseller avancieren. Darin wird viel von ihren Visionen geschrieben stehen und wie erfolgreich sie diese umgesetzt hat. Dumm nur, die Frau hatte noch nie eigene Visionen. Aber lassen wir die Spitzfindigkeiten. Wichtiger ist, wer ihr nachfolgen soll und vielleicht schon bald der neue „König von Deutschland“ ist.

Wichtig ist auch zu verstehen, wer plötzlich Merz ins Spiel gebracht hat und warum. Dazu muss man sich Merz Werdegang nach seinem Rückzug aus der Politik ansehen. Kurz und knapp kann man sagen, dass Merz ein direktes Mitglied der Eliten ist und auf der Rangliste sogar noch über Angela Merkel steht.

1. Merz ist der Vorsitzende der Atlantik-Brücke, der größten Lobby-Organisation der amerikanischen Politik in Deutschland. Die Liste ihrer Mitglieder ist lang. Lesen und staunen, bei Wikipedia finden sich einige davon.

2. Merz ist seit März 2016 Aufsichtsratschef beim deutschen Ableger des weltweit größten Vermögensverwalters BlackRock.

3. Merz sitzt im Aufsichtsrat von HSBC Trinkaus & Burkhardt, einer Tochtergesellschaft der HSBC Holdings plc (Hongkong and Shanghai Banking Corporation).

Allein diese drei Beispiele machen deutlich, der Mann hat es nicht nötig zurück in die Politik zu gehen. Aber er soll und muss. Die Finanzeliten wollen ihren Willen nun mit einem eigenen Mitglied schneller durchsetzen, als das mit Merkel bisher möglich war. Wie Merz tickt kann man sich gern in diversen Interviews anhören, wo er unter anderem über die Globalisierung, die repräsentative Demokratie und auch die GRÜNEN spricht. Dazu gleich noch mehr.

Der grüne Frühling

Ja, die GRÜNEN erleben einen zweiten Frühling, nachdem die Partei fast schon abgeschrieben war. Das liegt am Niedergang der Sozialisten in ganz Europa, der kaum noch aufzuhalten ist. In Deutschland steuert die SPD auf historische Tiefstände zu, die alten Sozis sind schon lange Geschichte. Die jetzige Führungsriege ist ein Haufen von elitären Berufspolitikern, denen die eigenen Wähler lästig geworden sind.

DIe GRÜNEN haben es geschickt verstanden sich zu verjüngen und scheinbar abseits der GroKo-Politik zu positionieren. Sie punkten mit angeblichen Ideen zum Thema Umweltschutz und jubeln von Schleppern und NGOs nach Deutschland geschleusten Wirtschaftsmigranten zu, die sie als Flüchtlinge im Sozialamt Deutschland willkommen heißen. Damit punkten sie bei der völlig verunsicherten Bevölkerung, die keine Lust mehr auf die Fortsetzung Merkelscher GroKo-Fantasien hat. Dass im Kanzleramt längst eine GRÜNIN regiert, haben nur sehr wenige in Deutschland begriffen.

Merkel hat es geschickt verstanden, die CDU auf ihren Kurs zu bringen. Nun schafft man sich, mit Hilfe der AfD und der GRÜNEN, die SPD vom Hals, die die Union schon viel zu lange geärgert hat. Das wäre nicht weiter tragisch, aber mit dem Aufstieg der GRÜNEN rückt eine Partei ins Rampenlicht, die gefährlich für Deutschland ist. Kommt Merz, was trotz seiner Vernetzung mit den Eliten möglich ist, wird er sich nach einer Neuwahl die GRÜNEN als Partner holen. Selbst wenn die CSU dann die Union verlässt, wird das kein Beinbruch sein. Die CDU stellt sich dann einfach in Bayern auf und wird dort als Junior der CSU und der Freien Wähler mitregieren.

Merz erklärt die Welt

Wie Merz tickt möchte ich mit einigen Beispielen erläutern. Wer sie richtig liest wird verstehen, für wen oder was der der Ich-Mensch Merz einstehen wird.

„Die Politik darf es nicht den Populisten überlassen, nicht der Straße, die Themen zu setzen.“ – Er meint damit, dass dem Volk und Parteien wie der AfD kein wie auch immer geartetes Mitspracherecht gegeben werden soll. Das Volk hat sich gefälligst dem Willen der Regierung zu beugen und nicht umgekehrt.

„Die repräsentative Demokratie heißt Verantwortung in der Hand der gewählten Abgeordneten. Und wenn Abgeordnete dafür plädieren wichtige Abstimmungen in die Hand der Bevölkerung zurückzugeben, dann plädieren sie im Grunde genommen für ihre eigene Entmachtung.“ – Er positioniert sich mit dieser Aussage als entschiedener Gegner von Volksabstimmungen und hält sie sogar für gefährlich.

„Ich bin 1994 in den Bundestag gekommen, zu einem Zeitpunkt wo die Vorbereitungsarbeiten zur Währungsunion weit voran geschritten waren. Ich bin dann im Finanzausschuss gewesen, ich bin maßgeblich mit beteiligt gewesen, auch an der Einführung des Euro in Deutschland.“ – Sein von BlackRock forcierter Wiedereinstieg in die Politik soll nun verhindern, dass es zum Euro-Crash kommt. Liest man die 1:1 aus dem Phoenix-Interview übernommen Sätze wird klar, dass Merz auch persönliche Interessen hat, da er den Euro als sein Baby ansieht. Wie BlackRock das nach seiner möglichen Zweitkarriere honoriert, wird sich in vier bis acht Jahren zeigen. Schon allein diese Aussagen machen den Mann unwählbar. Er ist und bleibt ein klarer Lobbyist.

Die Iden des März

Merz will bei einer Wahl als CDU-Parteichef kein Kanzlermörder sein. Aber er hat bisher auch vehement eine Rückkehr in die Politik ausgeschlossen. Glaubwürdigkeit geht anders, Herr Merz. Merkel wird bei einem Sturz nicht sonderlich heftig fallen. Vermutlich werden wir die Bundesmutti schon bald wieder als Vorsitzende irgendeiner Stiftung sehen. Die „Iden des Merz“, werden also kommen. Schon Julius Cäsar hat man an den „Iden des März“ umgebracht.

Merz würde ohnehin nur der Übergangskanzler zur Abschaffung Deutschlands sein. Als ersten Schritt könnte er die Deutsch-Französische Union forcieren, die wirtschaftlich vor allem Frankreich nützt. Danach wird sich dieses Gebilde einen Staat nach dem anderen einverleiben, bis eine Art Europäische Union der Sozialistischen Republiken (EUdSR) entstanden ist. Österreich und Ost-Europa könnten sich eine Weile dagegen wehren. Vielleicht werden sie aber auch so lange finanziell erpresst, bis die jetzigen Regierungen stürzen.

Fraglich nur wie lange Macron, dessen Aufstieg ein Zaubertrick der Finanzeliten gewesen ist, noch regieren wird. Immer mehr Franzosen gehen auf die Straße, um sich gegen seine absurden Pläne zu stellen. Dass die EU so gut wie am Ende ist und der Euro nur durch enorme finanzielle Kraftanstrengungen am Leben gehalten wird, will sich niemand in Brüssel eingestehen. Im Gegenteil wird „Europa“ stets in den höchsten Tönen gelobt.

Gemeint ist damit aber das Kunstprodukt der Europäischen Union (EU), der Kontinent Europa ist etwas völlig anderes. Es ist wichtig diese Unterscheidung zu machen. Durch Wortvermischung setzen sonst immer mehr Menschen die EU mit Europa gleich. Europa hat es aber schon lange vor der EU gegeben und wird auch nach deren Niedergang noch bestehen.