Testosteron und die Macht der Revolution

Laut einem Bericht der Welt online ist das männliche Sexualhormon Testosteron dafür verantwortlich, dass Männer unter anderem in Kriege ziehen, oder eine Revolution starten. Die Autorin Karin Kneissl will das herausgefunden haben. Sie vertritt die Meinung, dass der Arabische Frühling ein gutes Beispiel für sexuell frustrierte junge Männer sei.

Wer den Artikel nachlesen möchte:

http://www.welt.de/kultur/history/article108273897/Erst-Testosteron-macht-Maenner-zu-Revolutionaeren.html

Ich hatte den Artikel wieder entdeckt, als ich etwas recherchieren wollte.

Karin Kneissl wirft auch die These auf, dass Testosteron bei Männern für den Beschützerinstinkt verantwortlich sei. Ebenso für Führungsanspruch und Wettbewerb innerhalb einer Männergruppe. Ich fragte mich an dieser Stelle, ob die gute Karin jemals mit Frauen gearbeitet hat. Vielleicht sind wir weniger offen aggressiv als Mann, sehen viele Dinge anders. Aber ein Alphaweibchen wird es in jeder Gruppe geben. Und die durch Testosteron gesteigerte Kampfeslust von Mann mag durchaus zutreffen. Nur warum gibt es dann immer mehr Frauen, die sich in Kampfsportarten üben? Weil Mann das so möchte? Nein. Ich habe Karate und Aikido zwar bei meinem Vater gelernt, aber gezwungen hat er mich nicht. Das wäre ihm nicht gelungen, ich hatte schon mit fünf Jahren meinen eigenen Kopf.

Nun bin ich keine Ärztin und Psychologie zu studieren überlasse ich anderen Menschen. Aber ich weiß schon, dass Hormone großen Einfluss auf unser Seelenleben, unser Wohlbefinden haben. Damit aber nun gleich Kriege und Revolutionen zu erklären halte ich doch für sehr weit hergeholt. Es mag vielleicht einfach sein, die aufgestaute (sexuelle) Energie von Mann zu nutzen um sie in einen Krieg zu lenken. Den Arabischen Frühling damit zu erklären ist lächerlich. Da hat die liebe Karin Kneissl gewaltig an der politischen Realiät vorbei geschossen. Und die wird nun mal von den USA bestimmt. Und von Russland, China und Europa. Das sind die wahren Drahtzieher. Es geht ums Öl, um Kontrolle.

Klar, aus Sicht von Frau ist Testosteron ein böses Hormon. Es steht für Gewalt, Krieg und Tod. Frauen mögen nichts davon. Mit Ausnahmen. Wie etwa die britannische Königin Boudicca, die im Jahr 60-61 n. Chr. einen Keltenaufstand gegen die Römer führte. Und „just for the records“ liebe Karin Kneissl: Es war – für die Öffentlichkeit so dargestellt -, dass Video der Bloggerin Asma Mahfouz auf Facebook gepostet, das die Ereignisse 2011 in Gang setzte. Ja, eine Frau.

Ob Boudicca und Asma Mahfouz wohl zuviel Testosteron hatten? Wohl kaum. Aber vielleicht ist es für so manche Frau schwer sich einzugestehen, dass ein Matriarchat keine böse Sache wäre.  Und auch wenn ich Frau Merkels politische Ansichten nicht mag, als „Große Mutter“ kann ich sie dann doch ein bisschen mögen.