Die Flüchtlingsindustrie

Das Wort Migration ist kein neues Wort. Migration, im Sinn von Völkerwanderung, hat es immer schon gegeben. Es waren eben diese Migranten, die dem Römischen Imperium den Untergang brachten. Aber das war vor vielen hundert Jahren und hatte einen anderen Hintergrund. Das Wort Migration im 21. Jahrhundert muss kritischer betrachtet werden.

„Aus queerfeministisch-marxistischer Perspektive – [KLICK] – sei Migration inhärent schädlich“, schreibt Jenny Künkel. „Das System Migration wird durch Rassismus, Sexismus und Kapitalismus hervorgebracht“, heißt es weiter. Und da hat Frau Künkel recht. Bemerkenswert ist ihre Kritik an den Linken. Gemeint ist damit aber keine Partei.

Jenny Künkel: „Die Liberalisierung der Migrationsgesetzgebung in den letzten Jahren führte zu einem Anwachsen von Menschenhandel, mehr toten Flüchtlingen im Mittelmeer und Armutsmigration.“ Das mag im ersten Moment schockierend klingen, wie kann ein gut gemeintes Asylgesetz schädlich sein?

Europa, aber eigentlich alle wohlhabenden Staaten dieser Welt, erleben schon seit Jahren einen Anstieg der Armutsmigration. Während sich z. B. Australien mit Kanonenbooten abschottet und Flüchtlinge nach Nauru, Papua-Neuguinea oder der Weihnachtsinsel abschiebt, sind Europas Grenzen so löchrig wie ein Stück Schweizer Käse.

Dazu beigetragen hat auch der klare Rechtsbruch der deutschen Bundeskanzlerin, die 2015 endgültig zur Despotin avancierte. Ihre (unbedachten) Worte, haben mit zu den katastrophalen Zuständen geführt. Es mag seltsam klingen und im ersten Moment paradox, aber Gewinner sind nicht die Migranten. Klar, die bekommen nun Geld vom Wohlfahrtsstaat. Aber noch mehr Geld bekommen die Schleuser.

Ja, hier geht es um jene Hintermänner, die Menschen erst in die Schlauchboote setzen. Irgendwoher müssen Flüchtlinge die bekommen. Irgendwer hat sie auch zum Mittelmeer gebracht. Die Presse verkauft uns gern Bilder von Müttern und ihren Kindern, die einen beschwerlichen Fußweg über tausend Kilometer hatten. Über die eingesetzen Busse und LKW schweigen sie. Die darf es für die Öffentlichkeit nicht geben.

Laut Presseberichten habe jeder Flüchtling Geld an Schleuser bezahlt. Von vier- bis fünfstelligen Summen ist oft die Rede. Angeblich sollen die günstigsten Mittelmeerpassagen etwa 1.000 Euro pro Person kosten. Die Frage stellt sich, wer hat so viel Geld? Dazu muss man sich vor Augen halten, was solche Summen in Afrika bedeuten. Damit lebt eine Familie dort lange und gut.

Ein Widerspruch zur These der gut verdienenden Schleuser? Flüchtling ist nicht gleich Flüchtling. Und mit Sicherheit fließt sehr viel Geld. Aber es wird auch von dubiosen Hintermännern gezahlt, um junge Frauen nach Europa zu bringen. Die Bordelle warten, der moderne Menschenhandel hat schon lange begonnen.

Vielleicht stimmen die Berichte. Vielleicht ist es auch wahr wenn Afrikaner berichten, dass sie die Überfahrt mit selbst geschürften Diamanten bezahlen. Aber es bleiben Zweifel an solchen Berichten, die man immer kritisch sehen sollte. Nicht über alles wird berichtet. Und damit macht sich auch die Presse zum Flüchtlingshelfer.

Geschwiegen wird auch über (Massen)Vergewaltigungen, denen viele Frauen auf der Flucht ausgesetzt sind. Von ihren eigenen Glaubensbrüdern. Und die haben schon die koptischen Christen ins Meer geworfen. Niemand kann mit Bestimmtheit sagen, wer im Hintergrund der Migration verdient. Sich an kruden Theorien zu beteiligen macht wenig Sinn.

Aber die Schleuser gibt es und ein Phänomen, das die Menschen im Westen gern übersehen: den Menschenhandel. So meldet die Europäische Polizeibehörde (Europol), dass 10.000 alleinreisende Flüchtlingskinder verschwunden sind. Und das sollte jedem Flüchtlingshelfer zu denken geben. Aber längst hat sich auch in Deutschland eine regelrechte Industrie um Migranten gebildet, die kräftig verdienen will.

Hotel- und Pensionsbesitzer sind nur zwei Beispiele jener Profiteure, die Flüchtlinge als Einnahmequelle entdeckt haben. Nun einen pauschalen Rundumschlag zu landen ist falsch. Aber wo (viel) Geld fließt, wird es immer Missbrauch geben. So auch bei den verschwundenen Kindern und jenen Frauen, die zur Prositution gezwungen worden sind. Während der Flucht und danach.

Auch in Deutschland verkaufen Politik und Presse der Öffentlichkeit gern, wie Flüchtlinge zukünftig in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen. Sogar von einer Absenkung des Mindestlohns ist die Rede. Und schon sollten bei jedem logisch denkenden Deutschen die Alarmsignale schrillen.

Wer billige, migrantische Dienstleistungen in Deutschland nachfragt, wird zum Helfer eines tödlichen Migrationssystems“, schreibt Jenny Künkel. „Die Nachfrage muss strafbar werden! Es ist ein Skandal, dass linke Kreise die Gewalt in der Migration seit Jahrzehnten leugnen.“ Meine Hochachtung, Frau Künkel. Solche Worte hat man lange vermisst.

Das reiche Europa, die USA und Teile Asiens müssen zwingend umdenken lernen. Millionen von Migranten aufzunehmen bringt nur für wenige Gewinn. Viele Migranten werden auch in ihrer neuen Heimat im Elend leben. Sie stattdessen ihrer alten Heimat nicht zu berauben, keine Waffen mehr an Diktatoren zu liefern, wäre ein erster Schritt. Aber dazu muss sich die ganze Welt einig sein.

Der Kampf gegen die Ursachen der Migration, gegen die Schleuer, ist die Herausforderung unserer Zeit. Wir alle, die wir im Wohlstand leben, uns in gut gefüllten Supermärkten heimisch fühlen, können dabei helfen. Vorausgesetzt wir haben die richtigen VolksvertreterInnen, die Steuergelder richtig nutzen. Und deren Politik mit einer Stimme spricht. Gegen Rassismus, gegen Fremdbestimmung durch Russland oder die USA.

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Unser Leben im Schrank

Bei Lesben und Schwulen wird oft vom sogenannten „Coming Out“ gesprochen, wenn sie sich Freunden und Familie offenbaren. Gemeint ist damit, dass sie bisher quasi in einem Schrank / Closet gelebt haben. Ihr wahres Ich, ihre Gefühle waren der Welt verborgen. Aber leben wirklich nur Homosexuelle in eben diesem Schrank? Die amerikanische LGBT-Aktivistin Ash Beckham sieht das anders. Sie sagt, und ich stimme ihr zu, dass wir alle unsere Geheimnisse haben.

Vielleicht sind es oft nur Kleinigkeiten über die wir schweigen. Aber es kann auch ein Hirntumor, oder der verlorene Arbeitsplatz sein. Ash spricht von emotionalem Stress, den dieses Schweigen in uns auslöst. Menschen leiden unter diesem Stress. Und Stress macht bekanntlich krank. Von Bluthochdruck über Panikattacken bis hin zur Depression ist alles vertreten. Muss das wirklich sein? Wie Ash sage ich NEIN!

Wenn wir ein (scheinbares) Problem mit uns tragen, sollten wir nach einer Lösung suchen. Und warum suchen wir diese Lösung nicht gemeinsam? Warum verbergen wir ein Geheimnis vor anderen Menschen? Die Antwort ist recht einfach: Damit wir so sind, wie sie es sich wünschen. An dieser Stelle möchte ich meinen LeserInnen Zeit zum Nachdenken geben und die Frage stellen: In welchem Schrank lebst du und warum? Wenn wir ehrlich zu anderen Menschen sind, werden sie ehrlich zu uns sein. Warum soll ich so sein, wie andere Menschen es von mir erwarten? Ich habe meine eigene Geschichte, mein eigenes Leben.

Ash sagt: Coming Outs sind hart. Und damit meint sie alle Coming Outs dieser Welt. Es gibt keine hart und härter. Nur die Frage, ob ich 10 Minuten, 10 Jahre, oder für mein ganzes Leben im Schrank bleiben will. Und ein Schrank ist kein Platz zum leben. Ohne Ash zu kennen, ohne viel über das lesbische Leben zu wissen, bin ich als Teenager aus dem Schrank gekommen. Für mich, als ehrlichen Mensch, war das recht einfach. Ich konnte mit meinen Eltern immer über alles reden und habe das auch immer getan. Unbewusst habe ich so Stress vermieden. Natürlich habe ich meinen armen Eltern damit eine harte Zeit beschert. Aber sie ahnten es ohnehin und dankten mir im Nachhinein für meine Ehrlichkeit. Sie haben es akzeptiert. Nicht sofort. Aber ohne mir Stress zu machen.

Ash war früher eine militante Lesbe. Zu der Sorte gehörte ich nie. Ich bin mehr eine fraulich aussehende Feministin, die ihre Argumente recht schlagkräftig durchsetzen kann. Das nur als Scherz am Rande bemerkt. Aber manchmal müssen wir nicht kämpfen. Ash erzählt in ihrer famosen Rede, wie sie als Bedienung mit kurzen Haaren und einem männlichen Look, diesem vierjährigen Mädchen gegenübrstand. Einem Kind, das in aller Unschuld fragte: „Are you a Boy or a Girl?“ Ein kleines Mädchen in einem rosa Kleid. Keine wirkliche Gegenerin für eine so kampferprobte Lesbe.

Ash hatte verstanden, dass sie gegen dieses Kind nicht kämpfen musste. Sie sagte wörtlich: „Hey, I know it’s kind of confusing. My hair is short like a boys and I wear boys clothes but I am a girl. You know how sometimes you like to wear a pink dress and sometimes you like to wear your comfy jammies. Well I’m more of a comfy jammies kind of girl.“
Das Mädchen habe sie angeschaut, sagte Ash und dann erwidert: „My favourite pajamas are purple with fish. Can i get a kid’s pancake please?“

Muss ich zu dieser Szene mehr sagen? Das Kind hatte seine Information, es teilte seine und ging zur Tagesordnung über. So einfach kann ein „Coming Out“ sein. Ohne Stress. Ash Beckham’s Rede findet sich HIER

Und wann kommst DU aus dem Schank?

Kuschelhormon macht Männer froh und Frauen glücklich

Ich wusste immer schon, dass ich anders bin. Aber seit heute weiß ich es ganz genau. Schuld daran ist erneut der SPIEGEL. Nicht der im Badezimmer! Der SPIEGEL schreibt heute über das Kuschelhormon Oxytocin. Es mache die Partnerin attraktiver, heißt es in dem Bericht. Zwar ist der Artikel auf Mann zugeschnitten und erklärt ausführlich warum das so ist, aber Oxytocin kenne ich schon lange. Frauen haben wesentlich mehr davon. Sie produzieren es wenn sie sich verlieben, Sex haben, oder ein Baby stillen. Laut Dr. Lauren Costine gibt es bei lesbischen Paaren aber ein wesentliches Problem, das hetero Paare nicht in dem Maß haben. Angeblich sinke bei Lesben der Oxytocin Spiegel bereits nach wenigen Monaten dramatisch, bis die Produktion des Hormons völlig eingestellt wird.

Natürlich bin ich schockiert.
Liefert Dr. Costine hier die ultimative Erklärung für das (eher seltene) Scheitern von lesbischen Paaren?
Ich überlege wie lange ich Yuki kenne. Es sind bereits mehr als 5 Jahre. Seit 3 Jahren leben wir zusammen. Im Oktober 2013 haben wir geheiratet und ein Ende unserer Liebe ist nicht in Sicht.
Dr. Costine hat ihre eigene Theorie. Nach ihrer Meinung gibt es einen „Burn Out“ der Liebe bei lesbischen Frauen, die sich nach dem kennenlernen täglich sehen. Es bedürfe eines Date Plans. Nach dem Ende der ersten Verliebtheit gäbe es ohnehin nur zwei Frauen, die die jeweiligen Fehler der anderen sähen.
Das will ich genauer wissen.
„Warum liebst du mich eigentlich?“, frage ich Yuki unvermittelt. „Gehen dir meine Fehler nicht manchmal auf die Nerven?“
Yuki schaut mich erstaunt an.
„Welche Fehler? Und was soll die Frage nun wieder?“
Ich erzähle ihr von Oxytocin und Dr. Costine.
„Habe ich dich jemals genervt?“, will ich wissen. „Gibt es irgendetwas, dass dich an mir stört?“
Yuki schenkt mir ein elfenhaftes Lächeln.
„Außer, dass du nicht kochen kannst …“
Weiter kommt sie nicht, ich halte ihr den Mund zu. Prompt beißt sie mir in die Hand.
Wir müssen lachen.

„Ich glaube diese Studien verallgemeinern viel zu sehr“, sagt Yuki. „Außerdem sind wir keine Amerikanerinnen. In den drei Jahren USA habe ich gelernt, dass die Menschen dort recht oberflächlich und schnelllebig sind. Freundschaften dauern manchmal nur 2 Tage, danach kennen sie dich nicht mehr. Und mit Oxytocin hat das bestimmt nichts zu tun.“
„Du meinst also es handele sich dabei um ein rein amerikanisches Phänomen?“, frage ich.
„Das nicht“, erwidert Yuki. „Aber ich glaube Japaner und Deutsche sind anders. Es kommt bestimmt auch auf die Menschen an. Wie sie sind, ihre Persönlichkeit.“
„Aber sind unsere Gefühle noch so stark wie damals?“, will ich wissen. „Oder haben sie sich verändert, haben wir uns verändert?“
„Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht vorstellen“, sagt Yuki. „Klar kribbelt es nicht so stark wie damals auf dem Konzert, als wir stundenlang geredet haben. Dafür anders. Und ich mag keinen Tag mehr ohne dich sein.“
Ich fühle wie mein Herz vor Rührung schneller schlägt und kitzele Yukis Füße.
„Kribbelt es jetzt wieder mehr?“, frage ich leise.
Sie kreischt und zieht die Beine an.
„Biest!“, ruft sie in gespielter Empörung.

Vermutlich hat Dr. Costine durchaus Recht mit ihrer Studie. Aber die von ihr angesprochenen Probleme haben wir nicht. Unsere Verliebtheit ist wirklicher Liebe gewichen. Und wir verlieben uns ständig neu ineinander. Vielleicht sind wir die Ausnahme von der Regel, zumindest aber anders. Oxytocin als Nasenspray wie Mann brauchen wir zumindest nicht. Wir kuscheln auch ohne „Drogen.“ Und Treue war für uns nie ein Thema. Wir sind es. Und es ist gut so. Bei Mann bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht gäbe es mehr glückliche Hetero-Ehen wenn Mann sprüht. Auch Deo.

Nandalya kocht!

Liebe Leserinnen und Leser, sehr geehrte Damen und Herren! Ich koche! Und das kann ich wirklich gut! Hauptgrund dieser Hausfrauhäuslichen Aktivität ist mein verdorbener Magen. Seit Tagen und Wochen bekommt der immer nur graue Griesgramsuppe. Und die wiegt schwer. Meine Eingeweide brennen. Egal wie oft ich versucht habe meine Bekocher mit Rezepten zu versorgen, es gelang mir nicht. Stattdessen gab es weiter saures Kraut, bittere Rüben und Wir(r)sing. Nachwürzen war also angesagt. Aber ein schaler Nachgeschmack bleibt. (Mund)Fauliger (Wort)Salat gehört nun mal nicht auf einen Teller. Vertragen ungenügend!

Als Japanerin bin ich abwechslungsreiches, frisches Essen gewohnt. (Junges) Gemüse, verschiedene Sorten von gebratenen, oder mit Liebe gekochten Nudeln, Reis, Fisch und Fleisch. Auch leckeres, süßes Obst steht oft auf dem Speiseplan. Nur keine Äpfel und Birnen. Stattdessen gab es für mich meist sauren Quark. Damit ist ab heute Schluß! Ab sofort koche ich. Aber auf Vorrat. Täglich mag ich nicht (mehr). Da lasse ich höchstens Dampf ab in den Gassen(hauern). Jemand Bedarf?

Was ich dazu brauche gibt’s bei Granny Smith im Kommödchen. Sie freut sich immer über einen Besuch. Die alte Dame ist Inhaberin der Lach- und Sch(l)ießgesellschaft um die Ecke. Dort in der Stachelschweinstraße gibt es ohnehin alles! Badewannen und Fliegenpilze ebenso, wie das Reisebüro „Ein Platz an der Sonne.“ Heute mag ich zwar nicht verreisen, aber Reis ist immer gut. Einen Reiskocher habe ich bereits. Der ist sparsam und Rot. Ich überlege ob ich (Hirn)Grütze kochen soll, entscheide mich aber dagegen. Zu viel Brei verdirbt den Koch.

Schallende La(u)chsuppe kommt mir in den Sinn. Als Hauptgericht wähle ich Spaßbraten. Der macht sich am Spießer gut. Dazu Hoch-zeit-(s)nudeln! Das Fleisch stammt von der glücklichen Kuh Elsa. Oder sollte ich lieber gackernde Hühner von Frau Bratbecker nehmen, vielleicht den ein oder anderen Schusterrappen? Ich nicke mit den Kopf, ich kanns mir leisten. Als Nachtisch denke ich an einen ganzen Teller Buntes. Überhaupt sind Süßspeisen die Wucht am Rhein.

Zufrieden schaue ich auf mein Werk. Dann merke ich, ich habe die Wortwürze vergessen. Zum Glück wohnt neben mir Frau Ilsebill mit ihrem Mann Heinz-Günter. Die kocht gern Butt und salzt dann nach. Natürlich hilft sie mir freudig aus. Kosten mag sie nicht. Sonst wer? Eine Prise Lachsalz, Kichererbsen und Guineapfeffer aus dem Paradies runden meine Mahlzeit ab. Ich hoffe meinen Bloggern schmeckt es. Frei nach dem Motto: „Sind S(i)e schon bedient?“ Ich bins. Aber so was von!

Stille Tage im Klischee

Der Ort: Das Kloster Klischee in der Gemeinde Absurdität.
Die Akteure: Engel Gabriel, die Scheinheilige Angela und Pater Vollhorst.

Es ist Runde 74 der Klausurtagung. Mindestens! So oft haben sich die drei Akteure nun im Kloster Klischee getroffen. Engel Gabriel, seines Zeichens Vorbläser der pausbäckigen Putten Fraktion, wirkt satt an diesem Tag. Er strahlt und wischt sich die rosigen Lippen. Offenbar hat er einen leckeren Happen verspeist. Auch der ergraute Vollhorst wirkt zufrieden. Sein weißblauer Anzug sitzt perfekt. Dressman made by Hans Wurst. Trefflich! Und die Frohnatur Mutter Angela hat sowieso immer ein Lächeln auf den Lippen. Für die Chefin der Schwarzen Rotte geht immer alles gut.

Die Gläubigen dieses Landes hatten den großen Drei vor einer Weile einen Auftrag erteilt. Es ging um die Um- und Neuverteilung. Von Sitzen! Nicht Sitzenbleibern. Die hat die Gemeinde mittlerweile entfernt. Aber das neu angeschaffte Gestühl brauchte neue Kehrseiten. Nicht zu verwechseln mit Ärschen! Die gibt es hier nicht. Nur schmalzgelockte Schönredner und den ein oder anderen Mitesser. Schön ausdrücken können sich die Meisten davon. Mehr nicht. Was übrig bleibt ist meist nicht einmal die Muße. Nur müffelnde Fettbacken.

Gemeinsam schreiten die Drei zur Fresskonferenz. Aus einem versteckten Lautsprecher ertönt ein Lied. „Und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht …“
Fresser aller Größen sind versammelt. Sie erwarten das kalte Buffet. Gierige Blicke gleiten über Brust und Keule.
„Und der Mackie hat ein Messer, doch das Messer sieht man nicht …“, trällert der Sänger. Dann stoppt die Musik. Stille.
Gabeln blitzen. Überflüssiges im Überfluss wird in die kuhle Wampe geschaufelt. Die Kolonie ist satt, die Köpfe rauchen.

Der Vollhorst ergreift das Wort und Legionen von Gläubigen lauschen gebannt. Zufrieden sei er, beginnt der Pater. Habe er doch wesentliche Forderungen seiner Anhänger gegen die roten Putten durchsetzen können. Einen Wehmuststropfen für die Engel gäbe es aber. Ab sofort müssten sie einen Obulus für den Durchflug der Engelsrouten zahlen. Als ein Aufschrei aus tausend Bierkehlen ertönt wird der Pater blass. Natürlich müssten den auch fremde Engel zahlen, verkündet er schnell.

Engel Gabriel schwitzt. Dem beleibten Vorbläser der Putten geht es sichtlich schlecht. Er ringt sich ein Lächeln ab und spielt mit einem Abziehbild. Das Portrait vom himmlischen Willy ist darauf zu erkennen. Aber dessen Klasse erreicht er nicht. Sie liegt jenseits seiner Kunst. Aber vielleicht liegt ihm auch einfach noch der lange Gang über die Steinbrücke im Magen. Stammelnd verkündet er seine Position. Anwesende Putten nicken leicht im Meer der Biergesichter. Weingeistig-selig wird gelächelt, die Gesichter verschwimmen im Massenbrei. Irgendwie sind heute alle Rot.

Mutter Angela greift nach den Händen ihrer Partner. Sie strahlt schon wieder. „So nehmet auch mich zur Genossin an“, sagt sie und der Busen wogt.  „Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde die Dritte!“
Wie aufs Stichwort erklingt die Musik.
„Denn die einen sind im Dunkeln und die andern sind im Licht. Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“
Dann geht das Licht aus.

Ich habe mich getrennt!

Liebe ist nur ein Wort, hat der Bestsellerautor Johannes-Mario Simmel vor langer Zeit als Titel eines Buches geschrieben. Und irgendwie hat der gute Mann damit Recht. Liebe ist ein gar starkes, ein mächtiges Wort. Dieses Wort kann Berge versetzen und Menschen zu Höchstleistungen anspornen. Überhaupt ist es einzigartig unter den mächtigen Wörtern dieser Welt.

Ja, ich habe Liebe empfunden. Immer wieder habe ich gespannt auf sie gewartet und sie in vollen Zügen genossen. Um das wahre Ausmaß meiner Liebe zu erklären möchte ich eine Buddishtische Weisheit zitieren:

„In der Liebe heben sich alle Gegensätzlichkeiten des Lebens auf und verlieren sich. Nur in der Liebe sind Einigkeit und Zweisamkeit nicht zu unterscheiden. Nur in der Liebe ist Bewegung und Ruhe in einem. Unser Herz ist immer rastlos, bis es Liebe findet und dann findet es seine Ruhe. Bindung und Freiheit sind sich in der Liebe kein Feind. Denn Liebe ist die größte Freiheit und doch die größte Bindung.“

Also habe ich mich gebunden, um in Liebe frei zu sein. Und damit begann das Drama. Statt inniger Zweisamkeit war ich oft allein auf weiter Flur. Noch nicht einmal Einigkeit herrschte und das tat mir weh. Zwar hob sich der Vorhang, aber die Akteure blieben stumm. Nach einer Zeit der Stille bin ich in mich gegangen und habe auf die mir eigene Weise analysiert. Sehr schnell kam ich dann zu einem Entschluss, den ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte.

Ich habe mich getrennt! Es ging nicht anders. Und es tut mir nicht einmal besonders Leid. Unsere Beziehung war kurz und heftig, zum Teil von tiefer Leidenschaft geprägt. Da waren süße Worte, die meine Seele umschmeichelten, mich lockten und liebkosten. Ich habe sie mit Herzblut geliebt, aber es war eine einseitige Liebe, die unerwidert blieb. Eine Weile habe ich auf sie gewartet, jene alles verzehrende Leidenschaft. Aber sie blieb verschollen. Schweren Herzens, aber ohne jeden Zweifel habe ich dann die Konsequenzen gezogen und mich von einigen gefolgten Blogs getrennt.

In Zukunft werde ich wieder vermehrt darauf achten wem ich folge und warum. Damit Liebe wieder zu einem mächtigen Wort wird.

Hol das Stöckchen!

Ich bin so ziemlich für jeden Spaß zu haben. Daher habe ich auch dankbar das von Lebensschipsel geworfene (Blog)Stöckchen aufgefangen und die Worte eingeritzt. Biestig wie ich bin wollte ich das auf Japanisch machen. Da ich aber gern gelesen werde und Online-Übersetzer meist nur Unsinn von sich geben, habe ich mich dann doch für Deutsch entschieden.

1) Eine einsame Insel – eine Sache darfst du mitnehmen, aber kein Smartphone. Welche?

Da Yuki keine Sache ist: Laptop.

2) Ab wann sagst du „ich liebe dich“?

Wenn ich es meine. Ich konnte immer sehr gut zwischen Verliebtheit und Liebe unterscheiden.

3) Es ist dunkel, kalt, regnerisch und du bist allein. Wie verbringst du deinen Abend?

Auf dem Sofa, eingehüllt in eine warme Decke. Eine DVD im Player. Liebesfilm.

4) Du dürftest dein Leben nochmal leben und eine einzige Sache anders machen, als vorher. Welche?

Als Buddistin bin ich davon überzeugt bereits gelebt zu haben und wieder zu leben. Vielleicht würde ich wieder früher mit dem Schreiben beginnen. Ein Fehler damit aufzuhören war es nicht.

5) Was ist deine größte Marotte?

Ich analysiere ständig. Menschen, Situationen, Texte. Mich macht beispielsweise ein meiner Meinung nach falsch benutztes Wort in einem Buch wahnsinnig. Bei Menschen erkenne ich sehr schnell ihren Schwachpunkt. Das hilft beim Karate, aber auch im normalen Leben.

6) Welchen deiner Träume hast du dir noch nicht erfüllt?

Ich habe noch kein eigenes Haus. Und ich werde es auch nie haben. WIR – Yuki und ich – werden es eines Tages haben.

7) Welcher Tag im Jahr hat die größte Bedeutung für dich und warum?

Immer der Jahrestag an dem ich Yuki traf. Selbsterklärend, oder?

8) Welches Ereignis hat dich dieses Jahr am meisten geprägt?

Ereignisse prägen mich nicht, wenn dann nur das Leben. Emotional hat mich meine Heirat „geprägt.“

9) Welche Anhänger zieren deinen Schlüsselbund?

Einer mit dem Kanji-Namen meiner Frau und eine Kitsune (Fuchs).

10) Mit welchem Spruch/Sprichwort/Leitsatz würdest du die Erziehung beschreiben, die du erfahren hast?

Meine Eltern haben mir sehr große Freiheiten gelassen. Ich glaube sie haben erkannt, dass eine weiche Erziehung meinen Dickkopf eher „besiegt“, als Härte. Das passende Sprichwort stammt von Laotse: Nichts auf der Welt ist so weich und nachgiebig wie das Wasser. Und doch bezwingt es das Harte und Starke.

Nun meine 10 Fragen, die ich gern an Momo und roboneko weitergeben würde. Jede/r andere LeserIn darf es aber auch gern aufheben:

1) Was bedeutet Glück für dich?

2) Wo siehst du dich in 10 Jahren?

3) Was ist dein Ziel im Leben?

4) Wenn du einen Auftritt im Fernsehen hättest, was würdest du der Welt sagen?

5) Ein Gefäß ist nur halb gefüllt. Ist es halb voll, oder halb leer für dich?

6) Magst du Kunst und welche?

7) Welche Musik hörst du gern?

8) Glaubst du an die wahre Liebe?

9) Du hast die einmalige Chance im Ausland zu leben und zu arbeiten. Wo würde das sein?

10) Könntest du dir ein Leben ohne Fernsehen vorstellen?

Warum (nur) Männer Sex mit Traumfrauen haben

Es ist ein normaler Abend im Hause Yuki und Mayumi. Wir waren im Training und haben geduscht und gegessen. Nun sitzen wir auf dem Sofa. Rücken an Rücken, nur von einem Kissen getrennt. Yuki surft im Internet und ich brüte über einem Text.
Plötzlich tippt mir Yuki auf die Schulter, sie hat ein interessantes Video bei Yahoo gefunden.
„Schau“, ruft sie. „Männer wollen Sex mit Megan Fox.“
Ich bin irritiert.
„Wie jetzt?“, frage ich und schaue von meinen Uni-Notizen auf. „Wieso nur Männer?“
„どじ“, kommt die prompte Antwort, die ich an dieser Stelle nicht übersetzen werde.
„Klar“, sage ich gut gelaunt. „Wenn du mir jetzt vielleicht …?“
Yuki lacht schon wieder und hält mir ihren Laptop vor die Nase.
„Schau doch selbst.“
Das Video läuft an und eine bemühte Sprecherin lässt mich wissen, dass ganze 21 Prozent der befragten Männer gern Sex mit Megan Fox hätten.
Megan Fox? War das nicht dieses Armani-Model? Und hat die nicht letzes Jahr ein Kind bekommen?

Ich seufze.
Klar wollen Männer Sex mit Frauen. Das ist ein alter Hut und lockt keine Lesbe hinter dem Herd hervor. Aber unsere Konkurrenz in Sachen Frau zeigt plötzlich Geschmack! Und das ruft nach einem Aufschrei in der Lesbenwelt. Wie kann es denn bitte sein meine Herren, dass nur ihr mit Megan Fox Sex haben dürft?
Das muss ich sofort ändern und teile das auch Yuki mit.
„Was willst du dagegen tun?“, will sie wissen.
„Nun, ich ich finde solche Aussagen total diskriminierend und werde der Lesbenbeauftragten des Bundestages, der EU und der UN eine Mail schicken.“
„Zu doof, dass es die nicht gibt“, meint Yuki lapidar.
„Alice Schwarzer?“
„Nee“, winkt Yuki ab. „Die hat doch momentan andere Sorgen. Du weißt doch ihre Dauerfehde mit Bushido.“
Ich erinnere mich an den Herrn und streiche ihn und Alice aus meinem Hirn.

Ich überlege kurz.
Marissa Mayer, die blonde Hoffnung von Yahoo fällt mir ein. Frau Mayer sieht nämlich umwerfend aus und landet bestimmt auf jeder lesbischen „To-do-Liste“ ganz weit oben.
Bei Platz 2 der Videoliste – Barbara Schöneberger – bin ich mir da weniger sicher.
Erst Platz 3 – Hale Berry – weckt mein Interesse wieder. Die Frau hat was und Lesben bestimmt großes Interesse.
Ich fürchte nur, dass Yahoo das anders sieht. Ein Video wie „Frauen wollen Sex mit Ellen“, wird nur von eben dieser kommen. Ellen eben, (m)eine Heldin. Und die hat keine Zeit.
Vermutlich dürfen daher auch zukünftig nur Männer Sex mit Megan Fox haben. Im Traum.
Ich zumindest mag das nicht. Auch nicht im Traum. Ich bleibe lieber meiner kleinen Elfe treu. Die ist real und ein wunderbarer Traum.

Mein Weg ohne Zweifel

Die Bemerkung einer anderen Bloggerin hat mich zu diesem Beitrag (an)getrieben. Sie schrieb mir als Antwort auf einen Kommentar, dass ich scheinbar immer alles richtig mache. Man könne meinen, in meinem Leben gehe es nur aufwärts und kein Wölkchen trübe meinen Himmel. Manchmal frage sie sich, wie das sein müsse. Und da sitze ich nun auf dem Sofa, mit Laptop richtig auf dem Bauch. In der Küche stapelt sich richtig viel Geschirr, Yuki singt im Bad. Falsch und zwar richtig. Zweifel an diesem Bild habe ich keine. Auch, wenn ich eigentlich richtig viel Hausarbeit machen müsste. Sollte. Könnte. Hausarbeit nicht nur um richtig den Besen zu schwingen. Auch für die Uni. Aber ich habe mich anders entschieden. Und das ist richtig so.

Vielleicht versteht meine mir hoffentlich noch immer gewogene Leserschaft, was ich mit diesen Zeilen sagen will. Nein? Nun gut, so lasst mich weiter ausholen und kurz zurück in die Vergangenheit eilen. Ursprünglich wollte ich Psychologie studieren. Das war mein Traum.  Als Alpha weiß ich immer, was richtig für mich ist. Also fing ich gegen jeden Rat damit an. Nach einem Semester war mir klar, dass ich mit Psychologie nie glücklich werde. Aber ich habe den Schritt nicht bereut sondern den nächsten Schritt gemacht. Hin zum sicheren Hafen BWL. Und wieder hatte ich keinerlei Zweifel. Ich zog es durch und zu meiner Freundin. Nach drei Jahren als Assistentin gab ich auf. Den Job. Nicht sie und nicht mich. Denn weder habe ich den Schritt bereut noch hege ich Zweifel am nächsten Schritt. Wieder weiß ich, was ich will. Warum soll ich an mir zweifeln?

Und genau diese Sichtweise versuche ich seit einer Weile mit meinem Blog zu vermitteln. Leider gelingt mir das nicht immer. In diesen Tagen werde ich bei WordPress mit düster-traurig-melancholischen Blogeinträgen überhäuft. Die Menschen baden in ihrem scheinbaren Leid. Und bei allem Verständnis: Damit kann ich nicht auf Dauer! Es fällt mir zunehmend schwer immer wieder aufmunternde Worte zu finden. Wobei ich diese nicht finde, sondern empfinde! Ich meine wirklich, was ich sage. Für mich sind Gläser NIE halb leer. Ein halbvolles Glas hat übrigens entscheidende Vorteile. Ich verschütte den Inhalt nicht und bin nach dem Genuss nicht übersättigt. Nehmen wir die scheinbar so düsteren Wolken am Sommerhimmel. Sie schützen mich vor der grellen Sonne, die sonst meine Haut verbrennt. Das Bild eines Sees im Morgennebel ist magisch für mich. Mir zeigt er den Eingang in eine andere Welt. Den meisten Menschen nur Tristesse. Und genau das verstehe ich nicht.

Menschen können sich oft nicht für einen Weg entscheiden. Egal, ob im Beruf oder der Liebe. Vor allem bei Gefühlen sind sie überfordert. Da wird gezweifelt und nachgedacht, abgewägt, gegengerechnet, die beste Freundin kontaktiert und endlose Diskussionen geführt. Und genau das ist „Bullshit!“, um es mit einem Lieblingswort von Doris Lessing zu sagen. Wenn ich etwas wollte, habe ich es mir genommen. Oder zumindest versucht es zu bekommen. Was sollten mir Selbstzweifel auch helfen? Mit 20 habe ich aufgehört Gürtelprüfungen im Karate und Aikido zu machen. Ich sah keinen Sinn mehr darin altbackene Übungen vor noch älteren Männern zu laufen. Auch mit Wettkämpfen habe ich von einem Tag auf den nächsten aufgehört. Bereut habe ich das nie. Ich habe die so gewonnene Zeit einfach sinnvoll genutzt.

Wie war das mit der Liebe, mögen sich nun vielleicht einige Leser fragen? Hat Mayumi je bereut? Eine kleine Anekdote aus meinen wilden Jahren: Ich war keine „Shane“ aus „The L-Word“, aber auch kein Kind von Traurigkeit. Es war mein erstes Semester auf der Uni. Ich hatte einige lockere Beziehungen zu anderen Mädchen. Nichts Ernstes. Wir sahen uns, wir gingen aus. Wir küssten uns. Und nein, wir schlugen uns nicht. Eines Tages besuchte ich eine Kommilitonin zu Hause. Wir wollten zusammen eine Referat erarbeiten. Ihre Mutter öffnete die Tür und es war mich um mich geschehen. Sie mochte Anfang bis Mitte 40 sein. Eine sehr attraktive Frau, deren Lächeln, deren Augen mich sofort faszinierten. Ich sah sie und wollte sie.

War ich nun wie gelähmt, schlug mein Herz bis zum Hals? Zumindest hat es mich nicht aufgehalten. Mein Lächeln war entwaffnender als das ihre. Und sie wurde rot. Um es kurz zu machen: Ich hatte eine kurze Affaire mit der Frau. Zweifel weil sie verheiratet und die Mutter einer Kommilitonin war, hatte ich nicht. Ich habe es nach einigen Wochen beendet. Ohne jeden Zweifel. Es war besser so.

Habe ich nun jemals Zweifel an meinem bisherigen Leben, meinem Weg? Hadere ich mit mir? Ich müsste lügen, wenn ich nicht über meine Entscheidungen nachdenken würde. Aber mit einem großen Unterschied. Solche Gedanken beschäftigen mich nie sehr lange, oder auf negative Weise. Jene Frau, die Mutter der Kommilitonin, habe ich ihr Herz gebrochen? Nein. Sie wollte es, ich wollte sie. Alles gut. Ich erinnere mich gern, aber ich verliere mich niemals in diesen Erinnerungen. Ein Blick zurück und dann wieder nach vorn. So soll es sein.

Manche Leute scheinen gern in ihrem Leid zu baden. Ich spreche nun nicht von Menschen, die eine wirkliche Krankheit haben. Die nämlich kennen ihr Problem und gehen meist tapfer dagegen an. Aber der Herbst, der oft trübe November, selbst die Medien tragen alle ihren Teil zur Missstimmug der Menschen bei. Bleibe ich unbeeinflusst vom November? Nein! Aber ich nutze diese Tage um zu schreiben, um nachzudenken. Aber mit einem Ziel. Treiben lasse ich mich nicht. Schwimmt kurz in der Melancholie, aber nutzt sie als Welle, die euch ans nächste Ufer spült. Das ist Teil meiner Philosophie.

Yuki singt immer noch richtig falsch. Das trübe Wetter ist ihr egal. Wir werden es später gemeinsam nutzen, um unsere Wohnung richtig auf Hochglanz zu bringen. Ganz ohne jeden Zweifel.

Starke Frauen: Erinnerung an Doris Lessing

Es gibt Nachrichten, die betroffen machen, die so hart und tief treffen, wie ein Pfeil. Eine solche Nachricht habe ich heute bekommen: Die Schriftstellerin Doris Lessing ist tot. Der Name wird vielleicht nicht jedem Leser etwas sagen. Frauen und Feministinnen vermutlich schon. Ich will an dieser Stelle keinen Nachruf halten, das hat der SPIEGEL schon getan. Und das richtig gut. Ich möchte lediglich über mein Verhältnis zu der großen alten Dame erzählen, was sie mir bedeutet hat.

Ich war 19 Jahre alt. Das Abi war bestanden und ich hatte Zeit. Zeit für mich und die Welt, die mir natürlich nun offen stand. Und da auch ein Alphamädchen nicht immer nur Party macht, habe ich mich in Büchern vergraben. Damals begann ich auf feministischen Pfaden zu wandeln. Was lag also näher, als über Doris Lessing zu stolpern und staunend, ja fast ehrfürchtig zu ihr aufzusehen. Das goldene Notizbuch habe ich verschlungen und immer wieder darin gelesen. Doris Lessing hat mich nicht geprägt. Aber sie hat mir ihre Sicht der Dinge gezeigt.

Nein ich habe nicht alle Werke von Doris Lessing gelesen. Aber was ich las, hat mich bewegt. Ihre Worte waren Tritte in meinen Hintern. Damals begann ich meinen ersten Roman zu schreiben. Ein aus heutiger Sicht wirres Gestammel über Frauenliebe im 19. Jahrhundert. Vermutlich habe ich aus allen mir damals bekannten Werken mehr oder weniger abgekupfert und neu interpretiert. Aber es waren doch meine Worte. Veröffentlicht habe ich sie nicht. Doris Lessing hat mich nicht zum Schreiben gebracht. Aber sie hat meinem rebellischen Geist Nahrung gegeben. Und dafür danke ich ihr.

Sie sei nur Teil des Zeitgeistes gewesen, sagte Doris Lessing. Ehrungen mochte sie eigentlich nicht. Den Nobelpreis für Literatur dann schon. Sie erhielt ihn im Jahr 2008 im Alter von 88 Jahren. „Den Nobelpreis kann man niemandem verleihen, der tot ist, also haben sie sich wahrscheinlich gedacht, die geben ihn mir, bevor ich abkratze.“, sagte sie. Ich war damals stolz auf meine Heldin. Und auch stolz darauf, eine Frau zu sein.

Doris Lessing wollte nicht Teil der Frauenbewegung sein, die die Autorin gern für sich vereinnahmte. Das hat die Feministinnen wenig gestört. Und mich ebenfalls nicht. Ihr zum Teil schroffes Auftreten, ihre Eigenwilligkeit sprach mich an. Das war ich, darin erkannte ich mich wieder. Auch wenn ich vermutlich nie den Literaturnobelpreis bekommen werde, mit dem Schreiben aufhören werde ich niemals mehr.

Ich möchte an dieser Stelle mit einem Zitat der griechischen Dichterin Sappho Abschied nehmen:

„Manch eine wird, das sage ich, in künftigen Zeiten an uns denken.“

An Doris Lessing werde ich mich immer gern erinnern.