Fremdes Japan – Lieder aus der Vergangenheit

Fremdes Japan – Lieder aus der Vergangenheit

Es gibt Lieder, die einfach Evergreens sind. Zumindest für meinen Vater trifft das bei dem folgenden Lied zu. Er scheint mittlerweile Gefallen daran gefunden zu haben, auch Aiko für diese Musik zu interessieren. Ich kannte die meisten dieser Lieder schon. Unser Frechdachs ist bei allem Respekt ihrem Großvater gegenüber aber schlau genug, um sich die Ohren zuzuhalten oder wegzulaufen. Zumindest bei einigen der alten Songs. Diesen hat sie sich mehrfach angehört.

 

Japan im Herbst

Japan im Herbst

Heute möchte und werde ich unpolitisch sein. Dieses kleine Lied ist vielleicht für all jene interessant, die Japanisch lernen möchten. Die Sprache ist wirklich einfach, versprochen! (Gut, das war nun leicht geflunkert.)

Ich mag alle Jahreszeiten. Besonders aber, was viele kaum glauben wollen, den Winter. Herbst, die fallenden Blätter, die sich wie ein Mantel über die Sorgen der Menschen legen, dieser Herbst kündigt Veränderungen an.

Viel Spaß mit dem Liedchen. Aiko zumindest hat es gefallen.

China Nights

China Nights

Der Humor meines Vaters ist weitaus schräger, als ich ihn auf diesem Blog wiedergeben kann. Nach dem Nagasaki-Zwischenspiel, hat er einige Tage später noch weitere Oldies ausgegraben. Aikos Reaktion war sich die Ohren zuzuhalten oder laut zu lachen. Bei dem Titel „China Nights“ hat sie allerdings getanzt. Da vermutlich die wenigsten Japanisch sprechen, habe ich neben der Originalaufnahme auch eine Version mit Englischen Untertiteln herausgesucht.

Gemeinsamkeiten

Ohnehin haben China und Japan mehr gemeinsam, als man gegenseitig zugeben will. Zwar halte ich Taiwan für das bessere China, aber das liegt am politischen System. Über Skype rede ich am Abend oft mit meiner chinesischen Freundin Lia, die nun in Taiwan lebt. Ihr Tai Chi hat sich weiter verbessert, auch sie ist nun eine Lehrerin.

Ihre Tante hat ihr ein neues Jian-Schwert zum Geburtstag geschenkt, das sie mir stolz per Webcam zeigt. Dass Lia perfekt damit umgehen kann weiß ich. Wir philosophieren über chinesische und japanische Schwertkunst und machen uns über die Koreaner lustig. Die, da sind wir uns auf humorvolle Weise einig, können weder Karate noch Kung Fu.

Sieger

Was so abwertend klingt ist reiner Spaß. Ich habe lange und oft Taekwondo trainiert und weiß um die Fähigkeiten koreanischer Meister. Die vermutlich vielen auf der Zunge brennende Frage, welche Schwerttechnik nun besser ist, hat sich mir nie gestellt. Allein der Anblick Japanischer Samurai hat in China und Korea Angst und Schrecken verbreitet. Allerdings gehe ich davon aus, dass selbst ein durchschnittlicher Samurai einem chinesischen oder koreanischen Gegner überlegen war.

Koreaner und Chinesen sehen das vermutlich anders. Daher arbeiten sie seit vielen Jahren ihre Niederlagen mit Filmen auf. Dort siegen durch die Lüfte fliegende Helden. Die Wahrheit sieht ein wenig aus. Es ist schwer zu sagen, inwieweit der Hass zwischen den Nationen noch ein Thema ist. Mit Chinesen hatte ich noch nie Probleme. Dass ich vor einigen Jahren eine angetrunkene Koreanerin in die Schranken weisen musste, ist unerheblich. (Süd)Korea ist für mich kein feindliches Land.

China Nights

Ohne Corona, wäre ich schon letztes Jahr in Taiwan gewesen. Auch Lia möchte uns gern in Japan besuchen. Zur Zeit arbeiten wir daran, das ohne Probleme zu realisieren. (Fake)Meldungen diverser Nachrichtenagenturen, dass sich zwei asiatische Kampfkünstlerinnen duellierten, bitte ich in diesem Fall zu ignorieren.

Aiko, die gute Fortschritte bei Hiragana und Kanji macht, schaut mir beim bloggen gern über die Schulter. Sie will stets wissen was ich schreibe und wann sie diese „komischen Zeichen“ auch erlernen darf. In einem Anfall von Humor habe ich ihr das Wort „Frechdachs“ beigebracht. Yuki hat nur den Kopf geschüttelt. Keine Ahnung, was das nun wieder bedeuten soll.

Schmetterlinge in Nagasaki

Schmetterlinge in Nagasaki

Aikos Gesichtsausdruck, als mein Vater dieses uralte Lied abspielt, ist nur mit dem Wort „unbezahlbar“ zu beschreiben. Yuki kann sich vor Lachen kaum halten, meine Mutter hält sich schnell die Hand vor den Mund. Papa zwinkert mir zu, dann lacht er mit. „Bitte, ich verstehe nicht, worüber die Tante singt“, sagt Aiko, während ich mit letzter Selbstbeherrschung das Lachen vermeide.

„Weißt du noch letztes Jahr, als Yuki und du allein nach Japan geflogen seid und ich in Schweden geblieben bin?“, frage ich die Kleine. Sie nickt und schaut mich an. „Da war ich traurig“, sagt sie. „Ist die Tante auch traurig?“ „Ich denke schon,“ erwidere ich. „Sie wartet auf ihren Liebsten, der bald zurückkehren soll.“ „Was ist ein Liebster?“, will sie wissen. „Na ihr Ehemann“, sage ich. „Wieso geht der denn weg, wenn sie ihn so liebt?“, fragt Aiko. „Warum ist sie nicht mitgegangen?“ 

Hilfesuchend schaue ich Yuki und meine Mutter an, aber beide müssen ganz plötzlich in die Küche. Papa tut ebenfalls total beschäftigt, also darf ich mal wieder alles erklären. Kein Ding, ich bin sowieso die Beste!

„Weißt du, Männer sind ziemlich komisch“, erwidere ich. „Die wollen immer alles allein machen und meinen, dass sie uns Frauen nicht brauchen. Daher sind die Frauen früher oft allein zu Hause geblieben und waren traurig.“ Aiko überlegt kurz. „Hast du deshalb keinen Mann?“ will sie wissen. „Wozu brauche ich einen Mann, wenn ich dich kleinen Schmetterling und eine Elfe habe“, erwidere ich. Aiko strahlt und der Tag ist gerettet.