Mutter, Mutter, Kind

Mutter, Mutter, Kind

Yuki und ich sind nun schon einige Jahre liiert. Als verheiratet gelten wir nur in Deutschland und den USA. In Japan ignoriert man außerhalb der Familie unsere Beziehung, was zumindest mir schon immer herzlich egal gewesen ist. Ansatzweise störend war es, als wir Aiko im Waisenhaus fanden. Aber obwohl sie lediglich meine Adoptivtochter ist, spielt das für Yuki keine Rolle.

Mütter

Zwei Mütter zu haben mag merkwürdig für manche Kinder sein. Aiko, die ihren Vater nie kannte und nur bei ihrer verstorbenen Mutter aufgewachsen ist, hat kein Problem damit. Allerdings waren wir lange Tante Yuki und Tante Yumi, das Wort Mama blieb für ihre tote Mutter reserviert. Vor einigen Wochen hat sich das geändert und sie hat (zaghaft) Mama Yuki und Mama Yumi zu uns gesagt. Danach musste Yuki dringend nach einem Taschentuch suchen. Keine Ahnung was die immer hat.

„Bist du sicher, dass du ein Mensch bist?“, will Yuki später wissen. „Oder habe ich einen Frosch als Frau?“ Ihre Anspielung zielt auf die Redewendung „Froschblut in den Adern haben“ ab, was so viel bedeutet wie „keine Gefühle zu zeigen.“ Natürlich ist das blanker Unsinn, bekanntlich bin ich (k)ein emotionales Nervenbündel. Yukis (frecher) Kommentar zum Titelbild: „Passt!“ 

Väter

Cousin Ken ist eine Art Ersatzvater für Aiko. Vielleicht auch nur ein großer Spielkamerad. Aber die Kleine liebt ihn, also spielt das keine Rolle. Vor meinem Vater hat sie Respekt, aber wagt trotzdem charmant gewählte Widerworte. Das macht sie gut und Papa schmunzelt. Von der Uniform meines Polizisten-Onkels ist sie stets fasziniert. So sehr, dass sie später auch Verbrecher jagen will. Männer gibt es in ihrem Leben also mehr als genug.

Yukis Vater, hat sie den Mann mit den vielen Autos genannt. Schließlich „zwingt“ er uns (nicht!) ständig neue zu testen. Aktuell haben wir einen Nissan GT-R vor der Tür. Leider hat sich Nissan für einen Hybrid entschieden, der Nachfolger des aktuellen Modells wird also kein Wasserstoffauto sein. Den Testwagen dürfen wir also (vorerst) behalten. Auf zum Tokyo Drift!

Gewinner

Die Verlegung der deutschen Tuning-Firma nach Schweden hat Arbeitsplätze gerettet, was uns zu „Gewinnern“ der Corona-Krise macht. Yukis Blick ist sehenswert. „Soll ich packen, wann geht es los?“, will sie wissen. Prompt klatscht Aiko in die Hände und ruft „Reise, Reise, ja!“ Typisch! Dabei gelte doch eigentlich ich als Reisetante.

Zugegeben hat Schweden einen gewissen Reiz. Die Menschen sind freundlich und doch wieder anders, als ich es von Deutschland kenne. Wer sich nun die Frage stellt, wie Aiko in Schweden zur Schule gehen soll, den kann ich beruhigen. Aiko wird von uns zu Hause unterrichtet. Trotzdem hat sie Kontakt zu Nachbarkindern.

Kinder

Einige Kinder fanden es seltsam, dass Aiko nicht zur Schule geht. Einem Jungen, der sie dafür hänselte, hat sie eine Ohrfeige verpasst. „Typisch deine Tochter!“, hat Yuki gesagt und ein Schmunzeln unterdrückt. Nicht erwartet hätten wir, dass die beiden nun dicke Freunde sind. Der Kleine steht fast täglich vor unserer Tür. Aber Aiko ist kein prügelndes Monster. Sie wehrt sich nur wann immer sie kann.

Aikos Talent für Karate ist wirklich sensationell. Mein Vater ist begeistert von ihr und würde sie gern Tag und Nacht unterrichten. Natürlich ist das nur Spaß, aber aktuell bringt er ihr außer Karate auch schon erste Kanji bei. Ohnehin wechseln wir uns in der Familie beim Unterricht ab, Aikos Leistungen sind trotzdem gut. Zu Beginn war es schwierig sie aufmerksam zu halten, aber niemand kann gegen eine freundliche Ansprache von Sensei Mayumi bestehen.

Sensei

Keine Männer zu unterrichten, hat nur zum Teil etwas mit Abneigung zu tun. Für mich ist wichtiger, dass Frau sich verteidigen kann. Die Ausnahme ist Cousin Ken, den ich (nicht!) regelmäßig verprügele. Unsere (Show!)Zweikämpfe sehen so realistisch aus, dass wir damit Unerfahrene täuschen können. Selbst Yuki zuckt manchmal noch zusammen, wenn wir uns mit „bösen Blicken“ gegenüber stehen.

„Onkel Ken macht Spaß“, war Aikos Kommentar, als sie uns zusehen durfte. Lustig wurde es, als sie mitmachen wollte und Ken lachend zu Boden ging. Ihre Siegespose hätte Rocky Balboa stolz gemacht.

Olympia

Mein Vater hatte mich vor einigen Monaten gefragt, ob ich bei den nationalen Karate-Ausscheidungen mitmachen möchte. Papa liebt solche Scherze. „Nee, Väterchen“, habe ich mit todernstem Gesichtsausdruck gesagt, „das wäre unfair den anderen Mädels gegenüber.“ Humor ist, wenn zwei Japaner lachen.

Als Teenager habe ich Sportkarate kurz getestet und außer meinem ersten Kampf alle anderen gewonnen. Wobei in meinen Augen die Disqualifikation keine Niederlage war. Was kann ich dafür, wenn meine Gegnerin so empfindlich ist. Im Gegensatz zu ihr, hatte ich klassisches Karate und Aikijujutsu gelernt und auch genutzt.

Geister

Sportkarate trägt viel zur Verbreitung von Karate bei, hat aber mit der Grundidee herzlich wenig zu tun. Klassisches Karate kennt nun mal keinen Erstangriff. Salopp ausgedrückt geht dort der „Geist“  verloren. Schlecht ist Sportkarate auf keinen Fall! Wer wirklich möchte, kann und wird es lernen.

Meine Geister, besser gesagt meine beiden Elfen, rufen nun nach mir. Bekanntlich darf man solche entzückenden Wesen auf keinen Fall warten lassen, sonst wird ihre „Rache“ ganz fürchterlich sein. Außerdem muss ich meine neue Rolle als Mama Yumi genießen, das könnt ihr doch bestimmt verstehen.

 

 

Wenn Japaner streiten

Wenn Japaner streiten

Als in Deutschland aufgewachsene Japanerin, die bis vor einigen Jahren auch die deutsche Staatsbürgerschaft hatte, habe ich auch die kaum vorhandene deutsche Streitkultur erlebt. Aber darüber werde ich mich auf keinen Fall streiten, das war lediglich ein provokanter Witz.

Streiten wir!?

Während die deutsche Sprache für Japaner gut erlernbar ist, bleibt das Verständnis der deutschen Mentalität weitaus schwieriger. Schon eine etwas lauter geführte Diskussion, klingt für Japaner wie ein heftiger Streit. Japaner sind selten laut und überaus höflich. Selbst in politischen Talkshows, wird der jeweilige Sprecher normal nicht unterbrochen. Im Parlament sieht das wieder anders aus, dort wird es Zwischenrufe geben.

Umgekehrt stehen Deutsche in Japan vor dem gleichen Problem und können die japanische Mentalität nur schwer begreifen. Während Yuki und ich verstehen, welchen Grund die jeweils andere hat um „sauer“ zu sein, während wir auch dazu in der Lage sind darüber zu reden, wird das der durchschnittliche Japaner selten machen. Das führt zu Missverständnissen und macht Ehen und Freundschaften zwischen Japanern und Ausländern schwieriger. Jüngere Japaner sind allerdings eher dazu bereit, diese Klippe zu umschiffen.

Let’s fetz! 

Yuki und ich streiten durchaus. Aber wir haben uns noch nie beleidigt. Im Gegensatz zu ihr habe ich aber deutlich mehr Temperament und kann, zumindest bei Fremden, durchaus heftiger in meiner Wortwahl sein. Das gilt für Deutschland, Japan und die USA. Yuki ist zurückhaltender, aber auf keinen Fall schüchtern. Sie kann, muss aber nicht alles sofort ausdiskutieren und sagt dann ab und zu „Lass uns morgen darüber reden.“ 

Von deutschen Freunden weiß ich, dass in einem solchen Fall zumindest eine Partei (halb) wahnsinnig wird. Aber während Frauen einen Streit gern vermeiden oder zumindest schnell beenden, bin ich bei Männern überfragt. Meine Eltern sind kein gutes Beispiel dafür. Mein Papa ist kein Tyrann, er hat meine Mutter noch nie angebrüllt. Streit, im Sinn von Meinungsverschiedenheiten, haben sie schon öfter gehabt.

Meinungen

Ob wir zurück nach Japan gehen, hat zu durchaus kontroversen Diskussionen zwischen meinen Eltern und mir geführt. Auch untereinander waren sie sich zu Beginn nicht einig. Wir haben uns diesen Schritt auf keinen Fall leicht gemacht, ihn aber auch niemals bereut. In Japan kann man sehr gut leben. Mein Vater hat früher sehr viel Zeit in seinem Dojo verbracht, meine Mutter hat das eine Weile toleriert. Auch wegen mir und den Nachbarkindern.

Eines Tages hat sie meinem Vater geschäftliche Unterlagen ins Dojo gebracht und ging mit Tante Helga shoppen. Papa hat sofort verstanden. „Streit“ unter Japanern kann so einfach sein. Vor allem wenn Frau die (heimliche) Chefin der Familie ist. Mit zunehmenden Alter hat sie aber gelernt, dass sie meinen Vater durchaus direkt ansprechen kann. Wobei auch in diesem Fall die japanische Höflichkeit siegt.

Beschimpf mich!

Yuki und ich werfen uns durchaus spaßig gemeinte Schimpfworte an den Kopf. Zumindest haben wir das häufiger gemacht, als Aiko noch kein Teil unseres Lebens war. Mit Streit hat das nichts zu tun, es gehört schon immer zu unserem Leben. Meine kräftigeren Oberschenkel haben Yuki veranlasst mich „Dicke“ zu nennen, während ich ihre etwas dünneren Beine als „Spaghetti“ bezeichnet habe. Worte wie „dumme Kuh“ kämen uns allerdings nie über die Lippen. Das Wort „Baka (onna)“ tut es auch.

Nun gibt es weder „den Japaner“, noch „den Deutschen.“ Auch wenn vielleicht einige Klischees stimmen, alle Menschen sind anderes und individuell zu sehen. Ich habe Japaner erlebt, die sich heftig in der Öffentlichkeit stritten und Deutsche die bei Streitgesprächen sehr höflich und leise geblieben sind. Trotzdem erlaube ich mir als Fazit zu sagen, dass Japaner die besseren „Streiter“ sind. Auch im Karate. Aber das hat die Welt schon immer gewusst.

 

Schmetterlinge in Nagasaki

Schmetterlinge in Nagasaki

Aikos Gesichtsausdruck, als mein Vater dieses uralte Lied abspielt, ist nur mit dem Wort „unbezahlbar“ zu beschreiben. Yuki kann sich vor Lachen kaum halten, meine Mutter hält sich schnell die Hand vor den Mund. Papa zwinkert mir zu, dann lacht er mit. „Bitte, ich verstehe nicht, worüber die Tante singt“, sagt Aiko, während ich mit letzter Selbstbeherrschung das Lachen vermeide.

„Weißt du noch letztes Jahr, als Yuki und du allein nach Japan geflogen seid und ich in Schweden geblieben bin?“, frage ich die Kleine. Sie nickt und schaut mich an. „Da war ich traurig“, sagt sie. „Ist die Tante auch traurig?“ „Ich denke schon,“ erwidere ich. „Sie wartet auf ihren Liebsten, der bald zurückkehren soll.“ „Was ist ein Liebster?“, will sie wissen. „Na ihr Ehemann“, sage ich. „Wieso geht der denn weg, wenn sie ihn so liebt?“, fragt Aiko. „Warum ist sie nicht mitgegangen?“ 

Hilfesuchend schaue ich Yuki und meine Mutter an, aber beide müssen ganz plötzlich in die Küche. Papa tut ebenfalls total beschäftigt, also darf ich mal wieder alles erklären. Kein Ding, ich bin sowieso die Beste!

„Weißt du, Männer sind ziemlich komisch“, erwidere ich. „Die wollen immer alles allein machen und meinen, dass sie uns Frauen nicht brauchen. Daher sind die Frauen früher oft allein zu Hause geblieben und waren traurig.“ Aiko überlegt kurz. „Hast du deshalb keinen Mann?“ will sie wissen. „Wozu brauche ich einen Mann, wenn ich dich kleinen Schmetterling und eine Elfe habe“, erwidere ich. Aiko strahlt und der Tag ist gerettet.

 

Schwarz wird stets gemalt der Teufel

Schwarz wird stets gemalt der Teufel

Die Arbeit an meinem neuen Buch „Einmal Hölle und zurück“ sind fast abgeschlossen. Nach genau 66 Tagen ist damit Schluss. Zufrieden blicke ich auf mein Werk und lasse die Kapitel noch einmal Revue passieren. Zugegeben hatte ich einige Berater, die mir diverse Details einflüsterten. Unter anderem den Araber Abdul Alhazred, der das Necronomicon geschrieben hat. Zwar sollte Abdul längst tot sein, aber für mich sah er ziemlich lebendig aus. Allerdings wollte er mir keine Kopie des Buches überlassen. Das sei zu gefährlich, hat er gesagt.

Nun habe ich alles, aber keine Angst vor irgendwelchen finsteren Mächten. Bekanntlich werde ich von Buddha und Eva Gott beschützt. Aber in der Mythologie vieler Völker spielt „Das Böse“ eine zentrale Rolle. Das hat mich schon immer interessiert. Geister und rachsüchtige Dämonen wollen die Menschen angeblich in Angst versetzen. Über allen steht oft ein gewisser Herr Teufel, den ich nur allzu gut kenne. Unsere diversen Abenteuer stehen bekanntlich auf jeder Bestseller-Liste.

Sein neuester Streich, er hat die Führung des Konzerns Astra-Lumenica übernommen, wie das Magazin WILD berichtet hat. „Enemy at the Gates“, murmele ich, als ich die Nachricht lese. „Will er etwa zu den Sternen fliegen?“ Noch bevor ich weiter darüber nachdenken kann, klingelt mein Hellphone Sturm. „Der nun wieder!“, höre ich mich sagen, als Teufelchens Konterfei auf dem Display erscheint.

Ich ahne bereits was der Kleine will, noch bevor seine Stimmer erklingt. „Du Frau Landar“, flötet er mir ins japanische Ohr, „ob du mir vielleicht bei der Leitung meiner neuen Firma helfen könntest?“ Nun habe ich alles, aber keine Zeit und von teuflischen Führern sowieso das Näschen voll. „Kannst du voll vergessen“, lehne ich daher seine Bitte ab. „Aber frag doch mal bei Donald Trump nach, der hat wieder Kapazitäten frei.“

Aber mein Kumpel erweist sich als geschickter Verhandlungspartner und schickt mir per Zeitreise ein dickes Astra-Lumenica Aktienpaket ins Haus. „Damit bis du Millionärin“, verkündet er und feixt, als ich ihm den Mittelfinger zeige. „Ach jetzt hab dich nicht so und gib deinem hübschen Hintern einen Ruck, ich brauche doch nur ein klitzekleines Konzept von dir und einige unbedeutende Zahlen.“

„Mit malen nach Zahlen kennt sich meine Tochter bestens aus“, erwidere ich. „Ich habe ihr bereits einige beigebracht. Was also willst du wirklich?“ „Na die Menschen erleuchten, was denn sonst?“, antwortet Teufelchen. „Du weißt doch bestimmt was Astra-Lumenica produziert?“ „Ja, Leuchtreklamen und ….“ Mir verschlägt es den Atem, als ich auf der Webseite die erweiterte Produktpalette sehe. „… Impfstoffe? Bist du von allen guten Geistern verlassen?“

Teufelchens schallendes Lachen muss bis in die bayerischen Alpen zu hören gewesen sein. Aber statt Erdbeben gibt es dort seit Jahren nur ein dumpfes Grollen. „Mit Geistern habe ich nix am Hut“, empört sich Teufelchen. „Die zu verfolgen überlasse ich den Zauberlehrlingen Spahn und Wieler. Allerdings haben die beiden mich auf die Idee gebracht ins Impfgeschäft einzusteigen.“ „Um Menschen umzubringen?“, will ich wissen. „Du solltest doch wissen, wie gefährlich so ein experimenteller Cocktail ist!“

„Häh, wie jetzt?“, gibt sich Teufelchen verwirrt. „Ich habe noch keinen einzigen Menschen umgebracht!“ „Ist klar“, sage ich, „du leistest höchstens Sterbehilfe.“ „Papperlapapp!“, empört sich der Höllische. „Ich will den Menschen doch nur Gutes tun! Meine Impfung ist total anders und hat nix mit einem doofen Virus zu tun.“ Er macht eine kurze Pause und lacht verschmitzt. „In einem höllisch kreativen Moment haben meine Unterteufel die RGB-Impfung erfunden. Die Idee kam auf, als wir Fall off Beauty an unseren neuen Computern zockten. Die Geimpften werden hinterher in 16 Millionen möglichen Farben schillern.“

„Wozu soll das gut sein?“, will ich wissen. „Erstens ist Schiller tot und die Welt bereits bunt genug.“ „Du und deine Witze“, mault Teufelchen. „Jetzt stell dir das doch mal vor. Alle werden gleich sein, damit ist endlich das leidige Thema Rassismus vom Tisch. Das wolltet ihr doch immer! Wir bieten aber auch als Premiumpaket eine individuelle Zusatzimpfung an. Für schlappe 666 Euro kann man sich dann seine eigenen Farbe aussuchen. Wie klingt das für dich?“ 

„Du bist doof!“, benutze ich die Worte meiner Elfe, die sie oft bei unseren fingierten Streitgesprächen benutzt. „Denk doch mal nach, die Roten werden dann wieder gegen die Grünen und die wieder gegen die Blauen sein und die wieder gegen die Gelben opponieren. Also alles wie gehabt!“ „Nö“, erwidert mein alter Kumpel und reibt sich die Hände. „Du hast eine Farbe übersehen, die über allen anderen steht.“

„Welche soll das bitte sein?“, will ich wissen. „Die Welt hat doch schon alle Farben durch!“ Der Kleine schaut mich merkwürdig an, bevor ein diabolisches Lächeln sein Gesicht verziert. „Du irrst dich“, erwidert er leise, als der Mantel der Nacht über die Erde sinkt. „Schau doch mal auf deine ehemalige Heimat Deutschland. Welche Farbe hat dort seit Jahren die Hosen an?“ „Großer Buddha!“, rufe ich, werde aber vom Höllenfürst unterbrochen. „Na endlich fällt der Groschen“, sagt er. Denn Schwarz, liebe Freundin, Schwarz wird stets gemalt der Teufel.“ 

 

Das Corona-Gebet

Das Corona-Gebet

Vater Wieler der du herrschst im Virenhimmel,
geheiligt werde dein Name.
Die neue Normalität komme.
Dein Wille geschehe.
Halte Abstand und Hygiene,
wie in Brüssel so auch in Berlin.
Unsere Alltagsmaske gib uns heute
und vergib uns unsere Menschlichkeit,
wie auch wir vergeben jedem Superspreader.
Und führe uns nicht in Versuchung
sondern teste uns auf Corona.
Denn das RKI ist dein Reich, der PCR-Test die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. 

AHA

Zum Teufel mit der Welle

Zum Teufel mit der Welle

Eine Göttin als Freundin zu haben kann ziemlich anstrengend sein. Vor allem wenn diese den leibhaftigen Teufel auf die Welt gebracht hat und auch der (m)ein guter Kumpel ist. Aber der Reihe nach. Ziemlich wütend sitzt Eva Gott auf meinem Sofa und schenkt mir reinen Wein über den Unruhestifter Teufelchen ein. „Schau dir das genau an“, empört sie sich leicht angetrunken, „dieses kleine Aas hat eine Partei gegründet, die demokratische Wahlen im Himmel fordert! Aber der Oberhammer ist, dass er strenge Einreiseregeln für verlorene Seelen fordert. Vermutlich will er durch Ablehnungen mehr Gesellschaft in seiner Höllengrube haben.“

Eva reicht mir ein Werbeplakat der AFT, der Alternative für Teufel, auf dem das grinsende Konterfei des Höllischen prangt. Ich überlege kurz und schon kommt mir die rettende Idee. „Das kriegen wir hin“, sage ich, „wir gründen einfach die SPE, was Seelen pro Eva heißt. Du müsstest mich aber bitte kurz unsterblich machen, dann arbeite ich das Parteiprogramm für dich aus.“ Gesagt, getan und schon 10 Lichtjahre später, habe ich fertig mit dem Schrieb. Nach irdischem Zeitmaß sind zum Glück lediglich 10 Nanosekunden vergangen. Elfchen kann nämlich ziemlich zickig werden, wenn ich zu spät nach Hause komme.

Trotzdem hätte ich gern gesehen, was in 10 Jahren auf der Erde geschieht. Ob Eva mir dabei helfen kann? Aber die Himmelsgöttin schüttelt ihr weises Haupt, als ich danach frage. „Die himmlische Agenda 2030 verbietet das“, lässt sie mich wissen und geht per Turbo in den Wahlkampfmodus über. Ich klopfe mir gedanklich auf die Schulter, die himmlischen PS habe nämlich ich gemacht.

Als ich zum Fahrstuhl zur Erde gehe, winkt mir ein Mann aufgeregt zu. „Ich kann Ihnen helfen in die Zukunft zu kommen“, offenbart er mir. Er ist leicht verlegen als er weiter spricht. „Entschuldigen Sie bitte, aber ich habe Sie und Frau Gott belauscht. Mein Name ist übrigens Wells, Herbert George Wells. Ich habe die Zeitmaschine erfunden.“

Ich wage meinen Augen kaum zu trauen, als mich Mr. Wells zu seiner Zeitmaschine bringt. „Die sieht wirklich so aus wie im Film“, murmele ich, während der Schriftsteller eifrig nickt. „Aber sie funktioniert besser“, erklärt er mir. „Ich hatte himmlichen Beistand und genug Zeit zum üben.“ „Himmlich, ja?“, frage ich und deute auf das eingravierte L am Steuerknüppel. „Ich ahne schon, wer am Bau beteiligt war.“ „Ja, gut“, erwidert Mr. Wells. „Herr Teufel hat mir etwas geholfen. Wohin, wenn ich fragen darf, wollen sie genau?“ „Ach 10 Jahre in die Zukunft würden reichen“, erwidere ich. „Welchen Knopf muss ich dafür drücken?“ Mr. Wells erklärt mir das von einer Heaven Control Unit (HCU) gesteuerte Vehikel. Dann geht die Reise auch schon los und ich lande im Deutschland des Jahres 2030.

Per Fernbedienung mache ich die Zeitmaschine unsichtbar. Mein Blick fällt auf Stuttgart oder das, was noch davon übrig ist. Dort wo einst das Zentrum war, gähnt nur noch ein grüner Krater. „Was ist hier geschehen?“, entfährt es mir entsetzt, als eine Hand mich am Ärmel zieht. Schnell drehe ich mich um gehe in Abwehrhaltung. Aber von dem schlecht rasierten Mann geht keine Gefahr aus. „Endlich bist du da!“, ruft er mir zu. „Ich habe so lange auf dich gewartet. Erkennst du mich denn nicht? Ich bin es, dein alter Kumpel Schloris Qualmer!“ Er zündet sich mich zitternden Fingern eine Zigarette an und bläst blauen Dunst in in die morgendliche Luft.

„Du erinnerst dich doch an Wahnfried Quetschmann den Landesvater von Baden Württemberg?“, fragt Schloris. „Ich hatte den immer schon im Verdacht ein Monster zu sein! Nach seiner Abwahl 2021, hat er einen Wutanfall bekommen und sein wahres Gesicht gezeigt. Jetzt lebt er dort im Krater als grüne Krake und verschlingt jeden, der ihm zu nahe kommt. Du kannst doch Karate, kannst du Stuttgart retten?“ „Stuttgart 21“, murmele ich, „jetzt ergibt alles Sinn!“ Ich bekomme keine Antwort mehr. Ein grünschleimiger Tentakel hat Schloris in den Abgrund gezogen. Achtlos fällt die Zigarette zu Boden, der Rauch kräuselt sich im Wind.

Dröhnendes Lachen erklingt aus dem Krater und eine grüne Krake steigt langsam auf. „Jeddz gugg amol, wia schee, ’s isch die Frau Landar!“, ruft das Monster verzückt und greift mit glitschigen Tentakeln nach mir. „Jeddz hemmers gschaffd!“ Ich ahne, dass dies eine Falle für mich ist und bin bereit zum letzten Gefecht, als plötzlich eine wohlbekannte Stimme erklingt. „Fang auf!“, ruft Teufelchen aus dem Nirgendwo, „ich habe dein Katana mitgebracht.“ 

Bekanntlich bin ich ein schnittiges Mädchen, was Quetschmann sogleich zu spüren bekommt. Seine Schreie verhallen, als er sterbend in den Krater sinkt. Zuckend vor mir liegen die abgeschlagenen Tentakel. Angewidert wische ich die kostbare Klinge ab. „Tut mir leid, Frau Landar“, sagt Teufelchen zerknirscht. „Ich wollte alles, aber kein Monster schaffen. Kann ich denn ahnen, wie sich alles entwickelt? Wir müssen zurück in die Vergangenheit, um die Zukunft zu ändern.“

Leider werden wir von Eva aufgehalten. „So nicht, ihr beiden!“, tönt die Göttin aller Himmel. „Das Schicksal aller Dinge liegt bei mir. Der Wahlsieg übrigens auch! Ihr müsst einen anderen Weg zur Lösung finden.“ „Kein Ding“, sagt Teufelchen, „dann reisen wir einfach ins Jahr 2020 zurück. Ich besorge uns einen Termin bei Quetschie“, sagt er und grinst verschmitzt. „Wir sind alte Kumpels und haben früher so manche Flasche geköpft.“

Es dauert keine 5 Minuten und wir stehen in der Staatskanzlei. Quetschmann empfängt uns gut gelaunt und zeigt stolz sein neues Spielzeug vor. „Dasch isch mein Helligopder“, sagt er. „Dasch Modell Schecks Schecks Schecks ohne Tsche Oh Tschwei Auschschtoß.“ Wir spielen eine Runde und ich begreife, der Wahnfried ist eigentlich ein großes Kind. Leicht lenkbar per Höllenchip, den hat ihm Teufelchen so nebenbei in Mittelohr gesetzt. Als wir gehen verspricht uns Quetschie eine Verbesserung der Lage. „I benn eigendlich ganz andersch, abbr i komm so selda dazu“, ruft er uns zum Abschied zu.

Gemeinsam mit Teufelchen geht die Reise noch einmal ins Jahr 2030. Wir treffen einen gut gelaunten Schloris Qualmer, der nun der Landesvater ist. Freudig verteilt er Zigaretten für alle. Im blauen Dunst Ausstoß war dieser Mann schon immer groß. Quetschie ist nach Schottland ausgewandert und hat eine WG mit Nessie gegründet. Angeblich ist bereits Nachwuchs in Sicht.

In Berlin wird schon seit Jahren quer gedacht und Deutschland hat sich wieder mit Österreich vereint. Der Marsch durch die Instanzen kann nun neu beginnen. Wohin das führt, kann man an der ehemaligen Kanzlerin sehen. Nach Angaben der Freien Presse, die von Jen Kebsen geleitet wird, hat sie ein BDSM-Studio eröffnet und peitscht dort täglich in Ungnade gefallene Narrative aus.

„And all is well“, murmele ich zufrieden und will in die Gegenwart zurück, werde aber fast vom Eilzug der Band „Zweite Welle“ überfahren. Wieder rettet mir Teufelchen den hübschen Hintern, als er Zug und Band nach Absurdistan umleitet. „Da passen die besser hin“, sagt er keck. „Aber ich hätte da noch eine kleine Bitte. Ob du mir vielleicht Wellenreiten beibringen kannst?“ „Nur wenn du die AFT auflöst“, fordere ich ihn auf. „Wenn das alles ist“, erwidert er. „Ich habe ohnehin keine Lust auf den Verein.“

Als amtierende Weltmeisterin im Wellenritt, habe ich den Höllischen ans Meer mitgenommen und ihn zum neuen Superstar gemacht. Leider baggert er dort jedes Mädel an, was man ihm aber kaum verdenken kann. Als er unbedingt auf einer Tsunami reiten will, äußere ich meine Bedenken. „Die kannst du dir schenken“, meint er nur. „Der Teufel fürchtet keine Welle.“ 

Die Corona-Chroniken

Die Corona-Chroniken

Chroniken und von der Zeit vergessene Archive, bieten oft viel Lesestoff für Interessierte. So ist es auch mir als Verfasserin dieser Zeilen ergangen, als ich meine Mails gelesen habe. Den Aha-Effekt, wie die WHO seit Jahren versucht Pandemien auszurufen, möchte ich gern mit euch teilen. Auch die „Wiedergeburt“ des Viren-Superstars Drosten, die es alle 10 – 15 Jahre gibt. Ob wir ihn dann auch 2030 wieder erleben?

Unsere Zeitreise in die Corona-Chroniken beginnt. Die Ärzte-Zeitung verbreitet am 29.05.2013 folgende dpa-Meldung: WHO warnt „Coronavirus ist eine Gefahr für die ganze Welt.“ Kommt bekannt vor, oder?

Weiter geht es am 17.06.2013 in der WELT „Neues Coronavirus ist “Gefahr für die ganze Welt“ Am 12.02.2016 ist auf RTL.DE zu lesen „WHO: Coronavirus Gefahr für ganze Welt“ Auch in der FAZ findet sich 2013 der gleiche Artikel. Sogar die Bilder von MERS-CoV sind mit denen des angeblich neuen SARS-CoV-2 identisch. Aber das ist bestimmt nur ein Zufall. Politiker und Medien würden uns niemals belügen!

An dieser Stelle denke ich laut und überlege, was uns obige Meldungen sagen können. Oder vielleicht noch die der Lungenärzte im Netz, vom 12.12.2013. Dort wird ein gewisser Christian Drosten zitiert, der bereits 10 Jahre zuvor das SARS-Virus entdeckt haben will. Ein Pfundskerl dieser Drosten! Ist doch so. Was der Mann nicht alles für Deutschland geleistet hat! Und dann diese unglaubliche Menge an Toten! Zitat: „Mers ähnelt dem Sars-Erreger, der vor zehn Jahren eine Pandemie auslöste. Weltweit starben damals etwa 800 Menschen.“

Diese (geringe) Zahl, die auch ich aus gutem Grund bezweifle, fand auch im deutschen Star-Virologen Drosten einen Skeptiker. Er hielt sie für die Spitze des Eisbergs. „Statistiken schleichen einem Ereignis immer hinterher. Wir haben hier eine Fallstatistik, bei der wir uns eigentlich sicher sein können, dass sie nicht up to date ist.“ Kommen irgendwem diese Aussagen bekannt vor?

Ich habe das dumpfe Gefühl, dass Drosten aktuell schon weiß, dass in Deutschland doch Millionen gestorben sind. Allerdings hat das noch keiner bemerkt. Die vom Statistischen Bundesamt schon überhaupt nicht. Die Statistiker haben trotz angeblicher Pandemie für 2020 noch keine Übersterblichkeit in Deutschland festgestellt.

Während immer mehr Menschen „aufwachen“, Schüler und Eltern gegen die nutzlose Maskenpflicht in Schulen auf die Straße gehen, weiß die Super-Uschi alles gleich viel besser. Merkels Sprechpuppe hat schon vor einigen Wochen diesen schönen Satz gesagt, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. „Wir werden diese Pandemie erst dann beenden, wenn sie überall beendet ist. Und das bedeutet, dass jeder Mensch auf der Welt Zugang zu Tests, Behandlungen und Impfstoffen hat, unabhängig davon, wo er lebt, woher er kommt und wie er aussieht.“

Also Uschi, jetzt mal unter uns Mädels, magst du mir verraten wer mit „wir“ gemeint ist? Mutti etwa oder doch der liebe Onkel Bill? Ruf mich doch einfach an, ja? Meine Nummer hast du ganz bestimmt. Alternativ darfst du mir aber auch gern die eine oder andere Million aufs Konto schicken. Ich locke dann auch bestimmt noch mehr Leser an.

 

Der Teufel und die Krone – Ein koronales Märchen

Der Teufel und die Krone – Ein koronales Märchen

Die fette Schlagzeile in der WILD sticht mir an diesem Morgen sofort ins Auge. „TSK-Kompanie aufgelöst“, ist dort zu lesen. „Höllische Sequenzen in der Spezialfeinheit entdeckt“, lese ich weiter. „TSK-Kommandeur Louis Cypher vorerst beurlaubt.“ Das muss ich natürlich genauer wissen und rufe meinen alten Kumpel Teufelchen an, der sich sichtlich zerknirscht am Hellphone gibt. „Was hast du nun schon wieder angestellt?“, will ich wissen. „Menno“, mault der Kleine los. „Ihr gönnt mir aber auch keinen Spaß!“

Wir treffen uns auf einen Grüntee im Cafe Habekeck. Anna und Lena, die beiden Bedienungen, himmeln uns an. Aber wir haben kein Interesse. Prompt machen die beiden dem bankrotten Baulöwen Stromer Kobold schöne Augen, der am Ende mit dem Gelände ist. „Also sag was los ist“, fordere ich Teufelchen auf. „Wieso bist du plötzlich General beim Bundesheer?“ Leicht verlegen gesteht mir der Höllische, dass er das mit einem Gezeitensprung geregelt hat. „Der bekannte Wissenschaftler Ebbe Flut, hat mir dabei geholfen.“

„Alles schön und gut“, sage ich, „aber was sollen diese höllischen Sequenzen? Bist du jetzt von allen guten Geistern verlassen? Dir muss doch klar gewesen sein, dass nur lineare Schleimeinheiten das Maß aller Dinge sind. Vor allem bei dieser putzigen Annegretel, der kannst du so nicht an den Karren fahren.“ „Ach die“, empört sich der Höllische. „Von wegen Quote! Ohne mich hätte sie es nie nach Berlin gebracht. Die hat mir ihre Seele doch schon vor Jahr und Tag verkauft und nun will davon nix mehr wissen. Aber warte nur ein Weilchen, dann komm ich mit dem Teilchen!“

„Flachwitzig wie immer“, bremse ich ihn aus. „Wie ist dein Plan, raus mit der Sprache!“ „Na ist doch easy“, erwidert Teufelchen. „Nächste Woche marschieren wir in den Berliner Sperrbezirk ein und sorgen für einen handfesten Skandal, wenn Rosie Blanca die neue Kanzlerin wird.“ Daran habe ich meine Zweifel, am Teufel ist noch keine Politik genesen.

„Du willst also putschen und Angela absetzen“, konstatiere ich. „Aber du hast doch überhaupt keine Ahnung von Politik! Wer in Buddhas Namen soll dieses Land regieren?“ „Na du, Frau Landar“, höre ich. „Was glaubst du für wen ich das alles mache? „Ich habe auch schon eine Mannschaft für dich aufgestellt, die warten alle auf mein Höllenzeichen. Willste mal sehen?“ Mir schwant übles, als kurz darauf der Ätna explodiert und mich Professor Fax Ottinger anfunkt. Als sich dann auch noch Bastian Tindner und Klara Haberecht bei mir melden, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Die Blechbüchsen rollen, es hat sich ausgemerkelt in Berlin.

Der Bericht aus Bonn zeigt die Wahrheit in den nächsten Wochen. Das Augsburger Puppengericht hat gut und richtig reagiert. Der Vorsitzende, ein erfahrener Pekinese mit dem Namen Ah Nung, mit den Beischwitzern Lukas de Lok und Jimbo Ohnekopf, hat harte Urteile gesprochen. Der nun ehemalige Bundesgesundheitsminister Bert Bahn wird zu lebenslanger Haft auf der Fraueninsel drangsaliert und muss dem holden Zicklichkeiten täglich die Füße küssen. Die Ex-Kanzlerin bekommt Sippenhaft im No-Go-Viertel. Als Aufseherinnen werden die bekannten Terministinnen Emma Harzer und Beate Abstruse benannt. Der Rest der ehemaligen Regierung wird in die Nebel von Avalon verbannt. Nur für Vollhorst Drehofer gibt es eine Spezialbehandlung. Er wird mehrmals täglich mit den Zahlen aus der PKS beschallt. Mit 100 Dezibel versteht sich.

Für Professor Trostenlos, den Hosenträger von der taumeligen Gestalt, hat das Gericht etwas anderes vorgesehen. „… verurteilen wir Herrn Trostenlos zu lebenslanger Haft in einer speziell dafür gefertigten T-Zelle, die im siebten Kreis der Hölle liegt“, verkündet der Richter. „Er wird außerdem dazu verurteilt, täglich einen Testmarsch durch sämtliche PCR-Instanzen zu machen. Barfuß versteht sich, bei einer Temperatur von 66 Grad.“ Die vermutlich härteste Strafe trifft den Bayern Chef Köter, der zu einem Leben im hohen Norden ohne Bier und Weißwürste verurteilt wird.

Drei Monate später …

Eva Gott hat mich per Fingerzeig in den Himmel geladen und lässt den Posaunen-Chor der Engel aufmarschieren. „Deutschland im Karate-Fieber“, liest sie die Überschrift der WILD, „die Karate-Kanzlerin hat Präsident Makkaroni getroffen.“ Kopfschüttelnd schaut mich die Herrscherin der Himmel an. „Du kannst doch einem Präsidenten nicht in den Magen kicken!“ „Und ob ich kann“, erwidere ich ungerührt. „Der Kerl wollte mich um zig Milliarden Teuro betrügen!“

„Und was ist mit dem russischen Pausenminister Sars Kovidoof?“, will Eva von mir wissen. „Den hast du gestern auch vermöbelt. „Klar habe ich“, gebe ich offen zu, „der hat mir nach einer Kiste Corona-Bier an den Hintern gefasst.“ „Und was war mit dem US-Präsidenten Pumpe? Warum hast du dem die Luft aus den Reifen gelassen?“ „Na weil er meinen neuen Rettungsschirm gestohlen hat!“, empöre ich mich. „Das kann der doch nicht machen!“ „Alles schön und gut“, fährt die Himmelsgöttin fort, „aber es geht nun wirklich nicht, dass die Pandianer Geld regnen lassen und täglich dafür tanzen. Das stört das wässrige Gleichgewicht.“

„Da bist du bei mir an der falschen Adresse“, erwidere ich. „Das hat dein missratener Sohn initiiert. Der war mal wieder pleite, sein Berater Krösus Kapitalos hatte die Idee.“ Eva schüttelt seufzend das göttliche Haupt „Aber was ist mit deiner Idee, eine Pimpflicht einzuführen? Was willst du damit bezwecken?“ „Na Autos hübscher machen, was hast du denn wieder gedacht?“, sage ich. „Als Chef-Designerin habe ich mir übrigens Gretel Klimax eingestellt …“ „… und prompt ein Verhältnis mit ihr angefangen, was nun überhaupt nicht geht! Die ist doch noch minderbemittelt!“ „Nee, nee“, widerspreche ich der Göttin, „dein Sohnemann hat sie über Nacht zur Frau gemacht.“

„Jetzt reicht es aber“, schneidet mir Eva das Wort ab. „Ohne göttlichen Beistand bricht offenbar das irdische Chaos aus. „Ab sofort übernimmt wieder der Himmel das Kommando und bringt die Engel an die Macht. „Tschuldigung Evchen, aber was willste dann mit mir und Buddha machen?“, will ich wissen. „Wir glauben nämlich nicht an dich.“ „Hölle aber auch!“, tobt Eva. „Wenn das der Papa hört haut er dir den hübschen Hintern.“ „Der soll nur kommen,“ gebe ich ungerührt zurück, „den bringe ich dann ebenfalls zum Sündenfall.“

„Du bist unmöglich!“, sagt Eva, „aber dann lass dir wenigstens Hilfe schicken. Was wäre, wenn wir den Trojaner Toyo Ta als Innenminister einsetzen? Der ist immer noch in guter Verfassung. „Wenn du meinst“, erwidere ich. „Sag, kann ich jetzt gehen? Ich habe ein Land zu beschützen.“ Eva pustet mich weg und ich lande neben Yuki im Lotterbett. „Wo kommst du denn wieder her?“, will Elfchen total aufgeregt wissen. „Weißt du schon, dass die ehemalige Kanzlerin entkommen ist? Sie marschiert schon mit den grüngelockten Mascara-Amazonen durch Berlin!“ „Teufel aber auch!“, entfährt mir ein Fluch“, hat die Alte denn nie genug?“

Schnell bringe ich meine Antikörper in Stellung 69 und die Amazonen fallen jauchzend über die wilden Kerle her. Das wird eine lustige Kissenschlacht, die am Ende nur Sieger hat. Teufelchens TSK besorgt den Rest, er nimmt die zitternde Angela fest. „Ich habe schon die Hölle für neue Seelen heiß gemacht“, verkündet er und lacht. Triumphierend zeigt er mir die von Angela getragene koronale Krone, das Symbol absoluter Macht. „Das verfluchte Ding landet im Fegefeuer“, teilt er mir mit, als er meinen zweifelnden Blick wahrnimmt. „Mach dir keine Sorgen“, sagt er selbstbewusst. „Selbst mit koronalen Konsequenzen stirbt der Teufel nicht.“

Zum Teufel mit dem Klima

Mein neues Buch „Klima-X für Anfängerinnen“ ist seit einigen Tagen auf dem Markt. Prompt kann ich mich vor Anrufen nicht mehr retten. So will Lieschen Schwarzer von mir wissen, ob sie nun endlich aus der Decke kommen kann. Immerhin habe sie sich darunter nun schon einige Jahrzehnte mit sich selbst beschäftigt. Über meine Antwort schweige ich dezent, aber Charlotte Roche wäre bestimmt stolz auf mich.

Ein Trollogram vom Universum hat mich dann doch überrascht. „Liebe Frau Dr. Landar“, steht dort in Großbuchstaben zu lesen. „Hiermit lade ich Sie zur 1. Klima-X-Konferenz ein. Seien sie pünktlich am Ereignishorizont vom Schwarzen Loch Nr. 7. Das genaue Datum werden Sie noch erfahren.“ Prompt bin ich in den Modus Operandi verfallen, der im nächsten Absatz zu sehen sein wird.

„Meine Damen, meine Herren, liebe Göttinnen und Götter, Dämonen und anderes Gelichter, als ausgewiesene Sexpertin in Genderfragen und erwiesene Kennerin aller 4.000 Geschlechter, Trägerin des 107. Dan in Un-Fu-Gdo, ausgezeichnet mit dem höchsthimmlischen seidenen Strumpfband-Orden an Korsett und Mieder, persönliche Freundin von Eva Gott und Beraterin des großen Buddha, habe ich, Frau Dr. Landar die uneingeschränkte Ehre …“

„… jetzt mal über kurz oder lang die Luft anzuhalten“, unterbricht mich mein Freund Teufelchen wenig nett. Er schlängelt sich aus dem neben mir liegenden Hellphone und materialisiert als Lichtgestalt. „Wir hatten einen Deal, mein Engelchen“, sage ich mit sanfter Stimme und ziehe an seinen Ohren. „Mein Schlafzimmer ist für dich tabu!“ „Ach Frau Landar“, mault der Kleine sofort, „du weißt doch, das Böse ist an jedem Ort. Außerdem ist ein reines Gewissen stets ein sanftes Ruhekissen. Also erzähl mal bitte wo der Schuh drückt bei dir, dein Vortrag landete nämlich prompt bei mir.“ 

„Ich bin zur 1. universellen Klima-X-Konferenz eingeladen“, erwidere ich wahrheitsgemäß. „Also mach ’ne Fliege du Flegel! Die Vertreter aus 748 Trillionen Galaxien wollen über die Erwärmung der geistigen Horizonte sprechen.“ „Damit sollten sie vielleicht in deiner ehemaligen Heimat Deutschland beginnen“, sagt Teufelchen und grinst. „Geistig geht da nicht mehr viel.“ „Stimmt schon“, sage ich betrübt. „Und im Ösiland sieht es kaum anders aus.“

„Hach ja, der kurze Sebi“, amüsiert sich Teufelchen prächtig. „Den habe ich zum Segelfliegen mit Dumbo eingeladen. Zusammen machen die dann die große Sause.“ „Sag bloß du steckt hinter der geplatzten Ibiza-Kopulation“, sage ich, aber der Höllische winkt ab. „Nix da“, erwidert er. „Das waren irgendwelche Grauen Herren.“ „Ist ja mal wieder typisch“, sage ich. „Immer sind diese alten Männer an allem schuld. Schau dir nur die deutsche Sozialdemokratie an, was die dort angerichtet haben!“

„Also die Andrea ist ja nun mal kein Kerl“, feixt Teufelchen. „Allerdings hält sie sich für einen. Ist ja kein Wunder bei dem Kreuz.“ „Was hast du nun wieder mit der SPD am Hut?“, will ich sofort wissen. „Ich mag die zwar nicht sonderlich, aber um Parteichefin zu sein bedarf es Mut.“ „Das habe ich ihr damals auch schon gesagt“, erwidert Teufelchen, „als sie den Beratervertrag mit mir abgeschlossen hat.“

„Du und ein guter Berater!“, werfe ich ihm vor. „Du bist ein doch nur ein Seelenfänger!“ „Das ist schon wahr,“ pflichtet mir Teufelchen bei. „Daher war die gute Andrea auch ständig mit kruden Ideen schwanger. Das war dann auch intim genug, ein Betthäschen ist sie im Gegensatz zu dir nämlich nicht.“ An dieser Stelle musste ich den Beitrag kurz unterbrechen und Eva Gott später um einen Zeitsprung bitten. Ich habe Teufelchen nämlich von links nach rechts gejagt.

„Mensch Frau Landar“, mault er hinterher betrübt und reibt sich den heißen Hintern, „ich will die zweite Chance oder Superkräfte!“ „Ist dir etwa warm mein Kleiner?“, will ich wissen, „das liegt nur am bösen Klima.“ „Wassen für ein Klima?“, will Teufelchen sofort wissen und reißt plötzlich Mund und Nase auf. „Da soll mich doch der Teufel holen, ich glaube ich habe vergessen die Heizung in der Hölle abzustellen!“ „Wie jetzt“, frage ich entsetzt, „sag nur du hast uns diese CO2-Hysteriker auf den Hals gehetzt? Andererseits haben wir nun Klarheit, der Teufel hat das Klima gemacht!“

„Bist du doof?“, will der Höllische wissen. „Ohne CO2 hätten auch die GRÜNEN keine Daumen mehr.“ Er weicht meiner Ohrfeige aus will sich grinsend verdrücken, aber mein Rückholschlag kann ihn ganz und gar nicht entzücken. „Okay, okay!“, erzählt er weiter, „aber meine Geschichte wird dir nicht gefallen.“ Er macht eine kurze Pause und sieht mich bedeutungsvoll an. „Weißt du, Frau Landar, der Klimawandel ist wirklich von Menschen gemacht. Ich erkläre dir auch warum.“

„Halte mir bloß keine Vorträge mehr!“, sage ich energisch, „von denen gibt es schon mehr als genug. Alle haben angeblich recht, aber keiner hat eine Ahnung. Alle plappern nur irgendwelche Phrasen nach.“ „Weil die nicht die Wahrheit kennen“, erwidert Teufelchen. „Das war nämlich so, vor ungefähr 10 Jahren hatten wir in der Hölle einen neuen Anheizer als Bedarf. Also habe ich das Bundesamt für Seelenmigration angefunkt und die haben mir wen geschickt.“

„Einen Mensch?“, will ich sofort wissen. „Das kann dein Ernst nicht sein!“ „Nee, Ernst heißt der wirklich nicht“, feixt Teufelchen. „Und meinem Gefühl nach war er das auch nie. Er hat sich mir als Falk O. vorgestellt.“ Ich ahne etwas und prompt fährt Teufelchen fort. „Aber irgendwas ist komisch bei dem Kerl, der singt bei der Arbeit immer Mutter, der Mann mit dem Koks ist da. Weißt du vielleicht was das bedeutet?“ Muss ich erwähnen, dass ich sofort die Gretel angerufen habe um Abbitte für meine Zweifel an ihr zu leisten? Zumindest kam nun die Wahrheit ans Licht, mit dem teuflischen Klima spielen Menschen besser nicht.