Täglich nachgedacht: Die Lücken der Presse

„Nach einem Corona-Fall im Hafen von Ningbo-Zhoushan schloss China vergangene Woche Teile des riesigen Handelshafens nahe Shanghai. Jetzt spürt die Weltwirtschaft die Auswirkungen. Der Fall erinnert an die Schließung des Yantian-Hafens im Mai.“

Panik

Was dem FOCUS also „aktuell“ aufgefallen ist, wusste ich schon vor Tagen. Die Weltwirtschaft ist in Panik, Karl Lauterbach wird nun vergeblich auf chinesischen Reiswein warten. Gut, das war nun böse. Aber wer nimmt solche Meldungen der Presse eigentlich noch ernst? Sind die Chinesen wirklich so mitfühlend, dass sie wegen einem Corona-Fall den Hafen schließen? Möglich ist das. Aber ist das der einzige Grund?

Wir befinden uns in einem globalen Handelskrieg, das sollte mittlerweile jeder wissen. Der wankende Hegemon USA versucht verzweifelt auf dem Thron zu bleiben und China auf Distanz zu halten. Was die meisten vergessen, die USA selbst haben für Chinas Aufstieg gesorgt. Nun ist die Zeit der Weltkriege schon lange vorbei, heutzutage wird mit anderen Kanonen geschossen. Vielleicht hat China nur auf (mögliche) Sanktionen reagiert und erpresst nun die Welt.

Staunen

Vermutlich werden meiner Aussage nur wenige glauben. Das ist in Ordnung, es gibt keine absolute Wahrheit. Aber leider gibt es eine Presse, die uns Meldungen nur mit gezieltem Dekontextualieren und Fragmentieren präsentiert. Beispiel gefällig? Vielleicht erinnern sich manche noch an den mittlerweile ehemaligen Oberregierungsrat Stefan Kohn. Kohn war der Mann aus dem Bundesinnenministerium, der 2020 das kritische Corona-Dossier veröffentlicht hat.

Die Medien haben, statt sich mit dem exzellent ausgearbeiteten Inhalt zu befassen, ihn an den Pranger gestellt und somit viele der mittlerweile eingetroffenen Inhalte „unsichtbar“ gemacht. Beispiel: Verweigerte oder verschobene Behandlungen von an Krebs erkrankten Patienten, die dann gestorben sind. Kohn hatte das angesprochen. Diesen Missstand hat dann nach einer Weile selbst der SPIEGEL „bemerkt.“ Allerdings mit gebührendem Abstand zu dem Dossier Kohns, damit kein Zusammenhang mehr hergestellt werden konnte.

Die Lücken der Presse

Am Beispiel Afghanistans, vorher waren es die Ukraine und Syrien, wird aufmerksamen Beobachtern deutlich, wie einseitig die Presse berichtet. Wie bei der „Flüchtlingskrise“ im Jahr 2015, werden Bilder von Frauen und Kindern gezeigt, die vor den Taliban fliehen. Das Bild eines amerikanischen Soldaten in voller Kampfmontur, der ein Baby auf dem Arm hat, geht um die Welt. Es soll das Bild des humanistischen Einsatzes der USA zeigen, die nun Menschen retten.

Abseits dieser Bilder gibt es eine andere Realität. Die USA sind in Afghanistan einmarschiert, ebenso die NATO, um nationale Interessen durchzusetzen und einen militärischen Brückenkopf vor den Toren von China und Russland einzurichten. Man muss kein Freund der Taliban sein. Allerdings stellt sich die Frage, wie sie fast das ganze Land ohne nennenswerten Widerstand erobern konnten.

Die manipulierte Welt

Den folgenden Text hatte ich bereits vor Jahren in einem anderen Beitrag veröffentlicht. Er ist allerdings noch immer aktuell, daher möchte ich ihn erneut vorstellen:

Es gibt mehrere große Nachrichtenagenturen: AP, Reuters, AFP, DPA. AP (Associated Press), mit weltweit über 4.000 Mitarbeitern und Sitz in New York, versorgt rund 12.000 Medien weltweit und erreicht so die Hälfte der Weltbevölkerung. AFP (Agence France Press), mit Sitz in Paris, ist der zweite Kandidat. Auch hier man rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt und teilt sich den restlichen Markt mit Reuters in London, die etwas mehr als 3.000 Mitarbeiter hat.

DPA, SDA (Schweizerische Depeschenagentur), ADA (Austria Presse Agentur) sind nur relativ kleine (nationale) Lichter, wobei die Deutsche Presse Agentur führend ist und noch rund 1.000 eigene KorrespondentInnen unterhält. Klingt alles harmlos? Dann schauen wir kurz nach, woher denn viele Meldungen stammen und landen beim amerikanischen Pentagon.

Born in the USA!

Das Pentagon hat ein jährliches Budget von 5 Milliarden US-Dollar und beschäftigt ca. 30.000 Mitarbeiter, die Propaganda im Sinne des Pentagons machen, diese den Nachrichtenagenturen als Nachrichten liefern, die dann über diesen Umweg in die (deutschen) Medien gelangen. Das kann man problemlos nachvollziehen.

Die gleichen Berichte, mit vielleicht noch geänderter Überschrift, finden sich z. B. im Tagesspiegel, Standard, ORF, Spiegel, FAZ, Welt, Süddeutsche Zeitung, RTL, Kurier, Stern, Krone und Merkur. Was man vielleicht per Abo täglich liest, ist nur noch Copy & Paste, aber kein seriöser Journalismus mehr.

Über sieben Brücken musst du gehen

Nicht über sieben Brücken, aber über eine, nämlich die sogenannte Atlantik-Brücke, sind Deutschlands Top-Journalisten(darsteller) mit den amerikanischen Medien verbunden. Das Trump-Bashing, Bidens positives Bild, Bombenangriffe auf andere Länder, die der Öffentlichkeit als humanitäre Einsätze verkauft werden, haben ihren Ursprung in genau solchen transatlantischen Netzwerken.

Alternative Medien werden sofort diskreditiert, wenn sie anders berichten. Gern wird die Nazikeule geschwungen und / oder Antisemitismus angeführt, um die andere Wahrheit zu unterdrücken. Die Wahrheit ist, dass die Welt so völlig anders ist, als sie uns Tagesschau und heute-journal präsentiert.

4 Kommentare zu “Täglich nachgedacht: Die Lücken der Presse

    • So schlimm ist es doch auch wieder nicht, aber klar gibt es viele, die sich für Fussball, Mallorca oder All-in-Antalya, Hiso und Celeb Tratsch, Makramee, Wochenende interessieren. Das ist nichts neues. In ihren jungen Jahren interessierte meine Eltern (geb. 1903,1906) auch nur weniges: Wann krieg ich neue Schuhe, mal was anderes essen als Rüben 3x am Tag (WW1), mein Lohn ist nach einer Woche nichts mehr wert. Nicht allen geht es gut wie uns, nicht alle sind frei von Sorgen. Darüber nachzudenken, was heute in der Welt vor sich geht, ist leichter für Dich und mich, weil wir den Kopf frei hat von all den Dingen, die uns nicht betreffen.

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