Karate, Kicks und Kumite

Dieser Beitrag ist zum größten Teil zwischen dem Herbst 2019 und Frühling 2020 entstanden. Durch „Corona“ und unseren Aufenthalt in Schweden, hatte sich die Fertigstellung verzögert. Aktuell trainiere ich natürlich wieder mit meinem Vater. Ohne Maske versteht sich, um unsere finsteren Blicke zu sehen. Das war natürlich Spaß. Aber Papa behauptet stets, dass ich unlautere Mittel anwende und ihn zum Schmunzeln bringen kann. Meine Schilderung mag scheinbar disziplinlos sein, das Gegenteil ist der Fall. Karate ist Disziplin in Vollendung.

Mein Vater war sieben Jahre alt, als sein Vater begann ihn in Gōjū-Ryū-Karate zu unterrichten. Gōjū-Ryū ist ein Karate-Stil mit lang zurückreichender Tradition, der besonders viele Elemente des ursprünglichen chinesischen Boxens des 17. bis 19. Jahrhunderts enthält und auf den sogenannten Kranich-Stil aus China zurückgeht. (Daitō-ryū) Aikijūjutsu, die Urform des Aikido, lernte er einige Jahre später. Ebenso Kenjutsu, den Schwertkampf. Wie mein Vater mich, hat auch mein Großvater ihn in Zen unterrichtet. Aber still zu sitzen und zu meditieren, war schwierig für mich. Musik half. Papa hatte mich unruhigen Geist „besiegt.“ Zumindest für einige Minuten. Danach soll ich ihm angeblich wieder Löcher in den Bauch gefragt haben.

Aikijūjutsu diente als waffenlose Selbstverteidigung der Samurai und war für das Schlachtfeld gedacht. Entsprechend hart sind seine Techniken. Verlor der Samurai sein Katana, wurde er durch einen Schlag entwaffnet, hat er sich natürlich zu verteidigen versucht. Dafür war Aikijūjutsu gedacht. Wie sinnvoll oder effektiv es ist sich unbewaffnet gegen einen Schwertkämpfer zu stellen, steht auf einem anderen Blatt. In Filmen geht das, in der Realität verliert man mindestens die Finger oder Hand.

Mein Vater hat mir viel von meinem Großvater erzählt, der leider viel zu früh gestorben ist. Das Schicksal geht oft eigene Wege, aber vermutlich hätte ich den Mann gemocht. „Dich nicht zu mögen ist schwer“, hat mein Vater mir einmal gesagt. „Auch wenn du alles dafür tust.“ Meine Antwort ist wenig druckreif, aber Papa hat auf sehr japanische Art gelacht. Für Japaner ist Karate viel mehr als „Prügel“ und „Gewalt.“ Leider scheint man das im Westen kaum zu verstehen. Viele verschwenden ihr Leben mit einer Suche, um die allerletzte Weisheit im (Stil der eigenen Wahl einsetzen) zu erlangen. Sie suchen den Zweikampf, die Auseinandersetzung und glauben, dass der „Sieg“ über einen Kontrahenten Ruhm und Ehre bringt.

Das Gegenteil ist der Fall. Ich lehne Gewalt ab und wollte mich als Kind niemals prügeln. Und doch habe ich die eine oder andere Auseinandersetzung gehabt. Eine ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben, der ich den Titel „Wer die Nachtigall stört“ gab. Vielleicht zeigt diese Szene ansatzweise, wie ich wirklich bin. Teenager zu sein, hat mich zum Agent Provocateur werden lassen. Ich habe keinen Streit gesucht, aber auch keinen vermieden. Heiße Ohren hatte ich stets im Sonderangebot. Meist blieb es bei scharfen Worten, die auch heute noch hilfreich sein.

Mein Vater hat mich in einer Mischform aus Karate und Aikido unterrichtet hat. Anfangs spielerisch sind die Techniken im Lauf der Zeit härter und komplexer geworden. Aus dem eher sanften Aikido, das lediglich freundschaftliche Partnerübungen kennt, ging es nahtlos in die zum Teil schmerzhaften Techniken des Aikijūjutsu über. Wer nun glaubt mein Vater habe mir Schmerzen zugefügt, der kennt ihn schlecht. Andererseits bin ich wenig empfindlich, wenn es im Training zu Kontakten kommt. Schon als Kind habe ich dadurch meinen Körper abgehärtet. Mein Vater ist ein Vertreter des klassischen Karate. Er lebt und atmet diese Kunst. Trotzdem wagt er den Blick über den Tellerrand, hat aber, im Gegensatz zu mir, keine anderen Kampfkünste aktiv trainiert. Überrascht bin ich immer, wenn er doch Antworten auf Techniken anderer Stile kennt. Auch mit fast Sechzig, ist er immer noch sehr gut und ein ausgezeichneter Lehrer.

Leider erinnere ich mich nicht mehr an die unzähligen Stunden in Keller-Dojo. Lediglich Einzelheiten tauchen aus dem Nebel der Erinnerung auf. Ab und zu waren auch andere Kinder zu Besuch, dann wurden wir gemeinsam unterrichtet. Es muss wohl durchaus spaßig gewesen sein, wenn wir mit einem Schaumstoff-Katana aufeinander losgegangen sind. Eine Szene ist mir im Gedächtnis geblieben, als wir Kinder meinen Vater „verprügeln“ durften. Wir haben so laut gelacht, dass auch meine Mutter in den Keller kam und ihn vor uns „gerettet“ hat. Hinterher gab es leckeren Kuchen. Läuft das eigentlich unter Bestechung?

Im Normalfall wird Aikido erst ab dem 14. Lebensjahr gelehrt, was durchaus sinnvoll ist. Mein Karate kennt Nah- und Bodenkampf. Das habe ich mit Aikijūjutsu kombiniert und meinen eigenen Stil entwickelt. Kyokushin-Karate, Taekwondo, Tai Chi, Hung Gar und Wing Chun, habe ich später gelernt. Ein Ausflug in den Kranich-Stil wird folgen. Um jedem Missverständnis vorzubeugen und die Frage zu beantworten, ob es einen „besten Stil“ gibt, werde ich es noch einmal erklären. Jeder Stil ist gut. In jedem Stil wird es hervorragende Kampfkünstler oder -sportler geben.

Im Schwertkampf ist mir mein Vater ab und zu noch überlegen. Als Kind hatte ich so meine Probleme damit. Ich erinnere mich an eine Szene, als wir die Zweischwert-Techniken übten. Ich hatte zwei Plastikschwerter, auf die ich mächtig stolz gewesen bin. Aber mein Vater schlug sie mir stets aus der Hand. Mayumi „wütend“ ist kein Spaß. Mit einem lauten Schrei habe ich das kürzere Schwert nach ihm geworfen. Miyamoto Musashi, Japans größter Samurai, hat das bei einem seiner legendären Zweikämpfe ebenfalls gemacht. Papa war überrascht und mir tat es sofort wieder leid. Ich habe mich danach doppelt angestrengt.

Aikijujutsu kennt kein Sparring. Wie in dem daraus entstandenen Aikido, werden dort lediglich Partnerübungen ausgeführt. Alles andere wäre viel zu gefährlich. Statt der weit ausholenden Aikido-Bewegung, wird eine Aktion im Aikijujutsu „kurz“ ausgeführt, was im Ernstfall zu Verletzungen bei einem Angreifer führt. Spaßig wird es, wenn wir eine Mischung aus Judo und JiuJitsu trainieren. Dabei geht es nie darum wer gewinnt oder verliert. Allerdings ärgert er mich gern, was meine Gegenreaktion provoziert. Aber egal wer zum Schluss am Boden liegt, im Endeffekt gewinnen wir beide.

Außenstehende verwechseln oft Kampfkunst und -sport. Im Sport geht es um Punkte, um den Sieg, um Preisgelder und Medaillen. Ein Sieg in der Auseinandersetzung zweier Kampfkünstler wäre eine Niederlage für beide. Der Gewinner würde sein Gesicht verlieren, der Verlierer wäre „tot.“ Sich aber auf freundschaftlicher Ebene auszutauschen, dem anderen Respekt zu zollen, ist legitim. Es sollte niemals so enden, wie das Erlebnis mit einem Karateka aus Okinawa zeigt.

Dazu noch ein Hinweis. Wer ursprüngliches Karate lernen möchte, der geht ohnehin nach Okinawa. Die dortigen Meister sind eine Klasse für sich, haben aber manchmal auch verschrobene Ideen. Wir hatten ein solches Exemplar vor einigen Monaten zu Gast. Der Mann ist über 70 Jahre alt und lehrt seinen eigenen Stil, den er vermutlich mit ins Grab nehmen wird. „Karate sollte man erst mit zwanzig Jahren lernen“, sagt er im Brustton der Überzeugung, als er uns mit Aiko trainieren sieht. „Sollten nicht schon Kinder Disziplin und Ausdauer lernen?“, kontere ich. „Genau dafür bietet sich Karate an.“

Der Meister, den ich Sensei Masada nennen möchte, schaut mich mit ausdruckslosen Augen an. In Aikos Gesicht lese ich Widerwillen. Tapfer bringt sie das Training zu Ende und geht dann mit Yuki nach Hause. Europäische Kinder hätten dem Sensei zum Abschied vielleicht die Zunge gezeigt, Aiko belässt es bei ihrem finstersten Blick. Mein Vater erzählt Sensei Masada stolz von meinen sportlichen Erfolgen und warum ich den 5. Dan bekommen habe. „Sportkarate verwässert die Tradition“, meint der alte Mann. Er deutet auf ein Bild von mir, das mich bei einem gesprungenen Drehkick zeigt.

„Ohne Kickboxen und Sportkarate, wäre das klassische Karate längst tot“, erwidere ich. „Vielleicht nicht ausgestorben, aber es hätte sich nie weltweit verbreitet.“ „Ist es erstrebenswert, dass die ganze Welt nun falsches Karate kann?“, will der Sensei wissen. „Sportkarate hat doch erst die Neugier auf die Tradition geweckt“, gebe ich zu bedenken. Japan, die ganze Karate-Welt besinnt sich zurück, der alte Weg wird wiederkommen. Ich stimme jedoch zu, dass klassisches Karate einer gewissen geistigen Reife bedarf. Wenn es an der Zeit ist, werden wir Aiko auch in Zen unterrichten.“

„Karate ist für Kinder zu gefährlich“, widerspricht der Sensei. „Sie haben noch keine Kontrolle über sich, wie leicht könnten sie andere verletzen. Ihnen fehlt der eiserne Wille, der zur Meisterung von Karate wichtig ist. Die Gefahr, dass sie das Erlernte falsch einsetzen ist groß.“ „Was wäre die Alternative?“, frage ich.Judo wäre für Kinder die bessere Wahl“, höre ich. Womit Sensei Masada durchaus recht hat. Was er nicht weiß, dass wir auch Würfe unterrichten. Noch weniger weiß er allerdings, dass unser Frechdachs jeden Wurf perfekt ausführen kann. Einige Jungs haben das schon am eigenen Leib erlebt.

Der Sensei hat einen Schüler mitgebracht, den ich Sasuke nennen möchte. Seine überhebliche Art weckt sofort meinen Widerwillen. Wir laufen einige Kata, es folgt das unvermeidliche Kumite. Sasuke ist größer und schwerer als ich. Ich ahne mehr als ich weiß, dass er seine körperliche Überlegenheit ausspielen will. Wir beginnen mit Sport Kumite. Dort werden Treffer lediglich angedeutet. Aber Sasuke will davon nichts wissen und sucht absichtlich den Kontakt.

Einen Zweikampf nur mit Worten zu beschreiben kann schwierig sein. Selbst im Video sieht er wesentlich schlechter aus, als in diversen Filmen. Dort wird ohnehin nur eine Art „Ballett“ gezeigt. Auf der Straße entscheiden etwa 9 Sekunden über „Leben und Tod“, um es salopp auszudrücken. Sasuke erweist sich als regelrechte Kampfmaschine. Unaufhörlich marschiert er nach vorn, es hagelt Tritte und Schläge, denen ich kaum ausweichen kann.

Als Frau bin ich gegenüber der Physis eines Mannes natürlich im Nachteil. Pure Kraft kann ich nur mit Schnelligkeit ausgleichen. Trifft mich ein harter Tritt, gehe ich zu Boden und / oder bin (schwer) verletzt. Hollywood- oder sogenannte „China-Filme“ zeigen nicht die Realität, wenn weibliche Hauptdarstellerinnen brutale Schläge von Männern verkraften können. Allerdings kann man durch Körperkontrolle, die Wucht eines Treffers abmildern.

Sasukes Grinsen verstärkt sich, als ein zu harter Tritt meine Bauchmuskeln trifft. Als Antwort kicke ich im Reflex ebenso hart in die Innenseite seines Oberschenkels, was ihm überhaupt nicht gefällt. Das versteinerte Gesicht meines Vaters spricht Bände. Ich sehe, wie sich seine Hände zu Fäusten ballen. Fast unmerklich schüttele ich den Kopf und provoziere Sasuke mit Worten. Seine Antwort ist ein sogenannter „Roundhouse-Kick“, der jedem anderen vermutlich die Rippen gebrochen hätte. Dieser Mann ist nicht reif für Karate, das beweise ich ihm sofort.

Ich bin im (Sport)Karate, was man beim Boxen eine Konterboxerin nennt. Meine Antwort auf Sasukes Tritt, ist ein gesprungener (Kyokoshin)Drehkick zu seinem Kopf, der das Duell abrupt beendet. Sasuke liegt benommen am Boden, Sensei Masadas Lippen werden schmal. Er ringt mit sich, der Vorfall ist ihm sichtlich unangenehm. „Das hätte auf keinen Fall geschehen dürfen“, sagt er. Wortlos geht er auf den noch immer benommenen Sasuke zu und hilft ihm auf die Beine zu kommen. Dann verlässt er mit ihm den Raum.

Sensei Masada hat meinem Vater später einen langen Brief geschrieben und sich in aller Form entschuldigt. Auch bei mir. „Geistige Reife“, schrieb er, „hat offensichtlich doch weniger mit dem Alter zu tun, als ich bisher angenommen habe. Das Verhalten meines ehemaligen Schülers fällt auf mich zurück, ich habe als Lehrer versagt.“ Soweit ich informiert bin, hat der Sensei sein Dojo mittlerweile geschlossen. Sasuke hat er noch am Tag des Vorfalls verstoßen.

Um ansatzweise deutlich zu machen wovon ich schrieb, habe ich ein Video aus dem Netz gesucht, das Kyokushin-Kicks in Vollendung zeigt. Diese Tritte habe ich vor Jahren beim Training mit meinem Cousin gelernt. Zarte Gemüter seien gewarnt. Solche Treffer können schmerzhaft für Leib und Seele sein.

 

 

28 Kommentare zu “Karate, Kicks und Kumite

  1. Geistige Reife hat wirklich nicht immer etwas mit dem Alter zu tun. 😅 Man erfährt beim Sparring etc. viel über den Charakter eines Menschen.
    Ich versuche Yi Man außerdem dazu zu überreden dienstags jetzt immer mit mir Qi Gong bei einem Shaolin Mönch zu trainieren. Morgen ist das Probetraining. Wünsch mir viel Glück! 😉 Sie hatte in letzter Zeit oft Nacken- und Rückenschmerzen. Außerdem würde es unserer Beweglichkeit zu Gute kommen.

    http://www.shaolinkungfu-yanpo.com/qi-gong-yanpo.html

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    • Die meisten japanischen Karateka haben einen guten Charakter und lieben ihre Kunst. Dieses „Musterbeispiel“ negativer Art stellt eher die Ausnahme dar. Wenn schon ich „Zwerg“ ihn so problemlos umhauen konnte, wird er ein gefundenes Fressen für wirkliche Kicker sein. Aber das ist sein Problem.

      Dann gebt euch mal den Gong, ich wünsche viel Spaß dabei. 😀 Ach ja, ein Shaolin Kung Fu Probetraining auch gleich machen! Entweder wirst du hinterher weinen oder hellauf begeistert sein. Okay okay … ich schweige still 😛

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      • Ich habe eheliche Pflichten und muss auch mal Zeit mit meiner Gattin verbringen. Darum wollte ich mit ihr zusammen Qi Gong machen. Dazu kann ich sie überreden, aber nicht zu Kung Fu. Als Verfechterin der inneren Kampfkünste würde mich außerdem sein Tai Chi Unterricht viel mehr interessieren. Falls es sich ergibt, würde ich gerne mit ihm „pushing hands“ machen.
        Ein neuer Arbeitskollege von mir hat außerdem ein Jahr lang den Yang Stil (Tai Chi Stil) in China gelernt (8 h pro Tag). Mit ihm habe ich „pushing hands“ schon ausgeführt und verstanden, wie ähnlich sich Wing Chun und Tai Chi sind. Natürlich haben wir auch Abhärtungsübungen gemacht, bis meine Chefin darauf bestanden hat, dass wir uns dazusetzen. Der besagte Kollege wird im Sommer 2021 wieder nach China zurückkehren, um dort ein weiteres Jahr zu trainieren. Ich beneide ihn, aber wie gesagt, ich habe auch andere Verpflichtungen. 😉

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      • Es gibt immer wieder Menschen, die diesen oder jenen Stil für den besten halten. Wie ich bereits schrieb, es gibt keinen besten Stil. Allerdings sind einige alte chinesiche Familienstile in der heutigen Zeit nutzlos. Die verschiedenen Arten des Tai Chi gehören definitiv nicht dazu. wir hatten das Thema doch schon. Während Wing Chun zwar effektiv und ein völlig simples und einfaches System ist, das man wirklich in kurzer Zeit lernen kann, sieht das bei Tai Chi wieder anders aus. Ich behaupte aber an dieser Stelle, dass du nach 15 + Jahren Tai Chi, eine Sifu wärst, während dich deine Wing Chun Trainer nur hinhalten. Ich behaupte auch, dass dich Chen oder Wudang Tai Chi Schüler im Sparring auskontern würden. Dein Satz: „Mit ihm habe ich „pushing hands“ schon ausgeführt und verstanden, wie ähnlich sich Wing Chun und Tai Chi sind.“ sollte vielleicht so lauten: „Mit ihm habe ich „pushing hands“ schon ausgeführt und ENDLICH verstanden, wie ähnlich sich Wing Chun und Tai Chi sind.“ Aber mir glaubst du ja nix 😛

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      • Ich glaube dir alles und dennoch vertreten wir nicht immer die gleiche Meinung. 😉 Zum Beispiel teile ich auch nicht die Auffassung , dass Wing Chun schneller zu erlernen ist als andere Kung Fu Stile. Die Grundprinzipien sind recht schnell zu erlernen. Für ein sehr hohes Niveau braucht man jedoch, wie bei allen Stilen Jahrzehnte. Meinem Arbeitskollegen war ich zumindest nicht unterlegen. Mein neuer zusätzlicher Sifu würde mich natürlich platt machen. 😂
        Ebenfalls war mir kognitiv auch vorher bekannt, wie ähnlich sich Tai Chi und Wing Chun sind. Jetzt habe ich es körperlich erlebt. Yan Po Shi werde ich demnächst auch noch um eine weitere Erfahrung bitten.
        Es gibt auch nicht den besten Stil. Ich habe mich einfach nur für einen bestimmten Stil entschieden, weil er mir gefällt und mir die physikalischen Gesetze dahinter entgegenkommen.

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      • Jeder Sport, jede Kampfkunst ist für sich gesehen gut. Gegenüber den verschiedenen Tai Chi Formen, ist und bleibt Wing Chun leichter erlernbar. Du verwechselst aber lernen mit meistern. Deutsch ist scheinbar wirklich schwer 😉

        Warum stellst du dein Licht immer unter den Scheffel? Warum glaubst du, dass der oder die dich platt machen können?

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      • Boar, du willst mich wohl heute aus der Reserve locken. 😜 Stattdessen muss ich Schmunzeln. 😂 Okay, ich meinte eigentlich meistern.
        Yan Po Shi hat 18 Jahre lang täglich 8 h im Shaolin Kloster trainiert. Ich bin da einfach nur realistisch.

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      • Es gibt diese Szene in einem Indiana Jones Film, als vor Jones dieser Typ mit der Machete auftaucht, damit rumfuchtelt und von Jones lässig erschossen wird. Verstehst du was ich meine? Auf gut Deutsch: Niemand ist unbesiegbar. Ich sage nicht, dass du es unbedingt testen solltest. 😉 Ach ja, eine Meisterin im „Kopf-Karate“ bin ich auch … sagt Yuki! Aber das hast du bereits gewusst. 😀 😀 😀

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  2. Jetzt habe ich doch mal etwas von der kleinen Yumi erfahren 😉 Es scheint so, als ob der jeweilige Charakter schon vorhanden ist, in welcher Form auch immer, und er dann noch vom Überstehenden freigeschält wird. Ich kann mich bis zu meinem ersten Lebensjahr zurück erinnern, was kein Vorteil sein muss 😉 Da ich etwas kopflastig bin, versuche ich es jeder körperlichen Auseinandersetzung auszuweichen, doch wenn es soweit kommt, sehe ich meinem Gegenüber ernsthaft in die Augen, wenn ich ihm sage, dass er mich tatsächlich umbringen muss, weil ich ihn sonst kriege. Heute bin ich ein alter Mann, dem so etwas nicht mehr passiert, aber früher hat das immer funktioniert, denn eigentlich suchen aggressive Menschen immer leichte Opfer 🙂 Habt eine wundervolle Spätsommerwoche!

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    • Wie auch bei mir, hilft bei Aiko die Disziplin von Karate. Sie ist mit einer Begeisterung dabei, die selbst mir schon fast unheimlich ist. Nach dem Training ist sie dann ein richtiger Sonnenschein. Karate wirkt. Es gäbe eine Menge von mir als Kind zu berichten, An vieles, aber eben nicht mehr alles kann ich mich erinnern. Allerdings würdest du überrascht sein, wie brav ich als kleines Mädchen war. Meine Mutter behauptet übrigens steif und fest, dass ich sogar ab und zu Kleider getragen hätte. Aber das sind bestimmt nur Fake-News und die entsprechenden Bilder hat sie vermutlich gefälscht! 😉

      Was aber wahr ist, aggressiv war ich nie. Vielleicht ab und zu etwas übermotiviert bei bestimmten Dingen. Stell dir einfach einen See vor, der eine spiegelglatte Oberfläche hat und plötzlich wie ein Geysir explodiert. Karate, die Disziplin, Zen, die japanischen Schriften zu lernen, all das hat mich geprägt und wirklich sehr viel entspannter und ruhiger gemacht. Trotzdem rate ich davon ab, die Nachtigall zu stören.

      Alter ist kein Grund um sich vor anderen Menschen zu fürchten. Mit einem Spazierstock oder Regenschirm kannst du so gut wie jeden Gegner in die Flucht schlagen. Man muss sie allerdings wirklich ohne zu zögern und kompromisslos benutzen. Gebrochene Finger beim Angreifer heilen, ein Schlag gegen (deinen) Kopf und Körper kann allerdings drastische Folgen haben und sogar zum Tod führen. Ich kann dir das gern und sehr anschaulich erklären, wie viele Schwachpunkte ein menschlicher Körper hat.

      Abendliche Spätsommergrüße aus Fukuoka 🙂

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  3. Sehr beeindruckender Video. Keine Chance für mich, da meine Beine trotz 180 cm Körperlänge kurz sind. Da fahre ich in 10 Minuten lieber mit dem Rad weg, in die Berge um Chiang Mai. Es ist nicht mehr so heiss, bis Mittag noch unter 30°C.
    Einen guten Tag wünsche ich Dir. Erich

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  4. Hallo,

    die meisten berichten gerne über ihre Erfolge, aber es gibt sicherlich auch Misserfolge oder Niederlage. Hast du jemals einen Karatewettkampf verloren? Ich kenne keinen Artikel von dir, der sich eingehender damit befasst hat, gab es Gegner, die so ähnlich waren wie du?

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    • Noch eine Bemerkung, die dir, der du angeblich alle meine Beiträge kennst, nicht entgangen sein kann. Meine aktive Wettkampfzeit war sehr kurz und liegt 20 Jahre zurück. Dein Fokus auf „Sieg“ und „Niederlage“ zeigt, dass du nicht verstanden hast, um was es beim Karate geht.

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      • Ich kenne alle deine Beiträge gar nicht und habe nur per Suche gesucht und nicht auf die Schnelle, was gefunden. Wollte nur fragen, weil ich keine Erfahrung in Karate etc. habe.

        Vergiss das mit dem Wettkampf. 😀
        Gemeint war ein solches Duell ohne Regeln (ohne Waffen).
        Gibt es in dieser Welt des Karate, der physischen Kämpfe etc. Veranstaltungen, die keine Regeln haben. So etwas wie einen Straßenkampf. Hast du die alle besiegt bzw. schon mal getestet?

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      • Nein, nein und nein.

        Die Philosophie hinter Karate ist eine völlig andere. Der Ursprung stammt aus China und ist über Okinawa und durch Vermischung mit dem dortigen Okinawa-te erst zu Karate geworden. Karate war und ist eine Kunst der Selbstverteidigung und kennt keinen Erstangriff. Im Unterschied zu damals, als sich die Menschen gegen Gegner verteidigen mussten, was durchaus zum Tod des Angreifers führen konnte, gibt es im klassischen Karate keine (Wett)Kämpfe. Allerdings Kumite (Sparring), was aber in der Regel kontaktlos ist. Allerdings kann man „leichte Treffer“ setzen, die aber wirklich nur eine kurze Berührung sind.

        Was man auf Karate-Turnieren sieht, ist modernes Sport-Karate. Das habe ich aus Neugier kurz gemacht, durch Unerfahrenheit die Regeln verletzt, was zur Disqualifikation führte. Zur Erklärung: Ich hab eine im Sport-Karate unerlaubte Technik benutzt. Für mich, als Schülerin des klassischen Karate, war die allerdings normal.

        „Sieg“ oder „Niederlage“ spielen im heutigen klassischen Karate keine Rolle mehr. Wie ich in dem Beitrag schrieb, tauscht man sich freundschaftlich im Sparring miteinander aus. Jeder wird dabei „siegen“, da er etwas lernen kann.

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      • Hab jetzt mal ein paar deiner anderen Beiträge überflogen und tatsächlich hast jeden zu Boden gebracht, der die Regeln befolgt hat. Du hast verschiedene Techniken benutzt. Die Disqualifikation ist da irrelevant.

        Das ist genau das, was ich interessant finde und ich habe gefragt, ob es offizielle Veranstaltungen gibt, wo Leute, die dir ähnlich sind, sich treffen. Das wäre etwas Neues und anderes als die Olympischen Spiele und Wettkämpfe. Vielleicht gibt es so etwas in Asien, wenn nicht sollte es erschafft werden. Aber hier in Europa habe ich nichts gefunden. Hätte es gerne gesehen.
        Keine Waffen, keine Punkte nur wer den Gegner zuerst zu Boden bringt. Trotzdem haben beide gesiegt (was dazu gelernt).

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      • Wovon du sprichst ist Mixed Martial Arts (MMA), bei dem sich Muskelberge ganz offiziell die Zähne einschlagen dürfen. MMA ist nichts anderes, als die legale Weiterentwicklung der ursprünglichen, aber tödlichen Selbstverteidigung. Wenn du Infos zu illegalen Kämpfen suchst, bist du hier falsch.

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      • Diese Mixed Martial Arts (MMA) ist nicht das, wovon ich spreche und bin nicht auf der Suche nach illegalen Kämpfen.

        Den Gegner mit verschiedenen Techniken zu Boden zu bringen, ähnlich wie du es getan hast, das suche ich. Nicht wie bei MMA, wo der Gegner, selbst wenn er am Boden liegt, weitere Schläge, Tritte etc. bekommt.

        Es muss keine internationale Veranstaltung sein – ein kleiner Verein oder so ähnlich vor Ort reicht aus.

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      • Krav Maga kann dir bei der Erfüllung deiner Wünsche helfen. In diesem israelischen Kontaktkampf, werden Techniken verschiedener Stile effektiv gemischt. Krav Maga Vereine finden sich überall in Deutschland. Es ist effektiv und schnell zu erlernen.

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