Ein Plädoyer für die Marktwirtschaft

In mehreren Beiträgen habe ich über die mögliche Enteignung der reichsten Menschen der Welt gesprochen. Das klingt sehr marxistisch, was ich aber nun absolut nicht bin. Ganz im Gegenteil bin ich durchaus eine Verfechterin der (sozialen) Marktwirtschaft. Die hat aber schon vor Jahren einen Knacks bekommen, der Neoliberalismus hat übernommen. Wohin das führte, haben wir aktuell gesehen. Nun brauchen wir einen Weg aus der Krise. Der folgende Beitrag ist nur ein kurzer Abriss, um Dinge zu verdeutlichen. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wirtschaftsmodelle zu erklären würde ohnehin Bücher füllen, die aber oft schon geschrieben sind.

Nach der Krise ist vor der Krise

Ökonomisch Naive glauben, dass nach der Corona-Krise alles wieder wie früher wird. Das muss ich vehement verneinen. Offensichtlich habe einige noch immer nicht verstanden, was zur Zeit geschieht. Die Weltwirtschaft ist keine Maschine, die man beliebig aus- und wieder einschalten kann. Deutschland, Japan, die EU, die USA und China, alle sind miteinander verflochten. Werden einzelne Maschen dieses Netzes zerstört, haben wir ein Problem.

Der weltweite Shutdown der Wirtschaft, hat das Netz zerstört, sprich die Lieferketten unterbrochen. Angenommen ein deutscher Autohersteller braucht Reifen, die man günstig in China herstellen kann. Aber Chinas Wirtschaft stand still, dem Autohersteller gingen also die Reifen aus. Statt Reifen kann man ein beliebiges Produkt benutzen, aber Reifen passen nun mal gut. Durch den kurz darauf erfolgten Shutdown der deutschen Wirtschaft, waren die fehlenden Reifen kein großes Problem. Aber auch ein Shutdown ist nicht für die Ewigkeit. Irgendwann ging es weiter und Chinas Wirtschaft fuhr wieder hoch.

Euro?`Nein danke!

China stand und steht aktuell vor dem Problem, dass es keine Abnehmer für seine Waren gibt (1). Wer soll die Reifen kaufen, die Autohersteller haben noch geschlossen. Der deutsche Finanzminister kam nun zusammen mit der ewigen Kanzlerin und einer ohnehin nur als Marionette Merkels dienenden Präsidentin der Europäischen Kommission auf die glorreiche Idee, dass man ein keynesianisches Konjunkturprogramm auflegen könne, um die Nachfrage zu stärken. Die so hoffte das Trio, kurbele dann die Wirtschaft wieder an. (2)

Das reiche Deutschland müsse sich solidarisch zeigen und den ärmeren Nachbarn Hilfe gewähren. So der sinngemäße Tenor von Merkel. Vergessen hat sie zu erwähnen, dass südliche EU-Mitglieder ein deutlich höheres Privatvermögen haben, als der deutsche Michel. Deutschland zahlt, die anderen lachen. Netto werden es rund 133 Milliarden Euro sein. Eine unvorstellbare Summe, die nicht in die Hände der EU sondern auf die nationale Ebene gehört. Es gibt in Deutschland genügend ungelöste Probleme. Aber man wird lieber neue Tafeln für immer mehr Bedürftige schaffen, als deutsches Steuergeld sinnvoll zu investieren.

Wir haben also Geld, viel Geld, noch mehr Geld! Viel Geld trifft auf wenige Waren. Wie das aussehen kann, hat man vor einigen Monaten beim fehlenden Toilettenpapier gesehen. Die Preise werden also steigen, wir haben eine Inflation. Aber auch eine Notenbank, die fröhlich noch mehr Geld drucken wird. Geld, das dann aber nichts mehr wert sein wird. Es besteht also durchaus die Gefahr, dass die Preise explodieren. Wer vor Corona wenig hatte, wird nach Corona noch ärmer sein.

Der Keynesianismus

Reden wir kurz vom Keynesianismus. Vermutlich haben nur wenige jemals davon gehört. Daher erkläre ich mit einfachen Worten, was Keynesianismus ist. Die Anhänger des Keynesianismus gehen davon aus, dass sich Märkte nicht selbst regulieren, der Staat daher eine aktive, antizyklische Wirtschaftspolitik betreiben soll. Das bedeutet in konjunkturell schwachen Phasen die eigenen Ausgaben zu erhöhen, gegebenenfalls auch durch eine höhere Verschuldung, in wirtschaftlichen Boomphasen hingegen soll der Staat seine Ausgaben senken.

Das klingt auf den ersten Blick vernünftig. Schaut man genauer hin, wird die mögliche Rolle des Keynesianismus schnell klar. Er ist die mögliche Vorstufe zur sozialistischen Marktwirtschaft. Darüber spricht natürlich niemand. Der Staat versteckt seine Absichten hinter dem unscheinbaren Wort Nachfrage. Konsumwahn träfe es besser. Man braucht doch stets (nicht!) das neue Handy, den neuen PC, das neue Automodell.

Money, Money, Money!

Wie lange das Konstrukt EU noch bestehen kann, ohne wie eine Supernova zu vergehen, wissen vermutlich nur irgendwelche fiktiven Götter. Die EU und der Euro haben fertig. Einige Ökonomen geben der gemeinsamen Währung nur noch wenige Jahre, dann steigen vermutlich die Südländer aus. Das Problem wären dann allerdings wieder zig nationale Währungen, Wechselkurse und Währungsschwankungen.

Das will natürlich keiner. Daher macht es durchaus Sinn, wenn die bereits aktuell stabileren Staaten, eine gemeinsame Währung hätten. Italien, Griechenland und Spanien gehören nicht dazu. So wenig wie Polen und andere Staaten, die nur wegen des Geldes Mitglied der EU sind. Ob es so kommen wird weiß ich nicht. Man kann, muss und sollte allerdings in diese Richtung denken. Auch die sich daraus ergebenden möglichen Ergebnisse gilt es zu bewerten. Es gibt immer mehr als einen Weg.

Stehen wir vor einer weltweiten Rezession? Die Stimmen mehren sich, die genau das propagieren. Hier gilt es genau hinzuschauen, wer das warum und wie formuliert. Crash-Propheten könnte es um den Verkauf ihrer Bücher gehen. Andererseits haben sie mit ihren Thesen durchaus recht. Ja, wir haben ein weltweites Problem, das nicht „Corona“ heißt. Ich nenne es Gier. Gier war schon immer ein tödliches Virus. Diese Gier nach Macht und Geld und Geld und Macht gilt es zu stoppen. Aber auf keinen Fall durch Sozialismus.

Quo vadis, Marktwirtschaft? 

Zwar fehlt mir noch immer der Glaube an die Politik, aber ausnahmsweise werde ich so tun als sei sie existent. Ich lege mich fest, dass in Deutschland und ganz Europa, eine überparteiliche Allianz aus Experten der Wirtschaft und Politik, den Karren wieder aus dem Dreck ziehen kann. Es ist allerdings ein offenes Geheimnis, dass Konservative besser rechnen können. Die gerechtere Verteilung des Geldes, ist dagegen bei Linken besser aufgehoben.

Begriffe wie „Linke“ oder „Rechte“ sollten ohnehin der Vergangenheit angehören. Beide noch existierenden Lager haben helle Köpfe in ihren Reihen, die sich schon seit Jahren gut verstehen. Die Show im Bundestag ist genau das. Hinter den Kulissen ist man sich mehr oder weniger einig. Das wird deutlich, wenn man sich die Mitwirkenden am Bundeshaushalt anschaut. Da mischt auch die AfD munter mit. Gehetzt wird nur bei Debatten im Bundestag und in den (staatlichen) Medien. Aber das begreifen die meisten Deutschen nicht.

Kontrolle! Kontrolle?

Auf keinen Fall darf der Staat eine zu große / absolute Kontrolle über die Wirtschaft haben. Wir brauchen allerdings Regelungen, um große Vermögen nicht noch größer zu machen und den Finanz-Eliten, wie Banken und der Pharma-Industrie, endlich Einhalt zu gebieten, wenn sie irrsinnige Pläne machen. Nicht missverstehen! Niemand will einem saudischen Prinzen seinen Porsche oder Audi streitig machen. Die Typen kaufen alles und ich war vor einigen Wochen froh darüber.

Vermögen, die größer sind als eine Summe X, könnte man automatisch in Stiftungen überführen, die für den Aufbau von Schulen in Afrika tätig sind. Das wird schwierig, aber kann funktionieren. Wir haben in Deutschland genügend Experten, die besser als das Mittelmaß der aktuellen Regierung sind. Dass die weg muss, steht auf einem anderen Blatt. Ihr habt es in der Hand, die Freiheit oder den Sozialismus auszuwählen.

(1): Dass es keine Abnehmer für Chinas Waren gäbe, ist eine bewusst gewählte Übertreibung. Natürlich verkauft China wieder, aber auf einem deutlich niedrigeren Stand als vor „Corona.“ Dieses Problem haben aber auch andere Staaten. Es wird vielleicht einige Jahre dauern, bis die Wirtschaft dort ist wo sie einmal war. Vorausgesetzt, das jetzige Modell bleibt existent.

(2): Das aktuelle keynesianische Konjunkturprogramm stößt dort an seine Grenzen, wo viel Geld auf keine / wenige Waren trifft. Primär wird das bei Deutschlands Nachbarn sein.

10 Kommentare zu “Ein Plädoyer für die Marktwirtschaft

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