Gedanken einer Ausländerin: Divide et impera

Dass (auch) in Deutschland nach dem Prinzip „Divide et impera“ regiert wird, haben bisher nur wenige begriffen. Divide et impera – Teile und herrsche, haben schon die Römer angewandt, um von ihnen besetzte Länder unter Kontrolle zu bringen. In Deutschland, dessen Nazi-Trauma seit Jahrzehnten von diversen Gruppierungen befeuert wird, ist eine solche Spaltung noch viel einfacher. Die angebliche Erbschuld eines ganzen Volkes, wird von „linken Kräften“ schamlos ausgenutzt. Um an der Macht zu bleiben blasen auch (angeblich) Konservative ins gleiche Horn, während jüngere Generationen sich vehement dagegen wehren. Aber darum geht es heute nicht.

Wenn einer (k)eine Meinung hat

Nun ist es so, dass Deutschland fest in der Hand der (angeblich) Linken ist, die meinen auch die Deutungshoheit zu haben. Nur sie und sonst niemand bestimmen, was in Deutschland gesagt werden darf. Abweichler werden sofort als „Rechte“ denunziert und in eine Ecke mit dem GröFaZ gestellt. Diskurs Fehlanzeige, wie ich an einem aktuellen Beispiel zeigen möchte.

Die Reaktion(en) auf meinen Thüringen-Kommentar waren entlarvend. Ich rede nicht von jenen LeserInnen, die Merkels Angriff auf die Demokratie verstanden haben. Gemeint sind all jene, die sich nur per Hasskommentar oder falscher Identität aus der Deckung wagen. Als abschreckendes Beispiel benutze ich jene „ältere Dame“, deren Kommentar im Thüringen-Artikel nachzulesen ist. Den armseligen Rest der anderen (männlichen) „Ergüsse“, habe ich als Sondermüll entsorgt.

Wer Hass sät

Wer nun glaubt, dass „Linke“ die einzigen wären, die dümmliche Kommentare abgeben, dem sollte ich vielleicht die homophoben Angriffe vor Augen halten, die mir seit Jahren ins Postfach flattern. Ganz abgesehen von den rassistischen Sprüchen irgendwelcher Neo-Nazis, die Deutschland gern wieder unterm Hakenkreuz sähen. Allen gemeinsam ist der oktroyierte Hass auf „Andersdenkende“, egal ob es dabei um Politik, sexuelle Neigungen oder Religionen geht. In Berlin, Washington und Brüssel reiben sich unterdessen die Strategen der (Finanz)Eliten ihre schmierigen Hände, wenn sie den geballten Hass der verschiedenen Gruppen sehen. Wieder einmal haben sie ihr Ziel erreicht.

Erreicht hat man auch, dass Ralf Höcker, der Sprecher der CDU-Werteunion, nach massiven Drohungen gegen seine Person, von allen politischen Ämtern zurückgetreten ist. Das erinnert fatal an die Methode der alten Faschisten, die in der DDR von der Stasi übernommen worden ist. Apropos DDR, wem ist eigentlich noch bekannt, dass die SED nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aktiv um ehemalige NSDAP-Mitglieder warb und mehr als nur erfolgreich gewesen ist? In der SED haben sich also Extremisten beider Lager vereint. Das Ergebnis ist bekannt, die Toten an der Berliner Mauer sprechen für sich.

Die Lager

Noch gibt es keine Konzentrationslager in der BRD, aber es ziehen sich Risse quer durch die Gesellschaft. Die und genau das wurmt die Pseudo-Kommunisten, ist in der Masse noch immer bürgerlich-konservativ. Das gilt es natürlich zu ändern. Viele Deutsche, denen ich keinerlei böse Absicht unterstelle, sind mit der aktuellen Situation überfordert. Enttäuscht haben sie sich von den Altparteien abgewandt und schauen mehr als skeptisch auf die AfD. Freunde aus Deutschland berichten mir von einer sich etablierenden „Neuen Mitte“, die angewidert von CDU, SPD und GRÜNEN sind. Von der FDP brauchen wir nicht mehr zu reden, die Partei hat ihre Existenz vermutlich hinter sich.

Diese „Neue Mitte“ ist noch nicht gefestigt und sieht sich massiven Angriffen der anderen Lager ausgesetzt. Als Beispiele möchte ich den Journalisten Henryk M. Broder und die Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld nennen. Witzig dabei, dass Herr Broder, der alles andere als konservativ ist, aber seine Kritik am vermerkelten Deutschland mit brillanter Schärfe formuliert, von Antifa und Establishment zum Feind erklärt worden ist. Der Mann hat es ebenso wie Professor Patzelt gewagt, mit Vertretern der AfD zu sprechen. Im Ergebnis ist das für „Linke“ klar, das müssen Nazis sein! Dümmer geht es nimmer.

Aufwachen Deutschland!

Max Horkheimer hat einmal gesagt, dass wir die westlich-europäische Welt als Insel der Freiheit in einem Ozean der Gewaltherrschaft verteidigen sollen. Und zwar nicht nur gegen den Faschismus Hitler’scher Prägung, sondern auch gegen den linken Totalitarismus Stalin’scher und Lenin’scher Provenienz. Ganz offensichtlich ist das den „Enkeln“ von Adorno und Horkheimer unbekannt. In (s)einem mittlerweile gelöschten Tweet, hat Ramelow den „Genossen Stalin“ hofiert. Vielleicht fand er die Verehrung eines Massenmörders witzig.

Leider schlafen viele Deutsche noch den Schlaf der Gerechten, wenn es um politische Entscheidungen geht. Mit aller Gewalt klammern sie sich an ihre Wohlfühlzone und grenzen unliebsame Gedanken aus. GEZ-Fernsehen und (SPD)Zeitungen, BILD und andere der Atlantik-Brücke hörige Blätter, sind und bleiben die Quelle ihrer Information. Nur wenige blicken über den Tellerrand hinaus und lesen etwa die NZZ (Neue Züricher Zeitung). Ich kann das nur empfehlen. Aber Vorsicht, so mach einer ist nach der Lektüre „aufgewacht.“

9 Kommentare zu “Gedanken einer Ausländerin: Divide et impera

  1. NZZ ist auch Atlantik-Brücke. (https://swprs.org/2020/02/16/deutschland-worum-es-geht/) Ansonsten: D’accord. Ich finde das Verschwinden der einfachen Mitmenschlichkeit, die über alle politischen Differenzen hinaus immer erhalten bleiben sollte, das eigentlich Bestürzende. Die Streitenden begreifen ihren Streit nicht mehr als ideologische Auseinandersetzung, sondern möchten den Andersdenkenden und auch seine Kinder am liebsten umbringen. Sie wollen den Gegner nicht überzeugen und schon gar nicht gelten lassen, sondern ihn vernichten: Sie bestreiten vehement, dass er auch ein wenig Recht haben könnte (aus seiner Sicht, seinen Lebensumständen, seiner Geschichte heraus), sondern sehen in ihm nur eine „Laus“. Dieser Fanatismus hat Kriegscharakter, damit wurden und werden Kriege befeuert. „Jeder Schuss ein Russ, jeder Stoß ein Franzos“ (1. Weltkrieg), es folgte der zweite, da richtete sich die mörerische Wut nicht nur nach außen, sondern auch nach innen auf die jüdischen, homophilen, Roma-Mitbürger (lauter „Läuse“). Mir scheint, diese Wut wird bei Deutschen besonders gefährlich, weil der verbale Ausdruck massiv durch „political correctness-Anforderungen“ unterdrückt wird und dann in direkter Gewalt explodiert.

    • Die Seite kenne ich, die Auflistung der Atlantik-Brücke und die Verflechtungen mit der Wirtschaft auch.

      Immerhin berichtet die NZZ „anders“, mehr wollte ich nicht sagen. Wie ich wirklich denke, das weißt du glaube ich. In den nächsten Tagen werde ich zu „Thüringen“ noch einen weiteren Beitrag bringen, der vielleicht einigen die Augen öffnet, oder noch weitere „Porno-Damen“ aus der Deckung holt. Wir werden sehen.

      Du hast mit deinen Worten eindrucksvoll beschrieben, was ich ebenfalls denke. Vielen Dank dafür. Mehr können wir momentan nicht tun. Hoffentlich gibt uns in einigen Jahren die Geschichte recht, wenn die Menschen endlich begreifen, was mit ihnen geschehen ist.

  2. Von der „Neuen Mitte“ habe ich bisher noch nichts gehört, danke für den Hinweis.
    Ein ehemaliger Mitschüler (Politologe) von mir, der in der SPD politisch sehr aktiv war, hat sich nun von der Partei zurückgezogen. Er hat begriffen, dass er sich verbiegen müsse, um in der Partei aufsteigen zu können. Er möchte sich selbst lieber treu bleiben.

    • Ob man das schweigende „Heer“ unentschlossener WählerInnen „Neue Mitte“ oder wie auch immer nennt, spielt keine Rolle. Würde ich noch in Deutschland leben, ich gehörte auch dazu. Aber sie existieren und es werden mehr. Was geschieht, wenn sie sich äußern, hast du an dem „dämlichen“ Kommentar des Porno-Fakes gesehen.

      Hut ab vor deinem Mitschüler! Weißt du jetzt, warum ich keine GRÜNE mehr bin?

  3. Ich bewundere Dich, für Deine Energie die du in dieses Thema steckst und nie müde wirst zu informieren.
    Wie viel Energie dass kosten kann habe ich bei meinem EX-Arbeitgeber zu spüren bekommen.

    Auf der einen Seite hoffe ich auf ein Aufwachen der Bevölkerung und auf der anderen Seite bin ich froh dass die an der Spitze keine Highlander sind und ewig Leben können.
    Über kurz oder lang wird sich etwas ändern, muss sich etwas ändern.
    Die Frage ist nur in welche Richtung die Änderungen sich entwickeln werden.

    Jedenfalls wünsche ich Dir weiterhin die Ausdauer, Stärke und den Willen Deinen Weg weiterzugehen.

    • Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es. Als positiver Mensch blicke ich stets nach vorn und über den berühmten Tellerrand. Auch wenn ich über die GRÜNEN lästere, stehe ich dem Diskurs positiv gegenüber. Das kann und wird allerdings nicht meine Sache sein, miteinander reden müsst ihr selbst. Ich kann euch lediglich Hoffnung geben. Handeln müsst ihr selbst.

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