Die Twitter-Trolle – BILD gegen den Rest der Welt

Manche Artikel sind so gut geschrieben, dass man sie mehrfach lesen kann. Manche Artikel sind so gut geschrieben, dass man sie unbedingt teilen muss! Eine solche Perle ist mir wieder einmal über den Weg gelaufen, was viel zu selten geworden ist.

Der Autor heißt Jens Berger und schreibt für die Nachdenkseiten. „Wehe dem, der gegen den Strom schwimmt“, ist ein Meisterwerk journalistischer Kunst, das die Schmierfinken von BILD und FOCUS gnadenlos entlarvt und auch dem ZDF die Rote Karte zeigt.

Es gäbe noch eine Menge mehr zu den Herren Reichelt, Röpcke und Stritzelt zu sagen und auch über den Intendanten des ZDF. Wie eigentlich über den ganzen von der GEZ finanzierten Staatsfunk, der sich nur noch selten eine differenzierte Meinung leisten kann. Den FOCUS konnte man schon immer vergessen.

Unabhängig davon, was nun wirklich in Syrien geschehen ist, zeigt der Schnappatmer-Reflex der drei BILD-Trolle deutlich, wie dünn die Luft um den angeblichen Giftgasangriff geworden ist. Vielen Dank, Herr Berger, für diese treffende Bezeichnung.

Dünn ist übrigens auch die Auflage der BILD geworden. Immer weniger BundesbürgerInnen greifen zu diesem Schmuddelpapier. Vielleicht erklärt das den vehementen Einsatz der drei Schreiberlinge, die nun auf Twitter für mehr Aufmerksamkeit buhlen müssen.

„Noch 1,4 Millionen verkauft BILD gemeinsam mit dem Ableger Fußball-BILD, etwa ein Drittel seiner früheren Erfolgszahlen; fast 200.000 Leser haben im Vergleich zum 4. Quartal im 1. Quartal dieses Jahres auf den Kauf verzichtet.“, hat Roland Tichy recherchiert.

Ich habe schon seit Jahren eine eigene Meinung zum angeblichen Syrien-Konflikt, die sich ebenfalls nicht mit dem Bild von NATO, USA und der EU deckt. Die über den angeblichen Giftgasanschlag ähnelt durchaus der, die der nun zu Unrecht gescholtene Journalist des ZDF vorgestellt hat.

Im Gegensatz zu ihm gibt es bei mir keinen Intendant und keine Atlantik-Brücke, die mich zurück auf den Kurs des Westens schicken wollen. Aber das habt ihr bestimmt gewusst.

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16 Kommentare zu “Die Twitter-Trolle – BILD gegen den Rest der Welt

    • Allerdings! Viele der Beiträge sind sehr kritisch und bei der SPD und den LINKEN nicht mehr gern gesehen. Leider fehlt es den Nachdenkseiten an Reichweite. BILD hat noch immer zu viele LeserInnen.

      • Es ist Gedankenlosigkeit. Früher, als ich mit dem Zug von Düsseldorf nach Stuttgart fuhr, habe ich sehr oft Menschen am Bahnhof gesehen, die mal so eben schnell eine „Zeitung“ kauften. Viel zu oft war es die BILD.

  1. Nun, es ist ja nicht so schwierig etwas Licht ins Dunkel zu bringen, entnimmt man nach und nach alles unwahrscheinliche, muss der Rest, wie merkwürdig er auch immer aussehen mag, die Wahrheit sein oder zumindest ein Teil davon, aber es ist ja eine altbekannte Strategie, alles dem Mainstream entgegenschwimmende sofort als Verschwörungstheorie zu bezeichnen, obwohl Gack alles in plausible Relationen gesetzt hat. Er muss wohl einen Nerv getroffen haben, anders kann ich mir den politischen Zwergenaufstand nicht erklären.

    • JournalistInnen kontrollieren nicht mehr das Handeln der Politik, sie kontrollieren das Denken der Bürger. In dieser Rolle gefallen sich auch diese drei Herren. Der ZDF-Reporter hat mit Sicherheit einen Nerv getroffen. Und er ist nicht der Einzige, wie die blankes Entsetzen hervorrufenden Statements von Professor Dr. Günter Meyer zeigen, der eine Beteiligung Assads bestritt.

  2. Mir kommt es heutzutage vor das alles Instrumentalisiert wird. Nichts hat bestand was damals eingeführt worden ist. Oder besser gesagt, der Grund weshalb etwas entstand, wird ausgehöhlt.
    Vielleicht haben sich aber auch die Hintergründe einfach der Zeit nicht angepasst.
    Man müsste die Medien auf die Prüfstelle stellen und uns überlegen ob diese Art zu Informieren nicht einfach veraltet sind.

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