Wenn Götter streiten – Die Islam-Debatte

Die Erde ist natürlich eine Scheibe und CSU-Chef Horst Seehofer der Retter der Nation. Wer den Fehler findet, der darf gern drei Kreuze in der Kommentarspalte machen oder alternativ zum Buddhismus übertreten. Der, im Gegensatz zu Christentum und Islam, hat wenigstens kein unbeweisbares Schöpferwesen als Gott.

Buddha war ein Mensch, wenn auch sehr weise. Horst Seehofer ist kein Buddha. Er ist Bayer und das mit Leib und Seele. Beim christlichen bin ich mir nicht wirklich sicher. Immerhin und das erachte ich für wichtig, hat er die Islam-Debatte neu aufgelegt. Gegen Merkel, die in dieser Ideologie offenbar etwas Gutes sieht.

Christoph Schwennicke, der Chefredakteur des CICERO, vergleicht Seehofers „Nein“ und Merkels „Ja“, mit dem Gehabe zweier Kleinkinder im Kindergarten. Genau das sehe ich anders. Was wir erleben ist Seehofer im Wahlkampfmodus, Seehofer gibt die AfD.

Gibt es nun Entsetzen pur über meine Worte? Bin ich nun völlig durchgeknallt? Schaut man sich die CSU genauer an, wird man kaum Unterschiede zur AfD feststellen. Man gibt sich lediglich moderater und hat sich der ungeliebten Schwester CDU zwecks Machterhalt angepasst.

Die CSU besteht aus den gleichen „bösen Rechten“ (Konservativen), die Linke sonst nur in der AfD verorten. Ich könnte darauf wetten, dass Franz-Josef Strauß sie 2015, spätestens aber 2016, bundesweit und gegen Merkel ins Feld geführt hätte und die AfD in der Bedeutungslosigkeit verschwunden wäre. Wettet jemand mit?

Der Unterschied beider Parteien liegt im Personal. Während die AfD davon nur wenig hat, das aber immer mehr an Profil gewinnt, verfügt die CSU, als alteingessene Partei, über mehr alte Haudegen, die so gut wie jedes Fachgebiet abdecken könnten. Die Frage, ob sie das auch mit Bravour hinbekämen, soll heute kein Thema sein.

Gehört nun der Islam zu Deutschland oder bleibt er eim Fremdkörper in diesem Land? Mir als Buddhistin könnte die Antwort darauf herzlich egal sein. Als lesbische Frau habe ich jedoch mit Religionen oder Ideologien ein Problem, wenn sie meine sexuelle Orientierung oder meine Freiheit als Frau unterdrücken.

Die meisten Deutschen sehen das im Bezug auf den Islam ähnlich. Egal was PolitikerInnen von sich geben, Deutschland ist christlich, der Islam gehört nicht zu diesem Land. Damit wäre die Diskussion bereits beendet. Wenn, ja wenn da nicht jene Kanzlerin wäre, die niemand will und keiner braucht.

Vielleicht legt Seehofer es darauf an die Koalition platzen zu lassen, vielleicht erleben wir nur wieder ein abgekartetes Spiel. Auch wenn ich Strategien mag, bei diesem Spiel geht es um das Leben von Menschen. Tausende ertrinken im Mittelmeer, andere werden aus Eifersucht ermordet.

Als reiches Land sind wir in der Lage Hungernden vor Ort zu helfen. Und zwar mit einem Bruchteil der jetzt eingesetzten Mittel. Die, das muss man klar erkennen, wären als dringend notwendige Investitionen im Inland nötig gewesen.

Die Deutschen sollten mit Neid und auch mit ein wenig Stolz auf ihre Vettern in Österreich schauen. 100 Tage Kurz haben bereis erste Wirkungen gezeigt. In Deutschland sucht man diesen Typus (noch) vergeblich. Hier gibt es nur Parteisoldaten.

7 Kommentare zu “Wenn Götter streiten – Die Islam-Debatte

  1. Hast du von den Vorfällen an der Berliner Grundschule gehört, in der ein jüdisches Mädchen von muslimischen Kindern aus Flüchtlingsfamilien aufgrund ihrer Religion mit dem Tod bedroht wurde? Gegen die extremistische Einstellung derer Eltern muss schnellstmöglich vorgegangen werden.

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      • „….hat ein Problem, das nicht länger zu verschleiern ist.“
        Dein Wort in Gottes Ohr.
        Ich höre Widersprüchliches, einerseits ist die Rede von an Zahl exponential zunehmend Erwachender (ich meine damit hier nix Spirituelles, ich meine „System-Erkennende“), anderseits von hoffnungstötender Mehrheit im alten Brei Verharrender.
        Ich tröste mich mit: Jeder steht dort, wo er hingehört, erfährt, was für ihn wichtig ist. Fallen also Bomben, wird der, welcher Bombe nicht braucht, nicht getroffen.

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      • Menschen wollen Sicherheit. Diese Sicherheit glauben sie darin zu finden, dass sie weiterhin so leben wie bisher. Diese Menschen schauen NUR die Tagesschau, NUR das Heute-Journal und lesen NUR (Mainstream Zeitung deiner Wahl einsetzen). Sie leben in eigenen Vierteln ohne Migranten, der „ausländische“ Kollege ist vielleicht ein in Deutschland geborener Türke und bestens integriert. Die Masse der Bevölkerung war und ist davon überzeugt, dass die Politik mehr oder weniger alles richtig macht. Kleinigkeiten, wie Auslandseinsätze der Bundeswehr, Morde an jungen Mädchen, werden gern übersehen. Diese Menschen bekämpfen jene, die für eine andere Ordnung stehen, mit allem was sie haben. Sie sind willige Instrumente deutscher Politik. Diese Menschen werden, wenn sie selbst betroffen sind, genau das Gegenteil machen und nun die Politiker bekämpfen. Davor haben diese Angst. Also sorgt man dafür, dass sich die Empörung immer gegen jene richtet, die die jetzige Ordnung stören. Die heißen z. B. (Partei, Verein, Gruppe der eigenen Wahl einsetzen) oder schlicht und ergreifend „Nazis.“

        Natürlich und auch das muss man zwingend ansprechen, gibt es auch subversive Kräfte in der entstehenden Protestbewegung. Wie echt die sind, das steht auf einem anderen Blatt.

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