Gedanken einer Ausländerin: Der instrumentalisierte Protest

Politische Systeme sind gekennzeichnet durch eine ständige konflikthafte Interaktion zwischen Herrschern und Beherrschten. Man könnte auch sagen „Politik wird auf der Straße gemacht.“ Wie das in totalitären Staaten endet ist bekannt. Dort wird Protest oft mit dem Tod bestraft.

Für Demokratien ist die Austragung dieser Interaktion zwischen gesellschaftlichen Gruppen und politischen Eliten kennzeichnend. Sie reicht von Streiks, Demonstrationen bis hin zu zivilem Ungehorsam und Gewalt. Und dann gäbe es noch das Bürgerforum in dem Abgeordnete mit ihren WählerInnen sachlich diskutieren.

Protest!

Deutschland im Jahr 1968. Ein junger Mann steht im Mittelpunkt des Protestes gegen das Establishment. Sein Name: Rudi Dutschke. Ohne ihn geht nichts beim Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), sein Gesicht ziert die Boulevardblätter, die BILD hat ihn zum Staatsfeind erklärt.

Der Protest von Dutschke und seinen GesinnungsgenossInnen richtet sich gegen Vietnamkrieg, Hochschulpolitik, die Notstandsgesetzgebung und letztendlich gegen den, nach Auffassung der SDS, autoritären Staat. Für Dutschke ist die Bundesrepublik ein kapitalistisches System mit faschistischen Tendenzen.

Am 11. April 1968 schießt der junge Hilfsarbeiter Josef Bachmann vor dem SDS-Büro am West-Berliner Kurfürstendamm dreimal auf Rudi Dutschke und verletzt ihn schwer. Dutschke überlebt, muss mühsam wieder sprechen lernen und stirbt 1979 an den Spätfolgen des Attentats. Bachmann hat sich schon am 24. Februar 1970 in seiner Zelle umgebracht.

Der tiefe Staat

1968 wird Bachmann der Öffentlichkeit als durch rechtsextremes Gedankengut motivierter Einzeltäter präsentiert. Erst 2009 wird das korrigiert. Aus Unterlagen der DDR-Staatssicherheit geht nun hervor, dass Bachmann bereits seit 1961 Kontakt zur rechtsextremen Szene hatte. Vor dem Hintergrund der folgenden Entwicklung, lasse ich diese Aussage unbewertet.

Nach dem Attentat explodiert nicht nur der Protest gegen die Springerpresse, die Studenten als maßgeblich verantwortlich für die Tat ansehen, es fliegen auch Molotowcocktails, mit denen die Lieferwagen des Verlages in Brand gesteckt werden. Beschafft und verteilt vom V-Mann des Berliner Verfassungsschutzes Peter Urbach.

Genau an dieser Stelle sollte bei vielen LeserInnen der Groschen fallen. Der sogenannte „tiefe Staat“ (Staat im Staat) hat schon immer existiert. Was war das Ziel? Nach Dutschke kam die Rote Armee Fraktion (RAF) und Anti-Terror-Gesetze.

Man könnte nun die provokative Frage stellen, ob Dutschke, ob die RAF instrumentalisiert worden sind. Bei Dutschke als Einzelperson kann man das verneinen, bei der RAF bin ich mir sicher. Der Westberliner Verfassungsschutz hat hier ein schmutziges Spiel gespielt.

Die Verschwörung

Die damaligen Ereignisse liefern den Stoff für Verschwörungstheorien, dem Totschlagargument von Politik und Medien. Wiederholt man das lange genug, die Medien lügen bekanntlich nicht, wird das von den meisten Menschen auch geglaubt. Selbst nachdenken? Fehlanzeige!

Was damals wirklich geschehen ist, wer vielleicht aus dem Ruder lief oder wer möglicherweise einen Auftrag gab, spielt für diesen Beitrag keine Rolle. Eine Rolle spielt aber die lange Reihe dubioser Machenschaften des Verfassungsschutzes. Stichwort: Infiltrierung der NPD und der NSU. Böse Zungen könnten nun sagen, der Verfassungsschutz habe Morde erst möglich gemacht. Auch einen Josef Bachmann?

Schlägt man nun einen Bogen zu den Protesten gegen die Regierung Merkel, wird man zumindest Ähnlichkeiten mit 1968 sehen. Zwar gibt es heute keinen Rudi Dutschke, dessen Rolle hat eine politische Partei übernommen. Prompt prügelt die Presse gnadenlos auf die AfD ein und macht sie zu „Rassisten“ und „Nazis.“

Sex sells

Man kann davon ausgehen, dass es zumindest einige JournalistInnen besser wissen. Aber „Sex“ und „Gewalt“ verkaufen sich im Zeitalter schrumpfender Ausgaben bei Printmedien noch immer gut. Und es liest sich toll, wenn „Nazis in den Bundestag einziehen“, oder ein Cem Özdemir geifernd vor Wut „Rassisten!“ ruft.

Das schmutzige Geschäft mit den „Nazis“ blüht. Willkommen bei der Strategie von Verlagen. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Eine bestehende Ordnung, eine Regierung, will natürlich ihre Macht erhalten. Also bedient man sich gewisser Tricks und Mittel, um genau das zu tun.

Besorgte PolitikerInnen der Altparteien werfen der AfD vor, sie instrumentalisiere den Tod von Mia Valentin, die im Dezember von einem angeblich minderjährigen Afghanen erstochen worden ist. Nüchtern betrachtet versucht die AfD das auch. Was daran nun verwerflich ist bleibt unklar. Aber Moment, die AfD, das sind doch (keine) Nazis!

Leider wird das Wort „Nazi“ in Deutschland gern inflationär gebraucht und verliert dadurch Wirkung und Schrecken. Die es benutzen haben offensichtlich keine Ahnung, was ein wirklicher Nazi ist und welchen Schrecken diese einst über Deutschland brachten. Vielleicht sollten sie es lernen und die Meinung anderer (wieder) tolerieren. Auch wenn sie jenseits linker Ideen ist.

Der instrumentalisierte Protest

Der Protest gegen Merkel, die, und das muss ich an dieser Stelle deutlich sagen, NICHT die Hauptschuldige der Flüchtlingskrise ist, geht oft von normalen BürgerInnen aus, die dann sehr schnell von oppositionellen Kräften unterstützt werden. Und an geanu dieser Stelle beginnt das eigentliche Problem.

Die AfD, zu der ich bereits eine Analyse schrieb, kokettiert viel zu oft mit Gruppen, die der NPD und ihrer Splittergruppierung „Der dritte Weg“ nahestehen. Die beiden letztgenannten dürften aber in absehbarer Zukunft Geschichte sein, wenn man der NPD die Parteienfinanzierung entzieht.

Kein einzelner Bürger kann einen Protest längere Zeit allein aufbauen oder leiten. Dazu bedarf es vieler Helfer. Wird bekannt, das auch nur einer ein Parteibuch hat, wird sofort die ganze Bewegung zur „Partei-Demonstration“ gemacht. Auch das ist Lückenpresse. Ist nun der Protest bereits instrumentalisiert? Wenn ja, was bedeutet das?

Die momentane Situation in Deutschland ist kompliziert. Keiner traut dem anderen, keiner will Fehler machen. Es gibt Eifersüchteleien und verschiede Meinungen. Einig ist man sich nur über „Merkel muss weg!“ Das ist zu kurz gedacht.

Zur Zeit laufen Bestrebungen den Protest zu spalten und zentrale Personen auszuschließen. Man kann und darf auch davon ausgehen, dass es unter den Demonstranten V-Männer (Frauen) gibt, die den Protest zersetzen und beobachten sollen. Dass die CDU eine erstarkende AfD durchaus wohlwollend betrachtet hat, um Rot-Rot-Grün im Bund zu verhindern, sollte mittlerweile bekannt geworden sein.

Die Puppenspieler

Den Protest gegen eine Person zu richten ist legitim, nachvollziehbar und doch falsch. Nicht Merkel ist an der Flüchtlingskrise schuld, auch die SPD in Form ihrer MinisterInnen, hat eine ganze Menge Dreck am Stecken. Ebenso GRÜNE und LINKE, die zumindest über die Bundesländer im Bundesrat mitbestimmen können. Von den USA ganz zu schweigen.

Das Establishment wird über die Medien versuchen den Protest zu ersticken. Gelingt das nicht, könnte man ihn durch V-Männer in „andere Bahnen“ lenken (befeuern), um sich nach eventuellen (provozierten) Ausschreitungen, in einem Handstreich der gesamten Opposition zu entledigen. Stichwort „Ausnahmezustand.“ So könnte man auch endlich die Fakten dafür schaffen, um die Bundeswehr im Innern einzusetzen.

Diese und andere Szenarien werden bereits bei verschiedenen Behörden durchgespielt. Es existiert auch schon lange ein Notfallplan, falls es zu Aufständen und Terroranschlägen kommt. Das ist normal und legitim in einem Staat. Den normalen Deutschen interessiert das weniger, er wartet bereits auf die nächste Weltmeisterschaft.

(M)Eine Sicht der Dinge

Der Diskurs in Demokratien ist wichtig. Leider findet der nicht mehr wirklich statt. Stattdessen wird von allen Seiten bewusst Hass verbreitet. Der Islam, dessen politische Ideologie sich dafür wunderbar eignet, ist zum Hauptfeind auserkoren. Und während sich Christen und Muslime die Köpfe einschlagen, hat der Staat schon längst gesiegt und bastelt munter weiter an kruden Ideen.

Auch die sogenannten Flüchtlinge sind Opfer. Viele sind einfache Menschen, Analphabeten mir geringer Bildung. Sie aufzustacheln, sie anzulügen ist einfach. Genau das wird von Schleppern und Schleusern getan. Wem nutzt es, wenn täglich Menschen aus dem Nahen Osten und Afrika nach Deutschland kommen? Es geht um Geld, darum geht es immer. Und mit der Armut von Migranten wird viel Geld in Deutschland verdient.

Der sogenannte „Große Austausch“, die „Umvolkung“, sind dabei Schlagworte der rechten Szene, die das eigentliche Problem nur verschleiern. Migration ist gewollt von den Eliten (Wirtschaft), um weiterhin finanziell gut dazustehen. Kann man bei wirklichem Interesse alles nachlesen, sie sprechen seit Jahren offen darüber.

Die bisherige Umsetzung lief mehr als holprig an. Hat man wirklich an das Märchen der Fachkräfte geglaubt? Ganz offensichtlich habe einige arabische und afrikanische Staaten die Gefängnisse geöffnet und Straftäter nach Deutschland abgeschoben. Wer hier (s)ein Messer zieht, der hat das schon in seiner alten Heimat getan. Genau dagegen muss man sich wehren.

Instrumentalisiert oder nicht, die Frauenproteste sind für Deutschland wichtig! Bei Gewalt gegen Menschen, egal ob Frauen oder Männer, verstehe ich überhaupt keinen Spaß. Und so sollten das alle sehen.

Wo bleibt der gemeinsame Aufschrei von Christen und Muslimen, warum werden keine „Friedensmärsche“ organisiert? Wo bleibt die deutliche Aussage der Imame, um sich von der Gewalt durch ihre Glaubensbrüder zu distanzieren? Einfache Menschen, die Angst um ihre Kinder haben, als „Rechtsextreme“ und „Nazis“ zu beschimpfen, zeugt von wenig Respekt für die Opfer. Was wäre, wenn es die eigenen Kinder träfe?

„I have a dream!“, hat Martin Luther King gesagt. Den habe auch ich. Ich habe den Traum, dass Deutschland wieder vernünftig wird und den Marsch in den Abgrund der Geschichte beendet. Bis dahin hoffe, ja fordere ich, dass es weitere Proteste gibt, die das momentane System scharf, aber sachlich und vor allem friedlich kritisieren.

Ich hoffe auf Menschen wie Boris Palmer und Sahra Wagenknecht, die leider noch nicht den Mut dazu aufbringen, um vielleicht gemeinsam einer abgehalfterten SPD, versponnenen LINKEN, realitätsfernen GRÜNEN und einer vermerkelten CDU die Stirn zu bieten. Die FDP braucht ohnehin keiner mehr.

Ich hoffe darauf, dass die „schon länger hier lebenden“ und Deutsche mit Migrationshintergrund bald mit Stolz und ohne Angst sagen können: „Deutschland, das bin auch ich!“ Für mich als geborene Japanerin mit deutscher Staatsbürgerschaft gilt das schon lange. Oder will mir jemand dieses Recht aberkennen?

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21 Kommentare zu “Gedanken einer Ausländerin: Der instrumentalisierte Protest

  1. Im gegenseitigen manipulieren sind nicht nur die Medien und Politiker geschult, auch Konzerne und einflussreiche Einzelpersonen beherrschen diese Kunst und so sind fast alle Berichterstattungen eine mehr oder weniger vernebelte Meinungsmache, mit deren Hilfe die Massen bewegt werden sollen, natürlich die jede gewünschte Richtung. Dies hat man früh begriffen in der BRD und zusammen mit dem italienischen Geheimdienst Anschläge im Namen der RAF verübt, um Gestzte besser durchdrücken zu können. Ans Licht kamen leider nur wenige Dokumente, eben als die DDR fiel und man die Geheimdienstakten fand, welche auf die Schnelle noch vernichtet werden sollten. Doch von diesem Kapitel der Deutschen Geschichte wird nicht gerne geredet, ebensowenig wie über die lückenhafte Entnazifizierung durch die Besatzungstruppen nach dem 2. Weltkrieg. Unsere Welt gehört bis jetzt nur einigen Wenigen, es sei denn, wir begreifen uns endlich als Gemeinschaft mit denselben Interessen, nur getrennt durch ein wenig Geld, aber immer im selben Boot.

    • Jeder Mensch manipuliert und wird manipuliert. Das ist normal, wenn es „normal“ bleibt. Ich mag Deutschland, das ist unbestritten. PolitikerInnen nicht unbedingt. Zumindest die klassische Form.

      Einfache Menschen haben oft einfache Interessen. Das ist in Ordnung, das ist gut. Weniger gut ist ihre Instrumentalisierung durch (Partei / Gruppe der eignen Wahl). Weniger gut ist auch eine Verhöhnung von Opfern (Frauen!), indem man aus Menschen, die man selbst in Angst versetzt hat, nun „Rechtsextreme“ macht. Meist in Unkenntnis dessen, was das Wort bedeutet.

      Wer ist „man“, Arno? Der Verfassungsschutz? Oder doch wieder der von der NSA und ihrem Auslandsarm CIA geführte BND? (der den Verfassungschutz …) Aber lassen wir das.

      Mit Blick auf die Wahl in Italien, mit Blick auf die Warnung von 8 EU-Staaten an Brüssel, mit Kurz in Österreich und den Visegrad-Staaten, keimt ein Funken Hoffnung auf, dass Merkel & Co. ihre Pläne zumindest korrigieren.

      Wäre ich in Deutschland, würde ich mit auf die Straße gehen und für die Unversehrtheit / Sicherheit von Frauen demonstrieren. Zum Ärger meiner GRÜNEN Freundinnen? Nein, von einigen weiß ich, dass sie auch dahin mit mir gehen. Nur Dummköpfe „trillern.“ Vermutlich weil ihnen der Hirnschmalz fehlt. Kann ja mal passieren …

      • Man war in diesem Fall die damalige Bundesregierung mit Kiesinger in der ersten GroKo, später dann Brandt. Wer damals tatsächlich die Fäden gezogen hat, ging aus den Dokumenten nicht mehr hervor.

      • Es wird keine Aufklärung geben. Die noch lebenden RAFler schweigen eisern, der Staat ist an keiner Aufklärung mehr interessiert.

        Fakt ist, die RAF ist instrumentalisiert worden. Das hat „man“ bisher mit allen Oppositionen versucht. Dass der „Deutsche Herbst“ niemals eine wirkliche Gefahr für das Land darstellte, hat man zu erwähnen vergessen.

      • Der Staat ist leider sehr oft nicht an Aufklärung interessiert, so wie bei den von dir erwähnten V-Männern (Frauen), die durch ihr zugestecktes Staatsgeld erst kriminelle Handlungen mit finanzierten und so überhaupt möglich machten, aber in Berlin ist viel wichtiger sich an jedem doofen Kommentar der AfD zu reiben, als ihre wirkliche Arbeit zu erledigen.

      • Zugegeben macht es die AfD den Etablierten auch leicht. Wobei sie, das muss man mit einigem Respekt sagen, mit ihren Themen / Reden besser werden. Vor allem Alice Weidel. Wenn sie fachlich bleibt gewinnt sie.

        Stichwort NSU, du erinnerst dich? Ohne den Verfassungsschutz hätte es die meiner Meinung nach nicht gegeben, bzw. nie so lange. Den Rechtsextremismus quasi zu finanzieren, indem man Leitfiguren „kauft“, ist schon eine Nummer für sich.

  2. ich lese bei dir öfter von der gefahr für frauen – aber die gefahr, die sexuelle belästigung, geht ja nicht nur von ein paar geflüchteten männern aus, sondern viel öfter noch von eigenen landsmännern, also hier in deutschland von deutschen männern. wollte ich nur mal gesagt haben 😉

    • Das hat zwar wenig mit der eigentlichen Aussage des Beitrags zu tun, aber fairerweise müsste man eingestehen, dass der Anteil an sexueller Gewalt in Deutschland an Frauen und Männern fast gleich ist. Aber das hast du bestimmt gewusst.

      • ich gebe zu, das hat nur am rande etwas mit diesem beitrag zu tun… ich weiß nicht, ob der anteil fast gleich ist, kann es mir aber kaum vorstellen. und wenn, dann stellt sich auch immer noch die frage nach den tätern. ich denke, das alles in zahlen zu fassen, ist aber eh kaum möglich, weil die dunkelziffer sehr hoch sein dürfte. ein schwieriges und auch heikles thema, bei dem eben auch die gefahr groß ist derzeit, „die flüchtlinge“ als (potenzielle) täter abzustempeln, so plakativ und verallgemeinernd. verzeih meine „exkursion“.
        viele grüße!

      • Was gibt es zu verzeihen? Ich freue mich stets über Kommentare. Aber es war spät (Du weißt, dass ich zur Zeit in Japan lebe?) und ich hatte keine Zeit mehr dir ausführlicher zu antworten. Sonst hätte es vermutlich „eheliche Gewalt“ bei mir gegeben. 🙂 Spaß beiseite.

        Irritiert war ich kurz von dem Satz „ich lese bei dir öfter von der gefahr für frauen …“ Was du ansprichst thematisiere ich oft in meinen Beiträgen. Zuletzt am 9. Februar in dem Beitrag „Quo vadis Feminismus:“ https://nandalya.wordpress.com/2018/02/09/quo-vadis-feminismus/ Dort, unter der Zwischenüberschrift „Der rechte Weg“ steht: „Leider begeht #120db den Fehler, dass nur „importierte“ männliche Gewalt gegen Frauen angesprochen wird. Was ist mit einheimischer (ehelicher) Gewalt, hat Frau die übersehen?“

        „ich weiß nicht, ob der anteil fast gleich ist, kann es mir aber kaum vorstellen.“

        Im europäischen Vergleich zeigten sich 32% der Frauen und 27% der Männer betroffen von sexueller Gewalt. (Quelle heise / Telepolis) 

        „ich denke, das alles in zahlen zu fassen, ist aber eh kaum möglich, weil die dunkelziffer sehr hoch sein dürfte.“

        Korrekt. Nur die wenigsten Taten werden aus Scham und Angst zur Anzeige gebracht. Wobei das Thema zur Zeit durch diese unsägliche #metoo-Kampagne aus dem Ruder läuft, sich plötzlich normale Frauen melden und jeden männlichen Blick, jedes Kompliment als „sexuelle Belästigung“ empfinden. Und da sage selbst ich „Mädels, ihr spinnt!“ Die gleichen Frauen übrigens, die sich später darüber beklagen, dass diese Männer so „unmännlich“ sind.

        „ein schwieriges und auch heikles thema, bei dem eben auch die gefahr groß ist derzeit, „die flüchtlinge“ als (potenzielle) täter abzustempeln, so plakativ und verallgemeinernd.“

        Es sind nicht „die (alle) Flüchtlinge“, wie ich immer wieder in meinen Beiträgen deutlich mache. Es handelt sich um eine Minderheit oft hochkrimineller Männer, die im Schutz der Masseneinwanderung nach Deutschland kamen. Wer das leugnet, siehe unsere Politkaste, vergrößert seine ohnehin vorhandene Schuld an den Straftaten.

        Nun haben wir einen Protest von Frauen (und ihren Männern) gegen genau diese Gewalt. Das mag einseitig wirken, ist aber in einem demokratischen Land legitim und gibt linksgrünen Gruppierungen, PolitikerInnen und Medien nicht das Recht, normale BürgerInnen als „Nazis“ zu beschimpfen. Im Gegenteil wäre ich als Linke solidarisch mitmarschiert.

        Was fehlt ist ein Diskurs, eine ehrliche Auseinandersetzung mit der explodierten Gewalt durch Migranten. Stattdessen versucht man sie zu vertuschen und zu beschönigen. Aber es gibt sie, die erschreckenden Zahlen hat das BKA letztes Jahr veröffentlicht. Der nächste Bericht über 2017 müsste bald folgen. 

        Der Protest richtet sich primär gegen Merkel & Co. und nicht gegen AsylbewerberInnen. Vielleicht sollte ich einen zweiten Beitrag mit dem Titel „Der instrumentalisierte Gegenprotest“ schreiben. Dass „man“ beide Seiten Antifa und normale Bürger aufeinander hetzt, steht für mich fest.

        Grüße aus Fukuoka

  3. vielen dank für die ausführliche antwort!
    wir gehen ja größtenteils konform.
    (wobei ich es allerdings nicht so empfinde, dass die gewalt durch migranten vertuscht oder beschönigt wird… )
    das ist aber eben die krux, dass alles differenziert betrachtet werden muss – und leider geht der tenor so einiger (und eben auch der afd) doch eher zum plakativen, was offenbar viele menschen anspricht… dabei ist die situation alles andere als einfach oder eindeutig.
    liebe grüße nochmals nach japan!

    • Gern.

      Die beiden Morde an Maria und Mia sind von den Medien als „regionale Ereignisse“ behandelt – und aus Sicht vieler – verschwiegen worden. Die Medien, allen voran die ARD, haben erst auf massiven Druck diese Meldungen aufgenommen. Ich kann beide Seiten verstehen. Man will kein „Fingerpointing“ betreiben, aber muss trotzdem seine journalistische Pflicht erfüllen.

      Die AfD instrumentalisiert natürlich genau solche Dinge. Das ist legitim, wenn auch reiner Populismus. Trotzdem ist sie als Opposition gegenüber Merkel wichtig.

      Die AfD punktet auch mit einem gesunden Patriotismus, den viele Deutsche nicht mehr haben oder nur hinter vorgehaltener Hand zugeben. Die Krux in Deutschland, Patriotismus wird mit Nationalismus verwechselt oder gleichgesetzt. Das ist falsch. Patriotismus ist die Liebe zum eigenen Volk (Land) und nicht der Hass auf andere.

      Menschen wie ich, wobei ich als Japanerin eine wirkliche Sonderrolle spiele, die für Gerechtigkeit stehen, die den Diskurs mit allen Seiten suchen, werden a. von den eigenen Leuten schief angeschaut und b. von der Gegenseite, bzw. eher unpolitischen BürgerInnen.
      „Wie kannst du nur mit denen reden?“, habe ich schon oft von GRÜNEN gehört.

      Ich kann und werde mit jedem sprechen, der sachlich (s)eine Meinung vertritt. Wer aber sagt „Ausländer sind Scheiße!“, der bekommt sofort mit mir ein Problem. Ist zwar seine Meinung, aber die ist dann klar rassistisch.

      Hier ist schon wieder Abend, ich muss gleich ins Training. Grüße nach Deutschland, ich bin hoffentlich bald zurück!

      • Ganz kurz zu eurem Diskurs neben dem Artikel (mit verspielerin): Die meisten sexuellen Übergriffe finden leider nach wie vor immer noch innerhalb der Familien statt und nicht draußen auf der Straße etc.
        Dennoch gibt es Kulturen, in denen Frauen nach wie vor unterdrückt werden (Patriarchat). In diesen Kulturen finden auch in der Öffentlichkeit im Vergleich öfters Vergewaltigungen statt. Hierbei kann man sich zum Beispiel auf Indien beziehen, wo es immer wieder zu Gruppenvergewaltigungen kommt.

      • Korrekt. Daher hatte ich die Zahlen aus der Studie angeführt.

        Die Angst / Wut der Menschen richtet sich – instrumentalisiert oder nicht – gegen Gewalt, die sie zutiefst erschreckt. Und gegen Schönredner und Leugner aus Politik und Medien. Meine Kritik, die ich schon mehrfach ansprach und was ihr beide ebenfalls thematisiert habt, bleibt auch bestehen. Aber auch jene an den SchönrednerInnen, die nun in blindem (Selbst)Hass überall „Nazis“ sehen, wenn die eigene Meinung nicht geteilt wird. Diskurs statt Hass! Das gilt für beide Seiten.

      • ja.
        noch zum thema patriotismus: das muss man wohl jedem zugestehen, also einen „gesunden“, wie du es nennst, welches ja in jeder anderen nation quasi selbstverständlich ist. mir selbst ist dieses gefühl eher fremd, wenn überhaupt, habe ich eher ein europäisches bewusstsein. leider ist patriotismus hier in deutschland immer noch ein sensibles thema und wird es vielleicht auch immer bleiben, die grenzen zwischen patriotismus und nationalismus sind manchmal fließend und das ist eben immer noch ein zu wunder punkt hierzulande. aber viele scheinen sich nach einer art patriotismus zu sehnen, vermutlich, weil sie sich davon eine art sicherheit versprechen (?) reine spekulation meinerseits 😉 vielleicht geht es auch einfach um eine art zusammengehörigkeitsgefühl.
        ansonsten, der diskurs, das reden, das offensein zu allen seiten, ist immer ein guter ansatz.
        hab ein gutes training, liebe grüße!

      • Hatten wir, bei uns ist schon wieder Wochenanfang. Unser kleiner Diskurs hat mich auf die Idee für einen neuen Beitrag gemacht. Dort gehe ich dann näher auf den (japanischen) Patriotismus ein.

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