Klein Tokio liegt in Düsseldorf

Rund 6.000 JapanerInnen leben in Düsseldorf und bekanntlich bin auch ich dort aufgewachsen. Das japanische Viertel wird liebevoll „Klein Tokio“ genannt und natürlich sofort mit mir assoziiert. Aber leider muss ich all jene enttäuschen, die mich dort heimisch sehen. Wir haben niemals dort gewohnt, Düsseldorf bietet schönere Flecken.

Meinen Eltern war stets wichtig, dass wir ungestört leben konnten. Der Kauf unseres Hauses war die logische Konsequenz. Dazu gehörte neben Mut auch jenes Selbstvertrauen, das als Markenzeichen meiner Familie gilt.

Galileo hat vor einer Weile eine Sendung über das japanische Viertel gemacht, über die ich schon mehrfach berichten wollte. Aus Sicht eines jungen Japaners, der schon lange in Deutschland lebt, werden dort (seine) Eindrücke von „Klein Tokio“ präsentiert.

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Mögliche Fragen beantworte ich vorab: Nein, ich kenne diesen Japaner nicht. Ja, ich kenne die Japanische Schule. Ja, ich verstehe und spreche die rheinische Mundart, vermeide das aber meist. Ebenso wie Yuki schwäbisch schwätzen kann, es aber tunlichst unterlässt.

Ja, wir haben mit Stäbchen gegessen und meist japanisch. Wir vertragen keine „Haxe mit Sauerkraut.“ Nein, ich werde keine Ratschläge zu Restaurants oder Sehenswürdigkeiten geben. Wer „Klein Tokio“ besuchten möchte, der sollte das ganz einfach tun.

Wie muss man sich ein Haus von Japanern in Deutschland vorstellen, werden sich  einige LeserInnen fragen. Haben wir es etwa umgebaut? Den Keller zumindest als Dojo und den Garten im japanischen Stil. Der Rest des Hauses blieb unangetastet deutsch.

Bei aller Tradition sind meine Eltern fortschrittlich eingestellt und haben einen Esstisch und dazu passende Stühle gekauft. Ebenso Sofa und Sessel fürs Wohnzimmer. Das hat uns viel(e) Freu(n)de gebracht. Wer will schon immer auf dem Boden sitzen.

Auch in Los Angeles gibt es ein „Japantown“, wie in vielen anderen Städten auf der Welt. Aber wer braucht schon Kopien, wenn (m)ein Blick auf ein japanisches Original genügt, das stets in meiner Nähe ist.

16 Kommentare zu “Klein Tokio liegt in Düsseldorf

  1. Düsseldorf ist jedes mal einen Besuch wert.
    Der Japanische Garten gefällt mir sehr.
    Leider verkommt der Japantag immer mehr zu einem Cosplay-Festival.
    In den Geschäften findet man auch wieder die Japanische Freundlichkeit.
    Die man im deutschen Pendant schmerzlichst vermisst, jedenfalls ich vermisse diese.
    Hier sieht man auch wieder die langen Schlangen vor den Nudel und Suppen Restaurants.
    Das warten rentiert ich aber immer wieder :D.

    Meinen Garten möchte ich ebenfalls im japanischen Stil aufbauen.
    Finde diese Art sehr ansprechend.

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  2. Zum Stäbchen-Thema: Keinenfalls dürfen die Stäbchen zu weit unten geführt werden, weil sie so nur von Kleinkindern bedient werden, was bei mir schon unter Kritik vorgekommen ist. 😉 Den schlimmsten Fauxpas erlaubt sich jedoch diejenige/derjenige, die/der die Stäbchen in das Nahrungsmittel bohrt, sodass sie senkrecht im Essen stecken und somit an Räucherstäbchen erinnern. 😅 Das sind zumindest die chinesischen Spielregeln.

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