Japan heute – Der Weg der Samurai

In Japan, wie auch im Westen, geht die Geburtenrate seit Jahren zurück. Hysteriker verkünden nun, das sei eine Katastrophe und der Westen brauche dringend frisches Blut. Die Lösung hieße Zuwanderung. Und da fassen sich sogar Experten an den Kopf.

Alle Experten? Nein, nur jene, die dem Kapital nicht hörig sind. Die Neoliberalen haben andere Ideen. Richtig ist, der Neoliberalismus setzt auf immer mehr Wachstum, das ist mittlerweile bekannt. Aber es kann kein unendliches Wachstum geben, auch nicht bei der Bevölkerung.

Mensch, Mensch!

Was passiert nun, wenn Deutschlands Bevölkerung im Jahr 2050 wirklich auf vielleicht 75 Millionen oder weniger schrumpft? Führt das zur Katastrophe, gehen dann die Lichter aus? Verhungern nun etwa alte Menschen und junge werden obdachlos?

Salopp und einfach ausgedrückt passiert nichts. Das liegt auch daran, dass die Statistik zur demografischen Entwicklung eine dicke Lüge ist.

Es ist unmöglich, die demografische Entwicklung eines Landes über einen längeren Zeitraum vorauszusagen. Niemand hat etwa 1950 die Wiedervereinigung Deutschlands und die EU-Osterweiterung auf dem Schirm gehabt.

Die Mär vom „letzten Deutschen“, die der Spiegel einst reißerisch verkaufte, war reiner Populismus. Ebenso die Aussage von anderen Experten, dass der Generationenvertrag gefährdet sei und die Jungen nun die Alten nicht mehr finanzieren können. Wo liegt der Fehler?

Fehler im System 

Den Fehler müsste jeder gebildete Bundesbürger sehen. Ich versuche es mit einfachen Worten zu erklären. „Ältere“ suggeriert RentnerInnen, die von den „Jüngeren“ versorgt werden müssen.

„Jüngere“ suggeriert, dass es sich dabei um Jugendliche oder BerufsanfängerInnen mit geringem Einkommen handelt. Richtig wäre es von der Gruppe der 20 bis unter 60 (65)jährigen zu sprechen, die sowohl Kinder und Jugendliche und Rentner finanzieren.

Die Hysteriker vom Statistischen Bundesamt gaukeln auf Druck der Regierung und Wirtschaft nun vor, dass die niedrigen Geburtenraten Deutschlands ein Problem darstellen, dass die Agenda 2010 ein Meilenstein zur Sicherung der Rente war und wir uns doch bitte privat (Riester Rente) absichern sollen.

And the Winner is …! 

Die Arbeitgeber, die Wirtschaft und die Versicherungsbranche, waren und sind die Nutznießer der demografischen Hysterie. Und die angeblich so soziale SPD, hat damit dem Neoliberalismus Tür und Tor aufgemacht. Vielen Dank, Herr Schröder.

In Wirklichkeit wird mit einer immer älter werdenden Bevölkerung, auch das Renteneintrittsalter steigen und die Arbeitenden werden und können ihre Kinder und Rentner auch weiterhin problemlos finanzieren.

Mit einer ungebremsten Zuwanderung von reinen Wirtschaftsmigranten in die Sozialsysteme, bekommt dieses System Risse. Einen Großteil dieser Menschen lebenslang ohne jede Gegenleistung zu versorgen, funktioniert nämlich nicht.

Aber das Thema „Demografische Veränderung“ ist zu komplex, um es in einem kurzen Beitrag aufzugreifen. Merken kann man sich, dass es sich wie meist um geschickt verdrehte Halbwahrheiten oder, salopp ausgedrückt, dicke Lügen handelt.

Ja, die Gesellschaft wird sich ändern, was auch die Arbeit betrifft. Und das möchte ich am Beispiel Japans zeigen, das keinen kulturellen Selbstmord begeht indem es Zuwanderer in Millionenhöhe über seine Grenzen lässt.

Veränderung? Nein Danke!

Sind Japaner nun rassistisch oder einfach nur weise? Japaner sind stolz auf ihr Land und ihre einzigartige Kultur. Viele Menschen mögen Japan weil es genau so ist wie es ist. Also warum soll sich Japan (völlig) ändern?

Von den Vereinten Nationen wird gern propagiert, „der demografische und kulturelle Austausch und die Abschaffung überholter Staatswesen sei die einzige Antwort, um die Wirtschaft am Laufen zu halten“. Aber Japan hat andere Ideen. Und als Japanerin sage ich klar, diese Ideen werden funktionieren.

Japan nimmt nur sehr wenige Asylbewerber auf. Viele die versuchen in Japan Fuß zu fassen scheitern sehr schnell und verlassen das Land innerhalb der ersten beiden Jahre. Vor allem die Schrift(en) und Sprachschwierigkeiten grenzen Fremde massiv aus. Drei Schriften sind für die meisten zwei zu viel.

Der Zugang

Amerikanern und Europäern fehlt oft der Zugang zur japanischen (asiatischen) Mentalität. Japaner unterscheiden sehr stark zwischen der eigenen und der fremden Kultur. Selbst ich, als Auslandsjapanerin, werde zum Teil anders behandelt. Mein Glück, dass ich in Japan geboren bin und die Sprache fließend spreche.

Demografen und Wirtschaftsexperten sagen Japan eine düstere Zukunft voraus. Eine Weile habe auch ich mir Sorgen gemacht. Aber das war eine emotionale Sache und völlig unbegründet. Als Japanerin liebe ich nun mal mein Heimatland.

Die gleichen Experten warnen davor, dass die japanische Gesellschaft überaltert sei und bald zu wenig junge Menschen an der Last der Sozialabgaben scheitern. Außerdem werde die japanische Kultur bunter sein, wenn man mehr Zuwanderer nach Japan ließe.

Aber was macht ein Land, das bereits eine bunte Kultur hat? Warum soll man sich soziale Spannungen ins Land holen, wenn die Verbrechensrate seit Jahren nach unten tendiert. So denkt der Japaner, der trotzdem gern Urlaub in Europa macht.

Japan, Korea und China sind Nationen, die zwar Kriege führten, aber ethnische Parallelen haben. Asiaten bleiben unter sich. „Wir haben lieber ein demografisches Problem, als Japan in etwas zu verwandeln, was nie wieder Japan sein wird“, hat ein Politiker gesagt.

Die Experten

Und wieder sprechen Experten von einem nationalistischen Kurs, auf den Japan zusteuere. Wobei ich mich stets frage, wer diese angeblichen Experten sind. Reicht ein Studium der Japanologie, um den Mund ganz weit aufzumachen?

In einem Bericht der FAZ fabuliert der Autor über Japans Weg zum Nationalismus, zur Pressezensur und dem Aufbau einer stärkeren Armee. Gleichzeitig merkt er an, dass es in Japan traditionell „stillen Widerstand“ gäbe. Damit hat er alles gesagt und Spekulationen sinnlos gemacht.

Aber was täten Menschen wie er, wenn es keine Japaner gäbe, die ihr Land, ihre Kultur, als Erbe für kommende Generationen sehen und entsprechend handeln. Die japanische Demokratie ist stark genug, um einen Rückfall ins alte Denken zu verhindern. Und so ein bisschen Patriotismus tut allen Menschen gut.

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18 Kommentare zu “Japan heute – Der Weg der Samurai

  1. Die einzige Unwahrheit ist, dass du kurze Artikel schreibst 😉 Mit allem anderen hast du leider recht, denn längst sind die Bevölkerungen der Erde nichts weiter als Spielbälle des Neoliberalismus.Mir macht derzeit Sorge, dass wieder so wahnsinnig viel Geld in Waffen investiert wird und als Begründung der Schutz der Bevölkerung vor Terrorismus herhalten muss, obwohl diese Kriegsmaschinerie niemals für solche Abwehrmaßnahmen geeignet ist, aber sicher hast du längst eine Meinung und Wissen darüber angesammelt. Beste Güße zu dir und Elfchen!

    • Der nächste Beitrag wird noch länger. 😛

      Waffen, demografischer Faktor, Terror(ismus): Was wäre, wenn all das in einer „Reduzierung“ der Weltbevölkerung endet? Wie viele Menschen kann man gut, wie viele schlecht oder kaum noch ernähren? Wie lange reicht das Erdöl noch? Das und noch einige Fragen treffen das eigentliche Problem. Nur wird und / oder will die keiner stellen.

      Grüße aus dem Elfenheim.

  2. Die Wahrheit liegt sehr wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Zu einem Teil lassen sich Entwicklungen planen, zu größten Teil mit Sicherheit nicht. Beispiel: Der nordkoreanische Spinner. Ein unberechenbares Zünglein an der Waage. Sollte er durchdrehen, brauche wir bald keine Sozialsysteme mehr.

    Ähnliches wird passieren, wenn hier in Europa noch ein paar Millionen neue Mitbürger aufschlagen. Ein Bürgerkrieg ist dann nicht mehr weit.

    Niemand wird gefragt, aber zahlen sollen alle. Das geht nicht gut.

    • Bei dem nordkoreanischen Präsidenten, Diktator, Spinner bin ich mir unsicher, was er wirklich ist. Clown oder Klon der Eliten, Werkzeug oder hat er wirklich Macht?

      Ein Planspiel von mehreren: Die USA provoziert einen A-Angriff von Nordkorea auf „…land“ und löscht im Gegenschlag halb Asien und versehentlich noch Afrika aus. Dazu braucht man keine A-Waffen, Chemiewaffen und Viren tun das auch. Die Weltbevölkerung schrumpft schlagartig um 25 Prozent durch Spätfolgen sterben zeitnah weitere 30 Prozent.

      Damit ist das Problem Überbevölkerung für die nächsten Jahrzehnte vom Tisch. Man duldet (erschafft) vereinzelte Terrorzellen, die aus Rache morden dürfen. Damit kann man weitere Gesetze verschärfen, den Ausnahmezustand ausrufen und das Militär im Inland einsetzen.

      Es gibt andere Möglichkeiten, mit einer Menge an Alternativen. Das aufzuschlüsseln überlasse ich den Talkshow „Experten,“ die meist, aber nicht immer völlig daneben liegen.

  3. Ich pflichte dir bei. Außerdem ist die Geburtenrate in den letzten Jahren in Deutschland wieder angestiegen. Was mir mehr Sorgen macht als die demografische Entwicklung, sind Roboter, die in der Zukunft Arbeitskräfte (Menschen) ersetzen werden.

    • Witzig, dass du über Roboter schreibst. Japan wird vermutlich Vorreiter sein, wir sind gute Erfinder. Und „eigentlich“ wären diese Roboter ein Segen. Sie könnten all die gefährlichen Arbeiten machen, die Menschen krank machen und langfristig das Leben kosten. Das erwirtschaftete Geld könnte dazu dienen, ALLEN ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Scheitern wird es an der Gier der Eliten, die den Gewinn nicht teilen wollen.

  4. Ernährung, Öl und andere Quatschargumente zur Menschheit sind wohlfeil, billig, aber nur Nebelwurf.
    Bei Renditen und Zinsgewinnen von 5+x% pro Jahr steigt das tote Kapital (das nicht für den Wirtschaftskreislauf benötigt wird) und füttert die „Investoren“ und Heuschrecken.
    Dazu halten diese Leute auch das Geld zurück (wozu investieren).
    Um dem Geld eine Anlagemöglichkeit zu geben ist Rüstung gut geeignet.
    Siehe die USA mit ihrem Kriegshaushalt der größer ist als alle anderen Kriegshaushalte zusammen.
    Die Geldfrage ist gemeinsam mit Grund- und Bodeneigentum die Kernfrage.
    Dem gemeinen Bürger gibt man so lange etwas vom Kuchen ab wie es opportun erscheint.
    Danach ist Sense.
    Zu diesen mehr materiellen Argumenten, die wiederum aus Ideen geboren werden und das Leben auf verbrecherische, menschenverachtende Weise prägen, gesellen sich noch soziologische, religiöse und ethisch-moralische.
    Auf allen Gebieten wird manipuliert, damit der Mensch verwirrt werde und blöde bleibt; weil ein wissender und selbstbestimmter Mensch dem herrschenden System in die Quere kommt.
    Notfalls werden dann Tendenzen die dazu führen könnten oder schlicht exponierte Menschen entsprechend behandelt – und es herrscht wieder Ruhe und Konsum und just for fun.
    Wenn der Binnenkonsum die Konjunktur trägt……………….
    Auch so eine Blödigkeit.
    Wenn in der BRD durchschnittlich in allen Preisen der Zinsanteil bei über 45% liegt, dann kann man erahnen wann der Kollaps eintritt.
    Bis dahin tanzt Leute, konsumiert, haltet die Wirtschaft am Brummen – bei 45% Zinsanteil.
    Statt mal einzuhalten, zu denken und sich diesem Blödsinn zu entziehen.
    Aber – da sind wir bei der Angst.
    Und die, gut am Köcheln gehalten, schafft die Allermeisten, sie bleiben dem Gaunersystem treu ergeben.
    Sie konsumieren, vermeiden das Denken (denken max. das was sie denken sollen) und machen brav das, was das System verlangt – inclusive einer „regen“ Wahlbeteiligung.
    Noch haben wir keine Wahlpflicht in durchsichtigen Kabinen.
    Wahlmaschinen sind öfter anzutreffen, ganz demokratisch…………………..
    Und eines, das gilt generell, Nationales geht gar nicht.
    Gerne wird es auch als „nationalistisch“ verschrien.

    Das Inselland Japan kann man schlecht mit dem zentral liegenden Deutschland/BRD vergleichen. So kamen und kommen immer wieder Menschen in dieses Land.
    Das hat Jahrhunderte gut funktioniert, nur, wenn es geplant in dieser Masse geschieht und eine Gaunerregierung, die das kommende schon 18 Monate zuvor wußte, so kriminell reagiert, dann wachsen Probleme und Verelendung ist kaum aufzuhalten.

    • Als (Noch)Inhaberin beider Staatsbürgerschaften, als Kennerin beider Länder, wollte ich die „Hysterie“ um den demografischen Faktor zeigen, der in Deutschland und Japan immer wieder ein Thema ist. Auch sonst gibt es durchaus Parallelen. Wobei JapanerInnen weniger ans eigene Wohl, als vielmehr ans Wohl Japans denken. „Der Deutsche“ kennt so lange nur sich, bis ihn etwas wirklich stört. Genau das verhindert man seit vielen Jahren.

      Japan hat Unsummen für die Flüchtlingshilfe gezahlt, darüber habe ich schon mehrfach berichtet. Aber Japan macht bisher nicht den gleichen Fehler wie Europa und schafft sich durch Millionen von Migranten selbst ab.

      Die Angst vor (…) wird in Europa massiv geschürt und zu politischen Zwecken missbraucht. Wie ich bereits in einem anderen Beitrag schrieb, werden Menschen aufeinander gehetzt, die auf der gleichen Seite stehen und die nur eine politische oder als Religion getarnte Ideologie unterscheidet.

      Du weißt selbst, dass die Masse ratlos vor Zahlenspielen steht, aber mit normalen Begriffen zu ködern ist. Fakt ist, ohne Gas und Öl bricht der Neoliberalismus innerhalb kurzer Zeit zusammen. Was dann kommt nennt sich Kampf ums Überleben, der vermutlich wieder mit Knüppeln ausgetragen wird. Bis dahin haben wir (k)eine Wahl.

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