Damals in Japan – Teil 2: Yakuza

Die Familie freut sich uns zu sehen. Ich diskutiere angeregt mit meinem Onkel. Der Mann ist Polizist. Interessant sind für ihn Zahlen und Fakten zur deutschen Kriminalität. Und die ist um Welten höher, als in meinem Heimatland.

Kriminalität wird in Japan klein geschrieben. Angeblich ist sie kaum noch existent. Die Wahrheit sieht anders aus, auch in Japan gibt es Gewalt und Morde. Aber gemessen an der Zahl von 126 Millionen Japanern eher wenig. In Deutschland werden mehr Menschen umgebracht.

Dumm nur, dass die Strafverfolger in Osaka einräumen mussten, in den Jahren 2008 bis 2012 insgesamt 81.000 Verbrechen nicht in die nationale Kriminalitätsdatenbank eingetragen zu haben. Osaka ist keine sichere Stadt.

Schuld daran sind die Yakuza, auch japanische Mafia genannt. Sie beherrschen alle illegalen Geschäfte von Drogen bis zur Prostitution. Und sie sind seit Jahrhunderten Teil der japanischen Gesellschaft und oft bis in höchste Kreise mit ihr verflochten.

Genau das macht(e) es so schwer sie zu zerschlagen. Wobei sich Ausländer nicht vor ihnen fürchten müssen. Yakuza sind meist mit sich selbst beschäftigt. Aber manchmal sieht das anders aus, wie die folgende Geschichte zeigt, die einige Tage nach unserer Ankunft passierte.

Wir sind mit Ken und seinem neuen Freund Jiro im Nachtleben von Fukuoka unterwegs. Jiro ist Arzt, super nett und total verliebt. Auch Ken strahlt mit der Sonne um die Wette. Ich freue mich, mein Cousin hat das Glück verdient.

Als wir noch überlegen, ob wir lieber tanzen oder in eine Karaoke Bar gehen, gibt es in einer Seitenstraße plötzlich einen Tumult. Zwei Gaijin, die ich für Europäer halte, laufen in Panik auf uns zu. Der eine blutet aus der Nase, sein Begleiter hält sich den Bauch. „Aiuto!“, höre ich, was italienisch für Hilfe ist.

Ich wechsele einen Blick mit Ken, wir verstehen uns wie immer blind. Mein Cousin stellt sich neben mich. An dem kommt so schnell keiner vorbei. „Stop!“, rufe ich den Männern zu. „Do you speak any English?“ Sie nicken. „Yes we do …!“

Mehr Zeit bleibt uns nicht, drei Japaner laufen auf uns zu. „Yakuza!“, zischt Ken, „ich kenne die!“ Die Männer sind noch jung, vielleicht Anfang Zwanzig. Legere Kleidung, deutlich sichtbare Tattoos.

„Was wollt ihr von den Gaijin?“, frage ich. „Gibt es einen Grund sie zu verfolgen?“ Der Anführer mustert mich kalt, dann sieht er Ken. Er zögert, das ist ein halber Sieg. Ken ist bekannt bei den Yakuza. Sie wissen auch, dass er gut kicken kann.

„Die haben nicht bezahlt“, höre ich. „Sie schulden uns Geld.“ „Die Männer sagen, dass ihr die Rechnung nicht bezahlt habt, stimmt das?“, frage ich die  Italiener auf Englisch. Beide verneinen und erzählen eine andere Version.

Ein Taxifahrer habe sie in einen neuen Nachtclub gefahren. Sie hatten einige Getränke und den Striptease einer Frau. Dafür wollte man ihnen dann umgerechnet 1.000 US Dollar abziehen. Eher unüblich, aber es ist leider passiert.

„Das ist keine Werbung für Japan“, packe ich die Männer bei ihrer Ehre. „Gut, sie haben getrunken, das müssen sie auch zahlen. Da bin ich ganz bei euch. Die Frau möchte bestimmt auch Geld für ihren Tanz. Auch das ist in Ordnung. Aber vielleicht hat sich jemand bei der Summe verrechnet?“

Der Yakuza mustert mich finster. Eine Frau als Wortführerin geht über seinen Verstand. „Vielleicht willst du die Rechnung übernehmen?“, fragt er lauernd. Seine Kumpane lachen und ich mache einen Schritt auf den Sprecher zu. „Gern, wenn du meine Währung akzeptierst“, erwidere ich kalt.

Vielleicht werden mir nun einige LeserInnen Leichtsinn vorwerfen oder entsetzt die Luft anhalten. Aber wovor sollte ich mich fürchten? Die drei Witzfiguren sind keine Gegner für mich. Und vor Männern habe ich sowieso keine Angst.

„Baka!“, schimpft der Yakuza und schlägt nach mir, was ihm einen Tritt zwischen die Beine beschert. Hart geht er zu Boden und bekommt noch einen Tritt. Das mag hart und unfair klingen, aber hier geht es darum sich Respekt zu verschaffen.

Die anderen Yakuza weichen zurück. Plötzlich ein lauter Pfiff, ein Unterboss taucht auf. Ken kennt ihn gut. Er habe Bilder von den Yakuza gemacht, erzählt er später. Ein halbes Dutzend weitere Yakuza umzingeln uns, die alle ein anderes Kaliber als die drei Schläger sind.

Der martialische Auftritt ist reines Imponiergehabe. Es besteht keine Gefahr, wenn wir die Spielregeln beachten. Auch Yakuza sind nicht dumm. Der Mann nickt Ken zu. „Verschwindet ihr Affen“, sagt er zu den drei Schlägern. „Wir sprechen uns später noch.“

„Wer bist du?“, fragt er mich. „Guter Kick, hat mir gefallen.“ Er imitiert ihn und lacht, aber seine Augen bleiben dunkel. Wie meine. Eisige Schwärze übernimmt.

„Offenbar gab es ein Missverständnis mit diesen beiden Gajin“, erwidere ich. „Sie wollen bezahlen. Aber nur, was sie auch verzehrten. Und natürlich auch für den Tanz der Frau. Wie hoch war die Summe?“

„Das ist meine Cousine“, höre ich Ken sagen. „Sie hat mir viel beigebracht.“ „Ich verstehe“, erwidert der Unterboss. Sein Tonfall ändert sich, die Schultern sinken. Der Mann ist verunsichert. „Wir wollen natürlich keinen Ärger“, sagt er. „Aber die beiden müssen bezahlen!“

„Wie viel Geld habt ihr dabei?“, frage ich die Italiener. Die verängstigten Männer kramen etwa 20.000 Yen hervor, was mehr oder weniger 200 Euro sind. Ich nehme sie ihnen ab und reiche sie dem Unterboss.

„Mehr ist von den beiden nicht zu haben“, sage ich. „Von mir schon.“ „Genau die Summe, die sie uns schuldeten“, höre ich nach einem Moment bleierner Stille. Der Unterboss lächelt. „Vielleicht haben sie unsere Sprache nicht richtig verstanden.“

„Zum Glück verstehen wir uns gut“, erwidere ich. „Das ist sehr wichtig, wie ich finde. Das hilft eventuelle Missverständnisse zu vermeiden.“ Er zuckt unmerklich zusammen, hat sich aber sofort wieder im Griff und noch eine Überraschung für mich.

Er reicht mir eine VIP-Karte. „Damit habt ihr freien Eintritt in unseren Club“, sagt er und deutet eine Verbeugung an. „Wir wollen keinen Ärger. Danke, dass ihr geholfen habt.“ Die Yakuza ziehen ab. Keiner hat sein Gesicht verloren. Das war wichtig in dieser Situation.

Auf eine Konfrontation mit den Yakuza habe ich bewusst verzichtet. Jiro kann kein Karate. Yuki schon. Aber ich scheue mich davor, Elfchen einer Gefahr auszusetzen.

„Du bist unmöglich!“, sagt Yuki prompt und nimmt mich in den Arm. „Das hätte schief gehen können.“ „Für die“, erwidere ich. „Ich war doch richtig nett.“

Den Italienern gebe ich den guten Rat mit auf den Weg, sich von gewissen Etablissements fernzuhalten. „Seht es als Lehre an. Das Geld könnt ihr bestimmt verkraften.“

Wir sind zwei Tage später wirklich in den Club gegangen und hatten eine Menge Spaß, als die Polizei dort eine Razzia machte und die Yakuza dingfest machte. So ist das eben, wenn man einen Polizeibeamten als Onkel hat, der, wie ich auch, keine Yakuza mag.

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37 Kommentare zu “Damals in Japan – Teil 2: Yakuza

  1. …eine tolle Geschichte und Erlebnis das ich nicht gerne kennenlernen möchte. Gott sei Dank seid Ihr heil davon gekommen!
    Wünsche Dir ein angenehmes und entspanntes Wochenende. ❤ lichen Gruß

  2. Die reinste Filmstory. Bei mir lief die Kamera heiß. Gibt es vielleicht einen Clip mit Originalton? Ich sehe es schon vor mir „Mayumi und Elfen gegen die dunklen Elf“ Ich bin begeistert und verstehe warum die kühl un konzentriert geblieben bist 😉 Danke für die hinreißende Unterhaltung!

  3. Scheinbar habe ich zu viele Actionfilme mit der Yakuza gesehen. Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit in einer solchen Situation erschossen zu werden?
    „Keiner hat sein Gesicht verloren.“ Du hast dem Unterboss ja beigepflichtet, dass es sich um ein Missverständnis durch die unterschiedlichen Sprachen handeln muss, was die Situation deeskaliert hat. Da dieses „Gesicht verlieren“ mir aus meiner Kultur fremd ist, würde ich gerne wissen, wie man sich in Japan in einer solchen Situation verhalten sollte. Was dürfte man auf keinen Fall sagen oder tun?

    • Schusswaffen sind in Japan viel weniger verbreitet, als der gemeine Kinobesucher denkt. Yakuza haben meist (Schlag)Stöcke oder Messer. Ihr Karate ist aber meist lausig.

      In Japan spricht man meist indirekt und vermeidet Konfrontationen. Ich habe versucht die Situation zu entschärfen, was mir bei den drei Deppen leider nicht gelang. Aber das waren lediglich prmitive Handlanger fürs Grobe. Yakuza sind normalerweise bestrebt nicht aufzufallen. Die Abzocke der beiden Italiener war schon recht dreist. Noch dreister die Prügel.

      Sollte ein Europäer jemals in Japan in eine Konfrontation geraten ist Zurückhaltung angesagt. Auf keinen Fall sollte man den anderen beleidigen oder übertrieben forsch auftreten.

      Ich habe dem Unterboss eine Brücke gebaut, die er dann auch betreten hat. Klar hätte er die Konfrontation suchen können. Aber er kannte Ken und weiß, was mein Cousin auf dem Kasten hat. Kens Hinweis, ich habe ihm viel beigebracht, hat Wirkung gezeigt und den Typen verunsichert. Also hat er das Geld genommen und darf nun im Knast überlegen, wie er es ausgeben kann. 🙂

      • Sich gegen Messer und Schlagstöcke zu behaupten, ist natürlich auch nicht leicht. Dies bezüglich bin ich leider total ungeschult.
        Das mit der Zurückhaltung werde ich mir mal merken. Erkennen würde ich solche Kerle ja an den Tätowierungen.
        Ken und du, ihr seid wirklich sehr mutig! Ich bin froh, dass es gut ausgegangen ist und ein paar der Yakuza sogar im Knast gelandet sind. Wie praktisch, wenn der Onkel Polizist ist. 👍

      • Die Abwehr gegen alle Arten von Waffen steht eigentlich in jedem guten Programm. Was ich davon halte, ist dann wieder eine andere Geschichte. Viele Schulen vermitteln eine Scheinsicherheit, die im Ernstfall nutzlos ist.

        Es ist aber wichtig sich auch gegen Bewaffnete verteidigen zu können. Wobei ich einem Täter mit Pistole, der „nur“ mein Geld will, keine Gegenwehr entgegen setze.

        Einen geschulten Messerkämpfer erkennt man recht gut an der Art, wie er das Messer hält und wie er sich bewegt. Vielleicht schaust du dir doch mal Krav Maga an und machst einen Wochenendkurs mit deiner Freundin. Der kostet um die 100 Euro und durch deine Vorkenntnisse, wirst du dort schnell zu Hause sein.

        Yakuza beherrschen zum Teil das Messer und den Stock recht gut. Das Schusswaffenverbot in Japan trägt hier Früchte. Aber damit gehen sie meist gegen Konkurrenten vor und nicht gegen normale BürgerInnen.

        Ken macht Karate mindestens so lange wie ich. Aber eine andere Form. Wir „prügeln“ uns zum Spaß seit wir Kinder sind und es ist nie etwas passiert. Allerdings verliert er immer gegen mich.

        Wie ich bereits schrieb stehen die Yakuza stark im Fokus der Polizei. Es wird versucht die sogenannte Durchseuchung der Gesellschaft aufzubrechen und Japan noch sicherer zu machen. Dabei hilft es auch, dass wir fast keine Ausländer haben und somit keine andere Mafia Familien entstehen können.

      • Ich werde gleich beim Training Sifu mal fragen, wie ich mich gegen Messer und Schlagstöcke verteidigen könnte. Wenn jemand eine Pistole in der Hand hält, der damit umgehen kann, bringt auch die beste Kampfkunst nichts. Richtige Messerkämpfer sind natürlich auch total gefährlich.
        Irgendwann mache ich das mal mit einem Wochenendseminar in Krav Maga.
        Erstmal möchte ich aber mit Yi Man mal Bogenschießen gehen. 🙂
        Verhau deinen Cousin nicht zu doll. 😉
        Hier sollte man auch mal mehr gegen die Mafia vorgehen. Es ist gut, dass in Japan scheinbar mehr gegen organisiertes Verbrechen unternommen wird.

      • Auf die Antwort deines Sifu bin ich gespannt. Ich habe eine sehr eigene Meinung, was die Abwehr gegen Waffen betrifft, die ich schon in Beiträgen habe anklingen lassen.

      • Ach ja, du erwartest jetzt die Antwort von ihm, ne? 😅 Also, er meinte wenn es irgendwie möglich ist, dann soll ich selbst einen Gegenstand in die Hand nehmen (Stuhl, Schirm etc. pp). Ansonsten soll ich so arbeiten, wie immer, falls ich waffenlos bin und keine Möglichkeit habe, wegzurennen. Wenn es sich um einen guten Messerkämpfer handelt, werde ich so oder so verletzt werden. Die Waffe soll ich als Verlängerung des Armes wahrnehmen. Mir soll klar sein, dass sich dadurch auch die Distanz zum Angreifer verändert, da er eine andere Reichweite mit einem Messer oder Schlagstock hat. Wie immer soll ich mich rauswenden und so schnell, wie möglich seine Unterarme angreifen (Pak Sao, Biu Sao, Jum Sao etc. pp.). Wenn es irgendwie möglich ist, dann sollte ich das Standbein wegtreten. Eine genaue Technik hat er mir nicht gezeigt. Er meinte, dass die Abwehr ja auf den Angriff abgestimmt sein muss und er demnach nicht vorhersagen kann, wie der Angreifer angreifen wird. Dann gab er mir noch den Tipp, besser verletzte Arme und Beine als einen verletzten Rumpf, Hals oder Kopf. 😂 Da gebe ich ihm recht.

      • Primär gilt es bei Waffen, den Konflikt zu vermeiden. Geht das nicht mehr, geht es ums eigene Leben oder das von Familie oder Freunden, muss konsequent gehandelt werden. Kniescheibe, Unterleib sind die primären Ziele. Völlig egal, ob da etwas bricht. Bei der Abwehr einer Waffe ist die Verhältnismäßigkeit der Mittel immer gegeben.

        Auf der Straße gibt es keine Stühle. Du hast aber vielleicht eine Jacke dabei, die du sofort um den Arm wickelst! Damit ist die Gefahr von Schnittwunden gebannt. Profis können die Jacke nutzen, um den Messerstecher oder Stockschläger zu entwaffnen. Ich empfehle das aber nicht. Ein Hosengürtel kann auch als Waffe benutzt werden. Oder eine Handtasche. Es gibt einige Möglichkeiten. Kreativ bleiben hilft.

        Dein Sifu hat recht, dass es immer auf die Situation ankommt. Mit einem Messer an der Kehle nutzt dir weder Karate noch Wing Chun etwas.

        Trotzdem finde ich es wichtig näher und besser auf einen eventuellen Angreifer mit Messern, Stöcken oder eine Pistole einzugehen. Vor allem fehlt mir die Erklärung, wie ich den Unterschied zwischen Profi und Amateur erkenne.

        Vergessen hat er auch zu erwähnen, dass ein Stich in die Beinschlagader ziemlich schnell dein Ende bedeutet. Du verblutest innerhalb von drei Minuten.

      • Oh, an die Beinschlagader habe ich gar nicht gedacht. 😨 Ich hätte bei einer Messerattacke auch keine Hemmungen mehr das Knie kaputt zu treten. Das mit der Jacke um die Arme binden und die Handtasche als Waffe zu benutzen, hat schon mein alter Sifu für so eine mögliche Situation gepredigt. Er meinte noch, dass man im Notfall auch mit dem eigenen Schuh abwehren sollte. Zum Thema Kreativität. 😅 Ich weiß, wie ein Profi das Messer hält. Darum würde ich bei so jemandem immer versuchen irgendwie die Flucht zu ergreifen.
        Wenn jemand eine Pistole hält, kann man auch erkennen, ob derjenige schon öfters eine Waffe gehalten hat. Eine Freundin von mir wollte mal Bodyguard werden. Ich war bei ihrem Schießtraining dabei und bin sogar recht begabt im Umgang mit Pistolen. Irgendwie klappt das Zielen ganz gut. Aber da ich Kampfkünstlerin bin, war das nie so mein Steckenpferd.

      • Die hätten noch etwas Prügel bekommen und wären um ihr Geld erleichtert worden. Vielleicht wären sie noch mit in deren Hotel, um wirklich die geforderte Summe zu kassieren. Auf keinen Fall bringen Yakuza Gaijin um, in Japan gibt es noch immer die Todesstrafe und Hinrichtungen.

  4. Komisch, mir will partout nix einfallen außer:
    Family Business à la japonaise.
    Ferner noch die Streifen
    – Yakuza (Robert Mitchum),
    – Wasabi – ein Bulle in Japan
    (Jean Reno) und
    – The Challenge (Scott Glenn, Toshiro Mifune) im Kino seinerzeit recht sperrig als „Wenn er in die Hölle will, lass‘ ihn gehen“

    Zusammengefasst:
    Ein Kommentar, den die Welt nicht gebraucht hätte…😳😞, hätte lieber doch gleich Hanami (Regie Dories Dörrie) kucken sollen – der geht immer mal wieder…☺️.

    Beste Wünsche für einen guten Start in die neue Woche
    Oli

    • Die Welt braucht auch keine Yakuza. Leider sind die nicht ausrottbar. Aber nun für einige Zeit hinter Gittern. 😉

      Die von dir erwähnten Film müssen recht alt sein. Bisher kannte ich keinen davon.

  5. Doppelvolltreffer, Mayumi, wie im Beitrag…😉 –
    Filme in Reihenfolge wie oben:
    1976, 2001, 1982 und 2008.

    Noch ein kultursensibler Gedanke:
    In Japan ja nix Onsen, wenn (zu viele)
    Tatoos.
    Im fortschrittlichen Schland hingegen Tatoos als Abschreckungsversuch (echt wahr…):
    http://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/toleranz-import-uebersexualisierung-mit-klebetattoos/

    Win-Win-Ansatz:
    Yakuza als Schwimm- und Badeaufsicht nach Schland holen. Nach Bewährung kann auch der weltweit begehrte Titel „Bademeister“ verliehen werden…toll, oder…😳?

    LG
    Oli

    • Oldie(s) but Goldie(s)? 😀 Die sprichwörtliche Brutalität, mit der in Asien Auseinandersetzungen geführt werden, wäre vielleicht eine besondere Art der Abschreckung in Deutschland und ein weiterer Schritt zum befürchteten Bürgerkrieg.

      • Ja, das könnte ein weiterer Schritt sein.
        Könnte aber auch sein, dass ein demonstrativ zur Schau gestellter Behauptungswille zuweilen befriedende Wirkung hat…zumindest darüber mal nachdenken, das sollte erlaubt sein, egal, welcher Schluss dann am Ende steht.

        Oldies but Goldies:
        Der Streifen aus 1982 könnte für dich vielleicht thematisch interessant sein.
        Es geht im Kern um eine Familienfehde um zwei kostbare Katanas, die seit Jahrzehnten zwischen einem Bruder, der das moderne, industrielle Japan verkörpert (bad boy) und dem anderen Bruder, der eine Kampfkunstschule betreibt und der für das Traditionelle steht, schwärt.
        Dazwischen gerät der Hauptprotagonist (klar: US-Streifen, also Amerikaner), ein nicht gerade erfolgreicher Boxer, der durch den Schmuggeljob für eines der Katanas aus den USA nach Japan in die Familienfehde hinein gezogen wird und einen schmerzhaften 😉 Transformationsprozess bis zum Showdown an der Seite des alten Meisters in einem superhochmodernen Industriekomplex. Das habe ich zumindest so noch in Erinnerung, fand den Film damals echt toll, habe ihn dementsprechend auch nicht nur einmal gesehen – er ist z.T. aber sehr brutal.

        LG
        Oli

      • Lass mich raten, der Amerikaner besiegt dann den „bösen Japs?“ Diese Art Filme wurden und werden gern gedreht, um die Überlegenheit der USA zu demonstrieren. Mit dem Erfolg, dass der amtierende Ministerpräsident, dem Einhalt gebieten will. Japan in diesen Tagen, ist wieder auf dem Weg zu einem erstarkenden Nationalismus. Der schrittweise Umbau von Politik, Verfassung und Militär, hat bereits begonnen. Nicht missverstehen, es ist kein Krieg geplant, es geht um die eigene Identität, um die Nation.

      • …auch beim Raten ein Volltreffer. Im Film nur ein ganz klein wenig „subtiler“: Nach Blitzausbildung und -Graduierung (für die ein Japaner selbstverständlich so ein halbes Leben benötigt) wird Rick vom Meister mit den Worten „Sie sollen sehen, was ich aus ihrem Dieb gemacht habe“ in den Showdown mitgenommen (natürlich durfte Rick vorher auch noch der weiblichen Annehmlichkeiten der Tochter des Meisters teilhaftig werden…). US-Filmchen – in der Tat.
        In Yakuza (den hab‘ ich nur einmal gesehen) rennt Robert Mitchum auch mit einem Katana durch die Gegend – recht ungeschlacht und hölzern, wenn ich mich richtig erinnere.
        In Wasabi geht es zumindest origineller mit französischem Esprit zu: Jean Reno wehrt die Angriffe mit langen Blankwaffen mit einer virtuosen, doppelten Golfschlägertechnik ab (könnte vielleicht in echt so funktionieren, wenn man es denn könnte, aber für Viktor, den Reinemachemann aus Nikita und Leon, den Profi, Mentor und Lehrer von Mathilda kein Problem – ist doch klar, oder?

        Japan und die Identität
        Ich kann mir vorstellen, dass die Fortsetzung der Vorfälle auf Okinawa (sexuelle Übergriffe bis hin zum Mord durch Angehörige „befreundeter“(?) Streitkräfte) und die Proteste der Einheimischen hier auch eine Rolle spielen.
        In welche Richtung Japan da steuert, das habe ich, offen gestanden, im Moment nicht ganz auf dem Schirm. Meine Wahrnehmung war bis dato, dass japanische Regierungen z.T. auch nicht so weit vom Handpuppentheater weg waren. In diesem Zusammenhang auch die Diskussion vor nicht allzu langer Zeit über mögliche Auslandseinsätze japanischer Streitkräfte, das war aber im Kontext der Ermordung mehrerer japanischer Geiseln durch den IS, glaube ich zumindest.
        Ich kann mir vorstellen, dass sich die Leitlinien japanischer Politik ändern werden. Nicht ausschließen würde ich auch, dass man sich nicht länger als vorgeschobener, will sagen: im Konfliktfall im Kriegsgebiet befindlicher Vorposten gegen den großen Nachbarn im Westen sehen möchte.
        Ich persönlich würde es begrüßen, wenn sich die Länder Ostasiens mehr emanzipierten – je nach weiteren aktuellen Entwicklungen könnten es dereinst auch diese Länder sein, die so eine Art globale Führungsrolle werden einnehmen (müssen).

        Über den Themenkreis Deutschland und Identität ließe sich an diese Stelle auch eine Menge schreiben und sinnieren, aber ich du weißt schon: um diese Zeit sind die Robespierres und Maasmännchen schon aufgestanden…;-).

        LG
        Oli

      • Japanische Medien berichten seit einiger Zeit, dass Premierminister Shinzo Abe eine dritte Amtszeit anstrebt. Die Statuten seiner Partei erlauben das bisher nicht. Aber seine Partei (plus Partner), hat die Zweidrittelmehrheit.

        Ich halte Japan durchaus für den geeigneten Partner aller asiatischen Staaten, um in der Region DIE führende Rolle zu spielen. Leider wird das an China scheitern. „Man“ mag sich politisch noch immer nicht.

        Die japanische Armee ist größer, als die Welt ahnt. Japaner sind stets kreativ, dem Kind einen anderen Namen zu geben und so die Zahlen gering zu halten.

        Vielleicht sollte ich einen Facebook Account anlegen, der dann von (bezahlten) Kommentatoren in Grund und Boden gehated wird. Nur so eine Idee. 🙂

      • Fratzenbuchkonto: Wäre vielleicht eine gute Idee.

        Könnte mir als Ergänzung auch die Aufnahme von Abwehrtechniken gegen Spin Doctors in dein Training/deine Kurse vorstellen – geübt wird dann selbstverständlich auf Astroturf…;-).

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