Ich bin dann mal (auf dem) Weg

„Eine Reise von tausend Meilen beginnt unter deinem Fuß.“

Mayumi schreibt: Nach der Reise ist vor der Reise heißt es. Und auf genau diese Reise werde ich nun gehen. Japan, Heimat, ich bin auf dem Weg zu dir! Ich freue mich auf meine JapanerInnen und (m)eine Kultur, die so verschieden von Deutschland ist. In Japan werde ich wieder völlig zur Japanerin.

Noch am Flughafen werde ich mich in (m)einen Kimono zwängen, den Schwarzen Karate Gürtel anlegen und ein Ninja Cape. Bewaffnet mit Katana und meinem unwiderstehlichen Lächeln, verbeuge ich mich mehr schlecht als recht. Und statt rechts zu überholen fährt man in Japan links.

Natürlich werden ich mich durch die Lotterbetten lieben. Sex mit Japanerinnen steht hoch im Kurs! Und ich werde die Yakuza besuchen. Schutzgeld von den Massen, die können es nicht lassen.

Um strahlend schön zu bleiben, wird die Reise auch nach Fukushima gehen. Ein Aufenthalt im Kernreaktor frischt kalte Zellkerne wieder auf! Kurze Pause, harter Schnitt. Der Spaß hat ein Ende. Kommt wer auf die echte Reise mit?

Yuki schreibt: Mayumis Cousin Ken, wird uns seinen SUV leihen. Damit können wir durch Japan reisen. Ja, wir werden viel unterwegs sein. Ein Kurztrip nach Korea, ein Flug nach Shanghai oder Hongkong. Meine Süße berichtet dann.

Wie vor jeder Reise bin ich total aufgeregt! Ich kann nicht anders, alles muss genau geplant sein. Sind wir geimpft, haben wir genug Geld? Mayumi lacht sich kaputt, wenn ich zum Nervenbündel werde und flitzeschnell durch die Wohnung jage. Frech ist sie! Aber so liebe ich sie. Ich liebe auch Japan, das ich immer wieder gern neu entdecke.

Mayumi schreibt: Wege entstehen, wenn Frau sie geht. Wohin genau der Weg uns führt, wird vorerst nicht verraten. Auch wenn Elfchen schon so manches angedeutet hat. Pläne können sich ändern, das habe ich schon immer gewusst.

Fukuoka, die Familie wartet schon. Alle sind gespannt auf Neuigkeiten. Wie ist das Leben in Deutschland, wann werden wir Kinder bei euch sehen? Mit wieder gültigem japanischen Pass können Yuki und ich problemlos in Japan bleiben. Und zur Zeit habe wir große Lust auf diese Idee. Vier Monate Japan, drei Monate USA, die Welt liegt uns zu Füßen.

Ich kann aktuell in Deutschland kein Zeichen setzen. In meinem Freundeskreis ist alles befriedet und Karate kann ich problemlos in Japan machen. Auch als Sensei, um Jugendliche auf die nächsten Olympischen Spiele mit (Sport)Karate vorzubereiten. Na, seid ihr überrascht?

Yuki schreibt: „Solange Vater und Mutter leben, sollst du nicht in die Ferne reisen.“

Nicht nur aus diesem Grund kommen unsere Eltern mit. Auch sie vermissen Japan und freuen sich auf die Familie. Und meine Mutter ist mindestens so nervös wie ich. Aber in Japan trennen sich unsere Wege wieder. Jeder geht seinen eigenen Weg.

Ich mag die Idee länger in Japan zu bleiben. Für immer? Das werden wir dann sehen. Es käme unseren Plänen sehr entgegen. Nur die Homophobie hielt uns bisher davon ab. Aber Japan öffnet sich langsam und das finde ich so richtig gut.

Yuki und Mayumi schreiben: Nach der Reise ist vor der Reise heißt es. Und auf genau diese Reise werden wir nun gehen. Japan, Heimat, wir kommen! Vergesst uns nicht. Auf Wiedersehen!

Kommentare werden erst wieder im September freigeschaltet. Ihr versteht das sicher, dass wir im Urlaub nicht an den Computer gehen.

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28 Kommentare zu “Ich bin dann mal (auf dem) Weg

  1. …durch langes Zusammensein kann man einen Freund verlieren, durch Trennung nie…

    Euch die besten Wünsche für was, wann und wohin auch immer.

      • Hallo und willkommen zurück,

        schön, dass ihr (erst mal) wieder da seid.

        Buch über die Reise schreiben…?:
        Also ich wäre mit dem einen oder anderen Blögchen schon zufrieden, denn ein Buch mit tausend Seiten hat auch mal als veritabler One-Pager angefangen…;-).

        LG
        Oli

        P.S. bzw. perspektivisch:
        Ist Mitte März generell eine gute Reisezeit für Sakura kucken (ex-Hokkaido, das steht nicht auf dem Reiseplan…)?

      • Die Iden des März passen. Ja.

        Danke. Nur wo beginne ich? Beim Kulturschock auf deutschem Boden vielleicht. Aber erst mal ist mir heute kalt.

      • …lieben Dank für die Rückmeldung. Ich hoffe allerdings, dass sich die Iden des März in Japan etwas weniger blutig ausnehmen als ihr römische „Vorbild“…bin da aber guter Dinge – nach einem Hektoliter Sake, Akashibierchen, etc. sind Handhabung und Zielgenauigkeit von scharfen, spitzen und blanken Gebrauchsgegenständen vermutlich im pazifistischen Bereich verortbar…;-).

        Den Kulturschock zurück in Schland hatte ich vergangenes Jahr nach zwei Wochen Japan heftigst – wäre bereits in Frankfurt am gernsten wieder gleich nach Osaka zurück eingestiegen, über den halben Tag danach (ohne Einsteigen) ließe sich ein kleines Essay sicherlich schreiben.

        Beste Wünsche für ein (wieder-)gelingendes Aufwärmen
        Oli

  2. Jetzt seid ihr bereits unterwegs, denn kein Kommentar taucht auf. Und so wünsche ich euch eine friedliche Reise und kommt gesund wieder, denn Deutschland ohne euch wäre möglich, aber sinnlos …

  3. Ich habe gerade festgestellt, dass ich jetzt leider alle Texte von dir durchgelesen habe. Durch deinen Blog habe ich super viel gelernt und der Gedankenaustausch hat mir wirklich Spass gemacht. Vielen Dank! 🙂
    Natürlich hoffe ich, dass ich ab und an mal wieder etwas von dir lesen kann.

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