Die Alternativlosigkeit für Deutschland

In Berlin hat der Abgesang auf Merkel und die Große Koalition längst begonnen. Zögernd schwimmt die SPD sich von der Frau frei, die selbst zur linken Politikerin geworden ist. Aber die politische Lage ist verworren. Deutschland fehlen Alternativen. Personell und in der Sache. Die überholten Parteiprogramme wirken oft lächerlich.

Wenn wir uns die Parteienlandschaft anschauen wird schnell klar, dass wir meist PolitikerInnen wählen, die nicht mehr wählbar sind. Die alte Tante SPD hat ziemlich fertig. Die Juniorrolle in der Großen Koalition, hat die GenossInnen offenbar um den Verstand gebracht.

Zwar gäbe es noch eine Partei links der SPD. Aber wer oder was sind die LINKEN überhaupt? Ewig gestrige Altkommunisten oder doch fortschrittliche Denker, die einer neuen Zeit ins Auge sehen. Sahra Wagenknecht ist entgegen aller Unkenrufe, der momentan einzige Lichtblick der Partei. Aber das muss sie in den kommenden Jahren noch mehr Menschen beweisen.

Die Partei der Wendehälse, auch FDP genannt, ist wie immer auf Schlingerkurs. Nun mehr mittig ausgerichtet, will sie auf dem konservativeren Kurs mit punkten. Dumm nur, dass dort die AfD schon das Terrain besetzt. Und die vertreten Opa Adenauers Uralt Positionen.

Clever, zugegeben. Die CDU/CSU schaut dem bisher ratlos zu. Aber was will man dort auch machen. Frau Merkel hat fast alle potenziellen NachfolgerInnen mundtot gemacht. Sie und nur sie allein bestimmt den Kurs der Partei, der Deutschland in zunehmend unruhige Gewässer bringt.

Aber da gibt es schließlich und endlich noch den Horst. Nur bleibt Seehofer genau jener zahnlose Tiger, der zwar faucht, aber niemals beißt. Was Personen und Parteien betrifft, steht Deutschland auf ziemlich verlorenem Posten. Wer ist noch wählbar, wen sollte man meiden?

Ich war lange Jahre eine Wählerin der GRÜNEN. Sie haben meine Politik gemacht. Wobei ich immer recht unpolitisch war, wenn es nicht um eigene Interessen ging. Das hat sich seit einem knappen Jahr geändert. Ich informiere mich und denke auch laut mit. GRÜN hat für mich fertig. Zumindest mit ihren aktuellen PolitikerInnen.

Als lesbische „Deutsch-Japanerin“, ist die AfD für mich kein Thema. Aber die Partei ist zur Zeit das einzige Gegengewicht, um die auf Sparflamme köchelnde Parteiensuppe wieder auf Temperatur zu bringen. Und das macht sie sehr geschickt.

Schafft es die Partei sich vom rechten Rand zu lösen und mehr Sachlichkeit in Debatten zu bringen, kann sie zu mehr als einer Protestbewegung werden. Dass ich die als LGBT-Aktivistin nicht wählen kann ist klar. Dazu müsste sich deren Parteiprogramm gewaltig ändern.

Alles was bleibt, ist die Hoffnung, der Wunsch auf Veränderung in diesem Land. Wie CICERO schreibt, könnte die in ROT-ROT-GRÜN münden. Nur wäre diese Konstellation wirklich das Ende meines Deutschlands. Für eine solche Regierung bin ich schlicht und ergreifend zu konservativ.

 

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28 Kommentare zu “Die Alternativlosigkeit für Deutschland

  1. Ich stimme dir voll zu. Auch ich fühle mich bei keiner Partei wirklich aufgehoben und weiß nicht, was ich wählen soll. Es gibt Parteien, die ich ausschließe, aber keine wirklich, die ich favorisiere. Und das hat auch mit den Personen zu tun, die sie leiten. Leider bin ich auch doch ein Personenwähler und bestimme u.a. mit nach Sympathie. Bei den letzten Wahlen habe ich den Wahlomat genutzt. Aber manchmal kamen da abstruse Dinge heraus. FDP gefolgt von den Linken. Vielleicht ist das das Problem: Ich wünsche mir die Dinge nach meinem (klaren, unabhängigen …) Menschenverstand. In der Politik scheint so etwas aber nicht möglich zu sein.

    • Vielleicht sollten wir die Wahlen in Deutschland zur Politshow wie in den USA umfunktionieren. Herr Gabriel kann dann im Sumo (Ringen) glänzen und Frau Wagenknecht vielleicht beim Tanz. War das jetzt böse von mir?

      Ich kann zum Beispiel fachlich mit Frau Dr. Alice Weidel von der AfD über Sinn und Unsinn von ökonomischen Thesen diskutieren. Wir haben das beide studiert. Mit dem Rest ihres Programms kann und will ich nicht. Aber mit „meinen“ GRÜNEN geht auch nix mehr. Die Partei hat sich vor allem personell überlebt.

      Deinen letzten Satz kann ich unterschreiben. Ich fürchte nur, dass wir damit ziemlich allein stehen.

      • UNGÜLTIG – Union Nicht Genügend Überdachten Lächelnd Trotz Innerer Genialität…zwei studentische Spaßvögel bei der Kommunalwahl Frankfurt 1989, wenn ich mich richtig erinnere.
        Ob ich das jetzt ernst meine? Das weißt du doch bestimmt schon wieder…😉.
        LG
        Oli

      • …japanische Bescheidenheit halt…😉.

        Errata
        musste Lächelns statt Lächelnd heißen – s😞rry.

        Mayumi goes politics
        Meine Stimmen sind/wären dir sicher und glaube mir bitte: auch im nun doch fortgeschrittneren Alter kann ich hie und da noch brüllen…
        Davon abgesehen sehe ich in der Japano-LGBT-Kombi keinerlei Thema diesbezüglich.
        So mal als Denkanstoß: Bitte die jüngsten Einlassungen von Frau Sawsan Chibli, stellvertretende Sprecherin des AA, im FAZ-Interview (Link gib’s heute keinen) durchlesen und Meinung bilden…meine ist gebildet (wortspielfrei):
        MAYUMI PLEASE DO…(if you like to…)

  2. Mayumi for Madam President! Nein, nein – DAS geht nicht.

    Aus dem einfachen Grund: Du bist lesbisch.
    Andererseits, da gab es ‚mal einen Bürgermeister und das war gut so.

    Der nächste und ebenso einfache Grund, der gegen Dich spricht, ist:
    Du hast japanische Wurzeln.
    Andererseits, es gab mal diesen Vietnamesen und der konnte Minister werden.

    DAS Argument schlechthin ist aber:
    Du hast japanische Wurzeln UND bist lesbisch.

    Nicht überzeugt? Nun, ich muss zugeben, mir fällt nichts mehr ein. Bis auf eines, das Killerargument, das gegen Mayumi als Bundeskanzlerin spricht:

    Sie spricht die Dinge klar und deutlich an. Diese freche Göre!

    DAS, meine Liebe, DAS geht ‚mal gar nicht. Ein absolutes NO-GO. Damit hast Du an Deinem eigenen Ast gesägt. Karriere aus und vorbei. Vergiss es. Und störe unsere Kreise nicht.

    Meine Stimme bekämst Du trotzdem :-).

  3. Die Alternative für Deutschland wäre ein politischer Neuanfang. Den wird es aber nicht geben, so wenig wie Proteste in der Bevölkerung, denn jeder Einzelne, hüben wie drüben, verteitigt sein bisschen Besitz, so lange es immer nur den Nachbarn trifft. Wir sind eine Gesellschaft von Aussitzern geworden, oder waren es immer schon… – sehr guter Beitrag Mayumi!

    • Dankeschön! Aussitzer? Ja, in gewisser Weise schon. Und wieder sind es die LGBTler, die gegen diesen Trend stehen. Wir, „die anderen“, die keiner Norm entsprechen, stehen öffentlich für unsere Rechte ein. Wie gehen dafür auf die Straße, während der Rest von Deutschland selbst bei Terrorakten schweigt.

      Was bleibt sind taktische Wahlmanöver. Vielleicht weiter GRÜNE zähneknirschend im Ländle und bundesweit die … ? Die Buchstaben überlege ich noch.

  4. ich schätze deine Artikel sehr, deine Kritik und die Einschätzung der Kanzlerin allerdings nicht. Das ist auch gerade nicht Thema.
    Ich hoffe und wünsche sehr, dass bis zur entscheidenden Wahl der eine oder andere Politiker mit Charisma wie Phönix aus der Asche aufersteht, sonst bin auch ich mit meinem Latein am Ende. Die Wahl zwischen Pest und Cholera schmeckt mir auch nicht so besonders….

    • PolitikerInnen haben wir eigentlich genügend. Aber die nehmen ihren Beruf nicht ernst. Die leeren Abgeordnetensitze im Bundestag sind bezeichnend. Aber vielleicht sind die alle schon zurückgetreten, wogegen sich eine Petra Hinz noch immer wehrt.

  5. Komisch. Ich bin nicht weiblich, nicht lesbisch oder schwul, habe keine japanischen Bauteile – und sehe es trotzdem (fast) genauso. Meine Grünenphase ist lediglich etwas länger her und war kurz.

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