Wer den Schaden hat – Oder wie ich lernte ohne Z zu leben

Mittwoch, 13.07.2016, ca. 19:30 Uhr. Ich überhole einen LKW, der Z faucht und das Getriebe kracht. Der sechste Gang ist weg, zerstört und in Einzelteile zerlegt. Mechanische Geräusche lassen die bittere Wahrheit ahnen.

Sich davonfahren, ein beliebter Motorsport. (Dr. Manfred Hinrich) Schnell unterwegs zu sein bestimmt mein Leben. Aber ich behalte stets den Überblick. Strafzettel kassieren nur die anderen. Und aus den Fugen gerät bei mir nichts.

Yuki hält die Luft an, wir kennen die Szene schon. Aber anders als beim Unfall mit dem schnellen Audi [KLICK] können wir weiterfahren. Zwar auf Risiko, das Restgetriebe kann jeden Moment völlig den Geist aufgeben, aber was soll ich sonst machen? Abschleppen lassen? Wo käme Frau denn da hin!

Die nächste Ausfahrt ist meine und gefühlt langsam tuckern wir zurück Hause. „Getriebeschaden“, sage ich leise und Elfchen nickt betrübt. Noch von unterwegs informiere ich Wolf, der schon lange zu Hause ist. Er flucht herzhaft, das liebe ich an ihm und verspricht sich gleich am nächsten Tag zu kümmern.

Auto gut, alles gut;
Auto mobil, alles mobil;
Auto kaputt, alles kaputt! (Manfred Hinrich)

Mobil zu bleiben und nicht auf der Stelle zu verharren, ist ein Problem für manche Menschen. Dabei geht es um kein Auto. Auch der Geist kann träge werden. Und dann sitzen wir satt und (un)zufrieden vor der Glotze und spielen vielleicht noch Pokemon.

Wir parken den Z, ein wehmütiger Blick, dann geht es mit dem Nissan SUV doch noch zum Training. Yuki nimmt die Sache weitaus mehr mit als mich. Ich mag den Z, aber er ist letztlich nur ein Auto. Zum Glück haben wir zwei davon. Und der Pseudo Geländewagen hält.

Am Donnerstag holen die Jungs den Wagen ab. Grinsend versteht sich. „Na, was haste wieder kaputt gemacht?“, kommt die Frage. Mein gezückter Mittelfinger lässt die beiden lachen. Wir kennen uns gut. Die Zeit ist das Problem, erst am Freitag wird man weitersehen.

Wer das Leben an seinen Augen vorbei ziehen sieht, sitzt wahrscheinlich gerade im Auto. (Gerrit Donat) Autos waren und sind für mich Mittel zum Zweck, aber sie bestimmen nicht mein ganzes Leben. Leider sind viele Menschen zu sehr auf eine Sache fixiert. Ihnen fehlt der Blick über den Tellerrand.

Wolfs Anruf erreicht mich gegen Abend. Er wirkt zerknirscht, was nichts Gutes verspricht. „Sorry Mayumi“, höre ich. „Aber ich fürchte das Teil ist total hin. Es ist nicht nur das Getriebe, auch die Kupplung hat was abgekriegt. Und zwei Zylinder zeigen tiefe Riefen. Das wird dauern, der Wagen ist ziemlich Schrott.“

Entsetzen sieht anders aus. Bei mehr als 600 getunten PS, habe ich immer mit einem solchen Crash gerechnet. Also nehme ich recht cool das an, was mir Mann verspricht. „Ich denke wir werden ihn in etwa 1 – 2 Wochen wieder in Schuss haben. Aber wir sollten vielleicht konservativer vorgehen.“

Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen. (Henry Ford) Wie bei schnellen Wagen, ist es manchmal auch das Leben, das entschleunigt werden kann. Bedächtig und mit reiflicher Überlegung kommt jeder an (s)ein Ziel.

Was Wolf sagen will ist klar. Die 600 + PS sind für den Wagen deutlich zu viel. Es werden dann also „nur“ 500 + werden. Völlig ausreichend und noch immer schnell genug, um jedem Porsche das Gruseln zu lehren. Die Autosuggestion geht über den Porsche hinaus. (Manfred Hinrich) Ich habe noch Visionen.

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23 Kommentare zu “Wer den Schaden hat – Oder wie ich lernte ohne Z zu leben

    • Einige der Testwagen gibt es auch mit Automatik, aber die dürfen andere fahren. Ich mag lieber die Dinge selbst in die Hand nehmen. .D

      Stabil ist bei Tuning immer eine Sache für sich. Der 370 Z ist ein Saugmotor, dem die Techniker zuerst einen Kompressor und dann zwei Turbos verpasst haben. Die Leistung hat sich von originalen 340 PS auf 400, dann 500 und nun über 600 PS gesteigert. Klar mit entsprechenden Austauschteilen, also Getriebe, Kupplung, Bremsen, Ventilen, Kolben etc. Dass der so getunte Wagen irgendwann den Geist aufgeben kann, war jedem klar. Der positive Effekt daran, wir können auf diese Weise Daten zur Haltbarkeit und besserem Tuning sammeln. Der neue Motor wird dann vermutlich wieder ein Supercharger (Kompressor) werden, der 500 und einige PS haben wird. Die Technik ist ausgereift, da hält der Wagen länger.

      • *grins* und da kam ich so vorbei und meine: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen außer durch mehr Hubraum. ( ausser vielleicht durch ein SMS S2 Revo Coupe, aber das ist nix für dich. Viel zu gefährlich und unberechenbar. )

      • Der 370 Z hat einen 3,7 Liter großen V6 Motor, ist aber eben „nur“ ein Sauger. Der GT-R hat einen 3,8 Liter großen V6 und zwei Turbolader. Das macht in der Serie ca. 200 PS mehr. Ich gehe davon aus, dass die Motoren mehr oder weniger identisch sind. Mit dem Z hatte ich GT-R Leistungswerte. Dank weniger Gewicht sogar noch mehr. Den Z zu tunen ist kein Ding. Die Haltbarkeit der zusätzlichen Komponenten dann schon. 🙂

  1. Ich verstehe, ein Tuning kann für einen Motor also einfach zu viel sein. Darum hattet ihr schon öfters solche gefährlichen Situationen. Von Motoren habe ich keine Ahnung, also bitte wunder dich nicht. 😅
    Die passenden Zitate der ausgewählten Automobilhersteller finde ich sehr amüsant. 👍 Ach ja, und vielleicht ist es auch gar nicht so schlimm, wenn man sich mal abschleppen lässt. 😉

    • Meine Elfe schleppt mich täglich. Nee warte, ich sie … 😀

      Original hat der Z 340 PS. Nach dem Tuning ca. 300 mehr, also etwa 630. Das genau zu messen ist immer schwer, Turbos mögen keine Hitze, sprich warme Luft. Dann geht es mit der Leistung sofort bergab. Turbomotoren entfalten ihre volle Leistung nur bei gemäßigten Temperaturen. Je kühler die Luft, umso mehr Bums. Die Techniker von der Tuningschmiede werden jetzt vermutlich wieder einen Stillen Kompressor einbauen, der ca. 120 mehr PS bringt. Alles in allem wird der Wagen danach 500 PS + haben. Das reicht dicke um Spaß zu haben.

      • Die meisten Details habe ich bei der Crew und Wolf erfragt. Und ab und zu helfe ich auch mit beim Tuning. Das macht mir Spaß. Abwechslung vom Alltag und BWL. 🙂

    • Vorhin bin ich auf dem Weg zum Bäcker fast mit einem etwas überschweren und sehr blassen Mädel zusammengestoßen. Sie hatte ihr Smartphone in den Fingern und murmelte wirres Zeug vor sich hin. Ich glaube die hat der Pokemon Virus auch erwischt.

      • 👍😂 Sei froh, dass sie sich dadurch überhaupt mal bewegt. Und frische Luft scheint ihr auch nicht zu schaden, wenn sie so blass ist.

  2. Wenn nix mehr geht – dann PS. … aber das trifft ja nur auf Männer zu. 😀
    Nein – Quatsch. Liebe Mayumi, sagte ich schon, dass ich Dich sehr bewundere.
    Alles Liebe,
    Michael

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