Die kommerzialisierte Gewalt

Freudenhaus Europa im Jahr 2016. Die Säulen wanken, die Erde bebt. Auslöser sind keine Naturkatastrophen, die Erschütterungen haben einen politischen Hintergrund. Angezettelte Kriege, verschleierte Waffenlieferungen in Krisengebiete und die Schlacht ums Öl.

Gewalt wohin das Auge blickt. Selbst Kinder bleiben davon nicht (mehr) verschont. Dabei geht es weniger um Missbrauch, der leider auch vorhanden ist. Die Rede ist von Computerspielen, der Seuche unserer neuen Zeit.

Beim normalen Erwachsenen äußert sich Gewalt anders. Gebannt stiert Mann auf seine Helden, die sich im Boxring die Köpfe blutig schlagen. Diese zunehmende Verrohung im Sport sollte nachdenklich stimmen.

Staaten(lenkerInnen) gehen wieder anders mit Gewalt um. Sie transportieren sie in Krisengebiete, die sie oft selbst erschaffen haben. Man denke dabei nur an die USA, deren Masterplan für fast alle Kriege der Neuzeit steht. Und auch der (islamistische) Terror, ist auf deren Mist gewachsen.

Wobei die Ideologie des Islam sowieso ein williges Werkzeug der Mächtigen ist. Dieses Steinzeitdenken braucht nur minimale Gründe, um zu explodieren. Aber auch die frühe christliche Kirche in Form von Päpsten und Pfaffen, hat früher Gewalt gepredigt.

Im Namen eines toten Gottes sind Soldaten nach Jerusalem marschiert. Um die Seelen der Gläubigen vor den Muslimen zu retten. In Wirklichkeit ging es, wie bei den meisten Kriegen, meist nur um politische Macht.

Die Verfechter der politisch geprägten Ideologie des Islam hielten natürlich dagegen und schon man hat sich gegenseitig massakriert. Die Gewinner waren jene Herrscher, die behütet in ihren Gemächern saßen. Wer hätte das gedacht.

Im angeblich so kriegerischen Japan gab es niemals Glaubenskriege. Auseinandersetzungen hat man im frühen Mittelalter völlig anders gelöst. In meist rituellen Kämpfen trafen die beiden besten Samurai der verfeindeten Parteien aufeinander. Und nicht immer ging ein Kampf gleich bis zum Tod.

Das Schlachten begann erst später, als mongolische Invasoren den massenhaften Tod nach Japan brachten. Und dann haben auch Japaner, die kommerzialisierte Gewalt für sich entdeckt. Und perfektioniert. Das ist japanische Art.

Die buddhistische Lehre ist friedlich, wenn auch nicht völlig frei von Gewalt. Aber (kommerzialisierte) heilige Kriege mit allein-seelig-machendem Anspruch gegenüber Un- oder Andersgläubigen waren und sind dem Buddhismus fremd.

„Eine besondere Herausforderung bestehe in der Kommerzialisierung von Gewalt“, hat der buddhistische Professor Samdhong Rinpoche gesagt. Der Mann hat recht. Es ist mehr als offensichtlich, dass sich um Gewalt ein eigener Markt gebildet hat.

Nennen wir diesen Markt beim Namen, es ist die globale Rüstungsindustrie. Mit Waffen ließen sich schon immer gute Geschäfte machen. Die Faszination am Schlachten, an (falschen) Helden wird schamlos ausgenutzt.

Kommerzialisierte Gewalt heute findet kein Ende mehr. Ist ein Konflikt gelöst, wird von den Mächtigen ein neuer geschaffen. Das Ziel ist Kontrolle, Macht und Geld. Und vielleicht rottet man so nebenbei noch einen Teil der Menschheit aus. Damit die Eliten weiter in Sicherheit und Wohlstand leben können.

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12 Kommentare zu “Die kommerzialisierte Gewalt

  1. Verzeih meinen mangelnden Ernst, aber irgendwie muss ich spontan an die Multifunktions-Selbstmordpistole Nambu 94 denken und grinsen. OK, auch die Rüstungsindustrie anderer Nationen hat Skurrilitäten am Fließband produziert, aber die Japaner haben immer den Vogel abgeschossen.

  2. Die Gewalt und der Mensch scheinen seit jeher untrennbar miteinander verbunden zu sein. Das Schlimme an der Gewalt heutzutage sind vor allem die modernen Waffen, wie Drohen oder atomare Waffen etc. Per Knopfdruck lassen sich Menschen töten, ohne dass man sich dafür die Hände Wort wörtlich blutig machen musste.

    • Du solltest in Bezug auf Drohnen + Kommerz noch einen Schritt weiter denken. Stichwort Auftragsmord, den irgend ein Hacker aus dem Hinterzimmer plant und das Opfer dann auf offener Straße am helllichten Tag per Drohne erschießt. Machbar ist das schon heute. Nur die Drohnen (noch!) zu teuer für den zivilen Gebrauch.

  3. Ich finde es immer wieder traurig, wie viel unserer zivilisierten Welt auf dem Handel mit Waffen basiert und an welchen Stellen darüber hinweggesehen wird, weil man die Bequemlichkeit des Status quo nicht verlieren möchte.

    • Mit dem Waffenhandel lassen sich Unsummen verdienen. Oft ist der noch von den USA gesteuert, die ein Interesse an diversen Krisen haben. Und ja, wir schauen hilflos zu oder auf andere Ereignisse. Wie auf die EM. Sport für die verblödete Masse. Und nebenan sterben mal wieder Tausende. Aber das kann ja mal passieren …

      • Ja, Brot und Spiele oder wie war das?
        Es wäre wirklich tröstlich zu wissen, ob das Gesamtsystem irgendwann in ferner Zukunft mal so umgekrempelt wurde, dass es nicht mehr permanent solche Themen gibt, von denen man abgelenkt wird bzw. sich freiwillig ablenken möchte …

      • Am Beispiel der USA wird deutlich, was der Amerikaner mag: Football, Baseball, Basketball. Und Germany, ist das nicht irgendwo in Alaska? Ist klar, wenn schon Berlin in Texas liegt.

  4. Habe gehört, dass die japanischen Selbstmordpiloten im 2. Weltkrieg doch mit unhaltbaren Erleuchtungsversprechungen geködert oder vertröstet wurden. Keine Ahnung, ob es dafür Belege gäbe.
    MfG toe

    • Die meisten dieser Piloten waren Freiwillige, die für Japan in den Tod gegangen sind. So, wie die Ingenieure in Fukushima. Das Allgemeinwohl wird in Japan stets über den Einzelnen gestellt.

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