Und Andreas ging zum Regenbogen

Die LGBT-Gemeinde in BaWü jubelt. Getreu dem Motto „Was lange währt, wird endlich gut“, hat der noch amtierende sozialdemokratische Kultusminister Andreas Stoch, den von der CDU heftig kritisierten Bildungsplan, Homo- und Transsexuelle im Schulunterricht als gleichwertige Menschen darzustellen, unterschrieben.

Aber war diese letzte Amsthandlung nun ein Sieg? Man muss nur an die homophob geprägten Demonstrationen denken, die vor zwei Jahren das Ländle erschütterten. Gegner und Befürworter des Plans, haben sich heftige Wortgefechte geliefert. Vermutlich hätten einige die „dreckigen Homos“ gern eingesperrt.

Auch ich war dabei und habe einmal mehr in die Fratze der Intoleranz geblickt. Und auf eine Front von Leibern, die Streit provozieren wollten. Es waren (bezahlte) Schläger mit Akzent. Dummköpfe, egal aus welchem politischen Lager sie stammten.

Die Landesregierung in BaWü ist danach leider eingeknickt und hat den Bildungsplan auf die lange Bank geschoben. Das ist auch Herrn Kretschmanns Schuld, das sage ich ganz offen. Und die nun abgewählte SPD, hat das mit verbockt.

Die Unterzeichnung des Gesetzes, so kurz vor der Grün-Schwarzen Koalitionsgesprächen, ist ein politischer Schachzug. Er soll die CDU  dort treffen, wo sie es ganz wenig mag. Das ist absolut durchschaubar. Aber zumindest haben wir nun das Gesetz.

Lesben und Schwule in BaWü stehen nun vor schweren Zeiten, das ist allen klar. Die CDU hat andere Ideen, wenn es um die Gleichstellung Homosexueller geht. Man kann davon ausgehen, dass die Uhren dort bald wieder anders ticken und man Änderungen am Bildungsplan vornehmen will.

Im Gegensatz dazu, wird in Holland gefeiert. Dort hat man vor 15 Jahren Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichgestellt. Und in den gesamten USA gilt das Adoptionsrecht nun uneingeschränkt auch für Homo-Paare. Ein Bundesrichter hat das entschieden.

Deutschland lebt in dieser Beziehung noch im Mittelalter. Es darf bezweifelt werden, dass die Berliner Loge daran viel ändert. Ich zumindest möchte mich an dieser Stelle bei Andreas Stoch bedanken. Seine Motive sind mir herzlich egal. Wichtig ist nur sein Gang zum Regenbogen. Dessen Schein war in BaWü schon leicht verblasst.

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6 Kommentare zu “Und Andreas ging zum Regenbogen

  1. Oh Mann, was dauert denn sowas so lange? In meinem Verständnis müsste so ein Gesetz schon lange überflüssig sein, weil es eine in meinen Augen Selbstverständlickeit in Worte fasst. Na ja, auch das wird noch kommen. Freuen wir uns daher über jeden „offiziellen“ Fortschritt! 🙂

    • Sogenannte Christen, die in uns den Teufel sehen, haben die Landesregierung damals einknicken lassen. Du erinnerst dich vielleicht an meine Artikel zu den Demos. Und leider steht die homophobe CDU in BaWü schon bereit, um keine weiteren Fortschritte bei LGBT zuzulassen.

  2. Ja, manchmal ist es okay, das richtige aus den falschen Gründen zu tun 🙂 Hoffen wir, dass der neue Bildungsplan langfristig Wirkung zeigt. Und vielleicht anderen Bundesländern zum Vorbild wird…?

    • Wir sähen das wirklich gern. Aber es gibt schon jetzt massiven Gegenwind aus den Reihen der CDU. Ich fürchte eher, dass sie am Bildungsplan herumwerkeln werden. Frei nach dem Motto: das liebe Kinder ist eine Frau, das ist ein Mann. Und die beiden gründen dann eine (richtige!) Familie und haben natürlich Kinder.
      Und das sind Lesben und Schwule. Lesben lieben Frauen und Schwule lieben Männer. Natürlich können die keine Kinder haben.

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