Narrenschiff Deutschland

Die „tollen Tage“ sind vorbei, es ist Normalität im Land eingekehrt. Moment bitte, Normalität? Gut, die Pappnasen liegen zu Hause, aber einige sind noch immer aktiv. Menschen, die Köln als Mythos verleugnen und närrische Schönrednerei betreiben.

Und was ist nicht alles gesagt worden! Selbst Feministinnen haben sich erklärt und den Fokus sofort auf die deutschen Männer gerichtet und wie die mit Gewalt umgehen. Ja, das machen sie. Aber in Köln haben andere gegrabscht.

Das Geschehen in Köln sei ein symbolisches „Gespräch“ unter Männern gewesen, schreiben Dagmar Dehmer und Andrea Dernbach im Tagespiegel. [LINK] Vor allem ältere weiße Männer hätten darauf mit der Urangst reagiert, dass ihnen potente, junge, wilde Fremde, die Frauen wegnähmen. Mit der Aussage „Fremdenfeindliche Frauen hätten in Köln mit falschen Anzeigen reagiert verhöhnen sie die Opfer der Silvesternacht.

Normalerweise ist Frau Dehmer zuständig für die Umweltberichterstattung, besondere Schwerpunkte sind der Klimawandel und die Energiewende. Sie berichtet außerdem über entwicklungspolitische Themen und über Afrika, speziell Ostafrika und Nigeria. (Quelle Tagesspiegel) Wer aber Afrika kennt, der sollte nicht solche Lügen verbreiten. Aber vielleicht haben Umwelteinflüsse ihre Wahrnehmung getrübt. Das kann schon mal passieren.

Andrea Dernbach ist ein anderes Kaliber. Immerhin schreibt sie über Migration, Minderheiten, Bürgerrechte und Geschlechterpolitik. Vermutlich aus einer recht distanzierten Sicht. Oder sie denkt mit dem Schwanz, wie Henryk M. Broder formulierte. Hat der Mann vielleicht recht?

Natürlich versuchen zur Zeit alle politischen Lager, Köln für eigene Zwecke auszunutzen. Und mir graut bei dem Gedanken, die AfD in den Parlamenten zu sehen. Das Prekäre daran: die AfD ist zur Zeit die einzige Opposition gegenüber einer Politik, die immer verlogener und verworrener wird. Aber da wären ja noch „Die Linken“, die Nachfolgepartei der SED. Und in einer fernen Vergangenheit, hat es eine FDP gegeben. Und „Die Grünen“ sind auch nur noch angepasst.

Dieses Schöngerede, dieses abwiegeln, hat System. Der Öffentlichkeit werden nun verstärkt sportliche Ereignisse präsentiert, die den Blick von den offenen Grenzen lenken. Und wirksam zum Auftakt des Karnevals, hat die Polizei (mutmaßliche) islamische Terroristen entdeckt. Wie naiv muss man sein, um nicht die Absicht hinter solchen Aktionen zu sehen.

Wie tief gespalten unsere Gesellschaft ist, wie vergiftet das Gedankengut, zeigt das Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken im Deutschlandfunk. Auf die Frage, ob die Silvesternacht Deutschland verändert habe, antworte Frau Vinken mit folgendem Satz: „Nicht insofern, als es tatsächlich zu mehr Gewalt oder zu einer anderen Form von Gewalt kam und diese schon gar nicht von Flüchtlingen ausging.“ Und da fasse ich mir an den Kopf.

Natürlich hat nun keine Million Flüchtlinge Straftaten begangen. Aber die Marokkaner, Tunesier, Algerier vor Ort! Vierzig Täter hat die Polizei bisher ermittelt. Und auch wenn abgewiegelt wird, nur jeder Vierte habe einen Asylantrag gestellt, woher bitte stammt der Rest? Die wenigsten sind Deutsche, oder werden es. Warum sie noch hier sind? Ihre Heimatländer verweigern die Aufnahme ihrer abgeschobenen Staatsbürger aus Deutschland. Da frage ich mich warum.

Mehr als tausend Anzeigen liegen der Kölner Polizei nun vor. Dabei werden all die anderen Städte gern verschwiegen. Und die jeden Tag stattfindenden Übergriffe. Frau Vinken sieht das etwas anders. Sie spricht von einem Angstszenario, einem Mythos. „Unsere deutschen, milchweißen Frauen und fremde, dunkle Männer.“ Frau Vinken geht dann noch einen Schritt weiter und fühlt sich an den Raub der Sabinerinnen erinnert, der dazu führen solle „dass der Hass durch das Land brause und die Fremden vertrieben werden.“

Der Raub der Sabinerinnen war Fiktion. Köln war echt. Das hat Frau Vinken vergessen. Ich weiß nicht wie und wo diese Frauen leben. Aber sie leben nicht in meiner Welt. Und auch nicht in der Welt von Freundinnen aus Afrika und anderen Ländern, die mindestens so schockiert über Köln wie wir alle sind. Diese Frauen kannten die Gefahr. Ein Grund, warum sie aus ihrer alten Heimat flohen. Warum fragt man diese Menschen nicht?

Bundespräsident Gauck und nun auch unsere Kanzlerin machen erste Versuche eine Katastrophe abzuwenden, die Merkels Willkommenskultur angerichtet hat. Aber was bringen Worte, wenn selbst Politiker uneinig sind und SPD-Minister beim Asylgesetz nicht richtig lesen. Und mit welchem Recht hat Frau Merkel unsere Grenzen geöffnet und uns zur Lachnummer der restlichen Welt gemacht?

Der Journalist Reinhard Müller bringt es in seinem Kommentar in der FAZ auf den Punkt. Zwar habe jeder Mensch seine unveräußerlichen Rechte, die er in einem fairen Verfahren durchsetzen können müsse. Aber er müsse ein Asylverfahren nicht unbedingt in Deutschland durchlaufen und habe weder nach deutschem noch nach Europa- oder Völkerrecht einen Anspruch darauf, nach Deutschland zu kommen, oder in irgendein anderes bestimmtes Land.

Frau Merkel hat genau das vergessen. Ein klarer Rechtsbruch sagen Experten, der ihr nun eine Verfassungsklage beschert. Ausgearbeitet hat sie der Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider, der aber vermutlich damit scheitern wird. Kann ja nicht sein, dass sich eine deutsche Kanzlerin (ver)irrt! Aber irgendwer sollte diese Frau stoppen und ihre wirren Ideen. Deutsche Polizei nun an den Bosporus? Geht’s noch Frau Merkel?

Für eine befreundete japanische Familie, hat die momentane Lage alles geändert. Sie denken laut über eine Rückkehr nach Japan nach. Und das nach fast fünfzehn Jahren in Deutschland. Panik, völlig überzogen, lieber in Ruhe warten, was wann und wo passiert? Nein, nur ihre Sicht der Dinge als JapanerInnen. Denn Fremdenhass macht auch vor Klein Tokio in Düsseldorf nicht halt. Als Fremde in Deutschland darf ich dann nach allen Seiten schauen, hat mir die Frau gesagt. Da wähle sie lieber Osaka.

Aber vielleicht besinnt sich Deutschland und auch die Politik, bevor es zum offenen Bürgerkrieg kommt. Der übrigens schon lange im Szenario ausgearbeitet ist. Ebenso wie mögliche Terrorakte und die Einsatzpläne der Polizei. Das ist Deutschland, liebe LeserInnen. Ein Narrenschiff, das sich selbst versenkt.

Selbst versenkt, haben sich auch Düsseldorf und Mainz. Dort hatte man die Umzüge abgesagt. Angeblich wegen dem Wetter. Aber war das der wirkliche Grund? Nun kann ich nur über Düsseldorf berichten. Ein dunkler Himmel und einige Böen waren die einzig große Gefahr. Und meine gespielt finstere Miene, als wir zum Zuch nach Kölle gefahren sind, um richtig Spaß zu haben. Was haben wir gelacht!

Und damit zieht das Düsseldorfer Mädchen, Mayumi I., ab aus der Bütt und beendet die festliche Rede. Denn heute, am Aschermittwoch, ist alles vorbei. Und die wahren Narren servieren uns wieder Lügenbrei. Darauf ein dreifach donnerndes Alaaf und Helau!

23 Kommentare zu “Narrenschiff Deutschland

  1. In Österreich sieht es ähnlich aus. Eigentlich schlimmer, weil die Wirtschaftslage viel schlechter ist. Wir haben 500.000 registrierte Arbeitslose bei einer Bevölkerung von 8 Millionen und 90.000 neue Migranten und Staus an den Grenzen. Und dabei wird bei den Arbeitslosenzahlen ja immer getrickst, da gibt es „die in Schulung befindlichen“ usw

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    • In Deutschland gibt es locker 5 Mio. „Arbeitslose.“ Die waren verkauft und vergessen. Aber selbst wenn die Zahl niedriger ist, warum hat sich der Staat bisher nicht mehr um sie gekümmert? Das sind die Fragen, die sich viele dieser Menschen stellen, wenn sie die Willkommenskultur der Regierung sehen. Das sind die Menschen, die von den Rechten geködert werden und die AfD in die Parlamente katapultieren werden. Aber die Kanzlerin macht eisern weiter. Wenn du nun um die Ecke denkst und ein anderes Szenario vor Augen hast, wem nutzt eine „starke Rechte“ noch?

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  2. Einen schönen Tag wünsche ich dir hoffe Karneval war für dich schön,ja mit den Flüchtlingen das ist ein richtiges Problem die Politiker Reden nur und handeln nicht und viele Kommunen sind überlastet, ich frage mich wo das hinführt.Lieber Gruß von mir und Umarmung Gislinde

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    • Kölle war super, vielen Dank. Ich bin immer wieder gern in der Stadt und meiner alten Heimat Düsseldorf.
      Viele Deutsche fragen sich seit Monaten wohin Merkels Kurs uns führt. Aber sie schauen nur zu und handeln nicht.
      Liebe Grüße aus dem Elfenheim

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      • Hallo Nandalya,
        mal wieder auf den Punkt gebracht – thoughts of the be(a)st halt wie gewohnt 😉😊.
        Daher „nur“ das , was mich umtreibt: wie soll das Handeln ausgestaltet werden – individuell und im weiteren sozialen Kontext…?:
        Individuell für mich: nicht aufhetzen lassen, klaren Kopf und offenes Herz behalten – klar einfach, aber in dieses Leben bin ich auch nicht als Krieger gekommen. Ob das in Köln (oder gar in Schweden) was geholfen hätte? Sehr fraglich.
        Kollektiv: Strukturell ähnlich gelagert, potenziert komplizierter; Wahlen jedenfalls werden’s nicht wuppen, vielleicht (liest sich komisch, weiß ich) schon eher so etwas abendliche Spaziergänge mit Nachbar/Nachbarin, die man/frau zwar seit Jahren optisch wahrgenommen, über die man/frau aber nicht mehr sehr viel mehr weiß als dass Käpten Iglu den Billigfischstäbchen beim Discounter vorgezogen wird.
        Derzeit leider doch sehr ratlose Grüße und bessere Wünsche an die, die noch eine zweite Heimat in petto haben,
        Oli

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      • Linke und Rechte hetzen seit Jahren. Das wird zur Zeit nur verstärkt wahrgenommen und hat sich potenziert. Ich denke viele Deutsche sind in ihrem Herzen durchaus konservativ-liberal und sollten genau diese Haltung auch vertreten. In Gesprächen mit Nachbarn und Freunden, in Dialogen mit PolitikerInnen, in Form von Demonstrationen fern der Pegida und AfD. Aber was passiert? Die Antifa macht sofort Front gegen diese Gruppen und verschließt die Augen vor dem wahren Problem. Rechtlich gesehen hat Frau Merkel mit der Öffnung der Grenzen Gesetze gebrochen. Aber das machen Regierende gern. Und diese Nation ist so träge, so satt, dass sie nichts mehr unternimmt. Es ist keine Lösung vor Problemen zu fliehen, oder wegzuschauen. In Japan gehen die Uhren anders. Flüchtlingshilfe ja, Aufnahme nein. Japan stellt der Flüchtlingshilfe 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Würden das alle Staaten tun, sich mehr um arme Länder kümmern, den USA nicht die Rolle der Weltpolizei überlassen, es gäbe die momentane Situation vermutlich nicht. Übrigens kann jeder, auf seine Weise, ein Krieger sein, lieber Oli. Und ich spreche nicht von angewandter Gewalt. Aber nachbarschaftliche Aktivitäten helfen. Da sind wir der gleichen Meinung. 🙂
        Grüße aus dem Elfenheim

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  3. Dass es Attentate mit islamistischem Hintergrund geben würde, hast du scheinbar schon vorausgesehen, Orakel.
    Ich bin mal gespannt, was die journalistischen Recherchen beim manipulierten Polizeibericht ergeben werden, aus dem das Wort „Vergewaltigung“ angeblich gestrichen werden musste.
    Ah, du hast deine Büttenrede auch mit „alaaf“ beendet. 😉 Da ich als Kind ja mal mit dem Düsseldorfer Karnevalszug mitgelaufen bin, werde ich dich damit mal nicht aufziehen. 😀
    Allgemein gefallen mir die Karnevalswagen in Düsseldorf besser, weil sie sich kritischer mit politischen Themen befassen. Ich habe das Gefühl, dass sich die Düsseldorfer dies bezüglich mehr trauen als die Kölner.

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    • Wer diese Attentate nicht vorausgesehen hat, den nenne ich verlogen oder naiv. Journalistische Recherchen habe ich doch bereits präsentiert. Die Zahlen vom BKA wurden verschämt genannt, die Masse der Täter waren Syrer. Und dann die ganze Palette aus Nordafrika, Iran und Afghanistan.

      Düsseldorf, Köln, das Ruhrgebiet, ich bin überall zu Hause gewesen. Nur den Dialekt habe ich niemals übernommen. Ich kann ihn aber imitieren, das klingt dann sehr lustig.

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  4. Der Kölner Karnevalsprinz hat an Karneval ja so gut wie gar nichts zur Silvesternacht gesagt, was mich echt geärgert hat. Yi Mans Exchef (der vorletzte Karnevalsprinz) hat bei seiner Rede wenigstens Tacheles gesprochen. Da gehört in unserer Gesellschaft, in der man als Deutscher immer direkt als Nazi abgestempelt wird, Mut dazu. 👍

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