Frauen, Männer, Feminismus

Feminismus ist vielen Menschen suspekt. Die Rede ist nicht nur von Männern. Auch Frauen wehren sich oft vehement gegen den „feministischen Alleinvertretungsanspruch.“ Aber ist das nicht kontraproduktiv? Es ist leider so, dass viele Köche einen Brei verderben können. Jeder köchelt nach eigenem Rezept.

Viele Menschen, viele Meinungen, dieser Spruch kommt nicht von ungefähr. Aber ehrlich, liebe Mädels, wo wäre die Welt ohne starke Frauen? Und doch lese ich immer wieder Argumente, die Frauen gegen Feministinnen Front machen lassen. Wobei man fairerweise sagen sollte, dass es „den Feminismus“ überhaupt nicht gibt.

Die Bewegung ist zutiefst zerstritten. Von radikal bis überintellektuell. Viele Frauen finden sich in keinem dieser Lager wieder und gehen auf Distanz zu ihren Schwestern. Mit Parolen wie „Lieber am Herd, als in der Chefetage“, haben sie eine neue Front geschaffen. Das geht soweit, dass Feministinnen offen abgestemeplt werden.

Frauen sind oft die größten Feindinnen anderer Frauen. Manche aus purer Eifersucht, oder Neid. Aber sie spielen damit jenen Männern in die Hände, die Frauen noch immer als „Frauchen“ sehen. Willige Dienerinnen, aber die Sklaverei ist lange abgeschafft.

Nicht alle Feministinnen sind männerfeindlich. Aber der Versuch, Mann in die Bewegung einzubinden, ging gewaltig schief. Männer vertreten eigene Positionen und dominieren noch immer gern. Und doch sind Männer wichtig, um Gleichberechtigung nicht zur Farce zu machen. Frauen wollen niemand dominieren. Wir bestimmen auf unsere Art.

Ein Mann hat einmal gesagt, dass er Feminismus brauche, weil Männer nicht stärker oder klüger seien als Frauen. Damit hat er recht. Dicke Muskeln taugen wenig, wenn Mann ein Kind auf dem Arm tragen soll. Weibliche Ausdauer ist gefragt und runde Hüften. Danke dafür an Mutter Natur.

Wir brauchen Feminismus aus vielen und ganz verschiedenen Gründen. Aber wir brauchen keinen Streit darüber, wer die besten Argumente hat. Feminismus ist letztlich ein Plus für alle Menschen. Auch Männer können davon profitieren. Und Frauen sie dafür lieben. Egal, ob Vater, Ehemann, oder Freund.

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12 Kommentare zu “Frauen, Männer, Feminismus

    • Wie beendest du einen Streit? Mit Dominanz, einem Machtwort? Vielleicht würde es helfen sich (wieder) in Freundschaft zu begegnen und nicht abfällig das Näschen zu rümpfen. Was denkst du?

      • Ich würde den Streit auf eine rationale ebene ziehen und die Argumente und Studien für die jeweilige Auffassung darstellen und so versuchen die neusten Leute zu überzeugen bzw wenn die anderen Theorien die besten Argumente und Studien haben diesen beitreten.

        Meiner Meinung nach kann man Konflikte nicht einfach zu decken.
        Eine intersektionale Feministin kann eben nicht mit einer differenzfeministin über einstimmen und eben auch nicht mit einer swerf oder terf

      • Konflikte müssen angesprochen und gelöst werden. Aber wie diskutierst du mit Menschen, die anderen Menschen nahezu sklavisch hörig sind. Und hier kommt nun auch die sexuelle Orientierung ins Boot. Lesbische Femninistinnen und ihre hetero Schwestern sehen Dinge sehr oft anders. Aber sie bleiben trotz aller Differenzen Frauen. Und nun spiele ich noch die Gender-Karte. Doch ist sie auch Trumpf? Nein. Manche Heten lehnen es ab sich von Lesben belehren zu lassen. Wir können schließlich nicht wissen, wie das ist mit Mann … Dieses Totschlagargument schafft neue Gräben. Und schon geht der Streit von vorne los.
        Ein weiteres Problem sind vom Patriarchat geprägte Frauen, die (ihren) Männern hörig sind. Darf, soll man sie befreien, oder lassen wir sie in der Spirale von Gewalt und Sex? Fragen über Fragen für die es kaum Lösungen gibt. Außer der lebendigen Diskussion, der Begegnung der „Fronten.“ Für den Feminismus, für uns Frauen.

      • Ab wann ist man denn hörig? Vielleicht haben sie sich bewußt für ein solches Leben entschieden, weil sie es für sich vorteilhaft finden.
        Ist nicht die freie Wahl einer Frau zu respektieren ohne ihr gleich vorzuwerfen, dass sie zu beeinflusst ist um klar denken zu können?

      • Wie nennst du es, wenn dir schon als Mädchen eingeredet wird, dass Frau dem Manne untertan sei? Ist das noch eine klare, eigene Entscheidung, oder der Wille des Patriarchats?

  1. Wo finden Frauen ihren Platz? Überall. Männer übrigens auch.
    Willige Dienerinnen – ich empfehle Dir den Blog der ‚Devoten Romantikerin‘. Dominanz ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes und auch bei Frauen anzutreffen.
    Die Welt ist zu bunt, um sie noch einfach kategorisieren zu können.
    Ich unterscheide zwischen Recht und Unrecht. Dabei können dicke Muskeln vom Vorteil sein.

    • Natürlich gibt es Dominanz bei Frauen. Aber wenn, so ist sie natürlich und Teil einer starken Persönlichkeit. Feministinnen sind stark.
      Mit dicken Muskeln kannst du vielleicht Gewichte heben. Im Budo nutzen die dir nichts.

  2. Die wohlbekannte Stutenbissigkeit blockiert wirksamen Feminismus auf jeden Fall. Meine Mutter ist PR-Managerin in einer Männerdomäne. Die Sekretärinnen haben sich zu Beginn ihrer Karriere geweigert, ihr Kaffee zu machen, obwohl sie die Männer mit so etwas immer von sich aus verwöhnt haben. Die Männer in den Chefetagen halten dort allgemein auch nicht viel von Feminismus. Meine Mutter musste sich Sprüche anhören, wie dass Frauen hinter den Herd gehören würden etc. Wir sind auch in Deutschland von einer Gleichberechtigung auf allen Ebenen leider noch weit entfernt. Von unfairen Gehältern will ich jetzt gar nicht erst anfangen. 😉

    • Ich habe drei Jahre lang meist nur mit Frauen gearbeitet. Kaffee gekocht habe ich nie. 1. trinke ich diese Brühe nicht und 2. kann ich sehr überzeugend „lächeln.“ 🙂

      Ja, die Gleichberechtigung hinkt unserer modernen Gesellschaft noch immer hinterher. Schönreden hilft da wenig. Danke für deinen Kommentar. Schade nur, dass du ihn bei Veröffentlichung des Artikels nicht machen konntest. Leider werden meine Beiträge gern zerredet. Ein durchsichtiges Verhalten, das leider auch von Frau(ch)en kommt. Du verstehst bestimmt, wie ich das meine.

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