Die Familienbande

Japanischer Humor ist ziemlich schräg für westliche Gemüter. Was wir lustig finden stößt Europäern sauer auf. Umgekehrt ist es kaum besser. Aber Lachen ist international. Als in Japan geborene Deutsche, bin ich mit der Kraft der zwei Welten ausgestattet. Und mein Lächeln geht immer unter die Haut. Zu wenig Humor haben nur die anderen. Lacht noch wer mit?

Mein Cousin, (bester) Freund und Seelenbruder Ken steht mir in Sachen Humor kaum nach. So liebt er es mich zu erschrecken. Was ihm nur nie gelingt. Schon als Kind habe ich ihn dann nur angeschaut und ihm die Zunge rausgestreckt. Prompt hat er das auch gemacht und ich ihn dafür gekitzelt.

Zu meinen Cousinen war das Verhältnis anders. Ich mag sie gern. Aber sie waren mir zu mädchenhaft. Das mag von einer Frau gesagt recht komisch klingen. Aber so empfand ich das immer schon. Moriko war die Verträumte. Sie lebte stets in ihrer eigenen Welt. Heute malt sie Bilder und arbeitet in einem japanischen Verlag.

Moriko hat zwei Töchter, die ihr ein und alles sind. Akiko und Sayuri. Akiko vereint wilde Gene, mit der Sanftheit eines kleinen Mädchens. Mit ihren 5 Jahren, ist sie der Star im Kindergarten. Und Karate kann sie auch. Sayuri ist schüchtern, verschmust und liebt ihre Schwester innig. Wo immer die hingeht, Sayuri ist mit dabei.

Nun gibt es Geschwister, die sich überhaupt nicht mögen. Und kleine Schwestern, die eine Last für die Ältere sind. Akiko ist anders. Schon immer passt sie auf Sayuri auf. Und wehe dem, der ihr Böses will! „Sie hat zwei Jungs verprügelt, die Sayuri gehänselt haben“, erzählt mir Moriko im Sommer. „Was habe ich nur falsch gemacht.“

Ich muss herzlich lachen und auch Moriko schmunzelt. Und ihr Mann findet das sowieso alles gut. Er ist Arzt und übt sich seit Jugendtagen in Judo. „Aber das ist kein Sport für Akiko“, sagt er bestimmt. „Als ich sie mitgenommen habe, hat sie die Kinder zu Boden gekickt.“ Frauenpower, hat die Macht!

Morikos  Besuch in Deutschland, ist schon seit einer Weile geplant. Nun hat die Familie endlich Zeit gefunden. Und meine Eltern bringen sie aus Japan mit. Zu meiner großen Freude auch Cousin Ken, der uns noch mitten in der Nacht besucht. Zumindest fast. Aber 1 Uhr ist auch schon spät.

Natürlich haben wir ihn tüchtig ausgeschimpft. Aber ganz der große Junge, hat er nur gelacht. Yukis Eltern stellen wie immer das Quartier bereit. Und die große Show beginnt. Japan zu Besuch bei Freunden. Das wird ein Spaß. Versprochen!

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10 Kommentare zu “Die Familienbande

    • Nee, nee! Nur ein Teil der Familie:D Die übernachten alle bei meinen Schwiegereltern, die haben Platz genug. Aber wäre schon mal lustig ALLE um mich zu haben. Aber ob die mich dann auf Dauer aushalten?

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