Das Kind in mir

Kluge Menschen, Psychologen genannt, haben die These vom „inneren Kind“ erschaffen. Transpersonale Psychologie heißt der Begriff, der den Menschen getrennt von seiner Persönlichkeit sieht. Roberto Assagoli ging davon aus, dass der Mensch in seiner Essenz eine Seele ist und eine Persönlichkeit mit vielen Teilen, auch Teilpersönlichkeiten genannt, hat.

Spontanität, Begeisterungsfähigkeit, Staunen, Neugier, Lebendigkeit sind jene positiven Aspekte von Kindern, die wir als Erwachsene immer mehr verlieren. Vor allem dann, wenn wir sie als Kind nie richtig ausleben durften. An ihre Stelle treten oft andere Aspekte, die wir als Kinder nur zu gut kannten: die Angst verletzt zu werden, Zurückweisung und die Sehnsucht nach Liebe.

Der Erwachsene sehnt sich, wie schon als Kind, nach Anerkennung und bekommt sie doch meist nicht. In einer kalten Welt bleibt er allein und seine Seele friert. Ohne Liebe, ohne Anerkennung, entwickelt der Erwachsene ein oft geringes Selbstwertgefühl. Diese Menschen haben einen immensen Nachholbedarf, was zu Problemen in Partnerschaften führt. Und zu Psychosen.

Kinder, die von anderen Menschen oft verletzt worden sind, gehen als Erwachsene meist dünnhäutig durchs Leben. Die geringste Kritik reißt schnell alte Wunden wieder auf, mit allen negativen Konsequenzen. Der Gang zum Psychologen ist dann vorprogrammiert. Mehr noch der Griff zu Alkohol und Drogen.

Leider sind es häufig Frauen, die unter diesen Problemen leiden. Nach außen hin stehen sie „ihre Frau“, aber zu Hause sind sie nur Mäuschen. Sie suchen nach Anerkennung beim Partner und vermeiden jede Konfrontation. Schnell entwickelt sich daraus eine Abhängigkeit, die bis zur Hörigkeit ausufern kann.

Gewissenlose Subjekte verstehen es meisterhaft diese Menschen sexuell auszunutzen. Auf der Suche nach Liebe werden sie dann zum Sklaven ihrer Triebe. Und das ist nicht okay. Vermutlich muss man „Täter“ wie auch „Opfer“, als problembehaftet bezeichnen. Beide Seiten stehen den negativen Aspekten ihres inneren Kindes gegenüber.

Lieben und geliebt zu werden trägt ganz entscheidend zum Glücklichsein im Leben bei. Aber dieses Glaubensmuster sollte niemals vorherrschend sein. „Ich muss geliebt werden, sonst kann ich nicht mehr existieren“, ist ein Satz, den sich diese schwer gestörten Menschen zu eigen machen. Dem Partner völlig ergeben werden sie von ihm abhängig und manipulierbar. Auch beim Sex.

Das innere Kind sehnt sich also nach Liebe und sieht den Partner als Ersatzelternteil an. Wie lange das funktioniert, wird sich jeder denken können. Auch, was daraus resultiert. Kluge Menschen, Psychologen genannt, haben ihre eigenen Thesen entwickelt, wie Menschen erwachsen werden sollen und sich doch das innere Kind bewahren. Zumindest jene positiven Aspekte.

„Andere sind für meine Gefühle verantwortlich und ich bin für ihre Gefühle verantwortlich“, sagen viele Menschen. „Es ist egoistisch, mich selbst glücklich zu machen“, sagen Frauen oft und verzichten zum Wohl des Partners auf Dinge. Andere verdrängen einen Schmerz, der einst dem „Kind“ zugefügt worden ist. Und Riskiken gehen diese Menschen sowieso nie ein.

Menschen sind für ihr Glück allein verantwortlich. Nur sie bestimmen was geschieht. Sie sollten lernen Schmerz, Freude, Tränen, Zorn richtig wahrzunehmen. Vor allem anzunehmen. Weinen, Lachen, Lebensfreude und auch ein Kick in den Hintern, ist Leben. Ebenso gelebte Kreativität. Veränderung nein danke? Genau das Gegenteil ist wichtig.

Menschen haben die Macht sich selbst anzunehmen und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Wer das nicht kann, ist tot. All das ist unser Weg zum positiven inneren Kind. Und den können wir auch als Erwachsene gehen. Spontan, albern und manchmal auch verspielt.

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42 Kommentare zu “Das Kind in mir

  1. Da bin ich ja einmal 100% der gleichen Meinung !
    Nichts im Leben habe ich so erleichternd gefunden, wie die erlebte Erkenntnis, dass ich für meine Gefühle und mein Glück oder Unglück selbst zuständig bin und nicht irgendjemand anderer und das erwachsen sein nicht bedeutet niemals wieder albern und verspielt sein zu dürfen.
    Ganz liebe Grüße und danke für die schöne Formulierung

  2. Das innere Kind. Es darf sein, wie es will. Mal hüpftanzend, mal albernübermütig. Es darf schmollen und traurig sein, wenn es etwas betrübt. Dann springt es wieder aufgeregt auf, weil vielleicht ein verspäteter Schmetterilng durch die Luft gaukelt. Es darf lachen, bis ihm der Bauch weh tut und neugierige Fragen stellen. Und es darf lieben, wen auch immer sein kleines unschuldig gebliebenes Herz begehrt. So sehe ich mein inneres Kind. Ehrlich, treu, voller Empathie und fehlermachendürfend. Was vergessen? Jaaaa, kissenschlachtenliebend!

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