Poltergeist – Wenn das Remake (nicht) erschreckt

Es gibt wenige Dinge, die mich erschrecken. Filmischer Horror gehört nicht dazu. Zu durchschaubar sind Effekte, die (für mich) mit Ansage kommen. Yuki ist da anders, sie kann herrlich kreischen. Das ist weniger Angst, als cineastischer Schock. Und den habe ich (fast) auch bekommen.

Poltergeist steht auf dem Programm, DER Klassiker vor vielen Jahren. Aber es geht weniger um das gelungene Original, vom Remake 2015 ist die Rede. Yuki geht tapfer mit. Dafür ich dann beim nächsten Mal mit in den Liebesfilm. Mag da auch wer eine (Horror)Kritik …?

Ohne große Erwartungen, aber völlig entspannt, sind wir ins Kino geeilt. Der Film beginnt, wie die Werbung für einen Ford-SUV. Ein Blick auf die Schauspieler und mir wird übel. Gutes Spiel ist anders. Das ist TV-Soap Durchschnitt. Inklusive Produzent und Regisseur.

Mit Ausnahme von Kennedi Clements, dem (heimlichen) Star des Films. Sie spielt, die von den Geistern entführte, Madison. Die unvergessene Carol Anne aus dem Original lässt grüßen. Aber was tun, wenn das Drehbuch nur Klischees abliefert? Wirklich neue Szenen? Fehlanzeige! Die Story ist anders erzählt. Chance verpasst meine Herren. Lasst mal uns Mädels ran.

Blutleeres Spiel, mäßige CGI-Effekte, die fast schon Low-Budget wirken, reißen mich kaum vom Hocker. Elfchen zuckt öfter zusammen, mir fallen fast die Augen zu. Sam Rockwell als Vater, ist für mich die absolute Fehlbesetzung. Warum der Mann immer wieder Rollen bekommt, wird ein ewiges Rätsel bleiben. Vielleicht liegt’s am Schurkengesicht. Gut aussehen ist anders.

Eine verzweifelt, die verzweifelte Mutter mimende Rosemarie DeWitt, habe ich schon besser gesehen. Aber vielleicht hat sie auch nur das Lachen über die dümmlichen Effekte verbergen müssen. Der Film „Insidious“, als positives Beispiel, liefert die bessere Story ab. Der Regisseur von Poltergeist hat sich hier deutlich angelehnt. Mit weniger Können. Schade um das Geld.

Ein kleiner Lichtblick ist Jared Harris, der leider auch unter seinen Möglichkeiten bleibt. Ebenso wie der Rest der (farblosen) Truppe, die absolut austauschbar ist. Ohne übersinnliche Kräfte zu haben erahne ich den (bösen) Geist, der die Filmemacher angetrieben haben mag. Und die Chance ist groß, dass der nicht ausgetrieben werden kann. Und wiederkommt. Ob ich die neue Exorzistin drehen soll?

Fazit: Wer (seichte) Unterhaltung mit (billigen) Gruseleffekten sucht, ist beim Poltergeist-Remake gut aufgehoben. Guter Film-Horror, ist heutzutage eher selten anzutreffen. Den Machern gehen die Ideen aus. Aber vielleicht liegt es auch an mir, der Unerschreckbaren, die den japanischen Horrorfilm jedem Hollywood-Remake vorzieht.

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5 Kommentare zu “Poltergeist – Wenn das Remake (nicht) erschreckt

    • Die mittlerweile 4 [Rec]-Filme haben ein großes Problem. Es werden verschieden Genre und Filmtechniken wild gemixt. Mystery (siehe Gods Army), Fantasy, Horror, (Zombie)Splatter, Exorzist, Alien, Stargate etc. etc. Schockeffekte? Fehlanzeige. Wir haben gestern Abend 3 der 4 Teile gesehen und selbst Yuki hat nicht gezuckt. Teil 3 hat mit der Handlung nicht wirklich etwas zu tun. Die Spanier haben versucht auf der Zombie-Welle zu reiten und dabei die für diese Art Filme gern gezeigten Gewaltszenen genutzt. Verstörende Bilder sind anders. Man hat viel gewollt, aber das ist meiner Meinung nach misslungen. Dabei hatte die Storyline durchaus Potenzial! Aber das Übersinnliche kam dabei viel zu kurz und wirkte dann nur konstruiert. Eine wirkliche Erklärung, wie der Hund infiziert worden ist, fehlt ebenfalls. Und wieso die Bewohner des Hauses den Priester im Penthouse nicht bemerkten. Völliger Quatsch und wirr verdreht. In Erinnerung bleibt eine meist hysterische Hauptdarstellerin, die in Teil 4 plötzlich zu einer Art Wonderwoman mutierte. Die Wandlung nimmt man ihr nicht ab, wenn man die Filme nacheinander schaut. Ansonsten boten die Filme nur Klischeeszenen. Ich empfehle dir die Insidious-Trilogie, oder „The Woman in Black“(NUR Teil 1!), wenn du wirklichen (westlichen) Horror sehen möchtest. Die Japan-Filme dieses Genres sind für Europäer ungeeignet 😉

      • LOL | Habe ich Teil 2, Teil 3 oder Teil 4 verlinkt? Bewusst nur Teil 1, der miserablen Kritiken der anderen Teile wegen. Und die Produzenten hätte es dabei belassen sollen. Teil 1 ist trotz der fehlenden Erklärung(en) sehens- u. nachdenkenswert. 😉

      • Unvollendetes mag ich nicht 😛 Neugier, ist einer meiner Vornamen.
        Es ging vermutlich um das liebe Geld. Solche Filme haben oft einen weit größeren Erfolg, wenn sie direkt als DVD veröffentlicht werden. Man lächelt über solche B-, oder C-Filme. Produzent und Darsteller verdienen sich damit aber eine goldene Nase.

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