Männer, Machos, Chauvinisten

Sexuelle Übergiffe gegenüber Frauen sind die Regel in manchen Ländern. Und nicht immer sind die harmloser Natur. Kann Frau bei Chauvi-Sprüchen noch den Mittelfinger zeigen, so sieht das bei (Busen)Grapschern anders aus. Frau steht dem oft schockiert gegenüber und Hilfe gibt es kaum.

Aktuell wird der Fall des Automechanikers aus Nordrhein-Westfalen diskutiert, der einer Putzfrau an den Busen gegriffen hat. Dem Mann wurde fristlos gekündigt, dagegen hat er erfolgreich geklagt. Der Fall ist sogar beim Bundesarbeitsgericht gelandet. Das sah in dem Vorfall „zweifelsfrei eine verbale und körperliche sexuelle Belästigung“, hielt aber die Kündigung für unverhältnismäßig.

Aus meiner Sicht kann das nicht in Ordnung gehen. Und ich zweifle die Reue des Täters an. Auch den Verstand der Männer, die Frauen noch immer als Freiwild sehen. Man(n) stelle sich nur vor, die Frau von Welt greift jedem Kerl gleich in den Schritt. Ich glaube kaum, dass Mann das mögen wird.

Ich kenne nun das Gegenargument, dass auch Frau das angeblich macht. Das mag im Einzelfall so sein, die Masse wird so niemals handeln. Aber schaut man sich als krasses Beispiel Indien an, so ist das brutale Realität. Dort werden Frauen ständig vergewaltigt. Zum Teil getötet und verbrannt.

Es geht nicht um Schuldzuweisung, oder Mann pauschal zu diffamieren. Es geht darum aufzuzeigen, wo Frauen und Männer heute stehen. Und das ist noch immer auf zwei Seiten, was wirklich schade ist. Der Mann nimmt sich, was Frau nicht freiwillig gibt. Von Liebe reden wir später.

Vergewaltigung wird im Krieg gern als Waffe genutzt. Ist auf der Welt der Geschlechter-Krieg entbrannt? Nicht nur in Indien sieht Mann sich selbstbewussten Frauen gegenüber. Also unterdrückt er wieder mit Gewalt. Ein letztes und verlorenes Gefecht.

Frauen gebe ich mit auf den Weg sich aktiv gegen Übergriffe zu wehren. Es muss kein Schlag ins Gesicht sein, schon Worte können reichen. Wie in Japans U-Bahnen. Auch dort gibt es Grapscher. Aber Frau wehrt sich mittlerweile und Täter werden hart bestraft.

Eine neutrale Sicht der Dinge scheint schwer zu sein, zu hoch kochen die Emotionen. Und die Mehrheit der Bundesrichter sind auch nur Männer. Logisch, wie die diese Fälle sehen. Auf der anderen Seite liegt es an der Politik, die klare Vorgaben machen muss. Zum Schutz von Frau und Kindern und nicht zum Nachteil von Mann. Für eine bessere Welt. Damit Frauen und Männer endlich gleichberechtigt sind.

22 Kommentare zu “Männer, Machos, Chauvinisten

  1. Mal abgesehen davon, dass das Recht auf körperliche Unversehrtheit unteilbar ist, also für alle Menschen gilt, frage ich mich bei solchen Vorgängen immer, ob denn die Täter, Anwälte und Richter keine Mütter, Schwestern, Ehefrauen oder Töchter haben? Wenn schon nicht der Anstand sie davon abhält, so zu handeln oder zu urteilen, dachte ich immer, dass wenigstens der Gedanke, so etwas könnte ihnen nahestehenden Frauen passieren, sie davon abhalten könnte. Offensichtlich aber leider wohl nicht…

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    • Für Asien, Indien kann ich dir sagen, dass Frauen dort nichts gelten. Es ist eine Absurdität, wie Menschen sich dort verhalten. Denn ohne Frauen gäbe es auch keine Männer mehr. Aber das haben die Vergewaltiger noch nicht begriffen.

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  2. Hmm… ich fürchte nur, das eine völlige Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann noch sehr lange reine Utopie bleiben wird. Das ist auf der einen Seite Biologisch bedingt und auf der anderen sind auch viele Feministinnen daran Schuld.
    Interessanter Weise scheint bei manche Gleichberechtigung „Benachteilung von Männern“ zu bedeuten 🐾🐱

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    • Die Ultras, die Extremen, gibt es auf beiden Seiten. Leider wird Gleichberechtigung auch von Frauen torpediert, die keine Feministinnen sind und sich in der „Heimchen am Herd Rolle“ gefallen. Das mag nun abwertend klingen, ist aber anders gemeint. Diese Frauen sind lediglich dem Patriarchat hörig und wissen es oft nicht besser.
      Männer benachteiligen? Göttin hilf! Über wen sollte ich sonst lästern, wenn sie nur noch Männlein sind 😉

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      • *schmunzelt* Ich bin allerdings der Meinung, dass mit ein wenig Verständnis, Rücksicht und ein klein wenig Glück eine für alle Seiten vorteilhafte Lösung zu finden wäre.

        Oder es werden alle zu Herms. Problem auch gelöst 🐾😺

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      • *kichert* ne, aber durch den Wegfall der Geschlechterrollen würden auch viele Probleme wegfallen. Außerdem bräuchtest du dann keinen Samenspender mehr für deine Elfe *zwinker*
        Und wenn ich schon die Regierung Eahl hätte, würden ich Chakats wählen. 🐾🐱

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      • Rammstein fällt mir in dem Zusammenhang ein, mit dem Lied „Zwitter.“ Und Futanari gibt’s nur in japanischen Comics. Die werden dann von grünen Monstern gejagt, deren Tentakel alle wie ein Penis sind. Männerfantasien, die in Japan noch extremer sind.
        Aber nur mal angenommen, dass die Menschen alle Futas wären, so alle Probleme löste das dann nicht. Die Liebesdramen gäbe es noch immer und vielleicht „Kriege“, um den schönsten Mensch.

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      • Ich hab auch nicht gesagt dass es alle Probleme lösen würde. Aber doch einige 😉
        Chakats sind übrigens Australisch. Nicht nur Japan kennt Futanari und dergleichen. Man könnte sich jetzt aber darüber streiten ob die alten Griechen früher dran waren als die Japaner oder nicht.
        🐾🐱

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  3. Von dem Fall habe ich auch gehört und wunderte mich über den Richterspruch. Eine Frechheit, als Frau fühlt man sich regelrecht nicht erst genommen. Hast du schon eigentlich das Video/Experiment „10 Hours of Walking in NYC as a Woman“ von Shoshana Roberts? Die Frau ist unauffällig gekleidet und ungestylt 10 Stunden lang durch New York gelaufen und hat es heimlich filmen lassen. Das Ergebnis: 108 Belästigung, ohne dabei die Pfiffe zu zählen. http://www.focus.de/kultur/videos/108-belaestigungen-in-10-stunden-der-spiessrutenlauf-einer-frau-in-new-york_id_4234959.html

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  4. Ich habe mich zunächst auch über das Urteil gewundert. Wer sich aber die Mühe macht, es einmal zu lesen (z.B. unter http://www.bag-urteil.com/20-11-2014-2-azr-651-13/), wird feststellten, dass der festgestellte Sachverhalt etwas anders liegt als in den meisten Berichten wiedergegeben. Wir können keine eigenen Tatsachenfeststellungen treffen. Was bleibt, als den festgestellten Sachverhalt zu Grunde zu legen, um die rechtliche Position des BAG zu bewerten?

    Hier zur Information die Sachverhaltsschilderung des BAG (weitere Details im Urteil):

    Am 27. Juli 2012 betrat der Kläger die Sozialräume der Beklagten, um sich umzuziehen. Er traf dort auf die ihm bislang unbekannte Mitarbeiterin eines externen Reinigungsunternehmens. Bei seinem Eintreffen lehnte diese – Frau M. – in der Tür zwischen Wasch- und Umkleideraum und unterhielt sich mit zwei Kollegen des Klägers, die sich im Waschraum befanden. Dorthin begab sich auch der Kläger. Nachdem die beiden Kollegen die Räumlichkeiten verlassen hatten, führten der Kläger – während er sich Hände und Gesicht wusch – und Frau M. ein Gespräch. In dessen Verlauf stellte diese sich zunächst vor das Waschbecken und anschließend neben den Kläger. Der Kläger sagte zu ihr, sie habe einen schönen Busen und berührte sie an einer Brust. Frau M. erklärte, dass sie dies nicht wünsche. Der Kläger ließ sofort von ihr ab. Er zog sich um und verließ den Sozialraum. Frau M. arbeitete weiter. Sie schilderte den Vorfall später ihrem Arbeitgeber, der seinerseits an die Beklagte herantrat.

    Das BAG zweifelt nicht an einem Fehlverhalten des Mechanikers. Es nimmt lediglich die Position ein, dass dieses Fehlverhalten angesichts einer Vielzahl weiterer Umstände, die im folgenden noch geschildert werden (einmaliges Fehlverhalten, Irrtum über die Erwünschtheit des Verhaltens, sofortiges Ablassen von der Frau, Entschuldigungen, …) ausnahmsweise einmal nicht zwingend zu einer sofortigen fristlosen Kündigung führen muss. Die fristlose Kündigung ist die schärfste mögliche arbeitsrechtliche Sanktion. Das BAG geht davon aus, dass hier ausnahmsweise einmal eine weniger intensive Sanktion genügen kann.

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    • Der Sachverhalt ist mir bekannt und das Urteil trotzdem eine Farce. Schon allein diese Aktion „Der Kläger sagte zu ihr, sie habe einen schönen Busen und berührte sie an einer Brust.“ zeigt, wessen Geistes Kind er ist. Und das mag im Fall dieses Mannes eine einmalige Verfehlung sein, in der Summe geschieht das jeden Tag irgendwo auf der Welt. Aber wo kein Kläger, da gibt es keine Richter. Und Mann grabscht weiter.

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      • Das BAG beurteilt diesen Fall und allein diesen Fall. Im Fall dieses Mannes spricht einiges dafür, dass es ein Fehlverhalten war, aber keines, dass nach der schärfstmöglichen Sanktion ruft. Ich erinnere an weitere Passagen des Urteils:

        Am 31. Juli 2012 bat die Beklagte den Kläger zu einem Gespräch. Er gestand den Vorfall ein und erklärte, er habe sich eine Sekunde lang vergessen. „Die Sache“ tue ihm furchtbar leid. Er schäme sich, so etwas werde sich nicht wiederholen.

        […]

        In der Folge richtete der Kläger ein Entschuldigungsschreiben an Frau M. Er führte mit ihr unter Zahlung eines Schmerzensgelds einen Täter-Opfer-Ausgleich herbei. Frau M. nahm seine Entschuldigung an und versicherte, die Angelegenheit sei damit für sie erledigt. Sie habe kein Interesse mehr an einer Strafverfolgung.

        […]

        Der Kläger […] hat vorgetragen, er habe – subjektiv unstreitig – den Eindruck gehabt, Frau M. habe mit ihm geflirtet. Dann sei es zu einem plötzlichen „Blackout“ gekommen und er habe sich zu dem im Rückblick unverständlichen Übergriff hinreißen lassen.

        Wenn man angesichts dieser Umstände Milde mit Blick auf den Automechaniker walten lässt, bedeutet das nicht, jedem Übergriff gegenüber nachlässig und milde zu sein.

        Es lohnt sich, von der Diskussion über den Automechaniker abzulassen und die anderen Fälle in der Blick zu nehmen. Die Fälle, bei denen der Betreffende bei einem deutlichen Nein sein übergriffiges Verhalten nicht sofort beendet. Die Fälle, bei denen es nicht beim Berühren der Brust bleibt. Die Fälle, die keine einmaligen Verfehlungen sind. Da ist etwas zu tun. Das ist angemessener und wichtiger, als sich mit dem – weniger gravierenden – Fall des Automechanikers aufzuhalten.

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