Sex ist nicht verhandelbar

Mein Blogger-Kollege Bernd „The Musicman“, auch Red Skies over Paradise genannt, hat in einer Antwort einen Satz geprägt, der auf Unbehagen bei mir trifft. „Sex ist verhandelbar“, schrieb er salopp und hat das so nie gemeint. Aber was ging diesem Satz voraus und hat die Frau von heute vielleicht weniger Lust?

Ein Fall für Frau Dr. Landar, Sexpertin und Erklärbärin par Excellence. „Unter einer Partnerschaft versteht man eine gleichzeitig sexuelle und soziale Gemeinschaft zwischen zwei Menschen“, heißt es bei Wikipedia. Aber soll das schon alles sein? Hormone treffen auf Pheromone. Biologische Pflicht erfüllt.

Einspruch und harter Schnitt, wie nun Regisseure sagen. Wo bitte bleibt die Liebe? Natürlich ziehen uns andere Menschen (auch) körperlich an. Vor allem, wenn sie ausgezogen sind. Also nicht um Beute zu machen. Aber das habt ihr schon gewusst. Ironie off, jetzt geht’s zur Sache.

Auch Männer haben Gefühle, das war schon immer so. Gefühle, die sich auf wenige Zentimeter konzentrieren. Kleinhirn an Penis: Rammeln!
„Hören Sie doch endlich auf mit Ihrer Männerhetze, Frau Dr. Landar“, höre ich nun männliche Leser stöhnen. „Die kann Mann ja kaum ertragen!“
Aber ertragen muss den Mann die Mehrheit der Frauen. Wörtlich und emotional. Radikale Feministinnen bezeichnen Männer als emotional verkrüppelt, was ziemlich starker Tobak ist. Weiter heißt es: Männer benutzen Frauen als Befriedigung ihrer Lust, um (hormonellen) Druck abzulassen. Und das kommt der Wahrheit schon sehr nahe.

Frauen denken und fühlen anders. Das ist nun mal so, daran führt kein Weg vorbei. Wir gehen in einer liebevollen Partnerschaft auf und bringen uns zu 100 % darin ein. Sex spielt dabei oft die Nebenrolle. Klar wird er gern genommen, wenn alle Faktoren stimmen. Aber verhandelbar ist er nicht!

Sex als Ware? Bei dem Satz werde ich sofort hellwach und ziemlich wild! Nur versuche ich auch die Seite von Mann zu sehen und warum er ist wie er nun mal ist. Ich stelle mir vor, dass meine Frau keinen Sex mehr mit mir will. Lieber schmust sie und wandert mit mir. Reicht mir das als Lesbe aus?

Nun war ich noch nie in dieser Situation. Aber es gibt lesbische Paare, die eine tiefe Liebe verbindet und bei denen Sex so gut wie keine Rolle mehr spielt. Keine dieser Frauen käme nun auf die Idee zu einer (Zwangs)Prostituierten zu gehen, oder die Partnerin zu betrügen. Was ich von Freundinnen weiß: Bekommt Mann lange keinen Sex wird er das tun. Siehe „Die Akte Vanessa.“

„Pauschalaussagen, Klischeedenken!“, höre ich den Einspruch von Mann. Und: „Das muss man differenzierter sehen!“ Wie denn meine Herren?

Ein Fall aus dem Leben und genau so passiert: Eine Kommilitonin, die ich als weitläufige Bekannte sehe, ist ihren Weg als Frau gegangen. Super Abschluss, Blitzkarriere beim Discounter. Heute ist sie Frau Bezirksleiterin. Mann, Heirat, Haus und nach 5 Jahren die Scheidung. Rosenkrieg inklusive. Was ist passiert?
Nicole, wie ich sie nennen mag, hat für den Job gelebt. 16 Stunden Tage, oft todmüde ins Hotel. Am Wochenende wollte sie nur schlafen. Sex hatte sie so gut wie nie. Dafür jede Menge Geld für Autos und neue Computer damit der Göttergatte spielen kann. Der war ja „nur“ Autoschlosser und fühlte sich zurückgesetzt. Druck ließ er bei Ballerspielen und später bei Geliebten ab. Eine bekam ein Kind und prompt hat er Nicole verlassen.
Von Liebe reden wir nicht mehr.

Was hat Nicole falsch gemacht in ihrem Leben? Alles, oder nichts? Sie hat sich verwirklicht und ihrer Familie ein gutes Leben gegeben. Dabei gab sie mehr als nur 100 %! Ihr Mann hat gern genommen, Geld ist offenbar immer gut. Spaß hatte er mit anderen, die  williger für seine Stöße waren. Und schon wird mir wieder schlecht.

Er hat falsch gemacht nicht mit Nicole zu reden. Für richtige Argumente ist Frau sehr empfänglich. Nur auf die Weise ist „Sex verhandelbar.“ Die Nummer „Bück dich, ich will mit dir reden!“, dagegen nicht.

Ich lasse Yuki den Artikel lesen. Sie überlegt kurz, nickt und Schalk blitzt in ihren Mandelaugen.
„Los jetzt“, sagt sie plötzlich. „Ich will geilen, wilden Sex mit dir!“
Lächelnd gehe ich zum Kühlschrank und hole zwei Schoko-Desserts. Das war ein Gaumenorgasmus, was will Frau noch mehr?

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39 Kommentare zu “Sex ist nicht verhandelbar

  1. Oi Mayumi, du übertreibst wieder zu sehr. Ich weiß ja, dass du zuspitzt, und es tut mir auch ehrlich leid, dass sich in deinem Bekanntenkreis die schlechten Männer häufen, aber diese billigen Verlierer, die du da beschreibst, sind nicht in der Überzahl.

    Dennoch sehe ich eine Beziehung, eine Partnerschaft so, dass man sich auf den anderen einlässt. Und dazu gehört für mich auch Sex. Wenn frau aber dann nie mehr Sex geben will, weil er ihr anscheinend mit ihrem Mann nicht gefällt oder weil sie keine Zeit hat oder weil sie so total in ihren Kindern aufgeht (oder andersherum, wenn der Mann so in der Arbeit aufgeht und Sex eine ziemlich niedrige Priorität hat), dann muss man sich nicht wundern, wenn der Partner für sein Ego Aufmerksamkeit woanders sucht.

    Zu einer nicht-funktionierenden Beziehung gehören meiner Meinung nach immer Zwei. Und man muss sich gegenseitig weiter Wert schätzen und dies auch zeigen. Auch Frauen müssen dies tun. Und damit meine ich nicht nur Sex, sondern auch andere Aufmerksamkeiten. Jeder will doch ein bisschen sein Ego gestreichelt kriegen, oder?

    • Mann verliert wenn er schweigt. Frauen wollen reden. Mit ihm. Vielleicht nicht über Fußball und des besten Freundes tollen Wagen. Aber es wäre ein Anfang. Frauen und Männer wollen beide das Gleiche: Respekt, Liebe. Sex bleibt dabei die schönste (Neben)Sache der Welt. Verhandelbar ist der nicht.

      Nun gibt es Menschen, deren Trieb ihr Denkvermögen dominiert. Auch Frauen gehören dazu. Aber das hast du schon gewusst. Es gibt genug Beispiele von arrangiertem Sex: Sternchen bumst Filmstar. Liebe ist dabei selten im Spiel. Aber Sex als (Handels)Ware ist daneben. Oder findest du es in Ordnung, wenn (d)ein Mann sich seinen „Spaß“ bei (Zwangs)Prostituierten holt?

      • Das mit den Prostituierten oder Geliebten ist so eine Sache … Persönlich würde ich mit meinem Mann nichts mehr zu tun haben wollen. Und der Satz mit dem „verhandelbar“ gefällt mir sicherlich auch nicht.

        Aber wenn eine Person, sei es Mann oder Frau, in einer Beziehung, der anderen Person, der Sex und körperliche Nähe wichtig ist, diesen/diese versagt, dann muss sie sich nicht wundern, wenn sich der Partner/die Partnerin diese körperliche Nähe bei anderen sucht.

        Insofern ist eine Beziehung schon ein Handel, da man davon ausgeht, dass man das bekommt, was man am Anfang zu bekommen dachte. Am Anfang sehen viele, vor allem Frauen aus meinen Erfahrungen, durchaus noch ein, viel Sex zu geben. Und dann lassen sie es abflauen. Der Mann hat dann vielleicht das Gefühl, die Katze im Sack gekauft zu haben. Er sollte sich trennen, wenn es ihm nicht gefällt, klar. Aber mittlerweile hängen dann noch so viele andere Dinge dran, da geht er eben fremd.

        Ich heiße es nicht gut, aber ich verstehe leider die Männerseite auch. Und ja, man kann sagen „typisch Mann“, aber Sexverweigerung ist dann auch leider häufig „typisch Frau“.

        Ich habe viele Männer- und viele Frauenfreundschaften und noch mehr davon auf dem Weg verloren. Es gibt ganz klar Männer, die würden nicht fremdgehen, sondern leiden lieber oder beenden die Beziehung, wenn etwas Grundlegendes nicht stimmt.

        Und dass Frauen lieber reden und Männer schweigen … Naja. Wenn man vernünftige Fragen stellt, dann erhält man meistens auch eine Antwort.

        Männer sind nun einmal anders. Ich finde das gut. Ihnen das vorzuwerfen, finde ich dagegen falsch. Sie nur auf ihren Trieb zu reduzieren auch.

        Du scheinst häufig nur die Negativbeispiele herangetragen zu bekommen. Und dann jammern die Frauen wieder, anstatt mal bei sich selbst zu sehen, ob sie nicht auch falsche Voraussetzungen geschaffen haben. (und damit meine ich jetzt sicher nicht irgendwelche Vergewaltigungsopfer, denen vorgeworfen wird, dass sie sich falsch kleiden, sondern das, was ich oben schon versuchte, auszuführen.)

      • Jede Partnerschaft basiert idealerweise auf Liebe. Natürlich gehört körperliche Anziehung mit dazu! Ich war kein Kind von Traurigkeit und hatte so einige Freundinnen in meinem Leben. Wirkliche Liebe war das nie. Mehr das austesten von Grenzen, der eigenen Lust. Alles gut. Treue wird von einigen nicht sehr groß geschrieben. Bei einer Mehrheit schon. Yuki und ich gehören ihr an.

        Frauen und Männer sprechen (meist) eine andere Sprache. Das Thema hatten wir schon. Auch daran scheitern Beziehungen. Und an mangelnder Kommnunikation. „Sex als Ware“ und „Zwangsprostitution“ sind Schlagworte, die sofort meinen Widerstand wecken. Und den sollte jede Frau leisten, wenn es um irgendwelche Vollpfosten geht.

        Bei Frauenpaaren gibt es auch nicht immer DIE Harmonie. Wir sprechen von hohen Emotionen im Duett. Au Backe, das kann fetzen! Hetero-Freundinnen glaubten oft, dass ich, dass wir sie besser verstehen, als Männer. Ein Irrglaube. Tendenziell schon. Und bei einigen Dingen zu 100 %. Aber nicht in der Summe, wenn sie eine typische „Zicke“ ist. Da wirst du dann erleben, wie eine Mayumi Klartext spricht und so einigen Mädels das hübsche Köpfchen wieder richtig auf den Hals setzt 😉

  2. Hmm, ich denke, dass es in einer Partnerschaft auch beim Sex von beiden Seiten manchmal gewisse Kompromisse braucht, wie bei vielen anderen Dingen auch. Das setzt aber voraus, dass man miteinander spricht. Denn wenn im Bett nichts läuft, kann das viele Gründe haben…

    • Ja, natürlich braucht es Kompromisse. Ich wollte kaum „wilden Sex“ nach einem Wettkampf, oder harten Testtag haben. Dann schon lieber Schokolade. Nur wieviel, das ist verhandelbar 😉

  3. Echt? Hm. Also da scheine ich ja mal ganz anders zu ticken, liebe Nandalya! Denn: Sex ist für mich NICHT verhandelbar!
    Wenn jetzt keine Krankheit oder so dagegen spricht, gehört Sex für mich zu einer erwachsenen, gesunden Beziehung dazu. Ohne Sex – was bleibt? Eine Zweckgemeinschaft, eine Freundschaft?
    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass es nur ein Zimmer gibt, in dem man seine Ehe retten kann. Das fand ich einen wirklich sehr schönen und sehr wahren Satz. Klar gibt es „wildere Phasen“, genau so wie ab und an „Trockenphasen“. Aber im Prinzip ist Sex unter Liebenden Ausdruck eben dieser Liebe. Ohne Sex? Nein danke!

    Du schreibst:
    „Nicole, wie ich sie nennen mag, hat für den Job gelebt. 16 Stunden Tage, oft todmüde ins Hotel. Am Wochenende wollte sie nur schlafen. Sex hatte sie so gut wie nie. Dafür jede Menge Geld für Autos und neue Computer damit der Göttergatte spielen kann.“

    Ganz ehrlich? Wenn mein Mann sowas abziehen würde, wäre ich auch weg. Schneller, als er gucken könnte. Nicht nur kein/kaum Sex, sondern auch keine/kaum gemeinsame Zeit, keine Unternehmungen etc. Habe ich meinen Mann geheiratet oder ein Bankkonto? Will ich ihn oder Autos, Computer und andere Spielzeuge? Für mich absolut nachvollziehbar, dass es zur Trennung kam. So eine Karriere mit einer Partnerschaft dauerhaft zu vereinbaren, kann ich mir nicht vorstellen. Egal, ob Mann oder Frau sie hat. Manche Menschen können das oder finden sich damit ab, leben für den nächsten Urlaub oder so. Für mich käme das nie in Frage. Absoluter Scheidungsgrund!

    • Dein Fokus liegt bei der Beziehung also auf Sex? Zumindest klingst du so. Und das kann ich mir kaum vorstellen. Aber vielleicht definieren wir das Wort nur einfach anders. 😉

      • Doch, klar. Sex ist ja nicht nur (bei uns Heten) „Rein-Raus, fertig“! Klar kann man auch Sex haben, der rein der Befriedigung der Lust dient.
        Aber in einer Liebesbeziheung ist Sex für mich Nähe, Intimität, Ausdruck unserer Liebe. Vertrauen. Dem anderen mit seinem Körper huldigen. Einander genießen. Sich dem anderen mit Haut und Haaren hingeben. Sich sexy und schön fühlen, wenn man den anderen in Erregung versetzt. Ein Spiel der Liebe, das keine Worte braucht. Aber das ich brauche. 🙂

      • Schon kommen wir der Sache näher, Schwesterchen Knie. Gut, dass wir über dieses Thema reden können 🙂

        Sex wird leider viel zu oft mit dem puren Akt in Verbindung gebracht. Darum ging es mir. Nähe, Liebe, Vertrauen, Küsse und und und … ist gleich soviel mehr!

        Witzig übrigens, dass Frauen bei diesem Artikel für Mann in die Bresche springen (müssen).

      • Na, vielleicht unt wir das, weil wir uns mit Männern besser auskennen? 😛
        Die von Dir beschrieben Situation mit der 16h-Frau zB ist für mich absolut unisex: Egal, ob Frau/Mann, Mann/Frau, Frau/Frau oder Mann/Mann: Ich würde es immer mistig finden! Mal ehrlich, Schwester Beast: Wenn Yuki so wenig Zeit für Dich hätte und Du dafür teures Spielzeug: Würde Dich das glücklich amchen? Ich denke, nicht. Von daher ist das für mich keine Mann-Frau-Sache, sondern eine „Menschensache“.

      • Die Masse der Paare sind aber nun mal Mann-Frau-Konstellationen. Beispiele aus meiner Welt hätte ich auch. Wobei das absolute Ausnahmen sind.

        Molly, als Männerversteherin? Nee, Süße. Der Schuh passt dir nicht. Du verstehst Herrn L. Hoffe ich. Und er dich. Rate ich ihm! 😉

      • Ich kann alles und weiß alles – erwähnte ich das nie? 😛
        Tatsächlich komme ich statistisch gesehen mit Männern besser zurecht, als mit Frauen. Mein Freundeskreis besteht aus mehr Frauen, aber das oft nur, weil (so denke ich) einige Männer Sorge haben, einer könnte Freundlichkeit mit Anmachen verwechseln; bei Pärchentreffen redet der Mann überwiegend mit Herrn L. und die Frau mit mir, *seufz*
        Ich hatte auch interessanter Weise immer einen männlichen besten Freund. Aber keine Sorge: Frauen mag ich auch! 😉

      • Molly mag Frauen? Schwesterchen! 😛
        Ich kenne einige Lesben, die gut mit Männern können. Die sind absolut hetero, aber durchaus normal. Solls geben, wird langsam besser.
        Witzig: Mit Wolf und seinen Ingenieuren komme ich fachlich super klar. Menschlich sieht das wieder anders aus.

  4. Stefanini hat eigentlich schon alles gesagt, was ich sagen wollte. Klar, einzelne Männer sind kommunikationsunfähige Arschlöcher. Aber eben nur einzelne, lange nicht alle und sicher nicht einmal die Mehrheit.

    Dein Beispiel mit der Karrierefrau ist auch nicht besonders geeignet, deinen Punkt zu unterstreichen – was den Mann vermutlich mehr verletzt hat als der Mangel an Sex war einerseits der Mangel an Nähe (nach 16 von 24 Stunden Arbeit, wie viel Zeit hat man dann noch zum Reden?) und andererseits Minderwertigkeitsgefühle. Du schreibst selbst, dass er nicht damit klarkam, dass sie erfolgreicher war als er. Da hat er seinen Erfolg eben andernorts gesucht. Mieses Verhalten? Ja, natürlich. Ein Beweis, dass Männer immer nur das Eine wollen? In meinen Augen nicht.

    • In Bezug auf Männer haben wir eine unterschiedliche Meinung. Alles gut.
      Der Fehler dieses Paares war mangelnde Kommunikation. Und beweisen muss ich nichts.

  5. Vielleicht sollte man es etwas anders formulieren: Sex ist verhandelbar. Treue, Ehrlichkeit und Kommunikation sind nicht verhandelbar. Und da oft in Beziehungen Sex und Treue gekomppelt sind, kommt man auch über diese Formulierung zu dem, was Nadalya in ihren Post sagen will. Oder habe ich dich falsch verstanden?

    • „Sex ist verhandelbar“ meinte von Bernds Seite natürlich die Kommunikation. Männer drücken sich da oft unglücklich aus 😉
      Sex als Ware ist nie verhandelbar. Es sei denn, dass wir die Liebe als reine Erfindung der Neuzeit sehen und Zweckgemeinschaften „Sex gegen Pelze“ gründen.

  6. Ach Nandalya, aber Männer sind doch auch Menschen 😀 😀 Und in Beziehungen zwischen Menschen braucht es gegenseitigen Respekt und keine Pauschalierungen !

  7. Schön, was drei Wörter bewirken. | Wer verhandelt, spricht miteinander. Wer verhandelt ist sich anfangs nicht einig, hat unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse. Am Ende des Verhandelns steht ein Kompromiss. Ein Kompromiss ist nur ein Kompromiss, wenn beide Seiten mit ihm zufrieden sind. Jetzt kann der Kompromiss, das Ausgehandelte gelebt werden. Bedürfnisse wandeln sich. Es muss neu verhandelt, miteinander gesprochen werden. Sex ist verhandelbar. | Ich meinte nicht das Gespräch eines Freiers mit der Ware Frau. — Aber selbst dort, wenn es sich nicht um die – entschieden abzulehnende – Zwangs-Prostitution handelt, ist Sex verhandelbar.

    • Interessant für mich die Reaktionen, auf meine Provokation. Wie du weißt verstehe ich Männersprache recht gut und kann unterscheiden, was jemand wie meint. Du hast eine herrlich, nüchterne Art, die Dinge beim Namen zu nennen. Alles gut 😀
      Dein Satz traf mich trotzdem, das Thema Prostitution liegt mir schwer im Magen. Und auch so einige Verhaltensweisen einer durchaus existenten Gruppe von Männern. Fakt ist, dass beide Partner miteinander reden müssen. Auch bei zwei Frauen ist Kommunikation unverzichtbar. Wir machen es auch nicht immer so viel besser, als das klassische Modell.
      Erstaunlich für mich sind die Kommentare auf diesen Artikel und wer sie, wie machte. Wir sollten öfter miteinander „reden.“ Einen sonnigen Tag für dich mit viel Musik. 🙂

  8. Du weist ja, ich kann auch nicht auf Männer. Zwangsläufig hab ich durch meine Autoforen mehrere Freundschaften mit Männern, aber für ne Partnerschaft würde mir das nie ausreichen. Schon deren Ansicht: Man(n) hat Sex um den Kopf frei zu bekommen.
    Da fass ich mir höchstens an den Kopf…

    • Mein einziger männlicher Freund, ist mein Cousin. Der ist so mehr oder weniger die etwas abgemilderte Ausgabe von mir.
      Wir Mädels sehen die Dinge anders, als Heten, die natürlich ein anderes Verhältnis zu Männern haben. Leider kannst du das diesen Menschen nicht so wirklich in den Kopf bringen.
      Der Artikel war zwar einerseits eine Provokation, um Reaktionen zu erhalten, stellt aber durchaus meine Meinung über eine gewisse Gruppe Männer dar. Umso älter ich werde, umso besser kann ich sie zumindest tolerieren. Fachlich, beruflich komme ich recht gut mit Männern klar. Menschlich bleiben sie mir oft suspekt.

      • Genüsslich lächelnd? Weit gefehlt. Eher irritiert, eher enttäuscht. Bin ich von diesem Blog und der Autorin doch anderes gewohnt. Zugegebenermaßen habe ich noch nicht alles lesen können, was du hier veröffentlicht hast. Deine nachgereichte Behauptung, in deinem Beitrag seien gezielte Provokation, Ironie und Humor die treibenden Kräfte der Argumentation, lässt mich grundsätzlich an deren Ernsthaftigkeit zweifeln. Der Effekt: Wer immer nur Feuer ruft, wo eigentlich keines ist, der darf sich nicht wundern, wenn ihm grundsätzlich gesprächsbereite (kommentarbereite) Mitmenschen den Rücken kehren. Über den Inhalt des Beitrags lässt sich trefflich streiten. Aber nicht über seine Form, wie ich finde. Und diese erinnert mich in ihrer selbstverliebt – besserwisserischen Attitüde und der pauschalen Herabwürdigung des anderen Geschlechts fatal an die Redeformen und das Gehabe von mancherlei überheblich-arroganten Männern, mit denen ich leider „Ehre“ hatte und noch habe.
        Wie gesagt: Irritiert und enttäuscht. Aber nichts, was ich nicht verschmerzen könnte.

      • Na geht doch! Zu deiner Info: Frau Dr. Landar, die Sexpertin, ist die oft satirische Seite meines Ichs. Und lieber Achim, ich behaupte nichts nachträglich. Lies meinen Blog, dann darfst du erneut „urteilen.“
        Davon abgesehen gehörst du nicht zu meiner Zielgruppe und darfst mich gern aus deiner Liste streichen. ich kanns verschmerzen. Schönes Wochenende dir 🙂

      • An dieser Stelle, weil der obige Thread geschlossen ist: Ich halte wenig von zielorientierten Blogs. Vielfalt geht mir über alles. Insofern werde ich deinen Blog weiter verfolgen wie bisher, mich aber mit Kommentaren zurückhalten, versprochen 🙂

        Schönes Wochenende auch dir

      • Ich habe keinen Thread geschlossen? Wenn eine Antwort auf die bisherigen Antworten nicht möglich ist: It’s not a bug, it’s a feature! WordPress lässt grüßen. 😀
        Kommentare mag ich. Wie kommst du darauf, dass ich etwas dagegen hätte? Daneben sind lediglich Äußerungen wie: Ich bin enttäuscht … Schwarzweiß-Denken blah blah blah. Das meiste Dummgeblubber habe ich sowieso sofort gelöscht, bzw. es ist zu Recht im Spambereich gelandet. Schon witzig, was Menschen so von sich geben, wenn sie in ihrer Ehre gekränkt sind von einer Frau. Haben Männer wirklich so wenig Selbstbewusstsein? Das sind Sprechblasen von Menschen, die mich weder kennen, noch kennen wollen. Deren hehren Erwartungen ich plötzlich nicht mehr entspreche. Wobei ich das niemals habe. Diskussionen? Her damit! Rede(t) mit mir! Aber dieses jovial-sexistische Verhalten, dieses (männliche) Überheblichkeitsdenken, wird immer meinen Widerspruch ernten. Auch, wenn es von Frauen kommt.

  9. Ach Nandalchen … Ehrlich: Ich mag Dich herzlich gern! Du bist für mich eine absolute Powerfrau und in vielen Hinsichten Vorbild!
    Aber.
    Ja, es gibt ein Aber.
    Ich habe Dein Blog fast gänzlich aufgelesen. Und mir ist aufgefallen, dass Du in Bezug auf Mäner moderater geworden bist und das war gut so.
    Aber dieser Beitrag hier?
    Worte wie „Auch Männer haben Gefühle, das war schon immer so. Gefühle, die sich auf wenige Zentimeter konzentrieren. Kleinhirn an Penis: Rammeln!“ sind gemein und stoßen mir echt fies auf.
    Das ist nicht so!
    Klar: Männer/Jungs und Fauen/Mädchen sind verschieden, ja, und haben unterschiedliche Entwicklungsstufen: Jungs entdecken das andere Geschlecht oft früher, sind überwältigt von ihren Hormonen. Ihre Schuld? Wohl kaum.
    Mädchen folgen später, werden aber schnell reifer als die Herren, überholen sie. Die Jungen Herren holen dann oft gegen Ende der Teenagerzeit wieder auf, machen körperlich und geistig nochmal so einen richtig großen Sprung.
    Auch die Zeiten der „sexuellen Aktivzeit“ ist bei Männern und Frauen oft ander.
    Und?
    Männer und Frauen sind verschieden, ja. Und es gibt einige bereiche, in denen sich die Welt oft aufsplittet in Männer und Frauen. Wo man klar sagen kann: Das ist eher typisch Mann, das eher typscih Frau.
    Aber das sind vergleichsweise wenige Bereiche (zum Glück), und oft sind es bei den negativen Sachen nur wenige, die das eine Geschlecht gegen das andere aufbringen. Leider.
    Und wenn Du jetzt (wieder) so schreibst, dann …
    Ich will Dich nicht anpampen oder so, aber mal ganz ehrlich: Was verstehst Du von Männern, wenn Du fast nur mit Frauen zu tun hast?
    Bedenke doch bitte: Jede Frau, die mal mit einem Mann liiert war oder ist, erzählt erstmal nur das Schlechteste. Ist so, ist menschlich. Wenn es danach ginge, ich dürfte keinen Freund oder Mann meiner Freundinnen mögen. Wie oft erzählt man etwas Schlechtes, Doofes, Blödes – und wie oft dagegen etwas Schönes und Gutes?
    Und: Wenn Du privat fast nie mit (Hetero-) Männern zu tun hast oder befreundet bist: Wie willst Du dann all das Schlechte über Frauen hören?
    Ich mag das echt nicht, liebe Nandalya! Deswegen sage ich das. Überleg doch bitte mal von einem anderen Standpunkt!
    Ja, es gibt böse Männer. Aber das sind Ausnahmen. Und ja: Es gibt auch böse Frauen! Weniger vielleicht, aber nichtsdestotrotz sind sie da.
    Und hinsichtlich beider Geschlechter gilt: Das sind immer die Ausnahmen, die herzlos und gemein agieren!
    Wie gsagt: Heute lese ich Deinen Beitrag und denke mir: „Wie kan die all sowas sagen? Was hat die denn für eine Ahnung von Männern? Das ist genau so wie der eine Papst, der gegen die Pille war: Was weißt der den schon davon, was hat der damit zu tun???“

    Ich mag Dich herzlich gern und lese auch gern Dein Blog. Aber ich mag es nicht, wenn Du so etwas schreibst. Dann schaue ich zu Herrn L. rüber und denke an alle meine lieben mämmlichen Freunde und dann tut es mir weh, wie Du schreibst.

    • Dieser Beitrag war eine gezielte Provokation. Frau Dr. Landar, die Sexpertin, taucht meist dann auf, wenn es Humor, oder Satire ist. Bzw. Dinge überspitzt dargestellt werden. Igelchen hats bemerkt, Bernd sowieso.
      Die Reaktionen sind erstaunlich. Frauen, die emanzipiert sein wollen, verteidigen Männer. Männer fühlen sich angepisst und beleidigen subtil. 😀
      Die heile Welt der trauten Zweisamkeit mag für viele Menschen existieren. Ich zeige die andere Seite auf.
      Ich finde euere „Urteile“ über mich erstaunlich. Ihr kennt (eure) Männer, aber die Fratze der Gewalt eben nicht. Nun zeig mir Frauen, die in der Masse – siehe Indien – Männer vergewaltigen.

      Ich könnte auch Berichte über Frauen schreiben, die fies zu ihren Frauen sind. Was ich schon tat, siehe die Swingerin. Oder der fast Rosenkrieg eines befreundeten Paares. Oder die „falsche Lesbe.“ Schon vergessen?
      Du, ihr seid angepisst, weil die liebe Mayumi mal wieder ausgeteilt hat. Scheinbar ohne nachzudenken. Scheinbar ohne Grund. Wirklich? 😉

      Eins noch, liebe Molly: Ich bin nicht so, wie du es gern möchtest. Ich bin anders. Und das hast du immer gewusst.

  10. Das Wort vom „verhandelbaren Sex“ kann – da ich den Kontext beim von dir erwähnten Urheber nicht kenne – in meinem momentanen Verständnis auch Toleranz meinen.
    Sex muss nicht die Grundlage einer Beziehung bilden, weder zu Beginn bei denen, die Gründe dafür haben, sich nicht körperlich fühlen zu können, oder Angst davor haben, dies so zu wollen, noch bei denen, die tausend Wünsche haben, aber von der Person, die sie emotional von allen ihnen bekannten Infragekommenden am meisten lieben, nur 100 erfüllt bekommen können.
    Oft vergessen sind auch die, bei denen es mal gezooooomt und gezwoooscht hat, sobald sie nur aneinander dachten, aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr sexeln können.
    Auch da ist Sex verhandelbar, weil darüber geredet werden muss und kann, wie man damit umgehen will, kann und muss, um die Person weiter als Partner in Liebe zu behalten, die es einem im Bett nicht mehr beweisen kann.
    Das aber übersteigt das Vorstellungsvermögen derer, die weder von ihrer Libido noch ihrem ihrem Körper jemals zum Nachdenken gezwungen .worden sind.
    Für sie beinhaltet die Kommunikation, die Verhandlung über Sex nur die Fragen „Zu dir oder zu mir?“ und „Wann?“, aber weder die Notwendigkeit vom dem Partner zu kommunizierenden Umgang mit nichtbehebbaren Hindernissen, noch die Lösung daraus resultierender Interessenkonflikte, eigener, gemeinsamer oder die des Anderen.

    Wie schlicht ist das kindische Schmollen der sexuell Frustrationsintoleranten, die ihren Selbstwert ausschließlich am sexuellen Vollzug messen!
    Wie naiv ist die Außenschau des Tribunals aus bemitleidenden Freunde und Bekannten, die Beziehungswelten in Schuldige und Opfer einteilen!
    Wie schwer für ein Paar, sich den klischeehaften Partnerschafts-Kriterien der flach denkenden und pauschal urteilenden Jury ihrer Umgebung zu entziehen, die mithilfe des gängigen partnerschaftlichen Regelkorsetts in ihren Köpfen stets bereit ist, wahlweise mit *igitt* oder *lechz* ein wildes und verwegenes Fetisch-Outfit zu phantasieren,

    Ich kann aber eigentlich bei fest liierten, sich liebenden Paaren bei der Problematik keinen gender-Unterschied erkennen, sei es hetero, lesbisch oder schwul: verhandeln müssen sie alle und tun es hoffentlich auch, statt sich beleidigt das Ego im Souterrain von einem anderen streicheln zu lassen, mit dem über kurz oder lang dasselbe Problem auftauschen wird, und zwar verlässlich.

    • Vielen Dank für deinen Kommentar. Der „Urheber“ der Worte hat es nicht abwertend gemeint, der Begriff war allerdings reine Männersprache. Nüchtern, sachlich. Gemeint war damit lediglich miteinander zu reden, was Paare oft nicht (mehr) können.
      Eine Beziehung, auf verhandelbarem Sex, aufzubauen, ist im negativen Sinn des Wortes keine absolute Seltenheit. Wer da nun Täter, oder Opfer ist bleibt fraglich. Die Grenzen sind fließend. Frauen sind auch nicht immer Engelchen. Das bin natürlich nur ich. 😉

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