Rückzug vom Leben – Stirbt Europa aus?

Japan und Korea haben Nachwuchssorgen haben, das ist keine Neuigkeit. Die Flucht aus der Intimität, der Rückzug vom Leben wird das gern genannt. Kinder, die bekommen nun die anderen Länder. Aber Europa gehört nicht (mehr) dazu.

Witzigerweise bricht die LGBT-Gemeinde mit diesem Trend. Wir sind klar für Kinder. Vielleicht weil wir so anders sind? In Japan ist es angeblich die wirtschaftliche Situation, die für sexuelles Desinteresse sorgt. Aber auch die Unlust auf Beziehungsstress. Vor allem Mann will sich dort selten binden. Er lebt gern in (s)einer eigenen Welt.

Andere Stimmen sprechen von einer Übersättigung der Gesellschaft. Wir haben bereits alles. Wozu noch Kinder, wozu noch Sex? Sex, den gibt’s auch bei Google & Co. Kostenlos versteht sich. Und hinterher wird dann allein geschlafen. Arme, ach so neue Welt.

Da ich Zahlen so sehr liebe, hier der aktuelle Trend. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung geht davon aus, dass fast ein Drittel der nach 1965 geborenen Frauen in Deutschland kinderlos bleibt. In meinem Fall trifft das auch zu, die Gründe dafür sind bekannt. Meine Frau bekommt die Kinder. Von uns ein klares JA zum Leben!

Nach dem Sinn des Lebens fragen die Menschen gern. Und Zen-Meister kennen die Antwort schon. Hoch vergeistigt wird von einer Illusion gesprochen und sich von Fleischeslust abgewandt. Nur, wo kommen dann die neuen Meister her?

Vielleicht ist ein Großteil der Welt einfach dekadent geworden und gibt sich dem süßen Nichtstun hin. Vielleicht gelangweilt am PC, vielleicht bei Rollenspielen. Oder auf der Couch bei Bier und Weinbrand-Pralinen. Vielleicht sind die Menschen auch nur mutlos geworden und haben Angst vor Terror, Hass und Kriegen.

Ich habe keine Angst. Mein Blick geht klar nach vorn. Der Sinn des Lebens ist zu leben. Auch für unsere Kinder. Für eine bessere Welt.

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39 Kommentare zu “Rückzug vom Leben – Stirbt Europa aus?

  1. Kinder bereichern, was aber haben sie davon? Der Kampf ums Überleben wird härter werden, heftiger die Katastrophen, noch größer radioaktive Verseuchung und Umweltvergiftung bis hin zu Wasser und Luft… Gewalt wird weiter eskalieren, wenn die Schere immer mehr klafft…
    Kinder überlebten Krieg, Hunger und Pest… aber heute vor die Entscheidung gestellt, hätte ich nicht mehr den Mut, Kindern das Leben zuzumuten…

  2. Tja, nenn mich einfach gestrickt, aber ich vermute mal, das liegt zu 99% daran, dass es mittlerweile einfach so gute Verhütungsmethoden gibt. Früher hate man ja oft gar keine Wahl, ob und wie viele Kinder man bekommt. Und wenn man sich dann Frauen ansieht, die auch Heute noch ein Kind nach dem anderen bekommen(müssen) … *grusel*
    Viele Menschen haben Heute einfach die Wahl, ob und wie viele Kinder sie bekommen möchten. Die Gründe dafür, dass so Viele dann „Nein“ sagen, sollte man wohl beleuchten. Ich persönlich liebe Kinder und wollte meine nicht missen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Und mal ehrlich: Weniger Menschen generell schaden der Welt auch nicht, lieber sollten wir dafür sorgen, dass die, die es gibt, in Frieden, Freiheit und Wohlstand aufwachsen können.

    • In Japan gibt es wirklich ein großes Desinteresse an Sex. Zum Teil liegt das mit an der ziemlich komplizierten japanischen Kultur und der dadurch entstandenen Distanz. Aber eine Gesellschaft in der du den Manager mit Porno-Manga in der U-Bahn und die Studentin mit Jura-Schmöker siehst, hat sich irgendwie selbst überlebt.
      Ein Date zu haben ist in Japan unheimlich schwer. Siehe die vielen Regeln und Hürden, die ich schon angesprochen habe.
      In Europa (Deutschland) ist es die oft negative Grundhaltung der Menschen, das jammern auf hohem Niveau. Hier ist das Glas immer halb leer. Jeder zweite Satz wird mit „Das Problem ist …“ angefangen. Achte mal darauf bei Freunden.
      Die soziale Kälte trägt auch dazu bei Deutschland Kinderfeindlich zu machen. Und es ist wirklich kein Witz, die LGBT-Gemeinde bricht mit dieesem Trend. „Wir“ bekommen immer mehr Kinder, weil wir klar zum Leben stehen. Und der Liebe.
      Die Krisen der Welt haben noch einmal eine ganz andere Qualität. Meist gesteuert folgen sie einem Masterplan. Aber darum geht es heute nicht.

      • Über Japan kann ich nichts sagen, da bist Du die Expertin. 😉
        Was BRD angeht: Ja, mir scheint es auch, dass die Kinderfreundlichkeit immer mehr abnimmt. Einfachstes Beispiel: Meine Eltern haben Beide mehrere Geschweister, das war damals ganz normal. Dann folgte jedoch eine Zeit, in der man schräg angesehen wurde, wenn man mehr als 2 Kinder hatte, da kam schnell das Wort „asozial“ auf – Warum eigentlich?
        Aber wenn einer keine Kinder haben möchte, dann ist es eben so. Für mich sind Kinder das Schönste.

      • Yuki und ich sind auch Einzelkinder. Leider. Wobei es dann eben die volle Portion Liebe gab. Und die geben wir weiter. Täglich. Immer. Auch an unsere Kinder.

  3. Hoch vergeistigt wird von einer Illusion gesprochen und sich von Fleischeslust abgewandt. Nur, wo kommen dann die neuen Meister her? HI,HI,
    Es ist schön, wenn Menschen, die Kinder lieben, auch Kinder haben. Weniger schön ist es, wenn Kinder einfach passieren und unerwünscht sind und auch entsprechend behandelt werden.
    Aber auf jeden Fall ein Hoch an das Leben !

    • Ich mag den Zen-Buddhismus und die Weisheiten alter Meister. Aber ebenso wie die katholischen Kirchenfürsten, vergeistigen die sich selbst weg.
      Ich mag Kinder. Auch, oder vielleicht weil sie mir den Brei ins Gesicht spucken. Das habe ich vermutlich auch gemacht. Und mein Humor ist sowieso anders. Aber das hast du bestimmt schon gewusst 😉

      • Also den katholischen Kirchenfürsten würde IMHO etwas mehr Vergeistigung sehr guttun. Die Wege auf denen die oft unterwegs sind ……… Aber das ist teilweise ein anderes Thema

      • Das Thema: Missbrauch von Kindern, versteckt ausgelebte Homosexualität. Wobei ich da skeptisch bin. Diese Männer hatten oft die Wahl und der reine Trieb hat zu Mann gebracht. Oder der Haushälterin, die oft die heimliche Ehefrau / Geliebte ist.

  4. Schön gesagt! Auch wenn ich selbst keine Kinder möchte, habe ich Hochachtung vor allen, die Eltern sind oder werden wollen. Und wenn du deinen Kindern von deinem Optimismus und deiner Energie auf den Weg gibst, werden sie sicher kräftig mitbauen an einer besseren Welt 🙂

    • Ich habe da große Hoffnungen, was die Energie betrifft. Ken hat ja auch meine Gene und ist fast so quirlig wie ich. Ihr kennt Yuki meist nur als meine Frau, als freche Elfe. In Wirklichkeit ist sie eine Seele von Mensch, die wenig erschüttern kann. Ich könnte kaum eine Elfen-Schlaftablette lieben 😉 Und auf dem Rücksitz eines V8 sitzen meine Töchter bestimmt auch gut 😀

  5. Ich hätte gerne Kinder. Aber halt nur mit dem richtigen Partner. Und so dumm es sich vielleicht nun anhört: Den zu finden ist schwierig. Meine Erfahrung ist, dass die meisten Männer mit meiner Stärke nicht umgehen können. Mühe damit haben, dass die Frau intelligenter und erfolgreicher ist. Weswegen es halt noch schwieriger ist, den richtigen zu finden. Vielleicht liegt es also auch irgendwie an der Emanzipation der Frauen, welche bei den Männern leider noch nicht stattgefunden hat.

    • Die Frage ist auch: was genau stellst du dir vor. Magst, wirst du dominieren, oder dich einem Alpha unterordnen.
      Ich halte es für wichtig, dass du dir keinen Stress diesbezüglich machst. Es ist dein Leben, das du mit dem richtigen Menschen verbringen sollst.
      Ich habe schon öfter darüber geschrieben, wie ich Mann sehe und er sich auch selbst. Die weinerliche Spezies brauchst du nicht. Aber was, wenn du auf einen häuslichen Typ träfest, der sich die Elternzeit mit dir teilt, der kochen und backen kann? Ein Traum, oder muss es doch der braungebrannte Alphamann mit Porsche sein? 😉

      • Gegen den Hausmann hätte ich gar nichts. Der Alpha-Mann soll es gar nicht sein. Unterordnen kann ich mich nicht. Gleichberechtigung wäre ideal. Nahe daran ist natürlich auch gut. Allerdings ist meine Erfahrung, dass viele Männer ein Problem mit ihrem Ego haben, wenn Frau besser ist als sie. Obwohl ich das nie rauskehren würde. Aber schnell wird man nach Ausbildung und Beruf beurteilt, und entsprechend abgestempelt.

        Und bevor ich mich einem Mann unterordne, weil sein Ego nicht mit was anderem kann, bleibe ich lieber alleine. Und halt ohne Kinder.

  6. Einerseits hängt das natürlich mit der Weiterentwicklung der Verhütungsmittel zusammen. Viele Frauen halten z. B. die Nebenwirkungen „der Pille“ für zu stark, aber es gibt ja viele neue Möglichkeiten.
    Andererseits hat das mit dem Wandel der Rollenbilder von Frauen und Männern zu tun. Heutzutage wollen sich auch Frauen im Berufsleben selbst verwirklichen. Wenn wir ehrlich sind, ist für viele Mütter die Geburt ihrer Kinder auch das Ende iherer beruflichen Karriere. Natürlich gibt es heutzutage auch schon ein paar Väter, die sich Elternzeit etc. nehmen. Ich bin mal gespannt, wie sich das Ganze weiterentwickelt.

    • Ist dein letzter Satz nicht Teil jener Passivität, die Europäer befallen hat? Abwarten, es „denen da oben“ zu überlassen, mal schauen was passiert … Ist es nicht an der Zeit wieder aktiv(er) zu werden? Nur so eine Idee. Und was Kinder betrifft, so tragen viele Staaten mit dazu bei, ein Klima gegen Kinder zu schaffen, was Deutschland in hohem Maß aufzeigt.

      • Ich bin nur Beobachterin, weil ich keine eigenen Kinder haben möchte. 😉
        Früher hat noch ein Gehalt gereicht, um die Familie zu ernähren. Unsere kapitalistische Gesellschaftsstruktur hat sich jetzt nach zwei Verdienern pro Familie ausgerichtet, was die Gehälter angeht. Hiermit beziehe ich mich auf die Mittel- und Unterschicht. Das ist natürlich auch nicht „geburtenfreundlich“.

      • Die Mittelschicht in Deutschland bricht zur Zeit weg. Daran ist mit der (T)Euro schuld und eine völlig verfehlte Wirtschaftspolitik. Ich möchte das nicht weiter ausführen, das driftet zu stark vom eigentlichen Thema ab.

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