Homophobes Deutschland: Lesben sind Mütter zweiter Klasse

Deutschland lebt noch in der Steinzeit, was Regenbogenfamilien angeht. Das dürfen wir bei der Planung zum Wunschkind erleben. Obwohl ich Yuki als meine Frau bezeichne, wird das vom Gesetz her anders gesehen. Gleiches gilt für Kinder. Im Fall von Yukis Schwangerschaft, wird sie die leibliche Mutter sein. Ich habe erst einmal keinerlei Rechte.

Dank Ken wäre ich zwar die Großcousine, aber für ein Sorgerecht ist das unerheblich. Ich muss eine Stiefkindadoption beantragen, die vom Jugendamt und Familiengericht genauestens geprüft werden wird. Und wie in den meisten Fällen (absichtlich) verzögert. Es kann bis zu 1 1/2 Jahre dauern bis eine Entscheidung getroffen wird.

Ein Grund, der ein Schlag ins Gesicht für jede nicht biologische Mutter ist, das Neugeborene soll sich an die andere Partnerin gewöhnen. Ein klarer Fall von Diskriminierung. Und die Stiefkindadoption ist ohnehin der falsche Weg.

Muffig-konservative Kreise, die sich auf des Kindes Wohl berufen, verhindern bisher eine völlige Gleichstellung von homosexuellen Paaren und den damit verbundenen Eintrag zweier Mütter in die Geburtsurkunde. Aber sind zwei Frauen schlechte Eltern? Es gibt eine Menge Regenbogenfamilien in ganz Deutschland, die das genaue Gegenteil beweisen.

Unsere Eltern sind fassungslos, als wir ihnen die rechtliche Situation erläutern. In einigen europäischen Staaten sieht das anders aus. Vielleicht sollten wir besser in Holland leben, so schwer ist die Sprache nicht. Selbst das erzkatholische Spanien hat schon vor Jahren die Wende geschafft. Nur (mein) Deutschland bleibt in Teilen homophob.

Advertisements

70 Kommentare zu “Homophobes Deutschland: Lesben sind Mütter zweiter Klasse

      • Eine schreckliche Gefahr für das Kind. Da ist es doch viel besser, es hat einen desinteressierten Vater, der regelmäßig die Mutter vermöbelt. Da muss sich keiner Sorgen machen, schließlich sind seine Gene mit im Spiel, da ist das Kind nicht in Gefahr. Logisch!

      • ..und erst die Erziehung dieses Kindes, ach du grüne Neune *hexhex* Besenstiel herbei, zaubern wir doch den Einheitsbrei herbei! Sternenklug waer’s gewesen, doch nun bleibt nur ein hohles Wesen, welches nicht quer und vierdimensional denken kann, denn es gibt ja bloß Frau und Mann! Frau und Mann ist gut und schön, doch gibt’s da nicht noch mehr zu sehn? Wieso können Tiere das seit Minnionen von Jahren, und Menschen denken bloß, sie sind krank, wenn sie – ja schon recht früh, nicht wahr? – finden, die beste ist eben doch die beste Freundin?

      • In einem Bericht über Regenbogenfamilien kam auch ein junger Student zu Wort. Er begrüßte es ausdrücklich von zwei Müttern erzogen worden zu sein. Er lebe viel bewusster, sagte er, habe viel über sich und andere Menschen gelernt und wie er ihnen begegne. Und er ist, wie die meisten Kinder aus Regenbogenfamilien, absolut hetero. Gut, dass auch diese jungen Menschen irgendwann Verantwortung tragen werden und gegen Homophobie aufstehen. Ich zumindest kämpfe weiter.

      • Hatte auch mal zwei Mütter, zeitweilig… wenn es auch nur eine Episode war, und ich kenne es ja nicht mit Vater, also was soll’s ? 😉

      • Ick nich, nee… abba *stammel* dir würd ich sicher kriegen bei so’ne Kriegerin wie dir *fürcht*

  1. Ay, ich könnt mich weiter hinaufspulen, hinaufsausen in den Hexenhimmel, doch ich kann ja bunt sehen, also bleib ich unten, der Frühling kommt und Regenbogen sowieso 😀

  2. Schlechte Mütter seit ihr bestimmt nicht. Ich bin auch der Meinung, dass da die Gesellschaft noch rückständig ist. Allerdings, was das Wohl des Kindes anbelangt… Da – ich hoffe du entschuldigst – siehe ich leider doch Probleme. Diese liegen bei mir aber nicht bei den Müttern (oder Vätern), sondern genau bei eben diesen muffig Konservativen. Die Gesellschaft denkt leider Gottes immer noch homophob, worunter ein Kind eines gleichgeschlechtlichen Paares evtl. auch zu leiden hat. Und je nachdem kann das für das Kind schlecht sein. Stell dir vor, alle Mitschüler schneiden dein Kind, weil die Eltern muffig konservativ sind und ihren Kindern den Umgang mit deinem Kind verbieten…

    Für mich ist das alles aber kein Grund, gleichgeschlechtlichen Paaren da Steine in den Weg zu legen. Im Gegenteil. Man müsste Zeichen setzen, damit sich vielleicht mal die Einstellung der Gesellschaft ändert.

    Ich drück euch aber auf jeden Fall die Daumen, dass es bei euch mit dieser Bürokratie dann gut klappen wird. Und dass Euer Kind auch mal Mitschüler mit toleranten Eltern hat.

    • Die Gefahr, dass Kinder aus Regenbogenfamilien geächtet werden, sehe ich durchaus. Wobei hier große regionale Unterschiede bestehen und Kinder wenig Probleme mit zwei Mamas oder Papas haben. Außer mit absoluten Fundamentalisten kann man bei Demonstrationen, wie sie in Stuttgart gegen den Bildungsplan abliefen, oft mit den normalen Menschen reden und ihre Ängste mildern. Der Schritt der LGBT-Community in die Öffentlichkeit war nur ein kleiner auf einem sehr langen und steinigen Weg. Es wird Opfer geben, wir werden Schlachten verlieren, aber letztlich siegen.
      NRW ist toleranter, was LGBT betrifft. In Stuttgart hätten wir größere Widerstände denke ich. Trotzdem ist unser Umzug keine Flucht sondern ein Schritt nach vorn.

    • Ich sehe dieses Argument hinsichtlich einer (nennen wir es) “erhöhten Mobbinggefahr“ als ziemlich banal an. Kinder können grausam sein, da wird gemobbt weil Kinder groß, klein, dick oder dürr sind, dann sind es mal die Locken oder die roten Haare oder andere Merkmale. Es ist an den Eltern ihre Kinder so zu erziehen, dass sie 1. andere nicht wegen ihrer scheinbaren “Andersartigkeit“ mobben und 2. stark und selbstbewusst sein können, sollten sie gemobbt werden.

      • „Mobbing“ habe ich als Japanerin erlebt. Ich habe darüber schon geschrieben und werde eventuell noch näher eingehen. Aber ich will Sarah nicht vorgreifen. 😉

    • Wer will mich stoppen? 🙂

      Lies dir mal durch, welche Hürden gleichgeschlechtliche Eltern zu nehmen haben und welche Rechte die zweite Mutter wirklich hat. Nach dem Gesetz sind Yuki und ich nicht mal „verheiratet“, das zählt lediglich als eingetragene Lebenspartnerschaft.

  3. Es wird dringend Zeit, dass sich die Rechtslage ändert und homosexuelle Paare den heterosexuellen voll gleichgestellt werden. Sage sogar ich als männlicher heterosexueller Jurist mit CDU-Parteibuch.

  4. Das mit dem Kindeswohl ist eine reine Farce. Es geht nur rein äußerlich um den hochheiligen „Schutz der Familie“ (und hier um ein sehr eingeschränktes Bild von Familie) darunter liegen homophobe, ausgrenzende Strukturen.
    Jedes geliebte und gut versorgte Kind ist stark genug, auch mit Widerständen umzugehen, die in jedem Leben auftauchen.
    Das Problem ist die homophobe Gesetzeslage, die einfach nur diskriminierend ist.
    Mitgefühl sendet Jana

    • Gut erkannt. Unter dem Vorwand „Bibel und Gott“ wird seit Jahren Front gegen uns gemacht. Siehe die Stuttgarter Demonstrationen gegen den Bildungsplan. Ich war dabei und habe mir die Sprüche angeschaut, Plakate gesehen und richtig verbohrte Menschen. Die heilige Kuh Ehe soll unter keinen Umständen in Gefahr gebracht werden. Darum geht es zur Zeit noch. Und die katholische Kirche spielt dabei leider immer noch eine große Rolle. Bzw. die Menschen, die sie vertreten. Kein Gott kann gegen Liebe sein. Das sind nur menschliche Allüren.

      • Ich finde diese Entwicklung extrem beängstigend und frage mich, wo das hinführen soll. Die strikte Trennung von Kirche und Staat wäre ein erster Schritt. Die besteht einfach nicht. Mut zu klaren Gesetzen ein weiterer. Die Lobby ist vielleicht einfach zu klein. Es gilt, Wähler bei Laune zu halten und Bayern sowieso.
        Liebe ist das Größte und muss unterstützt werden – auch staatlich. Und das gänzlich losgelöst von einem Gottbild, wobei der meiner Meinung nach, falls es ihn gibt, absolut dabei wäre.

      • Ich bin Buddhistin, aber durchaus mit dem christlichen Glauben vertraut. Ich achte jeden Glauben, jede Religion, die Liebe lehrt und keinen Hass verbreitet. Wobei das immer die Menschen tun.

        Die SPD ist in der Koalition nur der Juniorpartner. Und leider oft so konservativ, wie die CDU. Yuki und ich werden uns nicht entmutigen lassen. Der Artikel sollte auch lediglich aufklären und die Realität zeigen, die noch viel zu wenig bekannt ist bei den Menschen.

      • Das ist gut, denn viele wissen das alles einfach nicht. Ich tue auch mein Bestes und kläre auf, wann immer sich die Gelegenheit bietet – und ernte oft ungläubige Blicke. Dass die vermeintliche Gleichstellung ein Kompromiss ist, ist wenigen bewusst.
        Beste Grüße und danke fürs Schreiben und Lesen
        Jana

      • Grüße zurück und schönrote Tage! Mein Wochenende wird samstagsknäckebrotbraun und sonntagsgrauweiß :-), also gut bestimmt.

      • Ich würde mir wünschen, dass BRD wirklich für Bunte Republik Deutschland stünde…
        Und zur Trennung von Kirche und Staat fällt mir nur ein: da müssen wir leider wohl warten bis die Hölle zufriert (gnhihihi – sorry, Clown gefrühstückt, aber die Alternative wäre auch christlich behaucht: bis Ostern auf Pfingsten fällt).
        Ein buntes Wochenende wünscht Euch allen die stuttgarterapothekerin!

      • Bis vor einer Stunde war es noch rot 😀 Nun steht der Z vor der Tür und wir sind schon wieder auf dem Sprung.
        Bunt ist Deutschland nur am Fasching. Aber es wird besser werden. Ich weiß es. Es geht nicht anders. Schönen Abend / Tag für dich! 🙂

  5. Bleib geduldig. Meine Frau (in Trennung) und ich hatten ein Kind adoptiert (Auslandsadoption). Vom ersten Antrag bis zur Aushändigung der deutschen Geburtsurkunde vergingen mehr als vier Jahre. Drei Jahre dauerte es, bis wir das Kind in die Arme schließen konnten. | Und die Zeit arbeitet für eine Rechtsänderung – für ein Adoptionsrecht jedweder Lebensgemeinschaft.

  6. Da machst du genau das Richtige! Ich bin so oft perplex, wenn ich irgendwo lese, was homosexuelle Paare alles nicht dürfen, weil ich immer davon ausgehe, so bescheuert KANN doch keine Gesellschaft sein, einfach Liebe einzuschränken und potenziell sehr tolle Familien verbieten zu wollen! Argh, ich rege mich schon wieder auf. Viel Erfolg beim Aufklären und Kämpfen jedenfalls! 😉

  7. Eine Frage mal: Muss/musste Ken denn seinerseits irgendwie Rechte abtreten, darauf verzichten etc.?
    Ich find`s echt unfassbar: Würdet Ihr Beide ein Kind adoptieren, dann hättet Ihr doch auch von Anfang an gleiche Rechte, oder nicht?
    Ich möchte hier nun wirklich nichts andeuten oder so, aber ich frage mich, was dann zB passieren mag, wenn sich ein lesbisches Pärchen trennt? Dann hätte ja nur diejenige, die das Kind ausgetragen hat, Ansprüche und die andere gar keine, oder wie?
    Und wie ist das bei einem Männerelternpaar: Da müssten doch – logischer Weise – auch beide gleiche Rechte am Kind haben, also warum sollte das bei einem lebischen Elternpaar niicht gehen?
    Versteh ich nicht.
    Aber vielen Dank, liebe Nandalya, dass Du auf diesen Missstand hingewiesen hast; das ist wieder so ein Thema, über das ich irgendwie noch nicht nachgedacht habe!
    UND ich muss – wohl zu meiner Schande – zugeben, dass ich irgendwie davon ausging, homosexuelle Pärchen könnten in BRD heiraten!? Keine Ahnung, dachte ich immer, wir sind doch so modern.
    Na, anscheinend nicht.
    Mein Mann meinte dazu nur: „Das ist das verklemmte Deutschland!“
    Recht hat er.
    Als ob Liebe nicht das Wichtigste wäre!

    • Der Samenspender spendet und schließt mit den künftigen (rechtlichen) Eltern einen Vertrag, dass diese den Unterhalt übernehmen. Was aber rechtlich anfechtbar ist. Hätten wir kein Geld könnten wir Ken auf Unterhalt verklagen, Da er im Ausland lebt wäre das aber kaum durchsetzbar. Das nur so nebenbei.

      Adoption eines fremden Kindes: Als gleichgeschlechtliches Paar ist es in Deutschland nicht ohne Weiteres möglich, ein Kind zu adoptieren. Zwar kann einer der Partner eine Adoption durchführen, eine gemeinschaftliche Adoption durch beide Lebenspartner ist jedoch rechtlich nicht möglich. Zwei Frauen, oder zwei Männer können kein biologisches Kind bekommen. Das ist der andere Knackpunkt dabei, den ich zwar logisch nachvollziehen, aber emotional nicht tolerieren kann.

      Nehmen wir an Yuki verlässt mich noch während sie schwanger wäre. Oder kurz danach. Ich hätte dann keine Rechte an dem Kind, dürfte es nicht sehen und keinen Einfluss auf sein Leben nehmen. Das ist deutsche Realität.

      Wir sind eine Familie zweiter Klasse. Was, so leid mir das für Christen tut, auch Schuld der Kirche ist. Viele Katholiken sind noch immer gegen die Öffnung der Ehe für LGBT-Menschen.

      Unsere Heirat ist eigentlich keine gewesen. Sie fand zwar auf dem Standesamt statt, ist aber lediglich eine eigetragene Lebenspartnerschaft.

      Das Bundesverfassungsgericht wird aber weiterhin alles kippen, was unsere Rechte beschneidet. Das dauert aber.

      • Oh Mann! Da liegt wirklich noch einiges im Argen! Mensch, ich hoffe, dass sich da bald etwas tut. Grumpf.
        Ja, Adoption ist immer ein schweiriges Thema (sofern man nicht reich und/oder prominent ist). Ich kenne selbst ein Paar, dass da große Schwierigkeiten hatte, vielleicht blogge ich da mal drüber …
        Ansonsten kann ich Dir und Euch nur alles Glück wünschen. Und hoffen, dass es bald Gesetze gibt, die diese fürchterlichen Ungerechtigkeiten auflösen. Das wichtigste für ein Kind sind liebevolle Eltern (oder auch ein Elternteil), die es lieben und behüten. Der Rest ist jawohl wurscht!

      • LGBT war immer ein Randthema, das erst nach und nach in das Bewusstsein der Menschen dringt. Die Community nutzt aber nun bevorzugt das Internet, um Aufmerksamkeit zu schaffen. Twitter, Tumbler, youtube, Facebook, um nur einige zu nennen.
        Durch Yukis zu kurze Lutealphase wird das vorerst nichts mit einem Kind. Wir sparen uns den emotionalen Stress, bis die Werte wieder stimmen. Vermutlich ist Elfchen einfach nur in einer stressigen Phase. Und du weißt ja selbst, wie dann der Körper „dreht.“

  8. Sorry ich kenne das zur Genűge. Jedoch ich möchte nun nicht gross darauf eingehen. Ich bin glücklich abgelenkt😃 Ich werde Morgen meinen Schatz heiraten, da das Gesetz ja nun durch ist in Luxemburg, wofür wir beide lange mit gekämpft haben. Schon vor 20 Jahren. Mit der Adoption geht das auch mit dem neuen Gesetz. Wünsche Euch dass bei Euch auch mal alles besser geht. So nun widme ich meiner Zukünftigen noch etwas Zeit😃 Alles Gute.

  9. Die Argumentationen gegen Gleichgeschlechtliche Eltern sind sowas von… gaga. Okay, natürlich KANN es schlecht laufen. Aber das kann es bei einem „normalen“ Paar genauso.

    Woher aber kommt diese Hompphobie eigentlich? Ist ja nicht so, als wäre Homosexualität eine neumodische Erfindung der Menschheit. Ich schiebs einfach mal drauf, dass es eben Menschen gibt, die ihren Verstand viiiiel zu wenig benutzen.

    schnurrig
    Neko :3

    • Ein Problem ist der Fokus auf das Wort „Sexualität“, mit dem die Menschen meist nicht umgehen können. Verklemmte Moralvorstellungen inklusive. Wir müssen dingend weg von einer Klassifizierung in Hetero- und Homosexuelle Paare. Das mag schwer fallen. Aber die nachfolgenden Generationen werden zwei Mütter, oder zwei Väter als Normalität erleben. Und wir werden gute Eltern sein.

    • Nederlands voor Mayumi? 😉 Ich war schon öfter dort und kann die Sprache einigermaßen lesen und ein wenig sprechen. Ist doch auch nur „Niedermittelhochdeutsch.“ 😉 Außerdem können die fast alle Deutsch.

      • Nur weil sie fast alle Deutsch können, heißt es ja nicht, dass man das dort voraussetzen sollte. Ich habe zwei Jahre dort gewohnt. Allerdings ist das zu meiner Einschulung gewesen und dementsprechend Jahrzehnte her…

    • Immerhin ist das Thema schon vor Jahren an die Öffentlichkeit gelangt. Das erhöht nun den Druck auf die Politik(er). Wir schaffen das, keine Frage! Danke dir! 🙂

  10. Ja, das Adoptionsrecht in Deutschland hinkt echt in dieser Beziehung. Ein Grund mehr, diese bescheuerte „eingetragene Lebenspartnerschaft“ abzuschaffen und die Ehe unabhängig vom Geschlecht der Partner zu definieren – für echte Gleichberechtigung. In anderen Ländern funktioniert das doch auch, und soweit ich mitbekommen habe, ist da die Welt noch nicht untergegangen.

    • Wenn du siehst, dass sogar Spanien weiter ist als wir, fasse ich mir an den Kopf. Und zur Not siedeln wir uns wirklich in Holland an. Die Grenze ist nicht wirklich weit von Düsseldorf.

      • Das klingt schon wesentlich plausibler. Das Gericht kann nur so entscheiden. Was wir brauchen sind andere Gesetze. Und da sehe ich zur Zeit „Schwarz.“

    • Das klingt auf den ersten Blick wie ein Rückschritt ins Mittelalter der Homophobie. Juristisch dürfte das aber korrekt sein. Was sagst du aus Sicht eines Mannes dazu?

      • Ich spreche als Mensch.

        Das Wohl des Kindes hat ausschließlich im Vordergrund zu stehen.

        1.) Ausgehend von dem Anspruch und dem späteren Recht des Kindes, seine Abstammung und die Umstände seiner Zeugung zu erfahren, ist eine frühzeitige Einbindung aller am Adoptions- und Zeugungsvorgang Betroffener vernünftig. Das schafft Klar- und Rechtssicherheit. Insofern ist an dem neuen Urteil nichts zu beanstanden.

        2.) Für ein in eine eingetragene Partnerschaft hineingeborenes Kind, sollten die $$ 1591 ff BGB analog gelten. Der Samen- oder die Eizellenspender_in haben dann die Möglichkeit binnen einer Ausschlussfrist (aktuell 2 Jahre) die Partnerschaftlichkeit (analog der Ehelichkeit) des Kindes anzufechten. Der Samen- oder die Eizellenspender_in müssen die Möglichkeit haben, vor Gericht auf ihr Anfechtungsrecht zu verzichten. Damit erübrigte sich eine Stiefkindadoption in diesen Fällen.

        3.) Die Möglichkeit der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare sollte eingeführt werden und die eingetragene Partnerschaft überflüssig machen.

        4.) Grundsätzlich sollte ein Adoptionsverfahren nur solange dauern, bis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich festgestellt werden kann, dass zwischen dem Anzunehmenden und dem Annehmenden eine Vater/Mutter-Kind-Bindung entstanden ist.

        5.) Zum Wohl des Kindes sind Frühwarnsysteme (Kinderärzte, Erzieher, Lehrer …) einzurichten, die, bei vorliegender Elternschaft, rechtzeitig eine mangelnde Vater/Mutter-Kind-Bindung erkennen lassen und Hilfen anbieten oder vorschreiben, mit dem Ziel, eine Bindung wiederherzustellen. Bei einer Kindeswohlgefährdung sind unverzüglich die geeigneten Maßnahmen zum Schutz und Wohl des Kindes durchzuführen.

        „Erziehung ist Vorbild und Liebe – sonst nichts.“ – Johann Heinrich Pestalozzi

        Vorbild sind gemischt- und gleichgeschlechtliche Eltern von allein. Nur die Liebe, die lässt sich nicht herstellen/erzwingen. Die ist da oder nicht oder beginnt klein und wächst oder ist da und schrumpft. Tragisch für alle Seiten ist, wenn sich eine Liebe zwischen Vater/Mutter und Kind nicht einfindet. Empirisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Liebe bei leiblichen Kindern im Vergleich zu adoptierten Kindern tatsächlich einstellt, ungleich höher. Viele Adoptivfamilien scheiterten daran, dass sich diese Liebe nicht einstellte. Und es kommt auch bei leiblichen Kindern vor; wie der dies Niederschreibende berichten könnte. 😉

      • Es gibt auch Frauen, die nichts für das eigene Kind empfinden. Das kommt durchaus direkt nach der Geburt vor und ist tragisch für ein Kind. Bei den mir bekannten Regenbogenfamilien gibt es keinen Mangel an Liebe. Es ist schon witzig, wie die Kleinen die Mütter manipulieren wollen und wie diese reagieren.
        Leider sehe ich bei der jetzigen politischen Lage keine große Chance auf große Veränderungen. Was nicht so tragisch ist. Wir sehen einer möglichen Schwangerschaft gelassen entgegen.

  11. Ich finde es auch erschreckend, wie rückständig Deutschland dies bezüglich ist. Wenn ich Yi Man heiraten werde, hätte ich gerne, dass das als Ehe angesehen wird und nicht als eingetragene Lebenspartnerschaft.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s