Deutsch, lesbisch, stolz!

Eine Bloggerfreundin, hat ein interessantes Thema angesprochen: „Was ist Deutschland? Was ist deutsch?“, fragt sie in ihrem Artikel, den ihr ALLE lesen solltet! KLICK MICH JETZT UND SOFORT, ABER ZACKIG! Habt ihr? Gut! Auch meine Antwort? Noch besser!

Ich möchte aber noch mehr dazu sagen, weil es (mir) wichtig ist. Für mich ist es unmöglich eine Mentalität zu verstehen, die so ist, wie die vieler Deutscher. Erschrockene Blicke, wenn die Sprache auf den GröFaZ kommt. Der Deutsche duckt sich und trägt eine Tonnenlast. An dieser Stelle hole ich meist tief Luft und habe immer etwas zu sagen. Und das kommt jetzt, hart und unzensiert.

Deutschland ist für mich ein Land, das eine große Kultur hervorgebracht hat. Deutschlands Geschichte, seine Menschen, mag ich sehr. Wir, ja ich sage bewusst WIR, sind das Land der Dichter und Denker, der Musiker und Erfinder. Das armselige Selbstbewusstsein vieler in Deutschland geborener Menschen, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Die Verlegunung der eigenen Sprache, der großartigen Leistungen eines Landes, werden an einer Bande von Schwachköpfen gemessen, die fast jedes Land der Erde aufzuweisen hat.
Ja, Geschichte ist wichtig! Aber der Zweite Weltkrieg ist nicht nur in deutschen Köpfen entstanden. Die politischen Interessen der USA, der Masterplan für kommende Jahrzehnte, hat den Krieg für eigene Zwecke benutzt.

Das Ergebnis sehen wir heute und immer noch. Amerika befiehlt, die Europäer springen. Ich bin stolz darauf 1. in Japan geboren zu sein, 2. die deutsche Staatsbürgerschaft zu haben und somit Teil zweier großartiger Kulturen zu sein. Schuldzuweisungen anderer Nationen bezüglich WW II treffen mich nicht. Ich lebe heute und gehe meinen Weg. Als lesbische Frau und Deutsche. Und darauf bin ich stolz!

Hat damit wer ein Problem?

19 Kommentare zu “Deutsch, lesbisch, stolz!

      • Ich habe gerade beim Gescheuchten Igel einen Kommentar geschrieben, aber den sieht man wahrscheinlich noch nicht.
        In Österreich läuft das Thema ganz anders. Hier ist das absolute Verdrängen angesagt. Bis vor ein paar Jahrzehnten ist es „uns“ gelungen, den Mythos zu pflegen, dass Österreich das erste Opfer der Nazi gewesen wäre. Was eine historisch unhaltbare Behauptung ist, auch abgesehen von der Tatsache, dass Hitler schließlich Österreicher war.
        Was den österreichischen Nationalstolz betrifft, so beruht der einerseits auf der Landschaft, Österreich ist ein schönes Land , auf Kultur und Wissenschaft und nicht zuletzt auf Erfolgen beim Wintersport.
        Ich wusste gar nicht, dass es in Deutschland eine Tendenz zu schwankendem nationalen Selbstbewußtsein gibt. Es würde mich wundern, wenn das außerhalb Deutschlands oft so gesehen würde 😀
        In Österreich finde ich den Nationalstolz eher etwas übersteigert und was die Vergangenheit betrifft, so können wir ja nichts dafür, das waren ja alles die bösen Deutschen. Zwar war der Anteil an Österreichern bei SS und ähnlichen Organisationen sehr hoch, aber das muss man ja nicht wissen …

        Mein Kommentar beim Igel:
        Ich wollte nur sagen, dass ich viel von kultureller Identität halte, aber gar nichts von Nationalismus. Eine Sache ist es, ob man stolz ist auf die Leistungen seiner Landsleute ist , aber eine andere ist es zu sagen “nur wir können dies und das” oder gar “bei uns liegen die Leistungen in den Genen”
        Ich finde es gut und richtig Nationalstolz über die Leistungen des eigenen Volks zu definieren, nicht aber über so schwammige Begriffe wie “Mentalität”

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      • Super, dankeschön! Du sprichst an und aus, was ich denke. Fast jede Nation hat ihre dunkle Periode. Spanien, England sind keine Waisenkinder. Mit dem Unterschied, dass das alles schon einige hundert Jahre her ist. Wobei die Sache mit den Faschisten in Spanien ja ganz anders lief.
        Es gibt so viele tolle Leistungen von Menschen, von Nationen, die immer wieder von wenigen Schwachmaten überschattet worden sind. Deutschland und Österreich haben eine großartige Vergangenheit und sollten sich nicht über einen Hitler definieren lassen.

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  1. ja, der Kommentar war plötzlich abgeschickt, ohne dass ich das beabsichtigte… ich mache mal weiter…
    bei Goethe fehlt das e, Brecht, Beethoven, Mozart, Kant und wie sie alle heißen haben mit mir doch nichts zu tun. Ich mag keinen Fußball und bin nicht Papst, Haxen verabscheue ich, trinke selten Bier und trage weder Dirndel noch Lederhosen. Meine Lieblingsküche ist die indische, ich liebe die gestikulierende Leichtigkeit der Italiener, den Charme der Franzosen, die Raffinesse der Polen und das Lachen der Eritreer, das erst stirbt, wenn sie verhungert sind. Auf die mir innewohnende bedächtige Schwere der Deutschen könnte ich dagegen gerne verzichten. Aber Deutsche sind nicht Deutsche, ein Bayer ist kein Fischkopf und noch nicht einmal ein Franke und jeder Schwabe wird vom Rest der Deutschen ohnehin nur milde belächelt. Ich begreife mich als Mensch und dass ich ausgerechnet in Deutschland geboren bin nehme ich als mein Schicksal an. Wieso soll ich besser sein als Goethe? Literarisch kann ich ihm in keinster Weise das Wasser reichen und auch sein Wissen habe ich nicht.
    Ein Grashalm ist so wichtig wie der stärkste Baum und in welchem Land er wächst spielt für mich nur eine untergeordnete Rolle…

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    • ich finde es schade, dass du der deutschen Kultur gegenüber so wenig Selbstbewusstsein zeigst. Die seit Jahrzehnten praktizierte Indoktrination zeigt Wirkung. Mich trifft sie nicht, warum sollte sie auch? Ich freue mich Teil zweier Nationen zu sein, die die Welt maßgeblich mit verändert haben. Und mein Grashalm wiegt sich im Japanischen Kirchblütenhain, wie auch im deutschen Sommerwind.

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  2. Ich schließe mich Prem Kasina mal vollinhaltlich an, Indoktrination hin oder her. Warum zum Teufel sollte ich stolz darauf sein, zufällig in diesem Land geboren worden (weiblich etc. pp.) zu sein? Das empfinde ich als ähnlich absurd, wie stolz darauf zu sein, dass heute zufällig hier die Sonne schien. Hm, vielleicht mag ich aber auch einfach das wort „stolz“ nicht. 😉

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  3. Die Deutschen und ihr Nationalstolz, ein sehr interessantes Thema. Ich persönlich empfinde ebenso wie Eva und Prem Kasina. Natürlich sind Goethe und Schiller, Gutenberg und Einstein Personen, die großartiges vollbracht haben. Aber das haben Marie Curie und Charles Darwin auch. Emotional fühle mich diesem Land nicht wirklich eng verbunden. Ja, man fiebert mit wenn die Deutsche Fußballmannschaft im Finale steht, aber spätestens wenn ich auf dem Heimweg vom Public Viewing einige der vielen (nicht alle!) Deutschlandfahnen-schwenkenden Brüllaffen sehe, muss ich vor Fremdscham den Kopf schütteln. Stolz bin ich auf das was ich selbst schaffe.

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    • Wie mir scheint haben viele Deutsche die jüngere Vergangenheit nie wirklich verarbeitet. Es ist traurig zu sehen, dass Deutsche lieber Amerikaner, oder Briten wären. Weil die ja stolz auf ihr Land sind. Paradox. Sind es doch eben jene Nationen, die Deutsche seit Jahrzehnten klein halten um selbst zu dominieren.
      Du sprichst Fußball an. In einer Studie hat man festgestellt, dass während und nach der WM 2006 der Nationalstolz der Deutschen angestiegen ist.

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  4. Wer bin ich?
    Zuallererst ICH, dann Frau, Mutter, Tochter, Apothekerin, Schwäbin. Auch deutsch, ok.
    Aber mit Nationalstolz kann ich bei keiner Nationalität was anfangen, denn wo man geboren wird bestimmt man nicht selbst.
    Brecht, Goethe, Schiller, Bach, Einstein – große „Deutsche“, die mensch bewundern darf. Aber auch hier nur Zufall.
    (Übrigens: Der Schiller und der Hegel, der Uhland und der Hauff, das sind bei uns die Regel, die fallen gar nicht auf! schwäbischer Stolz 😉 )
    Ich ziehe aus der Vergangenheit eher die Lehre, dass Rassismus/Imperialismus/Militarismus immer schlecht ist und daher aktiv abgewendet werden muß.

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    • Was mir auffällt bei den Antworten: Immer, wird „Stolz“mit „National“ gleichgesetzt, was sofort mit dem unsäglichen Regime der Nazis in Verbindung gebracht wird. Und die spielen dabei überhaupt keine Rolle!
      Deutschland, Japan, eigentlich alle Länder, haben ein riesiges kulturelles Erbe. Und warum darf Frau nicht stolz auf die eigene Herkunft sein? Ich erhebe mich damit doch nicht über andere Menschen. Ich bin stolz auf unsere Fußballmädels, stolz dass Frauen Weltmeister werden. Sogar auf Mutti Merkel in gewisser Weise. Auch, wenn ich ihre Politik nicht mag.
      Schau dir Franzosen an, Italiener, Spanier, Engländer, Amerikaner. Auch die Russen heute noch. Skandinavier und und und! Diese Menschen sind stolz auf ihr Land und ich kann sie als in Japan geborene Deutsche gut verstehen.

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