Lesbisch zu sein ist keine Wahl!

Man hat immer einer Wahl im Leben, haben kluge Menschen einst gesagt. Egal, ob nach links oder rechts, wir können unsere Wege wählen. Aber nicht unsere Sexualität. Und schon sind wir beim Thema, das viele nicht verstehen. Lesbisch / schwul zu sein kann man nicht wählen, du bist es von Geburt.

In unserer noch immer zum Teil sehr homophoben Gesellschaft, wird das gern anders gesehen. Politiker, Kirchenvertreter und Wunderheiler wollen den Fehlgeleiteten helfen. Schwachsinniger geht es kaum. Lesbisch zu sein, ist keine Krankheit. Unnormal sind nur die anderen, die LGBT-Menschen zu etwas zwingen wollen, was sie nicht sind.

In Deutschland, Japan und der ganzen Welt, leiden Menschen unter Homophobie. Sie werden geächtet, oder belächelt. Sogar Gewalt gibt es gegen sie. Das fängt schon zu Hause an, wenn Eltern mit Unverständnis reagieren. Drastische Strafen, Therapien und Liebesentzug sind oft die bittere Konsequenz, wenn die Tochter lesbisch ist.

Nicht jede Frau hat meine Stärke und auch bei meinen Eltern hatte ich Glück. Daher verheimlicht Frau oft was und wie sie wirklich ist. Gleiches gilt für Mann. Ich spreche jetzt weniger von Scheinehen, die es vor allem in Asien gibt. Dort heiraten oft Lesben und Schwule, um den schönen Schein zu wahren. Und Kinder gibt es auch. Nur keinen Sex. Den haben sie mit ihren heimlichen Partnern. Liebe, die verborgen ist.

Ich habe nie gelitten, dieser Zustand ist mir fremd. Außer Regelschmerzen durch die Endometriose kenne ich kein schlechtes (Bauch)Gefühl. Aber ich weiß von Freundinnen, wie schwer sie es im Leben hatten. Und ich kenne mehr als einen Fall, der fast in die Katastrophe führte. Aber Selbstmord kann nie die Lösung sein! Es gibt immer Hilfe, niemand ist jemals ganz allein.

Der britische Forscher Havelock Ellis hielt viele Lesben für pseudohomosexuell. Nach seiner These konnten Lesben keinen Mann ergattern und sind deshalb bei Frau gelandet. Der krasseste Spruch des homophoben Forschers: „Ohne einen männlichen Penis könnten Frauen keine sexuelle Befriedigung erfahren.“ Lauter habe ich nie gelacht.

Immerhin hat Ellis damit verhindern können, dass weibliche Homosexualität unter Strafe gestellt worden ist. Wo nichts ist, kann man nichts bestrafen. Wie arm sind manche Menschen? Homosexualität ist keine Krankheit, kein Weg, den man wählen kann.

Wer anderen Menschen die freie Entfaltung verbietet sollte dringender in Therapie, als die Regenbogenkinder. Der Regenbogen leuchtet für alle Menschen. Und das ist richtig und gut.

32 Kommentare zu “Lesbisch zu sein ist keine Wahl!

  1. Ich denke, es gibt auch Frauen, die so enttäuscht sind von den Männern und schlechte Erfahrungen mit dem Hetero-Sex gemacht haben, dass sie die Beziehung zu einer zärtlichen Frau vorziehen. Ich kann mir das gut vorstellen. Ich verstehe auch nicht, dass Menschen, die glauben, dass ein Gott Hetero-Menschen geschaffen hat, nicht auch für die Erschaffung von Homosexuellen Menschen verantwortlich ist. Ich finde es toll, mit wie viel Kraft und Selbstbewusstsein du durchs Leben gehst. Und Du hast bestimmt sehr viel Glück mit Deinen Eltern gehabt. LG Ulrike

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    • Ich kenne solche Fälle, die du angesprochen hast. Die Frage ist dann immer, ob sie wirklich hetero waren, oder ihre wahre Natur nur verborgen hielten. Nicht mal bewusst, die Gesellschaft bietet noch immer wenig Spielraum, oder Hilfe, wenn du nicht einer Norm entsprichst. Und es geht nicht immer um Sex. Es gibt Frauen die sich lieben und keinen (mehr) haben.

      Ein Gott … Das bleibt ein Reizthema für mich als Buddhistin. Wenn, so ist das Göttliche in jedem Menschen. Und da stimme ich dir zu, der Regenbogen macht keinen Unterschied. Unter seinem Licht sind wir alle gleich.

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    • Liebe Mayumi, ein immer wieder wichtiger Text, wir dürfen nie ermüden darauf hinzuweisen. Der Regenbogen muß seinen bunten Bogen weithin sichtbar leuchten lassen. Und liebe Mia, was für ein charmantöses Filmchen, ich danke sehr fürs Mit-teilen. Liebe Grüße an euch beide und natürlich wie stets auch an die kissenschmeißende Elfigkeit, Ihro Yuki, eure Käthe.

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      • In den USA gibt es spannende Dinge zu vermelden. In immer mehr Bundesstaaten kippt das Heiratsverbot für LGBT-Menschen. In deutschen Medien sehe ich immer mehr Ansätze, das Thema zu behandeln. Das gelingt nicht immer, aber ein Anfang ist (wieder) gemacht. Wenn ich mit meinem Blog auch nur einen Menschen überzeugen kann, das „Gay“ zu sein ihn nicht bedroht, habe ich Erfolg gehabt. Gay means happy. Viele Grüße von Yuki und mir.

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      • Ach, ich habe ja auch noch meinen Robertknutschtext auf Kladde liegen. Den will ich auch irgendwann fertigklickediklacken. Der männerschönäugelnde Robert, der mir das Küssen beibrachte, hach…

        Es ist wie bei vielen anderen Themen, allein Aufklärung hilft gegen Vorurteile, gut, daß es Regenbogenkriegerinnen wie Dich gibt, meine famose Mayumi. Dafür einen Krachknutscher von mir, Deine Käthe.

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      • Wir werden immer mehr. In den USA, genauer Los Angeles, gibt es eine ganze Reihe Frauen, die Video-Blogs zum Thema machen. Künstlerinnen zum Teil, Sängerinnen, Schauspielerinnen und und und … Ellen ist in aller Munde und ständig kommt ein neues Coming Out.
        Irgendwann wird all das nicht mehr nötig sein. Dann wird es normal sein, wenn Frechelfenkinder zwei Mamas haben.

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      • Ja oder ? Käthe… hatte gestern echt Tränen in den Augen. Es könnte so einfach sein echt. Aber das liegt wohl nicht in des Menschens Natur. Aber für heute wird Sonne genossen und Käthens Umarmt 😀 Liebe Grüße zurück

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      • Psst, ich augenpipiete eben auch, liebste Mia. Des Menschen Natur ist eigentlich die Liebe. Und die dürfte keine Vorurteile zulassen, aber wir werden beeinflußt, unser Wesen verformt und zurechtgestutzt. Leider.
        Deshalb eine Warminnigumarmung an Dich zurück, mit Augenbling, Deine Käthe.

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  2. Ich denke, Liebe sucht sich ohnehin kein Geschlecht aus, sondern einfach ein Herz, einen Menschen. Ist doch völlig egal, ob ein Penis oder Brüste an dem Menschen dran ist. Das Herz und die Seele müssen stimmen. So ist die Natur der Liebe.

    LG
    Steffi

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  3. Jawohl, es lebe die Liebe und der Regenbogen.
    Ich habe gestern einen bedrückenden Bericht gesehen über eine (der vielen) völlig absurden Aspekte des derzeitigen iranischen Regimes: auf Homosexualität steht die Todesstrafe, aber es ist erlaubt sich auf das jeweils andere Geschlecht umoperieren zu lassen. Das wäre für Transsexuelle sehr erfreulich, tatsächlich lassen sich viele Homosexuelle umoperieren um dann mit ihren nicht mehr gleichgeschlechtlichen PartnerInnen zusammen leben zu können.
    Das ist wirklich ungeheuerlich !

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    • Ich kann meinen Eltern nicht genug danken, dass sie nach Deutschland gekommen sind. In Japan wird Homosexualität quasi ignoriert. Von Frau wird erwartet hetero zu sein und Kinder zu bekommen. In Staaten der Dritten Welt sind es oft die religiösen Führer, die ihre unmenschlichen Ansichten in Gesetze formen lassen. Damit ihre verlogene Welt nicht zerfällt.

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  4. Total wichtiges Thema das UNBEDINGT angesprochen werden muss! Und dass du hier so offen bist bewundere ich wirklich, ich denke es gibt viel zu viele Leute, die sich sowas nie trauen würden… Das ist einfach nur traurig, diese Menschen die ein Problem mit Homosexuellen haben
    LG und alles Gute weiterhin, Joschi

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