Liebe auf Eis – Teil 2

Der Unfall mit dem RS8, hat fast den Test zerstört. Wieder half der alte Graf und hat für schnellen Ersatz gesorgt. Der neue Audi ist nur zum Teil verändert, dank neuem Fahrwerk und Turbobums. Aber er macht bereits eine gute Figur bei seinen Kameraden. Supersportler unter sich.

Schon vor Wochen hat Wolf diverse Boliden nach Schweden bringen lassen. Es sind nicht nur die Audi, auch ein Godzilla (Nissan GT-R) ist dabei. Er ist der Sonderling auf diesem Kurs. Aber was macht das schon. Wir sind fast alle queer. Und das in des Wortes doppelter Bedeutung. Englisch kann eine lustige Sprache sein.

Ein Ex-Ralley-Profi wird unser Instruktor sein. Er spricht Deutsch und Englisch auf lustige Art. Und meine Mädels fliegen. Aus der Kurve meist und das mit ganz viel Spaß. Für Graf Werner steht ein SUV bereit. Mit Spikes bereift, wie all die anderen Wagen. Ich drifte den Wagen auf dem See umher und der alte Herr lacht. Er versucht es selbst und scheitert zu Beginn. Also lasse ich ihn auf einem kleinen Audi üben, den er gut beherrschen kann. Nicht immer ist Größe besser.

Elfchen düst mit schnellem Reifen Runde um Runde auf dem See. Sie hat sichtlich Spaß und die arme Ilka schreit „Oh jeh!“ Aber Elfen kennen kein Erbarmen. Das habe ich euch doch schon immer gesagt. Die Juristin übt und hats dann gut gemacht. Elfchen hat geschmunzelt und Amelie Freudentränen gelacht. Auch über Ilkas Antrag, den sie ihr nach der Runde macht. Liebe auf Eis: „Sei meine Frau!“ Alle freuen sich und die beiden liegen sich im Arm. Das ist Liebe, das hält warm.

Linda zeigt uns stolz, was sie alles besser kann. Die Security-Expertin hat Fahrsicherheitskurse gehabt, aber noch nie auf einem zugefrorenen See. Eine Spur Wehmut mischt sich in ihre Freude. Sie weiß es, wir werden nach Düsseldorf ziehen. Aber Kilometer werden unsere Freundschaft kaum beenden. Wir bleiben uns für immer nah.

Witzigerweise hat Karin mehr Probleme beim driften, als ihre fast nie Auto fahrende Frau. Die beherrscht den Audi sicher, als hätte sie Benzin im Blut. Soviel zum Thema Rollen. Femme schlägt Butch, das hat meine Karin nun davon. Aber sie freut sich mit ihrer Frau. Neid kennen die beiden nicht. Ihre Töchter lachen und werfen Schneebälle nach mir. Prompt bilden sich zwei Lager. Vorwärts ihr Heldinnen, auf ins winterliche Gefecht!

Die Stunden vergehen. Immer wieder wird heißer Tee und Kaffee gereicht. Und auf Unterkühlungen geachtet. Lappplands Winter können tückisch sein. Nach dem Mittagessen im Hotel folgt prompt die zweite Runde. Aber schon gegen 16 Uhr endet dann der erste Tag. Sport, duschen und eine kleine Feier stehen auf dem Programm. An alles ist gedacht.

Im Fitness-Raum des Hotels gebe ich eine Privatstunde für die Frauen. Einige machen Kampfsport, andere haben das noch nie gesehen. Aber um Gewalt geht es im Karate nicht, das war nie Ziel der Sache. Linda, Yuki und ich wirbeln uns abwechslend über die Matte. Graf Werner im Gefolge von Yukis Eltern schaut kurz vorbei und ist begeistert, als er meine Würfe sieht. „Das würde ich auch gern können“, sagt er im Scherz. Aber seine Enkelin winkt ab und lacht. „Lass mich das machen, Opa Werner“, sagt sie. „Mayumi hat mir schon viel beigebracht.“ Und sie sprach nicht nur von Karate.

Yukis Papa hält nach dem Essen eine seiner Reden. Der Mann ist brillant, wenn es um Worte geht. Ein Rhetoriker, der kaum Sprachprobleme hat. Er blickt auf 2014 zurück, spricht über die Krisen der Welt und über die Sorgen von Menschen, denen es schlechter als uns allen geht. Und er spricht auch Regenbogen-Familien an und wie stolz er auf Yuki und auch mich als Schwiegertochter ist.

Ich tanze mit Yuki, aber an diesem Abend bin ich zum Allgemeingut geworden. Immer wieder wechseln wir und ich tanze die ganze Reihe der Mädels durch. Dabei fällt mir die Bloggerin Emma ein und was sie über Kleider schrieb. Ungewöhnlich für mich bin ich berockt an diesem Abend. Frau Dr. Landar im Abendkleid, wer hätte das gedacht. Aber ich leide gern für einen Spaß. Und den habe ich gehabt.

Aber auch Pläne. Und die werden umgesetzt. Nie mit Gewalt, nie radikal. Es sei denn, dass ich für den Regenbogen kämpfe. Ein Ziel für 2015 ist der Sifu-Titel (Meister) im Wing Chun. Mein Trainer denkt ich sei soweit. Ein Vorteil, wenn man außerhalb der EWTO aufgewachsen ist. Die lehren nur hohle Phrasen, um Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Elfchen und ich haben echtes Wing Chun gelernt. Ohne Tricks und doppelten Boden. Aber auch kompromisslos und hart.

Wie üblich telefoniere ich noch mit meiner Mutter bevor die Schlaffee uns besucht. Auch mit meinem Papa wechsele ich ein Wort und prompt folgt väterlicher Humor. Er kann es nicht lassen und neckt mich, dass er 2015 endlich Enkel will.
„Aber die liegen doch schon auf Eis“, breche ich endlich mein Schweigen. „Elfchen und Ken haben dafür gesorgt.“
Treffer, versenkt! Nie habe ich meinen Papa so sprachlos erlebt. Freudig versteht sich. Und meine Mama weint vor Glück, als ich es ihr gestehe. Dabei sind wir noch nicht mal schwanger.

Ja, die Liebe liegt bei uns auf Eis. Das können meine LeserInnen wörtlich nehmen. Vielleicht noch 2015 wird meine Elfe schwanger werden. Und ich die Großcousine meines eigenen Kindes. Das natürlich ein Mädchen wird! Was habt ihr denn nun gedacht? Und Cousin Ken freut sich für uns wie ein Schnitzel. Auf dass es gut werde, dieses Jahr!

Unsere Geschichte geht noch weiter. Nur für heute ist damit Schluß. Genießt die Zeit mit euren Lieben. Und gebt ihnen mindestens einen Kuss. Damit das Herz sich nie erkältet und die Liebe weiter brennt.

 

Den 1. Teil der Geschichte finden interessierte LeserInnen hier: Liebe auf Eis – Teil 1

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38 Kommentare zu “Liebe auf Eis – Teil 2

  1. Ohhhhhh! Oh Frau, jetzt hast Du mich aber eiskalt erwischt – positiv, versteht sich! Ich drücke Dir und Deiner Elfe natürlich die Daumen! Und freu mich schon, ohhhhhh! Und zu einem Beitrag hast Du mich jetzt auch inspiriert, so muss das sein! 🙂

  2. Ich bin ja noch beim Einlesen. Gibt es irgendwo mehr zu lesen über die familiären Querverbindungen. Elfchen ist deine andere Hälfte, richtig? Musste doch drei mal nachlesen, um halbwegs durchzublicken. Und wer ist der alte Graf?

    Gar nicht neugierige Grüße ^^

    • Yuki ist meine Elfe, die ich auch gern Yuki-onna nenne. Das ist ein Wortspiel. Die Yuki-onna ist normal die Schneekönigin in den japanischen Märchen. Du kannst das aber auch wörtlich als Schneefrau übersetzen.

      Mein Blog ist fast 2 Jahre alt und in dieser Zeit ist so einiges passiert. Ilka, Amelie, Karin, der Graf, sie alle hatten bereits ihre Artikel. Vielleicht ein Tipp: Such nach den Namen, WordPress listet dann die Artikel auf.

      Kurz: Karin ist meine allerbeste Schulfreundin aus Jugendtagen. Linda eine Freundin und Geschäftspartnerin. Ilka und Amelie zwei liebe Freundinnen. Graf Werner habe ich vor einem Jahr in der Schweiz getroffen und im Sommer kurz besucht. Daraus entstand eine geschäftliche Verbindung, ich sanierte Firmen für ihn. Wolf ist ein Ingenieur, der für meinen Schwiegervater arbeitet. Eine Auto-Tuninig-Schmiede ist ihr Geschäft. Soweit alles verständlich? 😉

      Liebe Grüße aus dem Elfenheim

  3. Ochnaja, wieder eine von den Autogeschichten, so fange ich an zu lesen. Ist halt nicht meine Welt ~~~~~~~~~ Und dann pockert plötzlich mein Herz im Viertaktrhythmus und mein Freudengaspedal wird komplett durchgedrückt, die Quietschvergnügtreifen driften los und ich lege einen Jubelstart hin, den jeden Formeleinsboliden den Motor abwürgen läßt!
    Ihr zwo Lieben, ich wünsche euch alles Glück der Welt! Potzblitz, so heißherzig kann einen auf Eis liegende Liebe machen, ich staune. Herzlichst, eure Käthe.

    • Ich mag es gern, wenn ich meine LeserInnen aufs Glatteis führen kann. Das sind meine japanischen Gene, wir machen solche Scherze gern.

      Die Autos sollten nie im Vordergrund der Artikel stehen. Darüber habe ich bereits oft und lange geschrieben. Daher auch lediglich 2 Teile, die menschlich geworden sind.

      Du wirst noch mehr staunen, wenn wir unsere Mädchen haben. Die bestimmt so frech wie Elfchen sind und quirlig wie Ken und ich. Im Ernst, Ken könnte glatt mein Bruder sein. Der ist so verrückt wie ich. Sind halt die gleichen Gene 😀

      Liebe Grüße auch an dich!

  4. Eiskinder dann sozusagen? 😉 Dass dein Dad baff war, kann ich mir gut vorstellen. Dann bin ich ja mal auf die weiteren Post diesbezüglich gespannt.

    War der Auflug jetzt einfach nur just for fun – oder gab es da noch einen anderen Hintergrund bzgl. Fahrzeuge?

    • Eigentlich war das ein normaler Test, den wir dann dank Sponsoring mit Spaß verbunden haben. Aber ich mag keine technischen Details posten, die interessieren nicht. Aber bei hohen Minusgraden kann man eben gut Technik testen, auch das Fahrwerk auf Schnee und Eis.

      Ja, die Eiskinder 😀 Wir haben unsere Familien total überrascht. Vielleicht schreibe ich noch einen Artikel darüber.

  5. Endlich komme ich mal wieder zum Lesen und konnte beide Berichtsteile in einem Rutsch lesen. Inklusive Überraschung! Ich freu mich für Euch! Egal, wann es nun wird, es wird bestimmt eine großartige Zeit- und auch die, die danach kommt!

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