Liebe auf Eis – Teil 1

Wir fliegen! Und das nun schon seit Stunden. Yuki schläft in meinem Arm, wie sie das auf Flügen immer macht. Die Reise geht in den hohen Norden der Welt, zu Lapplands vereisten Seen. Aber wir sind nicht allein auf diesem Flug. Frau Dr. Karin Sommer mit Frau und Töchtern ist ebenfalls dabei. Auch Linda darf nicht fehlen. Und natürlich Ilka und Amelie.

Umringt von wild-verrückten Mädels kann dieser Flug nur Spaß bedeuten. Aber die habe ich alle im Griff. Und mich die Vorfreude auf Vilhelmina. Schräg vor mir sitzt Wolf mit seinen Ingenieuren. Auch Yukis Eltern sind dabei. Nur meine haben abgewunken. Eisdriften im Norden ist nicht ihr Ding.

Einen kleinen Fehler muss ich mir eingestehen, ich habe mich im Land geirrt. Vilhelmina liegt in Schweden. Irrtümlich hatte ich den Ort in Norwegen gesehen. Wobei das ehrlich gesagt wenig Unterschiede macht. Da oben ist immer alles weiß. Zumindest im Winter. Und die Sprache ist sowieso fast gleich.

Geplant ist die Reise schon seit einer Weile. Kein anderer Termin war möglich. Es ist fast noch Vorsaison. Der gute Rutsch ins neue Jahr wird wörtlich werden. Wenn auch etwas spät. Und im Wort stand auch Graf Werner, der ebenfalls mitgekommen ist. Mit Frau und Enkelin versteht sich. Und zum Teil hat er das finanziert. Eine Kooperation der Firmen. Herr Graf haben investiert.

Mit Zwischenstops in Amsterdam und Stockholm erreichen wir Vilhelmina nach 8 Stunden. Wir haben die schnelle Variante gewählt. Nur Touristen fliegn länger. Winter im Norden hat eine andere Qualität. Da braucht es dicke Kleidung und keine sexy Unterwäsche. Eingemummt in dickste Daunen, die Köpfe durch Mützen geschützt, geht es zum Charterbus. Das Gepäck wird ins Hotel geliefert. Service, der besonderen Art.

„Ich freue mich wie ein kleiner Junge“, lässt der Graf mich wissen.
„Er redet seit Wochen von nichts anderem mehr“, sagt seine Frau. Und Enkelin Simone lacht.
Während Yuki auspackt muss ich mich dehnen. Ich laufe eine Kata und übe Spagat.
„Elfchen, ich mag dir was zeigen“, sage ich. „Die Technik hast du noch nicht gesehen.“
„Klar, du willst mich wieder hauen“, bekomme ich frech zu hören. Aber sie kommt dann doch und lacht.
Prompt albern wir durchs Zimmer. Yuki wehrt sich tapfer und gibt dann auf. Und ich ihr einen Kuss. Liebe ist, wenn man sich küssen muss.

„Ist gut jetzt“, beendet sie den Spaß und japst nach Luft. „Wart’s nur ab, nach dem Essen räche ich mich!“
„Wie denn?“, will ich wissen.
„So!“, sagt sie und klatscht mir auf den Po.
Liebe auf Elfenart. Ich muss die Süße einfach lieben.
Es klopft und Karin steckt den Kopf ins Zimmer.
„Seit ihr endlich fertig, oder wie lange dauert das noch?“, fragt sie im Scherz. „Eure Liebesspiele könnt ihr später machen.“
Lachend läuft sie davon, als ich einen Schuh nach ihr werfe.
Freundschaft kann auch das ertragen.

Nur wenige Gäste sind in dem Hotel. Auch Auto-Enthusiasten, die auf Abstand bleiben. Wolfs Team hat dafür gesorgt. Und Linda nur kurz böse geschaut, als ein Holländer zu flirten beginnt. Nun sind die Fronten abgesteckt und wir können ungestört zu Bett. Manchmal muss selbst ich nicht kämpfen. Nur mit dem Veranstaltungsplan.
4 Tage wird der Spaß dauern. Und für die meisten Teilnehmer kostenlos sein.
„Ich habe genug Geld“, hat der alte Graf gesagt. „Also bringen Sie Freunde mit.“
Und das habe ich gemacht.

Einige Mädels waren skeptisch bei der Sache. Karin sofort mit dabei. Sie und ich haben uns von jeher gut verstanden. Nur geprügelt hat Karin sich nie. Und bekanntlich habe ich mich immer nur gewehrt. Provokationen inklusive. Ich war ein kleines Biest.

Eine aufgeregte Hühnerschar ist nichts gegen das Geschnatter, das sich am nächsten Morgen abspielt. Ein Bus bringt uns zum See, die Wagen stehen bereit. Ich setze mich locker durch und dirigiere die Gruppe. Auch Yuki macht eine gute Figur. Liebe auf Eis. Aber im positiven Sinn.

Und eisig wird es auch im zweiten Teil. Vielleicht gibt es auch eine Antwort auf die Frage, wie unsere Zukunft aussehen wird. Das könnte durchaus sein.

Fortsetzung folgt …

 

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22 Kommentare zu “Liebe auf Eis – Teil 1

    • Solche Trips dauern nie länger, als 3 – 5 Tage. Du musst bedenken, dass die Leute dort Schlange stehen, um auf Eis und Schnee zu fahren. Auch, wenn es nicht wirklich preiswert ist. Aber den Spaß ist das vielen wert. Wir haben dort auch die Wagen auf Haltbarkeit getestet, also auch gearbeitet.

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