Danke ist (k)ein großes Wort

Als Kinder lernen wir das Leben kennen. Die Eltern sind unsere Helden, die Vorbilder, Lebensbegleiter. Sie unterrichten uns mit Geduld, Liebe und Verstand. Als Kind lernen wir uns zu benehmen und auch die Worte „bitte“ und „danke“ zu sagen. Und Höflichkeit ist gut.

Erwachsene haben aber häufig ein Problem damit diese Worte sinnvoll zu nutzen. Vielleicht wollen sie nicht betteln, oder sehen Dank als selbstverständlich an. Kinder sind auf ihre Eltern, auf Erwachsene angewiesen. Und bedanken sich meist lieb. Erwachsene können viele Dinge selbst erledigen und ihr Ego wächst. Bei so manchem Menschen wird es so groß, dass er das einfache bedanken vergisst.

Wenn ich Blogs lese fallen mir häufig Kommentare auf, die vom Blogersteller gemacht worden sind. Selbst ein Lob wird oft abgetan und dem Kommentierenden die eigene Meinung aufgepresst. Bewusst oder unbewusst, das mag ich nicht bewerten. Daneben ist es schon.

Klar, wenn ich als ThemenerstellerIn etwas besser weiß, so werde ich das kommunizieren. Aber ich für mein Teil bedanke mich auch gern, wenn ich nette Worte lese. In meinem Bekanntenkreis gelte ich oft als oberlehrerhaft, wenn ich Dinge umfassend erkläre. Das ist nur eine liebenswerte Stichelei unter Freundinnen. Wirklich bevormunden mag ich nicht.

Blogger fühlen sich oft von Worten angegriffen, wenn sie die Intention nicht verstehen. Und Worte sind nie einfach, das habe ich schon vor vielen Jahren erkannt. Aber im Gegensatz zu anderen nehme ich ein Lob gern an. Warum sollte ich alles als Angriff werten, oder den Sinn von Worten korrigieren.

Vermutlich haben viele Menschen heute verlent, wie einfach das Wort „Danke“ auszusprechen ist. Vielleicht sind sie einfach zu abgehoben und strotzen vor Arroganz. Selbstgefällig wird auf „die anderen“ geschaut, die den Blog sowieso kaum verstehen. Und eigentlich sind sie auch zu gut für diese Welt und warten auf die Entdeckung als …

Diese Spezies tummelt sich oft in (Literatur)Foren und gibt altkluge Kommentare ab. Kaum dem Anfängerkus „Kreatives Schreiben für Selbstgefällige“ entwachsen, mutieren sie zu LektorInnen. Sofort wird nun alles mit Kritikerauge gelesen und entsprechend diffamiert. Aber Schweigen wäre manchmal die bessere Wahl.

Bei Bloggern mag auch eine gewisse Gedankenlosigkeit eine Rolle spielen. Die Anonymität des Netzes macht es möglich. Sie vergessen, dass sie mit einem einfachen „Danke“, einen anderen Menschen glücklich machen. Danke fürs lesen.

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28 Kommentare zu “Danke ist (k)ein großes Wort

  1. Och je! Du hast vollkommen Recht, liebe Nandalya, es wird auch IRL viel zu wenig Danke gesagt!
    Wenn bei mir jemand ein nettes Lob schreibt, schreibe ich auch oft „Dankeschön“ oder so dazu – und komme mir dabei ehrlich gesagt etwas blöd vor: Fühlt sich der Kommentator nicht abgekanzelt, wenn ich „nur“ Danke sage?
    Hmpf.

    Das mit den Literaturforen hattest Du ja schonmal an anderer Stelle erwähnt; unfassbar, was sich da so tummelt, werde beizeiten auch etwas dazu schreiben.

    Und an dieser Stelle – bevor es wieder im Alltagstrubel vergessen ist! – Dir vielen lieben Dank für die wunderschönen, witzigen, interessanten, spannenden und anregenden Beiträge! 🙂

    • Gern geschehen 🙂

      *Tief Luft hole und …* (Habs korrigiert! 😛 )

      😀

      Schau, wir alle haben neben dem Blog auch einen echten Beruf, sind hier und dort mit eingebunden. Ich antworte oft Tage später, wenn wir mal wieder unterwegs waren. Das kann dann durchaus nur ein „Like“ werden, oder ein kurzes, aber von Herzen kommendes Dankeschön.

  2. 🙂 Kürzlich habe ich auf einem blog, auf dem elendig schlechtes eigenes Geschreibsel als Roman bezeichnet wird, gelesen, dass doch alle Literaturnobelpreisträger völlig überschätzt und zu Unrecht gelobt würden. Na ja 😀

    • Jeder Mensch hat (s)eine eigene Meinung. Jeder darf sie äußern. Aber wir müssen sie nicht lesen.

      Ich habe mehrere Kurse für kreatives Schreiben besucht, ich schreibe Haiku seit ich ein junges Mädchen bin. Vor Jahren habe ich mich in Literaturforen mit solchen Kritikern gefetzt und dort meine Zeit verschwendet. Meine einzigen „Bücher“ sind auf der Uni entstanden. Das reicht. Den Anspruch eine Schriftstellerin zu sein, habe ich nicht. Danke für den Kommentar 🙂

  3. Ein Lob abgetan? Das ist schade. Einen Dank sollte man schon aussprechen, auch wenn man als Schreiber gerade den Punkt, den der andere lobt, gar nicht als so gut empfindet.

    Ich werde in Erinnerung an dich die nächsten paar Dankes schreiben 😉

  4. Es liegt an der Kommunikationsform, es fehlen die Augen, die Gestik, der Geruch, die Ohren.
    Wenn ich hier lesen entsteht ein Bild, eine Bild in meinem Kopf und gerade wo du jetzt ließt passiert es ebenso.

    • Ja, das stimmt. Aber ich bilde mir zumindest ein, die Stimmung des anonymen Kommentators zu erfassen. Damit liege ich oft richtig. Und ein „Danke“ kostet kein Geld. Danke dir für den Kommentar 🙂

      • Danke für deine Antwort, nach meinem Empfinden gibt es in Kommentaren kaum konstruktive Kritik, alles ein wenig zu harmonisch.
        Falls man mal einen anderen Standpunkt vertritt gibt es oft heftige Gegenreaktionen. Frei nach dem Motto „likest du mich, like ich dich“

  5. Danke, dass Du dieses Thema aufgegriffen hast! Wenn ich sehe, wie viele Menschen z.B. meine Artikel und ohne einen Kommentar wieder von dannen gehen, dann erfreut mich schon ein einfaches „Danke“. Auch ein Smiley ist wunderbar! So bekommt man wenigstens das Gefühl, wahrgenommen zu werden. Jeder Kommentar – außer ganz, ganz wenigen – sind ein Danke wert.
    Aber irgendwie ist die Kenntnis von dem Wort „Danke“ verloren gegangen… Und wenn man sich dann mal bedankt, stößt man manchmal auf Unverständnis.
    Ich freue mich jetzt schon auf Deine nächsten Artikel! LG Ulrike

    • Mir war so danach. Und Artikel gibt es noch eine Menge bevor es nach Norwegen geht. Vielleicht auch während, das entscheide ich dann.

      Ich versuche immer alle Artikel die ich lese auch zu kommentieren. Wie du weißt bin ich oft sparsam mit Worten. Aber ich denke du weißt ein „Gut!“ von mir richtig einzuschätzen. Danke fürs lesen und liebe Grüße an dich.

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